5 Gründe, mehr Gemüse zu essen

5 Gründe, mehr Gemüse zu essenDas Problem der modernen, westlichen Ernährung ist nicht allein der große Anteil stark verarbeiteter Lebensmittel und entsprechend vieler Schadstoffe. Ebenso schwer auf die Gesundheit wirken die Dinge, die wir stattdessen nicht mehr essen. Wer den ganzen Tag Kuchen isst, kann damit satt werden. Jedoch fallen dann Lebensmittel wie Obst und Gemüse vom Speiseplan. Und mit Ihnen viele gesundheitliche Vorteile.

Unsere Zivilisation ernährt sich zusehends mehr von Samen und Körnern (z.B. Getreide, Hülsenfrüchte). Diese werden mit ihrem Nährstoffgehalt beworben und es klingt sinnvoll, sie zu essen. Zugleich sinkt jedoch der Anteil der Blätter und Pflanzen in der Ernährung. Eine fatale Tendenz, denn diese Lebensmittel bieten gegenüber den Samen und Körnern einige wesentliche Vorteile.

1. Nährstoffdichte

Kalorie für Kalorie enthalten Gemüse und Obst mehr Mikronährstoffe als Getreide. Das zeigt sich in Menge und Qualität: Die breite Palette der Obst- und Gemüsepflanzen bietet viel mehr verschiedene Vitamine, Mineralstoffe und sekundäre Pflanzenstoffe (darunter Flavonoide und Polyphenole) als die handvoll Sorten, die wir zur Getreidegewinnung verwenden.

2. Kohlenhydrate

Gemüse enthalten erheblich weniger Kohlenhydrate als Getreide und Hülsenfrüchte: 5–20 % im Gegensatz zu 60–80 %. Selbst süßes Obst wie Bananen überschreitet kaum die 20-%-Grenze. Wer sich von reichlich Obst und Gemüse ernährt, nimmt also nur einen Bruchteil der Kohlenhydrate einer getreidelastigen Ernährung mit überwiegend Nudeln und Brot auf. Dementsprechend einfacher ist die Kontrolle des Blutzuckerhaushalts und etwaiger Fettdepots.

3. Kaloriendichte

Gramm für Gramm enthält Gemüse weniger Kalorien als Getreide (und Fleisch). Sich mit Gemüse satt zu essen (den Magen zu füllen), ohne seinen täglichen Energiebedarf zu überschreiten, ist daher einfach. Wer sich mehr Energie im Essen wünscht, kann diese einfach in Form von Fett (zum Beispiel Butter oder Olivenöl im Gemüse) hinzufügen und so zugleich die Aufnahme der fettlöslichen Vitamine verbessern.

4. Omega-3:6-Fettsäurenverhältnis

Getreide enthalten verhältnismäßig große Mengen Omega-6-Fettsäuren (O6), wohingegen in Gemüse die Omega-3-Fettsäuren (O3) überwiegen. Da in der westlichen Ernährung ein ungesund verzerrtes Verhältnis von O3- zu O6-Fettsäuren vorherrscht, ist es auch aus diesem Grund sinnvoll, mehr Gemüse und weniger Getreide zu essen. Denn eben dieses Fettsäurenverhältnis hat offenbar einen immens wichtigen Einfluss auf viele Faktoren der Gesundheit, darunter Entzündungen, Rheuma und Herzgefäßerkrankungen.

5. Abwechslung

Die Palette der Obst und Gemüsepflanzen bietet viel mehr Abwechslung als die erhältlichen Samen und Hülsenfrüchte. Ob ein Brot nun aus Dinkel, Roggen oder Weizen besteht: Es bleibt ein Brot. Obst und Gemüse bieten sich uns hingegen in allen Farben des Regenbogens an, geschmacklich liegen Welten zwischen einzelnen Früchten und auch die Texturen sind häufig grundverschieden. Wer mehr Obst und Gemüse isst, bietet all seinen Sinnen mehr.

Es gibt noch weitere gute Gründe für mehr Gemüse:

6. Balance

Wer sich überwiegend von Gemüse ernährt, schafft so meist eine bessere Balance. Viel Gemüse lässt weniger Raum für die häufig unverhältnismäßig großen Fleisch- oder Getreideanteile in der Ernährung. Wenn wir den Teller mit Gemüse füllen, wird Fleisch zur Beilage und auch der Hunger auf Gebäck und nährstoffarme Nudeln sinkt.

Fazit: Gute Gründe für mehr Gemüse

Obst und Gemüse können geschmacklich kein Brot ersetzen. Das müssen sie auch nicht, denn sie bieten viele eigene Stärken. Nicht jeder möchte sich über die etwaigen Nachteile von Fast Food und Fertiggerichten Gedanken machen. Die hier genannten Vorteile von Obst und Gemüse klingen weitaus attraktiver und dienen als Motivation zum Umdenken.

Auch wer abnehmen oder sein Gewicht halten möchte, ist mit Obst und Gemüse offenbar besser beraten als mit Getreideprodukten.

Hier das ganze als einfach Zusammenfassung im Video:

Foto: Gpics at en.wikipedia

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8 Kommentare zu “5 Gründe, mehr Gemüse zu essen

  1. Tim

    Hallo Felix,
    vielen Dank für Deine sehr guten Artikel. Sie haben mir bei meiner Ernährung schon deutlich weitergeholfen.
    Ich habe eine wahrscheinlich schwierige Frage zu Gemüse:
    Es gibt sehr viele Sorten und “vielfältige/abwechslungsreiche” Ernährung soll ja immer gut sein; dennoch würde ich extrem gerne wissen, ob es Gemüsesorten gibt, die man präferieren sollte, und andererseits welche, die man vernachlässigen/hinten anstellen sollte. Ein Beispiel für meiner Amateurmeinung nach vorziehungswürdige Gemüsesorten wären Grünkohl und danach Spinat.
    Ich stelle mir diese Frage mittlerweile ziemlich oft, wenn ich durch den Supermarkt gehe und mich nicht mehr entscheiden kann, welche Gemüse ich in den Wagen legen sollte.
    Ich würde mich sehr über eine Antwort von Dir freuen.

    1. Felix

      Hallo Tim,
      das kommt sehr auf die Perspektive an. Wenn man wissenschaftlich-reduktionistisch vorgeht, dann stehen Grünkohl/Spinat wirklich gut da, weil die Zahlen das so sagen. Andererseits wissen wir nicht genau, ob und was von diesen Zahlen tatsächlich im Körper ankommt, so sie denn überhaupt stimmen. “Je intensiver die Farbe, desto mehr Nährstoffe” scheint auch zu stimmen, bis jemand mit Farbstoffen arbeitet oder es anders manipuliert. Insofern ist der Vorteil der Abwechslung und Vielseitigkeit offenbar die beste Absicherung gegen Irrtümer. Risikominimierung durch Streuung. In der Regel würde ich zu eher weniger Energieintensivem Gemüse raten, weil dann bis zur Sättigung tendenzeill mehr Nährstoffe im Mund landen – aber auch das würde ich nicht übertreiben. Eher: Statt einem ganzen Teller Kartoffeln eher buntes Gemüse und dazu ein paar Kartoffeln. Und sonst bestimmen bei mir Saison und Region weitgehend über das Gemüse.

  2. nicolette unterstaller

    Hallo Felix, wieder mal ein guter Artikel von Dir! Werde wieder mehr Gemüse einbauen.
    Manchmal brauch ich so eine kleine Erinnerung.
    Du bist Musiker?
    Wie schön, ich bin Sängerin in diversen Chören…

  3. Edin

    Hallo Felix,

    Ich weiß das ist nicht das richtige Thema hier aber ich wäre dir sehr dankbar wenn du trotzdem zeit fändest zu antworten.

    Ich bin schon lange Besucher deiner Seite und Paleo-Praktizierer, allerdings kann ich meine Freundin nicht dazu bringen.
    Sie hat schon länger eine Unterfunktion der Schilddrüse und nimmt die üblichen L-Thyroxin-Tabletten, der Arzt sagt, dass es zu Krebs führen könnte wenn sie die Tabletten nicht regelmäßig nimmt.

    Ich finde das falsch, weil ich glaube, dass sich der Körper erst von der Krankheit und dann von den Tabletten erholen muss.

    Ich wollte von dir gerne wissen ob eine Unterfunktion der Schilddrüse durch korrekte (Paleo-) Ernährung behoben werden würde? (Woran ich selber fest glaube)

    Vielen Dank für deine Zeit

    Lieber Gruß

    Edin

    1. René

      Hallo Edin,

      Bei mir war es so, dass durch Seefisch, Fleisch und Gemüse -Diät mit dem weg vom Brot, zucker und Milch, die Unterfunktion verschwand.
      Mein Arzt konnte auch die Ursache für die gesunkenen Cholesterinwerte, die ich trotz fleisch- und fettreicher habe, nicht glauben.
      Die Schulmediziner müssen auch umdenken lernen. Die DGE hat bereits angefangen und rudert langsam von der Ernährungspyramide zurück…..
      Meiner Meinung nach, ist die Paleodiät die Antwort auf viele Fragen in Bezug auf eine artgerechte Ernährung.

  4. Cerena

    Felix, du sprichst mir aus der Seele mit diesem Artikel.
    Ich bewege mich Ernährungstechnisch teils auf Paleo, teils auf Basenüberschüssiger Kost. Die Gemeinsamkeiten – keine Getreide, kein Zucker, nichts stark industriell verarbeitetes – liegen ja schnell auf der Hand.
    Aber ich finde Paleo sollte keine Ausrede für maßlosen Fleischkonsum sein, sondern eine große Vielfalt und Abwechslung finde ich enorm wichtig.

    Teils kenne ich Sätze wie: Manchmal verbessert schon das Weglassen unsere Gesundheit. Jedoch geht es mir signifikant besser seit ich durch die gesamte Lebensmittelpalette alles zu mir nehme das Nährstoffreich ist.
    Dabei überschreite ich die berühmten 5 am Tag auch gerne mal 🙂

    1. Felix

      Hi Cerena, Nährstoffreiche Kost ist in jedem Fall der Schlüssel, das denke ich auch. Schön, mal einen Kommentar von einer Musiker-Kollegin zu lesen.

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