Iss gesünder durch Achtsamkeit (Podcast #78)

Ruhe dient gesunder Ernährung

Schnelle und laute Musik führt dazu, dass Menschen mehr essen. So auch Ablenkungen durch zum Beispiel ein Smartphone, aber auch Aufregung und Grübelei beim Essen. Nimm dir vor dem Essen eine Minute Zeit, atme tief durch und komm erstmal am Esstisch an, lege die akuten Probleme des Arbeitstages bewusst beiseite und konzentriere dich auf das Essen.

Von den Vorfahren lernen

Schau noch einmal in Kühlschrank und Speisekammer und überlege bei jedem Produkt: Hätte meine Urgroßmutter das in ihrer Kindheit als Lebensmittel erkannt?

Mitesser auswählen

Der Mensch ist ein Gemeinschaftstier und echte Freunde sind viel wert. Ein echter Freund akzeptiert, wenn du künftig mit rosaroten Schuhen herumläufst, er sagt dir, wenn dir ein Popel an der Nase hängt oder wenn du dich daneben benimmst. Und ein echter Freund akzeptiert, wenn du dich anders ernährst und er wird es auch verstehen und akzeptieren, wenn du künftig nicht mehr mit ihm zusammen isst, weil seine Essgewohnheiten ein schlechter Einfluss auf dich sind.

Unsere Mitmenschen beeinflussen unsere Ernährung. Das fängt an beim Zeitpunkt der Mahlzeit und erstreckt sich über die Wahl der Speise, die Menge, die Essgeschwindigkeit. Wenn deine Freunde allesamt bergeweise Pasta essen, dann sind sie bei deinem Abnehmvorhaben schlechte Gesellschaft. Selbst wenn sie dich nicht zum Mitmachen überreden wollen, wird die Menge auf ihren Tellern deine eigene Wahl beeinflussen.

Daran muss keine Freundschaft scheitern. Genauso wie du Harry Potter gut finden darfst obwohl dein bester Freund die Filme nicht ausstehen kann, könnt ihr auch beim Essen getrennte Wege gehen. Es fällt nicht immer leicht, diese Notwendigkeit einzusehen. Doch es dient letztlich deiner Gesundheit und deinem Wohlbefinden. Und daran ist echten Freunden gelegen.

Visualisiere

Wir tauchen jetzt nicht in Esoterik, Religion oder Spiritualität ein, sondern bleiben auf dem Teppich des Greifbaren und der Logik. Sicher wirst du mir zustimmen: Wenn man kein Ziel hat, kann man dort auch nicht ankommen. Dann landet man irgendwo – das muss nicht schlecht sein, befriedigt aber selten. Die Visualisierung des Ziels bedeutet, dass man sich das Ziel und den Zustand im Ziel genau vor Augen führt. Du möchtest abnehmen. Wenn das dein Ziel ist, was ist dann, wenn du es erreicht hast? Was sind die Folgen? Wie wirst du dich fühlen? Wie sieht dein Alltag aus? Wirst du leichter die Treppe heraufkommen? Was sind all die Vorteile, wenn du es geschafft hast?

Manche Menschen formulieren das als »Du musst ganz fest daran glauben, dann wird es Wirklichkeit!« Doch um Glauben geht es hier nicht und auch einfach nur ganz fest wünschen genügt nicht. Wenn du dein Ziel visualisierst, verdeutlichst du zum einen, was du genau willst. Dein Ziel wird genauer und somit kannst du es noch besser ansteuern und leichter erreichen. Zum anderen bemerkst du vielleicht Fehler in deiner Vorstellung und Dinge, die gar nicht geschehen können. Dann kannst du sie abstellen und auch das verdeutlicht dein Bild vom Ziel.

Stell dir also vor, du hättest dein Ziel schon erreicht und beobachte aufmerksam jedes Detail. Mit großer Wahrscheinlichkeit ist das Bild für dich durchweg positiv. Du freust dich darauf, es bald zu erreichen. Das motiviert dich und gibt dir neue Kraft für deinen Weg.

Lebe gesünder, indem du die Art änderst, wie du isst (Podcast #77)

Über Stock und über Steine

Wenn du änderst, was du isst, solltest du auch ändern, wie du isst. Damit meine ich nicht, was du gerade denkst. Sondern genau das Gegenteil: Die Dinge, an die du nicht denkst. Denn wie wir Essen unterliegt auch Einflüssen von außen. Deine Umgebung beeinflusst dein Essverhalten ohne, dass du es merkst. Geräusche, Farben, Gerüche und das Verhalten anderer Menschen bewirken Veränderungen in deinem Hungergefühl, deinem Appetit und in der Menge und Art der Lebensmittel, die du isst. Das sind die Fallstricke unseres komplizierten Gehirns. Auf den folgenden Seiten findest du eine Reihe kleiner Schritte zur Hygiene des Essverhaltens. Stelle sie dir vor wie einen Frühjahrsputz deiner Ernährung.

Ein einfaches Beispiel: Wenn du Schokolade im Haus hast, wirst du wahrscheinlich irgendwann der Versuchung erliegen und sie essen. Daher ist es sinnvoll, gar keinen Süßkram im Haus zu haben. Wenn du Süßigkeiten im Haus haben möchtest, sollten sie wenigstens nicht sichtbar sein, sondern am besten irgendwo hinten in der Ecke eines Schranks liegen. Denn wir essen, was wir sehen: Aus den Augen, aus dem Sinn. Wenn ein Teller Kekse auf dem Tisch steht, greift man zu. Die einen früher, die anderen später.

Lebensmittel sind keine Belohnung

Geburtstage, Erfolge und besondere Leistungen sind nichts, was man mit Essen belohnen sollte – schon gar nicht mit Süßigkeiten. Wer sich mit Leckereien belohnt, verknüpft sie im Kopf als etwas besonders Erstrebenswertes und erhöht sein Verlangen danach. Über eine gute Schulnote oder eine abgeschlossene Prüfung freut man sich. Isst man dazu ein Stück Schokoladentorte, wird das Gehirn die Freude über die Leistung mit dem Essen verbinden. Die Schokoladentorte gewinnt dadurch zu unrecht den Status als etwas besonders Erstrebenswertes und das erschwert es, ihr zu widerstehen.

Struktur schafft Ordnung

Ein gesundes Verhältnis zu Lebensmitteln ist ohne strukturierte Mahlzeiten praktisch unmöglich. Egal wie viele Mahlzeiten du regulär isst: Lass keine aus. Zur Struktur gehört auch der Ort: Iss stets am Esstisch. Nicht vor dem Fernseher, nicht am Computer oder am Schreibtisch und auch nicht im Auto oder beim Spaziergang.

Stell dir die Mahlzeit am festen Ort zur festen Zeit vor wie den Anker deines Essverhaltens.

In der Ruhe liegt Gesundheit

Wer ohne Besonnenheit und in Hektik das Essen in sich hineinschaufelt, isst meistens zu viel. Iss daher langsam und in Ruhe. Lehn dich zwischendurch zurück. Leg das Besteck aus der Hand. Schließ die Augen. Schmecke. Kaue. Kaue lange und viel. Kauen sättigt und es fördert die Durchblutung des Kopfes.