Bunte Bentheimer Schweine

Frischfleisch vom Schwein kannte ich bislang nur als weitgehend geschmacksbefreites Material. Egal ob Spanferkel, Kotelett oder Filet: Erst mit reichlich Gewürzen war wirklich von Geschmack zu sprechen. Deswegen fand Schweinefleisch in den vergangenen Jahren noch viel seltener als Rindfleisch Platz auf meinem Teller. Nie, genau genommen, außer vielleicht mal, wenn ich beim Grillen zu Gast war.

Doch nach meinem vor allem geschmacklich äußerst positiven Fazit des Erwerbs eines viertel Ammenkalbs aus reiner Weidehaltung wurde ich neugierig: Wenn dieses Fleisch um so viele Klassen besser schmeckt als die Ware aus Massentierhaltung, wie verhält sich dies mit Schweinefleisch? Schmeckt das Fleisch von Schweinen aus Weidehaltung besser?

Um diese Frage zu beantworten oder überhaupt zu verstehen, muss man die Natur des Tieres betrachten. In Bezug auf Rinder vermittelt dies neben anderen Joel Salatin sehr gut, aber auch bei Urgeschmack-TV hat in einem sehr interessanten Beitrag Herr Behrens aus dem Emsland darüber erzählt. Rinder sind Pflanzenfresser und vertragen Getreide nicht gut. Bei reiner Weidehaltung blüht ein Rind hingegen auf, dies äußert sich auch im Gesundheitszustand des Tieres und in der Folge im Geschmack des Fleisches. Und das Fleisch eines gesunden Tieres ist gesünder als das eines solchen, das Zeit seines Lebens mit Medikamenten vollgepumpt wurde.

Schweine sind nicht anders. Natürlich sind Schweine keine Rinder, aber auch ein Schwein bedarf einer artgerechten Ernährung. Schweine sind Allesfresser. Doch auch sie wurden durch die Evolution nicht dafür gemacht, in einer kleinen Box gehalten und mit dem immer gleichen Brei gefüttert zu werden. Eine vielseitige Ernährung ist auch hier wichtig und ein Schwein, das auf einer Weide seinen Trieben nachgehen, dort wühlen und suchen kann, lebt gesünder. Gräser, Wurzeln, Eicheln, Gerste – all dies vervollständigt das Nährstoffprofil der Schweineernährung.

Ob auf der Weide, unter dem Dach oder entspannt auf den warmen Steinen: Auf de Feijterhof haben Schweine ein großartiges Leben.

Hinzu kommt die Lebensqualität. Ein glückliches Tier ist ein gesundes Tier mit gesundem Fleisch. Warum aber sollte das Fleisch solch eines Tieres besser schmecken? Ganz einfach: Der Organismus kann nur das verwerten, was er bekommt. Und wenn der Körper hochwertige Nahrung bekommt, dann ändert sich unter anderem die Fettsäurenzusammensetzung, mehr darüber im Artikel “Fleisch als Medizin“. Weiterhin wächst ein Schwein, wenn es nicht  in Intensivmast lebt, ganz anders, nämlich langsamer auf. Das Fleisch enthält weniger Wasser und entsprechend mehr Geschmack.

Und wo bekommt man solches Fleisch?

Eine naheliegende Frage, die sich für mich nicht all zu leicht beantworten ließ. Meine Suche nach einem entsprechenden Erzeugerbetrieb verlief trotz Vorerfahrung unerwartet. Schweine genießen offenbar keine so hohe Wertschätzung wie Rinder, besonders beim Verbraucher. Während sich um Rindfleisch ein regelrechter Kult entwickelt und gerne Fleisch von argentinischen Angusrindern quer durch die Welt geschifft wird, greift der (deutsche) Kunde beim Schwein meist weiter zur Massenware. Galloway Rinder, Schottische Hochlandrinder und ähnliche Rassen aus reiner Weidehaltung und natürlich deren Fleisch sind recht einfach zu finden. Entsprechende Schweinehaltungen sind weitaus seltener.

Meine Suche führte mich recht früh zum Bunten Bentheimer Schwein, von dem ich schon oft gelesen hatte. Das “Bunte Bentheimer”, wie es auch einfach genannt wird, ist eine sehr robuste Rasse, geeignet für die ganzjährige Freilandhaltung. Mitte des letzten Jahrhunderts geriet diese Rasse an den Rand des Aussterbens, weil ihr etwas fetteres Fleisch nicht mehr gefragt war. Die Massentierhaltung setzte auf Schweine gesetzt, die magereres Fleisch liefern. Die so gezüchteten Tiere neigen zu Krankheiten und liefern jenes geschmacksbefreite Fleisch, das aus den Kühltheken bekannt ist. Nur wenige Bunte Bentheimer überlebten aus jener Zeit und einige Jahre lang gab es nur noch wenige Dutzend solcher Tiere.

Aufgrund ihrer Robustheit eignen sie sich hervorragend für genau diesen Zweck: Für ein artgerechtes Leben ganzjährig im Freien, naturgerecht aufwachsend. Im Internet fand ich unter www.bunte-bentheimer-schweine.de dann auch schnell einen naheliegenden Vermarkter, der mein Interesse weckte: de Feijterhof. Dieser sticht unter den vielen Anbietern solcher Ware besonders durch seine Hingabe hervor. Die deFeijters halten die Schweine, und verarbeiten sie vollständig selbst zu feinen Schinken und Wurstwaren, gänzlich frei von Zusatzsstoffen. Konservierungsstoffe und Säuerungsmittel, wie sie bei vielen selbst traditionell arbeitenden Metzgern an der Tagesordnung sind, kommen hier nicht in die Lebensmittel.

Bei meiner Fahrt zu de Feijterhof durch die Grafschaft Bentheim fiel mir wieder auf, wie sehr sich Emsland, Grafschaft Bentheim und das Münsterland trotz ihrer Nähe zueinander doch unterscheiden. Während im Emsland noch die Weite und Gradlinigkeit der Landschaft einen fließenden Übergang nach Friesland nahelegt, finden sich in der Grafschaft wesentlich mehr Wälder und sogar noch weniger dicht besiedelte Gebiete. Das Münsterland besticht hingegen durch viele Hügel und sattere Farben. de Feijterhof liegt in Sichtweite zur Niederländischen Grenze in Itterbeck.

Liebe und Leidenschaft

Ich fuhr ohne Erwartungen nach Itterbeck und hatte nur vor, mir kurz die Schweine und deren Haltung anzusehen und dann ein Stück Fleisch zur Probe zu kaufen. Wenn es mir schmeckt, so dachte ich mir, würde ich später eine Schweinehälfte bestellen und einlagern.

Allerdings wurde ich nicht nur ausgesprochen freundlich begrüßt, sondern bekam auch eine Führung über das gesamte Gelände. Auffällig auch hier war, dass es auf diesem Hof einfach nicht stinkt. Wer seine Tiere ordentlich hält, produziert keinen Gestank, denn es fällt kein Kot hoch konzentriert an, sondern alles ist natürlich auf den Wiesen verteilt. Die Schweine hier sehen glücklich aus und wühlen tatsächlich auf verschiedenen Weiden vor sich hin.

Herr de Feijter überraschte mich dann allerdings, als er mir die Reifekammer zeigte: So etwas hatte ich nicht erwartet. Hier hingen allerfeinste Schinken und Würste, alle aus eigener Produktion mit Liebe hergestellt. Und ausgesprochen schmackhaft, wie zahlreiche Proben zeigten.

Nach weiterem und näherem Kontakt mit den Schweinen fand ich mich kurz darauf in der geschmackvoll und gemütlich eingerichteten Küche des de Feijterhofs wieder, wo mir die nächste Probe präsentiert wurden: Leberwurst. Wir kamen ins Plaudern und es zeigte sich schnell, mit welcher Leidenschaft die de Feijters als Familienbetrieb arbeiten. Ihnen liegt die Natürlichkeit der Ernährung aufrichtig am Herzen und man merkt, dass hier Idealismus die treibende Kraft ist. Herr de Feijter ist überzeugt nicht nur von der art- und naturgerechten Aufzucht der Schweine, sondern auch von der Wichtigkeit des Handwerks. Selten findet man jemanden, der mit so viel Liebe zu Produkt und Produktionsprozess zu Werke geht, so sehr auf Details achtet und so leidenschaftlich darüber erzählt.

Frank de Feijter – arbeitet mit Liebe und Leidenschaft.

Und so blieb ich länger als geplant und sprach über Schweine, Wurst, Ernährung und Liebe zur Arbeit. Ein wundervoller Nachmittag, an dessen Ende ich so manche Wurst- und Fleischware einkaufte, die die Rückfahrt nur zum Teil überstanden hat.

Und wie schmeckt es?

Es schmeckt mehr. Es schmeckt tiefer und es schmeckt breiter. Das Fleisch hat eine völlig andere Struktur, ist zarter und zugleich intensiver im Geschmack. Überrascht hat mich, dass sogar der Fettrand am Schinken nach Schinken schmeckt, denn dieser präsentiert sich bei Standardware meist nur als geschmacksbefreiter Kaustreifen. Die Salami mit Oregano und Knoblauch beförderte mich dann in den geschmacklichen Himmel. Nicht aufdringlich, sich langsam im Mund entfaltend. Dabei war ich nie ein Fan von Wurstwaren, da sie aufgrund der Starken Würzung oft gleichförmig schmecken. Aber bei de Feijterhof versteht man sein Handwerk vornehmlich als Verfeinerung eines ohnehin schon edlen Produktes. Und so sind Gewürze hier nie dominant, sondern eher das Tüpfelchen auf dem i.

Und wie immer gilt: Probieren geht über studieren! Wenn Sie de Feijterhof nicht selbst besuchen können oder wollen, rufen Sie doch einfach dort an. Wurstwaren lassen sich auch per Post verschicken.

Leber mit Kürbisbrei und Apfelkompott

Bereits vor einiger Zeit habe ich eine Variante von “Himmel un Ääd” -oder auch “Himmel und Erde”- vorgestellt. Streng genommen fehlte dort jedoch auf jeden Fall die Erde, die Kartoffeln. Diese enthalten jedoch Lektine, daher ist von ihrem Verzehr abzuraten. Das ist aber kein Problem, denn mit Hilfe des bereits ausführlich im Video vorgestellten Kürbis gelingt ein Ersatz ganz ausgezeichnet.

Dass der Kürbis dich ganz hervorragend für einen saftigen Brei eignet, zeigte ich vor Kurzem mit diesem Rezept: Kürbisbrei mit Hirtenkäse. Und wie es der Zufall will, ist auch gerade die richtige Zeit zur Apfelernte. Wer also das für dieses Rezept nötige Apfelkompott selbst einkochen möchte, dem empfehle ich dies ausdrücklich. Darauf aufbauend nun also eine vollständige Variante von Himmel un Ääd:

  • 180g Leber
  • 500g Kürbis
  • 200g / 2 Stck. Zwiebeln
  • 120g /1 Stck. Apfel

Zunächst den Apfel zu einem Mus oder Kompott verarbeiten: Entkernen, in Würfel schneiden und mit etwas Wasser kochen, bis er zerfällt.

Den Kürbis in Würfel schneiden und mit ca 1/2 l Wasser kochen.

Zwiebeln schälen und in Ringe schneiden, glasig braten und mit Salz und Pfeffer würzen.

Die Leber braten. Wichtig ist, dass sie nicht zu viel Hitze abbekommt, da sie sonst schnell zäh wird. Eine gute Lösung für dieses Problem ist, sie in der Pfanne auf einem Zwiebelbett langsam zu garen. Alternativ einfach nur mit geringer Hitze die Leber direkt braten.

Wenn der Kürbis gar ist, das Wasser abgießen und die Stücke zu einem Brei stampfen, mit Salz, Pfeffer und Muskat abschmecken.

Kürbisbrei und Apfelkompott auf einem Teller anrichten, Leber und Zwiebeln darüber geben.

Diese Menge reicht für zwei Portionen.

Urgeschmack-TV Ep. 20: Tipps zu Schmiedeeisernen Pfannen

An diesem nebligen und verregneten Freitag möchte ich im Video eines meiner wichtigsten Küchenwerkzeuge vorstellen: Meine schmiedeeiserne Pfanne:

Die Schmiedeeiserne Pfanne von Turk finden Sie unter Anderem bei Amazon, wenn mich nicht alles täuscht, dann benutze ich dieses Modell: Bratpfanne Eisenpfanne, Schwere Ausführung,mit flachen Stiel 28 CM Art.T66228. Allerdings gibt es natürlich noch weitere gute Pfannen von Turk, hier eine praktische Liste: Pfannen von Turk bei amazon.de

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Wie macht man Apfelkompott?

Apfelkompott ohne Zucker
Vom Aller-, allerfeinsten. Wirklich.

Vor dieser Frage stand ich gestern. Da fährt man nichtsahnend einkaufen und sieht plötzlich am Wegesrand tragende Apfelbäume mit wundervollen Äpfeln verschiedenster Sorten. Die Bäume waren mir bekannt, ich hatte sie nur vergessen und ich hatte mich bereits informiert: Wer mag, darf die Früchte mitnehmen.

Nach einer kurzen Geschmacksprobe, die überraschend positiv ausfiel -es handelt sich um die besten Äpfel, die ich dieses Jahr geschmeckt habe- pflückte ich direkt einige. Es dürften zwischen 5-10kg gewesen sein. Überraschend war der wirklich sehr gute Zustand der Äpfel, kein Würmer oder ähnliches. Selbst diejenigen, die auf dem Boden lagen, waren in einwandfreiem Zustand.

Ein Haufen größtenteils recht kleiner Äpfel war das Ausgangsmaterial.

Mit dieser Beute begab ich mich direkt nach Hause und es war klar: Essen kann ich die nicht alle. Also mache ich Apfelkompott. Apfelkompott ohne Zucker. Aber wie ging das noch gleich mit dem Einkochen? Damit hatte ich mich die letzten Wochen immer wieder mal beschäftigt, zuletzt als es darum ging, die gewonnene Rinderbrühe aufzubewahren.

Das Prinzip war also recht klar. Nach einer ausführlichen Internetrecherche zeigt sich, dass die verschiedenen Verfahren eine recht große Bandbreite haben. Da ich kein spezielles Equipment besitze oder verwenden möchte, fielen viele Möglichkeiten raus. Weder möchte ich Zucker hinzufügen noch Ascorbinsäure. Der Weg war also klar: Einfaches Kochen der Äpfel und einmachen muss reichen. Denn ich plane ja nicht, die Lebensmittel länger als ein paar Monate aufzubewahren.

Rezept für Apfelkompott ohne Zucker

Die Äpfel werden kurz gewaschen um den gröbsten Schmutz zu entfernen.

Und so ging es ans Werk: Äpfel waschen, entkernen, mit etwas Wasser aufkochen.

Nicht nur der Geruch beim Kochen ist einmalig: Auch der Geschmack speziell dieser Apfelmischung war atemberaubend. Ich habe mich dafür entschieden, die Äpfel nicht zu schälen, da ich das Kompott gröber mag und es war die richtige Entscheidung. Denn jetzt schmeckt das Kompott direkt wie ein Bratapfel, die Apfelhaut ist genau das, was dem Kompott die Krone aufsetzt. Und mir ist ein Rätsel, warum man einem so gekochten Kompott noch Zucker hinzufügen sollte. Es ist wirklich sehr süß.

Rezept für Apfelkompott ohne Zucker
Einfach in einen Topf geben, Wasser dazu – fertig. Es ist so einfach!

Einem Teil des Kompotts habe ich reichlich Zimt zugesetzt. Das kochend heiße Kompott füllte ich direkt in Gläser, welche ich sofort verschließe. Durch das Abkühlen bildete sich ein Vakuum. Zusammen mit dem Säure- und Zuckergehalt sind die wesentlichen Vorraussetzungen zur Konservierung erfüllt, um dies “Einmachen” zu nennen. Der Apfel ist ein eher saures Obst, insofern ist das Einmachen etwas weniger problematisch. Dennoch bin ich gespannt, wie lange dieses herrliche Kompott sich halten wird – vorausgesetzt ich esse es nicht in den nächsten Tagen vollständig auf, denn die Versuchung ist groß.

Apfelkompott ohne Zucker selber machen
Nach nur wenigen Minuten des Kochens entsteht von selbst ein Brei, ganz ohne zu stampfen.

Sicher, Äpfel bringen von Natur aus recht viel Zucker mit, ca 15% wird im Durchschnitt angegeben. Speziell bei weiter verarbeitetem Obst sollte man beim Verzehr also Maß walten lassen um keine zu starken Blutzuckerschwankungen zu riskieren. Denn durch weitere Verarbeitung, speziell Pressen zu Säften oder Pürieren, werden die Fasern der Frucht zerstört und so die Aufnahme des Zuckers nach dem Verzehr beschleunigt.

Aber ein Löffel hier und da kann eigentlich nicht schaden. Speziell dann, wenn es, wie in diesem Fall, absolut natürliches, “100% biologisches” Apfelkompott ohne Zucker und jegliche Zusätze handelt. Als Beilage zu Rinderleber mit Zwiebeln passt Apfelkompott sehr gut, ebenso lässt es sich zusammen mit Kürbis zu einer herrlich fruchtigen Creme verarbeiten.

Das Einkochen oder Einwecken wird in der heutigen Form erst seit ca 1900 betrieben. Erfunden wurde es hingegen um 1800 herum und wie so oft war hier ein Krieg der Antrieb: Napoleon musste seine Truppen versorgen und schrieb daher einen Preis auf eine Lösung aus. Und schon davor, nämlich um 1700 herum fand Denis Papin heraus, dass Konservierung so funktioniert. Doch er maß dieser Erkenntnis wohl keine große Bedeutung bei, so daß dieses Wissen für etwa 100 Jahre niemandem nutzte.

Das Endprodukt.

Der Herbst hat angefangen und ich bin doch mit Sicherheit nicht der Einzige, der anfängt, Vorräte für den Winter einzulagern. Was ist mit Ihnen? Wird in Ihrer Küche schon fleißig eingekocht, eingefroren und versiegelt? Haben Sie Lust bekommen und möchten auch selbst Apfelkompott ohne Zucker einkochen oder einwecken? Ich freue mich auf Ihre Kommentare und Vorschläge.

Die Belohnung am Ende eines schönen Arbeitstages.

Kürbisbrei mit Hirtenkäse

Jetzt, wo ich den Kürbis ausführlich vorgestellt habe, möchte ich natürlich auch nicht mit passenden Rezepten geizen. Der Hokkaido-Kürbis ist eine der ganz wenigen Sorten, bei dem die Schale durch das Kochen so weich wird, dass sie ebenso weich wie das Innere der Frucht wird. Dies macht nicht nur die Verarbeitung sehr einfach (und schnell), sondern es spart auch Geld, denn beim Schälen eines rohen Kürbis geht naturgemäß auch eine nicht unwesentliche Menge Fruchtfleisch verloren. Erfahrungsgemäß sind vom Gewicht des rohen Kürbis ca 15-25% abzuziehen, denn die Kerne im inneren sollten entfernt werden.

  • 1000g Kürbisfleisch (4KHB)
  • 200g Hirtenkäse (6EWB)
  • 2 EL Butter

Den Kürbis waschen, in Würfel schneiden und mit 500ml Wasser in einen Topf geben. Etwa 10 Minuten kochen bis er weich wird.

Währenddessen den Hirtenkäse in Würfel schneiden.

Das Wasser vom gekochten Kürbis abgießen, die Würfel zu einem Brei stampfen und die Fetawürfel unterrühren (oder -stampfen). Die Butter hinzugeben und mit Salz, Pfeffer und Chilipulver abschmecken.

Nach Geschmack gegebenenfalls noch etwas Wasser hinzugeben. Der Kürbisbrei kann auch kalt genossen werden.

Diese Mahlzeit für zwei Personen enthält 6 Eiweißblöcke (ca 42g).

Urgeschmack-TV Ep. 19: Plädoyer für den Kürbis

Mit dem heutigen Video möchte ich erklären, wie es zum Comeback des Kürbis in meiner Küche kam. Das angenehm fruchtig schmeckende Gemüse ist ausgesprochen vielseitig einsetzbar, macht satt und lässt sich sehr lange lagern. Ein optimales Lebensmittel also, um auch den drohenden Winter gut zu überstehen.

Haben Sie Kürbis schon einmal probiert? Was sind Ihre Lieblings-Kürbisrezepte?

Guten Tag, ein halbes Rind bitte!

Die Versorgung mit hochwertigen und gesunden Lebensmitteln ist in Deutschland gar nicht so einfach wie man annehmen möchte. Doch mit etwas Fleiß und Recherche findet man zum Beispiel auch einen Anbieter für grasgefüttertes Rindfleisch. Es ist in solchen Fällen durchaus üblich, nicht etwa ein Kilo Braten oder vier Steaks vom Nacken zu kaufen, sondern das ganze, halbe oder viertel Tier. Einige Erzeuger bieten auch Achtel oder Fleischpakete mit Mischungen verschiedener Schnitte an.

Bei einem ganzen Kalb ist je nach Rasse von etwa 250 Kilo Schlachtgewicht auszugehen. Dies klingt zwar zunächst nach einer gewaltigen Investition. Doch wer einen Gefrierschrank sein eigen nennt, kann auf diese Weise viel Geld sparen und zugleich höchstwertige Lebensmittel für Monate im Voraus einkaufen. Schnell leuchtete in: Der Kauf größerer Menge ist günstiger. Außerdem ist die Direktvermarktung, also das Umgehen des herkömmlichen Weges über den Einzelhandel, meist die einzige Möglichkeit, rein grasgefüttertes Rindfleisch von einem Erzeuger zu bekommen, den man selbst ansprechen kann.

Klasse UND Masse. Ein Teil dieses Steaks wurde die Belohnung für einen langen Tag in der Küche.

Als ich also mit meinem Viertelrind nach Hause fuhr war mir klar, dass ich noch einige Arbeit mit dem Verpacken vor mir hatte. Wie sich herausstellte, hatte ich, wohl aufgrund eines Missverständnisses, einen großen Anteil sogenannten Suppenfleischs bekommen. Wie sich bei näherer Betrachtung dann zeigte, handelte es sich hier jedoch um teils noch gut verwertbare Steaks und Bratenstücke, die leider durch den Schlachter äußerst lieblos zersägt wurden. Aus der Verpacken-und-Einfrieren-Aktion wurde also ein längerer Tag mit dem Messer in der Hand, im Laufe dessen ich noch einige Kilo erstklassigem Geschnetzelten und Steaks aus dem als Suppenfleisch überreichten Haufen gewinnen konnte.

Da stand ich also nun mit kiloweise Braten, Gehacktem, Geschnetzeltem und Leber. Ja übrigens, Leber: Es war großes Glück, dass ich die bekommen habe. Der Schlachter hat sie mir geschenkt und war froh darüber, denn normalerweise muss er sie wegwerfen, da sie niemand haben möchte. Eine kuriose Welt, in der Kalbsleber, eine der nährstoffreichsten Speisen der Natur, von Verbrauchern gescheut wird. Herz und Nieren hatte sich bereits ein anderer Kunde gesichert – für seinen Hund.

Neben dem eben genannten Fleischberg fielen auch reichlich Knochen und  Fleischreste an (Ausschlachtung 60 bis 70%). Da mir eine möglichst vollständige Verwertung eines Tieres am Herzen liegt und Spaß macht, verbrachte ich die folgenden 24 Stunden mit der Zubereitung einiger Liter Brühe und sogar noch einiger Kilo Suppenfleischs. Beides kam ebenfalls in den Gefrierschrank wo es auf eine baldige Verwendung in Gemüsepfannen und Soßen wartet.

Mein Gefrierschrank, mein Rind, mein Fleisch – zumindest ein Teil davon…

Ich kann den Kauf eines ganzen (halben, viertel) Tieres nur empfehlen. Der Preis (in diesem Fall 7,30€ pro Kilo reinen Fleischs) ist sensationell günstig für die gebotene Qualität – es handelt sich um Fleisch von Tieren, die völlig stressfrei und ausschließlich auf Weiden mit entsprechender Grasfütterung aufgewachsen sind. Außerdem bekommen Sie als Verbraucher die Gelegenheit, viel mehr vom Tier zu verwerten und können jedes Stück genau so einsetzen, wie Sie es wünschen. Es müssen nicht immer Rouladen sein, es muss nicht vorgewürzt sein und schon gar nicht muss es quer durch Deutschland transportiert, mehrfach behandelt und vorgewürzt werden. Das eigenständige Zubereiten von Brühen und Schmalz kann eine befriedigende Arbeit sein, da man dabei einen engeren Kontakt zu seinen Nahrungsmitteln aufbaut, als wenn man anonyme Fertigware im Supermarkt kauft.

Ich habe jahrelang relativ wenig Rindfleisch gegessen, weil mich der Geschmack (bzw. dessen Abwesenheit) der normalen Handelsware einfach nicht gereizt hat. Aber das Fleisch dieses grasgefütterten Tieres ist schon ungewürzt so markant, dass allein dies die Mühe wert war.

Hier gibt es zwei Videos, in denen ich die Abholung und weitere Verarbeitung des Fleischs zeige: Teil 1 | Teil 2

Was meinen Sie? Wäre der Kauf eines größeren Tieranteils für Sie sinnvoll, um Geld zu sparen, gesünder zu leben und mehr vom Essen zu haben?

Gebratene Makrele an Salat

Auch wenn mir gebratener oder gebackener Fisch nach wie vor nicht besonders lieb ist –ich bevorzuge ihn roh oder geräuchert– möchte ich dieses Rezept vorstellen, das einen netten Kontrast bietet und zu jeder Jahreszeit gut passt.

  • 270g Makrele (6EWB)
  • 600g Kohlrabi (2KHB)
  • 500g Radieschen (1KHB)

Die Makrele mit etwas Butter bestreichen bzw belegen, innen und außen salzen und pfeffern und bei 160°C ca 30 Minuten im Ofen backen.

Währenddessen Kohlrabi und Radieschen in Würfel schneiden, vermengen und mit Salz und Pfeffer würzen. Bei Bedarf kann auch ein Dressing dazu hergestellt werden.

Zusammen auf zwei Tellern anrichten und servieren.

Diese Mahlzeit für zwei Personen enthält 6 Eiweißblöcke, jedoch recht wenig Kohlenhydrate. Das ist nicht schlimm. Doch wenn Sie mögen, können Sie zum Beispiel noch etwas Obst dazu oder als Dessert essen.

Urgeschmack-TV Ep. 18: Bio ist wertlos

Heute ein Videobeitrag zum Thema der biologischen Erzeugung von Lebensmitteln. Die verschiedenen Verbände leisten gute Arbeit bei der Verwirrung der Verbraucher. Bio-Milch vom anderen Ende der Republik in hoch komplexen Tetrapacks mit zusätzlichen Kunststoffsichtfenster oder Süßkartoffeln, die um die halbe Welt geschifft werden – das sind Dinge, die sich mit vernünftiger und nachhaltiger Lebensmittelerzeugung nichts zu tun haben.

Es führt kein Weg darum herum, sich seine eigenen Gedanken zu machen, selbst nachzufragen und die Verantwortung für seine Ernährung selbst zu übernehmen. Wer sich im Punkt Ernährung auf die Staatsgewalt oder gar eine Supermarktkette verlässt, legt sein Schicksal in die falschen Hände. Ist es zu viel verlangt, bei der eigenen Ernährung ein wenig mehr Acht auf die Qualität zu geben?

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Bakterien machen schlau und gesund

Schon länger ist bekannt, dass Bakterien das Immunsystem stärken können. Forscher der Loyola University in Chicago haben nun herausgefunden, wie genau dies funktioniert: Moleküle auf der Oberfläche der Sporen binden sich an Moleküle auf der Oberfläche der B-Zellen, wodurch diese anfangen, sich zu teilen und zu vermehren. Die B-Zellen, auch genannt B-Lymphozyten, sind ein wichtiger Teil des menschlichen Immunsystems: sie stellen Antikörper her, die schädliche Viren und Bakterien bekämpfen.

Weniger verbreitet und erforscht ist hingegen, dass Bakterien offenbar auch die Gehirnfunktion positiv beeinflussen können. In Versuchen mit Mäusen fand Dorothy Matthews vom Sage College in Troy heraus, dass diese ein Labyrinth doppelt so schnell zu durchqueren in der Lage sind, wenn ihr Futter mit dem Bakterium Mycobacterium vaccae versetzt wird. Dies legt eine Verbesserung der Lernfähigkeit nahe. Da das genannte, recht verbreitete und harmlose  Erdbakterium auch weiteren Einfluss auf das Verhalten der Mäuse hatte –die Tiere zeigten sich nach der Einnahme weniger ängstlich– ist ein Zusammenhang zu erkennen, wobei auch hier die Ursache wohl in der Aktivierung des Immunsystems liegt. Dies scheint eines der ersten Ergebnisse dieser Art zu sein.

Worauf lässt das schließen? Bakterien –das wissen zumindest noch unsere Großeltern– sind nichts, wovor man per se Angst haben muss. Gleich von einem Intelligenzschub durch Bakterienverzehr zu sprechen, mag zu weit gehen. Gewiss ist es jedoch durchaus lohnenswert, besonders als Kind lieber einmal häufiger nach draußen oder in den Garten zu gehen um mit der “schmutzigen” Erde zu spielen, statt im mit aggressiven Chemikalien geputzten Kinderzimmer zu sitzen. Und auch ein unbesorgter Sprung in den Baggersee scheint vor diesem Hintergrund sinnvoll.

Was meinen Sie? Ist das Leben in unserer westliche Gesellschaft zu steril geworden? Wird unseren Kindern zu viel Angst vor Bakterien gemacht?

Quellen: