Was sind Mikronährstoffe?

Was sind Mikronährstoffe?Als das Gegenstück zu den Makronährstoffen (Eiweiß, Fett, Kohlenhydrate) sind Mikronährstoffe solche Substanzen, die dem Körper keine Energie liefern, jedoch lebenswichtige Bausteine und Bestandteile vieler Körperfunktionen sind. Was genau sind das für Stoffe, was können sie und woher bekommen wir sie? Und was passiert bei einem Mikronährstoffmangel?

Was sind Mikronährstoffe?

Zu den Mikronährstoffen gehören Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente und sekundäre Pflanzenstoffe. Diese Begriffe sind verbreitet und sie finden sich teilweise auch direkt auf den Verpackungen von Lebensmitteln. Andere, wie die sekundären Pflanzenstoffe, finden erst bei eingehender Diskussion zum Beispiel der Antioxidantien Erwähnung.

Dass Vitamine sehr wichtig sind weiß der Volksmund wohl in erster Linie aus der Werbung. Überall wird mit dem Vitamingehalt geworben, mal mehr und mal weniger differenziert. Fest steht auch, dass wir die Vitamine sehr genau unterscheiden können und dass es nicht ausreicht, einfach nur viele Vitamine zu sich zu nehmen, sondern auch die Richtigen. Genauso sieht das bei den Mineralstoffen aus: Eine Differenzierung ist unbedingt notwendig.

Vitamine: Von den 13 derzeit als essentiell geltenden Vitaminen kann der menschliche Organismus nur zwei auf Umwegen synthetisieren: Vitamin B3 und Vitamin D (das eigentlich ein Hormon ist). Weiter unterteilt werden hier die fettlöslichen Vitamine (A, D, E, K) und die wasserlöslichen Vitamine. Es sind recht komplexe organische Verbindungen, die nur von lebenden Organismen (Pflanzen, Bakterien, Tiere) gebildet werden.

Mineralstoffe: Eisen, Kupfer, Zink sind drei Beispiele für Mineralstoffen. Diese funktionieren im Körper als Bau- und Regelstoffe, einige Quellen geben 16 Elemente als lebensnotwendig für den Menschen an.

Spurenelemente: Der Begriff Spurenelement beschreibt eine Konzentration und keine Zusammensetzung. Spurenelemente sind lediglich bestimmte Mineralstoffe.

Sekundäre Pflanzenstoffe: Carotinoide, Flavonoide und Resveratol sind bekannte Vertreter dieser Gruppe, sie wirken als Antioxidantien. Darüber, ob diese Stoffe für den Menschen essentiell sind, gibt es derzeit keine vollständigen Informationen. Betacarotin ist essentiell.

Was machen Mikronährstoffe?

Die Liste der Wirkungen verschiedener Mikronährstoffe ist erdrückend. Ein Auszug aus verschiedenen Quellen: “Beeinflussung der Sehkraft, Förderung der Calciumaufnahme, beeinflusst den Kohlenhydratstoffwechsel, wichtig für die Schilddrüsenfunktion, gegen Migräne, fördert die Merkfähigkeit und Konzentration, bildet und regeneriert rote Blutkörperchen, Schutz vor Infektionen, Aufrechterhaltung des osmotischen Drucks, Elektrolytbildung…”

Mit der vollständigen Liste ließen sich ganze Bücher füllen. Viele der Mikronährstoffe werden also nicht umsonst essentiell genannt. Man könnten den Eindruck gewinnen, dass der menschliche Körper praktisch nichts alleine kann. Die oft diskutierten Makronährstoffe Eiweiß, Fett und Kohlenyhdrate wirken im Vergleich wie schnöde Energielieferanten, auch wenn das allein natürlich Grund genug für ihren Verzehr ist. Und weder die essentiellen Eiweiße, noch die essentiellen Fettsäuren sollten vergessen werden.

Da die moderne Wissenschaft noch nicht alle Details des menschlichen Körpers und seiner Wechselwirkung mit Nährstoffen untersucht hat, ist davon auszugehen, dass diese Liste weiter wachsen wird und die Mikronährstoffe immer höheren Stellenwert bekommen.

Was passiert bei einem Mangel?

Der Körper kann nur wenige Mikronährstoffe in nennenswertem Maße speichern (darunter die fettlöslichen Vitamine A, D und E). Bekannte Depots sind zum Beispiel Bindegewebe, Haut, Knochen, Leber und Muskulatur. Wasserlösliche Vitamine werden kaum gespeichert und müssen regelmäßig zugeführt werden.

Eine der berühmteren Mangelerscheinungen bei unzureichender Mikronährstoffversorgung ist Skorbut, eine Krankheit die durch Vitmain C-Mangel ausgelöst wird. Ein Magnesiummangel kann hingegen zu Muskelkrämpfen oder Regelbeschwerden führen. Angesichts der Liste der Wirkweisen wird jedoch schnell klar, dass auch die Liste der Mangelerscheinungen überwältigend lang ist. Ein Mikronährstoffmangel kann tödlich enden.

Wo bekomme ich Mikronährstoffe?

Mikronährstoffe sind also sehr wichtig. Daher beruhigt es zu hören, dass sie in der Natur vielfältig vorkommen und praktisch überall zu bekommen sind. Es gibt jedoch einige wenige Hindernisse, die dem im Weg stehen:

Konventionelle Landwirtschaft: Pflanzen, die auf stark beanspruchten Böden wachsen und mit synthetischem Dünger gedüngt werden, enthalten messbar weniger Mikronährstoffe. Für Tierprodukte gilt analog: Nur Tiere, die artgerecht gehalten und ernährt werden führen auch zu Tierprodukten mit vollem Mikronährstoffgehalt.

Industrielle oder stark verarbeitete Nahrung im Allgemeinen: Einige Vitamine werden durch Hitze zerstört, andere verlieren bei längerer Lagerung ihren Wert. Mineralstoffe sind hitzestabil, können jedoch durch langes Garen in zu viel Wasser ausgelaugt werden. Da Lagerung, Transport, Hitze und verschiedenste Verarbeitungsprozesse wesentlicher Bestandteil von fertigen Nahrungsmitteln sind, gehen dabei viele Mikronährstoffe verloren.

Anti-Nährstoffe: Dabei handelt es sich um Substanzen, die andere Nährstoffe unbrauchbar machen. Phytinsäure gehört dazu. Anti-Nährstoffe finden sich in großem Maße in Getreide und Hülsenfrüchten.

Kann man zu viele Mikronährstoffe essen?

Es besteht die Möglichkeit einer Überversorgung speziell mit den vom Körper speicherbaren Mikronährstoffen. Diese wird in der Regel jedoch nur durch hochdosierte Vitamingaben erreicht. Bei ausgewogener Ernährung und normaler Körperfunktion besteht kein Risiko einer Überdosierung.

Fazit

Mal wieder zeigt sich, dass in Lebensmitteln weitaus mehr steckt als man ihnen ansehen mag. Es handelt sich also nicht nur um Treibstoff für den Körper, sondern auch um Bausteine, Wartungsmaterial, Ersatzteile und Werkzeug für praktisch jede Körperfunktion.

Um sich ausreichend mit Mikronährstoffen zu versorgen genügt es, sich von frischem und hochwertigem Gemüse, Obst, Fisch und Fleisch zu ernähren. Sinnvoll ist eine möglichst bunte und abwechslungsreiche Zusammenstellung des Speiseplans. Dabei sind Produkte aus ökologischer Landwirtschaft der Standard-Supermarktware klar überlegen. Die schonende Zubereitung (wenig Wasser, geringe Hitze) ist ratsam und größere Mengen Anti-Nährstoffe, zum Beispiel in Getreide, sollten gemieden oder unschädlich gemacht werden.

Kommende Artikel werden sich mit den konkreten Auswirkungen einzelner Vitamine und Mineralstoffe befassen.

Quellen und weiterführende Informationen:

Wikipedia: Micronutrient

Wikipedia: Vitamin

Wikipedia: Dietary mineral

Urgeschmack: Was sind Antioxidantien?

Urgeschmack: Ist ‘Bio’ Besser?

Urgeschmack-TV Ep. 99: Magnesium in der Ernährung

Foto von mhaller1979

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28 Kommentare zu “Was sind Mikronährstoffe?

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  6. Niels

    Hi zusammen,
    schön zu sehen das das Thema zumindest polarisiert und zum nachdenken anregt. Was jeder macht und glaubt ist am Ende jedem selbst überlassen.
    Ich kann NUR empfehlen einfach mal zu messen, z.B. Vitamin D zum Beispiel kostet nicht viel, 20€ oder so und dann den Wert mit den Referenzwerten weltweit vergleichen – oder noch besser mit Leuten die Spitzenleistung bringen – ob man denen dann wieder glauben will ist auch jedem selbst überlassen.
    Es gibt 47 essentielle Substanzen – kein Mangel wird sich sofort mit dem Gefühl „so oder so“ auswirken, das behauptet auch keiner. Das sind die vielen kleinen Dinge die man nirgends einordnen kann. Meist sind es die langzeitfolgen die zu unseren Zivilisationskrankheiten beitragen. Vitamin D Mangel fördert u.a. Osteoporose etc. pp. Natürlich kann man immer jede und noch so viele Studien in Zweifel ziehen und natürlich sollte man auch immer schauen woher die Studie kommt – und vor allem ob gemessen wurde – im Blut – und nicht einfach nur etwas verabreicht wurde. Fast jede Vitaminstudie die zur Aussage kommt Vitamine bringen nix basiert auf zu geringer Dosierung ohne nachzumessen.
    Jeder muss selber wissen wie er seine Gesundheut in die Hand nimmt – für mich ist es klar die hoffentlich beste Ernährung für meinen Körper zu finden und selbst das ist schon extrem schwer und zusätzlich zu Ergänzen wo Mängel bestehen. Vitamin D und Omega 3 sind da für mich essentiell. Aber auch Magnesium und Zink, B-Vitaminkomplex etc. pp.

  7. ronald

    Ich muss niels zustimmen, das thema mikronährstoffmangel wird in den medien von fachmännern selbst aus der paleo szene immer heruntergespielt, mit der standartphrase ” mit einer ausgewogenen ernährung ist das außgeschlossen hier bei uns in Deutschland” aber das stimmt einfach nicht nicht mal mi paleo erreichte ich die rda mengen, ich muss wirklich liste führen und sämtlich lebensmittel auf mikronährstoffe prüfen um sicher zu gehen das ich außreichend versorgt bin. Wenn man nur unkontrolliert und nacht lust seine paleo mahlzeiten zusammenstellt funktioniert das niemals. Auch wird in der paleo ernährung unterschat das die mikronährstoffe aus getreideprodukten quasi wegfallen, das kann auch die gelegentliche handvoll nüsse als snack nicht außgleichen.
    Magnesium ist das mineral wo vermutlich 90% einen mangel(proportional zum kaffe bedarf) haben weil selbstspinat nicht wirklich voll davon ist denn mann müste täglich ein halbes kilo von dem zeug essen , dann ist aber auch nicht mehr viel platz für anderes da, die menschen haben ihr magnesium früher durch schwimmen im meer bekommen, das fällt für die meisten im inland quasi völlig weg.

    1. Felix

      Hi ronald,
      weißt du, wie absurd das klingt, wenn du behauptest, die Fachmänner hätten keine Ahnung und dich noch im gleichen Satz auf die RDA beziehst? Wer definiert denn wohl die RDA?

      “Auch wird in der paleo ernährung unterschat das die mikronährstoffe aus getreideprodukten quasi wegfallen,”

      Die vielen Mikronährstoffe aus Getreide? Ernsthaft? Was da drin steckt ist ein Witz gemessen an der Energiedichte im Vergleich zu beispielsweise Gemüse.

      1. ronald

        weißt du, wie absurd das klingt, wenn du behauptest, die Fachmänner “hätten keine Ahnung und dich noch im gleichen Satz auf die RDA beziehst? Wer definiert denn wohl die RDA?”

        ich bin da etwas zwiegespalten
        natürlich denke ich nicht das die rda leute die selben sind wie die fernsehexpeten(wobei ich nicht außschließen kann das lobbyisten auch ihre finger im spiel haben), denn wie gesagt ist tendenziell eher dvon auszugehen das die empfehlungen eher unter als übertrieben sind, aber wenn selbst diese werte mit der scheinbar überlegenden paleo ernährung nicht erreich werden kommt man ins zweifeln.

        In getreide und z.b HÜLSENFRÜCHTEN kommen nährstoffe in konzentrationen vor die in gemüse nur in homeopatischen mengen auftreten. Jeder deutsche der paleo macht denkt er kann die situation in den usa 1 zu 1 auf deutschland übertragen und das ist der fehler, die meiste websites und blogs wie z.b.marksdailyapple sind sehr stark auf die situation in den usa fokusiert.Paleo mag der sad überlegen sein. Aber ich lehne mich wohl nicht zu weit aus dem fenster wenn ich behaupte das die traditionelle deutsche ernährung mit sauerteigbrot bohnensuppe sauerkraut grünkohl etc.(und ohne pasta, müsli toastbrot etc.) dem paleo konzept in nichts nachsteht. es kann ja auch sein das die oben genannte experten die traditionelle deutsche ernährung heranzien wenn sie behaupten das man sich keine sorgn machen muss die rda zu erreichen wenn man sich ausgewogen ernährt. Dann wäre die traditionelle ernährung paleo sogar überlegen in meinem fall zumindest.

        1. Felix

          Ich wäre der letzte, der dich davon abhalten würde, das zu essen, was du für richtig hältst. Und wenn das monatlich Supplemente im Wert von 100EUR sein sollten – solange du damit glücklich wirst, sei es so.

          “In getreide und z.b HÜLSENFRÜCHTEN kommen nährstoffe in konzentrationen vor die in gemüse nur in homeopatischen mengen auftreten.”

          Dafür hätte ich aber gerne mal ein konkretes Beispiel. Welche Hülsenfrucht, welcher Nährstoff.

    2. ronald

      früher war es z.b. standart das man morgens lebertran einnimmt heute wird das ersatzlos weggelassen denn niemand isst 7 mal die woche fettigen fisch? das gilt auch für paleos denn, selbst “grassfed beef” hat einen absolut grottigen omega 3 zu 6 quotienten. Es wird immer behauptet die deutschen werden immer größer langlebiger und die ernährungssituation ist so gut wie nie , da kann irgendwas doch niht stimmen wenn man heute mit der situation vor 70-100 jahren vergleicht.

      1. Hanjo

        Früher waren viele Sachen Standard, die sich im Nachhinein als Blödsinn heraus gestellt haben!!!
        Das ist ja wohl kein Argument… Ich sag nur: Fluorid-Tabletten an Kleinkinder…

        1. ronald

          deine polemik ist hier völlig unangebracht, fermentierter lebertran z.b. enthält omega-3 fettsäuren und alle fettlöslichen vitamine in hoher konzentration und im näturlichem verhältniss zu einander, wenn das deiner meinung nach blödsinn ist würde ich an deiner stelle atkins machen und nicht paleo.

          1. Hanjo

            Das habe ich mit keiner Silbe bestritten, dass der das alles enthält… Nur einen “früheren Standard” zu zitieren und deswegen als notwendig zu erachten halte ich trotzdem für kein Argument!!! Standards ändern sich eben.
            Für die empfundene Polemik entschuldige ich mich- so sollte das nicht rüber kommen.

            Übrigens: Ich “mache” kein Paleo.. Ich ernähre mich weitestgehend natürlich, mehr nicht. :)

    3. emvau

      Wie wirkt sich das denn aus? Ich leide manchmal bei tagesfüllenden MTB-Touren bei großer Hitze unter Krämpfen, ganz selten auch mal so, wenn ich einen Muskel einseitig belastet habe. Damit kann ich eigentlich leben und fühle mich sonst wohl.

      1. emvau

        Sorry, das sollte eigentlich eine Antwort auf Ronalds Statement zum Magnesiummangel sein.

        BTW: Felix, danke für diesen zusammenfassenden und informativen Artikel. Sehr nützlich!

    4. Marko.H

      Das mit dem Getreide kann wirklich nicht dein Ernst sein. Die paar Nährstoffe die dar drin sind, sind doch nichts zu dem Schaden den Getreide anrichtet. Dadurch das es den Darm schädigt können wir doch noch weniger Nährstoffe aufnehmen!

      Ansonsten versuche ich auch alles so gut wie es geht über die Nahrung aufzunehmen.
      Ich war da ne Zeit lang etwas hin und her gerissen. Früher habe ich Nahrungsergäzung strickt abgelehnt. Nach der Umstellung auf Paleo habe ich dann durch viele verschiedene Bericht damit angefangen Vitamin D3 und Omega 3 zu mir zu nehmen.
      Da man zum Thema Omega3 auch viele negative Dinge lesen kann, und es isoliert wohl doch nicht so gesund ist (die eigentliche Wirkung wird wohl nur im Zusammenspiel mit anderen Stoffen die in Fisch enthalten sind, entfaltet) habe ich damit wieder aufgehört und nehme nur noch Vitamin D3.
      Hier bin ich mittlerweile aber auch unsicher, denn wie Felix schon sagte,gibt es gegenden wo sich Menschen auch ohne genügend UV-B Strahlung entwickelt haben. Was ist mit Alaska oder den Skandinavischen Ländern, oder halt auch bei uns wo es im Herbst/Winter nicht genügend UV-B gibt?
      Ich bin da im Moment noch am Überlegenen und mir sehr unsicher was Vitamin D angeht. Geschadet hat es mir bisher nicht, den Firmen die daran verdienen allerdings auch nicht ;-)

      1. ronald

        Ich denke wenn es um gesunde ernährung geht sollte man sich von der hysterie um getreide, hülsenfrüchte etc und gewissen dogmen loslösen ich hab ja eig auch nicht von getreide im allgemeinen gesprochen sonden beziehe meine außsage auf traditionell hergestelltes sauerteigbrot aus alten getreidesorten mit “soaking” “sprouting” fermentieren. So unverarbeitet wie “wir” heute hätten unsere vorfahren Getreide nie gegessen. Diese sind hervoragende quellen für eisen, zink, magnesium, selen um nur einige zu nennen.

  8. Tashina

    meine Erfahrung (an meinem eigen Körper) ist, dass er vor der Umstellung auf Paleo nach Vitaminen und Spurenelementen gelechzt hat. Habe da ein sehr gutes Präparat, dass aus natürlichen Zutaten hergestellt ist. Nach der Ernährungsumstellung ist dieses Verlangen fast nicht mehr da. Obwohl ich mich auch vorher mit viel Gemüse ernährt habe. Es scheint bei mir wohl so zu sein, dass durch das Weglassen des Getreides und der daraus folgenden besseren Darmgesundheit, ich nicht mehr so viele Mikronährstoffe benötige.

  9. Niels

    Hi Felix, dein Misstrauen in dem Bereich sei Dir unbenommen aber messen im Blut ist eindeutig. Über das was ausreicht kann man sicher streiten. Allerdings ist es leider gerade andersrum, es scheint gar kein Interesse daran zu geben die Wahrheit über Vitamine weitgehend zu publizieren denn mit den vielen Arzneien lässt sich wesentlich mehr Geld verdienen. Mangel ist überall dort wo man ihn durch messen klar nachweisen kann in Deinem Blut in meinem oder welchem auch immer. Gerade eine neue Hardvard Studie Doppelblind, Placebo kontrolliert an knapp 15.000 Ärzten über ca. 10 Jahre raus….Arktis Fischtran klappt sehr gut bei den Mengen, Sorgen muss man sich um die Armen machen seit der Westen die Fastfoodkultur dahin gebracht hat.
    Klar kann ich alles in Zweifel ziehen was das Rind auf der Wiese frisst fünf Minuten nachdem ich weg bin weiß ich auch nicht, genauer als messen geht es aus meiner Sicht nicht, zu unkontrolliertem Konsum würde ich auch nicht Raten wobei das Risiko da fast gegen Null tendiert, andersrum aber deutlich erhöht ist.
    Ich kann Deinen Ansatz gut nachvollziehen, bei mir hat einfach nur gute Nahrung bisher leider nicht ausgereicht.

    1. Felix

      Hi Niels,
      Misstrauen würde ich das nicht nennen. Aber für meinen Geschmack wird da zu viel mit Vokabeln wie “Wissen” und “Wahrheit” herumgeworfen. Klar kann ich messen. Aber woher kann man so eindeutig “wissen”, was nun genug ist, was Mangel ist und was “optimal”? Für jeden einzelnen Menschen? Das eindeutig zu definieren halte ich für sehr gewagt.
      Versteh’ mich nicht falsch, ich verfolge das alles durchaus sehr aufmerksam, gerade auch VitD – aber die kommerziellen Interessen gibt es eben nicht nur von Seiten der konventionellen Pharmaindustrie, sondern auch seitens der alternativen Heilmittelanbieter, Fischölhersteller und eben VitD-Produzenten.
      Warum sollten Zahlen auf Papier (verglichen mit irgendeinem Durchschnitt oder Richtwert anderer) so viel mehr Auassage treffen können als die praktische Erfahrung? Ein schwieriges Thema.

    2. Hanjo

      Also ich vermute, dass es sehr schwierig ist, aus einzelnen Messwerten Aussagen über irgendwelche Auswirkungen im Körper abzuleiten- da ja alles höchst komplex zusammenwirkt und dann auch noch ganz unterschiedlich genetisch festgelegte Toleranzen vorhanden sein dürften… Da geb ich nichs auf vordefinierte Grenzwerte! Die Menschheit hat bei gesunder Ernährung in unterschiedlichsten Lebensräumen überdauert- sicher auch mit gelegentlichem Mangel! Genau dafür ist unser Körper doch gemacht! Mit unterschiedlichster (natürlicher) Nahrung klarzukommen!
      Ich halte auch nichts von prophylaktischen Ergänzugseinnahmen…

  10. Niels

    hi Felix,
    Schöne Zusammenfassung und ich respektiere deine Einstellung. Ich halte es aber für nicht möglich sich unter den heutigen Bedingungen nur über die Nahrung ausreichend mit Mikronährstoffen zu versorgen. Deutschland ist Selen Mangelgebiet, nur mal ein Beispiel. Vitamin D hast Du bei uns vor allem vom Oktober bis April Null Chance Sonne ist viel zu schwach. Dabei muss man aber auch überlegen Was eine eine ausreichende Versorgung ist? Die extrem niedrigen Werte der DGE? Sicher nicht wenn man sich mal klar macht wie diese Werte definiert sind. Und zwar ist das der Durchschnittswert bei dem gerade im Durchschnitt keine Mangelerscheinung Auftritt, gerade kein Mangel bedeutet aber sicher nicht optimal versorgt – vor allem am Durchschnitt gerechnet und dazu sind die Werte noch uralt. Nach und nach wird ja auch der eine oder andere Wert mal nach oben korrigiert…..aber da will auch keiner Zugeben das die seit Jahren was falsches empfehlen. Außerdem würde dann schnell klar das der Mangel in Deutschland noch viel größer ist als sowieso schon. Es gibt Studien über Studien die die Wirksamkeit von Vitaminprodukten gegen fast alle Ernährungsbedingten Krankheiten belegen und bei denen hochdosiert wurde. Hochdosiertes Vitamin C ab 20Gram aufwärts wirkt gegen Krebs etc. Pp.
    Ein Vitaminmangel wirkt sich NIE sofort aus, das dauert 20-30 Jahres…..und ist an fast jeder Zivilisationskrankheit beteiligt. Gesunde frische Lebensmittel sind sicher der absolut richtige Schritt aber ich würde mich nicht drauf verlassen das es wirklich ausreicht. Leider ist das Messen aller essentiellen Werte sehr teuer aber seinen Vitamin D Spiegel mal im Januar checken kann schon ernüchternd sein!

    1. Felix

      Hallo Niels,
      ich denke, du machst den gleichen Fehler, den du selbst monierst: Du gehst von Durchschnitten aus. Deutschland ist “Selen Mangelgebiet”. Wo? Überall? Und “gerade kein Mangel” heißt wirklich immer “nicht optimal versorgt”? Ich denke, da sollte jeder für sich selbst das Optimum finden. Klar kannst du dir allerlei Zeug reinstopfen – es muss alles mit deinem Lebensstil zusammenpassen und mit deinem Vertrasuen in die Messmethoden und entsprechenden Studien. Leider werden viele Studien durch Vitaminpräparat-Hersteller finanziert, oft nur in vitro durchgeführt oder an Tieren getestet – da ist es schwierig, wirklich eindeutige Ergebnisse zu erhalten.
      Die Nummer mit dem Vitamin D… ja nun. Aber wie können dann die Leute in der Arktis seit so langer Zeit so gut überleben? Auch da sollte man die Kirche im Dorf lassen.

          1. emvau

            Wobei das mit dem VitaminD unter den Medizinern, die sich fortbilden, derzeit wirklich DAS Thema bei den Nahrungsergänzern darstellt. Ich bin schon am überlegen, auch wenn ich bislang eigentlich nie etwas genommen habe.

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