Was ist so schlimm an Getreide?

Was ist so schlimm an Getreide?Dieser Artikel ist auch als Podcast bzw. Netcast zum Anhören verfügbar: Urgeschmack-Podcast #8: Was ist so schlimm an Getreide?

Getreide ist überall. Längst geht die Verwendung weit über den Lebensmittelbereich hinaus, Mais-Bestandteile finden sich sogar in Batterien wieder. Auf der ganzen Welt wird Getreide gegessen und die Pflanze ist ein wichtiger Rohstofflieferant geworden. Was kann daran so schlimm sein? Ist Getreide ungesund?

Wachstum…

Der Aufstieg des Getreides, einer Pflanze aus der Familie der Süßgräser, begann vor rund 10.000 Jahren. Ein wichtiger Termin für die Menschheit, markierte dieser Zeitpunkt doch den Beginn der Landwirtschaft und somit auch den Aufbau der ersten Zivilisationen. Erst durch die Landwirtschaft konnten Menschen sich niederlassen, Siedlungen gründen und Gesellschaften aufbauen. Die langfristige Lagerfähigkeit des Getreides stabilisierte die Versorgung mit Lebensmitteln und in der Folge erreichte das Bevölkerungswachstum neue Höhen. Das klingt alles gar nicht schlecht, oder?

…auf Kosten der Gesundheit

Begleitet wurde diese Revolution allerdings von einer deutlichen Verschlechterung der Zahngesundheit und des Körperwachstums. Getreide war ein völlig neues Lebensmittel für den Menschen. Die Evolution hatte ihn darauf nicht vorbereitet, sein Verdauungssystem war entsprechend nicht optimal daran angepasst. Das kann ein Grund für die gesundheitlichen Probleme gewesen sein. Getreide enthält mit reichlich Gluten, Lektinen und Phytinsäure große Mengen Anti-Nährstoffe, die den Nutzen als Nahrungsmittel dämpfen. Die in Getreide gelobten Vitamine und Mineralstoffe kommen in fast allen anderen Lebensmitteln –Obst, Gemüse, Nüsse, Fleisch– in wesentlich größeren Mengen vor. Und die einige der enthaltenen Mineralstoffe sind durch die enthaltenen Phytate praktisch unzugänglich. Das erklärt auch viele der gesundheitlichen Probleme beim Verlass auf Getreide als einzigen Nährstofflieferanten.

Keine Besserung in Aussicht

Aber 10.000 Jahre sind eine lange Zeit, bestimmt hat der Mensch sich weiterentwickelt? Nein. So gut wie gar nicht. An seinem Verdauungssystem hat sich praktisch nichts verändert. Wir können davon ausgehen, dass eine leichte Selektion zugunsten getreide-toleranter Bevölkerungen stattgefunden hat. Doch spätestens durch die Entwicklung der Medizin (eine Errungenschaft der Zivilisation) können auch kranke und schwache Menschen ein langes Leben führen und sich fortpflanzen: der Selektionsdruck hat sich verringert. Mit anderen Worten: Die Anti-Nährstoffe im Getreide sind auch im Jahr 2012 noch potentiell schädlich für den Menschen.

Getreide macht fett

In unseren heutigen Zeiten des Überflusses spielt ein weiterer Aspekt des Getreides eine wichtige Rolle: Der hohe Kohlenhydratgehalt. Rund 80% des Getreides besteht aus Stärke und da Getreide praktisch allgegenwärtig ist, sei es Mais, Reis oder Weizen, konsumieren die viele Menschen sehr große Mengen davon. Wer sich durch modernere wissenschaftliche Literatur arbeitet, der weiß: Zu viele Kohlenhydrate machen dick. Nicht umsonst verwendet die Mastindustrie Getreide, um Rinder schnell zur Schlachtreife zu bringen. Und genau dieses Problem sehen wir auch bei Menschen in westlichen Nationen um sich greifen. Getreide ist billig und steckt in einem Großteil aller Fertiggerichte, die immer größeren Absatz finden. Sicher gibt es noch andere Faktoren, doch wer dem Getreide als Nahrungsmittel aus dem Weg geht, kann viele gesundheitliche Probleme und Beschwerden (und seien es nur Zipperlein) vermeiden.

Getreide ist nicht gleich Getreide

Natürlich ist jedes Getreide anders. Alte Sorten wie Einkorn und Emmer haben zum Beispiel  in Bezug auf den Glutengehalt ein geringeres Schadpotential als moderner Weizen. Bei einigen Naturvölkern wird Getreide traditionell vor dem Verzehr eingeweicht und fermentiert um die Verträglichkeit zu erhöhen. Tatsächlich können dadurch Lektine und Phytinsäure weitgehend unschädlich gemacht werden. Doch es bleibt dabei: Getreide bietet neben vielen Kohlenhydrate in Form von Stärke nur wenige Mineralstoffe und Vitamine. Wenn es, wie oft üblich, frisches Gemüse und andere nährstoffhaltige Produkte vom Speiseplan verdrängt, droht ein Nährstoffmangel und Erkrankungen.

Fazit: Ist Getreide ungesund?

Ein besseres Marketing als “Unser täglich Brot…” kann sich das Getreide kaum wünschen. Es ist eine sehr erfolgreiche Pflanze, die den Menschen benutzt hat, die Weltherrschaft zu erlangen. Wie es dazu kommen konnte, dass der Mensch als erfolgreicher Jäger und Sammler die mühselige Arbeit der Landwirtschaft aufnahm um ein minderwertiges Lebensmittel zu erhalten, ist bis heute eine spannende Frage.

Fest steht, dass Getreide alles andere als unproblematisch ist. Es hat das Potential, die Gesundheit des Menschen schwer zu beschädigen. Und doch, Gluten hat einige bemerkenswerte Eigenschaften wenn es um die Verwendung als Backzutat geht. Traditionelle Methoden haben beachtliche kulinarische Werke aus dem einfachen Korn geschaffen.

Wirklich wichtig ist, sich der potentiellen Gefahren bewusst zu sein, seinen Speiseplan entsprechend abwechslungsreich und vielseitig zu gestalten und die Lebensmittel sorgfältig vor- und zuzubereiten.

Quellen und weiterführende Informationen:

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48 Kommentare zu “Was ist so schlimm an Getreide?

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  1. Sebastian

    ” Die in Getreide gelobten Vitamine und Mineralstoffe kommen in fast allen anderen Lebensmitteln –Obst, Gemüse, Nüsse, Fleisch– in wesentlich größeren Mengen vor.”
    z.B. Putenbrust: Magnesium 20 mg, Phosphor: 200 mg, Zink 1,8 mg, Eisen 1 mg
    Haferflocken: Magnesium: 147 mg, Phosphor: 436 mg, Zink 3,9 mg, Eisen 5,9 mg
    Es ist also gerade umgekehrt.

    1. Felix

      Wenn dir der Vergleich eines einzigen Lebensmittels ausreicht, dann kannst du dich davon natürlich gerne überzeugen lassen. Allerdings empfehle ich dir dann, Haferflocken nicht mit Paranüssen zu vergleichen, sonst könnte dein Weltbild erschüttert werden. Denn Paranüsse haben 376mg Magnesium und 725mg Phosphor. Aber wer würde schon so wenige Vergleiche anstellen…

      1. Sebastian

        Nun, ich wollte gerade auf Fleisch eingehen, da Sie dieses ebenfalls als Lebensmittel aufgelistet haben, welches wesentlich größere Mengen an Mineralstoffe und Vitaminen liefert. Warum sollte jetzt mein Weltbild erschüttert sein? Ich habe nicht behauptet, dass Haferflocken die mit Abstand höchsten Mineralstoff- und Vitamingehalt von allen Lebensmitteln haben. Doch die Werte können sich definitiv sehen lassen.

        1. Felix

          Und wozu dann die Behauptung “Es ist also gerade umgekehrt.”, wenn Sie sich doch selbst darüber im Klaren sind, dass dies nur in wenigen Ausnahmefällen und bei wenigen Nährstoffen zutrifft?

          1. Sebastian

            Ja, den Satz hab ich wohl falsch formuliert. Das liegt wohl daran, dass ich keine Stunden überlege, ob die Sätze nun auch alle richtig formuliert sind und sie nicht von 10 Leuten zur korrektur lesen lasse. Entschuldigung. Aber mit “wenigen Ausnahmefällen” übertreiben Sie etwas. Beispielsweise hat Hafer mehr Nährwerte als Hasel- und Walnüsse, als auch Mandeln. Und ich denke es ließen sich noch weitaus mehr Lebensmittel finden.

          2. Felix

            Beispielsweise hat Hafer mehr Nährwerte als Hasel- und Walnüsse, als auch Mandeln.

            Ich vergleiche mal die Nährwerte pro 100g:
                      Hafer  Mandeln
            Calcium     54mg 266mg
            Magnesium  177mg 286mg
            Kalium     429mg 746mg
            Kupfer     0.6mg 1.2mg

            These widerlegt.

            Natürlich kann ich mir einzelne Nährstoffe heraussuchen, wo das eine oder andere Getreide dem einen oder anderen Gemüse um ein paar Milligramm überlegen ist. Aber in der Summe, als ganzes betrachtet stimtm der Trend so, wie im Artikel dargestellt.

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  3. Lisa

    Getreide und leistungssport und kohlenhydrate.. Wenn ich bei 5-6h training kein gedreide,(hirse reis und co) wuerde ich doch nie auf den gesamtumsatz kommen und schwer im anaroben bereich leistung ereichen ohne muskelabbau, oder bin ich da falsch? Nur mit gemuese, muesste ich ja berge essen und eweisse(fleisch milch) verkleben die blutkoerperchen – siehe dunkelfeldmikroskop. Selbst wenn man tiere anschaut, die schnellsten und kraeftigsten ausdauersten sind alle veganer.
    Oder welche tipp , haben sie hierzu? Danke

    1. Felix

      Wenn ich bei 5-6h training kein gedreide,(hirse reis und co) wuerde ich doch nie auf den gesamtumsatz kommen

      Wieso nicht? Wenn es nur um Kalorien geht, ist Fett (Öl) ohnehin effizienter und wenn es doch unbedingt mal ein paar Kohlenhydrate mehr sein sollen, sind Kartoffeln eine gute Wahl.

      und schwer im anaroben bereich leistung ereichen ohne muskelabbau, oder bin ich da falsch?

      Ja, da liegen Sie falsch.

      eweisse(fleisch milch) verkleben die blutkoerperchen

      Das ist unfug.

      Selbst wenn man tiere anschaut, die schnellsten und kraeftigsten ausdauersten sind alle veganer.

      Das schnellste Landlebewesen ist der Gepard. Er frisst fleisch, wie auch seine anderen sehr schnellen und kräftigen Karten-Verwandten. Auch Delfine essen Fleisch. Adler und Bussarde auch. Und Wale auch.

      Mein Tipp? Einfach echte Lebensmittel essen und Getreide sowie Milchprodukte ausklammern.

        1. Felix

          Da haben Sie Recht. Es ist kein Unfug. Es entspricht nur einfach nicht der Wahrheit. Warum? Weil der Mensch zu einem großen Teil selbst aus Eiweißen besteht und es wäre Fatal, wenn Eiweiße seine Blutkörperchen verkleben würden. Es gibt vereinzelte Eiweiße, sog. Lektine, die dies vermögen. Diese stecken allerdings nicht in Fleisch und Milch, sondern in Getreide und Hülsenfrüchten.

          Der Duden definiert Unfug auch als “unsinniges, dummes Zeug; Unsinn”. Ok, es ist doch Unfug.

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  5. Gunnar

    “Begleitet wurde diese Revolution allerdings von einer deutlichen Verschlechterung der Zahngesundheit und des Körperwachstums”

    Hallo Felix, meine Gedanken zu der Einleitung:

    Die Feststellung ist sicherlich richtig, man kann das aber auch vollkommen anders interpretieren.
    Die Verschlechterung der Zähne kann auch einfach durch Überreste der Mahlsteine in der Nahrung kommen. Auf Steinen kaut sich nun mal sehr schlecht, auch wenn es kleine sind.

    Das kleiner Körperwachstum kann auch eine Anpassung an die veränderten Lebensumstände sein. Ackerbau ist lang nicht so anstrengend wie Jagen, groß gewachsene Menschen tun sich schwerer Dingen vom Boden auf zu heben.

    Auch kann ich nicht ganz nach vollziehen warum sich in fast 500 Generationen keine Anpassaung statt gefunden haben soll. Aber das klingt ja zumindest als Möglichkeit im Artikel an. Gerade durch den sprunghaften Anstieg der Bevölkerung ist auch die genetische Vielfalt stark angestiegen. Also sollten auch genügend dabei sein die Getreide vertragen.

    Wo wir absolut einer Meinung sind, ist das man die Finger von Industriefutter lassen sollte. Egal ob in Form von Fertigprodukten aus dem Supermarkt oder FastFood Restaurants. Auch wenn ich nicht alles teile was hier geschrieben wird, mach weiter. Die Seite ist es wert gelesen zu werden.

    1. Simon

      Hallo, dass ist das Problem der Menscheit “Früher haben die Grosseltern auch das und das gegessen” Die Wirklichkeit in Zahlen. Das erste Anerkannte menschliche Wesen ist Lucy ca 4,2 Millionen Jahre alt. Ackerbau wird erst seit etwa 0,01Millionen Jahre betrieben, bis dahin waren wir Pflanzen und Fleisch-esser also 4,19Millionen Jahre lang. Eine menschliche Mutation/Anpassung dauert ca 0,5 Millionen Jahre oder 10000 Generationen und jetzt rätseln alle warum wir alle an Krebs, Bluthochdruck und Fettleibigkeit sterben… Hallo… die Industrie verdient sich dumm und dämlich an uns indem Sie uns Nahrungsmittel mit billigem und schnell wachsenden Mais,Weizen, Reis,… als Gesund unterjubelt…Ach so… die Pharmaindustrie ist natürlich auch so traurig das wir alle krank sind…und natürlich das ganze Gesundheitssystem… haha… die leben alle von unseren falschen Essgewohnheiten und der daraus folglichen Krankheiten… mit ketarischen Grüssen

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  7. christin

    Hallo Felix!
    ich habe das Problem, dass ich einfach zu wenig wiege. Ich esse seit ein paar Wochen nix mehr mit Getreide, da ich es nicht mehr vertrage..gut die Umstellung war nicht leicht, aber nötig. Zucker vermeide ich ebenfalls. Neben viel Gemüse und Obst esse ich viele Nüsse, Eier ,so wie Milch, bzw. Milchprodukte, aber irgendwie nehme ich dennoch nicht zu, so dass ich mich wieder wohlfühlen kann- 4kg mehr wären schon toll, dauerhaft.
    hast du irgendwelche Tips, was ich dafür essen könnte (außer Fleisch)

    1. Felix

      Hi Christin,
      man kann nicht einfach “zu wenig wiegen”:
      - Angegebene Optimalwerte sind immer nur Durchschnittswerte. Individuen sind verschieden.
      - Relevant ist, woraus dein Körper zusammengesetzt ist.

      Möchtest du einfach fetter werden? Dann iss viel Zucker mit Fett. Das halte ich für eine denkbar schlechte “Lösung”.
      Möchtest du mehr Muskelmasse haben? Ist oft nützlich. Dann musst du deine Muskeln trainieren und ihnen ausreichend Bau- und Treibstoff geben (Protein, Fett, ein paar Kohlenhydrate).

      Inwiefern fühlst du dich nicht wohl? Das Körpergewicht allein hat in der Regel keinen direkten Einfluss auf das Wohlbefinden. Es sei denn, man lässt sich von Zahlen und Durchschnittswerten verrückt machen und redet sich ein, man wiege zu viel oder zu wenig.

      1. christin

        nun- ich wiege nur noch 52kg und ich habe (schon immer) einen sehr niedrigen Blutdruck, wiege ich weniger als 56kg, so wird mir oft schwindelig und schwarz vor den Augen kreislaufmäßig halt- auch finde ich, dass ich etwas “eingefallen” im Gesicht aussehe- und meine Hosen rutschen. ich würde gern wieder 55-56kg wiegen, so wie seit ich erwachsen bin, also die letzte 20 Jahre, (mit Ausnahme der Schwangerschaften) auch.
        Ich bin beruflich viel in Bewegung in der freien Natur, daneben mache ich seite 1 Jahr gegen meine Rückschmerzen 4-5mal pro Woche gezieltes Muskelaufbautraining.

        1. Felix

          OK. Wernn du Muskelaufbautraining machst und gegen ein paar Pfund mehr nichts einzuwenden hast: Zum Masseaufbau nehmen viele Bodybuilder und Sportler Milchprodukte bzw Molkeeiweiß. Dazu gibt es verschiedenste Konzepte. Eines heißt z.B. “GOMAD” (Gallon Of Milk A Day). So weit muss man es nicht treiben, es zeigt die Richtung.
          Ich denke, das wäre ein gangbarer Weg. Ansonsten: Iss mehr Fett und Eiweiß, dann sollte es eigentlich “gesund” klappen.

          1. christin

            danke dir!
            kann ich “zu viel” Fett bzw. Eiweiß zu mir nehmen?
            also, dass es gesundheitlich wieder schädlich wird, für die Nieren oder so?
            oder kann das bei meinem Plan mein Wohlfühlgewicht zu erreichenn und zu halten nicht passieren? (ich bin dann nicht fett ,sondern hätte dann einen BMI von 19)

            ansonsten muß ich saqen,dass ich deine Seite echt spitze finde, ich habe da schon ettliche Anregngen mitgenommen, weil man ja erstmal etwas blöd da steht, wenn ,am plötzlich kein Getreide mehr essen soll/will…..

          2. Felix

            Es gibt keine Hinweise darauf, dass bei einem gesunden Menschen Eiweißmengen bis 3g pro kg Körpergewicht pro Tag schädlich seien. Auch. Darüber hinaus nicht. Beim Fett (und auch beim Eiweißreiche) kommt es auf die Qualität an.

  8. Claudia M

    Also vielen Dank mal für die Seite!

    Milchprodukte enthalten ja nicht nur Lactose als Problemstoff, sondern auch Milcheiweisse, wobei das Kasein der Stoff ist, den viele nicht vertragen, ohne es zu wissen! Stichwort Maskierte Allergie. Dann sind da noch die netten Wachstumshormone – potentiell krebsauslösend. Deshalb reicht lactosefrei nicht aus. Milchprodukte sind artfremde Ernährung, genauso wie Getreide.
    Selbst wenn es Menschen gibt die an das Getreide angepasst sind, dass wir in unseren Breiten hauptsählich verzehren, so doch mit Sicherheit nicht in den wahnsinnigen Mengen von morgens bis abends auf dem Speiseplan und dann noch mit der irrwitzigen Glutenlast der neuen Züchtungen! Und wenn man dann weiss, dass sogar Experten für Nahrungsmittelunverträglichkeiten wie z.B. Dr. Ledochowski und Bolland dass 80% der Bevölkerung ein Problem mit Gluten haben. Zöliakie aber weitaus mehr sind glutensensibel und die GS ist erst seit letztem Jahr überhaupt mal offiziell anerkannt!

    Alles Gute.

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  11. Patrick Schwandt

    Hallo Felix,

    muss nochmals nachfragen: Bin eigentlich durch Dr. Terry Wahl auf die Paleo Diät aufmerksam geworden. Ich leide unter MS genau wie Sie…doch sie hat ihre MS durch ihre Ernährungsumstellung bewältigt (eine Art der Paleo). Ich will auf keinen Fall abnehmen (69kg bei 188cm!), daher – kann ich diesem Fall auf glutenfreie Produkte zurückgreifen? Ich möchte ja lediglich die Entzündungen vermindern und nicht auf die Kohlenhydrate in massivem Umfang verzichten. Nach Ansicht deines Videos, sollte dies doch in meinem Fall ausreichen, oder?
    Und was ist mit Laktose? Kann ich Milchprodukte ohne Laktose problemlos verzehren? Immer auf meine MS bezogen. Bin eigentlich auch Vegetarier, habe mich aber aufgrund Dr. Wahl wieder auf bestimmte Fleischprodukte umgestellt wg. der notwendigen Wirkstoffe.
    Kannst du mir bitte diesbzgl. weiterhelfen, denn ich nehme mehr und mehr ab…außerdem fehlt mir Brot (glutenfrei!) und Käse (laktosefrei!) ganz extrem ;)!

    Danke für eine möglichst rasche und informative Antwort!
    Schönes Wochenende und Gruß

    Patrick

      1. Laila

        Hallo Felix,
        ich lese Deinen Blog mit Begeisterung und ernähre mich auch hauptsächlich danach, obwohl ich Gluten und Milchprodukte vertrage. Milchprodukte mochte ich noch nie sonderlich und auf Getreide verzichte ich aus Deinen genannten Gründe.
        Ich hätte allerdings die gleiche/ähnliche Frage wie Patrick. Ich habe eine Freundin, der es rel. schlecht geht, sie hat die typ. Symptome wie Menschen mit laktose und Glutenunverträglichkeit, festgestellt wurde allerdings nichts. Ich wollte ihr jetzt vorschlagen trotzdem einfach auf diese Dinge zu verzichten. Jetzt fragte sie mich, ob den laktosefreie Milchprodukte gehen und Glutenfreie Produkte. Sie möchte auch auf keienn Fall abnehmen, eher zunehmen. Ich meine und rein was so mein Gefühl sagt, sind die ganzen laktosefreien Produkte doch auch nicht so gut, oder?

        1. Felix

          Hallo Laila,
          laktosefreie Milchprodukte… schwer zu sagen. Ich würde es erstmal ganz ohne versuchen. Vier Wochen, zum Ausprobieren. Und danach wieder langsam vielleicht laktosefreie Milchprodukte ausprobieren, wenn es denn unbedingt sein muss. Ich stehe den Dingern skeptisch gegenüber, denn um die Laktose da herauszubekommen muss das Material stärker behandelt werden und der Geschmack muss ja auch wieder modifiziert werden. Da wäre ich eher abgeneigt.
          Zunehmen kann deine Freundin ja auch mit anderen Sachen, Fett und Obst – da gibt es reichlich möglichkeiten.

      2. Marci MFM

        Hey Felix,

        ich habe ebenfalls MS und bin auf Dr.Terry Wahls mit ihrer unglaublichen Geschichte gestoßen.
        Allerdings stimmen einige Dinge nicht mit den Diäten von Dr.Swank und Dr.Evers überein.
        Genau wie Patrick S. wollte auch ich wissen,ob Gluten-und Laktosefrei eine Alternative zu gar kein Getreide + Milch ist?!
        Wie sieht es auch bei Sojamilch,Kokosmilch sowie Buchweizen,Amaranth,Mais,Reis,Quinoa und Hirse als Alternativen aus?(alles natürlich in Bezug auf die MS!)

        Danke dir
        P.S finde deine Seite 1a!

        1. Felix

          Hi Marci,

          > ob Gluten-und Laktosefrei eine Alternative zu gar kein Getreide + Milch ist?!

          Es ist ein Kompromiss, aber keine echte Alternative. Das muss man im Einzelfall ausprobieren, bei einer aktuten Erkrakung würde ich die Kompromisse aber nicht eingehen.

          > Wie sieht es auch bei Sojamilch,Kokosmilch sowie Buchweizen,Amaranth,Mais,Reis,Quinoa und Hirse als Alternativen aus?

          Halte ich für eine schlechte Wahl. Abesehen von einigen wenigen Antinährstoffen, sind diese Produkte alle sehr Energiehaltig und enthalten dafür verhältnismäßig wenig Mikronährstoffe – und gerade die propagiert Wahls. Einzig Kokosmilch “gehört” nicht in die Reihe und ist weniger bedenklich. Alles andere verdrängt einfach zu viele sinnvollere Lebensmittel (Gemüse) vom Speiseplan.

      3. Lies

        Da ich wegen MS vor 13 jahren mit rostkost (auf ärztlichen Rat) angefangen habe, würde mich deine antwort an Patrick natürlich auch sehr interessieren. Vielleicht hast du ja lust noch einmal zu antworten.
        Vielen Dank
        Lies

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  14. rrhase

    Vielleicht hat der Mensch seine Ernaehrung auf Getreide deshalb umgestellt, weil es sich besser lagern laesst. Klingt fuer mich plausibel. Einmal richtig trocken kann man es jahrelang aufbewahren.

    Die Menschen waren nicht mehr auf das angewiesen, was saisonal zur Verfuegung stand, oder was bei der Jagd erlegt wurde. Jede Sicherheit hat eben ihren Preis.

    Gruss RR

  15. Claudia Weishaar

    Hallo Felix,

    Ich habe mir dein Buch gekauft “Das Urgeschmack Kochbuch, Jeden Tag Gesund und lecker ” und habe zu dem Thema “Lektine”, noch ein paar Fragen.

    Und zwar, habe ich aus verschiedenen Quellen erfahren, das Lektine in Nachtschattengewächsen und vor allem in Tomaten und Auberginen enthalten ist. Und das dieser Stoff,nur in der Tomate, sich beim kochen verstärkt !
    Meine Fragen : In welchem Gemüse, ist dieser Stoff nicht vorhanden ? Und, ist er in der Tubinambur enthalten ? Was könnte ich Anstelle von Brot, zum Frühstück oder Abendbrot essen ? Ich kann nur wenig Früchte und Nüsse essen, da ich Alergiker bin !

    Um eine Antwort würde ich mich sehr freuen,
    ihre
    Claudia Weishaar

    1. Felix

      Hallo Claudia – wenn ich den aktuellen Forschungsstand richtig interpretiere, dann sind Lektine vornehmlich in Getreide, Hülsenfrüchten und Nachtschattengewächsen enthalten. Allerdings scheint es keine definitive Liste der Lebensmittel zu geben, in denen KEINE Lektine enthalten sind. Ein Beispiel sind grüne Bohnen: Das sind Hülsenfrüchte, die allerdings so wenige Lektine enthalten, dass nach dem Kochen keine große Gefahr mehr von ihnen ausgeht, ähnlich wie bei Kartoffeln.
      Es scheint allgemein anerkannt, dass bei einer wirklich akuten, starken Lektinunverträglichkeit die Meidung der drei o.g. Lebensmittelgruppen ausreicht.

      Topinambur enthalten meines wissens nach keine Lektine, spätestens nach dem Kochen sollten die also “sicher” sein.

      Anstelle von Brot oder Müsli zum Frühstück esse ich meist ein saftiges Rührei oder (im Sommer) Beeren. Abends auch Beeren oder eine kleine warme Mahlzeit (oft auch Reste). Auch praktisch ist eine Suppe, da kocht man sich einmal die Woche einen großen Topf voll und kann sie dann immer abends aufwärmen und essen.

  16. sandra

    Wahnsinnig interessant und tatsächlich nach Erprobung zumindest zum Teil für mich auch bewiesen: fühle mich “ohne” wesentlich besser und leichter, nehme langsam ab und hoffe einfach mit weniger Zucker gewissen Erkrankungen entgegen zu beugen- mit Ausnahmen versteht sich.
    Aber was ich noch nicht verstehe:
    Wenn ich um einiges weniger an KHs zu mir nehme, dafür aber um einiges mehr an EWs und auch mehr Fett- wo geht das hin, falls es keine Nachfrage gibt- ich meine, wenn meine Muskeln arbeiten, verwerten wir das Eiweiß dafür, die Muskulatur wird gestärkt, das Eiweiß ist verwertet.
    Arbeiten unsere Muskeln weniger, sei es durch weniger Sport, Krankheit oder Arbeit am PC…Wohin geht das Eiweiß dann?

    1. Marko.H

      Ein zuviel an Eiweiß ist für einen gesunden Menschen nicht schädlich und wird nachdem es von der Leber und Niere bewältigt wurde, einfach über den Urin ausgeschieden.

      1. SANDRA

        Hallo Marko,
        ja das ist mir bekannt- auch ausbildungstechnisch:)
        Aber ich meinte eher vorher- was macht das Eiweiß bevor es ausgeschieden wird im Körper. Kann es da nicht auf irgendwelche Stoffe einwirken?
        Leber und Niere haben ja nun mehr Arbeit. Was sie nicht schaffen, verbleibt im Körper..
        Ich habe einen Beitrag gefunden, der mich nachdenken lässt:
        http://www.naturheilpraxis-bebensee.de/eiweis.htm
        Kann mir jemand die Angst nehmen???
        Problem auch: wie wieg ich das ganze ab: wenn ich ein Brot mit Eiweis backe und es in 2 Tagen aufesse, weiterhin noch in anderen Gerichten Eiwies enthalten ist..wieviel hab ich dann?
        Verwirrte Sandra..

        1. Jens

          Hallo Sandra,

          hab den Link mal kurz überflogen. Insbesondere der Zusammenhang mit Eiweiß, Blutzuckeranstieg (!) und potentieller Diatetes Mellitus Gefahr ist absoluter Blödsinn. Zwar ist der Körper in der Lage aus Eiweiß gewisse Mengen Glukose zu bilden (Glukoneogenese). Dieser Prozess kostet ihn aber so viel Energie, dass der Körper den Weg nur einschlägt, um bei fehlender Zuckerzufuhr (low-Carb etc) den Blutzuckerspiel ausreichend hoch zu halten. Da der Körper Eiweiß nur sehr begrenzt in Glukose umwandeln kann, fangen viele Organe und Zellen an, Energie aus Ketonkörper (Ketose) zu beziehen. Das würden sie nicht tun, wenn die Blutbahn mit Glukose überschwemmt würde .. da kannste Eiweiß essen wie du willst.

          Insgesamt enthält der Link eher fragwürdige Statements die in meinen Augen nicht haltbar sind.

          Zu deiner Frage, wie du eine Kontrolle über deine Eiweißaufnahme hat .. klassische Methode, Waage + Taschenrechner oder bequemer Waage + Computerprogramm. Gibt’s online z.B. http://www.fddb.info
          Das macht das Nachhalten von Einweißmengen, KH-Mengen etc. recht komfortabel.

          Ich würde mir wegen der Eiweißmengen auch keine wirklichen Gedanken machen. Sicherlich, deine Ernährung sollte nicht zu 80% aus Eiweiß bestehen, aber dahin wirst du auch nur schwer kommen. Wenn du einen aktiven Lebensstil führst ist dein Eiweißbedarf eh leicht erhöht im vergleich zum inaktiven Menschen. Da gehen locker 1,5g pro kg Körpergeschwicht. Und das ist ne Menge.

          1. SANDRA

            hALLO Jens,
            klasse, vielen Dank.Mit Theorien ists ja so ne Sache. Wenn du aber jemanden hast, der gegenteilig argumentiert UND du dann auch noch Erfahrungen machst, die dies unterstützen, überzeugt das ja..
            Fühle mich wirklich mit weniger KHs deutlich anders, bin begeistert von dieser Ernährung.
            Man muss natürlich erst mal Zeit investieren- wie z.b. mit dem Abwiegen..Ist ja schon besser, wenn man wenigstens eine Vorstellung davon bekommt, wieviel von was…Dann werd ich mal schauen!
            Danke für die Zeilen!!!

  17. Gabriella

    Auch ich möchte mich für die gute, interessante Zusammenfassung bedanken.Ich bin immer sehr froh darüber.
    Lese gerade das Buch: Das omnivoren Dilemma.Herzlichen Dank für den grossartigen Tipp.
    Sehr spannendes, aufschlussreiches und gut verständliches Buch.

  18. Lars

    Danke für die gute deutsche Zusammenfassung. Ähnliches hatte ich schon recht entsetzt in Robb Wolf’s Paleo Solution gelesen.

    Was man bei dieser Gelegenheit auch erwähnen sollte sind die “Herstellungsmethoden” moderner Getreideprodukte. In die industriell gefertigen Getreideprodukte (Brot, Brötchen, Dönerbrot, Pizzateig, etc) sind Unmengen an Enzymen über deren Wirkung auf den menschlichen Körper man noch nichts genaues weiss.

    Empfehlenswert ist dieser Bericht der ARD:
    http://www.ardmediathek.de/ard/servlet/content/3517136?documentId=9021998

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