Kategorie: Genuss

Der Drache im Kochtopf

Die Medien porträtieren Köche als Helden im Kampf um die Tempel des guten Geschmacks: Restaurants. Derweil bekämpfen sich im Fernsehen vor wachsenden Zuschauerzahlen Menschen gegenseitig in der Küche. Dieses einschüchternde Bild der Küchenarbeit vermittelt, Kochen sei schwierig, mühselig und riskant. Doch das sind Legenden und Hirngespinste. Köche, Restaurants und Kochbücher sind nicht das Maß des Kochens. Das eigentliche Kochen findet anderswo statt.

Der Metzger von Panzano

In einer kleinen Metzgerei in Panzano in Chianti wandert eine Hand zum Lautstärkeregler und dreht ihn schwungvoll nach oben. Mit einem diebischen Grinsen greift der Metzger zu Messer und Wetzstab. Während das diabolische Riff zu AC/DCs Hell’s Bells aus den Lautsprechern quillt, wippt sein Kopf im Groove und jeder Schnitt durch das Fleisch grenzt an Perfektion. Es folgen Lektionen in Wertschätzung, Ethik, Großzügigkeit und Tafelfreuden. Was kann man von einem Kleinstadtmetzger über Ernährung lernen?

Balance: Die beste Ernährung

Balance

Die Erfolge einer Ernährungsumstellung auf Vegan, Paleo, Rohkost oder LowCarb sind unbestreitbar. Doch allein ein Speiseplan ohne Fleisch oder Getreide, Gegartes oder Kohlenhydrate kann dies nicht zweifelsfrei erklären. Der Erfolg selbst so grundverschieden wirkender Konzepte wie Vegan und Paleo hat vielmehr die gleiche Ursache: Balance.

Besser kochen mit Umami

Umami ist der fünfte Geschmack neben süß, sauer, bitter und salzig. Um diesen herzhaften und befriedigenden Geschmack auszulösen, benötigen wir die natürlich in Nahrungsmitteln vorkommende Glutaminsäure, umgangssprachlich Glutamat. Glutamat in Pulverform als isolierter Zusatz ist umstritten. Doch wir können den Geschmack auch durch den Einsatz ganz natürlicher Lebensmittel in unseren Kochalltag integrieren und so unseren Genuss erhöhen.

Gut essen – Richtig schlemmen

Gut essen

Die überwältigenden Mehrheit aller Ernährungsempfehlungen bezieht sich auf das Was: Kategorie, Qualität und Quantität der Lebensmittel stehen im Fokus der Aufmerksamkeit hinsichtlich ihrer Wirkungen auf Figur oder Gesundheit. Für manche ist diese numerische, reduktionistische Herangehensweise zu kurz gedacht. Das Was ist im Griff und auch das Wann ist geklärt, aber das Essen macht einfach keinen Spaß mehr? Höchste Zeit, über das Wie nachzudenken.

Das Leben voll auskosten

Gerade habe ich den Stempel meiner sorgsam vorbereiteten French Press heruntergedrückt und setze zum Einschenken an, da betritt der Sohn meiner Pariser Gastgeberin die Küche. Er greift zielstrebig zur mehrere Stunden alten Kanne aus der Filtermaschine, gießt sich schwungvoll einen Becher ein und rammt ihn in die Mikrowelle. In meinen Gedanken stirbt ein Kätzchen einen qualvollen Tod, da lächele ich und freue mich über die Vielfältigkeit des Lebens.

Kochen macht schlank

Paleo, Vegan, Rohkost oder Mittelmeerdiät: Wissenschaftler, Medien und Verbraucher suchen seit Jahrzehnten die einzig wahre Diät. Kein Programm scheint zu sonderbar. Ein Trend folgt dem nächsten, zur Freude aller Beteiligten: Die Industrie verkauft, Medien haben etwas zu berichten und Verbraucher finden ihre Identität – der Nährstoffismus blüht. Offensichtlich kann keines dieser Konzepte das Beste sein. Verfolgt man jedoch die Gemeinsamkeiten, findet man neben ihrem Wirkungsweg einen Hinweis auf die ultimative Ursache der heutigen Ernährungsprobleme – und die Lösung.

Schokolade oder Karotten?

27 Minuten. Die Röstung ist abgeschlossen und Shaun leert die Trommel des Yücel Kafeerösters. Wochenlang hat er recherchiert, probiert und fantasiert, um das optimale Aroma für die neue Schokolade zu finden. Während die frisch gerösteten Bohnen aus der heißen Trommel rieseln und die Luft weiter mit dem Geruch frischen Kakaos anreichern, verdeutlichen sich die vielen Ähnlichkeiten zwischen einer Tafel Schokolade und einer einfachen Karotte.

Kaffee: Vorbild für Lebensmittel?

Kyoto Iced Yirgacheffe heißt das Getränk auf dem Tisch vor mir. Wer es mit ein wenig Erfahrung aufmerksam genießt, merkt sofort: Dies ist nicht einfach nur ein kalter Kaffee. Vielmehr zeigt dieses Glas, was uns verlorengegangen ist und welche Möglichkeiten wir verpassen. Ein Kaffee mit Bedeutung für unser aller Nahrung: Obst und Gemüse, Fisch und Fleisch.

Illusion Steinzeiternährung?

Die Paleo-Ernährung erfreut sich stetig wachsender Beliebtheit. Immer mehr Unternehmer drängen auf den Marktplatz unter dem sich ausdehnenden Paleo-Dach. Doch bei näherer Betrachtung stellen sich dessen wesentliche Stützpfeiler als optische Täuschung heraus: Getreide ist Paleo und Blumenkohl nicht. Und stellenweise ist die Steinzeiternährung gar kaum zu unterscheiden vom Veganismus. Mehr noch: Man könnte meinen, sie sei eine Illusion.

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