Wie viel Fett soll ich essen?

Wie viel Fett soll man essen?Fette gehören zu den Grundbausteinen aller Zellen. Ohne sie kann der Mensch nicht überleben. Er muss also nicht nur seinen täglichen Eiweißbedarf decken, sondern auch ausreichend Fett zu sich nehmen. Doch was ist ausreichend? Empfehlungen für die Höchstmengen gibt es reichlich. Aber wie viel Fett sollte der Mensch mindestens essen?

Wozu überhaupt Fett essen?

Fett ist Bestandteil unserer Körperzellen, dort bildet es unter anderem die Zellmembranen. Ohne diese würden wir praktisch zu Pfützen zerfallen. Fett hat jedoch noch viele weitere Funktionen:

  • Fettsäuren sind essenzielle Ausgangssubstanzen für die Bildung verschiedener Hormone und übernehmen wichtige Funktionen im Stoffwechsel des menschlichen Organismus.
  • Fett dient als Träger der fettlöslichen Vitamine A, D, E, K.
  • Fett ist optimaler Träger von Geschmacks- und Aromastoffen und verleiht Speisen so einen Wohlgeschmack.
  • Fett ist wichtiger Baustoffe für Zellen aller Art (wie Nerven-, Gehirn-, oder Immunzellen).
  • Nahrungsfett liefert lebensnotwendige Fettsäuren, die vom Körper nicht gebildet werden können.
  • Es ist ökonomisch gesehen ein wertvoller Energiespeicher in Form des Fettdepots.
  • Und nicht zuletzt ist Fett als Stoß- und Druckschutz für Organe geeignet.

Viele gute und in der Tat lebenswichtige Gründe sprechen also dafür, keine Angst vor Fett zu haben. Aber kommen wir zu Sache:

Wie viel Fett soll man pro Tag essen?

Diese Frage ist tatsächlich sehr schwer zu beantworten. Eine ausführliche Recherche ergibt, dass der Großteil aller Quellen sich auf die empfehlenswerten Höchstmengen beschränken und dabei letztlich Bezug auf die immer gleichen ein oder zwei ursprünglichen Quellen nehmen.

Demnach sollte der Mensch nicht mehr als 30% seines täglichen Energiebedarfs durch Fett decken. Mit tatsächlichen Untersuchungen wird dies allerdings nicht belegt, lediglich die Herzgesundheit und der Schutz vor Übergewicht wird vage angegeben. Einen Zusammenhang gibt es hier jedoch offenbar nicht. Die Frage bleibt bestehen:

Wie viel Fett sollte man am Tag optimalerweise essen?

Die Antwort findet man eventuell bei der World Health Organization. Diese untersuchte die beste Ernährung für fehlernährte Kinder im Alter von sechs Monaten bis fünf Jahren. Im Zuge dieser Untersuchung schreibt die WHO, Muttermilch enthielte 50% Energie aus Fett. Sollte dies der optimale Fettenergie-Anteil für den Menschen sein? Was für Kinder gut ist, kann für Erwachsene nicht schlecht sein? Doch auf dem Weg vom Säugling hin zum erwachsenen Menschen geschehen einige Veränderungen und schon der Eiweißbedarf ist im Wachstum größer als beim Erwachsenen – das leuchtet ein. Die 50% bleiben ein schöner Anhaltspunkt.

Weiter berichtet die WHO über eine Empfehlung von mindestens 20-25% Fettenergie für Kinder. Die entsprechenden Wissenschaftler schrecken allerdings vor einer höheren Empfehlung zurück, um Übergewicht oder andere Erkrankungen zu vermeiden (für die es allerdings keine eindeutigen Hinweise gibt). In Entwicklungsländern ist Übergewicht sicherlich weniger ein Problem, auch in diesem Fall ging es also eher um einen Mindestanteil. Denn: Thema des Dokuments ist auch die Energiedichte der Mahlzeiten. Säuglinge können nur begrenzte Nahrungsvolumen einnehmen. Bei zu geringer Energiedichte könnten sie trotz voller Mägen verhungern.

Da es hier um unterernährte Kinder geht, folgen auch Empfehlungen von bis zu 60%, welche sich in Untersuchungen als Vorteilhaft bei der Verhinderung von Wachstumsstörungen herausgestellt haben. Nun sind unternährte Kinder sicherlich nicht der beste Ausgangspunkt für die Beantwortung der Frage nach dem Fettbedarf gut versorgter Erwachsener. Aber diese Untersuchungen bieten gute Anhaltspunkte für folgende Betrachtungen.

Wie viel Fett sollte man am Tag mindestens essen?

Eine unzureichende Versorgung mit essenziellen Fettsäuren (EFA, essential fatty acids – für den Menschen sind dies Linolsäure und Alpha-Linolensäure) äußert sich unter anderem durch Hautprobleme und Verdauungsschwierigkeiten. Tatsächlich hat man die nötigen Mindestmengen für gesunde Kinder bereits ermittelt: EFA sollten rund 5%* des täglichen Energiebedarfs ausmachen. Für ein Kind, das 1000kcal benötigt, wären dies 50kcal oder 5,5g. Dies ist wohlgemerkt die absolute Untergrenze zur Vermeidung schwerer Erkrankungen.

* höchstens 4,5% sollten demnach aus Linolsäure, der Rest aus Alpha-Linolensäure bestehen.

Weitere Hinweise auf eine kritische Untergrenze scheinen nicht zu existieren.

Wie viel Fett soll ich nun essen? Eine logische Folgerung.

Die Frage nach dem optimalen, täglichen Fettverzehr lässt sich mathematisch sehr einfach beantworten. Energielieferanten sind Eiweiße, Kohlenhydrate und Fette. Vierter im Bunde unserer Gleichung ist der Tägliche Energiebedarf. Der ist bekannt, ebenso wie der Eiweißbedarf. Die Gleichung sieht folgendermaßen aus:

Energie aus Eiweiß + Energie aus Kohlenhydraten + Energie aus Fett = Energiebedarf

Da die Frage nach dem optimalen Eiweißverzehr bereits beantwortet ist und auch der Kohlenhydratanteil ausreichend thematisiert wurde, ist die Energie aus Fett die einzige unbekannte dieser Gleichung. Nämlich:

Energie aus Fett = Energiebedarf - Energie aus Eiweiß - Energie aus Kohlenhydraten

Nehmen wir einen 70kg Mann mit einem täglichen Energiebedarf von 2000kcal. Der Mensch hat einen Eiweißbedarf. Dieser liegt bei rund 1,2g/kg/Tag. Unterstellen wir, dass unser Beispielmann gerne Fleisch isst und täglich auf 1,5g/kg/Tag kommt. Das sind 105g oder 420kcal, etwa 20% seines täglichen Energiebedarfs.

Außerdem isst er reichlich Obst und Gemüse, denn es schmeckt ihm und er möchte sich mit genügend Mikronährstoffen, also Vitaminen und Mineralstoffen versorgen. Allerdings lebt er sehr figurbewusst, fürchtet starke Schwankungen des Insulinspiegels und versucht daher, täglich nie mehr als 130g Kohlenhydrate zu essen. Das sind 520kcal, was rund 25% seines Energiebedarfs entspricht. Also:

Energie aus Fett = 2000kcal - 420kcal -520kcal = 1060kcal

Es bleibt ein Kaloriendefizit von 55%. Für unseren Beispielmann scheint dies der optimale tägliche Energieanteil aus Fett zu sein, schon allein aus praktischen Gründen. Das entspricht 1100kcal. Decken lässt sich dies durch rund 120g Fett.

Das ist ungefähr ein halber Block Butter und klingt nach recht viel. Aber wie würde man es verteilen?

Das Steak zum Mittag enthält schon etwa 25g Fett. Zum auf dem Teller aufgetürmten Gemüse kommt noch ein Stich Butter, etwa 20g – das hilft nicht nur dem Geschmack, sondern auch dem Verdauungstrakt, denn so kann er die wertvollen Vitamine überhaupt erst absorbieren. Schon morgens gab es 10g Butter zum Rührei (das selbst schon 15g Fett enthält). Und abends ist es ein großer Salat mit 30ml Olivenöl. Anschließend vielleicht noch ein Glas Kokosmilch, macht noch einmal 35g Fett. Und schon sind 135g Fett zusammengekommen.

All dies sind nur grobe Werte. Besonders Fette sind weit verbreitet und finden sich auch in Gemüse zu geringen Teilen. Diese Rechnung macht dennoch klar, wie einfach es ist, rund 55% seines Energiebedarfs durch Fett zu decken.

55% – das ist übrigens ungefähr genau der Anteil, den der Mensch auch aus der Muttermilch bekommt. Zwar liegt er weit über den von der DGE und zahlreichen andere Vereinigungen empfohlenen 30%, doch die können ihre Empfehlung nicht fundiert begründen.

55% Fettanteil. Was für Kinder gut ist, könnte wirklich auch für Erwachsene nicht schlecht sein.

Fazit

Um schwere gesundheitliche Probleme zu vermeiden, sollte der Mensch mindestens 5% seines täglichen Energiebedarfs durch essenzielle Fettsäuren decken. Das geht aus Studien mit gesunden Kindern hervor.

Der Magen auch des erwachsenen Menschen hat ein begrenztes Volumen. Um seinen täglichen Energiebedarf zu decken, ist er auf ein bestimmtes Minimum der Energiedichte seiner Nahrung angewiesen. Andernfalls müsste er, ähnlich wie ein Pandabär oder Gorilla, den ganzen Tag essen, nur um ausreichend Energie zu gewinnen. Fett als sehr dichte Energiequelle ist eine gute Lösung dieses Problems. Es bietet darüber hinaus wichtige ernährungsphysiologische und kulinarische Vorteile.

Muttermilch enthält einen Fettenergie-Anteil von 50%. Dies ist möglicherweise ein guter Hinweis auf den Fettbedarf auch des erwachsenen Menschen.

Zur Vermeidung oder Behandlung von Unterernährung bei Kindern gelten Empfehlungen von 20-60% Energieanteil aus Fett. Auch dies könnte Rückschlüsse auf den Bedarf von Erwachsenen zulassen.

Ausgehend vom Proteinbedarf und einer selbst gesetzten, moderaten Kohlenhydrat-Obergrenze ergibt sich ein täglicher Energieanteil aus Fett von rund 50%.

Wichtig ist darüber hinaus die Art des verzehrten Fettes.

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Quellen und weitere Informationen:

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29 Kommentare zu “Wie viel Fett soll ich essen?

  1. Alexander Rickert

    Hallo lieber Felix,

    zum Thema Fett habe ich da mal eine Frage. Ich habe gelesen, dass die Palmin-, Myristin- und Laurinsäuren in den gesättigten Fettsäuren höchst lebensbedrohlich sein sollen?. Ich würde gerne hierzu Deine Meinung hören.

    Im übrigen schätze ich Deine Beiträge zu Ernährungfragen. Sie geben mir eine echte Orientierungshilfe, meine Ernährung umzustellen.

    Vielen Dank !
    Alexander

    1. Felix

      Hallo Alexander,
      wer schreibt denn so etwas? Höchst lebensbedrohlich? Wie sollte das funktionieren?

      1. Alexander Rickert

        Schönen guten Morgen, Felix,

        gelesen habe ich in den News von Dr. Strunz ( vom 15.04.2014) , dass mehrfach ungesättigte Fettsäuren gut für uns seien. Tödlich seien vielmehr 3 gesättigte Fettsäuren ( Palmitinsäure, Laurinsäure und Myristinsäure sowie – und das ist mir bekannt – die sogenannten Transfettsäuren. Ich habe stundenlanf gegoogelt, konnte aber nicht wirklich Negatives zu den o.g. 3 Fettsäuren finden.

        Gruß
        Alexander

        1. Felix

          Ich habe stundenlanf gegoogelt, konnte aber nicht wirklich Negatives zu den o.g. 3 Fettsäuren finden.

          Und was sagt dir das?

          Ich lasse dich nicht absichtlich zappeln, falls du das denkst. Aber dieser Prozess ist wichtig, weil du gerade dabei bist, einen sehr wichtigen Schritt zu gehen.

          1. Alexander Rickert

            Hallo Felix,

            eigentlich sagt es mir, dass die Behauptung Palmitin-, Laurin- und Myristinsäure “tödlich” seien, nicht haltbar ist. Nach meinen Recherchen reguliert z.Bsp. Buttersäure die Expression verschiedener Gene und spielt eine wichtige Rolle bei der Prävention von Krebserkrankungen, da sie die Entwicklung von Krebszellen stoppt. Die Palmitinsäure ist wesentlich an der Regulierung von Hormonen beteiligt. Palmitin- und Myristinsäuren sind an der zellulären Kommunikation und Immunfunktion beteiligt. Myristinsäure reguliert die Verfügbarkeit ungesättigter Fettsäuren (DHA). Laurinsäure ist das Ausgangsmaterial für Omega-3 Fettsäuren. Alles positive Eigenschaften. Eine aktuelle Studie (Clinical Nutrition ) belegt, dass es keinen Zusammenhang zwischen der Menge an gesäätigten Fettsäuren und das Risiko für Herzversagen gibt. Frühere Studien hatten hier einen Zusammenhang gesehen, was aber nicht belegt werden konnte.
            Danke und Gruß
            Alexander

          2. Felix

            Hi Alexander,
            genau. Das hast du einwandfrei gelöst. Du weißt jetzt nicht alles und noch immer nichts mit absoluter Sicherheit. Aber du kannst davon ausgehen, dass das, was der Strunz da geschrieben hat, völliger Unfug ist – zumal er es offenbar nicht weiter belegt. Im nächsten Schritt könntest du seinen Newsletter abbestellen und seine Sachen nicht mehr lesen.

          3. Felix

            Cordain hat seine Meinung dazu schon vor mindestens 3 oder 4 Jahren revidiert. Er hatte sich geirrt.

  2. Corina

    Hallo Felix,
    ein sehr guter Artikel!
    Aber Du hast einen kleinen Fehler im Artikel 😉
    Unter FAZIT im zweiten Absatz sollte es maximale Energiedichte heißen, nicht minimale.

    LG
    Corina

    1. Felix

      Nein, das ist kein Fehler…nur ein Missverständnis. Eindeutig “ein (gewisses) Minimum an Energiedichte”. Denn “maximal” stimmt ja nicht, es geht eben auch z.B. “moderat”. Ich schau mal, wie ich das am besten umformuliere. Danke für den Hinweis.

  3. Haschimahalla

    Hallo

    Erstmal,: interessante Site, hier werd ich wohl noch einiges zu stöbern haben 😀

    Mich trieb folgende Frage her: Übertreibe ich es mit der Butter in meiner Bolognese?

    Also eure prezisen (theoretisch) berechnungen hier überstreigen natürlich die Alltagstauglichkeit.
    Desweiteren Ernähre ich mich weitestgehend gesund und mach mir nicht wirklich sorgen, jedoch wissen was fakt ist, ist ja auch nicht verkehrt.

    Also es entbrannte eine Hitzige Diskussion das meine köstliche Bolognese ja nicht Essbar wäre wenn man nicht einen sofortigen Herzinfakt erleiden will (ohne kostprobe!)
    Meiner Meinung nach unbegründete Panikmache, aber man weiss ja nicht

    Der Stein des anstoss wardie butter die man braucht für das gemüsezeugs, sorry, die italiener haben ein Wort für, keione ahnung mehr, …man dünstet das ganze gemüsezeug mit reichlich butter zu der sossenbasis, nunja, und mit hack anbraten gehen da bei mir 1,5 Packungen Butter drauf, für Sosse mit 500g hack, gab 8 teller, , sollte man dieses Rezept wirklich überdenken negen dem bischen Butter?

    Jetzt wüsst ich gern was ihr Fachleute dazu Sagt?

    PS: desweiteren kommt in meine bolognese auch noch ne flasche wein, erzeugte auch leichte Verwirrung, egal, Wenn ich eins wirklich kochen kann, dann ist es eine Bolognese, ihr müsstet Sie mal probieren, Köstlich! 😀

    1. Felix

      Hallo Haschimahalla,

      drei Dinge:
      1) Das klingt wirklich nach übertrieben viel Butter, ich kann mir kaum vorstellen, dass das in dem Maß nötig ist.
      2) Wenn du gute Butter verwendest (Weidebutter) habe ich da wenig Bedenken, allerdings kenne ich die übrige Ernährung und Lebensumstände nicht (Kontext)
      3) Die beste Bolognese der Welt mache ich. Punkt.

      Deine Bolognese probiere ich aber trotzdem gerne. Wo wohnst du? Das wäre mir ein Video wert…

  4. theBeatles

    Hallo Felix

    Ich bin deinen Ausführungen zur Berechnung von Eiweiss/Fett/Kohlenhydraten gefolgt. Ich habe einen täglichen Bedarf von 1600-1800 (Sport variiert).
    Du empfiehlt bei Eiweiss 1-1,2 g pro Kilo Körpergewicht. Nehmen wir mal 1,2 g: Ich wiege 50 kg (bin recht klein ;)) und somit müsste ich 60 g Eiweiss (240 kcal) pro Tag einnehmen. Das sind 15 % meines Tagesbedarfes.
    Da ich mich gerne gesund ernähren möchte, würde ich auch lieber auf zuviele Kohlenhydrate verzichten. Was du ja auch empfiehlst. 50 g pro Tag hört sich für mich gut an. Das sind 200 kcal, also 12,5 % meines Tagesbedarfes.
    Das bedeutet, dass für Fett 72,5 % (!) übrigbleiben!
    Das will ich mir beim besten Willen nicht antun. Auch wenn du sagst, dass es keine (oder “noch” keine) Beweise gibt, dass zuviel (auch gesundes) Fett schadet….sagt mein gesunder Menschenverstand bei 72,5 %: Nein!
    (Wenn ich dann noch mehr Sport mache und auf 1800 kcal Tagesbedarf hochrutsche, müsste ich sogar noch mehr Fett essen.)
    Was bleib mir also übrig? Ich muss entweder das Eiweiss oder die Kohlenhydrate hochschrauben, was sich beides nicht wirklich prickelnd für mich anhört. Abgesehen davon bin ich mit beiden ja noch im Normalereich. Weder über- noch unterdosiert. Also warum soll ich das ändern müssen?
    Trotzdem will ich nicht soviel Fett essen müssen.
    Wenn ich weiter deinen Berechnungen/Vorschlägen folgen würde, in denen du es sogar für möglich hältst, ganz ohne Kohlenhydrate zu leben….dann würde mein Fettbedarf ja ins Unermessliche steigen.

    Sogern ich deinen Vorschlägen auch folgen würde, scheint es mir keinen Sinn zu machen?!…..

    Freue mich über ein Feedback

    1. Felix

      Moin –

      erstmal musst du verstehen, dass das nicht meine “Empfehlungen” sind, sondern lediglich Folgerungen aus dem aktuellen Stand der Wissenschaft.

      Was du nun machst ist, die Energieanteile prozentual zu berechnen. Dann hören sich 72,5% natürlich nach viel an. Rechnest du es jedoch in die absolute Menge um, klingt es nicht mehr nach so viel: 130g Fett.

      Darüber hinaus ist es ohnehin bedenklich, dies durch einfache Anteile zu berechnen, da du dein Essen in der Praxis so nicht zusammenstellen kannst. Man isst ja schließlich kein Eiweiß, sondern Fleisch oder Eier oder Fisch – und da stecken noch andere Makronährstoffe drin.

      Ganz davon abgesehen hält dich doch nichts davon ab, z.B. deinen Eiweißanteil hochzuschrauben und auch bei den Kohlenhydraten kannst du noch nachlegen. Letztlich ist die Frage: Was willst du erreichen?

      Um da noch drauf einzugehen:

      Das bedeutet, dass für Fett 72,5 % (!) übrigbleiben! Das will ich mir beim besten Willen nicht antun […] Was bleib mir also übrig? Ich muss entweder das Eiweiss oder die Kohlenhydrate hochschrauben, was sich beides nicht wirklich prickelnd für mich anhört

      Du hast keine andere Wahl. Eiweiß, Kohlenhydrate, Fett – andere Energiequellen haben wir in unserer Ernährung nicht.

    2. Christine

      Hallo theBeatles,

      ich kann nur sagen: Versuch es selbst! Dann merkst Du – nach einer gewissen Umstellungszeit, in der Deine Verdauung möglicherweise ein wenig zu kämpfen hat – selbst recht schnell, ob Dein “gesunder Menschenverstand” hier wirklich gesund ist.

      Es ist sooo lecker, reichlich Fett essen zu dürfen, es macht so lange satt, es tut dem Darm so gut – ich kann gar nicht aufhören, davon zu schwärmen, wie gut man sich damit fühlen kann.

      Ein Beerensmoothie mit 200 ml Kokosmilch zum Frühstück – zack! schon hast Du 40 g Fett aufgenommen. Eine Avocado als Beilage zum Fleisch am Mittag, reichlich Butter über Dein Gemüse, usw.

      Die Alternative ist, Zucker und Co. (leere Kohlenhydrate) reinzustopfen. Das kann aber nach dem “gesunden Menschenverstand” auch nicht richtig sein.

      Ich lade Dich ein, http://www.urgeschmack.de/wie-stelle-ich-meine-ernahrung-um/ 30 Tage lang zu versuchen und die anfänglichen Umstellungsschwierigkeiten durchzustehen. Überzeuge Dich selbst. “Wer heilt, hat Recht”, heißt es, probier’s aus.

  5. thomas

    Sehr interessanter Artikel!
    Energiegehalt der Muttermilch ca.50%? Wenn ich von einem Fettgehalt von ca. 4% ausgehe, komme ich auf einen Energiegehalt durch Fett von ca. 33%. Wo ist mein Denkfehler?

    Gruß Thomas
    PS: Besten Dank für den interessanten Podcast!

  6. Pingback: Fett: Eine Zusammenfassung — Urgeschmack

  7. Apke

    Sehr interessant! Spontan habe ich heute mal in einen online Rechner getippt, was ich so ungefähr gegessen habe, und dabei ergab sich ein Verhältnis von 60% Fett, 30% Protein und 10% Kohlenhydrate 🙂 War sehr lecker, allerdings bleibe ich vielleicht doch lieber in der 50%-Fett-Zone, da ich noch mit den letzten paar Kilos kämpfe..

    Es ist ja allgemein bekannt, dass Kohlenhydrate auf das Gehirn wirken und speziell Zucker süchtig macht. Ich frage mich, ob Fett nicht auch so eine Wirkung haben könnte und man dadurch irgendwann Gemüse zb. ohne Fett fad findet und man sich zu stark daran gewöhnt?? Oder vielleicht glaubt man, Lust auf etwas Fettiges zu haben, wenn man eigentlich Eiweiß braucht? Könnte ja zusammenhängen.. das ist alles so verwirrend!! (Mein Sättigungsempfinden ist besonders bei diesem Mistwetter nicht so gut, deshalb diese Fragen.)

    1. Felix

      Meines Wissens nach gibt es keine sucht-artige Wirkung des Fetts auf den Menschen. Eine Vorliebe vielleicht, aber keine Sucht.

      Dein Problem mit dem Wetter kann ich allerdings bestens nachvollziehen. Ich überstehe es mit einer eisernen Schokoladenabstinnenz – das würde sonst womöglich außer Kontrolle geraten…

  8. Kathy

    Gibt es gesündere und ungesündere Fette? Wenn ja, welche soll ich am besten zu mir nehmen? danke!

  9. maira

    das war mal sehr interessant, ich wollte schon immer wissen wieviel Fett man essen kann. Ich habe schon öfters Ernährungsumstellungen mitgemacht und da hieß es immer, höchstens 30% Fett am Tag, aber wie willst du das schaffen und geschmeckt hats auch nicht…!
    Danke für die Info!
    mfg maira

  10. Nicolette

    Das ist wieder einmal ein sehr aufschlussreicher Artikel! Vielen Dank für Deine Recherche!

  11. Markus

    Hallo, hast du auch Infos darüber inwiefern sich die Zusammensetzung der Muttermilch ändert zwischen Müttern, die Getreide und anderes Süßzeug essen und Müttern, die sich fettreich ernähren? Das wäre vielleicht auch noch ein interressanter Aspekt. Gruß Markus

    1. Felix

      Interessante Frage. Ich habe mal darueber gelesen, es aber noch nicht genauer recherchiert. Werde es mal notieren.

  12. Vollzeitvater

    Das fand ich jetzt echt spannend, denn ich habe mich im Rahmen der Paleo-Ernährung in den letzten sechs Monaten bei gut 150g KH – 110g Fett und 150g Eiweiß eingependelt, was deinen Zahlen recht weit entgegen kommt.

    Ich habe also 45% Fett-Energie-Anteil.

  13. Andreas

    Das ist eine spannende Rechnung. Ich versuche nun Paläo seit 7 Wochen und esse dadurch wesentlich mehr Fett und Eiweis und weniger Kohlenhydrate. Bei mir war die Wirkung bisher, dass ich trotz eines idealen BMIs noch weiter abnehme, obwohl ich den ganzen Tag esse (Viel Nüsse und Obst zwischendurch). Insofern wirkt sich Fett nicht auf das Körpergewicht aus.

    Dort ist die Formel jedoch, ein Drittel statt 50% Fett zu sich zu nehmen. Sich zu 50% von Fett zu ernähren, erscheint mir schwierig.

    Müssten ganz allgemein nicht Blutfettwerte stark steigen und sind dadurch nicht die Organe zur Verarbeitung von Fett viel stärker belastet? Ist das nicht das angenommenene Risiko bei zu viel Fett?

    Ist der Schlüssel zum Erfolg, die “Qualität” des Fetts? Pommes sind ja superfett nach landläufigem Sprachgebrauch, trotzdem sehr problematisch.

    Fett ist zwar eine Dichte Form von Energie, aber für kurzfristige Energie nur schwer heranzuziehen. Ist dieser Wert auch für Sportler anzunehmen oder verschieben sich da die Verhältnisse?

    Ihre Meinung zu meinen Fragen würde mich interessieren.

    1. Felix

      Ebensowenig wie Nahrungscholesterin einfach so im Blut landet, ist dies bei Fett der Fall. Ja, relevant ust die Qualitaet des Fettes. Fuer Intensivsportler kann eine individuelle Anpassung hin zu mehr Kohlenhydraten durchaus sinnvoll sein – das haengt vom Trainingsplan und der Art des Sports ab.

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