Die Low Carb Grippe

Low Carb GrippeBei der Umstellung auf eine Ernährung mit weniger Kohlenhydraten kommt es anfangs oft zu Schwierigkeiten: Schlappheit, ständiger Hunger und Kopfschmerzen sind nicht unüblich: Das ist die Low Carb Grippe. Was hat es mit dieser Krankheit auf sich? Wie entsteht die Low Carb Grippe? Welche weiteren Probleme kann diese Ernährungsumstellung mit sich bringen und vor allem: Was kann man dagegen tun? Eines vorweg: Man muss keinesfalls aufgeben.

Was ist die Low Carb Grippe?

Die Low Carb Grippe grassiert unter verschiedenen Bezeichnungen: Low Carb Flu (ital. influenza oder engl. flu = Grippe), Atkins-Grippe oder Atkins-Flu. Glaubt man dem Duden, müsste es eigentlich Low-Carb-Grippe mit Bindestrichen heißen, verbreitet ist diese Schreibweise des Anglizismus nicht.

Symptome dieser Erscheinung ähneln der klassischen Grippe: Kopfschmerzen, Lethargie, Schlappheit, Benebeltheit, jedoch auch Reizbarkeit und scheinbar unendlicher Hunger (besonders auf Kohlenhydrate).

Sollte man sich durch eine Kohlenhydratarme Ernährung nicht besser fühlen? Was ist mit den Versprechungen aus den Lagern der LCHF-, Atkins- und Paleo-Fans?

Ursache der Low Carb Grippe ist eine Umstellungsphase. Wer bislang seine Energie vornehmlich aus Kohlenhydraten gewonnen hat und nun entschieden weniger davon konsumiert (häufig eine Reduktion des Kohlenhydratverzehrs auf ein Viertel oder ein Zehntel), stellt seinen Körper vor eine Herausforderung:

Er verlangt das Äquivalent einer Umstellung des Motors von Benzin auf Diesel.

Das soll der einzige Autovergleich in diesem Artikel bleiben, denn so überschaubar wie ein Verbrennungsmotor funktioniert der Mensch nicht.

Die Ursache der Low Carb Grippe

Was dem Menschen bei der Umwandlung von Kohlenhydraten aus der Nahrung in verwendbare Energie hilft, sind Enzyme. Enzyme sind die Macher im Körper. Ohne Enzyme läuft fast gar nichts.

Wer nun seinen Kohlenhydratkonsum stark reduziert und konzeptgemäß mehr Fett als Energiequelle isst, macht einen Großteil seiner Enzyme arbeitslos. Zugleich bestehen (noch) nicht ausreichend Enzyme, die bei der Verwertung von Fett als primäre Energiequelle helfen.

Der Körper muss nun also seine Belegschaft umschulen, will meinen: neue Enzyme bilden, welche die veränderte Aufgabe erledigen können. Und diese Umschulung braucht Zeit. In der Regel ist das Schlimmste binnen einer Woche überstanden, nach 3-4 Wochen läuft meist alles wie geschmiert.

Die Low Carb Grippe ist also das Resultat einer Art Energiemangel, verursacht durch eine verzögerte Anpassung des Menschen. Dieser Prozess ist teils auch bekannt als Ketoadaption.

Dabei sind nicht alle Menschen gleichermaßen betroffen. Für einige verläuft die Umstellung problemlos oder binnen sehr kurzer Zeit, während andere sehr intensive Symptome möglicherweise über zwei Wochen verspüren.

Im Anschluss an diese Schlappe jedoch, wenn sie die Früchte ihrer Ernährungsumstellung ernten, sind die meisten Anwender überzeugt, dass es diesen Preis wert war.

Low Carb Probleme jenseits der Low Carb Grippe

Die Low Carb Grippe beschreibt vornehmlich die Auswirkung der Umstellung und gegebenenfalls Ketoadaption auf den Körper. Doch die genannten Symptome und damit verwandte Phänomene können auch andere Ursachen haben. Besonders dann, wenn sie länger andauern:

Zu wenig Fett, zu wenig Energie: Ein häufiger Fehler bei der Reduktion des Kohlenhydratverzehrs ist das Versäumnis, ausreichend Fett zu essen. Fett muss jedoch die Kohlenhydrate als Energiequelle ersetzen. Wer zu sparsam mit dem Fett umgeht, kann kaum Leistung erbringen und muss mit den genannten Symptomen rechnen.

Zu viel Protein: Protein ist lebenswichtig und nützlich. Allerdings kann überschüssiges Protein zu einem Prozess namens Gluconeogenese führen: Der Körper bildet Glucose (Kohlenhydrate) aus dem Überschuss. Das ist das Gegenteil von dem, was der Anwender eigentlich erreichen möchte und es kann die Low Carb Grippe verlängern. Obwohl Eiweiß eine Energiequelle ist, sollte die Energieversorgung bei der Low Carb Ernährung durch Fett erfolgen. Daher auch der häufige Ausdruck LCHF: Low Carb High Fat. Decken Sie also ihren Proteinbedarf (1-1,2g/kg/Tag) und gehen Sie gegebenenfalls auch darüber hinaus, doch übertreiben Sie es nicht.

Zu viel Sport, zu intensiver Sport: Kohlenhydrate sind eine exzellente Energiequelle für intensive körperliche Betätigung. Wer in seiner Umstellungsphase körperlich besonders aktiv ist, verbraucht den letzten Rest seiner Kohlenhydrate und beraubt sich weiterer Energie. Es ist daher in der Umstellungsphase weniger ratsam, sich all zu große sportliche Leistung abzuverlangen. Sinnvoller ist, kurz zu warten, bis der Körper sich angepasst hat.

Zu wenig Geduld: Wer den Entschluss fasst, sein Leben zu verändern und seine Ernährung umzustellen, dem kann es oft nicht schnell genug gehen. So jemand möchte voller Enthusiasmus schnelle Erfolge sehen und jeder Fortschritt spornt ihn an, noch mehr zu tun. Das Resultat ist oft eine Scheu vor Fett (in dem Glauben, Fett mache fett) oder übereifriger Sport. Andererseits verlangt so jemand vielleicht auch von sich, dass der Körper sofort anders funktioniert und der Alltag normal weitergeht. Sinnvoller scheint, Geduld zu haben, es langsam anzugehen und sich der körperlichen Herausforderung bewusst zu sein. Arbeiten Sie mit ihrem Körper, nicht gegen ihn.

Elektrolytmangel, Salzmangel: Weniger Kohlenhydrate bedeuten weniger Insulin im Blut. Weniger Insulin veranlasst die Nieren, weniger Flüssigkeit zu speichern. Auf diesem Weg reduziert sich das Körpergewicht, das Volumen und auch der Blutdruck. Zusammen mit der Flüssigkeit verlassen jedoch auch Salze den Körper. Das Resultat kann eine Störung des Elektrolythaushaltes sein. Natriummangel führt unter anderem zu Müdigkeit, Magnesium- und Kaliummangel haben ebenfalls negative Auswirkungen auf die Leistungsfähigkeit. Es ist also unbedingt auf eine ausreichende Versorgung mit Salzen und Mineralstoffen zu achten. In der Regel genügt dafür eine vielseitige Ernährung von frischem, buntem Gemüse und hochwertigen Tierprodukten, sowie Fett zur optimalen Nährstoffaufnahme.

Dehydration: Der zuvor genannte Flüssigkeitsverlust kann freilich auch Dehydration, also Wassermangel zur Folge haben. Ratsam ist daher, ausreichend Wasser zu trinken und so die optimale Funktionsfähigkeit des Körpers sicherzustellen.

Mittel gegen die Low Carb Grippe

Langsame Umstellung: Die Low Carb Grippe entsteht durch eine drastische Umstellung von Kohlenhydrat- auf Fettstoffwechsel. Umgehen kann man sie oft, in dem man keine drastische Vollbremsung vollzieht. Um etwa von 600g auf 60g Kohlenhydrate am Tag zu kommen, könnte man über eine Woche hinweg täglich die Zufuhr um 10-20% reduzieren und so dem Körper langsam aber beständig signalisieren, dass künftig etwas anders laufen wird.

Nicht zu viel Protein essen und mehr Fett konsumieren: Dies behebt den oben genannten häufigen Fehler einer Scheu vor Fett. In Kombination mit der zuvor genannten, langsamen Umstellung, kann sich so auch ein ungeübter Darm auf den erhöhten Fettverzehr einrichten.

Ausreichende Nährstoffversorgung: Wer sich von echten, frischen und vielseitigen Lebensmitteln ernährt, versorgt seinen Körper optimal mit Nährstoffen und hilft gegen Elektrolyt- und Energiemangel.

Genügend trinken: Dies hilft gegen die angesprochenen Leistungseinbußen durch Dehydration.

Vorher sportlich sein: Wer sportlich lebt, hilft seiner metabolischen Flexibilität. Wer metabolisch flexibel ist, hat kaum Probleme bei der Umstellung von Kohlenhydrat- auf Fettstoffwechsel. Wer körperlich kaum aktiv ist und sein Leben umstellen möchte, könnte sich einen mittelfristigen Plan machen und damit beginnen, regelmäßig Sport zu treiben und erst dann seine Ernährung umzustellen.

Nicht auf Low Carb umstellen: Man muss nicht Low Carb essen, um gesund zu leben oder abzunehmen. Es mag zum Fettabbau hilfreich sein, doch für einige Menschen funktioniert eine Low Carb Lebensweise besser als für andere. Gesundheitlich profitieren kann man auch dann, wenn man viel frisches Gemüse und hochwertige Tierprodukte isst, ohne auf Kohlenhydrate etwa aus Süßkartoffeln oder Bananen zu verzichten.

Rezept gegen Low Carb Grippe: Nicht auf den Körper hören

Der Körper schreit in der Umstellungsphase während der Low Carb Grippe nach Kohlenhydraten. Wer auf ihn hört, verliert den Kampf. Dass der Körper wisse, was gut für ihn ist, mag plausibel klingen, doch es setzt eine andere Welt voraus. Eine, in der wir nicht an jeder Hausecke mit Süßigkeiten und Backwaren überhäuft werden.

Insofern ist der Verzicht auf Zucker oder die Reduktion des Kohlenhydratverzehrs absolut vergleichbar, mit dem Versuch, Alkohol, Zigaretten, Heroin oder Schokolade aufzugeben: Wer auf seinen Körper hört, wird verlieren.

Mit dem Wissen um die Ursachen der Low Carb Grippe und den entsprechenden Gegenmaßnahmen und Rezepten sollte es jedoch leichter fallen, durchzuhalten.

Fast alle, die es durchgestanden haben und sich des dadurch neuen Körpergefühls (zum Beispiel Appetitzügelung, verbesserte Herzgesundheit, Fettabbau und ein stabiler, erhöhter Energiespiegel) erfreuen, sind im Nachhinein der Meinung, dass es die Mühe wert war.

Weiterführende Literatur:

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29 Kommentare zu “Die Low Carb Grippe

  1. reni

    habe gelesen, dass hoher insulinspiegel hautprobleme verursachen kann, und die habe ich, also versuche ich es jetzt mit low carb diät, vlt hilfts. ich habe gerade gestartet und ich fühle mich einfach fürchterlich, ständig hungrig, schlapp, kopfschmerzen, schlechte laune… ich bin aber gewillt durchzuhalten.
    auf der webseite gibt es viele interessante rezepte, aber auf die schnelle finde ich jetzt nicht, was ich suche, also frage ich mal direkt: womit soll ich meine pausenbrote ersetzen? ich bin viel unterwegs, manchmal den ganzen tag lang (uni, arbeit, termine..) und ernähre mich hauptsächlich von selbstgemachten butterbroten. wenn ich auf low carb umstelle, was kann ich da alternativ nehmen? versuche jetzt rohgemüse zu knabbern, möhren, paprika etc, klappt einigermaßen, ich esse gern gemüse. aber wie tue ich fett dazu? gibt ja nix, worauf man das schmieren könnte.. (nüsse, sind nix für mich, bin allergisch). zu hause mit fett zu kochen ist kein problem. aber was mach ich unterwegs? vlt hat jm ideen? danke.

    1. Plinus

      Hi!

      Ich dippe mein Gemüse in der Mittagspause gern in selbstgemachtes Hummus. Das hat immerhin 10% Fett und ist gesund (wie alles: in Maßen). Dazu die Kichererbsen 24h einweichen und dann auskeimen lassen, bis der Keim so lang ist wie die Kichererbe (einfach morgens und abends mit Wasser spülen, ansonsten im Abtropfsieb in der Küche rumstehen lassen. Dadurch werden die Antinährstoffe und der Fraßschutz größtenteils abgebaut).

      Wie steht es mit Sauerteigbrot aus Urgetreide? Einkorn, Emmer…bei der Fermentation durch Milchsäurebakterien im Sauerteig werden auch hier die Antinährstoffe fast vollständig abgebaut (zB Phytin >90%). Ich vertrage das gut, obwohl ich von Weizenprodukten Bauchschmerzen, Blähungen und “brain fog” bekomme. Vielleicht nach dem ersten Monat mal probieren?

      Ansonsten koche ich abends jetzt immer etwas mehr und nehme dann etwas davon in einer (dichten!) Brotdose mit. Bisher hat alles auch kalt sehr gut geschmeckt 🙂

      1. reni

        daran habe ich auch schon mal gedacht und sogar ausprobiert, nicht ganz so wie du, aber ähnlich: gemüse in der dose, gegart mit soße. aber das problem ist, so etwas kann man kaum einfach so zwischendurch essen. dazu muss man sich schon hinsetzen, am besten an einem ruhigen ort, sich ein bisschen einrichten. ich habe oft nur 5-10 minuten zeit zum essen und mache es zwischendurch, im stehen, im gehenm meist an orten mit vielen menschen (bahn, uni, arbeit) – stichwort “enge” und “glotzen”… da ist butterbrot nicht einfach nur praktisch sondern wird besser akzeptiert/toleriert. jaja, man soll sich nicht drum scheren, was die anderen denken… aber ich hab auch so schon genug mit vorurteilen zu kämpfen wegen meiner ganzen unverträglichekeiten, bin froh, dass wenigstens mein brötchen mehr oder weniger “normal” erscheint..
        da frag ich mich: wie gut funktioniert “auf vorrat essen” (und ob das schädlich ode ok ist)? sprich, wenn man nur einemal am tag ordentlich isst? muss man unbedingt mahlzeiten über den ganzen tag verteilen? und wie ist es, wenn man eigtl nur abends einmal richtig kochen und essen kann? es heißt immer, man soll abends möglichst nur was leichtes essen, weil der darm in der nacht seine ruhe braucht.. gilt das auch bei paleo-ernährung (oder erst recht?)?

        viele fragen, die schon gar nicht mehr so recht zum thema des beitrags passen, ich weiß.. aber wenn es an einer anderen stelle etwas dazu gibt – bitte um hinweis.

        1. Felix

          Reni, der Darm schläft nicht. Das heißt nicht, dass man ihm auch mal seine Ruhe lassen sollte. Tendenziell scheint viel darauf hinzudeuten, dass permanentes essen (“snacken”) eher weniger vorteilhaft ist – ob nun allein durch die zusätzliche Kalorienzufuhr (im Vergleich zu 1970 heute über den Tag verteilt so viel wie ein ganzes Mittagessen) oder eben durch die Dauerbeschäftigung, sei dahingestellt.
          Iss so, wie es für dich passt. Das ist das wichtigste und das hat Priorität. Ich würde immer dazu raten, in Ruhe, am Tisch und bewusst zu essen. Nicht nur aufgrund der Kultur & Wertschätzung, sondern weil auch da Untersuchungen zeigen, dass es das gesündere Esseverhalten zu sein scheint.
          Mach dir keine Gedanken um Paleo, finde erst einmal einen Ernährungsmodus, der dich glücklich macht. Es ist absolut denkbar, dass dein in der Bahn oder im Gehen reingeschobenes Brötchen die Ursache deiner Probleme ist. Und derartige Brötchen (aus der Backfabrik mit zusätzlichen Stabilisatoren und Backtriebmitteln) wären für mich das erste Objekt zur Elimination. Nicht wegen des Getreides, sondern wegen der Zusatzstoffe.

    2. Donato

      Hallo Reni

      Halt durch! Iss dich satt!

      Bei solch einer Umstellung kommt es zu einer sogenannten Neuroglykopenie (Glukosearmut in den Nervenstrukturen). Die Reaktion ist normal nach jahrelanger KH-Vergiftung ;-). Es müssen sich wieder sogenannte GLUT-1-Transporter bilden in der Bluthirnschranke. So kann Glukose Insulinunabhänging in die Zentrale gelangen. Dann ensteht wieder Ruhe. Weiter ist Bewegung/Sport ein wichtiger Faktor. Deine Zellen müssen wieder lernen Betaoxidation (Fettverbrennung) durchzuführen. Durch nüchtern Bewegen wirst du auch deine Zellen wieder Insulinsensibler machen. Verhindere eine Insulinresistenz.

      Tipp – Energy booster: Chokomousse bestehend aus Avocado, Kokosmilch, Kakao 100% (raw), Manukahonig, 1 Ei, 1 Banane, Safran, Curucuma, Pfeffer (schwarz). Schmeckt gut – tut gut. Probier mal….

      Halte deine Nahrungsfrequenz tief (max. 3x/24h). Und wenn du isst, dann iss dich satt. Eiweiss und gutes Fett sättigt unheimilch.

      Ich wünsche gutes Gelingen und viel Bewegung
      Donato

  2. Thomas

    “Rezept gegen Low Carb Grippe: Nicht auf den Körper hören”

    na das hört sich ja mal gesund an, ich mache das Gegenteil und ernähre mich highcarb, low fett kombiniere das noch mit Wildkräutern, Honig und wenigen tierischen Produkten und fühle mich so gut wie seit 20 Jahren nicht

  3. Marco Tullney

    Ich habe auf langsame KHs umgestellt und lasse Brot, Nudeln und Reis im Wesentlichen Weg. Komplett Low-Carb wäre mir zu anstrengend, ich bin der Meinung, dass jede Ernährungsweise, die zu kompliziert ist, irgendwann aufgegeben wird. Ein Buch, dass ich auch Nicht-Veganern empfhelen kann ist das von Attila Hitman.

  4. Jürgen Müller

    Allen ein freundliches Hallo und ein (eiweißreiches?) Osterfest. Ich beteilige mich mal nicht an den schon geführten Diskussionen Mein Anliegen: Danke Felix, dass du dieses Thema aufgenommen hast.
    Bei allen Irritationen, die man bekommen kann, wenn etwas Ungewohntes in unser Leben tritt, ich persönlich denke immer: zunächst viel lesen, dann entscheiden, ob es mich betrifft, ob ich möglicherweise profitieren kann und dann probieren und auswerten.
    Von der vielen Schreibern, deren Bücher ich im Laufe der Jahre bezüglich Ernährung, Gewichtsreduktion und Gesundheit gelesen habe, will ich nur diese hervorheben: Max Otto Bruker, Nicolai Worm, Hardy Walle (hier besonders das letzte mit Worm gemeinsam geschriebene Buch Leicht abnehmen, Ulrike Gonder (vor allem “Mehr Fett”), Prof. Kämmerer “Krebszellen lieben Zucker – Patienten brauchen Fett”, die vielen Informationen nicht nur zur Ernährung von Rene Gräber unter “Natur heilt” und immer wieder auch bei Felix reinschauen.
    Ich habe ganz persönlich als manifester Diabetiker viel davon profitiert. Gesundheitlich und auch in der moderaten Gewichtsreduktion.
    Bei dir, Felix, habe ich viele einfache, aber leckere Gerichte gefunden, die ich immer wieder nutze, und ich mag die unkomplizierten Erklärungen zu Fragen, die aber auch noch offene Fragen nicht ausspart.
    Danke.
    Jürgen Müller

    1. Felix

      Hallo Jürgen,
      ich danke dir.

      ein (eiweißreiches?) Osterfest

      Kaum. Ich esse seit einigen Monaten nur noch wenig Fleisch und überwiegend Gemüse.

      1. Lutz

        Hallo Felix,

        wie kommt man zu seiner täglich (oder ähnlichen Zeitraum, wenn man sich nicht täglich regelmäßig ernährt) benötigten Eiweißzufuhr mit dem Hintergrund einer saisonalen und regionalen Ernährung hier in Deutschland? Wie deckst Du eit Deinen Proteibedarf mit “wenig Fleisch”?

      2. Alexa

        Hallo Felix,
        was meinst du damit, dass du weniger Fleisch isst? Ich finde die Aussage sehr interessant, weil auch ich angefangen hatte weniger Fleisch zu essen. Allerdings hat es mich in die KH Spirale (170g nicht nur ‘gute’ KH pro Tag) bugsiert und ich bin vor einigen Tagen wieder bei der “Flu” gelandet.
        Mich würde interessieren, wie so ein Tag bei dir im Verhältnis F/E/KH aussieht und was deine Gründe für weniger Fleisch sind/waren.

        Ich verfolge deine Artikel schon seit sehr sehr langer Zeit. Diese und deine Bücher haben mich in meiner Umsetzung damals unterstützt und geholfen die ‘Dinge’ reflektierter und vor allem kritischer zu sehen…

        Danke an dieser Stelle für deine so wertvollen Artikel!
        LG

        1. Felix

          was meinst du damit, dass du weniger Fleisch isst?

          Ich esse weniger Fleisch – das meine ich so, wie es da steht. Manchmal ist es nicht verfügbar, manchmal mag ich es nicht, manchmal habe ich keine Lust…

          Mich würde interessieren, wie so ein Tag bei dir im Verhältnis F/E/KH

          Da habe ich kein festes Verhältnis. Absolut nicht.

          1. Micha

            Hallo Felix, auch mich würde interessieren ob Du damit eine ausreichende Versorgung mit Proteinen erreichst. Wenn Du der Meinung bist, dass das so passt, wäre ich dankbar für eine kurze Erläuterung.

          2. Felix

            Hallo Micha,
            nach grobem Überschlag: Ja. Mehr als den groben richtwert 1-1,4g/kg/Tag kenne ich nicht, weiß also nicht, was ich persönlich individuell benötige. Also fahre ich mit 1g und das bekomme ich im Mittel durchaus hin.

    2. Dirk Blaue

      Natürlich “viel lesen” und vor dem lesen viel Bücher kaufen, denn was man für Bücher ausgibt kann man nicht mehr für Essen ausgeben, und somit wäre das der einzige Nutzen dieser low-Carb Diät in 99zigster Abwandlung.
      Ich lese hier gute Gründe für paleo und sogleich gute Gründe dagegen, sowie in vielen Diskussionen dauernd das Statement von Felix das er ja nur sage was ihm guttut und er nicht sage das es allen anderen auch guttäte.
      Nun ja, ich wäre nur bereit Geld zu löhnen für w i r k l i c h neue Erkenntnisse, Tricks oder was auch immer, welche mir guttuen!
      Natürlich dürfte man bei strenger Befolgung von low Carb abnehmen, wie man das genauso bei x anderen Diäten täte, nur ob das letztendlich für den Körper wirklich so gut ist ?
      Das einzig wahre ist und bleibt FDH gepaart mit Bewegung. Selbst wer von vorgeblich/wirklich ungesunden nur die Hälfte isst, und etwas Bewegung in sein Leben lässt, dürfte wohl sicher abspecken – und das alles ohne low Carb Grippen!
      Ich bevorzuge eine mediterane Ernährung weil selbe einfach schmeckt! Ganz nebenbei leiden Menschen dieser Esskultur generell unter weit weniger Kreislauferkrankungen als andere – und DAS scheint mir mehr Beweis das diese wohl nicht sehr viel falsch machen können, als all die schlauen Bücher von Diät-Guru und Pseudowissenschaftler, welche dir heute das verbieten und morgen etwas anderes.
      Warum sollte ich also auf leckere Pizza,Pasta verzichten? Auf gesunde Öle wie Rapsöl auch? Warum sollte ich keine Bohnen und Linsen mehr essen? Tiramisu und anderes süsse ade? Ich müsste bescheuert sein!
      Essen muss in erster Linie Genuss bleiben, und nie Dogma egal welcher Art – nur dann kann man (jedenfalls mir geht das so) etwas verzicht in sein Leben intregieren, indem man also weniger von den leckeren Speisen isst um letztlich wieder abzunehmen, und gesunden – sprich : iss die Hälfte! Es ist jedenfalls etwas völlig anderes (und leichter einzuhalten) wenn ich mir eine Pizza mit dem Partner teile genau wie das Dessert, etwas weniger Pasta esse, anstatt dogmatisch auf vieles ganz zu verzichten!
      Und nie kann mir hinterher wer kommen ich hätte etwas “falsch” gemacht. Wenn zuweilen ein landläufig sehr gesundes Gericht wie Kartoffeln, Quark und Leinöl auf dem Speiseplan steht, dann muss ich jetzt nicht verzweifeln weil laut Felixpaleo-Dogma Leinöl und Milchprodukte “out” sind. Selbst wenn die (oft selbst ernannten Experten) beweisen könnten das es ungesund sei, zählt am Ende immer noch die Menge des ungesunden!
      Mein Essen nach Erlaubnislisten zu wählen, egal ob nach pseudogesunden oder pseudoethischen Gesichtspunkten, halte ich für dumm. Mein Leben scheint mir zu kurz um es nicht zu geniessen.

      1. Felix

        Hallo Dirk,
        ich denke, wir sind da weitgehend einer Meinung.

        Felixpaleo-Dogma

        Was ist denn das?

        die (oft selbst ernannten Experten)

        Wer wäre das zum Beispiel?

  5. Zeitgenosse

    Hi Felix,

    ich bin schon seit längerem begeisterter Leser deines Blogs und auch Abonnent. Deine Kochbücher wurden ebenfalls bereits verschlungen. 🙂

    Grundsätzlich sehe ich Paläo als positiv an aber ich informiere mich natürlich auch über andere Ernährungsweisen, da ich derzeit auf der Suche nach meiner “perfekten” Ernährungsweise bin.

    Und so beginne ich jetzt als aktiver Leser mich zu betätigen und erlaube ab und wann ein Kommentar oder besser Fragen zu hinterlassen. Eine habe ich bereits: Bist du mit den Theorien von Dr. Ray Peat vertraut, der ja den Kohlehydraten nicht völlig negativ gegenübersteht. Eines sollte natürlich so oder so klar sein: wenn schon KHs dann aus sinnvollen Quellen wie Obst oder Honig und dgl. Zucker ist mMn tatsächlich sinnlos.

    Ich bin mir in einigen Dingen noch sehr unsicher. Immerhin gehören die ältesten und tlw. auch gesündesten Menschen auf dieser Welt, die Japaner, zu einer Gruppe, die traditionell sehr fettarm essen. Auch die Umstände von Dr. Atkins Tod sind ja eher nachdenkenswert (besonders der katastrophale körperl. Zustand dieses Menschen vor seinem Tod) – und er war ja einer der großen Low-carb Apologeten.

    Was denkst du über diese Dinge und Fragestellungen?

    Danke im voraus und LG

    1. Felix

      Hallo Zeitgenosse,

      danke für deinen Beitrag.

      Bist du mit den Theorien von Dr. Ray Peat vertraut

      Ja.

      der ja den Kohlehydraten nicht völlig negativ gegenübersteht.

      Warum auch?

      Immerhin gehören die ältesten und tlw. auch gesündesten Menschen auf dieser Welt, die Japaner, zu einer Gruppe, die traditionell sehr fettarm essen.

      Ja…und? Das eine schließt doch das andere nicht aus. Hinzu kommt immer auch der Kontext. Weißt du, warum sie die ältesten sind? Und warum die “gesündesten”? Sind die ältesten zugleich auch die gesündesten? Ist ein hohes Alter per se positiv?

      Auch die Umstände von Dr. Atkins Tod sind ja eher nachdenkenswert (besonders der katastrophale körperl. Zustand dieses Menschen vor seinem Tod) – und er war ja einer der großen Low-carb Apologeten.

      Ich wüsste nicht, was da nachdenkenswert wäre. Hat er sich zu 100% an seine eigene Ernährungsempfehlung gehalten? Wenn nicht, ist er dadurch unglaubwürdig oder ändert das etwas an der Wirksamkeit des Konzepts? Könnte es sein, dass er die Monate vor seinem Tod im Krankenhaus und dessen Ernährungsregime verbracht hat? Ist ein erfahrener Turnlehrer unfähig, nur weil er selbst übergewichtig ist?

      Das wären Fragen, die mir dazu einfielen. Allerdings ist das für mich weniger interessant, da ich weder ein LowCarb-Proponent, noch ein LowCarb-Anwender bin.

  6. Gero

    Ich habe festgestellt, dass man bei Low Carb auf jeden Fall auf ausreichend Ballaststoffe achten sollte – sonst spielt die Verdauung verrückt. Gibt es von Felix auch etwas zu diesem Thema?

      1. Gero

        Hallo Felix, da hast du sicher recht. Ich habe mich aber erst wg. Low Carb mit Ballaststoffen beschäftigt und gemerkt, wie wichtig sie sind, wenn man vviel Eiweiss und Fett, aber wenig Kohlenhydrate konsumiert. Ein Beitrag oder Video dazu von dir wäre klasse 🙂 … nur als Anregung.

        1. Felix

          Hallo Gero,
          dazu werde ich in der Tat noch etwas schreiben – nicht spezifisch nur Ballaststoffe, aber sie werden ein wesentlicher Teil sein. Dauert allerdings noch etwas.
          Alles Gute!

  7. Michael N.

    Tipp: Kokos-Öl soll helfen die umstellung zu erleichtern, weil daraus vom Körper sehr einfach Ketonkörper gebildet werden können.

  8. Felix

    Hallo (auch) Felix 🙂 ,

    im Netz häufen sich die LC-Erfahrungsberichte von Schilddrüsen- und Hormomwerten die drastisch bei “konstant (very) LC” abschmieren und sich die Anwender (nach einer Hoch- und Diätphase) immer mieser fühlen. Auch die einstigen “Hard-Core US Paleo Befürworter” gehen (zumindest für halbwegs sportliche Mitmenschen) wieder eher gegen 200-400+ KH. Wie siehst Du das?

    LG, Felix

    1. Felix

      Wie siehst Du das?

      Jeder sollte das so machen, dass es ihm zum Vorteil gereicht. In der Regel sind Extreme da weniger hilfreich.

      Ein LowCarb-Proponent war ich nie, das ist mir mit viel zu viel Aufwand und Problemen (und, ja, Verzicht) verbunden. Meine Empfehlung ist der zwei bis unterere dreistellige Bereich (Gramm KH/Tag) für weniger aktive Menschen.

      Ganz am Ende würde es für ein vielfach gesünderes Leben vermutlich für alle Menschen reichen, nur noch vielfältig selbstgekochtes (aus frischen Zutaten) zu Essen und sich jeden Tag ein Bisschen mehr zu bewegen (mit dem Fahrrad zur Arbeit, Einkäufe, zu Fuß die Treppe rauf und runter, ein paar Kniebeugen, Liegestütz, Klimmzüge etc – “den Arsch hochkriegen” wie man in Deutschland so griffig sagt).

  9. nicolette unterstaller

    Wieder mal ein aufschlussreicher Artikel, Felix!
    Mir hat das sofortige Weglassen von Getreide und Zucker vor drei Jahren gar nichts ausgemacht. Ich hatte keinerlei Low Carb Flu -Anzeichen.
    Allerdings ging es mir nach einem guten Jahr Low Carb (unter 30g/Tag) zunehmend schlechter.
    Ich war müde, antriebslos, schnell erschöpft, aufgebläht und hatte eine Erkältung nach der anderen.
    Seit ich darauf achte, nicht unter 100g/Tag zu kommen, geht es mir wieder gut.
    Der Bauch ist flach(er), die lähmende Müdigkeit ist weg und ich war das ganze letzte Jahr nicht einmal krank.

  10. Eljägie

    Hallo Felix,
    Ich hätte da mal eine Frage: Ist eine langsame Umstellung auch möglich wenn ich meine Kohlenhydratzufuhr nicht reduziere aber meien Fettkonsum steigere? Ist es dann auch möglich die Enzyme zur Fettverwertung zu entwickeln oder kommt es da zu einer Blockade?
    Danke dir!

    1. Felix

      Nicht unbedingt eine Blockade, aber solange genügend Glucose (oder Stärke) im Magen landet, hat der Körper kaum Anlass, die Kohlenhydratverbrennung einzustellen – im Gegenteil, irgendwo muss das Zeug ja hin.

Kommentare geschlossen.

Vielen Dank für Ihren Kommentar, leider kann ich nicht immer auf alle reagieren. Zugunsten der Mitleser lösche ich Kommentare ohne Themenbezug und Kontext. Einige Kommentare muss ich manuell freischalten; in der Regel binnen 48 Stunden, selten binnen zwei Wochen.