Was ist gesundes Essen?

Was ist gesundes Essen?Unsere Gesellschaft diskutiert viel über gesunde Ernährung. Und obwohl sozialer Stand und die Verbreitung von Herzkrankheiten stärker miteinander korrelieren als ernährungsbedingte Einflüsse, finden andere Aspekte des Lebenswandels in dieser Diskussion selten Platz. Ist eine Separation der Ernährung überhaupt so weit möglich, dass wir sie als gesund oder ungesund bezeichnen können? Und welchen Platz nimmt gesundes Essen vor dem Hintergrund eines unausweichlichen Todes ein?

Was ist gesunde Ernährung?

Auf Basis des Nährstoffgehalts ist es möglich, Aussagen über die Wirkungen von Lebensmitteln auf den Körper zu treffen. Mit großer Vorsicht und ausreichenden Vorbehalten können diese Bekundungen präzise sein. Die meisten Erkenntnisse beruhen allerdings auf sehr instabilen Daten oder vagen Vermutungen. Zum Verdeutlichen dieser mangelnden Evidenz sind einzig Begriffe wie offenbar, scheinbar, wahrscheinlich oder vermutlich geeignet.

Im Optimalfall kann ein Individuum auf Basis dieser Forschung eigene Experimente durchführen. Eine entsprechende Methodik vorausgesetzt kann ein jeder prüfen, welche Lebensmittel er gut verträgt und welche nicht. Durch geschickte Kombination und Ausschlussverfahren kann man einige Rückschlüsse ziehen über die eigenen Gene, die Epigenetik, den Zustand des Stoffwechsels oder auch die Zusammenstellung des Mikrobioms im Darm.

Ermitteln, welche Lebensmittel mir gut tun und welche mir schaden und dann erstere essen und letztere meiden.

Oft ergibt sich dabei ein sehr fester Plan, eine Einteilung von Lebensmitteln in gute und schlechte. Ganz ähnlich wie der Nährstoffismus dies propagiert. Unter die Räder geraten dabei viele wichtige, mal mehr und mal weniger greifbare Einflussgrößen auf die Gesundheit.

Psychosozialer Stress hat signifikanten Einfluss auf die Gesundheit. Der Zustand der Psyche ist schwer messbar und auch sie unterliegt dem individuellen Einfluss. Je nach kulturellem oder religiösem Hintergrund spielen andere Faktoren eine Rolle. Längst gilt die Vermeidung von Stress als wichtiger Schritt zu einem gesünderen und glücklicheren Leben.

Oft vergessen die nach psychischer Erlösung Suchenden dabei die Reflexion. Denn Stress wird zwar häufig als externer Einfluss verstanden, tatsächlich entsteht er jedoch zumeist im Menschen selbst. So sind etwa nicht Termine die Ursache von Stress, sondern die eigenef Erwartung, sie alle einhalten zu müssen. Nicht das schreiende Baby ist die Ursache des Stresses, sondern die Erwartung, es würde ruhig durchschlafen.

Und eben dieser Effekt der Erwartung hat maßgeblichen Einfluss auf die Gesundheit der Ernährung. Nicht zuletzt dann, wenn wir erwarten, dass jede Mahlzeit genau unserem persönlichen Plan entspricht (und so etwa absolut vegan oder 100% Paleo ist). Unsere sorgfältigen Experimente und Recherchen und unsere Überzeugung von den (ankedotischen) Beweisen verursachen uns dann Stress, wenn wir nicht die Konsequenz ziehen. Und oft auch dann, wenn wir es tun: Durch den dafür nötigen Aufwand.

Was ist ungesund?

Fleisch? Gesättigtes Fett? Gluten? Soja? Mehrfach ungesättigte Fettsäuren? Mal scheint die Beweislage überwältigend und mal ist sie schwach. Schlimmer noch: Ein so nährstoffreich und folglich gesund erscheinendes Lebensmittel wie die Walnuss liefert zwar wertvolle Mineralstoffe und Fett als Energie, jedoch zugleich auch oxidationsanfällige, mehrfach ungesättigte Fettsäuren und Phytinsäure. Ist die Walnuss nun gesund oder ungesund? Schnell ist Paracelsus' Zitat "Die Dosis macht das Gift!" (sinngemäß) zu hören. In der Tat: Es ist Gift in allem.

Wir brauchen das Essen wie die Luft zum Atmen. Damit meinen wir unsere Abhängigkeit vom Sauerstoff. Doch auch Sauerstoff ist ungesund, denn er führt zur Oxidation. Je mehr wir atmen, je mehr wir uns körperlich betätigen, desto schneller altern wir. Sport wäre demnach ungesund. Nicht nur aufgrund des höheren Verschleißes beweglicher Körperteile, sondern auch durch die erhöhte Oxidation, den erhöhten Energieverbrauch und den entsprechenden Stoffwechsel. Dies ist keine reine Theorie: Experimenten zufolge kann eine unterkalorische Ernährung unter bestimmten Umständen das Leben Verlängern. Fraglich ist die Qualität eines solchen Daseins.

Folglich ist auch das Leben ungesund, denn es setzt voraus, dass wir atmen (oxidieren), altern und essen.

Was ist die Lösung?

Es ist offensichtlich, dass Begriffe wie gesund und ungesund uns zu nichts führen. In der Regel liegt der Frage nach diesen beiden Eigenschaften etwas anderes zugrunde. Etwa der Wunsch, glücklich zu sein, nicht zu leiden oder das Leben möglichst lange zu genießen. Manchmal auch nur das Bestreben, alles "richtig" zu machen, sicher zu sein, keine "falsche" Entscheidung zu treffen.

All dies sind nicht absolute, sondern relative und vor allem subjektive Begriffe. Und weil sie subjektiv sind, unterliegen sie individueller Kontrolle. Als Menschen haben wir alle das Recht, das Privileg und die Pflicht, selbst Verantwortung für unser Leben zu übernehmen.

Mein eigenes gesundes Essen

Sinnvoll scheint daher, dass jeder sein persönliches Optimum sucht. Für viele ist dies der Versuch, möglichst lange möglichst fit zu bleiben. Einige denken daran, möglichst lange Spaß zu haben. Dabei wäre zu erwägen, welche Menge Spaß heute optimal ist, um sich zu befriedigen, jedoch auch morgen noch Spaß haben zu können.

Was ist erstrebenswerter? Ein langes Leben mit hoher körperlicher Fitness ohne Gebrechen in ständiger Selbstdisziplin? Oder purer Hedonismus, ein Leben in Ekstase, ohne Selbstkontrolle, welches möglicherweise früh endet? Dies ist keine Frage nach Quantität oder Qualität. Es ist einzig die Frage nach der individuellen Erwartung. Es gibt keine richtige oder falsche Entscheidung. Lediglich den passenden Lebensstil für die persönlichen Ziele können wir ermitteln, zum Beispiel mit dem Konzept des einfachen Essens.

Alles in Maßen?

Neben Parcelsus' häufigem Zitat findet auch eine Inschrift am Tempel von Delphi von vor über 2500 Jahren häufig Platz in dieser Diskussionen: "Alles in Maßen" (medèn ágan). Ursprünglich mahnte dies zur Bescheidenheit und nicht zur Mäßigung etwa des Alkoholkonsums. Bescheidenheit passt dennoch in die Ernährungsdiskussion. Nämlich dann, wenn es um die Absolutheit unserer Aussagen geht. Die Geschichte zeigt, dass Bescheidenheit angebracht ist bei der Interpretation von Studienergebnissen.

Für das Individuum gilt hingegen tatsächlich, das richtige Maß zu finden. Richtig für das eigene Leben. Damit auch diese Suche nicht das ganze Leben in Beschlag nimmt, warnt uns Oscar Wilde: "Alles in Maßen. Auch das Maß."

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33 Kommentare zu “Was ist gesundes Essen?

  1. Haselmaus

    Super…

    seit Anfang des Jahres versuche ich mein Gewicht zu reduzieren und hab es dann vor vier Wochen etwa mit Paleo probiert.
    Der Anfang fiel mir recht schwer da ich immer das Gefühl hatte zuviel Fett zu essen, und der verzicht auf Milch ist für mich auch sehr schwer.
    Dank Deiner Seite genieße ich jetzt wieder meinen “Milchkaffee”…mit Kokosnussmilch….und ohne einen Gedanken an das Fett darin.
    Und es geht mir gut dabei.
    Als kleine Anmerkung …. ich hab sechs Kilo Abgenommen….etwa 25 bis 30 fehlen noch

  2. Susanne

    Sehr schöner Beitrag zu dem Thema. Ich selbst beschäftige mich schon seit Jahren mit einer “gesunden” Ernährung und stelle fest, dass sich diese Definition für mich immer wieder verändert. Ich finde deine Ausführungen sehr interessant und denke ebenso, dass man sich selbst so wenig Verbote wie möglich auflerlegen sollte, was die Ernährung angeht. Wer tief in seinen Körper hineinhorcht, der wird feststellen was für ihn persönlich “gesund ernähren” bedeutet. Man muss viel probieren und genau beobachten und seinem Gefühl folgen!

    Gruss Susanne

  3. Marco

    Hallo,
    ich sehe das Thema ähnlich, zwar bin ich auch der Typ Mensch von der “gesünderen” Sorte, jedoch glaube ich nicht, das eine absolute in Zwängen eingeschränkte Ernährung einen Menschen glücklich machen kann. Kein Alkohol, kein Fleisch aus Massentierhaltung usw. alles OK, aber wenn ich mir ein paar Mitmenschen anschaue, die sabbernd vor einem Schokoriegel stehen und sich diesen mit aller Gewalt verbieten, damit ihre zuckerfreie hoch disziplinierte Ernährung nicht unterbrochen wird…. so stelle ich mir kein Glück durch “gesundes” Essen vor.

    LG
    Marco

  4. Kati

    Hallo Felix,

    ich finde deine Artikel immer super und sie wirken auf mich so objektiv. Hast du denn auch einen Rat wie “frau” Cellulite wegbekommt? Obwohl ich das auch schon bei Männern beobachtet habe. Bei den Naturvölkern konnte ich das noch nicht entdecken. Heutzutage werden die Mädels ja immer jünger die die “Dellen” bekommen. Also MUSS es mit der Ernährung zusammenhängen. Wie ist deine Meinung dazu und warum?
    LG Kati

    1. Felix

      Hallo Kati,
      es muss nicht an der Ernährung liegen, auch Bewegungsmangel könnte ursächlich sein.

      Das gesamte Konzept der Cellulite ist relativ neu und es gibt fundierte Gründe, warum es reine Fantasie ist und man es schlichtweg Fett nennen kann. Insofern kann die Lösung durchaus in Ernährung und regelmäßiger Bewegung liegen. Ich sehe sie dort.

      1. Kati

        Hallo Felix,

        danke für die schnelle Antwort.
        Du sprichst von “Fett”, meinst du damit fettiges Essen? Hast du “Ernährungstipps” hierzu oder wäre einfach Paleo das Richtige? Entschuldige, dass ich so nachbohre, aber die üblichen Infos zu dem Thema (was man so im Netz findet) erscheinen mir wenig glaubwürdig.
        LG Kati 😉

        1. Felix

          Du sprichst von “Fett”, meinst du damit fettiges Essen?

          Nein, in diesem Fall war die Bedeutung eher: Celluluite ist Fett. Körperfett.

          Wer sagt, er wisse “die richtige” Ernährung dafür, lehnt sich sehr weit aus dem Fenster. Ich würde es speziell für Cellulite so probieren: Gar keine Milchprodukte mehr, kein Zucker. Ach, was soll ich es noch einmal schreiben: Mach dies: http://www.urgeschmack.de/wiedergeburt-in-30-tagen/ – und danach schaust du, was du wieder auf den Speiseplan setzen kannst, ohne dass es schlimmer wird.

          Milch (Milchprodukte eingeschlossen) ist oft die Ursache von Hautproblemen

          1. Kati

            Noch eine kurze Anmerkung: Ich hab mir deinen Link angesehen, nur abnehmen muss ich nicht. Wiege nur etwas über 50kg. Hoffe es ist trotzdem die richtige Vorgehensweise.

    2. Susanne H.

      Hallo Kati,

      hier gibt es sicher, wie immer, mehrere Ursachen und diese sind dann auch noch individuell verschieden. Auf der einen Seite sollte man es nicht überbewerten, finde ich, und junge Mädchen damit nicht verunsichern. Sie sollen ihren Körper, so wie er ist, akzeptieren. Die Schönheitsideale sind unerbittlich genug. Andererseits denke ich aber, dass die zunehmende Belastung mit Östrogenen bzw. östrogenähnlichen Stoffen dahinter steckt und das ist ein ganz heißes Eisen.
      Felix trägt hier ja unermüdlich hervorragend recherchierte Informationen zusammen, Du findest bestimmt beim Lesen der Artikel den richtigen “Dreh”, der zu Dir passt.

      Viele Grüße,
      Susanne

  5. Cheer P.

    Danke für den super Tipp, ich denke wirklich das könnte mir helfen ! Ich werde das in nächster Zeit so versuchen 🙂

  6. Senta

    Lieber Felix,

    der Artikel ist grandios, spiegelt er doch all die selbst gemachten Beschränkungen und Scheuklappen, die wir uns anlegen. Ich kenne auch die unentspannte Haltung, die hier Einige angesprochen haben. Es ist schwer, davon wegzukommen, aber es geht. Das “Umdrehen”, von dem Marcel sprach, ist ein sehr guter Ansatz. Zu Beginn einer Umstellung ist es ja mit den Verboten besonders hart. Wenn ich mir dann aber nicht sage “Ich esse am Wochenende mal kein Obst, Getreide und Zucker lasse ich sowieso weg, Reis und Kartoffeln auch – sprich: dieses WE mal ausschließlich Gemüse, Saaten, Nüsse, Fleisch, Eier” wird es nicht schön. Es macht absolut keine guten Gefühle in mir.
    Gebe ich mir aber die Botschaft: “dieses Wochenende Luxus pur: frisches Gemüse, Salate, ein neues Rezept für eine Hähnchen-Gemüsepfanne” geht es mir gleich viel besser…es ist die Anschauungsweise, mit der wir uns selbst unglaublich beeinflussen können. Und der INNERE Umgang mit dem “Verzicht”. All das, was wir mit Essen und der Nahrung generell verbinden, sollte uns gute Gefühle machen.
    Und wenn es dann genüsslich eine ganze Tafel Schokolade ist, dann ist es sie eben. Stirbt einer von euch daran????
    “Das Leben ist zu kurz für (Leinsamen) Knäckebrot” ist ein schönes Zitat von Janosh dazu. Das stimmt. Auch Torte darf mal sein. Mit viel Genuss, lieben Menschen drum herum und ganz ohne schlechtes Gewissen.

  7. Lisa

    Danke für den super Tipp Marcel ich denke wirklich das könnte mir helfe ! ich werde das in nächster Zeit so versuchen 🙂

  8. alex

    hallo felix,

    was sollte ich bei meiner ernährung beachten, wenn ich mit erhöhter harnsäure zu kämpfen habe?

    danke schon mal im voraus 😉

  9. nicolette unterstaller

    Danke für diesen schönen Artikel!
    Er drückt genau das aus, wozu ich in den letzten Monaten gefunden habe.
    War ich anfangs meiner Paleo-Entdeckung noch überzeugt, ich müsse nun hundertprozentig immer Paleo leben, so bin ich in den letzten Monaten immer lockerer geworden.
    Ich habe herausgefunden daß alles gewissen Wellenbewegungen folgt.
    Zumindest bei mir.
    Zeiten mit zum Beispiel sehr viel Sport, oder mehr Alkohol, oder weniger Schlaf wechseln mit wenig bis kein Sport, null Alkohol und mehr Schlaf ab. Natürlich nicht zwangsläufig in dieser Reihenfolge :-))
    Seit ich das akzeptiert habe, mach ich mir fast keine Gedanken mehr, ob nun die Ernährung perfekt ist, ob ich mich ausreichend bewege – solange die grundsätzlichen Rahmenbedingungen ( so gut wie kein Getreide, Zucker, vorgefertigtes Essen) stimmen, passt es.

  10. Jessica

    Ich ernähre mich nun schon eine Weile paleo und habe sogar einen Monat das Autoimmunprotikoll ausprobiert, da bei mir Multiple Sklerose diagnostiziert wurde. Allerdings ging es mir die ganze Zeit über sehr gut, habe keine Beschwerden, nachdem der erste Schub abgeklungen war. Deshalb war es für mich nicht möglich, heraus zu finden, ob eine Umstellung auf das AIP auch wirklich einen Einfluss auf meine Gesundheit hat. Bin jetzt wieder zu Paleo zurückgekehrt und möchte das Ganze aber jetzt auch ein bisschen entspannter angehen, damit es zumindest in Gesellschaft einfacher wird, es umzusetzen. Das bedeutet für mich, zu Hause paleo, auswärts auch mal eine Ausnahme. Ich denke mir einfach, sollte es mir irgendwann schlechter gehen, kann ich ja jeder Zeit wieder strenger werden und sehen, ob es dann Verbesserung bringt. Ganz zurück zu “normal” möchte ich allerdings nicht, da es bei mir ja nicht darum geht, womöglich im Alter unfit und krank zu sein, sondern jetzt dagegen zu wirken, dass meine Erkrankung sich manifestiert und verschlechtert.

    1. wolfgang

      Hallo Jessica,

      falls Du es nicht schon kennst – lies mal das Buch von Terry Wahls “Multiple Sklerose erfolgreich behandeln – mit dem Paläo-Programm”. Das geht noch einiges weiter als das AIP von Paleo360. Terry Wahls ist Ärztin in den USA und ist selbst an MS erkrankt. Sie hat hervorragend recherchiert, eine schöne Erfolgsgeschichte mit ihrer MS und ein tolles “Standard-Werk” zum Thema Auto-Immun Krankheiten & Ernährung zusammen gestellt.

      Das ist das beste was ich zum Thema MS im Allgemeinen und dem Zusammenhang mit der Ernährung gelesen habe. Du solltest jetzt – wo es Dir noch gut geht – alles in Bewegung setzen, um Dich umfassend über MS und Ansätze zur Eindämmung der Krankheit zu informieren.

      Meine Schwester hat MS seit mehr als 15 Jahren. Am Anfang gab es nur wenige Symptome und ein paar leichte Schübe. Sie hat sich lange Zeit praktisch nur auf die Schulmedizin verlassen und ist inzwischen vom Rollstuhl nicht mehr weit weg.

      Seit ein paar Monaten ist sie auf der aller einfachsten Stufe in das Wahls Programm eingestiegen und es zeigen sich erste leichte Verbesserung ihrer mentalen & physischen Verfassung.

      Es gibt eindeutige Zusammenhänge zwischen Autoimmun Krankheiten und unseren individuellen Lebensweisen. Die Ernährung & die Darmflora sind elementare Faktoren hierbei.

      http://www.amazon.de/Multiple-Sklerose-erfolgreich-behandeln-Pal%C3%A4o-Programm/dp/3867311595

  11. Thomas

    Toller Artikel. Du sprichst mir aus dem Herzen. Ich lese seit 20 Jahren immer wieder zum Thema Enährung (koche sehr gerne) und habe da einige sehr wiedersprüchliche Trends wahrgenommen. Mittlerweile bin ich zu dem Schluss gekommen, dass es für mich nur einige wenige Dinge sind, die mir langfristig nicht guttun. Zucker und andere schnell verfügbare Kohlenhydrate, z.B. echte Getreide. Mal jede Form von Fertigkost aussenvor. @Lisa dieses Bewusstsein alleine reicht mir um den Konsum zu reduzieren. Aber ohne Verbote. Zur Not esse ich morgens im Hotel auch mal ein Brötchen, wenn es nichts anderes gibt. Aber es passiert in den letzten Jahren immer seltener.
    @ Re Ni ich bin was Nahrungsmittelunverträglichkeiten angeht sehr skeptisch. Natürlich gibt es einige wie Zöliaki und echte Allergien. Bin z.B. gegen Kernobst allergisch, wenn ich das roh esse bekomme ich jucken und brennen im Hals. Die lassen sich aber definitiv nachweisen. Bei den moderneren Unverträglichkeiten hängt das immer vom Arzt oder der Zeit der Untersuchung ab. Hatte da schon einige lustige Erlebnisse.

    Aber man kann natürlch selber beobachten was man in welchen Dosen wann verträgt. Oder die Diätetik der Traditionellen Chinesischen Medizin scheint mir da auch ein guter Ansatz zu sein. Da gibt es keine Verbote, sondern je nach Typus nur Empfehlungen, wovon mehr und wovon weniger.

    Beste Grüße
    Thomas

  12. Martina

    Dieser Artikel trifft ein Problem auf den Punkt und der Satz “Alles in Maßen” könnte nicht besser passen.
    Meine Schwester und ich hatten das Problem mit übertriebenem Perfektionismus bezüglich Sport/Ernährung doch unsere strengen Ansprüche haben uns nach einiger Zeit negative Effekte beschert (Heißhunger, Schuldgefühle, Erschöpfung). Bis wir festgestellt haben: Paleo und Sport tun uns gut aber das Wichtigste ist, das man damit im Reinen ist. Ein Tag mit konventionellem Frühstück ist kein Verbrechen und eine fehlende Krafteinheit auch eine gute Erholung für den Körper. Es geht uns jetzt viel besser. Einen tollen Artikel dazu hat auch Nadja auf ihrem Blog geschrieben:
    http://www.uuliv.de/wie-viel-paleo-muss-sein/

  13. Ulla

    Hallo zusammen,
    ich binin einer Zeit aufgewachsen, als Macaroni und Ravioli noch etwas aussergewöhnliches waren. Bei uns gab es klassisch Gemüse, Kartoffeln, Fleisch zum Mittagessen und vor dem Essen nichts Süßes. Kuchen nur am Wochenende und dies war dann Blechkuchen mit Obst aus dem Garten.
    Auch als ich von zu Hause ausgezogen war und aufgrund meiner Arbeitszeiten kein Mittagessen kochte, blieb mir der Sinn für das, was gesund ist erhalten. Irgendwann stellte aber auch ich fest, dass ich zu viel Brot aß und hatte das Gefühl, dass das Gesunde fehlte.
    Die Urgeschmack oder Paleoernährungsweise kam mir da gerade recht, denn die Anregung, einfach Brot und Nudeln wegzulassen und ansonsten alles zu essen – wirklich alles nach Herzenslust – ist ein Traum! Nichts verarbeitetes, nur frische Sachen, Obst, Gemüse, Kartoffeln, Fleisch! Super!

  14. Re Ni

    Mal wieder ein grandioser Beitrag und gleichzeitig die Formulierung meiner Gedankengänge der letzten Wochen. Doch wie finde ich wieder zu einem entspannten Essen? Mir gelingt das irgendwie nicht mehr…Hast du da einige Tipps, Ansatzpunkte? Schwierig macht es für mich, da ich viele Unverträglichkeiten vom Arzt diagnostiziert bekommen habe. Wie bekommt man sowas wieder aus dem Kopf und findet zu einem entspannten Umgang mit Essen? Mittlerweile beneide ich wirklich meinen Mann, der sich gar keine Gedanken macht…wie viele andere auch. Aber ich finde gerade bei mir den Schalter nicht. Eben habe ich zwei Stück Rhabarberkuchen gegessen…mit 3 Allergenen drin, die ich angeblich nicht vertrage. Und danach habe ich natürlich das Gefühl dass es mir nicht bekam. Aber ist das jetzt nur die Psyche? Und wie komme ich wieder raus aus diesem unentspannten Essverhalten? Mir tut das einfach nicht gut.

    1. Felix

      Hallo Re Ni,
      danke für dein Feedback.
      Was dein Gefühl angeht: Sprich vielleicht mit deinem Mann darüber. Du selbst hast schon den Eindruck, dass du es dir vielleicht nur einredest. Wenn du es deinem Mann schilderst, kann er dich vielleicht bestärken. Natürlich gibt es auch echte Symptome und die sollte man sich nicht ausreden. Aber mir scheint, als hälfe es sehr, über diese Dinge vertrauensvoll zu sprechen mit jemandem, der es versteht. Den Zugang zum Essen findest du gewiss wieder, wenn du sehr, sehr, sehr leckere Sachen isst. So erlebe ich das jedenfalls immer wieder.

  15. Antje

    Hallo Lisa,

    wenn du rausgefunden hast, wie man das überwindet, so lass mich gerne teilhaben 😀
    Bin an einem ähnlichen Punkt.

    Hallo Felix,

    schöne Darstellung, denn genau das erlebe ich im Alltag sehr oft.
    Ich ernähre mich meiner Meinung nach sehr gesund und habe erst kürzlich von einem Kollegen gehört “ich esse zu gerne und ich lebe nur einmal, ich will das nicht ändern”. Trifft ja genau das von dir beschriebene Dilemma: Will ich lange fit sein und alt werden, habe dafür aber eine gewisse stetige Selbstdisziplin oder will ich das Leben völlig ohne Kontrolle genießen, wie es mir gerade passt, und sterbe dann vielleicht früher oder bin körperlich unfit (leicht übergewichtig ggf.).
    Kann wohl wirklich nur jeder selbst für sich beantworten..

    LG,
    Antje

  16. Lisa

    Wahnsinns Beitrag über genau dieses Thema denke ich momentan nach kann es aber nicht so in Worte fassen wie du es tust! Du triffst den Nagel auf den Punkt! Vieles entsteht im Kopf und ich hab erst vor kurzem festgestellt, dass ich es bin die mir Verbote auflegt weil etwas ungesund etc ist…niemand anderer nur ich selbst…wie man so etwas “überwindet” versuche ich gerade für mich herauszufinden

    1. Marcel

      Hallo Lisa und Antje, Hallo Felix,

      zuerst einmal Danke für den Artikel.

      Ich bin der Meinung, dass es einen RIESEN Unterschied macht, wie man die Dinge betrachtet. Also wenn man sich sagt “Ich will kein Zucker essen”, dann stellt man sich meiner Meinung nach ein Verbot auf. Dreht man den Gedanken jedoch ein wenig um und sagt “Ich will sehen, an welchen Stellen ich den Zucker problemlos weglassen kann”, dann ist das aus meiner Sicht weniger einengend und vorallem auch weniger “schlimm”, wenn man dann doch nicht ganz seiner “Optimalvorstellung” folgt.

      Vielleicht hilft euch das ja weiter 🙂

      Beste Grüße
      Marcel

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