Klimmzüge für Anfänger (Urgeschmack-TV Ep. 152)

Der Klimmzug gehört zu den klassischen Übungen der körperlichen Ertüchtigung. Seine Beherrschung gilt als Ausdruck von Kraft und Fitness, sein praktischer Nutzen überzeugt jedoch nicht jeden: Sein eigenes Körpergewicht hochziehen zu können – und das mehrfach hintereinander. Doch der Klimmzug leistet mehr und er trainiert nicht nur den Bizeps, sondern den gesamten Oberkörper. Doch wie kann man seine Kraft aufbauen und sich langsam an seinen ersten Klimmzug herantasten? Das zeigt uns Felix Klemme vom Outdoorgym.

Was sind Tannine?

Was sind Tannine?Tannine sind neben den Saponinen eine weitere, große Gruppe sekundärer Pflanzenstoffe. Neben ihren gesundheitlichen Wirkungen haben sie auch einen ganz markanten Einfluss auf die Textur, das Mundgefühl eines Lebensmittels. Da sie beileibe nicht nur in Tannen vorkommen, verdienen auch sie einen eigenen Artikel.

Was sind Tannine?

Tannine sind eine Klasse polyphenolischer, genauergesagt flavonoider Verbindungen, wovon einige auch als Proanthocyanidine bezeichnet werden. Der Begriff Tannin geht auf das Wort Tanne zurück und bezieht sich auf die Holz-Tannine, die früher zum Gerben von Leder Verwendung fanden. Im Französischen bedeutet tanin Gerbstoff.

Wo kommen Tannine vor?

Besonders in verschiedenen Teilen von Bäumen, Büschen und Sträuchern sind Tannine verbreitet. Doch auch in einigen Lebensmitteln wie Beeren, Nüssen, Hülsenfrüchten, Weintrauben, Kräutern und Schokolade befinden sich diese sekundären Pflanzenstoffe. Über entsprechendem Holz geräucherte Fisch- und Fleischprodukte können an der Oberfläche ebenfalls Tannine enthalten. Eine wichtige Rolle spielen Tannine auch in Wein und Tee.

Was machen Tannine?

Tannine haben die Eigenschaft, Eiweiße zu binden und auszufällen. Den Pflanzen dienen sie offenbar als Schutz gegen Fraßfeinde. Dabei sind die Tannine in den Pflanzen so gespeichert, dass sie den eigenen Stoffkreislauf der Pflanze nicht beeinträchtigen, sondern erst bei der Zerstörung der entsprechenden Zellen aktiv werden.

Tannine sorgen in Widerkäuern für eine stark reduzierte Nährstoffaufnahme, sind also Anti-Nährstoffe. Dosisabhängig kann es zu Magenverstimmungen und -Schmerzen bis hin zu Nieren- und Leberbeeinträchtigungen kommen. Essen die entsprechenden Tiere zu viel davon, können Sie daran sterben. Eichhörnchen sind dahingehend allerdings unempfindlich, weswegen sie sich praktisch an maßlosen Mengen Nüssen erfreuen können.

Allerdings deuten aktuelle Untersuchungen darauf hin, dass Tannine auch eine wichtige Rolle im Stickstoffkreislauf von Böden spielen. Mit Blick auf die Kohlenstoffdioxidspeicherung in Böden sind Tannine daher sogar für Klimaforscher ein relevantes Thema.

Tannine verursachen ein Mundgefühl, das wir adstringent nennen. Stumpf, pelzig, trocken wären passende Worte aus der Umganssprache dafür. Adstringere kommt aus dem Lateinischen und bedeutet etwa zusammenziehen. Genau das ist der Effekt des Tannins: Es wirkt Eiweißbindend und -ausfällend und reagiert so mit den Schleimhäuten im Mund. Dies ist auch Bestandteil des meist als bitter bezeichneten Geschmacks dunkler Schokolade.

Tannine haben Einfluss auf die Haltbarkeit, Farbe, Reifung und Textur von Weinen. Sie können auch selbst reifen, solange sie sich noch in der lebenden Pflanze befinden.

Auch in Tees sind Tannine für den herben Geschmack mitverantwortlich, wobei die entsprechenden Stoffe erst nach einer mehrminütigen Ziehzeit freigesetzt werden.

In bestimmten Formen, zum Beispiel als Anthocynidine, wirken sich Tannine offenbar auch positiv auf den Zustand von Blutgefäßen aus und es gibt verschiedene Untersuchungen, die auf blutdrucksenkende, tumorhemmende und antiinflammatorische Wirkungen hindeuten. Da ist sie also wieder, die Ambivalenz.

Und natürlich eignen sich Tannine noch immer zum Gerben von Leder, denn auch dort hilft ihre zentrale Eigenschaft beim Vernetzen der Kollagenmoleküle.

Kann man Tannine deaktivieren?

Die Deaktivierung von Tanninen untersucht man derzeit vornehmlich im Bereich des Tierfutter. Verschiedene Methoden sind hilfreich; sowohl Kochen als auch anaerobe, feuchte Lagerung reduziert den Tanningehalt effektiv.

Fazit

Auch Tannine zeigen uns, dass die Welt nicht nur aus schwarz und weiß besteht. Sie können negative Wirkungen haben und auch positive. Ihr Geschmack –oder eher das von ihnen ausgelöste Mundgefühl– mag allein vielleicht nicht begeistern, in Maßen und mit geschickt kombiniert jedoch zu Glückseligkeit führen.

Gesundheitlich besteht scheinbar kein Anlass zur Beunruhigung. Gerade die Adstringenz sollte dafür sorgen, dass der Mensch die entsprechenden Lebensmittel nur in Maßen konsumiert und sich so selbst vor einer Überdosis schützt. Ein Mechanismus, den Beispielsweise Phytinsäure nicht bietet.

Ein Alarm oder erhöhte Aufmerksamkeit scheint daher bei einer ausgewogenen und vielseitigen Ernährung kaum angebracht.

Quellen und weiterführende Informationen:

Sind Pflanzenöle ungesund? (Urgeschmack-Podcast #23)

Sind Pflanzenöle ungesund? Dieser Podcast ist eine Audio-Version des Artikels “Sind Pflanzenöle ungesund?” Sie können den Podcast direkt hier bei Urgeschmack hören oder auch kostenlos über iTunes abonnieren. Eine weitere Möglichkeit ist der Urgeschmack-Podcast Feed.

Multiple Sklerose und Ernährung

Multiple Sklerose und ErnährungGlaubt man aktuellen Enzyklopädien, Verbänden und Vereinen, so ist Multiple Sklerose unheilbar und die Ursache für diese Krankheit unbekannt. Doch es häufen sich Hinweise auf einen engen Zusammenhang mit Ernährung. Einige Wissenschaftler und Betroffene haben die Erfahrung gemacht, dass sie durch die Art ihrer Ernährung den Krankheitsverlauf bremsen und sogar umkehren können.

Was ist Multiple Sklerose?

Multiple Sklerose (MS), auch als Encephalomyelitis disseminata bezeichnet, ist eine chronische, degenerative, entzündliche Erkrankung des Nervensystems, vornehmlich des Gehirns und des Rückenmarks. Dabei kommt es zu einer Beschädigung der Myelinscheiden, welche die Axone der Nervenzellen umgibt. Diese Schicht wirkt elektrisch isolierend, ihre Beschädigung führt zu einer Reihe von Symptomen.

In Folge einer Autoimmunerkrankung kann es so zu Sehschwäche, Muskelschwäche, Koordinationsstörungen und Zittern kommen. Die Krankheit kann stetig schleichend oder in Schüben erfolgen, Betroffene erleiden verschiedene Grade der Behinderung, landen jedoch nicht zwingend immer im Rollstuhl.

Was hat das mit Ernährung zu tun?

Dr. Loren Cordain hat schon vor einigen Jahren eine Verbindung zwischen der modernen, westlichen Ernährung und MS gezogen. Seine Theorie besagt im Wesentlichen, dass Hülsenfrüchte, Getreide, Nachtschattengewächse und Milch auf dem Weg einer Autoimmunerkrankung Multiple Sklerose verursachen oder begünstigen. Er bezieht sich dabei vornehmlich auf die Lektine in den genannten Lebensmitteln, welche die Darmwände beschädigen und durchdringen können und so durch den Blutstrom an Orte gelangen, an denen sie nichts verloren haben.

Im Detail legt er diesen Weg in einem ausführlichen Vortrag dar, den ich im Video bereits bei Urgeschmack vorgestellt habe: Dr. Loren Cordain über Multiple Sklerose und die Paläo-Diät. Im dort verlinkten, siebenteiligen Video finden Sie alle Details dazu. Durch den Verzicht auf lektinhaltige Lebensmittel könne demnach MS aufgehalten werden.

Aber stimmt diese Theorie? Dr. Cordain hat sich, wie jeder Mensch, schon einmal geirrt. Könnte dies nicht ein riesiger, jahrelanger Irrtum sein?

Das ist unwahrscheinlich, denn weder er selbst, noch seine Kollegen konnten seine Theorie bislang widerlegen. Vielmehr bestätigt sich immer wieder, dass die Ernährung ein Schlüssel zur Bekämpfung von MS sein kann.

Eines der prominentesten Beispiele dafür dürfte Dr. Terry Wahls sein. Diese Dame war selbst von MS betroffen, saß bereits im Rollstuhl und besorgte sich dann alle Studien, die sie zu dieser Krankheit finden konnte. Ihre Schlussfolgerung war eine relativ einfache Ernährungsumstellung, in deren Folge sie innerhalb weniger Monate wieder ohne Hilfsmittel laufen und leben konnte. Hier hält sie einen Vortrag zu ihrem Weg:

Das ist eine Anekdote von vielen, die bestätigt, dass offenbar Ernährung wirklich einen großen Einfluss auf Multiple Sklerose hat. Dr. Wahls sah schlecht funktionierende Mitochondrien als wichtigen Aspekt ihrer Erkrankung. Mitochondrien gelten als die Kraftwerke der Zellen und wenn sie nicht die nötigen Nährstoffe bekommen, dann liegt nahe, dass es zu Fehlfunktionen kommt. Dr. Wahls identifizierte diese Nährstoffe, größtenteils Vitamine, und stellt ihre Ernährung folgendermaßen um:

  • Täglich einen Teller voll grünes Gemüse wie Grünkohl oder Spinat als Quelle der Vitamine A, B, C, K, und Mineralstoffe
  • Täglich einen Teller voll schwefelreicher Gemüse aus der Kohlfamilie, Zwiebeln, Pilze und Spargel
  • Täglich einen Teller voll bunten Gemüses und Obst als Quelle für Antioxidantien
  • Wild gefangener Fisch oder Weidefleisch als Quelle für tierische Omega-3-Fettsäuren
  • Innereien (Leber, Herz, Niere) als Quelle für Vitamine und Mineralstoffe
  • Ausreichend Jod und Selen

Stark verarbeitete/behandelte Lebensmittel sowie Getreide und stärkehaltige Lebensmittel (darunter Kartoffeln und Mais) strich sie von ihrem Speiseplan.

Neun Monate später konnte sie bereits eine Fahrradtour von knapp 30 Kilometern bewältigen. Beachtlich, wenn man bedenkt, dass sie zuvor selbst für kürzeste Strecken ohne ihren Spezialstuhl zwei Krücken benötigte (EDSS-Grad ca 6.5 bis 7.0).

Fazit

Selbst wenn nicht jedes Detail geklärt ist und nicht jede Anekdote zur Allgemeingültigkeit gereichen kann: Was ist zu verlieren? Eine naturnahe Ernährung wie bei Urgeschmack empfohlen oder die Steinzeiternährung (Paläo-Diät) kostet nicht viel und birgt praktisch keine Risiken. MS-betroffene haben in der Regel kaum etwas zu verlieren – jedoch sehr viel zu gewinnen. Es scheint daher absolut ratsam, es einige Monate konsequent mit der beschriebenen Ernährungsumstellung zu versuchen.

Quellen und weiterführende Informationen:

Urgeschmack: Dr. Loren Cordain über Multiple Sklerose und die Paläo-Diät

Urgeschmack: Die Steinzeiternährung

Wikipedia: Expanded Disability Status Scale

Illustration: Quasar Jarosz

Spinatrolle

Spinatrolle

Es ist faszinierend, wie vielseitig sich verschiedene Lebensmittel kombinieren lassen. Besonders dann, wenn alle Bestandteile nahrhaft sind und sich dennoch völlig neue Materialien schaffen lassen. So auch die Spinatrolle: Eine einfache Kombination aus Eiern und Spinat. Als Füllung sind alle möglichen Bestandteile denkbar, so zum Beispiel Hackfleisch, Feta, Soßen und Cremes, diverses Gemüse… in diesem Rezept sind es einfach gebratene Zwiebeln in einer Tomatensoße.

Rezept für Spinatrolle

Zutaten

  • ca 600g Spinat (gehäckselt)
  • 6-7 Eier
  • 3-4 Zwiebeln
  • 200ml Tomatensoße*
  • Gewürze: Salz, Pfeffer, Thymian, Oregano

*dazu eignet sich eines der vielen Rezepte für selbstgemachte Tomatensoße oder einfach Tomatenmark mit etwas Wasser verdünnt

Zubereitung

Den Backofen auf 180°C vorheizen.

Die Eier gründlich mit dem Spinat verrühren und mit Salz und Pfeffer würzen.

Ein Backblech mit Backpapier auslegen, die Spinatmasse als dünnen Film darauf verteilen, anschließend in den Ofen stellen und rund 20 Minuten backen. Anleitung in Bildern siehe unten.

Währenddessen die Zwiebeln schälen, schneiden und anbraten. Mit Salz und Pfeffer würzen.

Die Tomatensoße vorbereiten, ggfs. das Tomatenmark mit etwas Wasser verdünnen und mit Salz, Pfeffer, Oregano und Thymian würzen.

Nach der Backzeit prüfen, ob die Oberfläche des Spinatfilms trocken und das Ei gestockt ist, unter Umständen noch etwas länger backen.

Danach die Tomatensoße auf dem Spinatboden verteilen, darauf die Zwiebeln legen.

Nun an einer der kürzeren Seiten beginnend, den gesamten Boden aufrollen. Es hilft, dazu den Spinatfilm der Länge nach zu halbieren und so zwei Rollen zu bilden.

Servieren und genießen.

Diese Menge reicht für ein bis zwei Portionen.

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5 Gründe, warum Steinzeiternährung Blödsinn ist

Heute erfahren Sie hier 5 Gründe, warum die Steinzeiternährung (oder Paleo-Diät) Blödsinn ist. Denn auch das effektivste Konzept kann Schwachstellen haben. Indem man sich diese bewusst macht und akzeptiert, kann man noch verantwortungsvoller damit umgehen.

Jede Medaille hat zwei Seiten. Wie die andere Seite aussieht, erfahren Sie nächste Woche.

Lebensmittel optimal aufbewahren: Gefäße

Lebensmittel optimal aufbewahrenDas Essen ist zubereitet. In der Küche steht das Werk mehrstündiger Arbeit, vorgekochte Mahlzeiten für die kommenden Tage oder Reste eines zu groß angesetzten Essens. Mal wieder so richtig gehamstert. Ein erhebendes Gefühl, es schmeckt köstlich – doch wie lässt sich dieser Wert am besten bewahren? Nicht immer besteht die Möglichkeit zu einer frischen Mahlzeit, doch dank der Verbreitung moderner Technik lassen sich einmal zubereitete Mahlzeiten mühelos aufwärmen und genießen, als kämen sie frisch aus der Sterneküche. Damit es jedoch dazu kommen kann, muss die Aufbewahrung stimmen.

Für die Lagerung von Lebensmitteln findet sich praktisch bei jedem Discounter regelmäßig eine Reihe von Plastikdosen, die der Volksmund auch gerne mit dem Markennamen zusammenfasst, der mit “T” anfängt und mit “upper” aufhört. Berühmt und berüchtigt als Frühstücksdosen, Vorratsdosen oder Brotdosen fallen in diese Kategorie unzählige Produkte unterschiedlicher Materialien und Ausführungen. Doch erfüllen diese ihren Zweck alle gleich gut?

Die optimale Lagerung

Die Anforderungen an ein entsprechendes Gefäß klingen heutzutage wenig kompliziert: Der Inhalt soll möglichst lange frisch bleiben, vor Umwelteinflüssen geschützt und zwecks Transportfähigkeit auch wirklich dicht eingeschlossen sein.

Die meisten Produkte erfüllen diese Anforderungen auch. Doch es gibt weitere wichtige Details zu beachten, um das liebevoll zubereitete Essen auch wirklich bestmöglich zu lagern.

Das optimale Material zur Lagerung von Lebensmitteln ist offenbar nicht Kunststoff, sondern Glas. Dafür sprechen verschiedene Argumente.

1. Glas ist chemisch inert

Das bedeutet: Es reagiert chemisch nicht. PVC, BPA und Weichmacher sind im Zusammenhang mit Kunststoffen zurecht Reizworte geworden sind, weil entsprechende, gesundheitlich bedenkliche Stoffe aus dem Material austreten und in das Essen übergehen können. Die gesamte Problematik besteht im Falle von Glas nicht. Glas macht nichts mit dem Essen. Wer also viel Mühe investiert hat, um sein Essen genau so zu gestalten, wie es sein soll, der vertraut es am besten einem Glasgefäß an, damit es auch so bleibt.

2. Glas ist geruchs- und geschmacksneutral

Das hängt natürlich direkt mit Grund #1 zusammen: Glas reagiert nicht, verändert also auch nicht den Geschmack oder das Aroma des enthaltenen Essens.

3. Glas hat eine hohe Wärmeleitfähigkeit

Glas leitet Wärme wesentlich besser als die relevanten Kunststoffe. Lebensmittel, die im Kühlschrank gelagert werden, kühlen dadurch wesentlich effizienter und bleiben dementsprechend länger frisch.

4. Glas ist hygienischer, da leichter zu reinigen

Viele Kunststoffgefäße nehmen schon nach kurzer Zeit Farben oder Gerüche der darin gelagerten Lebensmittel an. Eine wirklich vollständige Reinigung mutet in solchen Fällen praktisch unmöglich an, die Rückstände scheinen sich in Poren oder zwischen Unebenheiten festzusetzen. Dementsprechend bleiben potenziell mehr Keime zurück und künftig darin gelagerte Lebensmittel verderben schneller.

5. Glas ist robust

Die meisten Glasgefäße dieser Art eignen sich zugleich auch zum Erhitzen der Lebensmittel zum Beispiel in der Mikrowelle. Während viele Plastikgefäße sich beim Erhitzen verformen, verfärben oder gar Blasen werfen, halten die meisten Glasgefäße der Hitze problemlos stand. Speziell bei jahrelangem Gebrauch wird dieser Unterschied sehr deutlich, denn das Glas wird, anders als einige Kunststoffe, durch das Erhitzen nicht spröde und funktioniert praktisch wie am ersten Tag.

6. Glas ist langlebig

Durch starke Stöße kann Glas zerbrechen. Doch der Vergleich zwischen je einem auf den Boden fallenden Glas- und Kunststoffgefäß ist irreführend, da dies nicht dem Verwendungszweck entspricht. Im normalen Gebrauch, das heißt zur Lagerung und zum Transport von Lebensmitteln zum Beispiel zum Arbeitsplatz, erweisen sich Glasgefäße als langlebiger als ihre Kunststoffkollegen.

7. Glas ist unendlich recyclebar

Glasgefäße sind potenziell umweltfreundlicher als Kunststoffgefäße. Potentiell, weil dies nur dann der Fall ist, wenn sie dem Recycling zugeführt werden. Dann nämlich kann Glas unendlich oft wiederverwendet werden. Im Falle aktuell verbreiteter Kunststoffe bleibt nur sehr ineffizient und aufwändig verwertbarer Plastikmüll.

Die Kehrseite

Gibt es auch Nachteile bei Glasgefäßen? Sicherlich. Glasgefäße sind in der Regel schwerer als solche aus Kunststoff. Und Glas lässt sich nicht ganz so beliebig formen wie Kunststoffe. Am ehesten sichtbar ist dies bei den Deckeln bzw. Verschlüssen: Es ist praktisch unmöglich, ein Scharnier aus Glas herzustellen. Wie also die jeweilige Dose dicht verschließen?

Die optimale Lösung

Die einfachste Lösung ist pragmatisch: Das beste aus beiden Welten kombinieren und ein Glasgefäß mit Plastikdeckel verwenden. Heben sich dadurch nicht alle Vorteile auf? Nein.

Denn die Lagerung des Lebensmittels findet im Glasgefäß statt. Der Deckel liegt oben auf, schließt sicher und kommt nicht mit dem Lebensmittel in Berührung. Das Problem der Reinigung und der chemischen Reaktion kommt praktisch nicht zum Tragen. Und durch den meist entstehenden Kunststoffrand um die Glasschüssel herum ist ein zusätzlicher Schutz gegen Stöße gegeben.

Die “Umweltsünde” ist bei Verwendung nur eines Plastikdeckels wesentlich verringert, zumal auch die Langlebigkeit profitiert. Denn zum Erwärmen in der Mikrowelle wird zuvor der Deckel abgenommen und somit geschont.

Welche Glasdose ist die beste?

Bereits in diesem Video hatte ich auf die Produkte der Firma Luminarc hingewiesen. Dieser französische Hersteller bietet robuste Glasdosen mit Kunststoffdeckel in verschiedenen Größen und Formen an. Diese sind tauglich für Mikrowelle, Gefrierschrank und Spülmaschine. Ich selbst benutze sie seit Jahren und habe nichts daran auszusetzen, außer vielleicht, dass ich nicht genug davon habe.

Es gibt auch (wenige) andere Hersteller – die habe ich aber bislang nicht getestet. Einigen Berichten zufolge scheint es so, als würden die Luminarc-Produkte auch unter anderem Namen angeboten.

Die beste Glasdose erfüllt genau ihre persönlichen Ansprüche. Mit eckigen Dosen lässt sich der Platz im Kühlschrank effizienter nutzen, runde Schüsseln hingegen sind per Hand minimal einfacher zu reinigen.

Einen Großteil des Luminarc-Angebots finden Sie auch bei Amazon. Darunter Sets in verschiedenen Größen. Vorsicht: Es ist immer ärgerlich, wenn die Schüssel gerade ein wenig zu klein ist. Daher empfehle ich, eher zu den größeren Boxen zu greifen. Hier einige Vorschläge

Diese Links sind sogenannte Affiliate-Links. Da bedeutet, dass Amazon mir beim Kauf eines entsprechenden Artikels einen kleinen Betrag gutschreibt. Ihnen entstehen dadurch keine Mehrkosten und ich habe so die Möglichkeit, einen Teil der mir durch diese Website entstehenden Kosten zu finanzieren. Beachten Sie dazu bitte auch den Hinweis unten auf der Seite Küchengeräte.

Steinzeiternährung: Dogmatismus, das gesunde Mittelmaß und Sinn und Zweck (Urgeschmack-Podcast #22)

podcast_constantinIm heutigen Urgeschmack-Podcast spreche ich mit Constantin von paleosophie.de über die Steinzeiternährung als Ideologie, Dogmatismus, das gesunde Mittelmaß und den eigentlichen Sinn und Zweck dieser Ernährungsform.

Constantin schreibt schon lange als aktiver Teil der Community wertvolle Artikel rund um die Paleo-Ernährung. In diesem Interview sprechen wir über seine Perspektive sowohl als Anwender dieser Lebensweise als auch als beitragender Blogger.

Shownotes

Ein paar Notizen und Links zu diesem Podcast:

Wikipedia: Das Paretoprinzip

paleosophie.de: Die Paleo-Ernährung ist nur der Anfang

Urgeschmack: 5 Jahre Steinzeiternährung – ein Fazit (Urgeschmack-TV Ep. 144)

Das beste Kochbuch der Welt – ohne Rezepte: Buchtipp “On Food And Cooking” (Urgeschmack-TV Ep. 69)

Constantin und ich haben am gleichen Tag noch einen weiteren Podcast aufgenommen. Diese Zwillingsfolge finden Sie in Constantin’s Blog: Paleosophie Podcast #9: Interview mit Felix Olschewski zu Paleo, Bio und Nachhaltigkeit