Der beste Kaffee im Land der Teetrinker

Teetied – das Teeritual der Ostfriesen. In dieser Region fließt zehnmal so viel Tee die Kehle herunter wie in der übrigen Republik. Und während der Teekonsum der Briten und Inder weltberühmt ist, hat Ostfriesland den größten Teeverbrauch pro Kopf. Weltweit. Wie passt eine Kaffeerösterei in dieses Umfeld?

Dieser Frage geht Andreas Baum nach. Im Jahr 2013 gründete er in Leer seine Rösterei und bietet seitdem Spezialitäten-Kaffees an. Er führt rund 20 Sorten verschiedener Kaffees aus aller Welt und versieht jede mit einem eigenen Röstprofil. Jede erdenkliche Zubereitung vom handgefilterten, puren Kaffee über verschiedene Milchkaffees bis hin zu Exoten wie dem Leche y leche findet Anklang bei seinen Gästen.

In diesem Interview sprechen wir über sein Café im Land der ostfriesischen Teekultur, die geschmackliche Vielfalt der Welt des Kaffees und die Bedeutung für unser aller Ernährung:

Der Begriff Terroir findet in der Regel Verwendung in der Welt des Weins. Dieses französische Wort ist nicht der Versuch, die Details des Weingeschmacks in eine Art Magie zu hüllen. Im Gegenteil: Terroir ist das Zusammentreffen von Klima, Boden und Landschaft, das Zusammenwirken einer unendlichen Anzahl von Faktoren: Nacht- und Tages-Temperaturen, Niederschlags-Verteilung, Sonnenschein-Stunden, Neigung des Hangs und Boden-Durchlässigkeit, um nur einige wenige zu nennen. Diese Einflüsse kann man messen und nachvollziehen. Kontrollieren kann man sie nur in Grenzen, doch sie eignen sich als Orientierungspunkte auch bei der Entwicklung des Kaffees und der Plantage selbst.

Und über die Plantage und die Menschen darauf, die Landwirte und Arbeiter entlang der Produktionskette, haben wir in diesem Video noch gar nicht gesprochen. Sepzialitätencafés wie die Kaffeerösterei Baum sorgen durch ihr Handeln für bessere Löhne bei höherer Qualität: Die Plantagen bekommen bessere Preise, es gibt weniger Zwischenhändler und das Interesse der Röstereien bringt Anbieter und Abnehmer auf Augenhöhe zusammen. Kaffee verlässt auf diesem Weg die Nische als anonymes Massenprodukt und nimmt einen Platz ein neben Gourmetprodukten wie feinem Käse, Wurstwaren und natürlich Wein.

Gründe genug, dieses Gespräch bald fortzusetzen.

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