Die Low Carb Grippe

Low Carb GrippeBei der Umstellung auf eine Ernährung mit weniger Kohlenhydraten kommt es anfangs oft zu Schwierigkeiten: Schlappheit, ständiger Hunger und Kopfschmerzen sind nicht unüblich: Das ist die Low Carb Grippe. Was hat es mit dieser Krankheit auf sich? Wie entsteht die Low Carb Grippe? Welche weiteren Probleme kann diese Ernährungsumstellung mit sich bringen und vor allem: Was kann man dagegen tun? Eines vorweg: Man muss keinesfalls aufgeben.

Was ist die Low Carb Grippe?

Die Low Carb Grippe grassiert unter verschiedenen Bezeichnungen: Low Carb Flu (ital. influenza oder engl. flu = Grippe), Atkins-Grippe oder Atkins-Flu. Glaubt man dem Duden, müsste es eigentlich Low-Carb-Grippe mit Bindestrichen heißen, verbreitet ist diese Schreibweise des Anglizismus nicht.

Symptome dieser Erscheinung ähneln der klassischen Grippe: Kopfschmerzen, Lethargie, Schlappheit, Benebeltheit, jedoch auch Reizbarkeit und scheinbar unendlicher Hunger (besonders auf Kohlenhydrate).

Sollte man sich durch eine Kohlenhydratarme Ernährung nicht besser fühlen? Was ist mit den Versprechungen aus den Lagern der LCHF-, Atkins- und Paleo-Fans?

Ursache der Low Carb Grippe ist eine Umstellungsphase. Wer bislang seine Energie vornehmlich aus Kohlenhydraten gewonnen hat und nun entschieden weniger davon konsumiert (häufig eine Reduktion des Kohlenhydratverzehrs auf ein Viertel oder ein Zehntel), stellt seinen Körper vor eine Herausforderung:

Er verlangt das Äquivalent einer Umstellung des Motors von Benzin auf Diesel.

Das soll der einzige Autovergleich in diesem Artikel bleiben, denn so überschaubar wie ein Verbrennungsmotor funktioniert der Mensch nicht.

Die Ursache der Low Carb Grippe

Was dem Menschen bei der Umwandlung von Kohlenhydraten aus der Nahrung in verwendbare Energie hilft, sind Enzyme. Enzyme sind die Macher im Körper. Ohne Enzyme läuft fast gar nichts.

Wer nun seinen Kohlenhydratkonsum stark reduziert und konzeptgemäß mehr Fett als Energiequelle isst, macht einen Großteil seiner Enzyme arbeitslos. Zugleich bestehen (noch) nicht ausreichend Enzyme, die bei der Verwertung von Fett als primäre Energiequelle helfen.

Der Körper muss nun also seine Belegschaft umschulen, will meinen: neue Enzyme bilden, welche die veränderte Aufgabe erledigen können. Und diese Umschulung braucht Zeit. In der Regel ist das Schlimmste binnen einer Woche überstanden, nach 3-4 Wochen läuft meist alles wie geschmiert.

Die Low Carb Grippe ist also das Resultat einer Art Energiemangel, verursacht durch eine verzögerte Anpassung des Menschen. Dieser Prozess ist teils auch bekannt als Ketoadaption.

Dabei sind nicht alle Menschen gleichermaßen betroffen. Für einige verläuft die Umstellung problemlos oder binnen sehr kurzer Zeit, während andere sehr intensive Symptome möglicherweise über zwei Wochen verspüren.

Im Anschluss an diese Schlappe jedoch, wenn sie die Früchte ihrer Ernährungsumstellung ernten, sind die meisten Anwender überzeugt, dass es diesen Preis wert war.

Low Carb Probleme jenseits der Low Carb Grippe

Die Low Carb Grippe beschreibt vornehmlich die Auswirkung der Umstellung und gegebenenfalls Ketoadaption auf den Körper. Doch die genannten Symptome und damit verwandte Phänomene können auch andere Ursachen haben. Besonders dann, wenn sie länger andauern:

Zu wenig Fett, zu wenig Energie: Ein häufiger Fehler bei der Reduktion des Kohlenhydratverzehrs ist das Versäumnis, ausreichend Fett zu essen. Fett muss jedoch die Kohlenhydrate als Energiequelle ersetzen. Wer zu sparsam mit dem Fett umgeht, kann kaum Leistung erbringen und muss mit den genannten Symptomen rechnen.

Zu viel Protein: Protein ist lebenswichtig und nützlich. Allerdings kann überschüssiges Protein zu einem Prozess namens Gluconeogenese führen: Der Körper bildet Glucose (Kohlenhydrate) aus dem Überschuss. Das ist das Gegenteil von dem, was der Anwender eigentlich erreichen möchte und es kann die Low Carb Grippe verlängern. Obwohl Eiweiß eine Energiequelle ist, sollte die Energieversorgung bei der Low Carb Ernährung durch Fett erfolgen. Daher auch der häufige Ausdruck LCHF: Low Carb High Fat. Decken Sie also ihren Proteinbedarf (1-1,2g/kg/Tag) und gehen Sie gegebenenfalls auch darüber hinaus, doch übertreiben Sie es nicht.

Zu viel Sport, zu intensiver Sport: Kohlenhydrate sind eine exzellente Energiequelle für intensive körperliche Betätigung. Wer in seiner Umstellungsphase körperlich besonders aktiv ist, verbraucht den letzten Rest seiner Kohlenhydrate und beraubt sich weiterer Energie. Es ist daher in der Umstellungsphase weniger ratsam, sich all zu große sportliche Leistung abzuverlangen. Sinnvoller ist, kurz zu warten, bis der Körper sich angepasst hat.

Zu wenig Geduld: Wer den Entschluss fasst, sein Leben zu verändern und seine Ernährung umzustellen, dem kann es oft nicht schnell genug gehen. So jemand möchte voller Enthusiasmus schnelle Erfolge sehen und jeder Fortschritt spornt ihn an, noch mehr zu tun. Das Resultat ist oft eine Scheu vor Fett (in dem Glauben, Fett mache fett) oder übereifriger Sport. Andererseits verlangt so jemand vielleicht auch von sich, dass der Körper sofort anders funktioniert und der Alltag normal weitergeht. Sinnvoller scheint, Geduld zu haben, es langsam anzugehen und sich der körperlichen Herausforderung bewusst zu sein. Arbeiten Sie mit ihrem Körper, nicht gegen ihn.

Elektrolytmangel, Salzmangel: Weniger Kohlenhydrate bedeuten weniger Insulin im Blut. Weniger Insulin veranlasst die Nieren, weniger Flüssigkeit zu speichern. Auf diesem Weg reduziert sich das Körpergewicht, das Volumen und auch der Blutdruck. Zusammen mit der Flüssigkeit verlassen jedoch auch Salze den Körper. Das Resultat kann eine Störung des Elektrolythaushaltes sein. Natriummangel führt unter anderem zu Müdigkeit, Magnesium- und Kaliummangel haben ebenfalls negative Auswirkungen auf die Leistungsfähigkeit. Es ist also unbedingt auf eine ausreichende Versorgung mit Salzen und Mineralstoffen zu achten. In der Regel genügt dafür eine vielseitige Ernährung von frischem, buntem Gemüse und hochwertigen Tierprodukten, sowie Fett zur optimalen Nährstoffaufnahme.

Dehydration: Der zuvor genannte Flüssigkeitsverlust kann freilich auch Dehydration, also Wassermangel zur Folge haben. Ratsam ist daher, ausreichend Wasser zu trinken und so die optimale Funktionsfähigkeit des Körpers sicherzustellen.

Mittel gegen die Low Carb Grippe

Langsame Umstellung: Die Low Carb Grippe entsteht durch eine drastische Umstellung von Kohlenhydrat- auf Fettstoffwechsel. Umgehen kann man sie oft, in dem man keine drastische Vollbremsung vollzieht. Um etwa von 600g auf 60g Kohlenhydrate am Tag zu kommen, könnte man über eine Woche hinweg täglich die Zufuhr um 10-20% reduzieren und so dem Körper langsam aber beständig signalisieren, dass künftig etwas anders laufen wird.

Nicht zu viel Protein essen und mehr Fett konsumieren: Dies behebt den oben genannten häufigen Fehler einer Scheu vor Fett. In Kombination mit der zuvor genannten, langsamen Umstellung, kann sich so auch ein ungeübter Darm auf den erhöhten Fettverzehr einrichten.

Ausreichende Nährstoffversorgung: Wer sich von echten, frischen und vielseitigen Lebensmitteln ernährt, versorgt seinen Körper optimal mit Nährstoffen und hilft gegen Elektrolyt- und Energiemangel.

Genügend trinken: Dies hilft gegen die angesprochenen Leistungseinbußen durch Dehydration.

Vorher sportlich sein: Wer sportlich lebt, hilft seiner metabolischen Flexibilität. Wer metabolisch flexibel ist, hat kaum Probleme bei der Umstellung von Kohlenhydrat- auf Fettstoffwechsel. Wer körperlich kaum aktiv ist und sein Leben umstellen möchte, könnte sich einen mittelfristigen Plan machen und damit beginnen, regelmäßig Sport zu treiben und erst dann seine Ernährung umzustellen.

Nicht auf Low Carb umstellen: Man muss nicht Low Carb essen, um gesund zu leben oder abzunehmen. Es mag zum Fettabbau hilfreich sein, doch für einige Menschen funktioniert eine Low Carb Lebensweise besser als für andere. Gesundheitlich profitieren kann man auch dann, wenn man viel frisches Gemüse und hochwertige Tierprodukte isst, ohne auf Kohlenhydrate etwa aus Süßkartoffeln oder Bananen zu verzichten.

Rezept gegen Low Carb Grippe: Nicht auf den Körper hören

Der Körper schreit in der Umstellungsphase während der Low Carb Grippe nach Kohlenhydraten. Wer auf ihn hört, verliert den Kampf. Dass der Körper wisse, was gut für ihn ist, mag plausibel klingen, doch es setzt eine andere Welt voraus. Eine, in der wir nicht an jeder Hausecke mit Süßigkeiten und Backwaren überhäuft werden.

Insofern ist der Verzicht auf Zucker oder die Reduktion des Kohlenhydratverzehrs absolut vergleichbar, mit dem Versuch, Alkohol, Zigaretten, Heroin oder Schokolade aufzugeben: Wer auf seinen Körper hört, wird verlieren.

Mit dem Wissen um die Ursachen der Low Carb Grippe und den entsprechenden Gegenmaßnahmen und Rezepten sollte es jedoch leichter fallen, durchzuhalten.

Fast alle, die es durchgestanden haben und sich des dadurch neuen Körpergefühls (zum Beispiel Appetitzügelung, verbesserte Herzgesundheit, Fettabbau und ein stabiler, erhöhter Energiespiegel) erfreuen, sind im Nachhinein der Meinung, dass es die Mühe wert war.

Weiterführende Literatur:

Wie kann man gesund zunehmen?

Gesund zunehmen wie ein betrunkener Herkules? Während einige Menschen sich mit dem Problem abplagen, nachhaltig Gewicht zu verlieren und schlank zu werden, hegen andere den Wunsch, mehr zu wiegen. Die jeweiligen Gründe sind ähnlich: Mal steht die Ästhetik im Vordergrund, mal die Gesundheit und manchmal der Wunsch, einer Norm zu entsprechen. Motivationen, die in beiden Fällen fragwürdig sind. Widmen wir uns heute der weniger üblichen Richtung: Wie kann man man gesund zunehmen? Und viel wichtiger: Warum sollte man das wollen?

Warum gesund zunehmen? Warum überhaupt zunehmen?

Der Begriff “Untergewicht” ist ähnlich schwammig wie “Übergewicht”. Unter und über was? Es gibt kein fixes Schwellengewicht, ab dem ein Mensch krank wird oder einer ästhetischen Vorstellung nicht mehr entspricht. Unter- und Übergewicht finden als Kennzeichnungen häufig willkürlich, nach Augenmaß Anwendung.

Der BMI (Body-Mass-Index) als Maßzahl zur Bewertung des Körpergewichts in Relation zur Körpergröße hat sich als vermeintlich objektive Größe durchgesetzt. Seit 140 Jahren geistert diese Zahl durch die Gesellschaft und erfreut sich nach wie vor großer Beliebtheit bei Ernährungsberatern und Ärzten. Doch der BMI ist absurd. Im Alter von 23 Jahren, um den Höhepunkt seiner Bodybuilding-Karriere, hatte Arnold Schwarzenegger einen BMI von rund 32. Er war damit jenseits von übergewichtig, nämlich adipös. Fettleibig. Ganz gleich, wie man zum Bodybuilding steht: Niemand wäre auf die Idee gekommen, Arnold als fett oder krank zu bezeichnen. Und mit was? Mit Recht. Der BMI ist wertlos.

Was ist Normalgewicht?

Der BMI zeigt zugleich, dass es kein Normalgewicht gibt. Und er macht darüber hinaus deutlich, dass das Körpergewicht keinerlei Hinweise auf den gesundheitlichen oder ästhetischen Zustand eines Menschen geben kann. Es gibt kein Normalgewicht und es gibt kein Optimalgewicht. Demnach kann auch niemand einfach so zu wenig wiegen.

Was ist Gewicht?

Oder nennen wir es Masse. Die Masse des Menschen ist nicht homogen. Knochen, Muskel, Fett, Organe, Wasser und andere Komponenten tragen zum Körpergewicht bei. Und das zu unterschiedlichen Anteilen. Bei Arnold waren es überwiegend Muskeln, während Reiner Calmund eher mit Fett zu kämpfen hat. Und wenn ich möchte, kann ich in zehn Sekunden ein kg zulegen: Indem ich einen Liter Wasser trinke.

All diese Überlegungen sind relevant für die Frage “Wie kann ich gesund zunehmen?”

Was ist gesundes Gewicht?

Oder präziser: Was ist gesunde Masse?

Es steht außer Frage, dass auch Körperfett Teil eines gesunden Menschen ist. Als lebensnotwendig gilt ein minimaler Körperfettanteil von 3-5% für Männer und von 10-13% für Frauen. Nur sehr wenige, zum Beispiel Bodybuilder in der Wettkampfphase, erreichen diesen Wert, die meisten mäßig aktiven Menschen halten sich im Bereich oberhalb 20% (Frauen: 25%) auf. Selbst sehr aktive Sportler fühlen sich in der Regel irgendwo zwischen 10-15% (Frauen: 15-20%) am wohlsten.

Ein wenig Fett ist also durchaus Teil des “gesunden Gewichts”, aber streng genommen ist dies ein verschwindend geringer Anteil. Riskant ist ein zu hoher Körperfettanteil: Fettgewebe erhöht die Insulinresistenz und kann den Hormonstoffwechsel nachhaltig durcheinander bringen. Das Körpergewicht durch Zunahme von Fett zu erhöhen, scheint demnach keine gute Idee.

Auf das Gewicht von Knochen und Organen können wir nur wenig indirekten Einfluss nehmen.

Es bleiben Magen- und Darminhalt. Im Laufe eines Tages verzehren wir je nach Ernährung einiges an Masse. Dies hat zwar unmittelbaren Einfluss auf unser Körpergewicht, doch nur kurz: Wasser und Stuhl verlassen unseren Körper regelmäßig und mit recht kurzer Durchlaufzeit. Mein Plan, durch Trinken eines Liters Wasser ein kg zuzunehmen, ist also nicht nachhaltig.

Selbst, wenn ich durch gezielte Manipulation meiner Ernährung, etwa einen erhöhten Zucker- und Salzkonsum meinen Körper dazu bringe, mehr Wasser einzulagern, bleibt dies ein flüchtiger Anteil. Es ist kein echter Teil meines Körpers.

Welche Möglichkeit haben wir also, wenn wir nicht Wolverine sind, unsere Knochen mit Adamantium verstärken und so unser Gewicht erhöhen?

Muskeln. Richtig. Muskelmasse wiegt bei gleichem Volumen mehr als Fett. Und: Muskeln sind nützlich. “Starke Menschen sind schwerer zu töten als schwache Menschen. Und generell nützlicher”, meint Kraftsport-Coach Mark Rippetoe, wobei hier eine klare Abgrenzung zwischen Kraftsport und Bodybuilding gilt. Letzteres dient primär der Ästhetik, ersteres der Funktion (wobei sich beides nicht gegenseitig ausschließt). Einige Anwender gehen so weit, ihre Kraft bei gleichbleibendem Muskelvolumen zu maximieren, also die größtmögliche Kraft bei konstantem Körpergewicht zu erreichen.

Gut ausgebildete Muskeln schützen vor Verletzungen und sie machen das Leben leichter. Treppen, Einkäufe, Gartenarbeit, Älterwerden und Spiele: All dies fällt einem starken Menschen in der Regel leichter als einem schwachen.

Darüber hinaus erleichtern Muskeln die Verwertung von Glucose, während Kraftsport vorteilhaft auf den Stoffwechsel wirkt: Blutdruck, Insulinsensitivität, der gesamte Stoffwechsel profitiert von diesem Training.

Daher ist es sicherlich nicht falsch, Muskeln zu gesundem Gewicht zu zählen. Genau darauf sollte sich im Übrigen auch die Empfehlung an lange bettlägrige Menschen beziehen: Sie sollten nicht einfach Masse zulegen, sondern Muskeln, um ihrem Muskelschwund durch Passivität entgegenzuwirken.

Die Frage “Wie kann ich gesund zunehmen?” können wir demnach umformulieren in:

Wie kann ich Muskelmasse aufbauen?

Muskelmasse können wir aufbauen durch verschiedene Trainingsmethoden, einige davon finden sich auch in Form von Videos in der Urgeschmack-Sport-Playlist.

Allerdings ist dieses Feld so umstritten, dass selbst ein einzelner, separater Artikel dazu nicht alle nötigen Fragen beantworten kann. Das optimale Training zum Muskelaufbau ist genau wie die optimale Ernährung individuell, abhängig von der Vorgeschichte, Erkrankungen, Psyche und nicht zuletzt der Genetik.

Definitiv lässt sich sagen, dass Muskelaufbau durch Tätigkeiten wie Joggen oder Aerobic eher weniger effektiv funktioniert. Muskelaufbau braucht einen Reiz, Krafttraining ist dafür optimal geeignet. Dafür muss man gewiss kein Eisen werfen, ganze Bücher widmen sich den diversen Herangehensweisen (Tipps dazu am Artikelende). Training mit dem eigenen Körpergewicht (BWE, Bodyweight exercises) beschreibt letztlich auch Klassiker wie Klimzüge, Liegestütz und Kniebeugen. Allein diese weithin bekannten Übungen lassen sich nahezu unendlich variieren und ermöglichen gute Fortschritte.

Wer weit darüber hinaus gehen möchte, besucht möglicherweise doch ein Fitnesscenter oder ein Gym, wie es neudeutsch gerne genannt wird. Wirklich hilfreiche Informationen für Einsteiger und Fortgeschrittene gibt es allerdings auch im Internet, zum Beispiel bei den Kollegen Johannes Kwella (mit tollen Videos auf YouTube) oder Sascha Fast (improvedeating.de und ebenfalls tolle Videos auf YouTube).

Ernährung für Muskelaufbau

Training hin oder her: Grundlage für den Aufbau von Muskelmasse ist eine adäquate Ernährung. Notwendig für den optimalen Fortschritt ist die Erfüllung folgender Voraussetzungen:

  1. Deckung des Eiweißbedarfs: Proteine sind die Grundbausteine der Muskeln. Dabei ist nicht nur auf die Menge (min. 1-1,2g/kg/Tag), sondern auch die Qualität der Proteine zu achten.
  2. Deckung des Fettbedarfs: Neben der Mindestmenge für lebenswichtige Funktionen erfüllt Fett eine Rolle als effiziente Energiequelle und es dient als Baustoff: Unsere Zellwände bestehen aus Fett. Fett hilft darüber hinaus bei der optimalen Nährstoffverwertung (siehe #3).
  3. Deckung des Mikronährstoffbedarfs: Wer seinem Körper reichlich Vitamine und Mineralstoffe bietet, ermöglicht ihm eine optimale Regeneration und Funktion.
  4. Energieversorgung: Wer leisten möchte, braucht Energie. Wer sich während des Muskelaufbaus permanent im Kaloriendefizit befindet, wird kaum Fortschritte machen. Zwar ist strittig, inwieweit ein gelegentliches Unterschreiten des Energiebedarfs effektiv sein kann; klar ist jedoch: Wer Muskeln aufbaut, nimmt zu und braucht mehr Energie. Anders sieht dies aus, wenn jemand gleichzeitig Fett ab- und Muskeln aufbaut. Doch auch hier ist ein ständiges Kaloriendefizit nicht unproblematisch.

Was essen für Muskelaufbau?

Aus dieser Liste von Voraussetzungen folgt die Schablone für einen einfachen Ernährungsplan:

  • Ausreichend hochwertige Proteinquellen, beispielsweise hochwertige Tierprodukte aus artgerechter Haltung.
  • Reichlich vielfältige Gemüse zur Mikronährstoffversorgung.
  • Ergänzung durch hochwertige Fette wie Kokosöl, Olivenöl, Avocadoöl, Macadamiaöl
  • Verzicht auf antinutritive Substanten (Antinährtstoffe), welche die optimale Nährstoffversorgung beeinträchtigen.
  • Verzicht auf Toxine, die die Körperfunktion maßgeblich beeinträchtigen.

Wie kann ich jetzt anfangen und gesund zunehmen?

Hier ein paar Schritte und Hilfsmittel:

  1. Die Ernährung umstellen und optimieren
  2. Die Urgeschmack-Paleo-Einkaufsliste nutzen und sich das Leben damit vereinfachen
  3. Die frei zugänglichen Urgeschmack-Rezepte nutzen und selbst kochen
  4. Die frei zugänglichen Videos der Kollegen Johannes Kwella (JETZT den Handstand lernen) und Sascha Fast (SMARTE Ziele) und vieler anderer nutzen.

Los. Anfangen.

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Schadet Hygiene unseren Lebensmitteln?

Lebensmittelhygiene ist gefährlichHygiene kann Leben retten. Die Römer ahnten dies, das Mittelalter erlebte es und die Medizin der letzten 200 Jahre zog die volle Konsequenz. Die Erkenntnisse übertrug man auf unsere Ernährung. Doch kann es sein, dass die Lebensmittelhygiene-Verordnung mehr schadet als nutzt? Ist es möglich, dass sie mehr Unheil anrichtet, als sie verhindern kann und gar die gesamte Demokratie gefährdet?

Dass vermeintliche Verunreinigungen in Form von Bakterien auf Obst und Gemüse sich vorteilhaft auf das Immunsystem oder gar die Gehirnleistung auswirken können, ist nichts neues. Doch es geht um viel mehr.

Zur Lebensmittelhygiene gibt es reichlich Gesetze. Wer andere Menschen kommerziell mit Lebensmitteln versorgt, muss sich an genaue Regeln halten. Offizieller Zweck dieser Regulierung ist der Schutz der Bevölkerung, die Erhöhung der sogenannten Lebensmittelsicherheit und die Verhinderung von Erkrankungen.

Tatsächlich ist Hygiene eine der großen Errungenschaften der Zivilisation. Notwendig wurde sie spätestens durch die stetig steigende Bevölkerungsdichte und die damit einhergehenden Probleme bezüglich der Übertragung von Krankheiten. Heute wissen wir, was Seife ist, wie man desinfiziert und in weiten Teilen der Welt gibt es Kanalisationen, durch die wir unsere Fäkalien von uns fernhalten und entsorgen.

Hygiene kann also durchaus hilfreich dabei sein, Menschen gesund zu halten. Wie sollte Hygiene, besonders Lebensmittelhygiene dann dem Menschen schaden können?

Schauen wir uns die aktuelle Situation an, so schaden die Gesetze zur Lebensmittelhygiene fast allen Menschen, schreibt auch der Farmer und Autor Wendell Berry. Warum? Weil sie dem freien Handel im Weg stehen und sogar das Fundament der Demokratie untergraben.

Lebensmittelhygiene ist undemokratisch?

Vor 500 Jahren konnte mehr oder weniger jeder, der es sich leisten konnte, ein paar Schweine halten. Allein das ist heute nicht mehr möglich. Und jeder konnte diese Schweine schlachten und die Produkte verkaufen. Hier wird es kompliziert: Wer Lebensmittel verkaufen möchte, muss die Gesetze zur Lebensmittelhygiene einhalten. Das klingt solange unproblematisch, bis man als angehender Fleischverkäufer (oder Gemüseproduzent) versucht, diese Regeln ordnungsgemäß einzuhalten. Schnell stellt sich heraus, dass die Gesetze nur durch große Investitionen sowohl finanzieller als auch zeitlicher Natur umsetzbar sind. Raumbeschaffenheit, Maße, Nutzungsart, Materialtrennung, alles ist bis ins Detail definiert und vorgeschrieben. Und die Auflagen werden laufend verändert und verschärft, was immer neue Investitionen erfordert.

Als Hobby ein paar Schweine halten (oder Pralinen herstellen) und vekaufen, ist praktisch nicht mehr möglich. Das bedeutet, dass viele leidenschaftliche, aber finanzschwache Produzenten vom Markt ausgeschlossen sind. Genau dies gereicht auch dem Konsumenten zum Nachteil, denn dadurch schrumpft seine Auswahl. Wo bekommt er nun stattdessen seine Lebensmittel her?

Er muss seine Lebensmittel von der Industrie kaufen, aus den wenigen großen, überregional und meist international agierenden Konzernen. Von Betrieben, in die er keinen Einblick hat, die er nicht selbst kontrollieren kann und in denen keine Person verantwortlich ist. Und in der die Qualität in der Regel schlechter ist als beim regionalen Produzenten. Er muss von der Industrie kaufen und unterstützt damit genau die eine Partei, die von den Gesetzen zur Lebensmittelhygiene profitiert. Denn für große Betriebe sind die Investitionen zur Umsetzung dieser Regulierungen praktisch unbedeutend. Zugleich freuen sie sich über die schrumpfende Konkurrenz durch kleine Betriebe. Der Konsument ist nun abhängig von der Industrie.

Warum gibt es die Gesetze zur Lebensmittelhygiene?

Ein Gesetz, das aus Empfehlungen zum sorgfältigen Umgang mit Lebensmitteln eine Vorschrift macht, lässt sich genauso einfach verkaufen, wie ein sogenanntes Anti-Terror-Gesetz: Zum Schutz der Bevölkerung. Das Bild vom Koch im Restaurant, der sich nach dem Gang zur Toilette nicht die Hände wäscht und das rohe Fleisch auf dem Fußboden lagert, reicht aus. Natürlich müssen wir die Bevölkerung vor diesen böswilligen Menschen schützen.

Doch eine Küche, die bei den Gästen regelmäßig Unwohlsein und Krankheiten auslöst, ist ein denkbar schlechtes Geschäftsmodell. Das Problem erledigt sich von selbst, auch ganz ohne Gesetz und Vorschrift.

Auf der anderen Seite gibt es kaum Hinweise darauf, dass die Gesetze zur Lebensmittelhygiene die Bevölkerung tatsächlich schützen. Das zeigen regelmäßig Lebensmittelskandale immer größeren Ausmaßes.

Auch Kontrolleure helfen hier kaum weiter. Ja, sie können schlechte Praktiken entdecken und Restaurants vorübergehend schließen. Aber sie können nicht verhindern, dass der Koch nach Abzug des Ordnungsamtes in das Essen spuckt. Gesetze ersetzen keine Integrität, und keine Ehrlichkeit. Die sprichwörtlichen schwarzen Schafe gab es immer und es wird sie immer geben. Nichts und niemand kann dies verhindern und es gibt keine absolute Sicherheit.

Warum gibt es also diese Gesetze? Die Antwort auf eine solche Frage findet man oft, indem man den Nutznießer sucht. Wer ist das in diesem Fall tatsächlich? Der Konsument gewinnt offenbar nichts, denn die Lebensmittelskandale gehen weiter. Vielmehr verliert er: Er verliert Auswahl und Vielfalt. Er verliert die Möglichkeit, Rohmilch zu kaufen. Stattdessen wird er bevormundet. Es verlieren auch der Hobbygärtner, der Hobbyviehwirt und der Hobbykonditor. Massive finanzielle und zeitliche Hürden hindern sie praktisch am Verkauf ihrer Produkte. Es gewinnt die Großindustrie. Sie muss sich in der Folge mit weniger Wettbewerb herumschlagen, hat abhängige Käufer und kann praktisch anbieten was sie möchte. Eine verhältnismäßig geringe Investition kauft sie frei von jeglicher Integrität und von der lästigen Notwendigkeit der Suche nach Mitarbeitern, die aus Leidenschaft die besten Lebensmittel produzieren möchten.

Fazit: Die Lebensmittelhygiene-Verordnung schadet dem Verbraucher und nutzt der Großindustrie

Lebensmittelhygiene ist toll. Wem an seiner Gesundheit gelegen ist, der sollte sorgfältig mit seiner Nahrung und sich selbst umgehen. Es schadet nicht, über Grundlagen der Hygiene informiert zu sein. Das fällt in die Kategorie “Gesunder Menschenverstand”. Doch Gesetze helfen ganz offensichtlich nicht weiter.

Vielmehr sind die Gesetze zur Lebensmittelhygiene gefährlich: Sie machen abhängig. Abhängig von wenigen, mächtigen Unternehmen und deren Produkten. Die Gesetze sind gefährlich, weil sie Sicherheit suggerieren. Falsche Sicherheit, denn Verbraucher, die sich nun geschützt wähnen, greifen unbesorgt zu beliebiger Ware aus intransparenten Quellen. Und die Lebensmittelhygiene-Verordnung bedroht die Demokratie. Denn sie verbietet meinem Nachbarn, Rohmilch zu verkaufen. Sie verhindert, dass ich Rohmilch, Fleisch und Pralinen kaufen kann, wo ich das möchte.

Der Autor möchte offenlegen, dass er regelmäßig die verflixten Zucchini- und Karottenscheiben isst, nachdem ihm diesem vom Schneidbrett gerollt und auf den Fußboden gefallen sind. Er kann nicht ausschließen, durch diese schwere Kontamination nicht unter bewusstseinsverändernden Bakterien zu leiden.

Quellen und weiterführende Informationen: