Ist Backpulver ungesund?

Ist Backpulver gesund?Wer sich gesundheitsbewusst ernähren möchte und auf die Zutatenliste der kleinen Backpulvertüten schaut, könnte verunsichert werden: In der Regel finden sich hier lange Begriffe, wie sie sonst nur auf stark verarbeiteten Produkten in Form von Konservierungs- und Zusatzstoffen vorkommen. Was sind das für Stoffe? Wie wirken sie, schaden sie gar der Gesundheit? Ist Backpulver gesund? Gibt es Alternativen?

Wozu überhaupt Backpulver?

Backpulver ist ein Backtriebmittel, sein Zweck somit die Einlagerung von Gasen in einen Teig. Dadurch entstehen beim Backen die Poren im Gebäck, es geht auf und wird aufgelockert. So haben Backtriebmittel einen entscheidenden Einfluss auf Geschmack und Textur von Backwaren.

Wie funktioniert Backpulver?

Die aktiven Zutaten in Backpulver sind Natriumhydrogencarbonat als CO2-Quelle und ein Säuerungsmittel wie Dinatriumdihydrogendiphosphat, Calciumsalz oder Kaliumsalz. Durch Einwirkung von Hitze und/oder Feuchtigkeit reagiert das Natriumhydrogencarbonat mit dem Säureträger und produziert Kohlenstoffdioxid – ein Gas. Und dieses sorgt für die Blasen im Teig. Zurück bleibt ein wenig Salz und Wasser. Die meisten Backpulver enthalten Stärke in Form von Mais-, Reis- oder Weizenmehl. Diese dienen als Trennmittel um Feuchtigkeit zu binden und vorzeitige Reaktionen zu verhindern. Außerdem erhöhen Sie das Gesamtvolumen und die Rieselfähigkeit und erleichtern so die Dosierung.

Vortrieb und Nachtrieb (“doppelte” Backpulver)

Je nach verwandtem Säuerungsmittel reagieren Backpulver sofort bei der Mischung des Teiges (Vortrieb) oder erst später, aktiviert durch Hitze (Nachtrieb). Um letztere Wirkung zu erreichen greifen Hersteller häufig auf aluminiumhaltige Säureträger zurück. Sogenannte Doppelte Backpulver kombinieren Vor- und Nachtrieb.

Der Unterschied zwischen Backpulver und Natron

Die englische Bezeichnung für Backpulver ist baking powder. Weit verbreitet ist im angelsächsischen Sprachraum auch das sogenannte baking soda; im Deutschen kennen wir dies als Natron. Das ist nichts anderes als reines Natriumhydrogencarbonat, also die Kohlenstoffquelle des Backpulvers ohne jegliche Säure. Es ist auch allein ein effektives Backtriebmittel, funktioniert jedoch nicht als einfacher Ersatz für Backpulver (mehr dazu und zur Kombination mit anderen Säuren weiter unten).

Ist Backpulver ungesund?

Natriumhydrogencarbonat mag für den einen oder anderen nach einer furchteinflößenden Chemikalie klingen, doch es kommt als natürliches Mineral vor und findet Verwendung für unzählige Zwecke auch im medizinischen Bereich. Gesundheitliche Bedenken beim Verzehr gibt es praktisch keine.

Die verbreitetste Säurekomponente kommerzieller Backpulver ist das Dinatriumdihydrogendiphosphat (oft wohl fälschlicherweise einfach als Dinatriumdiphosphat ausgezeichnet). Jedoch kommen auch aluminiumhaltige Säuren zum Einsatz und diese sind gesundheitlich sehr bedenklich und unbedingt zu meiden. Wer ein Backpulver natürlicheren Ursprungs sucht, findet es im sogenannten Weinstein-Backpulver. Weinstein entsteht bei der Lagerung von Wein oder Traubensaft, es ist der Trivialname für das Calciumsalz oder Kaliumsalz der Weinsäure. Die Stichworte im Englischen sind dazu tartaric acid oder cream of tartar. Vorteil des Weinsteinbackpulvers ist der mildere, weniger pelzige oder stumpfe Geschmack gegenüber herkömmlichem Backpulver.

Das Trennmittel (die Stärke) ist per se nicht gesundheitsschädlich, kann jedoch glutenhaltig sein, was unter Umständen unerwünscht ist. Die enthaltenen Kohlenhydratmengen dürften angesichts der geringen Mengen nicht von Belang sein.

Unterm Strich ist herkömmliches Backpulver, ausgenommen aluminiumhaltige Produkte, in Anbetracht der in der Regel sehr geringen eingesetzten Mengen eher harmlos. Wer auf Nummer Sicher gehen möchte (und das schadet selten) greift zu einem glutenfreien Weinstein-Backpulver*.

Alternative: Natron mit Säurezusatz (Backpulver selbst herstellen)

Um die volle Kontrolle über alle Inhaltsstoffe zu erhalten, kann man die Einzelkomponenten auch separat erwerben: Natriumhydrogenkarbonat, erhältlich als der Klassiker Kaiser Natron* (ohnehin ein vielseitiges Mittel) und Weinstein*.

Als geeignetes Mischverhältnis finden sich verschiedene Angaben, zuverlässig scheint folgendes zu funktionieren:

1/4 TL Natron + 1/2 TL Weinstein entspricht 1 TL Backpulver

Auch andere Säurekomponenten funktionieren gut:

1/4 TL Natron + 1,5 TL Essig oder Zitronensaft entspricht 1 TL Backpulver

Der Essiggeschmack verfliegt beim Backen größtenteils, dies ist auch abhängig von der Oberflächengröße.

Für einige Muffinrezepte reicht reines Natron aus, wenn Buttermilch im Rezept enthalten ist. Generell lohnt es sich, zu experimentieren. Denn auch folgendes kann funktionieren:

1/4 TL Natron + saure Komponenten wie Apfelmus/-kompott entspricht 1 TL Backpulver

Natron funktioniert auch ohne Säurezusatz, kann dann jedoch unter Umständen leicht seifig schmecken.

Andere Backtriebmittel

Backpulver ist ein chemisches Backtriebmittel: Es basiert auf einer chemischen Reaktion.

Ebenso funktioniert Pottasche* auf chemischem Wege und es wird häufig als Einzelkomponente für die Lockerung von Lebkuchen eingesetzt. In diesem entstehen bei der Teiglagerung einige Säuren und auch die Ameisensäure im Honig hilft der Reaktion.

Hirschhornsalz* enthält Ammonium und der bei der Verwendung als Backtriebmittel entstehende Ammoniak kann nur bei flachem Gebäck wie Spekulatius oder Amerikanern (die möglicherweise daher ihren Namen haben) völlig entweichen. Andernfalls entsteht ein in der Regel unerwünschter Beigeschmack, der allerdings auch charakteristisch ist.

Hefe hingegen ist ein biologisches Backtriebmittel. Auch hier wird Kohlenstoffdioxid freigesetzt, der Geschmack und die Textur sind jedoch anders als beim Backpulver und praktisch durch nichts zu ersetzen. Trotzdem arbeiten Hersteller mit alternativen Säuerungsmitteln für Backpulver, um ihre Produkte kontrollierbarer (und billiger) herzustellen.

Zu den physikalischen Backtriebmitteln gehören Eier sowie Wasser: Die durch das Backen entstehende Hitze führt zum Verdampfen und dies lockert den Teig auf. Beim Blätterteig entsteht die Luftigkeit durch verdampfendes Wasser, während die Fettschichten als Dampfsperren agieren und so beim Anheben der Teigschichten mitwirken. Auch das Einarbeiten von Eischnee wie bei der Bisquitherstellung fällt in diese Kategorie.

Hinweise

Weinstein-Backpulver und Natron reagieren unmittelbar beim Mischen, daher sollte der Teig schnellstmöglich gebacken werden, damit der treibende Effekt nicht verloren geht. Doch auch die herkömmlichen Backpulver mit Dinatriumdiphosphat reagieren relativ schnell.

Die viele Luft muss auch irgendwie gehalten werden. In konventionellen Teigen auf Weizenbasis hilft hierbei das Gluten: Es sorgt für einen elastischen, aber stabilen Teig, in dem sich große Blasen bilden können, die nicht platzen. Auf diesem Weg entstehen Brote, deren Volumen sich zu 80% aus Luft zusammensetzt. Teige ohne Gluten wie zum Beispiel solche aus Nussmehlen, sind deutlich weniger flexibel, daher haben Backtriebmittel hier eine wesentlich geringere Auswirkung. Stärkehaltige Komponenten sowie zusätzliche Eier können helfen, eine etwas größere Flexibilität des Teiges zu erhalten.

Fazit: Ist Backpulver gesund?

Herkömmliches Backpulver besteht aus recht harmlosen Chemikalien (Aluminium ausgeschlossen). Angesichts der in der Regel verwendeten, sehr geringen Mengen gelten da im Normalfall (seltene Verwendung, keine Vorerkrankung) keine Bedenken. Im Falle einer Glutenunverträglichkeit oder -Sensitivität sowie Zöliakie ist der Griff zu einem glutenfreien Produkt ratsam.

Völlig nachvollziehbar, aus natürlicher Quelle und völlig unbedenklich ist glutenfreies Weinstein-Backpulver. Und wer gerne die volle Kontrolle hat und auch mit alternativen Zubereitungen experimentieren möchte, der greift separat zu Natron und Weinstein.

Bezugsquellen (via Amazon*):

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Weiterführende Informationen:

Franziska hat ruhigere Kinder, bessere Zähne, keine Candida-Infektionen mehr

Die Ernährungsumstellung hilft vielen Menschen, ihre Ziele zu erreichen und glücklicher und gesünder zu werden. Die entsprechenden Berichte sind immer wieder ermutigend und auch inspirierend für Neueinsteiger und Interessenten. Wenn Sie auch Ihre Erfahrungen mit anderen Lesern teilen möchten, senden Sie mir eine Nachricht. Wenn Sie mögen, könnte Ihre Geschichte mit Ihrem Einverständnis schon bald hier bei Urgeschmack veröffentlicht werden.

Es ist eine Erfolgsgeschichte, auch wenn es nicht um Gewichtsreduzierung sondern um Erfolge beim Stillen und der Zahnsubstanz von Kindern geht.

Seit der Geburt meiner jüngsten Tochter im Januar 2013 bin ich regelmässige Besucherin von urgeschmack.de. Alma ist unser viertes Kind. Ich habe alle Kinder voll gestillt und immer wieder mit Candida Infektionen bei den Kinder zu kämpfen gehabt. Ganz extrem wurde es beim Stillen unserer kleinsten Tochter sobald ich auch nur Zucker ansah.

Die Ernährung der Kinder in der Großstadt reduziert sich durch Kindergarten, Kinder-Geburtstage, Alltagsstress über viele Kindergartenjahre allmählich aber sicher auf Müsli, Pizza, Nudeln, Brezeln und Gummibärchen. Ab und zu gibt’s einen Apfel, Möhre und Gurke. Dagegen anzukämpfen ist mit viel Kraftaufwand und Überzeugungsarbeit verbunden.

Als ich klein war, waren Süßigkeiten die Ausnahme. Heute ist es die Ausnahme, wenn Kinder einen Tag ohne Süßigkeiten verbringen. Wir kaufen ganz konsequent im Bioladen und bioregional ein. Doch Zucker und Mehl/Getreide waren dennoch mehrheitlich auf dem Speiseplan in verschiedenen Formen vertreten. Wir (Eltern) haben auch viel Gemüse gegessen. Nur Fleisch gab es sehr selten.

Ganz konkret traten dann Probleme in der Zahnbildung unseres ältesten Sohnes (9 Jahre) auf. Er hat kein Karies, aber eine sehr weiche Zahnsubstanz. Während der Schwangerschaft und des Stillens unseres dritten und vierten Kindes hat meine Zahnsubstanz sehr gelitten. Nachdem ich mich mit dem Thema Karies und Knochenaufbau sehr intensiv auseinandergesetzt habe, ist es nur logisch, dass sich von einer getreidereichen Ernährung nur eingeschränkt gesundes Gewebe und gesunde Knochen entwickeln können.

Seit ich unsere Ernährung (noch nicht ganz konsequent) umgestellt habe (selbstgebackenes Sauerteigbrot essen wir) hat sich vieles verändert. Ohne Zucker sind die Kinder viel ruhiger. Sie bekommen keine “Zucker-Flashs” mehr. Die Zähne sind weniger gefährdet. Meine Zähne sind beim Stillen nicht weiter eingebrochen. Candida Infektionen vom Stillen sind ausgeblieben. Zucker, Müsli, Pizza und Nudeln haben wir konsequent gestrichen. Leider gibt es noch ab und zu einen Keks oder Brötchen und der Süßigkeiteneinfluss bei Geburtstagen anderer Kinder, Zuckertütenfest etc. ist schwer zu verhindern.

Als ehemalige Tänzerin und nun Erzieherin spielt das Thema Ernährung für mich eine sehr wichtige Rolle, insbesondere im Hinblick auf das (Knochen-) Wachstum von Kindern oder Zeiterscheinungen wie ADHS und Diabetes bei Kindern.

Wir arbeiten weiter an der Umsetzung der “Grundidee” und werden immer besser.

Herzlich,

Franziska

Avocado: Ein spannendes Lebensmittel

AvocadoDie Avocado ist in Deutschland längst kein Exot mehr, sogar viele Discounter haben sie fest in ihr Angebot aufgenommen. Doch einige wissenswerte Details zu dieser Frucht sind nicht weit verbreitet. Dass Avocados noch nach der Ernte reifen können, spricht sich langsam herum. Und auch wann genau sie reif sind, leuchtet ein: Wenn sie auf Druck leicht nachgeben. Aber was hat das mit Riesenfaultieren und Restaurantabfällen zu tun?

Avocados reifen nach der Ernte

Der Fachmann sagt: sie sind klimakterisch, das heißt, sie können nach der Ernte reifen, wobei ihnen das Reifegas Ethen/Ethylen hilft. Andere klimakterische Früchte sind zum Beispiel Äpfel oder Bananen. Steckt man die Avocados zusammen mit diesen in eine Papiertüte, reifen sie durch das sich ansammelnde Reifegas schneller. Avocados im Speziellen können nur nach der Ernte vollständig reifen.

Die Geschichte der Hass-Avocado

Es gibt über 400 verschiedene Avocado-Sorten, aber wie so oft haben nur eine Handvoll ihren Weg in den Handel gefunden. Darunter die grüne, glatt- und dünnhäutige Fuerte und die schwarze, warzige Hass, welche bei vielen Konsumenten als die bessere, leckerere Avocado gilt (möglicherweise wegen ihres um rund 5% höheren Fettgehalts).

Die Hass-Avocado hat eine interessante Geschichte hinter sich, denn ihre Existenz verdankt sie einem Hobbyzüchter, der seine Samen unter anderem aus den Küchenabfällen von Restaurants zusammensuchte.

Rudolph Hass hätte den so gezüchteten Baum aufgrund missglückter Pfropf-Versuche beinahe gefällt. Doch eine Reihe glücklicher Ereignisse (Hass’ Kinder mochten die für Avocados merkwürdig aussehenden Früchte) führte dazu, dass die hervorragend schmeckenden Früchte ihn zu kommerziellem Erfolg führten und Hass sich letztlich neben der bis dato verbreiteten Fuerte etablieren konnte. Heute macht die Hass-Avocado rund 80% des Weltmarktes aus. Der Mutterbaum, verwurzelt in Kalifornien, starb 2002 im Alter von 76 Jahren an Wurzelfäule (Phytophthora).

Avocados sind Obst

Die Avocado ist eine Beere aus der Familie der Lorbeeren – sie ist ein Obst. Und dieses verbreitet sich in der Regel dadurch, dass Tiere es verzehren und die Samen durch ihren Kot verteilen. Doch welches Tier wäre groß genug, die Avocado zu schlucken und den gewaltigen Kern auszuscheiden?

Die Avocado und das Riesenfaultier

Megatherium_americanum_completeTatsächlich ist die Avocado eine Pflanze, die sich in Beziehung mit großen –sehr großen– Säugetieren entwickelte, die mittlerweile ausgestorben sind. Darunter das südamerikanische Riesenfaultier. Das Megatherium brachte es bei rund 3 Tonnen Gewicht auf eine Länge von bis zu 6m. Und so findet man den Weg von der Avocado zur pleistozänen Megafauna mit so netten Giganten wie dem Kurznasenbären (Schulterhöhe 1,8m!) – ein lohnenswerter und lehrreicher Ausflug in die Weltgeschichte.

Diese Tiere starben vor rund 10.000 Jahren aus wobei wir dies wenigstens zum Teil auf menschliche Mitwirkung zurückführen. Damals fanden die ersten Menschen, die Paläoindianer, ihren Weg auf den nordamerikanischen Kontinent. Womit wir wieder beim Thema wären.

Nicht ausgestorben ist trotz mangelndem Evolutionspartner die Avocado, die der Mensch vermutlich seit fast 3000 Jahren kultiviert und seit rund 100 Jahren im größeren Stil auch im Mittelmeerraum, besonders in Israel anbaut. Beim weiteren Überleben der Avocado können Sie mithelfen: Denn der Kern einer Avocado eignet sich zum Ziehen einer Pflanze. Allerdings benötigt diese ein Klima ohne Frost und mit wenig Wind. Hierzulande ist daher einzig ein Anbau im Inneren denkbar, wobei die endgültige Größe des Baumes (15-20m) dem Vorhaben sicherlich recht bald einen Strich durch die Rechnung macht.

GuacamoleDie Avocado eignet sich längst nicht nur zur Herstellung von Guacamole. Das Fruchtfleisch passt hervorragend zu Salaten, lässt sich als Rohkost genießen und ergänzt gut Pfannengemüse (bei zu großer Hitze kann die Avocado allerdings bitter werden). Auch süße Speisen mit Zitrone oder Kakao gelingen damit einfach. Und natürlich: Schokoladencreme!

Ihr Verzehr ist in jedem Falle ratsam: Die Avocado enthält praktisch keinen Zucker und ist ein guter Vitamin E-Lieferant. Darüber hinaus stammen rund 75% ihres Energiegehalts aus Fett, der Großteil davon aus einfach ungesättigten Fettsäuren. Da sage mal jemand, Obst sei stets fettarm.

Ganz schön spannend, so eine Frucht.

Weiterführende Informationen:

Lauch mit Rührei und Tomaten

Lauch mit Rührei und Tomaten

Lauch (oder Porree) gehört zur Gattung Allium und ist somit eng verwandt mit unter anderem Knoblauch und der Speisezwiebel. Stellt man ihn sich als übergroße und proportional verzerrte Frühlingszwiebel vor, wird die Verwandtschaft auch optisch sofort deutlich. Häufig wird er allein würzend eingesetzt, doch auch als Solist schmeckt er köstlich, so wie in diesem einfachen Rezept.

  • 6 Stangen Lauch
  • 10 Eier
  • 6 kleine Tomaten
  • Gewürze: Salz, Pfeffer
  • Butter (oder Olivenöl oder Kokosfett)

Den Lauch waschen und in schmale Ringe schneiden (ca 0,5cm breit). Diese in eine hohe Pfanne oder einen Topf mit großer Grundfläche geben und im Fett ihrer Wahl bei mittlerer Hitze anbraten. Recht bald tritt so viel Flüssigkeit aus, dass der Lauch zu schmoren beginnt. Würzen mit Salz und Pfeffer, gelegentlich rühren. Auch schärferes Anbraten bekommt dem Lauch gut.

Währenddessen die Tomaten vierteln und anrichten.

Die Eier aufschlagen, mit Salz und Pfeffer würzen und gut verrühren.

Gegen Ende der Garzeit des Lauchs (ca 15 Minuten) die Eiermasse in eine Pfanne geben, erhitzen und stocken lassen.

Abschließend einen guten Esslöffel (oder mehr) Butter (oder Olivenöl) zum Lauch geben, verrühren und dann alles zusammen anrichten. Das Rührei nach Geschmack mit Butter oder Kokosfett verfeinern.

Diese Menge reicht für zwei Portionen.

Ran an’s Eingemachte: Die Abstimmung

Heute beginnt die Abstimmung für den Urgeschmack-Herbst-Wettbewerb “Ran an’s Eingemachte: Fotografieren und Kochbücher gewinnen“. Über die letzten Wochen haben Urgeschmack-Leser Fotos von sich und ihrem Eingemachten eingesandt, über die Sie hier nun abstimmen können.

Für die drei beliebtesten Fotos gibt es als Preis je ein Kochbuch:

  • 1. Preis: Das Urgeschmack-Kochbuch
  • 2. Preis: Das Urgeschmack-Dessertbuch
  • 3. Preis: Die kleine Urgeschmack-Frühstücksfibel

Urgeschmack-Kochbücher

Es ist faszinierend, wie unterschiedlich die Einsendungen waren. Bedingung für die Teilnahme war, dass der Teilnehmer mit auf dem Foto zu sehen ist. Hier die Fotos jeweils mit einer kurzen Beschreibung:

Sandra

Sandra

Sandra schickte ein Foto von sich mit ihrem Knoblauch in Öl (gekocht) Suppengemüse mit Salz konserviert, Früchte aus dem Garten und Birnenchutney.

Ana

Ana

Ana hat anders haltbar gemacht: Sonnengetrocknet und nicht eingekocht. Eine kleine getrocknete Waldpilzmischung, milchsauer eingelegte Ziegenbartpilze, ein Glas mit getrockneten Apfelringen und ein Kräutersalz aus gesammelten Wild- und Gartenkräutern.

Hildegard und Günter

Hildegard und Günter

Hildegard und Günter schickten Fotos von Brombeer-Ribiselmarmelade, Erdbeersauce und Apfelmus.

Abstimmung

Jetzt liegt es an Ihnen: Wählen Sie, welches Foto Ihnen am besten gefällt und stimmen Sie mit dem “Vote”-Knopf ab. Die Abstimmung läuft bis 23. Oktober 2013, 20Uhr.

Update um 15:25Uhr: Aufgrund eines technischen Fehlers, funktioniert die Abstimmung leider nicht wie geplant, es wurden keine Stimmen gezählt. Die Abstimmung findet daher über die Kommentarfunktion statt. Schreiben Sie einfach den Namen des Teilnehmers, dessen Foto Ihnen am besten gefällt, in das Komentarfeld unter diesem Beitrag und klicken Sie auf “Kommentar senden”.

Und natürlich darf jeder auch für sich selbst abstimmen.

Update 23. Oktober 2013, 20Uhr: Die Abstimmung ist beendet: Jeder hat gewonnen!

Das Urgeschmack-Kochbuch geht an Sandra, das Dessertbuch an Hildegard und Günter und die Frühstücksfibel an Ana.

Vielen Dank an die Teilnehmer für die libevollen Fotos und auch danke an alle, die mit abgestimmt haben.

Es gibt keine Disziplin

Es gibt keine DisziplinDisziplin ist ein Mythos, ein Märchen, eine Illusion. Um abzunehmen sei knallharte Selbstdisziplin nötig, so die landläufige Meinung. Oder: Um etwas zu vollbringen, müsse man diszipliniert sein. Die Folge sind Vorwürfe und Schuldgefühle bei Misserfolg. Wer versteht, dass all dies Unfug ist, kann das schlechte Gewissen und die Schuldgefühle vermeiden. Wenn Sie den Mythos begreifen, werden Sie ihre Ziele viel leichter erreichen, die bislang hinter der scheinbar unüberwindbaren Mauer der Disziplin verborgen waren.

Wie ist Disziplin überhaupt definiert? Werfen wir einen Blick in die deutsche Wikipedia:

Selbstdisziplin oder Selbstbeherrschung bezeichnet ein stetiges und eigenkontrolliertes Verhalten, das einen Ordnungszustand aufrechterhält oder schafft, indem es Anstrengungen aufwendet, die den vorherrschenden individuellen oder äußeren Ablenkungen von einer einzuhaltenden Zielvorgabe entgegenwirken. 

Disziplin ist demnach ein Verhalten zugunsten einer Zielvorgabe.

Und der Duden schreibt:

  1. das Einhalten von bestimmten Vorschriften, vorgeschriebenen Verhaltensregeln o.Ä.; das Sicheinfügen in die Ordnung einer Gruppe, einer Gemeinschaft
  2. das Beherrschen des eigenen Willens, der eigenen Gefühle und Neigungen, um etwas zu erreichen

Auch hier ist eine Zielvorgabe fester Bestandteil der Definition.

Fassen wir zusammen:

Disziplin ist ein Verhalten, um ein spezifisches Ziel zu erreichen.

Wenn ich jedoch etwas tue, um etwas zu erreichen, wie nennt man dies eigentlich? Motivation, richtig. Jemand, der täglich zur Arbeit geht, obwohl er gerne etwas anderes täte, ist nicht diszipliniert; er ist motiviert. Motiviert durch das Geld, das er als Lohn bekommt. Niemand würde ihn für seine Disziplin loben. Er erreicht sein Ziel, den Gewinn eines Einkommens, dadurch, dass er konsequent zur Arbeit geht. Das ist ein einfaches Konzept.

Das müsste auch beim Abnehmen oder zur Umsetzung einer gesunden Ernährung funktionieren. Nehmen wir als Ziel “Ich möchte möglichst gesund sein!” oder “Ich möchte 20kg abnehmen!”: Das Ziel (=die Motivation) ist ein schlankerer/gesünderer Körper. Konsequenterweise muss derjenige sich gesund ernähren, um dies zu erreichen. Wie man am besten abnimmt oder sich gesund ernährt, lässt sich leicht herausfinden, das nötige Verhalten steht somit fest. Aber scheinbar ist dies nicht so einfach, denn vielen Menschen gelingt es nicht. Wo liegt das Problem? Wo ist der Unterschied zum täglichen Gang zur Arbeit?

Mangelnde Motivation: Der Grund für Misserfolg

Tatsächlich gibt es mehrere mögliche Gründe, der in diesem Zusammenhang relevante ist jedoch: Die Motivation stimmt nicht. Zur Motivation benötigt man ein Ziel. Dieses ist jedoch stets abhängig von Prioritäten. Bei der Arbeit scheint dies einfach. Vielen Menschen ist ein geregeltes Einkommen so wichtig, dass sie dafür bereit sind, fünf Tage die Woche acht Stunden ihrer Zeit aufzuwenden. Ihnen ist das Geld wichtiger als die Zeit. Das ist auch abhängig vom Stundenlohn und dort liegen die individuellen Unterschiede in der Wertschätzung.

Sind die Prioritäten gesetzt?

Doch wie sieht dies beim Abnehmen aus? Um das Zielgewicht zu erreichen ist es nötig, bestimmte Dinge nicht mehr zu essen. Diese opfert man seinem Ziel, ordnet sie ihm unter. Es ist also eine Frage der Prioritäten. “Ist mir mein Körper wichtiger oder die Tüte mit den Süßigkeiten?” Das ist die  ultimative Frage, die viel zu oft nicht eindeutig geklärt ist. Um das zu tun, ist Klarheit nötig. Klarheit über die eigenen Ziele und Prioritäten. Und Ehrlichkeit sich selbst gegenüber, Selbstachtung.

Mehr noch: Wichtig sind die eigenen Wünsche. Möchte ich die 20kg abnehmen, weil meine Freunde dies für nötig halten? Oder ist mir meine Figur egal, solange ich damit angeben kann? Oder möchte ich wirklich für mich selbst dieses Gewicht erreichen?

Die ersteren beiden Ziele sind extrinsische Motivationen. Sie kommen von außen. Und sie sind erwiesenermaßen weniger effektiv als intrinsische, also aus dem Inneren kommende Motivationen. Mit anderen Worten: Wer das Gitarrenspiel nur erlernen möchte, um seine Freunde zu beeindrucken, wird es mit wesentlich größerer Wahrscheinlichkeit schneller wieder aufgeben als jemand, der den innigen Wunsch hegt, großartige Musik zu spielen.

Liebe

Man könnte auch sagen, dass es auf Liebe hinausläuft. Was liebe ich mehr: Mich selbst oder die Süßigkeiten? Meine Lebenszeit oder Tinnef? Persönliche Weiterentwicklung oder Klatsch und Tratsch? Diese Fragen betreffen stets auch die Selbstachtung und so lassen sich alle derartigen Entscheidungen in ein übergreifendes Gesamtkonzept einweben. Die Frage nach dem gesunden Körper betrifft dann nicht nur die Wahl der Lebensmittel, sondern auch die Entscheidung für oder gegen das Rauchen, Alkoholexzesse, den gesamten Lebensstil.

Wer also am Abnehmen scheitert, der sollte sich keine Vorwürfe machen. Vielmehr empfiehlt sich eine Analyse des eigenen Verhaltens. Prüfen, was falsch gelaufen ist. Anschließend ein Mensch dieses nicht-zielführende Verhalten mit seiner Motivation vergleichen und prüfen, ob er sich in seiner Einschätzung geirrt hat. Ist ihm das tägliche Stück Kuchen vielleicht doch wichtiger als die Traumfigur? Dann kann er oder sie entscheiden, ob er an seinem Vorhaben festhalten möchte oder es aufgibt und so weitere Verwirrung vermeiden.

Fazit: Wege zum Erfolg

  1. Es gibt keine Disziplin. Auch Willenskraft ist immer auf ein Ziel ausgerichtet: die Motivation.
  2. Alles, was wir erreichen möchten, können wir durch die richtige Motivation erreichen.
  3. Für eine effektive Motivation ist es nötig, sich seiner Prioritäten und Lebensziele klar zu sein.
  4. Der Schlüssel dazu ist Ehrlichkeit sich selbst gegenüber: Selbstachtung.

Stellt sich heraus, dass das tägliche Stück Sahnetorte wahrlich wichtiger ist als die Traumfigur und dass Sport keine Option darstellt, ist dies kein Weltuntergang. Dadurch wird man nicht zu einem schlechteren Menschen. Vielmehr wird man freier, weil nun klar ist, was man wirklich möchte – in diesem Fall: nicht abnehmen.

Was ist hochwertiges Eiweiß? (Urgeschmack-Podcast #31)

Was ist hochwertiges Eiweiß?Was ist hochwertiges Eiweiß? Eiweiße sind ein wichtiger Bestandteil unserer Ernährung und viele Ernährungskonzepte empfehlen eine regelmäßige Versorgung mit hochwertigem Eiweiß. Aber was genau ist gemeint? Was ist hochwertiges Eiweiß?

Dieser Podcast ist eine Audio-Version des Artikels “Was ist hochwertiges Eiweiß?”. Sie können den Podcast direkt hier bei Urgeschmack hören oder auch kostenlos über iTunes abonnieren. Eine weitere Möglichkeit ist der Urgeschmack-Podcast Feed.

Darf ich nie wieder Zucker, Getreide, Milchprodukte essen? (Video)

Wenn man sich entscheidet, aus gesundheitlichen Gründen oder um der Figur willen nie wieder Zucker, Getreide oder Milchprodukte zu essen – darf man diese Dinge dann wirklich nie wieder genießen? Kann man niemals von diesem Pfad abweichen? Darf man nie unbeschwert auf das Buffet oder in die Konditorei schauen? Mehr dazu in der heutigen Episode.

Damit es aber gar nicht erst dazu kommt, hier ein paar Tipps: