Paleo Panna Cotta

Dieses Dessert habe ich kurz nach einem Restaurantbesuch entwickelt. Eine kurze Recherche zeigte, dass Panna Cotta eine sehr einfach herzustellende Süßspeise ist, für die es nur wenige Zutaten und noch weniger Zeit braucht. Die üblicherweise verwendete Sahne habe ich durch Kokosmilch ersetzt, statt Zucker verwende ich Stevia.

  • 250ml Kokosmilch (oder Sahne)
  • 2 Blatt / ca 3,6g Gelatine
  • 10 Tropfen Stevia oder 1 TL Honig
  • Etwas Vanillepulver (auch aus der Schote)

Stevia und Vanille unter die Milch rühren, dann kurz bis fast zum Kochen bringen. Anschließend die Gelatine unterrühren. Noch heiß in kleine Sturzgläser füllen und nach dem Abkühlen im Kühlschrank erstarren lassen. Nach ca 2 Stunden ist die Panna Cotta servierbereit. Zum Stürzen kann sie kurz in ein heißes Wasserbad gestellt werden, dann löst sie sich besser aus dem Glas.

Diese Menge reicht für zwei kleine Portionen.

Urgeschmack-TV Ep. 38: Qualität als Kontinuum

Trotz Einzug des digitalen Zeitalters existiert auf der Welt mehr als nur schwarz und weiß.

Wer sich entmutigt fühlt, weil ihm oder ihr die 100% konsequente Umsetzung einer gesünderen Ernährung nicht von heute auf morgen gelingen mag, sollte auf keinen Fall aufgeben. Nur selten klappt etwas beim ersten Mal. Und noch seltener macht man beim ersten Mal alles richtig. Nehmen wir ein Baby. Das fängt ja auch nicht irgendwann plötzlich an, perfekt zu laufen. Stattdessen übt und übt es, bis es irgendwann endlich halbwegs stabile Schritte auf zwei Beinen machen kann. Und aus einem Samenkorn ploppt nicht vom einen Tag auf den anderen eine ausgewachsene Pflanze, sondern das Wachstum gehtlangsam und graduell vonstatten.

Was dies mit Urgeschmack und Lebensmittelqualität zu tun hat, erfahren Sie im heutigen Video:

Gefundenes Fressen

Keinen Schrott kaufen.

Eine Richtlinie, die fest in meinen Alltag integriert ist. Gerade und besonders bei Lebensmitteln. Bei der Wahl und beim Einkauf von Lebensmitteln, gehen einige wenige Verbraucher mit etwas mehr Bedacht vor, als der Durchschnittskonsument. Die Nahrungsmittel, die in den Einkaufskörben eben dieser wenigen Verbraucher landen, sind im Einzelnen auch schon mal etwas teurer als die durchschnittlich verkaufte Ware.

Der Lohn für diesen Aufwand ist meist eine gesündere, schmackhaftere Ernährung. Eine weitere Folge solch bedachten Kaufverhaltens kann allerdings auch sein:

Nichts wird weggeworfen.

Dies ist zumindest in meinem Haushalt ein wichtiger Gedanke. Auch hier: Gerade und besonders bei Lebensmitteln. Wer mit Bedacht einkauft, der muss nie Lebensmittel wegwerfen. Es gehört ein wenig Übung dazu, doch wer sich dieses Ziel setzt, kann es meist binnen weniger Wochen erreichen. Das so gesparte Geld gleicht die gegebenenfalls höher als durchschnittlichen Ausgaben beim Kauf oft mehrfach aus.

Und trotzdem landen in der westlichen Gesellschaft viele Lebensmittel im Müll. Dass dies nicht immer ihr Ende sein muss, zeigen die folgenden Videos:

(Video leider nicht mehr verfügbar)

Es mag sein, dass Menschen gut von dem Leben können, was andere als Abfall bezeichnen. Und ich gönne es wirklich allen Nutznießern. Aber freilich wäre es erstrebenswert, wenn von Vornherein einfach nicht solche Unmengen Lebensmittel im Müll landen würden. In diesem Zusammenhang interessiert Sie vielleicht auch dieser Beitrag: Hunger in der Welt des Überflusses.

(Video leider nicht mehr verfügbar)

Diese Menschen erkennen den Wert der Nahrung und retten sie vor der endgültigen Vernichtung, indem sie sie der eigenen Verwendung zuführen. Ob dies nun stets egoistische oder altruistische Gründe hat, spielt keine Rolle. Es kan keine dauerhafte Lösung sein. Man könnte an dieser Stelle argumentieren, dass ein Großteil der weggeworfenen Lebensmittel letztlich auch nur stark verarbeitete Produkte ohne großen Nährwert sind. Aber ich denke, dies träfe den Kern der Diskussion nicht und hielte einer näheren Betrachtung auch nicht stand. Denn die Basis solcher Produkte sind in der Regel wenigstens zum Teil eben doch natürliche Lebensmittel.

(Video leider nicht mehr verfügbar)

Es scheint beachtlich, wie lange das westliche Gesellschaftssystem nun schon mit Armut und Hunger kämpft, während es zugleich Ressourcen verschwendet. Sicherlich ist es für einen seriösen Volkswissenschaftler nicht schwierig, auszurechnen, inwieweit wir die Probleme unserer Sozialsysteme lösen könnten, wenn wir die Verteilung der von uns erzeugten Lebensmittel optimieren würden.

Wer meldet sich freiwillig für diese Aufgabe?

Fasanenbrust mit Rosenkohl

Wie schmeckt ein Fasan?

Diese Frage habe ich mir als großer Wild-Fan sehr lange stellen müssen. Den Wildgeflügel wird in unserer Gegend üblicherweise nur selten zum Kauf angeboten. Schließlich fasste ich mir dann ein Herz und rief einen Jäger an, um mir ein frisch geschossenes Tier zu besorgen. Das erste Mal einen Fasan selbst zu rupfen und auszunehmen, ist schon ein kleines Abenteuer. Doch es ist nicht nur eine nützliche Erfahrung, sondern es wird auch mit zartem Fleisch belohnt.

Voraussetzung für ausgeprägteren Wildgeschmack ist, dass das Tier ausreichend lange abgehangen wird. Fünf bis sieben Tage dürfen es schon sein. Eine Tatsache, derer ich mir bei meinem ersten Unternehmen mit einem solchen Vogel nicht bewusst war. Und so ergab das von mir bearbeitete Tier zwar ein sehr zartes und feines Fleisch, das jedoch entgegen meiner Erwartung nur eine leichte Wildnote aufwies. Aber es gibt bestimmt ein nächstes Mal!

  • 2 stk. Fasanenbrust
  • 600g Rosenkohl
  • 100ml Sahne

Falls nötig, den Rosenkohl Putzen, anschließend mit ca 200ml Wasser kochen. Mit Salz, Pfeffer und Muskat abschmecken.

Die Fasanenbrüste in einer Pfanne in etwas Butter von beiden Seiten gut anbraten, dann bei mittlerer Hitze weiter ziehen lassen bis sie durchgegart sind. Mit der Sahne ablöschen und den Bratensatz lösen bis eine sämige Soße entsteht.

Diese Menge reicht für zwei Portionen.

Essen und Sprache in England

Nicht nur im deutschen Sprachraum finden sich im Bereich der Nahrungsmittel immer wieder Leckerbissen für Linguisten. Wer gut aufpasst, findet auch im Englischen wundervolle Sprachspiele. Und wie nicht anders zu erwarten, sind unsere britischen Nachbarn Großmeister im Offenlegen eben dieser, wie das folgende Video zeigt:

Zu einem gesunden Leben gehört für mich auch Humor. Und dieser schmeckt mir sehr gut!

Urgeschmack-TV Ep. 37: Rinderschmorbraten mit Rotkohl

Nachdem das Viertel Rind zerlegt und teilweise auch schon der weiteren Verwendung zugeführt ist, gibt es heute den ersten Braten vom neuen Tier. Nach der Lektüre von Fearnley-Whittingstalls Buch wollte ich einige seiner Gedanken zu Schmorbraten ausprobieren. Das Ergebnis sah tatsächlich genau so aus, wie ich es mir vorgestellt und gewünscht hatte: Saftiges Fleisch, das sich mit der Gabel zerdrücken lässt. Das Weiderind macht hier eine besonders gute Figur, denn durch die Verwendung weniger Kräuter und Gewürze kann es beweisen, dass es ganz allein voller Geschmack steckt.

Regionale Lebensmittel – Local food

Knoblauch aus China. Kiwis aus Neuseeland. Birnen aus Südafrika.

Solche weitgereisten Lebensmittel finden sich nicht nur in fast jedem Supermarkt, sondern auch auf vielen Wochenmärkten. Übrigens auch wie selbstverständlich an den Bio-Marktständen, bei denen die ökologische Sinnhaftigkeit offenbar im Bereich Transport wenig Beachtung findet. Was kümmert mich, ob die Kiwis in Neuseeland mit ökologisch nachhaltigen Methoden erzeugt wurden, wenn sie danach um die halbe Welt reisen und dabei fossile Brennstoffe verbrannt und entsprechende Abgase erzeugt werden?

Und es ist nun wirklich nicht so, dass Knoblauch auf China angewiesen wäre. Verstehen Sie mich nicht falsch: Ich habe nichts gegen China oder dessen Bewohner. Aber gerade Knoblauch ist nun als Pflanze so genügsam, dass er beinahe überall wächst.

Und doch zieht der deutsche Markt es vor, seine Lebensmittel aus aller Welt zu importieren. Da sind wir freilich nicht die einzigen. Kanada, zum Beispiel, verfährt ähnlich:

Die Folge solcher Importe liegen nahe: Weniger frische, weniger nahrhafte, weniger Gesunde Lebensmittel. Unter den Importen leidet auch die lokale Wirtschaft. Jedes Ei, jeder Apfel und jeder Brokkoli, der aus Importware gekauft wird, schwächt die regionale Landwirtschaft. Die verheerenden Folgen sind bereits offensichtlich: Immer mehr landwirtschaftliche Betriebe schließen. Es braucht nicht viel Pessimismus, um sich vorzustellen, dass dieses Land sich in einigen Jahren oder Jahrzehnten nicht mehr selbst ernähren kann. Dass die Importe, von denen wir dann abhängig sind, schon jetzt oft im Müll landen, verdeutlicht, dass hier von einem gesunden System nicht die Rede sein kann.

Was können wir ändern?

Wir können selbst etwas an dieser Situation ändern: Statt darauf zu warten, dass der Gesetzgeber die Importe reguliert oder, schlimmer, die deutsche Landwirtschaft stärker subventioniert, kann jeder Verbraucher selbst die Entscheidung treffen. Regionale Ware wird (noch) überall in Deutschland angeboten. Um sie zu bekommen, ist gelegentlich auch ein Gang auf den Wochenmarkt nötig. Und selbst in den Supermärkten liegen noch genügend einheimische Produkte in der Gemüseauslage. Die vielzitierten “Erdbeeren im Dezember” gehören da freilich nicht dazu.

Der Preis in Deutschland erzeugter Lebensmittel, gekauft passend zur Jahreszeit, ist selten höher als der Preis importierter Ware. Selbst wer ausschließlich zu Ware mit einem Bio-Siegel greifen möchte, muss oft nicht mehr als einen Aufpreis von 30-50% zahlen. Der Lohn für diesen geringeren Mehraufwand beim Einkauf ist frischere, gesündere Ware, eine stärkere Wirtschaft und das Wissen, der Natur und somit der gesamten Welt etwas Gutes zu tun.

Hirschsteak an Rotkohl

Ein wundervoll einfaches und zugleich köstliches Gericht. Kleinere Hirschteaks von Rücken oder Keule geschnitten lassen sich ohne Mühe sehr gut kurzbraten und der Bratensaft ergibt ganz von selbst eine schöne Soße.

  • 2x 120g Hirschsteak
  • 600g Rotkohl
  • 100g / 1 stk. Zwiebel
  • 1 Apfel (Boskoop)

Den Rotkohl in feine Streifen schneiden bis ein Kraut entsteht. Die Zwiebel in Ringe schneiden und mit etwas Butter in einem Topf glasig braten. Währenddessen den Apfel entkernen, in kleine Würfel schneiden, zur Zwiebel geben und kurz anbraten. Nun den Rotkohl hinzugeben und ca 150ml Wasser angießen. Ein paar Nelken und drei Lorbeerblätter hinzufügen und unter gelegentlichem Umrühren 45 Minuten Köcheln lassen. Mit Weinessig und Salz abschmecken (ausführliches Rezept für Rotkohl).

Die Hirschsteaks in eine Heiße Pfanne legen und in etwas Olivenöl von beiden Seiten scharf anbraten, anschließend bei mittlerer Temperatur einige Minuten garen lassen. Der Bratensatz ergibt eine köstliche Soße, kann bei Bedarf jedoch auch mit Butter, einem Schluck Rotwein, Sahne oder Schmand verfeinert werden.

Diese Menge reicht für zwei Portionen.

Der zweite Geburtstag

Urgeschmack wird heute zwei Jahre alt.

Viel, wirklich sehr viel ist passiert sowohl seit dem Start vor zwei Jahren, als auch seit dem letzten Geburtstag. Genauso wie Urgeschmack über natürliche Ernährung und nachhaltige Lebensmittelerzeugung berichtet, begleitet diese Website auch zum Teil mein Leben. Veränderungen sind da keinesfalls ausgeschlossen und derer haben Sie als Leser besonders im vergangenen Jahr reichlich miterlebt.

Die wöchentliche Produktion von Videos ist aufwändig, doch zugleich auch spannend und so versuche ich dies weiter aufrecht zu erhalten. Letztlich denke ich, dass es genau diese konkreten Einblicke in ein konsequentes Leben mit dieser Ernährung sind, die Skeptiker überzeugen können, auch ihrerseits mehr Acht auf die verzehrten Lebensmittel und deren Herkunft zu geben.

Es freut mich auch, dass urgeschmack.de täglich mehr Besucher anzieht. Genau wie die im Sprachgebrauch oft mühsam genannten Fortschritte des Eichhörnchens geht dies sehr langsam vonstatten, dafür aber mit einer beeindruckenden Stetigkeit. Nachhaltig eben, ganz den Werten dieses Projekts entsprechend.

Zum Geburtstag spendiere ich dieser Website ein seit langem überfälliges Video: Eine Kurzzusammenfassung dessen, worum es bei Urgeschmack geht:

Bei den treuen Lesern und auch allen Neuzugängen möchte ich mich bedanken. Auf ein weiteres Jahr!

Urgeschmack-TV Ep. 36: The River Cottage Meat Book

Es ist wieder Zeit für ein Buch-Review. Nach sehr langer Suche habe ich endlich ein Buch gefunden, das zum Thema Fleisch und dessen Zubereitung keine Wünsche offenlässt. Der aus England stammende Hugh Fearnley-Whittingstall legt mit The River Cottage Meat Book ein umfassendes Werk vor, das auf jeden relevanten Aspekt des Fleischkonsums eingeht. Mehr dazu im heutigen Video:

Sie können The River Cottage Meat Book hier bestellen. Es ist sowohl Kochbuch als auch Nachschlagewerk. Durch die vielseitigen und einfach nachzuvollziehenden Rezepte, die ganz ohne Firlefanz und exotische Zutaten auskommen, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass Sie es auch nach dem ersten Lesen noch oft in die Hand nehmen werden.

Hughs leidenschaftliches Engagement für die Rechte der Tiere ist mitreißend und inspirierend. Er schafft es, ganz ohne erhobenen Zeigefinger ein steinhartes Plädoyer für artgerechte Tierhaltung zu halten, dem auch durch monetäre Argumente nichts entgegenzusetzen ist.