Sind Lektine immer gefährlich?

Einige Lektine wirken auf den Menschen eindeutig toxisch. Sie können Krankheiten wie Arthritis, Morbus Crohn, Fibromyalgie, Reizmagen oder Schilddrüsenprobleme begünstigen. In der Folge gilt die allgemeine Empfehlung, keine rohen Hülsenfrüchte zu verzehren. Ernährungsformen wie die Steinzeiternährung (Paleo Diät) raten grundsätzlich ab vom Verzehr der lektinhaltigen Lebensmittel Getreide und Hülsenfrüchte. Doch ist das angemessen? Sind Lektine wirklich immer ein Problem?

Was sind Anti-Nährstoffe?

Wer Nährstoffe kennt, kann den Gegenbegriff Anti-Nährstoffe ohne Mühe verstehen: Solche Stoffe nähren den Menschen nicht, sondern sie machen andere Nährstoffe ganz oder teilweise unbrauchbar. Zu diesen antinutritiven Substanzen gehören Pflanzenstoffe wie Phytinsäure, Saponine, Lektine oder auch Tannine. Nimmt man zu viel davon auf, kann das zu Vergiftungen oder eingeschränkter Nährstoffverfügbarkeit führen.

Was ist so schlimm an Getreide?

Getreide ist überall. Längst geht die Verwendung weit über den Lebensmittelbereich hinaus, Mais-Bestandteile finden sich sogar in Batterien wieder. Überall auf der Welt essen Menschen Getreide und die Pflanze ist ein wichtiger Rohstofflieferant geworden. Was kann daran so schlimm sein? Ist Getreide ungesund?

Was ist Phytinsäure?

Pflanzen bilden Phytinsäure, um sich gegen den Verzehr zu schützen. Es ist ihr eigenes Pflanzenschutzmittel, ein pflanzliches Pestizid: Die Pest sind Tiere wie wir. Da Phytinsäure Mineralstoffe binden und für die Verdauung unzugänglich machen kann, zählt man sie auch zu den als schädlich geltenden Anti-Nährstoffen. Ist diese Einteilung gerechtfertig? Wirkt Phytinsäure ausschließlich nachteilhaft?