Buchempfehlungen

Nur wenige der veröffentlichten Millionen von Büchern über Ernährung und das Kochen haben mich so umfassend überzeugt, dass ich sie immer wieder anfasse und nachschlage. Es sind selten klassische Kochbücher mit Rezepten, vielmehr interes­sieren mich zugrundeliegende Prinzipien. Folgende, wenige Bücher empfehle ich immer wieder uneingeschränkt:

On Food and Cooking (Harold McGee)

On Food and CookingIch halte es für das beste Kochbuch der Welt, obwohl es kein Rezept enthält. On Food and Cooking betrachtet einzelne Zutaten detailliert, wissenschaftlich und dennoch leicht verständlich. Es erklärt nicht, wie man ein Ei perfekt kocht – sondern, was genau beim Kochen passiert und warum und wie wir das beeinflussen können, um unser eigenes, perfektes Ei zu kochen. Und das für jede erdenkliche Zutat. Keine Regeln, nur Werkzeuge.

Gib einem Mann einen Fisch und du ernährst ihn für einen Tag. Lehre einen Mann das Fischen und du ernährst ihn für sein Leben.

On Food and Cooking von Harold McGee gehört zu meinen Büchern für die einsame Insel. Verlöre ich es, würde ich es ohne Zögern wieder kaufen. Auch für den vierfachen Preis. Dieses Meisterwerk ist neuerdings auch in deutscher Sprache erhältlich.

Bakewise (Shirley O. Corriher)

BakewiseWer alles über das Backen erfahren möchte, braucht dieses Buch. Harold McGee nutzt es häufig als Quelle. Bakewise enthält durchaus reichlich klassischer Rezepte. Die wahren Juwelen sind jedoch Corrihers konkrete und wissenschaft­lich präzise Hinweise, warum was funktioniert. Sie behandelt die Grundbausteine des Gebäcks und deren Funktionen. Wer eigene Rezepte entwickeln oder verbessern möchte, ist mit diesem Buch perfekt beraten. Wie macht man Cookies knuspriger? Warum sackt der Kuchen in der Mitte ein? Wie kann ich meine Torte stabilisieren? Darüber hinaus ist Bakewise ein gutes Nachschlagewerk für klassische Rezepte.

Lebens-Mittel / In Defense of Food (Michael Pollan)

Lebens-MittelMichael Pollan ruft in diesem Werk zur Vernunft auf. Seine daraus abgeleiteten Regeln zum Essen betrachte ich nicht als Dogma, sondern als gutgemeinte Ratschläge. »Iss echte Lebensmittel. Nicht zu viel. Überwiegend Pflanzen. Am Tisch. Kauf deine Lebensmittel nicht dort, wo du dein Auto betankst« Und so weiter. Lebens-Mittel verdeutlicht, wie der Nährstoffismus, die reduktionistische Betrachtung unserer Lebensmittel als schlichte Summe ihrer Nährstoffe, unsere Ernährung zur Hölle für alle Beteiligten macht.

Lebens-Mittel macht Mut und motiviert, die eigene Ernährung sorgfältig, entspannt und mit Vernunft anzugehen (mein Review als Video).

Das Omnivoren Dilemma / The Omnivore's Dilemma (Michael Pollan)

Das Omnivoren Dilemma
In diesem Buch beschreibt Pollan vier grundverschiedene Wege, die Lebensmittel aus der Natur bis auf unseren Teller nehmen können: Industriell-konventionell, Industriell-Bio, kleinbäuerliche Mischkultur und selbst gesammelte und gejagte Nahrung. Wie kommt es, dass gerade beim Essen so viele Menschen mehr auf den Preis als auf die Qualität schauen? Wie funktionieren diese vier Nahrungsketten, wie sind sie entstanden und was bedeuten sie für unsere Gesundheit, unseren Planeten, unsere Zukunft?

Michael Pollans Bücher lesen sich flüssig, unterhaltsam und oft fesselnd. Das Omnivoren-Dilemma gibt erneut viele Einblicke in die Geschichte und Geschicke unserer Esskultur. Es regt zum Nachdenken an und ermutigt zur kritischen Untersuchung der eigenen Ernährung (mein Review als Video).

Holy Cows & Hog Heaven (Joel Salatin)

Holy Cows & Hog HeavenDieses Buch hilft dem Leser, Landwirte, deren Produkte und die eigene Rolle als Verbraucher besser zu verstehen. Wie finde und erkenne ich einen "sauberen" Landwirt? Wie erkenne ich gute Lebensmittel? (Tipp: Sie sind verderblich) Was ist mit genetischer Manipulation, wie verhält es sich mit Bodenqualität und -Fruchtbarkeit? Wie kann ich selbst dabei mithelfen, dass mehr Landwirte ihre Ware nachhaltig und biologisch verträglich produzieren? Warum ist der von mir gewählte Landwirt so schrullig? Warum macht er es mir so schwer? Und was hat das alles mit der Politik und Bürokratie zu tun?

Salatin sucht die Verantwortung nicht nur bei Politik und Verbraucher, sonder fasst sich stellvertretend für seine Kollegen auch an die eigene Nase. Unterhaltsam und informativ geschrieben.

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