Ist teures Salz gesünder?

Ist teures Salz gesünder?Ist teures Salz gesünder? Ist Himalayasalz das bessere Salz? Ist das raffinierte Tafelsalz gesunheitsschädigend? Warum gibt es bei Salzen Preisunterschiede bis zum Faktor 100? Diese und weitere Fragen untersucht dieser Artikel.

Vor alledem steht besondes eine Frage:

Welche Arten Salz gibt es?

Es gibt unzählige Salzprodukte, die sich im Wesentlichen jedoch in zwei Gruppen einteilen lassen:

Meersalz

Meersalz wird durch Trocknung bzw. Verdunstung von Meerwasser gewonnen. Dazu gehören auch die Produkte Fleur de Sel (etwa Blume des Salzes) und Sel Gris (Graues Salz). Meersalz macht rund 30% der weltweiten Salzproduktion aus.

Steinsalz

Steinsalz entsteht durch Sedimentation aus Meerwasser, teils auch durch Verdunstung von Grundwasser. Es wird in Bergwerken abgebaut. In diese Kategorie fallen auch die als Kristallsalz angebotenen Produkte. Steinsalz deckt die übrigen rund 70% der Salzproduktion.

Streng genommen gibt es also nur Meersalz. Das eine ist "frisch", das andere (Steinsalz) schon etwas älter. So oder so handelt es sich im Wesentlichen um Natriumchlorid, NaCl. Alles weitere sind minutiöse Details.

Tafelsalz, Speisesalz, Kochsalz

Was als Tafelsalz, Speisesalz oder Kochsalz in den Handel und auf die Tische der Verbraucher gerät, ist Meer- oder Steinsalz, welches gereinigt, gebleicht und um Rieselhilfen ergänzt wurde. Dies hat praktische Gründe: Der wesentliche Teil der Weltsalzproduktion findet in der Industrie Verwendung und die benötigt Produktkonsistenz und reine Bestandteile.

Für den Verkauf an den Endverbraucher schaden die Bleichung für eine ansprechende Präsentation sowie die Rieselhilfen zur Vermeidung von Verklumpung nicht.

An dieser Stelle könnte man den Artikel beenden. Aber offenkundig ist Salz ein sehr großes Thema geworden, es gibt unzählige Produkte und Preisunterschiede um den Faktor 100. Die weiter oben genannten minutiösen Details müssen es also in sich haben.

Was sind die Unterschiede im Detail?

Wenn das Salz gereinigt wird, muss im Urzustand noch etwas anderes enthalten sein. Gehen wir also einen Schritt zurück: Was steckt im puren, verdunsteten Meersalz oder im gerade abgebrochenen Steinsalz?

Mineralstoffe, Ton, Asche und Algen können enthalten sein. Je nach Abbau- oder Erntegebiet sind diese Stoffe zu unterschiedlichen Anteilen und regional charakteristisch enthalten. Nach der Ernte des Salzes kann dieses darüber hinaus geräuchert oder mit Kräutern und Aromen versehen werden.

Warum ausgerechnet der Himalaya?

Besonders vom Himalayasalz (Himalayan Sea Salt) ist viel die Rede. Dabei handelt es sich schlichtweg um Steinsalz. Seinen Ruhm hat es durch geschicktes Marketing erlangt. Himalaya klingt mythisch, spirituell, rein und gesund.  Seine leichte Färbung erlangt es durch Mineralstoffrückstände. Es ist nicht gewaschen, nicht gebleicht und enthält in der Regel keine Rieselhilfen. Das unterscheidet es vom regulären Tafelsalz.

Schmecken Salze unterschiedlich?

Mit Sicherheit sagen lässt sich, dass verschiedene Salze unterschiedlich schmecken können. Grund dafür sind zwei Aspekte: Aroma und Textur.

Charakteristische Salzaromen entstehen (abgesehen von nachträglichen Veränderungen wie Räucherung) vornehmlich durch unterschiedliche Algenrückstände, möglicherweise auch durch Lehm-, Asche- und Mineralstoffrückstände.

Wesentlich größer ist der Einfluss der Textur auf die geschmackliche Wahrnehmung von Salz. Die Form der Salzkristalle ist so relevant, dass einige Lieferanten der Lebensmittelindustrie über 30 Varianten des gleichen, raffinierten Salzes anbieten. Abhängig von der Kristallform ist nicht nur der unmittelbare Geschmack, sondern auch dessen Entfaltung auf der Zunge in Hinblick auf die Zeit. Hersteller können dies gezielt beeinflussen, um beispielsweise die gleiche Menge Salz vergleichsweise mild oder intensiv schmecken zu lassen.

Ob sich die aromatischen Unterschiede in der Praxis wirklich bedeutend auswirken, ist allerdings fraglich. Einige Versuche dazu zeigen, dass Verbraucher Salze in Wasserlösungen nur bedingt sicher zuordnen können.

Braucht man überhaupt unterschiedliche Salze?

Sieht man vom Unterschied zwischen brauchen und gebrauchen können ab, scheint die Antwort einfach: Nein. Rein biologisch betrachtet braucht der Mensch einfach nur Salz. Das muss kein besonders teures oder seltenes Salz sein. Salz reicht.

Aber ist raffiniertes Salz nicht ungesund? Ist unraffiniertes Salz nicht viel gesünder?

Dem raffinierten Salz wird nun vorgeworfen, besonders ungesund zu sein. Die Vorwürfe gerade im Internet ähneln sich dabei auffallend und selten gibt es dazu wissenschaftliche Quellen. Es sei ein Zellgift, besonders aggressiv, nährstoffarm. Und es würde durch die Bleichung sehr scharf schmecken, das würde auch jeder merken, der es mal vergleicht. Und so weiter.

Um die allgemeinen gesundheitlichen Bedeutungen von Salz wird es hier in einem zukünftigen Artikel gehen. Die Vorwürfe gegenüber dem raffinierten Tafelsalz beziehen sich in der Regel auf die Reinigung (das heißt, die Entfernung aller übrigen (Mineral-)Stoffe), die Bleichung und die hinzugefügten Rieselhilfen.

Wäre Kochsalz ein so fürchterliches Gift, wäre es nicht auf dem Markt, zumal kaum noch ein Mensch übrig wäre, um es zu kaufen. Durchaus stellen die Rieselhilfen eine unnötige Beigabe von Zusatzstoffen dar. Auch ist denkbar und möglich, dass durch die Raffination (und Bleichung) gesundheitlich schädliche Stoffe wie Aluminium oder Chlor zurückbleiben. Und es ist richtig, dass durch die Reinigung Mineralstoffe entfernt werden.

"Unraffiniertes Salz, besonders aus dem Himalaya, ist viel gesünder, weil es sehr reich an wertvollen Mineralstoffen ist!"

Das hingegen ist ein klassischer Fall von Irreführung des Verbrauchers gepaart mit Naivität und mangelnder Motivation zum Nachdenken. Raffiniertes Kochsalz besteht zu rund 98% aus Natriumchlorid. Himalayasalz besteht laut der meisten Anbieterangaben zu 97% aus Natriumchlorid. Wir sprechen hier also von einem Unterschied von 1% der Gesamtmasse.

Bei einem sehr großzügig bemessenen täglichen Salzkonsum von 20g sind das nur rund 200mg Mineralstoffe. So ließe sich nicht einmal 1% des täglichen Magnesiumbedarfs decken.

Es grenzt demnach an Irrsinn, seinen Bedarf an essenziellen Mineralstoffen durch Salz decken zu wollen. Wer das ernsthaft versucht, wird vermutlich daran sterben. Selbst eine Verwendung zur Ergänzung verblasst angesichts der geballten Ladung Nährstoffe, die zum Beispiel in einem Ei oder einem Löffel Grünkohl stecken.

Überhaupt ist durch den Codex Alimentarius (ganz gleich, was man von diesem halten mag) international geregelt, dass ein als Lebensmittel angebotenes Salz einen Mindestgehalt von 97% Natriumchlorid haben muss. Doch selbst die Salze, die dies nicht erfüllen und eventuell auf anderen Wegen angeboten werden, liegen meist wenigstens um 95% NaCl.

Raffiniertes Kochsalz schmeckt scharf und ist ganz besonders salzig!

Sollte sich das Tafelsalz als besonders geschmacksintensiv herausstellen, findet dies seine Ursache seltener in dem um 1% höheren NaCl-Gehalt, sondern eher in der Kristallform. Wenn es besonders salzig schmeckt, ist das gut: Dann ist für die gleiche Wirkung weniger Salz nötig.

Schmeckt teures Salz besser? Ist teures Salz gesünder?

Der Preis hat keinerlei Einfluss auf den Geschmack des Salzes. Allerdings liebt der Mensch Geschichten. Daran ist nichts Schlimmes. Aber es bedeutet, dass seine gesamten Sinneswahrnehmungen in der Regel durch den Filter seiner Erinnerungen und Vorstellungen laufen. Und wenn dort der Himalaya aufragt und buddhistische Mönche in wunderschön gefärbter Kleidung durch das mentale Bild spazieren, dann hat dies nachweisbar Einfluss auf den Geschmack des Salzes. Das ist menschlich und mit dem Placebo- und Nocebo-Effekt verwandt. Ebenso wie einigen Menschen die in Ruhe eingenommene Mahlzeit mit der Familie am Tisch besser schmeckt als das gleiche Essen im Stehen vor dem Fernseher.

Fakt ist, dass Salze unterschiedlich schmecken können. Nachgewiesen ist auch, dass die wenigsten Menschen im Blindtest Salzgeschmäcker mit absoluter Sicherheit zuordnen können. Von besser oder schlechter kann kaum die Rede sein. Es ist Geschmacksache.

Vergiftung durch teures Meersalz?

Wenn das Salz nicht raffiniert wird, enthält es nicht nur alle möglicherweise vorteilhaften Stoffe, sondern auch mögliche Gifte. So wie zum Beispiel im Falle des Toten Meeres, welches besonders viel Bromid enthält. Mit dem entsprechenden Salz haben Menschen sich bereits erfolgreich vergiftet. Ein weiterer Aspekt, der angesichts der Belastung der Weltmeere im Hinterkopf bleiben sollte.

Was ist Koscheres Salz?

Koscheres Salz (Kosher Salt) bezieht sich vornehmlich auf die Form der Salzkristalle, welche dafür optimiert ist, das Blut an der Oberfläche von Fleischprodukten aufzusaugen. Es kann sich dabei auch um raffiniertes Salz handeln.

Gibt es Bio-Salz?

Salz wird nicht angebaut, nur abgebaut. Daher kann dort praktisch keine Regel des Öko-Landbaus greifen. Dennoch gibt es mittlerweile entsprechende Siegel unter anderem in Neuseeland. Deren Nutzen ist fraglich. Zumal die Verwendung eines Salzes aus Neuseeland (oder dem Himalaya) angesichts reichlich regional verfügbarer Salze kaum im Sinne einer ökologisch verantwortlichen Ernährung und der Verwendung vorzugsweise regionaler Lebensmittel wäre.

Fazit

Salz ist in der Tat nicht gleich Salz. Und doch kommt praktisch alles Salz letztlich aus dem Meer.

Salze können durchaus unterschiedlich schmecken. Dies ist jedoch nicht dem Preis oder einer ganz spezifischen Herkunft geschuldet, sondern vornehmlich der Form der Salzkristalle und etwaigen Mineralstoff-, Algen-, Lehm- und Ascherückständen.

Die Geschichten der teureren Salze sind sicherlich spannend und wecken tolle Vorstellungen, welche effektiv Einfluss zumindest auf die Wertschätzung des Produkts haben. In vielen Fällen sind es jedoch mehr Legenden und Mythen als praktisch relevante Fakten.

Salz als Mineralstofflieferanten zu betrachten, scheint naiv. Der Anteil an Mineralstoffen ist so gering, dass eine Deckung des Tagesbedarfs praktisch nicht möglich ist und unsignifikant bleibt.

Wer das meiste aus seinem besonders kostbaren Salz machen möchte, sollte es erst nach der Zubereitung auf die Speisen aufbringen. Die Zugabe bereits beim Kochen sorgt meist dafür, dass die möglichen subtilen Geschmacksunterschiede verloren gehen.

Raffinierte Tafelsalze, Kochsalze oder Speisesalze sind kein pures Gift. Angesichts der möglichen Raffinationsrückstände wie Aluminium oder Chlor, kann es jedoch sinnvoll sein, auf ein unraffiniertes Produkt umzusteigen. Auch hier sollte jedoch eine Prüfung der Inhaltsstoffe bzw. Herkunft stattfinden (s.o. Bromid-Vergiftung). Ein Salz muss keine 10EUR pro 100g kosten.

Beispiele für mögliche Produkte wären diese drei bei Amazon*:

Demnächst geht es hier weiter mit der Frage: Ist Salz gesund?

Quellen und weiterführende Informationen:

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56 Kommentare zu “Ist teures Salz gesünder?

  1. Joe

    200 mg zu hoch dosiertes Gift KANN dich den Kopf kosten, unabhängig davon ist raffiniertes Salz eklig aber wer es mag bitteschön! Ich steh auch nicht so auf Himalaya Salz aus Pakistan… Steinsalz kann man sich leisten und es kommt angeblich aus Deutschland…

    1. Felix

      Steinsalz kommt aus Deutschland…wenn es auf dem heutigen deutschen Gebiet abgebaut wurde. Ansonsten kann es auch (zum Beispiel) aus Pakistan kommen…

  2. Kai

    “Wäre Kochsalz ein so fürchterliches Gift, wäre es nicht auf dem Markt”
    Sorry, aber damit sagst du ja indirekt, dass alle auf dem Markt erhältlichen
    Lebensmittel unbedenklich sind..

  3. tester

    Ich teste so Salz: Wasser aufkochen lassen, dann einen Esslöffel Salz reinschütten. Schauen, riechen, Abscheidungen kontrollieren. Ich bevorzuge klares Erscheinungsbild. Keine schleimige Abscheidungen (hab ich bei den Salzen mit e535 bemerkt). Neutraler Geruch und nicht Chlorig. Das wars. Bei mir kommt dann nur Meersalz ohne Trennmittel in Frage. Ab und zu auch ohne flour.

    Grüß euch

  4. kaulli

    Zitat: “Wäre Kochsalz ein so fürchterliches Gift, wäre es nicht auf dem Markt,..”
    darf ich daraus schließen, dass alles was am Markt ist, unbedenklich und unschädlich ist? … 🙂

    Es mag sein, dann man den Mineralstoffbedarf mit unraffiniertem Salz nicht decken kann, aber konsumiert man nur raffiniertes Industriesalz, hat man vermutlich Defizite bei den Spurenelementen, die fehlen bekanntlich auch im Gemüse von den ausgelaugten Böden.
    Zitat: “Für den Verkauf an den Endverbraucher schaden die Bleichung für eine ansprechende Präsentation sowie die Rieselhilfen zur Vermeidung von Verklumpung nicht.”
    Das ist nur eine Vermutung, niemand kann sagen, ob Aluminium als Rieselhilfe schadet, die Wissenschaft behauptet ja auch, dass über 50% Quecksilber in den Amalgamblomben keinem schaden, wer glaubt das wirklich?

    1. Felix

      konsumiert man nur raffiniertes Industriesalz, hat man vermutlich Defizite bei den Spurenelementen,

      Wenn man nur Industriesalz konsumiert, fehlen einem nicht nur Spurenelemente, sondern auch Eiweiß, Fett und Energie. Aber das nur am Rande.

      die fehlen bekanntlich auch im Gemüse von den ausgelaugten Böden.

      Ein wenig Differenzierung wäre hier schon angebracht. Das Problem betrifft nicht alle Böden und Gemüsesorten.

      Zitat: “Für den Verkauf an den Endverbraucher schaden die Bleichung für eine ansprechende Präsentation sowie die Rieselhilfen zur Vermeidung von Verklumpung nicht.”
      Das ist nur eine Vermutung, niemand kann sagen, ob Aluminium als Rieselhilfe schadet

      Ich schrieb: “Für den Verkauf schadet es nicht”. Der Aluminiumanteil ist selbstredend für den Verbraucher nicht unbedenklich.

  5. kaulli

    Zitat: “Wäre Kochsalz ein so fürchterliches Gift, wäre es nicht auf dem Markt,…”

    das soll wohl bedeuten, dass alles, was auf dem Markt ist, unbedenklich ist???

    Diese Logik kann ich nicht teilen.

    Es mag sein, dass man den Mineralstoffbedarf über unraffiniertes Salz nicht decken kann, aber es gibt auch viele Spurenelemente, die im unraffiniertem Salz drinnen sind, aber im Gemüse, das von ausgelaugten Böden kommt, nicht oder kaum mehr vorhanden ist.

    Sicher ist: kein Mensch baucht raffiniertes Salz mit Rieselhilfen.

    1. Felix

      Zitat: “Wäre Kochsalz ein so fürchterliches Gift, wäre es nicht auf dem Markt,…”

      das soll wohl bedeuten, dass alles, was auf dem Markt ist, unbedenklich ist???

      Nein, das soll es nicht. Was für ein unfug. Warum sollte der Umkehrschluss gelten?

  6. Pingback: Der Unterschied zwischen echtem ganzheitlichen Salz(z.B. Himalaya Salz) und Speisesalz mit “wertvollen” Zusätzen wie Flourid, Jod oder Folsäure(sprich Streusalz für den Hausstein) | MainstreamSmasher

  7. kathrin

    Hallo.
    Mich Interessiert wann der Folgeartikel zu lesen ist?

    Beste Grüße

  8. Ulrike

    Danke für den sehr interessanten und informativen Artikel.
    Du schreibst, das Salz nicht geeignet ist, um seinen Mineralstoffhaushalt zu decken.
    Ich habe hier http://www.amazon.de/Nature-Compagnie-BIOMARIS-Spezial-Meersalz/dp/B003JZ97GQ/ref=sr_1_4?ie=UTF8&qid=1396705380&sr=8-4&keywords=biomaris+salz ein Salz gefunden, mit dem man angeblich mit 5 g von diesem Salz ca. ein Drittel seines Magnesiumbedarfs decken kann.
    Irgendwelche Zusatzstoffe wie Rieselhilfen, Jod oder Fluorid ist nicht zugesetzt. Ist so ein Salz empfehlenswert oder was soll man davon halten?

    1. Felix

      Meiner Einschätzung im Artikel habe ich nichts hinzuzufügen. Zur Mikronährstoffversorgung sind Gemüse, Obst und Tierprodukte unterm Strich wesentlich effektiver.

  9. Betula

    Verstehe ich alles.

    Es wird auch immer angeführt: Mischt man Essig mit Industriesalz/Tafelsalz schäumt es auf,
    mischt man Essig mit unbehandeltem Salz (Natursalz) dann nicht.

    Das stimmt auch so, hab ich ausprobiert. Essig wird dabei mit der Magensäre verglichen. Im Magen kommt es bei Verzehr von Tafelsalz auch zu dieser Aufschäumung, was der Verdauung nicht förderlich sein soll.

    Was sagt der Experte dazu???

    1. Felix

      Was sagt der Experte dazu???

      Ich weiß nicht, auf wen du dich beziehst.

      Alles, was ich dir sagen kann ist, dass in meinem Magen kein Essig ist, sondern Magensäure und davon abgesehen noch ein Haufen Enzyme und Aktivität und Interaktion durch die Magenwände etc. Der genannte Versuch ist in diesem Zusammenhang meiner Ansicht nach völliger Unfug.

    2. Meisterlein

      Welcher Essig muss das sein, der normale Haushaltsessig? In welcher Konzentration? Nachdem ich mal wieder gelesen hatte, dass raffiniertes Salz in Essig ganz böse und aggressiv schäumt, habe ich das ausprobiert – mit 40% Essigessenz. Passiert ist überhaupt nichts.

  10. Katja

    Also ich komme mir ja manchmal so naiv vor, dass ich mir über solche Sachen nicht einmal Gedanken mache. Ich nehme zwar salz dem kein Jod hinzugefügt wurde, ( lebe aber auch direkt am Meer und halte es deshalb für unnötig) aber ich würde nie auf die Idee kommen, dass ein Salz besser wäre als ein Anderes … Es war für mich immer so selbstverständlich das es im Großen und Ganzen aus der selben Quelle kommt 🙂 Meine Weltanschauung ist wohl etwas anders, wenn ich nicht jedes kleinste Detail hinterfrage 😉
    Danke für den Artikel Felix!

  11. SHADDIK

    Ich kann von Kochsalz, Tafelsalz und Co. nur abraten. Da steht unter Zutaten grundsätzlich Natriumchlorid, Trennmittel, Rieselhilfe. Salz hat ursprünglich 80 verschiedene Elemente. Bei Himalayasalz, Ursalz und Meersalz sind diese in gleicher Zusammensetzung wie sie u.a. auch in unserem Körper, wenn dieser im Gleichgewicht ist. Wir brauchen mehr als nur Natriumchlorid und wir brauchen keine Rieselhilfe. kein Trennmittel und keinen chem. Zusatz von Jod.

    1. Christine

      Shaddik, wenn Du mal den Abschnitt “Aber ist raffiniertes Salz nicht ungesund? Ist unraffiniertes Salz nicht viel gesünder?” liest, wirst Du alle Deine Vorwürfe beantwortet finden bzw. feststellen, dass Du genau das machst, was Felix dort berichtet: Unbelegte (das heißt: ohne Angabe von seriösen Quellen) Meinungen als Fakten hinstellen und jetzt sollen mal die anderen bitte mit Belegen zeigen, dass ihre Meinung korrekt ist.

      Beispielsweise hätte ich sehr gerne einen seriösen wissenschaftlichen Beleg dafür, dass Ursalz die gleiche Zusammensetzung hätte wie die Elemente in unserem Körper.

      Dein Beitrag macht mir den Eindruck, als hättest Du nur die Überschrift von Felix’ Artikel gelesen. Er geht auf alle diese Aspekte ein und hat Quellen dafür angegeben.

    2. Meisterlein

      Wie auch aus dem Artikel zu entnehmen ist, ist das alles pure Fantaserei. Erfunden übrigens von einem Menschen names Ferreiras. Das Salz, was wir benötigen, IST Natriumchlorid, keine obskure Mischung aus angeblichen 80 oder 84 Elementen. Natürlich benötigt unser Körper auch noch diverse andere Substanzen, die nehmen wir aber ganz normal über unsere Nahrung auf. Bei den angeblichen 84 Elementen müssten ja auch solch tolle Substanzen wie Blei oder Arsen dabei sein. Ihnen ist bekannt, dass diese Elemente eher giftig sind? Mag sein, dass unraffiniertes Salz ein paar Mineralien zusätzlich enthält, darauf angewiesen sind wir aber nicht. Das würde ja bedeuten, dass wir für unsere Ernährung unbedingt Salz aus tausenden Kilometern Entfernung benötigen oder überhaupt abgebautes Salz. Woher würdest du das nehmen, wenn du wirklich in der Natur lebtest?

    1. Felix

      Hallo Natascha,
      dabei geht es nach wie vor um den Mineralstoffgehalt (die “anderen Salze”). Um sich damit zu versorgen, sind jedoch andere Lebensmittel in der Regel besser geeignet. Siehe auch dieser und dann der folgende Artikel.

  12. nicolette unterstaller

    Antje, danke für den Hinweis bezgl. Lowcarb und Natrium/Kalium.
    Ich bewege mich auch eher im Bereich unter 50g Carbs, und sollte da vielleicht auch auf meinen Salzkonsum achten..

  13. Antje

    Hi Felix,
    klasse Artikel, danke dafür. Freue mich sehr auf den Folgeartikel!!

    Dazu ein Hinweis bzw. eine Frage:
    Ich ernähre mich seit knapp einem Jahr LCHF mit Tendenz zur ketogenen Ernährung, sprich ich bleibe häufig deutlich unter 50g KH/Tag.
    Habe dadurch meine Migräne in den Griff kriegen können (deutliche Besserung zumindest, alles weitere ist Geduld…).
    Zum Thema low carb / ketogene Ernährung und Natrium gibt es die Aussage, dass der Körper bei kohlenhydratreduzierter Ernährung vermehrt Wasser und auch Natrium über die Nieren und später den Urin ausscheidet als bei kohlenhydratreicher oder auch gemäßigter low carb Ernährung (Paleo-Anhänger essen ja z.B. auch Kartoffeln, Bananen etc., was bei mir auch rausfällt). Daher ist ein erhöhter Natriumverzehr zu empfehlen. Ich teste das gerade selber und bin der Meinung, dass mir mehr Salz gut tut (nutze Ur-Steinsalz von Brecht oder Meersalz von Alnatura, sind auch recht günstig :-)). Ich trinke recht viel (um die 3L) und mische in meine Wasserkaraffe immer 1/2 TL Salz mit dazu und salze ansonsten mein Essen reichlich!
    Ebenso wird erwähnt, dass durch die erhöhte Natriumausscheidung bei low carb ebenso eine erhöhte Kaliumausscheidung entsteht und es auf diesem Wege auch zu Kaliummangel kommen kann (trotz viel grünem Gemüse!!).
    Wäre es möglich, dass du auf die Besonderheiten der low carb Ernährung und Natrium/Salz in deinem Folgeartikel noch irgendwie eingehst oder geht das schon zu weit ins Detail? 🙂

    Weiter so & liebe Grüße,
    Antje

    1. Felix

      Hallo Antje – und danke für den Hinweis. Natrium steckt nicht nur im Salz, sondern auch in vielen Gemüsen. Und wie hoch der Bedarf nun wirklich ist, das ist zum einen sehr verschieden, zum anderen streiten sich darüber noch immer die Gelehrten (und darum geht es tatsächlich im nächsten Artikel). Da man bei LowCarb/gemäßigten Kohlenhydraten meist mehr Gemüse (anstelle von z.B. Brot) isst, ist auch der Natriumkonsum wieder etwas höher. Es kommt also sehr auf die Details an.

  14. Lala

    “Wäre Kochsalz ein so fürchterliches Gift, wäre es nicht auf dem Markt, zumal kaum noch ein Mensch übrig wäre, um es zu kaufen.”
    Ist Zucker nicht auch ein Gift und trotzdem auf dem Markt und gibt es nicht immer noch Leute, die es kaufen können? 😉 Vielleicht etwas ungünstig ausgedrückt…

    1. Felix

      Ein Gift vielleicht, aber nicht so fürchterlich. 🙂 Ich beziehe mich dabei auf die vielen Warnungen und nahezu hysterischen Hinweise, die es in der Form vom medizinischen und esoterischen Establishment zu Salz durchaus gibt, zu Zucker jedoch nicht. Und am Ende ist alles ein Gift: Auf die Dosis kommt es an. Und bezogen auf das Gewicht ist Zucker eindeutig weniger toxisch als Salz.

  15. Marco

    Wieder mal ein toller und vor allem – wie üblich – objektiver Artikel.
    Was den Geschmack angeht, schmeckt mir persönlich Fleur de Sel am besten. Hauptsächlich auch wegen der milden Salzschärfe, die zum einen, wie du geschrieben hast, von der Kristallform abhängt aber sicherlich auch vom Wassergehalt.
    Was die Kristallform angeht, sei noch erwähnt, dass diese beim Kochen bzw. Braten zum Teil erheblichen Einfluss auf das Produkt haben können. Das eine Salz entzieht dem Fleisch z.B. sehr schnell Wasser beim braten, das andere eher langsam, was für den Bratvorgang sehr wichtig ist.

  16. nicolette unterstaller

    Interessanter Artikel!
    Auch bei uns gibt es regionales Steinsalz aus Bad Reichenhall.
    Die Saline in Bad Reichenhall und das Salzbergwerk in Berchtesgaden kann man auch besichtigen.
    Ich hab mich immer amüsiert über das Himalaya-Salz – die Salzbrocken sehen genauso aus wie die aus Reichenhall, kosten allerdings viel viel mehr…..
    Bin gespannt auf Deine nächsten Artikel über das Thema Salz!

  17. Johanna

    Hallo Felix,

    Interessanter Artikel – ich habe das Standardsupermarktsalz bisher immer eher wegen dem zugesetzten Jod gemieden – wie sieht es damit aus?

  18. Cerena

    Interessanter Artikel, wieder mal schön von verschiedenen Seiten betrachtet.
    Ich habe selbst einige Salze durchprobiert. Mit “Bio” Siegel kaufe ich nur Kräutersalze – aber wg der enthaltenen Kräuter 🙂 (Ich weiß, frische schmecken besser, sind aber nicht immer so verfügbar)
    Ansonsten ging mir der Gedanke der verschwindend geringen Mineralkonzentration auch schonmal durch den Kopf. Ich kaufe daher zu allermeist dann doch ein einfaches Tafelsalz, ohne Flourid und Jodzusätze, habe aber zum nachsalzen auch grobes Salz für die Mühle immer im Haus, da ich dies tatsächlich als angenehmer z.B. auf einem frischen Steak empfinde. Ich nehme an auf andere Punkte, wie den Mythos des Bluthochdrucks wirst du dann in dem angedeuteten kommenden Artikel kommen.

      1. Marcus Scheck

        Dazu (jod) fand ich interessant das kostenlose e book von Chris kresser zur Schilddrüse.

  19. Sabrina

    Wer gutes, regionales Salz sucht dem kann ich das Luisenhaller Salz aus Göttingen empfehlen. Vor Ort geförderte Sole wird in Pfannen erhitzt bis das Wasser verdunstet ist und das Salz zurück bleibt. Keine Bleichung, keine Rieselmittel. Mit 3,00 EUR für ein Kilo kostet es auch nicht viel (für das normale Salz, wer grobes für die Salzmühle haben möchte oder Fleur de Sel wird auch fündig). Und man unterstützt ein kleines Unternehmen das noch traditionell produziert. Wer in der Gegend ist sollte sich die Pfannensiederei einmal ansehen, man kann das Industriedenkmal besichtigen!
    Normales Tafelsalz aus dem Supermarkt nehmen wir zum Kartoffeln kochen und für alles andere wo das Kochwasser weggeschüttet wird. Luisenhaller Salz für alles andere. Restbestände Fleur de Sel gerne auf Ei oder Tomate, aber ich glaube wenn das aufgebraucht ist kaufen wir keins mehr nach. Das Luisenhaller Salz ist da für uns der beste Kompromiss aus Geschmack, Inhaltsstoffen und Preis!

    1. hanns

      Hallo Sabrina, da bist du mir zuvor gekommen.
      Auch ich empfehle unbedingt das Luisenhaller Salz. Es ist frei von allen Zusätzen und sehr rund und mild im Geschmack. Vor allem ist es nicht durch die Umweltverschmutzung belastet wie sehr wahrscheinlich alle Meersalze.
      Zudem ist es, v.a. in größeren Mengen gekauft sehr günstig. Im Online-Shop bieten die es im 25 kg Sack für unter 1,-€/kg. Ich brauche es in den Mengen, um mittlerweile alle möglichen Freunde und Verwandte zu versorgen, die es alle nicht mehr missen wollen. Ferner als Grundlage für mein selbstgemischtes basisches Badesalz.
      Die Saline ist quasi vor meiner Haustüre.

      @felix
      Es gibt sehr wohl einen Unterschied bei Salzen. Vom ganzheitlichen Gedanken ausgehend scheidet für mich raffiniertes Salz aus. Es ist zu kurz gedacht, das es eh nur NaCl ist. Schließlich haben wir unser Salze-Verhältnis im Körper aus dem Meer mit an Land genommen. Warum sollte nun der eine, weil salzig schmeckende Stoff NaCL ausreichen? Hier ist das Gesamte mehr als die Summe der Einzelteile.
      Aber ja, Himalayasalz ist wirklich nur ein guter Marketing-Trick, wenngleich schon in der Steinzeit die Menschen tausende Kilometer für gutes Salz zurücklegten. Warum wohl. Dass die Salzorte auch oft Kurorte sind deutet wohl darauf hin, dass mehr dahinter steckt.

      1. Felix

        Aber Hanns, das muss ein Missverständnis sein. Was du schreibst, steht doch praktisch genau so im Artikel. Ich habe nie geschrieben, dass Salz nur NaCl ist.

        1. hanns

          Hallo Felix,
          da habe ich dich womöglich missverstanden, aber ich hatte mehrmals den Eindruck dass du die Unterschiede auf den Hauptanteil NaCl und den sehr kleinen Anteil an Beimengungen herunterbrichst und damit marginalisierst. Ob es nun aus dem Himalaya oder sonstwoher stammt, es sollte zumindest so wenig verarbeitet und verschmutzt wie möglich sein. Dem Raffineriesalz fehlt definitiv etwas und enthält dazu Dinge, die wir nicht brauchen. Dessen massenhafte Verwendung im Industriefutter hat wahrscheiinlich eine nicht zu unterschätzende Auswirkung auf die Gesundheit. Bin also gespannt auf deine Schlüsse im nächsten Artikel.

          1. Markus

            Übertreibs nicht hanns, du brauchst WEDER das NaChlorid, noch die anderen Bestandteile, weil das alles im Essen drin ist(oder sein sollte)

          2. hanns

            @markus
            nee ich übertreibe es sicher nicht.
            Vor Paleo gabe es Brot(mind. 20g Salz/kg), Chips und diverses Fertigessen bzw. auch mal Junkfood unterwegs. Da brauchte ich zu Hause kaum Salz. Jetzt wo ich alles selber zubereite, wird das Töpfchen wesentlich schneller leer. Zudem 10 Familien mitversorgen….da sind 25 kg schnell weg.
            Warum sind die Steinzeitmenschen tlw. sehr weit gewandert um an Salz zu kommen?
            Bzw. warum suchen viele Tiere (oft Grasfesser) Salzlecken auf?
            Ich meine auch, dass die Böden heute nicht mehr ausreichend Mineralien hergeben um uns über Gemüse zu versorgen, bzw. werden die Verhältnisse durch die Landwirtschaft verschoben.

    2. Marko

      Vielen Dank für den Tip! Göttingen ist ja fast bei mir um die Ecke! Ich benutze nicht viel Salz aber trotzdem ist es toll dafür jetzt auch eine regionale Quelle zu haben 🙂

  20. Beate

    Hallo Felix,
    für mich wäre noch interessant, wie Du zu Zusätzen wie Jod stehst. Mir wird das von Ärzten nach wie vor empfohlen (für die Schilddrüse), andere sind strikt dagegen.

  21. Christoph

    Hallo Felix!

    So habe ich das Thema Salz noch nie betrachtet aber du hast natürlich recht. Danke für diesen Einblick.

    LG Christoph

  22. Annett

    Hallo Felix,

    interessanter Artikel. Was ist denn unter “Regeneriersalz” zu verstehen?

    Annett

    1. Felix

      Das ist zur Wasserenthärtung gedacht (denke u.a. an Spülmaschinen). Ein stark gereinigtes, soweit ich weiß allerdings auch dem Lebensmittelrecht unterworfenes Produkt. Dennoch wäre es sicher nicht meine erste Wahl.

  23. René

    Also ich kaufe selbst (angeblich) hochwertiges grobes Himalaya Salz, direkt 1/2 Kilo damit kommt man ewig aus. Mit Pfeffer/Salz-mühlen klasse zu verwenden, einen Teil mahle ich vor um es beim Kochen besser dosieren zu können.
    Es ist auf jeden Fall ‘milder’ als alle mir bekannten Meersalze und Tischsalze.

  24. Sascha

    Ich versuche den Leuten auch immer zu vermitteln, dass Himalaya-Salz eine Livestyleentscheidung ist, die auf der anderen Seite einfach nur unnötig die Umweltbelastung hochsetzt. Wenn ich dann mit genau den Zahlen kommen, die du genannt hast, entgegnen die Leute mir irgendwas von Spurenelementen.

    Verrückte Welt. 🙂

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