Wie Nachhaltigkeit Sie glücklich, gesund und reich macht

480px-The_Earth_seen_from_Apollo_17Nachhaltigkeit bedeutet, ein System so zu nutzen, dass es in seinen wesentlichen Eigenschaften erhalten bleibt und sein Bestand auf natürliche Weise regeneriert werden kann. In Bezug auf Nahrungsmittel bedingt nachhaltige Erzeugung daher eine ökologisch verträgliche Herangehensweise, denn der Mensch ist für seine Versorgung auf funktionierende Ökosysteme angewiesen. Aber wie kann er durch die Wahl nachhaltiger Lebensmittel glücklich, gesund und reich werden?

Wie macht Nachhaltigkeit mich gesund?

Um diese Frage zu beantworten, müssen wir die Entstehung von Lebensmitteln verstehen. Dazu dient die folgende Artikelreihe, die auch auf die Folgen einer nicht-nachhaltigen Landwirtschaft eingeht:

Die Desertifikation, ausgelöst auch durch intensive, konventionelle Landwirtschaft, ist also praktisch mit der Entwertung der Böden zur Lebensmittelproduktion gleichzusetzen. Wo keine Lebensmittel hergestellt werden können, gibt es nichts zu essen. Und nichts zu essen ist sehr ungesund, denn es führt unausweichlich zum Tod. Also: Nachhaltige Landwirtschaft ist wichtig zum Erhalt der Gesundheit.

Dies gilt aber nicht nur in Bezug auf die generelle Versorgung mit Lebensmitteln, sondern auch für die Qualität. Nachhaltige Produktionsmethoden sind ökologisch verträgliche Anbaumethoden und genau diese Methoden führen auch zu einer höheren Qualität der Produkte, ganz konkret zu einem höheren Nährstoffanteil:

Aber ist Bio immer nachhaltig?

Offenbar nicht immer. Aber es scheint zumindest das derzeit beste standardisierte Modell zu sein. Doch ist die zentrale Organisation so notwendig? Schadet sie uns möglicherweise? Ist das gesamte konventionelle System zur Lebensmittelerzeugung gar die Ursache für all die Probleme, vor denen wir heute stehen?

Es scheint eindeutig, dass das konventionelle Versorgungssystem, die zentralisierte Kontrolle und Distribution von Lebensmitteln, sehr viele Probleme bereitet. In Zusammenhang damit stellen sich in Bezug auf Gesundheit und die Erzeugung von Lebensmitteln weitere Fragen:

Spätestens hier wird klar, dass jede nicht-nachhaltige Ernährung sehr ungesund ist. Nachhaltigkeit ist also nicht nur ein, sondern der einzige Weg zu gesunder Ernährung. Aber was ist mit dem Geld?

Wie macht Nachhaltigkeit mich reich?

Lebensmittel kosten Geld. Und oft scheint es, als kosteten gerade die Produkte aus nachhaltiger Erzeugung mehr Geld als alle anderen. Wie kann der Verbraucher also durch Nachhaltigkeit Geld sparen?

Das Geheimnis liegt im Unterschied zwischen echten Preisen und den Fantasiepreisen, die wir im Supermarkt vorfinden. Das hat mit der Externalisierung von Kosten zu tun: Die Produktionskosten zahlt der Verbraucher nicht an der Supermarktkasse, aber auf Umwegen an anderen Stellen. Wie das passiert, erklärt auch dieses Video:

Wenn Lebensmittel wieder realistische Preise haben, wird auch die Wertschätzung diese Produkte wieder steigen. Es klingt Paradox, aber:

In der Folge werden Verbraucher bewusster einkaufen und weniger Geld für die falschen oder für überschüssige Lebensmittel ausgeben. Dabei sparen sie Geld. Und dann landet auch weniger auf dem Müll:

Und was passiert, wenn wir weniger Müll produzieren? Wenn wir weniger Lebensmittel wegwerfen? Und wenn wir nur noch Gemüse kaufen, das nicht in endlosen Plastikverpackungen steckt? Unser Abfallvolumen sinkt. Und in der Folge die Gebühren für die Müllentsorgung. Und die Mülldeponien schrumpfen.

Durch nachhaltige Lebensmittel sparen Sie also doppelt Geld: Sie geben weniger Geld für Dinge aus, die ohnehin nur im Müll landen und Sie bezahlen geringere Gebühren für die Müllentsorgung. Aber es geht noch weiter. Denn beim Einkauf können Sie noch mehr Geld sparen und dabei gleich noch gesünder werden:

Da kommt dann auch die Glücklichkeit ins Spiel. Und dabei geht es um weit mehr als schrumpfende Müllberge…

Wie macht Nachhaltigkeit mich glücklich?

Bezogen auf Produktionsvermögen und Gesamtbevölkerung, das haben wir gesehen, können wir die gesamte Welt mehr als gut ernähren. Doch durch mangelhafte Verteilung kommt es zu Problemen. Auf der einen Seite hungern Menschen, auf der anderen Seite werden Lebensmittel weggeworfen. Ein Problem, dass sich ebenfalls lösen lässt, wie es scheint:

So machen wir uns also glücklicher: Durch besseres Essen und durch die Stärkung unserer gesamten Gemeinschaft. Zum Beispiel so wie in der solidarischen Landwirtschaft:

Kann das funktionieren? Werden alle mitmachen?

Es scheint sogar unausweichlich, dass alle mitmachen. Aber wie wird die Zukunft aussehen? Genau können wir das nicht wissen. Es gibt bereits viele praktisch erprobte Modelle:

Und nebenbei lassen sich durch diese Modelle auch ganz andere Probleme lösen:

Was muss ich tun?

Die wesentlichen Informationen, auf welche Weise nachhaltige Nahrungsmittel Sie zu mehr Glück, Gesundheit und Geld führen können, sind in diesem Artikel bereits beschrieben. Doch was müssen Sie ganz konkret tun, um dies umzusetzen? Kaufen Sie entsprechend ein! Lernen Sie auf einfachen Wegen die Erzeuger Ihrer Nahrungsmittel persönlich kennen, kaufen Sie auf Wochenmärkten ein. Knüpfen Sie einen engeren Kontakt zu Ihrer eigenen Ernährung:

Fazit

Nachhaltigkeit ist ganz offensichtlich der einzige Weg zum Überleben der Menschheit. Doch das ist als Ziel offenbar so abstrakt, dass viele Menschen es nicht als ihre Aufgabe betrachten, daran aktiv mitzuarbeiten.

In diesem Artikel finden Sie daher eine Reihe von Argumenten, die einen nachhaltigen Lebensstil für jeden Menschen attraktiv machen. Sogar bis hin zum egozentrischsten Individuum: Gesundheit, Glücklichkeit und sogar Reichtum – da ist für jeden etwas dabei.

Fisch in Tomatensoße

Ein Klassiker aus dem Supermarktregal – doch bei der Lektüre der auf die Dose gedruckten Inhaltsstoffe zerbricht die eine oder andere Zunge. Um dem Produkt einen uniformen Geschmack und große Haltbarkeit zu verleihen, helfen die Hersteller mit allerlei Zutaten nach. Wer Fisch in Tomatensoße liebgewonnen hat und sich gesund ernähren möchte, steht vor einem Problem: Geschmacksverstärker, Pflanzenöle, Zucker und unbekannte Fischqualität sind Hemmschwellen die den Appetit verderben können.

Doch Fisch in Tomatensoße lässt sich auch sehr einfach in der heimischen Küche herstellen. Und das mit der vollen Kontrolle über den Geschmack.

  • 400g Fischfilet (z.B. Hering oder Scholle)
  • 6 Tomaten
  • 1 Zwiebel
  • Gewürze: Salz, Pfeffer, Oregano, Thymian, Essig

Die Zwiebel in Würfel schneiden und in einer großen Pfanne glasig braten, mit Salz und Pfeffer würzen.

Die Tomaten in kleine Stücke schneiden und zur Zwiebel geben. Bei mittlerer Hitze unter gelegentlichem Rühren reduzieren, bis sie zerfallen und eine homogene Soße ergeben. Mit Oregano, Thymian würzen und mit Essig und Salz abschmecken.

Die Fischfilets in die Soße legen und damit bedecken. Rund 5 Minuten in der heißen Soße garen, anschließend den Herd ausschalten und eine Stunde ziehen lassen.

Diese Menge reicht für 2-3 Portionen.

Schokoladenkuchen glutenfrei und laktosefrei (Urgeschmack-TV Ep. 134)

Es ist kalt draußen. Der eine oder andere bekommt dann Hunger, Heißhunger gar, auf Dinge, die als nicht besonders gesund gelten. Schokoladenkuchen zum Beispiel. Aber so ein richtig saftiger Schokoladenkuchen muss nicht ungesund sein. In diesem Video stelle ich ein Rezept für einen Schokoladenkuchen ohne Gluten und Laktose vor.

Zutaten (für 18cm Springform):

  • 3 Eier
  • 200g gemahlene Haselnüsse
  • 100g Schokoladenblättchen (50% Kakaoanteil, zartbitter!)
  • Für den Überzug: 75g Schokolade (80% Kakaoanteil)

Für eine 26-28cm Springform einfach die Zutatenmengen verdreifachen.

Brauchen wir Fischöl?

Ist Fischöl gesund?Es gibt wenige Themen, über die sich so viele Mediziner und Ernährungswissenschaftler einig sind, wie den Wert und die Wichtigkeit von Omega-3-Fettsäuren. Der Anteil dieser Fette im Blut des Menschen ist so relevant für seinen Gesundheitszustand, dass die entsprechenden Berichte längst die Massenmedien und sogar die Werbung erreicht haben. Etiketten mit dem Begriff Omega darauf prangen auf vielen Lebensmitteln, doch eine ganz besondere Aura scheint das Fischöl zu umgeben. Es gilt als das Material, das einem Wundermittel am nächsten kommt. Aber: Brauchen wir Fischöl als Nahrungsergänzungsmittel?

Warum Omega-Fettsäuren?

Für den Menschen sind zwei Omega-Fettsäuren essenziell: Die Omega-3-Fettsäure Alpha-Linolensäure und die Omega-6-Fettsäure Linolsäure. Diese müssen wir über die Nahrung zugeführen, sonst können wir nicht überleben. Aus ihnen stellt der Körper verschiedene Dinge her, darunter auch Hormone und Hormonvorstufen, die entzündungshemmend (Omega-3, n3) und entzündungsfördernd (Omega-6, n6) wirken, also anti-inflammatorisch oder pro-inflammatorisch. Entzündungen klingt nach etwas, das man nicht haben möchte. Allerdings sind sie in Maßen durchaus sinnvoll und wichtiger Bestandteil von Heilungsprozessen.

Ein Gleichgewicht beider Stoffe, also ein Verhältnis von 1:1, sei daher empfehlenswert. Jedoch herrscht in der modernen westlichen Ernährung auch aufgrund des starken Getreide- und Pflanzenöl-Anteils ein starkes Übergewicht von Omega-6-Fettsäuren vor (etwa 20:1). Die Folge sei eine starke Verbreitung von Entzündungskrankheiten von Rheumatoider Arthritis bis hin zu Herz-Gefäßerkrankungen.

Deswegen ist das Thema Omega-Fettsäuren so wichtig: Um gesund zu bleiben sei für die meisten Menschen sinnvoll, mehr Omega-3-Fettsäuren und weniger Omega-6-Fettsäuren zu sich zu nehmen.

Was spricht für Omega-3-Fettsäuren als Nahrungsmittelzusatz?

Die Einnahme von mehr Omega-3-Fettsäuren ist eine einfache Lösung – auch um das n6:n3-Verhältnis zu verbessern. Durch Einnahme zusätzlicher Omega-3-Fettsäuren stellten Mediziner bereits eine Linderung gesundheitlicher Probleme wie Gelenkentzündungen und Insulinresistenz über Diabetes bis hin zu degenerativen Erkrankungen des Gehirns wie Alzheimer und sogar Demenz fest.

Die Einnahme ist unkompliziert und erfolgt als einfacher Zusatz zur übrigen Nahrung. Der Gewinn ist ein potentiell verbesserter Gesundheitszustand und eine Art Versicherung: Nach aktuellem Stand der Wissenschaft scheint es ein sehr guter Weg sein, um verbreiteten Alterserkrankungen vorzubeugen.

Sportler, die regelmäßg intensiv trainieren, setzen ihren Körper regelmäßig einem erhöhten Inflammationspotential aus. Auch sie können offenbar durch Omega-3-Fettsäuren Vorteile wie eine verbesserte Regenerationszeit erlangen.

Es scheint, als sei die Einnahme entsprechender Supplemente selbstverständlich stets eine gute Idee. Denn warum sollte man nicht versuchen, Krankheiten vorzubeugen, gerade wenn es so einfach ist?

Was spricht gegen die zusätzliche Einnahme von Omega-3-Fettsäuren?

Omega-Fettsäuren gehören zu den mehrfach ungesättigten Fettsäuren und als solche sind sie sehr empfindlich und anfällig für Oxidation. Da diese auch nach dem Verzehr noch stattfinden kann, besteht also selbst bei einem frischen Produkt wenigstens ein leicht erhöhtes Oxidationspotential. Darüber hinaus sammeln sich in Fischen (einer wichtigen Omega-3-Quelle) Gifte aus den Weltmeeren an, die letztlich auch über den Weg des Fischöls im Menschen landen können. Allerdings sorgen viele Hersteller hier vor, prüfen ihre Produktionskette eingehend und bereinigen ihre Produkte entsprechend.

Gewichtiger ist jedoch, dass die Studienergebnisse zu den Heilungspotentialen der Omega-3-Supplemente unterschiedliche Sprachen sprechen. Die positive Auswirkungen auf Herzkrankheiten scheint gesichert, jedoch ist bislang ungeklärt, ob Omega-3-Nahrungsergänzungen wirklich vorbeugende Wirkungen auf gesunde Menschen haben. Chris Kresser und Chris Masterjohn fassen in ihren jeweiligen Artikeln ihre Bedenken zusammen und kommen zu dem Schluss: Omega-3-Supplemente mögen in einigen Fällen als gezielte Behandlungsmethode ausgezeichnet funktionieren. Ob eine tägliche, pauschale Zufuhr jedoch wirklich vorteilhaft ist, bleibt bislang fraglich.

Denn natürlich gibt es noch eine andere Methode zur Verbesserung des n6:n3-Verhältnisses: Eine gesenkte Omega-6-Fettsäuren-Zufuhr. Durch Verzicht auf Pflanzenöle und Getreideprodukte, Frittertes, Fast Food und Fleisch aus Massentierhaltung lässt sich die Omega-6-Aufnahme drastisch verringern und so möglicherweise der gleiche gesundheitliche Effekt erreichen – jedoch ohne das Risiko zusätzlicher, oxidationsanfälliger Fettsäuren und Schadstoffbelastung.

Warum gerade Fischöl?

Die drei für den Menschen wichtigen Omega-3-Fettsäuren sind ALA, EPA und DHA. Der Menschliche Körper kann EPA und DHA aus ALA herstellen. Das nehmen einige Ölhersteller zum Anlass, ihre Pflanzenöle (wie Leinsamenöl) aufgrund des hohen Wertes der enthaltenen Omega-3-Fettsäuren anzupreisen. ALA wird allerdings nach derzeitigem Kenntnisstand nur mit einer Effizienz von 5% in die wichtigen EPA und DHA umgewandelt. Doch gerade EPA und DHA haben den großen gesundheitlichen Nutzen auch für Herz und Gehirn. Es gibt sie praktisch nur aus tierischen Quellen (eine Ausnahme sind weniger verbreitete Algenarten). Die effizientesten Quellen sind dabei Fische.

Sollte man das Öl pur oder in Kapselform zu sich nehmen?

Fischöl klingt in den Köpfen vieler Menschen nach etwas, das nicht schmecken kann. Daher greifen sie gerne zur Kapselform, um dem Geschmack aus dem Weg zu gehen. Das ist auch praktisch, birgt jedoch ein Problem: Anhand des Geruchs lässt sich nicht feststellen, ob das Öl noch gut oder längst ranzig ist.

Ranziges Fischöl macht sich in reiner Form, also ohne Kapsel, jedoch sehr gut bemerkbar und kann so entsorgt werden.

Um den Geschmack auch frischen Fischöls zu optimieren, verwenden Hersteller außerdem oft Zitronenöl und durch Hinzugabe hochwertigen Olivenöls optimieren Sie die Aufnahmefähigkeit für Vitamine. Solch ein Öl schmeckt letztlich kaum anders als ein gutes Olivenöl.

Vorsicht vor Billigprodukten

Die Weltmeere sind mit Giftstoffen wie Quecksilber und PCB belastet. Diese Stoffe sammeln sich über die Nahrungskette in Fischen an. Kurz: Fischöle können diese Giftstoffe enthalten und wer viel Fischöl einnimmt, belastet so auch seinen eigenen Körper mit diesen Giften. Hochwertige Produkte werden aus diesem Grunde mit aufwändigen Zentrifugen bereinigt und sind anschließend unbedenklich. Billige Produkte hingegen, wie sie sich oft in Supermärkten oder Drogerien finden, erfahren diese Bereinigung nicht und stellen daher meist ein höheres Gesundheitsrisiko dar.

Fazit

Ein ausgewogenes Verhältnis von Omega-6- und Omega-3-Fettsäuren im Blut ist wichtig für den Erhalt der Gesundheit. Fraglich ist allerdings, ob dies bei gesunden Individuen optimalerweise durch Nahrungsergänzungsmittel erfolgen sollte.

Es scheint sinnvoller, möglichst viele Omega-6-Fettsäuren zu meiden, also auf Pflanzenfette, Getreideprodukte und Fast Food zu verzichten und zu Nahrungsmitteln zu greifen, die von Natur aus Omega-3-Fettsäuren enthalten. Dazu gehören Fleisch aus Weidehaltung, Eier aus Weidehaltung und natürlich fetter Fisch wie Lachs, Makrelen oder auch Sardinen.

Omega-3-Fettsäuren als Nahrungsergänzungsmittel scheinen dagegen eher in Einzelfällen Sinn zu machen, um spezifische Symptome und Krankheiten zu behandeln oder Patienten mit entsprechender Geschichte weiterzuhelfen. In solchen Fällen ist Fischöl in Reinform vorzuziehen, da es die Einnahme ranzigen Öls unwahrscheinlich macht.

Nicht zu vergessen ist die Auswirkung der Fischöl-Produktion auf die Umwelt, denn auch Fische sind eine begrenzt verfügbare Ressource.

Quellen und weiterführende Informationen:

Was sind Lektine und warum sind sie gefährlich? (Urgeschmack-Podcast #15)

Was sind Lektine? Dieser Podcast ist eine Audio-Version des Artikels “Lektine”. Sie können den Podcast direkt hier bei Urgeschmack hören oder auch kostenlos über iTunes abonnieren. Eine weitere Möglichkeit ist der Urgeschmack-Podcast Feed.

Welcher Süßstoff ist gesund?

Ist Süßstoff gesund?Die Geschmäcker sind verschieden, weiß der Volksmund.  So gibt es Menschen, die sich mit einem Leben ohne Süßes, sogar ohne Obst abfinden können. Und es gibt solche, die Süßes mögen. Und manche dieser Individuen sind diesem Geschmack so sehr verfallen, dass sie glauben, sie würden ohne Süßes nicht mehr leben wollen. Angesichts der gesundheitlichen Auswirkungen exzessiven Zuckerkonsums ist die Nachfrage nach Alternativen groß. Doch welche Zuckeralternative ist gesund und auf welchen sollte man lieber verzichten?

Honig und Agavennektar

Die geschmacklich reizvollsten Alternativen zu Haushaltszucker, die obendrein noch erkennen lassen, woher sie stammen, sind wohl Honig und Agavennektar. Honig, das weiß jedes Kind, wird von Bienen hergestellt. Und Agavennektar stammt aus Agaven – das sind Pflanzen, die ein wenig aussehen wie Kakteen. Diesen entnimmt der Produzent einen Saft, den er im Optimalfall nur filtert und erhitzt, um daraus Agavennektar (auch Agavendicksaft oder Agavensirup) herzustellen.

Beide Nektare enthalten anteilig etwas mehr Fructose als Haushaltszucker, schmecken bei gleicher Menge folglich 10-20% süßer. Oder anders ausgedrückt: Statt 100g Tafelzucker reichen 80g Honig oder Agavennektar.

Als Vorteilhaft gilt oft auch, dass Fructose kaum Auswirkungen auf den Blutzuckerspiegel hat. Allerdings landet sie nahezu vollständig in der Leber und sorgt dort für eine entsprechend höhere Last. Im Übrigen ist der Kohlenhydratanteil beider Alternativen ähnlich dem von Tafelzucker. Honig bietet einige gesundheitliche Vorteile, doch unterm Strich erlauben weder er noch Agavennektar größere Zuckerfeste.

Honig ist regional von örtlichen Imkern auch in der wertvollen Rohform erhältlich, Agavennektar gibt es in unseren Breitengraden nur als Importprodukt. Da Honig weitere Vorteile bietet, scheint er die bessere Alternative zu sein.

Stevia

Über diese Pflanze wurde schon viel geschrieben, auch hier bei Urgeschmack. Im Kontext dieses Artikels sei daher nur hinzugefügt: Der große Vorteil von Stevia ist die hohe Süßkraft bei praktisch null Kohlenhydraten. Stevia hat keinen nennenswerten Einfluss auf die Verdauung oder den Insulinspiegel und eignet sich daher hervorragend für eine gesundheitsbewusste Ernährung.

Einziger Haken: Der Beigeschmack. Lediglich aufwendig chemisch verarbeitete und sehr teure Produkte kommen ohne den lakritzartigen Beigeschmack. Die meisten im Handel erhältlichen Produkte (auch “aus schonender Verarbeitung”) sind jedoch durch den bitteren Nachgeschmack getrübt, der auch bei korrekter Dosierung oft durch das zubereitete Gericht schlägt. Nachdem gesundheitliche Bedenken aus dem Weg geräumt werden konnten, ist pures Stevia daher nur bedingt als Zuckeralternative zu gebrauchen.

Zuckeralkohole: Xylitol und Erythrit

Xylit (auch Xylitol) ist ein sogenannter Zuckeralkohol, der in der Natur in Früchten wie Erdbeeren oder Pflaumen vorkommt. Die industrielle Gewinnung geschieht auf der Grundlage von Birkenholz und (zunehmend) Maiskolben. Die geringfügige chemische Modifikation bei der Herstellung ändert nichts daran, dass Xylit als gesundheitlich völlig unbedenklich für den Menschen gilt. Die Gewinnung erfolgt aus Maiskolben, daher ist eine gentechnische Manipulation des Ausgangsmaterials nicht immer mit Sicherheit auszuschließen.

Xylit hat nur einen geringen Einfluss auf den Blutzucker- und Insulinspiegel und enthält nur halb so viele Kalorien wie Haushaltszucker. Es gibt darüber hinaus starke Hinweise auf eine kariesreduzierende Wirkung. Zuckeralkohole binden im Darm viel Wasser und können daher abführend wirken. Im Falle von Xylitol gilt dies nur begrenzt und es findet in der Regel eine Anpassung des Darmes statt. In Studien haben sich dahingehend tägliche Dosen bis zu 200g Xylitol als unproblematisch erwiesen.

Vorsicht: Für einige Tierarten (u.a. Hunde und Rinder) gilt Xylit schon in geringen Mengen als toxisch, denn ihr Metabolismus funktioniert anders als der des Menschen. Sie unterzuckern beim Verzehr von Xylit.

Erythrit ist ebenfalls einer der zugelassenen Zuckeraustauschstoffe, der als gesundheitlich unbenklich gilt (Erythrit ist allerdings in der deutschen Wikipedia als “reizend” gekennzeichnet). Seine Herstellung kann chemisch erfolgen, geschieht jedoch heute kostengünstiger auf mikrobieller Basis mit Hilfe von Pilzen. Der Verdauungstrakt nimmt Erythrit sehr gut an, es verursacht anders als viele andere Zuckeralkohole keinen Durchfall. Erythrit enthält beinahe keine Kalorien und hat nur geringen Einfluss auf den Blutzucker- und Insulinspiegel.

Synthetische Süßstoffe: Aspartam, Saccharin und Co

Die diversen synthetischen Süßstoffe wie Aspartam, Saccharin und Sucralose sind allesamt seit ihrer Erfindung Gegenstand zahlreicher Diskussionen. Ihnen sagt man eine krebsfördernde Wirkung nach, ebenso das Auslösen von Hungergefühlen oder Durchfall und anderes. Wenige Untersuchungen können dies wissenschaftlich belegen – doch auch die Sicherheit dieser künstlichen Süßstoffe ist bislang nicht bewiesen. Angesichts der bestehenden Alternativen wie Zuckeralkoholen scheint es ratsam, auf synthetische Süßstoffe zu verzichten.

Definition

Per Gesetz unterscheiden wir zwischen Zuckeraustauschstoffen und Süßstoffen. Der Begriff Süßstoffe beinhaltet lediglich die Stoffe, die eine wesentlich höhere Süßkraft haben als Haushaltszucker. Streng genommen sind Xylit und Erythrit also keine Süßstoffe, denn sie fallen in die Kategorie der Zuckeraustauschstoffe.

Fazit: Ist Süßstoff gesund?

Die einfachste Lösung des Problems ist scheinbar zunächst die Minimierung der eingesetzten Mengen. Je weniger süß ein Mensch seine Snacks genießt, desto schneller gewöhnt sich sein Gaumen an ein niedrigeres Zuckerniveau. Andere Aromen treten stärker in den Vordergrund und eine langfristige Entwöhnung von hohen Zuckermengen findet statt.

Dennoch ist und bleibt Süße eine der wichtigen Geschmacksrichtungen und somit hin und wieder wünschenswert auch in deftigen Speisen. Ein häufiger erster und einfacher Schritt ist der grundsätzliche Ersatz von Tafelzucker durch Honig.

Darüber hinaus scheint der Griff zu einem der Zuckeralkohole Xylit oder Erythrit die pragmatischste Lösung. Denn anders als Stevia ermöglichen sie durch ihren neutralen Beigschmack einen einfachen Einsatz in praktisch jeder Art Rezept. Wer seine Ernährung lieber so natürlich wie möglich gestalten möchte und auch der leichtesten chemischen Modifikation skeptisch gegenüber steht, bleibt eher beim Honig.

Weiterführende Informationen:

Rosenkohl mit Butter

Rosenkohl. Mit Butter. So einfach und so köstlich. Denn Rosenkohl mag zwar in der Gemüseauslage nicht immer aussehen, als hätte er einen Sonntagsanzug an; dunkle Flecken, schwarze Ecken, angerissene Blätter trüben den Eindruck neben glänzenden Rotkohlköpfen. Jedoch bedeutet dies nicht, dass man ihn vor dem Verzehr unbedingt putzen muss, womit all zu oft das vollständige Entfernen der äußeren Blätter und des Strunks gemeint ist.

Einerseits ist das viel Arbeit, andererseits geht viel Material verloren. Das bedeutet: Weniger Zeit für andere, schönere Dinge und weniger Rosenkohl für’s Geld. Stattdessen empfehle ich frei und offen, die Tüte mit dem Rosenkohl einfach in ein kleines Wasserbad zu entleeren, die Köpfe so kurz zu spülen und das Thema Vorbereitung damit abzuschließen.

  • 800g Rosenkohl
  • 40g Butter
  • Gewürze: Salz, Pfeffer Muskat

Den Rosenkohl in einen Topf mit Vaporette geben (ohne Vaporette geht es notfalls auch), ca 200ml Wasser hinzugeben und 15-20 Minuten kochen, bis der Rosenkohl gar ist.

Wann der Rosenkohl genau gar ist, ist Geschmacksache. Die einen mögen es eher brei-artig, andere mögen es bissfest. Eine einfache Möglichkeit, den Garzustand festzustellen, ist mit Hilfe einer Gabel, die man in eines der Röschen steckt.

Anschließend das Wasser abgießen, die Vaporette aus dem Topf entfernen und den Rosenkohl mit etwas Salz, Pfeffer und Muskat würzen und mit der Butter (reichlich) verfeinern und gut verrühren.

Diese Menge reicht für zwei Portionen.

Welche Kräuter funktionieren wirklich? Buchtipp: Herbs Demystified (Urgeschmack-TV Ep. 132)

Wie funktionieren Kräuter eigentlich? Und sind sie wirklich so wirksam, wie überall behauptet wird? In diesem Video stelle ich Holly Phaneufs “Herbs Demystified” vor, das sich mit der Thematik leicht verständlich, aber dennoch streng wissenschaftlich auseinandersetzt.

Das Buch kann man unter anderem bei Amazon kaufen: Herbs Demystified bei Amazon.de

Vegetarisch Paläo? Geht das?

Paleo für VegetarierDieser Artikel ist auch als Podcast bzw. Netcast zum Anhören verfügbar: Urgeschmack-Podcast #18: Vegetarisch Paläo?

Anders als oft angenommen, ist der Konsum von Fleisch kein integraler Bestandteil der Steinzeiternährung (oder Paleo-Diät). Zwischen der Empfehlung, ausreichend Eiweiß zu sich zu nehmen und zu diesem Zweck hochwertiges, gesundheitlich unbedenkliches Fleisch zu verwenden auf der einen und einem Freischein für hemmungslose Fleischorgien auf der anderen Seite, gibt es einen großen Unterschied. Und Fleisch ist nicht nach jedermanns Geschmack: Es gibt Menschen, die ethische Gründe, geschmackliche Vorlieben oder gesundheitliche Bedenken gegen den Fleischverzehr anführen. Aber ist es möglich, der Steinzeiternährung zu folgen, ohne Fleisch zu essen?

Was bedeutet Steinzeiternährung?

Urgeschmack ist nicht gleich Steinzeiternährung. Und die Vermutung, wir hätten in der Steinzeit viel Fleisch gegessen, genügt kaum als Argument für den Fleischkonsum. Denn aus dem gleichen Grund müssten wir heute auf die Verwendung von Computern verzichten.

Im Vordergrund stehen stattdessen die medizinischen Zusammenhänge. In diesem Kontext bedeutet Steinzeiternährung: Kein Zucker, kein Getreide, keine Hülsenfrüchte, kaum Pflanzenfette. Die Gründe dafür sind der Kohlenhydratanteil des Zuckers und Getreides und die folgende Störung eines gesunden Blutzuckerhaushalts. Weitere Gründe sind die Anti-Nährstoffe in Getreide und Hülsenfrüchten sowie die hohen Mengen instabiler, mehrfach ungesättigter Fettsäuren in Pflanzenfetten.

Soweit ergibt sich kein Gebot zum Fleischverzehr, sondern nur der Verzicht auf einige Lebensmittel. Doch von Verzicht kann sich kein Mensch ernähren. Er benötigt Nährstoffe. Welche das sind, ist recht gut erforscht. Im Vordergrund steht ein Eiweißbedarf, einer der am häufigsten genannten Gründe für den Genuss von Fleisch. Hinzu kommt die Versorgung mit Mikronährstoffen, allen voran Vitamin B12.

Eiweiß ohne Fleisch?

Hier zeigt sich der erste (und wesentliche) Konflikt: Fleisch ist eine der wichtigsten Eiweißquellen für den Menschen. Weitere Eiweißquellen sind Hülsenfrüchte und Getreide. Beide widersprechen jedoch dem Kern der Steinzeiternährung. Und schon wird es kompliziert mit dem Vegetarismus, denn Tofu basiert auf Soja (eine Hülsenfrucht) und Seitan ist nichts anderes als konzentriertes Weizeneiweiß, auch bekannt als Gluten. Was bleibt also übrig?

Fisch

Mancher Vegetarier (oder Fleischverzichter) hat kein Problem damit, Fisch zu essen (sogenannte Pesci-Vegetarier). Das erleichtert das Leben, denn Fisch ist eine exzellente Nährstoffquelle und enthält reichlich Protein (und lebenswichtige Mikronährstoffe). Der Verzicht auf Fleisch stellt so kein Problem dar.

Eier

In der Regel steht dem Vegetarier der Verzehr von Eiern offen. Stellt Fisch also keine Option dar, kann das nötige Eiweiß aus Eiern kommen. Die althergebrachten Bedenken bezüglich des Cholesterins sind mittlerweile glücklicherweise fundiert zerstreut. Jedoch bleibt eine Unsicherheit aufgrund der enthaltenen Arachidonsäure, die in größeren Mengen entzündlich wirken kann. Ob dies ein echtes Problem darstellt, ist abhängig von vielen Faktoren, darunter auch der Qualität der Eier.

Milchprodukte

Der Konsum von Milch ist im Rahmen der Steinzeiternährung sehr umstritten. Als Eiweißquelle sind Milchprodukte jedoch unbestreitbar geeignet, besonders Käse, Quark und fermentierte Produkte wie Joghurt enthalten viel Eiweiß, welches in einer vegetarischen Ernährung helfen kann, den Bedarf an allen Aminosäuren zu decken.

Keine Tierprodukte

Die als vegan bezeichnete Ernährung verzichtet im Gegensatz zum Vegetarismus völlig auf Tierprodukte. Inwieweit dies prinzipiell möglich ist (jeder Anbau einer Pflanze bedeutet die Vereinnahmung von Lebensraum, der zuvor von Tieren bewohnt wurde, ganz abgesehen von Straßen etc), sei dahingestellt und soll nicht Thema dieses Beitrags sein.

Mit Nüssen und sonstigem Gemüse muss der Veganer versuchen, durch Kombination verschiedener Pflanzen das gesamte Profil der benötigten Aminosäuren abzudecken. Oft ist hier von der Wertigkeit des Proteins die Rede, denn es reicht nicht, irgendein Eiweiß zu essen: Es gibt mehr als nur eine essenzielle Aminosäure und der Mensch benötigt alle. Ohne den Griff zu Hülsenfrüchten bzw. Getreide scheint es für Veganer unmöglich, diese Versorgung sicherzustellen. Während also Vegetarisch-Paläo beinahe mühelos machbar ist, so scheint Vegan-Paläo zum Scheitern verurteilt.

Veganes Eiweiß: Tempeh, Miso und Natto

Durch Fermentation kann aus Sojabohnen Tempeh, Miso und Natto entstehen. Alle drei Produkte basieren zwar letztlich auf einer Hülsenfrucht (Soja), werden jedoch durch die Behandlung für den Menschen verträglicher, da sie Eiweiße aufschließt und einige Anti-Nährstoffe abbaut. Es ist fraglich, ob diese Produkte wirklich empfehlenswert sind, denn Soja ist u.a. aufgrund des enthaltenen Östrogens umstritten.

Wer jedoch kein Tierprodukt auf seinem Teller sehen mag, könnte in diesen drei Kandidaten die gesündeste Lösung seines Problems sehen. Allerdings bleibt dabei die Versorgung mit dem Lebenswichtigen Vitamin B12 weiter problematisch und selten ausreichend gedeckt. Eine Ernährung völlig ohne Tierprodukte gesund und ohne Mangelerscheinungen durchzuführen, bedarf sorgfältiger Planung. Bei Wegfall von Getreide und Hülsenfrüchten als Eiweißquelle scheint eine ausreichende Versorgung mit allen Nährstoffen nahezu unmöglich.

Fazit

Vegetarisch-Paläo ist mühelos umsetzbar. Wer also den Geschmack oder Anblick von Fleisch nicht mag oder von der gesundheitlichen Unbedenklichkeit nicht überzeugt ist, der kann trotzdem die Vorteile der Steinzeiternährung genießen. Das zeigen nicht zuletzt die zahlreichen vegetarischen Paleo-Rezepte auch hier bei Urgeschmack.

Hier gibt es noch einen Überblick über Die 5 besten Eiweißquellen für Vegetarier