Das Problem mit Soja

Sojaprodukte werden nicht nur bei uns in Deutschland seit langer Zeit als gesunde Alternative für eigentlich fast alles verkauft. Ob nun Sojamilch, Sojabrot oder Fleischimitat aus Soja – immer wieder findet man überraschende neue Verwendungen für dieses Pflanzenprodukt. Gar hin und wieder als die Lösung aller Ernährungsprobleme gepriesen ist Soja billig herzustellen, wird gerne auch genetisch manipuliert und natürlich auch an unsere Tiere verfüttert. Und all das klingt auch sehr gesund: Schließlich handelt es sich um eine Pflanze und dank jahrelanger Konditionierung durch unkritische Medien und Werbung verheißt schon der bloße Klang des Wortes “Soja” nur Gutes.

Phytoestrogene, Lektine und Isoflavone – klingt doch nicht bedrohlich, oder? Diese Stoffe sind jedoch nur einige der Toxine, die in großen Mengen in Soja stecken. Das wird auch der Grund sein, warum selbst die FDA, die Amerikanische Food and Drug Administration, diese Pflanze als giftig bezeichnet.

Die enthaltenen Goitrogene schädigen die Schilddrüse, ebenso wie die Phytoestrogene (oder Phytoöstrogene), die übrigens nicht nur zu Schilddrüsenkrebs und -unterfunktionen führen können, sondern auch das Hormonsystem stören, Unfruchtbarkeit verursachen und bei erwachsenen Frauen zu Brustkrebs führen können. Bekommen Kinder zu viel Phytoestrogene, wie sie in Soja enthalten sind, kommen sie unter Umständen früher (vor dem zehnten Lebensjahr) in die Pubertät, was bei Mädchen später zu Problemen unter anderem mit der Menopause führen kann.

Phytinsäure ist ein Antinährstoff, der einige Mikronährstoffe unzugänglich für den Menschen macht. Sie ist ebenfalls in einigen Getreide und Kartoffelsorten enthalten und lässt sich auch durch Kochen nicht vollständig abbauen. Diese Säure verschlechtert die Aufnahme wichtiger Mineralien wie Magnesium, Kupfer, Eisen oder Zink und führte in einigen Untersuchungen zu Wachstumsproblemen bei Kindern.

Über die Hälfte (58,4%) der Welt-Soja-Produktion ist genetisch manipuliert, wobei Argentinien zu 98% und die USA zu 85% genetisch manipulierte Sojapflanzen (GMO) anbauen.

Soja ist also kein universelles Superfood oder gar die Lösung aller Ernährungsprobleme, sondern durchaus umstritten auch aufgrund der bestenfalls unklaren Studienlage.

Wenn Sie mehr über Soja erfahren möchten, empfehle ich Ihnen die folgenden Links:

Spilling the Beans: The trouble with Soy

Weston A. Price: Soy Alert!

Studies Showing the Toxicity of Soy in the US Food & Drug Administration’s Poisonous Plant Database (7.5M PDF)

Why Babies Should Not be Fed Soy

Soy and the Brain

Cruel and Unusual Punishment: Soy Diet for Illinois Prisoners

GMO Compass: Genetically Modified Soybean

Gesund, lecker und einfach: Mit "Das Urgeschmack-Kochbuch" heute anfangen, die Ernährung umzustellen.

10 comments to Das Problem mit Soja

  • [...] der Steinzeiternährung. Und schon wird es kompliziert mit dem Vegetarismus, denn Tofu basiert auf Soja (eine Hülsenfrucht) und Seitan ist nichts anderes als konzentriertes Weizeneiweiß, auch bekannt [...]

  • Mark

    Hallo Felix,

    seit gestern bin ich ebenfalls auf die Paleo Ernährung umgestiegen. Aktuell bin ich dabei mir Gerichte rauszusuchen um das Kochen besser planen zu können. Ich habe mir auch dein Buch gekauft und finde es sehr interessant.

    Nun zu meiner Frage. Ich bin ein großer Fan der asiatischen und thailändischen Küche.

    Wie sieht es mit Zutaten wie Sojasauce, Fischsauce, etc..aus. In Kombination mit disen zwei Zutaten kann man wunderbare thailändische Salate zubereiten!

    • Felix

      Hi Mark,
      ein Bisschen Sojasauce hier und da bringt dich nicht um – das wirst du schon selbst bemerkt haben. Das Problem ist, dass da meist nicht nur Soja, sondern auch zig Geschmacksverstärker, hefeextrakt, Glutamat und weitere Zusatz- und Koservierungsstoffe drin stecken. Die Geschmacksverstärker können dein Hormonsystem austricksen.

      So, nun könntest du sagen “Ich mache das nur ein mal alle zwei Wochen”. Nun: Das mag sein, aber evt schmeckt dir das dann so gut, dass du dich davon niemals trennen magst. Und ja, man muss sich nicht von allem trennen, was schmeckt. Aber in vielen Fällen ist es keine Frage von besser oder schlechter, sondern nur von “anders”. Dinge schmecken anders, wenn man diese Saucen nicht benutzt. Kann man sich dran gewöhnen und sich auch für begeistern.

      Mit anderen Worten: Es ist vermutlich nicht all zu schlimm, das Zeug selten und in geringen Mengen zu verwenden. Aber es kann die konsequente Ernährungsumstellung erschweren.

  • Ponygirl

    Hallo Felix, ich möchte aus aktuellem Anlass diesen etwas älteren, aber immer noch aktuellen Artikel mit einer Bitte an dich und einem Aufruf an deine Leser kommentieren.

    Bei uns in Düsseldorf hat ein Lieferservice unter dem Namen “Paleo’s” eröffnet und sie werben mit “gesunder LowCarb-Paleo-Kost”.

    Leider haben wir entdeckt – gerade, als wir bestellen wollten – dass dort Sojamehl verwendet wird, was wir nicht gut fanden. Auf unsere Anmerkung, dass Soja eigentlich in einer gesunden Ernährung nichts zu suchen hat, wurden wir ziemlich herablassend abgefertigt, dass “man moderne Zutaten verwenden müsse, da es ja sonst nicht schmeckt”. Wir und auch einige andere empfinden das als echten Etikettenschwindel, da hier etwas beworben wird – nämlich Gesundheit und Paleo – was offensichtlich nicht drin ist.

    Wir werden von der Nahrungsmittelindustrie schon so oft hinters Licht geführt, wir müssen uns nicht auch noch aus den “eigenen Reihen” veräppeln lassen.

    Daher bitten wir dich und jeden, der das ähnlich empfindet wie wir, dort einen entsprechenden Eintrag zu hinterlassen, damit ein Umdenken angeregt und unser Einwand nicht als Einzelmeinung abgetan wird.

    Lg Max

    • Felix

      Hi Max,
      leider kann ich da nichts über Sojamehl finden. Kannst du mir einen Link schicken? Nicht hier posten, denn wenn du wirklich nicht so viel von denen hältst, möchtest du ja sicherlich nicht noch mehr Werbung für sie machen ;)

  • Anonymous

    Ich denke mal hinter der Sojaproduktion steht auch eine grosse Lobby…

    Schließlich wird Soja auch für Tiernahrung produziert und ist ein grosser Faktor beim Waldsterben:

    Quelle zu letzterem:
    http://www.news.de/gesellschaft/855120023/wie-die-gruene-lunge-der-welt-schwindet/1/

    Ich hielt Soja früher für Frauen vor allem gesund, weil eine Östrogenähnlichkeit vorhanden sein soll, dein Beitrag überzeugt mich aber vom Gegenteil. Für den Mann war Soja aber noch nie Vorteil schon wegen der Phytoöstrogene.

    • Spatz

      Was ist denn mit den tierischen Hormonen in Ei, Milch und Fleisch? Wenn hier die hormonähnlichen Phytoöstrogene verteufelt werden, sollten die Geschlechts- und Stresshormone in Milch und Schlachtfleisch nicht verdrängt werden.

      • Felix

        Es geht in diesem Artikel um Soja und die stets enthaltenen Stoffe. Du scheinst ein großer Fleisch-Fan zu sein, aber darüber gibt es hier andere Artikel.

  • [...] Nachtrag im Juli 2010: Mandelmehl ist Sojamehl in jedem Fall vorzuziehen, die Gründe dafür erfahren Sie hier. [...]

  • [...] in sämtlichen Getreidesorten (dazu zählen auch Reis und Mais), Hülsenfrüchten (besonders Soja) und Kartoffeln enthalten sind, macht es Sinn, auf diese gänzlich zu verzichten. Auch [...]

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