Ist Schokolade gesund?

Ist Schokolade gesund?Da steht sie nun, die Frage, und will beantwortet werden. Je nach Geschmack schieben sich Fragen wie "Sollte ich Schokolade essen?", "Darf ich Schokolade essen?" oder "Muss ich Schokolade essen?" in das Bewusstsein des Lesers. Die einen glauben die Antwort schon zu kennen, denn schließlich wisse das jeder. Schokolade ist ein Genussmittel und als solches könne sie praktisch nur ungesund sein. Was stimmt wirklich?

Was ist Schokolade?

Die meisten Schokoladen sind eine Mischung aus Kakaobutter, Kakaopulver, Zucker und Lecithin. Weitere Zutaten sind verbreitet, zum  Beispiel Milchpulver oder Molkepulver in Milchschokolade sowie verschiedenste Aromen.

In diesem Artikel geht es ausdrücklich nur um dunkle Schokolade, auch Bitterschokolade genannt. Denn Milchschokolade hat oftmals einen Kakaoanteil von nur 30% und besteht weiterhin aus Zucker (60%) und Milch und verdient so eher den Namen "Süßigkeit mit Schokoladenaroma". Weiße Schokolade hingegen enthält keinen Kakao, sondern lediglich Kakaobutter, ist demnach also auch keine echte Schokolade.

Bitterschokolade hat in der Regel einen Mindestanteil von 50% Kakao. Dies bietet der Handel bereits als Bitter oder Zartbitter an. Aufgrund der weiten Verbreitung von Milchschokolade findet die sogenannte Bitterschokolade verhältnismäßig wenige Abnehmer und besonders mit steigendem Kakaogehalt schrumpft die Zahl der Käufer. Diese lieben ihre 70, 80 oder 90%ige Schokolade jedoch umso inniger.

Mit steigendem Kakaoanteil sinkt zwangsläufig auch der Zuckeranteil. Da es zwischen 50% und 100% Kakaoanteil viele Abstufungen gibt, ist eine langsame Gewöhnung an bitterere Schokolade problemlos möglich.

Ist Schokolade gesund?

Schauen wir uns die auf den Verpackungen angegebenen Zutaten im Einzelnen an:

Kakaobutter: Kakaobutter besteht zu 60% aus gesättigtem Fett und enthält nur rund 7% mehrfach ungesättigte Fettsäuren. Sie ist demnach sehr stabil und wird kaum ranzig. Das gesättigte Fett ist größtenteils Stearin- und Palmitinsäure, beide sind gesundheitlich unbedenklich und stellen exzellente Energiequellen für den Menschen dar.

Kakao: Hier stecken die vielen Flavonoide und Wirkstoffe der Kakaopflanze. Darunter der Amphetamin-Grundbaustein Phenethylamin*, die essenzielle Serotonin-Vorstufe Tryptophan (ein natürliches Antidepressivum), das Cannabinoid Anandamid* (eine körpereigene Substanz) und das Koffein-ähnliche Theobromin*.

Allerdings enthält Kakao noch viele weitere Stoffe, die teils noch nicht vollständig erforscht sind, darunter die Flavonoide. Ihnen schreibt man die offenbar blutdrucksenkende Wirkung dunkler Schokolade zu:

"Dark, but not white, chocolate decreases blood pressure and improves insulin sensitivity in healthy persons."

Darüber hinaus scheint dunkle Schokolade vor Herzgefäßerkrankungen zu schützen:

"Flavonoid-rich dark chocolate intake significantly improved coronary circulation in healthy adults, independent of changes in oxidative stress parameters, blood pressure and lipid profile, whereas non-flavonoid white chocolate had no such effects."

Auch eine Verbesserung der Blutfettwerte, nämlich eine Senkung des LDL-Cholesterins, Erhöhung das HDL-Cholesterins und dämpfung oxidierten LDLs, führen Wissenschaftler auf Polyphenole aus Kakaopulver zurück:

"The results suggest that polyphenolic substances derived from cocoa powder may contribute to a reduction in LDL cholesterol, an elevation in HDL cholesterol, and the suppression of oxidized LDL."

Forscher stellten außerdem eine Verbesserung der Insulinsensitivität durch den Verzehr dunkler Schokolade fest:

"FRDC (dunkle Schokolade) but not FFWC (weiße Schokolade) ingestion decreased insulin resistance (homeostasis model assessment of insulin resistance; P < 0.0001) and increased insulin sensitivity."

Zucker: Zucker besteht aus Kohlenhydraten und er enthält praktisch keine weiteren Nährstoffe. Er ist nicht gesund und birgt bei zu hoher Dosierung ein gesundheitliches Risiko. Anders als Milchschokolade, die oftmals rund 60% Zucker enthält, liegt der Zuckergehalt einer 80%igen Schokolade meist nur um rund 16-18%. Die Dosis ist so um ein Vielfaches geringer und liegt selbst bei einer ganzen Tafel Schokolade noch im harmlosen Bereich. Mehr über die durch Zucker verursachten Probleme erfahren Sie im Artikel Was ist so schlimm an Zucker?

Lecithin: Dies wird als Emulgator hinzugefügt, Zweck ist die Beeinflussung der Viskosität und Textur der Schokolade. Lecithin enthält unter anderem Cholin, ein Stoff, der sich positiv auf die Gesundheit des Gehirns auswirkt. Allerdings wird in Schokolade meist Sojalecithin verwendet und Soja gilt teils als gesundheitlich bedenklich. Aufgrund des extrem geringen Anteils (0,3-0,5% des Gesamtgewichts) sollte dies in Schokolade jedoch kein Problem darstellen, besonders in Anbetracht der übrigen Vorteile. Lecithin ist nicht zwingend nötig, um Schokolade herzustellen.

Weitere Inhaltsstoffe

Hier eine kurze Übersicht über die Inhaltsstoffe des eigentlichen Kakaos:

Zusammensetzung getrockneter, fermentierter Kakaobohnen (Anteil am Gesamtgewicht) Quelle: McGee, "On Food and Cooking"
Kakaobutter54%Wasser5%
Eiweiße und Aminosäuren12%Mineralstoffe3%
Fasern11%Theobromin1.2%
Phenolische Verbindungen6%Zucker1%
Stärke6%Koffein0.2%

Theobromin ist ein Koffein-ähnlicher Stoff, dessen Nervensystem-stimulierende Wirkung jedoch schwächer ist. Seine Wirkung scheint vornehmlich harntreibend. Jedoch ist Theobromin toxisch für Hunde – diese können durch Schokolade schwere Vergiftungen erleiden. Eine ungesüßte 100g-Tafel Schokolade enthält etwa 100mg Koffein; ungefähr so viel wie eine Tasse Kaffee.

*Schokolade, Stimmung und Sucht

Amphetamine, Cannabinoide,  Theobromin, Tryptophan: Wir haben es hier also mit allerlei lust- und stimmungssteigernden Wirkstoffen zu tun. Jedoch sind die Mengen und Umstände dieser Stoffe in Schokolade laut Aussage einiger Wissenschaftler nicht ausreichend, um das verbreitete Glücksgefühl beim Verzehr allein zu erklären.

Vielmehr hängt dies vermutlich mit dem Belohnungssystem des menschlichen Gehirns zusammen: Wer Schokolade mag, wird glücklich, wenn er sie isst. Das Gehirn schüttet Dopamin aus. Ganz einfach – und experimentell geprüft: Psychologen haben gezeigt, dass die Gabe von Schokoladenimitaten ohne Kakaogehalt den Schokoladenhunger stillen kann, während Kapseln, die echten Kakao oder Schokolade enthielten, dies nicht vermögen. Es scheint allein das sensorische Erlebnis des Schokoladenessens zu sein, das vielen Menschen so große Wonne bereitet.

Fazit: Ist Schokolade gesund?

Dunkle Schokolade bringt eine Vielzahl gesunder Stoffe mit, die eindeutig positiven Einfluss auf die Gesundheit haben. Auch das bloße Glücksgefühl, das der Geschmack auslöst, hat positiven Einfluss auf das Wohlbefinden. Fairerweise ist zu erwähnen, dass auch andere Pflanzen über zahlreiche Flavonoide mit teils ähnlicher Wirkung verfügen. Darunter auch Heidelbeeren und Erdbeeren. Man muss also keine Schokolade essen, um von Flavonoiden zu profitieren. Jedoch kann man und es scheint, als spräche praktisch nichts dagegen.

Allerdings sind die gesundheitlichen Vorteile abhängig von den Pflanzenwirkstoffen des Kakaos. Diese gehen bei stärkerer Behandlung immer weiter verloren. Möchte man von den gesundheitlichen Vorteilen profitieren, sollte man also stets zu möglichst roher, wenig behandelter Schokolade greifen.

Die titelgebende Frage ist also so zu beantworten: Wenig behandelte, reine, dunkle Schokolade, also solche mit hohem Kakao- und niedrigem Zuckeranteil, ist gesund. Es scheint geradezu ratsam, täglich ein bis zwei Stücke einer 80%igen Schokolade zu essen. Vielleicht auch mehr...

Quellen und weiterführende Informationen:

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50 Kommentare zu “Ist Schokolade gesund?

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  1. Zenon

    Esse auch gerne bittere Schokolade 🙂 aber nicht jeden Tag beziehungsweise nur ab und zu ein Täfelchen, in den letzten Jahren Moser Roth – besonders die 70%ige ist mir angenehm – weder zu süß noch zu kräftig.

    Hätte ich nicht den Hang zu ‘verstopfen’ würde ich mehr essen – gibt es vielleicht bestimmte / dunklere Schokoladensorten, die weniger stopfen – ich denke mal, welche die den größten Fettgehalt im Kakao haben dürften weniger stopfen (oder irre ich mich)?

    ps. hab das seit 1 Jahr mit Flohsamenschalen im Griff (wäre ein anderes Thema) – trotzdem muss ich auf ballaststoffreiche Nahrung und wenig stopfende Nahrung achten … :/

    1. Felix

      Angeblich ist für die Verstopfung gerade nicht der Fettanteil, sondern der Kakaoanteil verantwortlich. Es gibt verschiedene Theorien, offenbar ist keine belegt. Insofern ist die Verstopfung sicher auch eine (willkommene?) Schokoladenbremse.

      Der Kakaogehalt allein sagt übrigens nicht alles über “Süße” bzw “Kräftigkeit” aus – es gibt auch 90%ige Schokolade, die sehr mild, intensiv und doch nicht bitter schmeckt, teils sogar süß.

    2. Evelyn

      Seit ich vor einiger Zeit sämtliche Milchprodukte (incl. Jogurt) von meinem Speisezettel gestrichen habe, ist das Thema Verstopfung Geschichte. Ich esse am liebsten die 90%ige von Lindt, auch gern mal eine Halbe am Stück, alles darunter ist mir inzwischen zu süß. Von den 100%-Schokoladen möchte ich die von Coppeneur empfehlen, schmeckt wirklich hervorragend, mit 3,70 für 50g aber nix für alle Tage.

  2. Lutz

    Wie verhält es sich mit der in der Kakaobohne enthaltenen Phytinsäure, welche die Resorption von Mikronährstoffen im Verdauungstrakt behindert? Inwieweit wird diese bei der Fermentation der Bohnen abgebaut?

    1. Felix

      Phytinsäure behindert nicht die Resorption aller Nährstoffe, die Bindung bezieht sich idR auf zwei Nährstoffe, die im Lebensmittel selbst vorkommen. Ganz abgesehen von den potentiellen Vorteilen der Phytinsäure, s.a.: http://www.urgeschmack.de/phytinsaeure/
      Ob und inwieweit diese bei der Fermentation abgebaut wird, ist derzeit offenbar nicht erforscht. Es gibt leider nur seher wenige zuverlässige Daten über die Fermantation von Kakaobohnen, da diese oft unkontrolliert vonstatten geht und sich keine pauschale Aussage treffen lässt.

  3. Andy

    Hi Felix,

    Schokolade ist meine Leidenschaft neben Wein. Ich kann Schokolade von Francois Pralus empfehlen. Sie hat unglaublich viel Geschmack, besteht bis auf die 45%ige Milchschokolade Melissa, nur aus Kakao, Kakaobutter, Zucker und unverändertem Sojalezithin. Seine Schokoladen haben 75% Kakao und kommen zB. aus Madagascar, Sao Tome, Venezuela, Brasilien usw. Ausserdem bietet er eine 80 %ige Cuvee, und eine 100 ige aus Madagascar.

    Die Tafel koste knapp 5 Euro und ist geschmacklich auf sehr hohem Niveau. Ähnlich Varlhona, Bonnat, Cluizel und Zotter

  4. Joules

    Es gibt auch Bitterschokolade mit Xylitol als Zuckerersatz.
    ich persönlich bin ein Favorit von den Xucker Produkten!

  5. Barbara

    Hallo Felix,

    ich habe heute die Rausch Schokolade (Tembadoro mit 80 %) geliefert bekommen und kann nur sagen, dass ich schon lange nicht mehr so einen Schokoladengenuss hatte. Ich liebe von Haus aus dunkle Schokolade ab 70 % aufwärts, habe durchaus auch meine Favoriten, aber die Rausch ist wirklich der Hammer!!!

    Davon abgesehen möchte ich Dir sagen, dass ich Urgeschmack einfach große Klasse finde, mir hier schon viele nützliche Infos habe herausziehen können und sag einfach mal DANKE dafür, dass Du diese super Arbeit hier leistest!

  6. S2

    Woran erkenne ich denn, ob Kakaopulver alkalisiert ist oder nicht? Ich meine wirklich das Pulver, keine Schokolade.

    1. Felix

      Pures Kakaopulver enthält nur Kakao. Alkalisiertes Kakaopulver enthält meist Natriumcarbonat oder Kaliumcarbonat – steht auf der Packung.

      1. S2

        Ah ja, Danke. Nun hatte ich schon eines genommen, bei dem weniger auf der Zutatenliste als bei den anderen stand und das mir etwas “besser” erschien, aber immer noch “daneben”: Eine gebräuchliche Bezeichnung für die von Dir genannten alkalisierenden Zusätze ist wohl diese:

        Säureregulatoren.

        Bei meinem Kauf (Bensdorp) übrigens auch Natriumhydroxid (NaOH).

        Da muss ich dann wohl doch mal im Bioladen schauen…

  7. Carolin

    Hallo ihr Lieben,
    Ich vermisse bei der ganzen Kakaodiskussion ein bisschen den Nachhaltigkeitsgedanken. Linda und Aldischokolade? Da Rollen sich mir – als überzeugte Fairtrade Käuferin fast die Zehennägel auf…. Aber das muss jeder selbst entscheiden. Missionieren liegt mir nicht besonders.
    Jedenfalls schmeckt mir die 65% ige Schokolade von Rapunzel am besten…… Jamijami…..

    1. Felix

      Hi Carolin,
      da bin ich bei dir – wobei es auch beim ALDI und LIDL FairTrade Produkte gibt. Das ist ja nur ein Händler und auf die Herkunft der Produkte hat das erstmal keinen Einfluss – auch wenn deren Ruf berüchtigt ist.

      1. Andy

        Habt Ihr schonmal Schokolade von original Beans, Pacari, Rio Napo, Grenada vedrsucht?. Wenn man zb. vom Erstgenannten eine Tafel kauft wird dafür ein Kakaobaum geplanzt.

        lg andy

  8. Apke

    Ich muss nochmal stören:)

    Die von dir empfohlene Rausch 80% habe ich probiert
    und für sehr gut befunden! Danke

    Meine Frage:
    Was meinst du / meint ihr ist wahrscheinlicher –
    dass ich Herzrasen von dem Kakao bekomme
    oder von dem enthaltenen Zucker?

    Ich merke das jedes Mal wieder nach dem Konsum
    von Schokolade. Und ich weiß noch von meinem
    letzten Bluttest, dass ich einen relativ hohen Wert
    von Cortisol hatte, also das Stresshormon…

    1. Felix

      Ich kann dir dazu nur sagen, dass ich auch groessere Mengen Kakao gelegentlich fuer Herzrasen verantwortlich mache – besonders abends. Erklaeren kann ich es allerdings nicht so einfach. Klar waere auch der Zucker denkbar. Vielleicht rine Kombination? Ich recherchiere das nebenbei weiter.

    2. Susanne

      Hallo,

      Du könntest evtl. Probleme mit Histamin haben. Kakao gilt als Histaminliberator, verstärkt also die Wirkung von Histamin im Körper. Ich musste mir leider wegen meiner Histaminintoleranz u.a. Schokolade abgewöhnen. Herzrasen ist ein typisches Symptom dafür, kann natürlich aber auch durch Anderes ausgelöst werden.
      Solltest Du Dich über Histaminintoleranz informieren wollen:

      http://www.histaminintoleranz.ch

  9. Apke

    Ich habe soeben die 85% von Gepa sowie Vivani gleichzeitig
    getestet. Sie schmecken identisch. Aber gut?
    Ich denke, NEIN!

    Geschmäcker sind ja verschieden… Jedenfalls fand ich diese
    stark fruchtige säuerliche Note überhaupt nicht lecker sondern
    sehr penetrant und aufdringlich.
    Habt ihr ähnliche Erfahrungen gemacht oder nicht?

    Eigentlich müsste diese Geschmacksnote für ein Qualitätsmerkmal
    stehen, da das bedeuten würde, dass die Schokolade nicht zu stark
    behandelt wurde – denn ich habe leicht geröstete Kakaobohnen
    probiert und die schmecken genauso nur eben ohne den Zucker.

    Ich sage eigentlich, weil mir persönlich das nicht gefallen hat.
    Anscheinend stehe ich eher auf milde, fettige und besonders
    gut schmelzende Sorten 🙂
    Hat jemand in dieser Richtung einen Tipp für mich (ab 80%), bevor
    ich losziehe und die Schokoladenregale leere?

    1. Felix

      Bezüglich der GEPA habe ich ähnliche Erfahrungen gemacht und ich habe da mal angerufen und nachgefragt. Bei denen ist es so, dass sie Kakaobohnen verschiedener Plantagen (allerdings regional begrenzt) mischen – der Geschmack kann wohl auch mal leicht variieren. Dadurch, dass sie FairTrade betreiben ist die Versorgung nicht ganz so einfach.

      “Qualität” wird in diesem Bereich sehr schnell relativ und dann gibt es oft Puristen, die den Behandlungsgrad mit der Qualität gleichsetzen – was verständlich, aber nicht zielführend ist. Es geht um Geschmack. Du magst sie nicht, dann iss sie nicht. Übrigens gibt es so viele verschiedene Kakaobohnensorten, die in so unterschiedlichen Böden unter so vielen verschiedenen Klimata wachsen und dann so verschieden fermentiert und getrocknet werden, dass man kaum noch von objektiver Qualität sprechen kann. Ja, verbrannte Bohnen sind eher schlecht. Ja, korrekt fermentierte und getrocknete Bohnen, die schonen geröstet wurden sind tendenzeill leckerer. Aber am Geschmack allein kannst du solche Qualitäten nicht immer unterscheiden.

      Am Ende ist es wie bei Wein oder Whiskey oder jedem anderen Genussmittel: Es gibt zwei Sorten. Die, die man mag. Und die, die man nicht mag.

      Es gibt beim LIDL (81%) und auch beim ALDI (85%) Schokoladen über 80% und mit beiden habe ich Erfahrung. Ich empfinde sie als erstaunlich lecker. Vielleicht gefällt dir auch Rausch (Sorte Tembadoro hat 80%).

    2. möller

      Ich kann die 100 %ige von Pralus wärmstens empfehlen, für mich die absolut beste Schokolade, die ich je probiert habe. Ist allerdings etwas teurer, als die gängigen Sorten: 4,90 € für 100g.
      Beste Grüße
      Jutta

  10. Apke

    Nochmal @ Felix:

    Leider bist du gar nicht auf den Cadmium-Gehalt von so vielen
    Schokoladensorten eingegangen??

    Vielleicht wären es auch zu viele Informationen & Fakten, die man
    berücksichtigen müsste, aber es wär toll, wenn du
    das Thema auch noch ansprechen könntest, speziell ab wie viel
    Cadmium schädlich ist, ob man überhaupt etwas dagegen machen
    kann etc.

    1. Felix

      Hallo Apke,
      dass ich darauf nicht eingegangen bin liegt daran, dass ich dazu kaum eindeutige Daten bei herkömmlichem Gebrauch (Verzehr) finden konnte. Obendrein ist es schlichtweg kein schokoladenspefisches Thema, sondern betrifft, wenn, dann sehr viele andere Lebensmittel. Das Problem dabei ist immer auch die Autorität, die entsprechende Grenzwerte festlegt, man kann einfach nie genau sagen, was exakt zu viel und exakt zu wenig ist.

  11. Apke

    Ich liebe Zartbitter! 85% super, 90% schmilzt auch schön, und 99%
    esse ich komischerweise gerne im Sommer.

    Kakao enthält ja wie Cashews und Erdnüsse besonders viel Tryptophan
    (pro Tag benötigen wir ca. 400mg) – vielleicht auch ein Grund für
    ausgeprägte Schokoladen-Liebe 🙂 ?

    Trotzdem fürchte ich den Industriezucker… Selbst wenn es kleine Zuckermengen
    pro ganze Tafel sind (ja, das passiert mir oft), zwischen 10-15g , ist es nicht
    trotzdem gesundheitsschädlich??

    Oder meint ihr, dass diese Mengen bei einer ganzen bzw. 1/2 Tafel 85% oder 90%
    nicht so schlimm sind? Denn ich finde, dass Schokolade mit Zuckeraustauschstoffen
    auch ins Geld geht, und selbstgemachte liefert kein so tolles Ergebnis wie gekaufte…

    1. Felix

      Dank! Während ich den Beitrag selbst für übertrieben kompliziert verfasst halte, musste ich über Punkt 3 doch sehr erfreut schmunzeln. Es tut sich was. Das ist gut.

  12. Sebastian

    Ich persönlich bin ja ein wahrer Junkie mittlerweile, ich esse mindestens eine Tafel täglich. Das das nicht optimal ist, ist mir bewusst, ich bin aber trotzdem froh, dass Schokolade in deinem Check gut abgeschnitten hat. Vielleicht kriege ich meine Sucht ja doch noch in den Griff 😉 Aber besser besessen von 85%er, als von 30%iger

    1. ronald

      Jeanne Calment aß 1 kilo schokolade pro woche und wurde trotzdem 122 kakao ist das superfood schlechthin.

  13. Tony Mach

    Ich habe den Eindruck das Schokolade bei mir Heuschnupfen verursacht – das muss ich aber weiter erkunden bevor ich das definitiv sagen kann…

  14. Sonnenschein´sMom

    Da fehlt noch was!!! Schokolade enthält eine ganze Menge Eisen! Mehr als Spinat und Rindfleisch! … nur so nebenbei bemerkt… :o)

    1. Felix

      Nein, das bezieht sich auf reines Kakaopulver. Als ganze Schokolade gesehen ist das ein ganz anderes Verhältnis.

  15. V.Vural

    Hallo,

    ist es egal welche Schokoladen-Marke es ist hauptsache 85%?

    Kann ich problemlos alle Marken kaufen (falls es die anderen nicht geben sollte) die aber 85% Kakao-anteil haben?

    1. Sebastian

      Dr. Feil empfiehlt u.a. Moser Roth, gibt es bei Aldi, kostet 1€ für 5x25g und schmeckt 😀

    2. Andy

      Oder 70 bis 80% ige kaufenunwenig geniessen:) Über 80 % schmecken die Wenigsten. Da sollte es Domori, Pralus oder Zotter sein.

  16. Lotti monstera

    Es gibt auch 100%ige Schokolade! Z.B. Chocolat Bonnat.

    Ich würde übrigens davon abraten, Schokoladen mit Lecithin zu kaufen – ein Qualitätsmerkmal (= keine besonders hochwertige Schokolade). Gute Schokolade ist ausreichend conchiert, so dass sie keinen Emulgator benötigt.
    Beispiele sind die Rausch-Schokoladen oder, meine Favoriten mittlerweile, die von Gepa, besonders die 80%ige. Hier wird außerdem Mascobado (Vollrohrzucker) statt (teil-)raffiniertem Zucker wie auch leider in den meisten Bioschokoladen üblich, verwendet – und das schmeckt man.

    1. Bones

      Es gibt keinen unraffinierten Haushaltszucker. Es spielt also keine Rolle, ob er aus der Rübe oder dem Rohr kommt, ob er weiß oder braun ist. Dein Körper interessiert sich nicht für diese Details, sondern nur für die chemische Komposition des Zuckers, welche exakt identisch ist.

    2. Felix

      Inwiefern sollte Lecithin ein Qualitätsmerkmal sein bzw inwiefern sollte die Schokolade durch Lecithin automatisch schlechter sein? Und Qualität wie definiert? Rein geschmacklich, bzgl der Haltbarkeit oder der Gesundheit? Da bin ich doch eher skeptisch.

  17. Lexa

    Ich liebe die 99% und 90% Lindt-Schokolade, die Liebe entstand aber in kleinen Schritten… Ich wollte Schoki noch natürlicher essen und bin auf die fermentierte Kakaobahne gestoßen – natürlich in Bio-Qualität. Ich weiß nicht, ob es Einbildung ist, aber 3-4 Kakaobohnen ersetzen meine Espresso-Lust und ich bin wacher. Hat jemand von euch Erfahrung mit Kakaobohnen. Wieviel darf ich davon essen?

    1. Felix

      Ich wüsste nicht, was an 3-4 oder 20-30 Kakaobohnen schlimm sein sollte. Wenn sie geröstet sind wäre ich da villeicht etwas vorsichtiger, je nachdem wie sorgfältig geröstet wurde.

  18. Heiko

    …zu empfehlen wäre auch die 70% oder 80% Bitterschokolade von Moser Roth die es bei ALDI gibt. Diese hatte bei Stiftung Warentest und Ökotest auch sehr gut abgeschnitten. Schmeckt einfach gut und kostet nicht die Welt…

  19. Sahanya

    Ich esse sehr gerne Bitterschokolade, so mit ca. 85%. Jetzt habe ich mir mal (zum Probieren) eine 100%-ige gekauft und muss sage: das hat mir die Schuhe ausgezogen 🙁

    Die kann man nicht essen – zumindest ich nicht. Hat jemand einen Tipp für mich was ich mit der machen soll? Ich dachte schon an raspeln und dann übers (Paleo-)Dessert?

    1. Felix

      Vorweg muss ich, auch ergänzend zum Artikel, sagen, dass der Kakaogehalt nicht allein Einfluss auf die Herbheit (Adstringenz) hat. Es gibt einfach auch schlecht verarbeitete Schokolade, zu lange oder zu heiß geröstet. Da kann es auch bei 70% schon widerlich schmecken. Insofern sollte man ruhig mal verschiedene hochprozentige Sorten ausprobieren. “Rausch” ist zum Beispiel… berauschend!
      Was du mit dem Rest machen kannst… ja, Raspeln ist eine gute Idee. Aber auch das eher Sparsam. Ist’s die Lindt? Die finde ich auch fürchterlich.
      Alternative: Einschmelzen und mit einer 60%igen mischen!

    2. Yvonne

      Wie wäre es mit einschmelzen, etwas Honig dazugeben und wieder fest werden lassen/ als Kuchenglasur benutzen, oder einfach in einen Kuchen/Muffins einbacken, da werden dann ja vermutlich sowieso Honig oder sonstige Süßungsmittel enthalten sein.

      Was hast du da denn für eine Schokolade gekauft? Gerade bei 100%-igen sollte man wohl sehr auf die Qualität achten.

      Ich persönlich hatte seit über einem Jahr keine Schokolade mehr gegessen (da ich keinen Zucker esse) und lustigerweise gerade vor zwei Wochen zum ersten Mal eine 100%-ige probiert – und muss sagen ich bin begeistert. Eigentlich wollte ich nur mal ein Stück probieren und den Rest anderweitig verarbeiten, da ich dachte sie sei sowieso zu bitter. Allerdings schmeckt sie wirklich gut, richtig schokoladig und den Zucker vermisse ich darin nicht im Geringsten. Aber wie gesagt, es ist – soweit ich das beurteilen kann – eine qualitativ hochwertige Schokolade, die natürlich auch entsprechend teuer war (über 5€). Andererseits, wenn man den Preis einer 30%-Supermarkt-Schokolade hochrechnet, sieht das auch nicht mehr so schlimm aus. Außerdem isst man von so einer 100%-Schokolade auch keine ganze Tafel auf einmal… ich jedenfalls nicht 🙂

    3. Sebastian

      Am Besten ein Stück abbrechen, auf die Zunge legen, einen Schluck Kaffee dazu und dann zergehen lassen. Dazu gibt es auch eine Anleitung auf der Rückseite der 99%igen von Lindt

Kommentare geschlossen.

Vielen Dank für Ihren Kommentar. Aufgrund deren Vielzahl kann ich leider nicht immer auf jeden einzelnen reagieren. Zugunsten der Mitleser und der Diskussionskultur lösche ich Kommentare ohne Themenbezug und Kontext. Einige Kommentare muss ich manuell freischalten. Dies geschieht in der Regel binnen 48 Stunden, in Ausnahmefällen binnen zwei Wochen.