Ist Rapsöl gesund?

Ist Rapsöl gesund?Mitte des 20. Jahrhunderts wurden in der sogenannten zivilisierten Welt gesättigte Fette als schwer gesundheistschädlich diffamiert. Zu Unrecht, wie wir wissen: Gesättigtes Fett ist lebenswichtig. Trotzdem musste eine Alternative her. Und natürlich sahen auch die stets hilfreichen Medien den Heilsbringer gerne im völligen Gegenteil, in diesem Fall den mehrfach ungesättigten Fettsäuren. Seitdem gelten mehrfach ungesättigte Fettsäuren als ausnahmslos gesund. Auch das zu Unrecht. Als einer der Stars der Fett- und Ölwelt gilt heute Rapsöl, quasi ein Synonym für den absurden Begriff "gutes Fett" – je nachdem, wen man fragt. Aber ist Rapsöl wirklich gesund?

Was spricht für Rapsöl?

Rapsöl wird meist beworben als reich an ungesättigten Fettsäuren. Es sei hoch erhitzbar und enthielte im Vergleich zu anderen Pflanzenölen ein gutes Verhältnis von Omega-6- zu Omega-3-Fettsäuren. Das stimmt alles. Es schmeckt heutzutage sogar halbwegs neutral (wobei es im Auge des Betrachters liegt, ob dies wirklich ein Vorteil ist) und es ist billig.

Was spricht gegen Rapsöl?

Vieles von dem, was die Werbung als Vorzug des Rapsöls anführt, kann diesem Produkt tatsächlich zum Nachteil gereichen.

Ungesättigte und besonders mehrfach ungesättigte Fettsäuren sind instabil und anfällig für Oxidation. Das Öl wird schnell ranzig und wenn das aufgrund unsachgemäßer Lagerung (Licht, Wärme) nicht schon im Supermarktregal passiert ist, kann es auch nach dem Verzehr noch im Körper oxidieren. Das betrifft jedes Öl, das reich an mehrfach ungesättigten Fettsäuren ist, also auch Leinöl, Walnussöl oder Mandelöl.

Das Omega-Fettsäurenverhältnis von Rapsöl ist tatsächlich in der Regel ein recht ordentliches. Allerdings handelt es sich bei der enthaltenen Omega-3-Fettsäure ausschließlich um die Form ALA (Alpha-Linolenic Acid), welche vom Menschen nur zu rund 5% in die wertvolleren Formen EPA und DHA umgewandelt werden kann. Selbst wenn den Konsumenten das nicht stört, handelt es sich hier noch immer um mehrfach ungesättigte und somit instabile Fettsäuren.

Um das Öl zu stabilisieren und hitzeunempfindlicher zu machen, wird es im industriellen Prozess oft gehärtet oder teilgehärtet, dabei können die gesundheitsgefährdenden trans-Fettsäuren entstehen. Zuvor dient das giftige Hexan als Lösungsmittel, um das Öl zu separieren. Es folgen weitere Reinigungsschritte, eine Bleichung und eine Desodorierung. Insgesamt erfährt das Öl eine sehr starke Behandlung und Verarbeitung, bis es den Verbraucher erreicht.

Diese Modifikation beschränkt sich allerdings nicht auf das Öl: Schon die gesamte Pflanze wurde seit Jahrzehnten genetisch manipuliert und gezüchtet, um sie widerstandsfähiger gegen Pestizide und Herbizide zu machen, die bei ihrem Anbau in Monokulturen oft zum Einsatz kommen.

Die wichtigste dieser Modifikationen betrifft die Zucht hin auf einen geringeren Erucasäuregehalt. Es ist umstritten, ob Erucasäure, eine einfach ungesättigte Fettsäure, wirklich gesundheitsschädlich für den Menschen ist. Dennoch dürfen Speiseöle und -fette und ihre Mischungen in Deutschland seit 1977 nur noch maximal 5% Erucasäure enthalten. Um dies umzusetzen, züchtet man Rapspflanzen stark auf diese Qualität hin, was den Anbau praktisch erst seit Ende der 70er Jahre sinnvoll macht.

Kalt gepresst?

Rapsöl ist auch aus Kaltpressung erhältlich. Und es ist nur fair, zu erwähnen, dass derart hergestelltes Öl keine besonders aufwändige Verarbeitung erfährt: Es wird gepresst, anschließend gefiltert und verkauft. Es bleibt bei der Problematik der instabilen Fettsäuren, die es mit zahlreichen anderen Pflanzen- und Nussölen teilt. Durch Verwendung von Braunglasflaschen und kühle Lagerung lässt sich dem zumindest weitgehend entgegenkommen. Jedoch entsteht auch bei der Kaltpressung Wärme. Abhängig ist die Ölqualität stark vom Ausgangsmaterial – und eine Kaltpressung schließt die Verwendung von Pestiziden oder Gentechnisch manipulierten Pflanzen nicht aus.

Fazit: Ist Rapsöl gesund?

Ist Rapsöl gesund? Ist es ungesund? Rapsöl hat keine besonderen, gesundheitsförderlichen Eigenschaften. Es verleiht keine Superkräfte. Kaltgepresstes Rapsöl scheint auch keine außergewöhnlichen Gesundheitsrisiken zu bergen – instabile, leicht oxidierende Öle gibt es viele. Industriell hergestelltes Rapsöl, das den oben genannten, vielfältigen Herstellungsprozess durchlaufen hat, birgt durch die potentiell enthaltenen trans-Fettsäuren und mit größerer Wahrscheinlichkeit längst ranzigen Fettsäuren tatsächlich ein nennenswertes Gesundheitsrisiko.

Um die natürliche Rapspflanze in ein genießbares Öl zu verwandeln, ist ein großer Aufwand in praktisch allen Produktionsstufen nötig. Das alles für ein empfindliches Öl, das keinen besonderen Geschmack bietet. Warum sollte man Rapsöl verwenden, wenn es so viele schmackhafte Alternativen gibt?

Olivenöl lässt sich leichter gewinnen, es ist stabiler und in vielen Geschmacksvarianten erhältlich. Und es bringt im Normalfall praktisch keine Risiken mit sich. Wenn es höher erhitzbar sein soll, hilft Schmalz oder Kokosfett. Für die Versorgung mit Omega-3-Fettsäuren eignen sich Fisch, Eier aus Weidehaltung und auch Fleisch aus Weidehaltung. Alternativen gibt es also genügend.

Der Grund, warum Pflanzenfette wie Rapsöl heute so weit verbreitet sind, ist eine ungerechtfertigte Tierfett-Phobie vor über 60 Jahren. Das war das letzte Jahrtausend. Die Menschheit weiß heute mehr. Dementsprechend sollte auch die Wahl des Verbrauchers auf nützliche, naheliegende Fette fallen.

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46 Kommentare zu “Ist Rapsöl gesund?

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  1. Oswald Eppers

    “Hochgiftiges Hexan”?? Wenn man sich sie toxikologischen Daten von Hexan anschaut ist dieser Stoff alles andere als ” hochgiftig” und im Spurenbereich als unbedenklich anzusehen.

    1. Felix

      “Hochgiftig” habe ich nicht geschrieben. Die EU-Gefahrstoffkennzeichnung reicht mir ehrlichgesagt, um es möglichst weitgehend von meinem Speiseplan zu streichen. Denn: Wozu unnötig ein Gift einnehmen, wenn dadurch praktisch nichts gewonnen ist? Olivenöl kommt zum Beispiel ohne aus.

  2. Regina

    Lieber Felix,

    zuerst einmal Hut ab vor Deiner sehr aufschlussreichen und interessanten Website. Ich versuche zur Zeit meine Ernährung umzustellen und diverse gesundheitliche Probleme in den Griff zu bekommen Nach einigen Internet-Recherchen war mir schon vor Entdeckung Deiner Seite klar geworden, dass etliche Pflanzenöle nicht so gesund sind, wie sie immer propagiert werden. Deshalb habe ich Maiskeimoel und Sonnenblumenöl aus meiner Küche verbannt und Rapsöl versucht. Nun lese ich hier, dass es auch nicht gesund sein soll. Geschmacklich wäre es für mich kein Verlust, denn ich mag es nicht so gerne (ranzig oder einfach nur etwas stärkerer Eigengeschmack?). Nun habe ich das Problem, dass ich keine anderen Pflanzenöle kenne, welche ich für höhere Temperaturen zum Braten verwenden kann. Es sollte keinen Eigengeschmack besitzen wie Kokosoel (mag mein Mann nicht) oder Olivenöl, welches ich geschmacklich nur zu mediterranen Gerichten mag. Butter und Schmalz passen leider geschmacklich und zum Teil auch konsistenzmaessig nicht immer. Hast Du diesbezüglich einen guten Tipp für mich?

    LG Regina

    1. Felix

      Hallo Regina,
      ggfs ein mildes Olivenöl (häufig von Kreta) oder desodoriertes Kokosöl (also von Gerüchen befreit). Oder: Ghee (=Buterschmalz).

  3. josef

    Ein interessanter Artikel über das Rapsöl. Ich bin ein Gegner von Rapsöl und zwar deshalb, weil ich bei einem meiner Vorträge unter Krebskranken festgestellt habe, dass 90 % aller Betroffenen Rapsöl verwendeten oder verwenden.
    Bei der Rapspflanze wurde nicht mehr das Gen verändert, sondern die Chromosomen, d.h., dass Gene einfach entnommen und/oder fremde zugeführt werden. Deshalb auch die Möglichkeit der Reduzierung der Erucasäure und die Erhöhung der Omega 3 Fettsäure. Außerdem enthält industrielles Rapsöl Transfettsäuren, die nachweislich Krebserreger, aber auch die Verursacher von Diabetes und Demenz sind.
    Josef

    1. Christine

      Hallo Josef.

      Das ist aber doch ein recht unzulässiger Rückschluss, den Du da ziehst, nicht wahr? 90 % der Krebskranken aßen Rapsöl, also muss das Rapsöl schuld sein. Ich behaupte: 100 % der Krebskranken wohnten in beheizten Häusern, die sind schuld an der Krebserkrankung. (Ich überspanne absichtlich, um den Punkt deutlich zu machen).

      Grade diese Art der Rückschlüsse macht so viele Studien unbrauchbar. Wer weiß denn, was diese Erkrankten sonst noch alles zu sich genommen haben? Ob es vielleicht gar nicht die Ernährung war, sondern sie Umweltgiften ausgesetzt waren? Ob es von vermeintlich harmlosen Infektionskrankheiten in der Kindheit herrührt – wir wissen das einfach nicht.

      1. Josef

        Hallo Christine,
        ich gebe Dir recht, wenn Du von Umweltgiften sprechen würdest. Meine Aussage ist wissentschaftlich fundiert und ich kann Dir nur den Rat geben, verwende zum Kochen und Braten KEIN Öl und schon gar nicht RAPSÖL, sondern Butter, Butterschmalz oder Bio-Schweineschmalz. ÖLE immer nur kalt verwenden und diese sollten BIO und kalt gepresst sein.
        Ich kann Dir nur diesen Rat geben und DIR Gesundheit wünschen.
        Josef

        1. Christine

          Schade, Josef, Du hast offensichtlich gar nicht verstanden, was ich Dir sagen wollte.

          Aber Du musst Dir um mich keine Sorgen machen, denn trotz Deiner unzulässigen Rückschlüsse esse ich sowieso kein Rapsöl.

        2. Claudia

          Hallo Josef,
          netter Artikel. du hast das gut recherchiert. Manche Kommentare finde ich nicht grade nett….
          Ich lebe seit gut 15 Jahren in den USA.
          Dort wird Canola Oil gerne gekauft – habe ich bislang auch, da ich dachte, es sei gesuender als vegetable oil….. und dann schreiben die pure oil etc. etc.
          Zuerst konnte ich gar nicht rausfinden, was canola bedeutet, aber dank Internet weiss ich es jetzt. Rapsoel.
          Ich lasse die Finger davon –
          benutze nur noch Olivenoel, Butter, Lard (Schmalz) und seit neuestem Kokosoel. (organic)

          Frage, warum sollte man Oliven Oel nicht zum Braten verwenden?
          Ich versuche eh, alles eher zu garen (so wie Fisch ziehen lassen), nicht scharf anbraten etc. oder wir grillen (Gas). Magarine etc. werde ich auch komplett meiden.
          Claudia

  4. stefanie helm

    Einer der weiteren HAUPTGRÜNDE dafür, dass Pflanzenöle Sie umbringen, ist, dass sie hauptsächlich aus entzündungsfördernden Omega-6-Fettsäuren bestehen und nur sehr wenig entzündungshemmende Omega-3-Fettsäuren enthalten.

    Aus der wissenschaftlichen Literatur lässt sich entnehmen, dass das gesündeste Verhältnis hierbei bei 2:1 oder gar 1:1 liegt (Omega 6 zu Omega 3). Jedoch verzerren die meisten Pflanzenöle dieses Verhältnis auf 20:1 oder gar 30:1, und zwar gerade zugunsten der entzündungsfördernden Omega-6-Fettsäuren.

    Und was noch viel schlimmer ist, diese Omega-6-Fettsäuren sind nicht von jener harmlosen Art, wie sie in Nüssen vorkommen, nein, sie sind von der „mutierten“, geschädigten MegaTrans Art, welche Ihr Körpergewebe massiv schädigen.

    Dieses Omega-6-Fettsäuren-Ungleichgewicht kann also NOCH ein weiterer Grund sein, warum Pflanzenöle zu Herzerkrankungen, Krebs, Adipositas und vielen weiteren degenerativen Erkrankungen führen, die Ihr Leben erheblich verkürzen WERDEN, falls Sie nicht bereit sind, SO SCHNELL UND UMFASSEND WIE MÖGLICH auf Pflanzenöle zu verzichten.

  5. edith föls

    War bei einer Verkaufs Veranstaltung, da wurde Rapsöl mit Buttergeschmack angeboten. Der Raps sei angeblich eine Urform, die nur in Schweden wächst. Er enthält Butterenzyme, daher der Geschmack. Das Öl ist hoch erhitzbar. Hast du davon schon etwas gehört?
    Edith

    1. Felix

      Hast du davon schon etwas gehört?

      Nur das, was du hier geschrieben hast.

      eine Urform, die nur in Schweden wächst.

      Klingt nach tollem Marketing. Möglicherweise werden die Körner bei Vollmond gemahlen zwischen den Oberschenkeln einer rothaarigen Jungfrau.

  6. Rudi

    Sorry, ich muss meinen letzten Kommentar von eben präzisieren, bevor Missverständnisse entstehen: längst nicht alle getesteten Öle waren so hitzestabil, aber immerhin einige native (Begründung: “schützende Fettegleitstoffe wie Lezithine”). Mein Vater kauft “selbstverständlich” nur die am besten getesteten…

  7. Rudi

    Hallo,
    mein Vater ist so überzeugt von Rapsöl und es gelingt mir nicht ihn anderweitig zu überzeugen. Die Stiftung Warentest, auf die er schwört, hat erst 11/2009 Rapsöl als “von Natur aus ideal” bezeichnet. Das ein Öl, welches man 16 Stunden lang auf 175° erhitzen kann, ohne das “unerwünschte Abbauprodukte” entstehen (so der Artikel über die besten Öle), dann bei Körpertemperatur oxidieren soll will er nicht glauben. Ehrlich gesagt finde ich das auch schwer zu glauben.
    Wie kann ich ihn (und mich endgültig) überzeugen sein heiß geliebtes Rapsöl wegzulassen (er hat einen zu hohen Cholesterinspiegel und ein Herzbelastungstest war schon auffällig).
    Von DPA/EHA steht da natürlich nichts in dem Artikel, aber er meint dazu, er würde ja auch Fisch essen (2x die Woche) und daher genug davon bekommen.
    VG Rudi

    1. Felix

      Mach’ es dir nicht so schwer: Tu, was du für richtig hältst. Und lass deinen Vater sein eigenes Ding machen. Du musst nicht zwanghaft jeder meiner Empfehlungen folgen. Probiere es selbst aus und ziehe deine eigenen Schlüsse – das ist das beste.

  8. Alma

    Hallo Felix,
    ich bin bei meiner Recherche über “Rapsöl” auf deine Seite gestoßen. Ich habe nur den obigen Artikel gelesen und kenne deine Arbeit sonst nicht.
    Es würde mich interessieren, welches an omega-3-Fettsäuren-reiches Öl du empfehlen würdest, bei streng veganer Ernährung? Der Verzehr von Fisch, Eiern etc. ist bei dieser Lebensweise ausgeschlossen.
    Danke im Voraus.

    Grüße,
    Alma

    1. Felix

      In der Regel folgt hier die Empfehlung von Leinsamenöl, welches allerdings nur die Form ALA liefert. Die können wir nicht besonders effizient in EPA/EHA umsetzen. Es soll allerdings Algen geben, die EPA/DHA liefern. Das wäre meines Wissens nach eine pflanzliche Quelle. Du könntest also mal nach Algenöl suchen.

    1. Felix

      Korrigiere: Ein Artikel über eine nicht angegebene Untersuchung (exisitiert sie überhaupt?) behauptet, in einem sehr konkreten Vergleich einer sehr kleinen Testgruppe könnte Rapsöl im Vergleich zu Olivenöl das LDL senken. Könnte möglicherweise unter Umständen und ohne Quellenangabe. Da wäre ich skeptisch und würde vor allem gerne mehr über die übrigen Auswirkungen in dieser Untersuchung (u.a. Enzündungsmarker) erfahren.

  9. Daniela

    Hallo Felix,
    was hältst Du persönlich von Alba Öl (z.B. aus dem Strunz Shop). Es ist eine Mischung aus Raps- und Leinöl und hat nach Aufschrift auf der Flasche ein gutes Verhältnis Omega 6 : Omega 3 (1:1,25). Es wird damit geworben, dass dieses Öl früher nur in (Diät)Kliniken verwendet worden ist. Ich bin mir nach diesem Artikel nicht mehr sicher, ob die gesundheitlichen Vorteile noch überwiegen. Herzliche Grüße aus Essen, Daniela

    1. Felix

      Hallo Daniela, ich sehe keinen Grund, Albaöl zu konsumieren. Wenn ich möchte, nehme ich Rapsöl oder Leinöl zu mir. Möchte ich aber nicht. Ich bin mit Olivenöl und Avocadoöl sowie Kokosöl glücklich, auch hinsichtlich der Gesundheit. Ich wüsste nicht, wozu ich unnötig zusätzliche mehrfach ungesättigte Fettsäuren zu mir nehmen sollte.

  10. Dieter

    Hallo,ich habe mal zu dem Thema Rapsoel kaltgepresst eine Frage.
    Meine Tante hat es schlimm an den Beinen und hat so vieles versucht und ist in Ihrer verzweifelung
    auf Rapsoel zum einkremmen gekommen.Nun schwärm Schwärmt Sie davon,wie weich und elastisch die
    Haut wird.
    Ist sowas nicht evtl auch schädlich,wenn diese Stoffe über die Haut aufgenommen werden??
    Ich würde mich freuen hierzu Meinungen zu hören.
    Gruß
    Dieter

    1. Felix

      Hallo Dieter,
      wenn du da gesundheitliche Bedenken hast, würde ich als Alternative Kokosöl empfehlen. Es hat macht die Haut ebenfalls weich und elastisch und ist darüber hinaus gesundheitlich sehr hilfreich (u.a. antibakteriell, antifungal, antiinflammatorisch, antiviral).

  11. Gerlinde Schmischke

    Hallo Felix,
    ich bin heute auf diese Seite gestoßen weil ich ein paar Gramm abspecken möchte und mich nach langem suchen und belesen für das Abnehmen mit Almased entschieden habe. Hierbei rührt man sich das Pulver mit Wasser bzw.Milch an und gibt 2 TL (6g) Raps-, Walnuss- oder Sojaöl dazu. Das ganze drei mal täglich an den ersten drei Tagen. Danach wird ein Drink durch eine Mahlzeit ersetzt und so weiter…
    Ich habe mich hierfür entschieden weil hier einige gesundheitliche Aspekte beachtet werden die für mich sehr wichtig sind. Bei meinen weiteren Recherchen über das Öl stelle ich nun fest das mir das mehr schadet als nutzt. Meine Frage hierzu also, da Sojaöl in deinem Beitag nicht explizit erwähnt wird: verhält sich das mit dem Sojaöl ganz genauso und wäre es wichtig wenn man sone Diät macht darauf zu achten das man dazu kaltgepresstes Öl benutzt.
    Liebe Grüße
    Gerlinde

  12. Toni Lamprecht, Ölmühle Garting

    Hallo Felix.
    Ich bin über eine Kundin von mir auf deine Seite aufmerksam gemacht worden und habe nun voller Interesse deine Seite durchgelesen.
    Wir haben eine kleine Ölmühle und stellen kaltgepresste Öle aus verschiedensten Sorten her. Unser Ansatz ist es Öl herzustellen dass am Besten in der Region wächst, das ohne große Behandlung mit einer mechanischen Presse zu herzustellen ist. Die Temperatur ist dabei bei ca. 40°C. Danach wird das Öl abgesetzt um klar zu werden. Anschließend wird es abgefüllt. Im Absetzprozess ist das Öl in dunklen Fässern. Ich sehe es genau wie du dass jede Bearbeitungsstufe nur schlecht für das Produkt ist und manche nur deswegen zu machen um dem Verbraucher den schlechten Geschmack zu verstecken damit dieser es ißt.
    Ich möchte jetzt aber nicht sagen, dass mir nicht schon mal passiert ist, dass das Öl nicht schmeckte. Aber genau das ist der Unterschied. Es schmeckt dann eben ranzlig, und das sollte man einfach nicht mehr benutzen.
    Ich finde die anderen Aussagen von dir natürlich sehr interessant aber sehe die natürlich auch irgendwie kritisch, da es ja heißt dass wir unseren Kunden etwas “schlechtes” bieten. Das möchten wir jedoch nicht.
    Ich hoffe es ist in Ordnung wenn Ich dir deswegen ein paar Fragen stelle, die ich/wir dann dazu nutzen um evtl. unser Programm umzustellen und unsere Empfehlungen für Kunden verändern. Genau das ist das was Wir als Kleinunternehmen den Kunden bieten können. Eine persönliche Beratung. Und diese geht natürlich nur über Wissen.
    Wir stellen unter anderem auch Leinöl her und empfehlen es Leuten die Probleme mit Gelenken haben, die Probleme mit der Verdauung haben und eigentlich sogar den meisten die ein gesundheitliches Problem haben und auf der Suche nach leichten Lösungen sind.
    Die Rückmeldungen auf das Leinöl sind dabei erstaunlich. Natürlich nicht bei jedem, aber bei vielen. Ähnlich ist es im Grunde (nicht so gehäuft wie bei Leinöl) beim Rapsöl, dass Leute plötzlich kein Sodbrennen mehr haben, dass Sie sich frischer fühlen, seit die Frau beim Kochen und Backen vermehrt auf Rapsöl setzt.
    Zum Anbau möchte ich auch noch was sagen. Eine Monokultur ist natürlich ohne Ausnahmen schlecht für Boden, Mensch und die komplette Umwelt. Gerade hier in der Region könnten allerdings Ölfrüchte dazu beitragen eine Monokultur (Mais) zu verhindern. Ich selbst eigentlich nur Landwirte die eine einigermaßen vernünftige 3 gliedrige Fruchtfolge haben. Die ist oft Getreide-Mais-Getreide. Das passt, ist aber nicht ideal. Hier wären Ölfrüchte wie Raps, Lein oder Leindotter wunderbar um diese Fruchtfolge zu strecken.
    Am allerbesten für den Boden wäre sogar ein Mischfruchtanbau. Dies wird von einigen Landwirten ausprobiert um die richtigen Mischungen zu testen. Ich baue z.B. Weizen und Leindotter zusammen an. Der Weizen wächst in der Reihe und der Leindotter dazwischen drin und soll so mehr oder weniger das Unkraut unterdrücken. Das schöne daran ist dass ich hier keine Spritzmittel gegen das Unkraut brauche und auch gegen Pilzerkrankungen brauche ich nichts machen, da durch den Leindotter der Druck nicht so hoch ist.
    Dies würde sicher noch mit mehr verschiedenen Pflanzen funktionieren.
    So, genug geschrieben.
    Mich würde es freuen wenn wir offen über die Problematik pflanzliche und tierische Fette diskutieren. Falls du trotzdem Interesse an unseren Produkten würde ich dir als Dankeschön gerne unsere Speiseöle und Mehle zur Verfügung stellen um diese auszuprobieren.
    Schöne Grüße,
    Toni

  13. Niklas Amadé Endler

    Rapsöl kann man auch gut zur Herstellung von Rapsseife nutzen. Der Vorteil an ungesättigten Fettsäuren ist, dass diese zu einem beschleunigten Fettabbau führen, was auf der anderen Seite auch die schlechte Seite des ranzigwerdens beweist. Ich jedoch bin jemand, der darauf pocht, so viele ungesättigte Fettsäuren wie möglich in allen Fettprodukten nutzen zu können, daher könnte ich mir durchaus vorstellen, Rapsöl zum Braten und Backen sowie Rapsseife zum Händewaschen zu nutzen !!! 😉

    Ich habe den gesättigten Fettsäuren den Kampf angesagt, und die ungesättigten trans-Fette sind auch eine Katastrophe, denn beiudes macht schnell dick!!!

    1. Felix

      Der Vorteil an ungesättigten Fettsäuren ist, dass diese zu einem beschleunigten Fettabbau führen

      Wie soll das denn funktionieren? Hast du dafür Belege?

  14. Alex

    Was ursprünglich als Alternativ-Treibstoff “Bio-Diesel” geplant war aber wegen seiner hochgradig krebserregenden Nebenwirkungen schnell wieder in Verruf geraten ist, wird den ahnungslosen Menschen jetzt – mit ungeheuerlichen Werbeaufwand – als angeblich wertvolles (!?) Lebensmittel verkauft…Raps ist eine Giftpflanze Raps enthält den hochgradig giftigen Stoff Brommethan-Brommethan ist giftig und schädigt das zentrale Nervensystem. Es gehört zu den Kontakt- und Atemgiften….

  15. Manuel

    Hi Felix,

    da ich ja ein alter Urgeschmack-Leser bin verwende ich auch seit längerem nur noch Olivenöl, Kokosöl, Butter und Butterschmalz. In Österreich haben wir allerdings auch das leckere steirische Kürbiskernöl (nicht zum braten). Wie würdest du das bewerten, in Hinblick auf Oxidation, gesättigte bzw. ungesättigte Fettsäuren etc.?

    Vielen Dank für deine stets tollen Artikel und liebe Grüße,

    Manuel

    1. Felix

      Auf die Oxidation der Fettsäuren hat das keinen direkten Einfluss, leider ist es nicht so einfach.

  16. Renate

    Hallo Felix,
    ich hab eine Nachfrage zum Kommentar von Tony Mach, vielleicht kannst du meine Verwirrung beenden 😉
    Er schreibt, dass der erhöhte Verzehr mehrfach ungesättigter Fettsäuren die Insulinsensitivität erhöht. Soweit stimme ich zu. Nur seine Schlußfolgerung, dies mache hungrig, dick und fördere Diabetes II, kann ich gar nicht nachvollziehen. Es ist doch vielmehr so, dass die zunehmende Insulinresistenz der Zellen als Vorstufe zum Diabetes betrachtet wird. Folglich sollte eine Verbesserung der Sensitivität doch das Diabetes-Risiko vermindern ?!
    LG Renate

    1. Felix

      Hallo Renate –

      ich vermute, dass er das einfach durcheinander gebracht hat. Dein Einwand ist völlig korrekt, eine erhöhte Insulinsensitivität sollte idR nicht zur Diabetes führen. Vermutlich meint er “erhöhte Insulinresistenz”.

  17. Tony Mach

    Hi,

    ich denke das nicht das n-6/n-3 Verhältnis das Hauptproblem ist. n-6 Fette sind “problematischer” als n-3 Fette: n-6 wird zu “Series 2 Prostaglandins” verstoffwechselt werden, welche problematischer sind als die “Series 1 Prostaglandins” die aus den n-3 verstoffwechselt werden. (Siehe Punkt 7 hier:
    http://parakoch.blogspot.com/2013/03/on-nutrition-seed-oils-omega-6-and.html )
    Das heißt aber *nicht* das ein erhöhter Konsum an n-3 Fettsäuren “besser” ist als ein vergleichbarer n-6 Konsum. Ein erhöhter Konsum an n-3 Fettsäuren führt zu einer erhöhten Bildung von Series 1 Prostaglandinen, welche *auch* Entzündungsfördernd sind.

    Ich halte aber die erhöhte absolute Menge des Konsums an mehrfach ungesättigten Fetten (alle PUFAs, egal ob n-3 oder n-6) für das Hauptproblem.

    Ein Problem scheint zu sein das ein erhöhter PUFA Konsum die Insulinsensitivität erhöht, was zuerst einen hungrig und dick macht, und anschließend vermutlich zu Typ 2 Diabetes führt.
    http://high-fat-nutrition.blogspot.com/2012/11/protons-physiological-insulin-resistance.html

    Eine Studie die in diese Richtung geht:
    http://parakoch.blogspot.com/2013/04/it-is-pufa-overconsumption-not-n-6n-3.html

    Liebe Grüße

    1. Felix

      Hi Tony,
      von Hauptproblem ist in meinem Artikel auch nicht die Rede und ich stimme dir zu, dass ein erhöhter PUFA-Konsum generell problematisch ist, wie ich das in der Vergangenheit auch schon oft geschrieben habe. Es ist gut, dass sich das weiter herumspricht und ich bin gespannt, ob es irgendwann im Mainstream ankommt und wie es dann umgesetzt wird.

  18. Roman

    Hallo Felix,

    Was ist deine Meinung zum Leinöl? Es wird ja hoch gepriesen aufgrund der großen Menge an mehrfach ungesättigten Fettsäuren. Ist es eine brauchbare Alternative für Vegetarier oder Veganer, oder wenn man generell zu viele Omega 6 Fettsäuren zu sich nimmt?

    lg,
    Roman

    1. Felix

      Ist das gleiche Problem wie bei allen mehrfach ungesättigten Fetten: Es wird schnell ranzig. Und pflanzliches Omega-3 ist vom Menschen nur zu einem Bruchteil effektiv verwertbar (Umwandlung in EPA nur zu 5%). Und es enthält auch Omega-6 Fettsäuren, ist also zum Ausgleich des Verhältnisses nur bedingt geeignet.

  19. Ted Stryker

    ein paar Anmerkungen da wir das Thema in einem anderen Forum mal tiefer diskutiert haben:
    Laut USDA-Datenbank liegt der durchschnittliche Transfettgehalt von raffiniertem Rapsöl bei ca. 0,4%.
    Der wesentliche antioxidative und gesundheitsrelevante Begleitstoff in kaltgepresstem Rapsöl ist Vinylsyringol (ca. 600 mg/l). Die Tatsache das der Name nicht ähnliche positiv-gesundheitliche Assoziationen wie Oleuropein hervorruft, liegt daran, dass dieser Stoff bisher nur wenig erforscht wurde und es bisher noch keinen “Hype” um ihn gegeben hat (und er daher auch nicht als NEM erhältlich ist). Das wird sich aber bestimmt noch ändern, denn er besitzt, wie eine Doktorarbeit aus dem Jahr 2005 zeigt, äusserst vielversprechende antioxidative und antinflammatorische Eigenschaften
    der ganze Thrread ist hier zu finden: http://aging-und-praevention.de/verschiedenes-f21/rapsoel-und-andere-%C3%96le-mit-hochungesaettigten-fs-t6498.html

  20. Max

    Hallo Felix

    ersteinmal bedanke ich mich hiermit bei diesem Kommentar stellvertretend für alle anderen Videos,podcasts und Artikel die ich still-stalkend verfolgte!
    Danke für dein verbreitetes Wissen und deine mitgeteilten Erfahrungen.
    Ich bin über den Suchbegrif “Paleo” auf deine Seite gestoßen, nachdem ich in einem Artikel über cross-fit gelesen habe, dass sich viele der Athleten danach ernähren.
    Seitdem bin ich dabei Schritt für Schritt meine Ernährung umzustellen, bewusster zu einzukaufen und experimentierfreudiger zu kochen-ohne dabei zum Ernährungsfachisten zu werden 😉
    Auch deine anderen Seiten habe ich mittlerweile besucht und es ist motivierend zu sehen, was du so alles reißt!

    Respekt auch für dein im wahrsten Sinne des Wortes “Soloalbum”
    (gestern hab ich übrigens den Blumenkohl-Hack genossen und das Ganze im Anschluss bei der aktuellen Folge von “Game of thrones” verdaut, da folgte Genuss auf Genuss)

    So, jetzt ein paar Fragen:
    1. Empfiehlt es sich Öle wie zum Beispiel Walnussöl wirklich kühl-sprich-im Kühlschrank zu lagern?
    2.Ich habe gelesen, dass zuviel tierisches Eiweiß schädlich für die Nieren sein soll (Loox Ausgabe 03/2013)
    – und ich esse derzeit reichlich Rührei 🙂
    3.Was hälst Du von “Chufli Basic” einem Erdmandelfrühstückbrei aus dem Hause “Govinda” als regelmäßigem Frühstück?
    – Es ist glutenfrei und ohne Zuckerzusatz, allerdings auch nicht ganz billig.

    Vielen dank schonmal im Vorraus und entschuldige bitte wenn ich mir hätte eine der Fragen,bei noch ausführlicherer Recherche deiner Seite, selbst beantworten können.

    Gewollt sonnige Grüße

    Max

    1. Felix

      Hi Max – vielen Dank für die netten Worte.

      Zu 1) Ja! Licht, Wärme und Sauerstoff sind die drei Hauptgründe für Oxidation. Im Kühlschrank ist es kalt und dunkel und solange die Flahsc everschlossen ist, sind mehrfach ungesättigte Fette dort am besten aufgehoben.
      Zu 2) Ja, das kann man hin und wieder lesen. Leider begründet das kaum jemand und somit fällt für mich die weitere Diskussion flach. Es kommt sicherlich auf die genaue Herkunft an. Dass “tierisches Eiweiß” aus Massentierhaltung nicht besonders gesund sein kann, leuchtet mir ein. Insofern sollte man da schon differenzieren, dann aber eben trotzdem auch weiter untersuchen und nachweisen.
      Zu 3) Scheint ganz ok zu sein, zumindest bezüglich der Zutaten. Ich würd’s mir selbst zusammenmischen.

      Viele Grüße – die Sonne nehme ich gerne…

  21. Christoph

    Hallo Felix!

    Hier hat sich ein kleiner Fehler im ersten Satz eingeschlichen mit den ungesättigten Fetten glaub ich. Wollte ich nur mal schnell mitteilen.

    LG Christoph

Kommentare geschlossen.

Vielen Dank für Ihren Kommentar. Aufgrund deren Vielzahl kann ich leider nicht immer auf jeden einzelnen reagieren. Zugunsten der Mitleser und der Diskussionskultur lösche ich Kommentare ohne Themenbezug und Kontext. Einige Kommentare muss ich manuell freischalten. Dies geschieht in der Regel binnen 48 Stunden, in Ausnahmefällen binnen zwei Wochen.