Weide oder Wiese: Herausforderung Grünland (Video)

Bestes Fleisch vom Weidetier braucht zuerst eines: Eine Weide. Oder eine Wiese? Mit Dirk Brockhaus spreche ich über die Herausforderungen, vor denen Landwirte bei unterschiedlichen Formen der Grünlandnutzung stehen.

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5 Kommentare zu “Weide oder Wiese: Herausforderung Grünland (Video)

  1. Harald Müller

    Interessant. Mir fehlt allerdings die Info, dass in vielen Regionen die Weidehaltung noch nie eine Rolle spielte – und auch nie spielen wird.

    Schauen Sie z.B. mal nach Franken: Dank der Erbteilung waren dort einstmals die Flächen so klein und verstreut, dass es in der “guten alten Zeit” arbeitswirtschaftlich einfacher war, das Gras für die 1 bis 3 Kühe pro Hof mit der Sense zu mähen und in den Stall zu transportieren.
    Außerdem herrschte von jeher eine wesentlich größere Flächenknappheit als z.B. in Norddeutschland, so dass kein Bauer auf die Idee kam, Aufwuchs von den Rindern platt trampeln zu lassen (das Problem wird ja im Video erwähnt).

    Zur Zeit der Flurbereinigungen wurden zwar die Feldstücke größer, aber bei der Neuzuteilung spielte Weidehaltung (also eine möglichst hohe Arrondierung der Flächen) schon aus oben genannten Gründen keine Rolle. Außerdem sind die Dörfer wesentlich “kompakter” als in Norddeutschland, so dass häufig 50 oder 100 Betriebe um die dorfnahen Flächen konkurrierten. Auch wenn davon heute häufig nur noch eine Handvoll Betriebe übrig sind, sind die nahe gelegenen Flächen in der Folge auch heute noch sehr rar gesät.

    Hinzu kommt, dass ein Großteil der Betriebe (gerade Nebenerwerbsbetriebe) noch alte/kleine Ställe im Ortskern betreiben, und der tägliche Weidegang durchs Dorf sicher “interessante” Reaktionen hervorrufen würde.
    Ein Neubau außerhalb des Dorfes bei den üblichen Betriebsstrukturen wäre häufig nicht wirtschaftlich, und selbst bei größeren Betrieben, die den Neubau am Ortsrand bzw. eine Aussiedlung gewagt haben, ist häufig durch die Verkehrsinfrastruktur/Verkehrsdichte eine Weidehaltung schlicht unmöglich.

    Außerdem findet man in Ortsnähe meist die fruchtbaren Ackerflächen, während Grünlandflächen weiter entfernt an recht unwegsamen Hängen oder in überschwemmungsgefährdeten Talgründen liegen. Und aufgrund des politisch gewollten Grünlandumbruchverbots würde eine Umwandlung des Ackerland in (langjähriges) Weideland eine massive finanzielle Entwertung der Flächen bedeuten, zu der kaum ein Betrieb bereit ist, bzw. schon die Bank nicht mitspielen würde, wenn der neue Stall mit dem Ackerland als Sicherheit finanziert wurde.

    Nach meiner persönlichen Einschätzung würde eine verpflichtende Weidehaltung zumindest in den mir bekannten Teilen Frankens für >95% der Milchviehbetriebe das Aus bedeuten. Da reiner Ackerbau bei den recht geringen Erträgen in den frühjahrstrockenen Gebieten Frankens kaum wirtschaftlich ist, würden vor allem die wenigen großen Biogasbetriebe die Flächen anpachten, um dann vermehrt Mais anzubauen.
    Das will aber auch keiner.^^

    1. Felix

      Hallo Harald,
      “Mir fehlt allerdings die Info, dass in vielen Regionen die Weidehaltung noch nie eine Rolle spielte”

      Das ist nicht Thema des Videos.

      ” – und auch nie spielen wird.”

      Da besteht kein Zweifel. Aber das ist bei einer so schwammigen Aussage nicht schwierig.

      “der tägliche Weidegang durchs Dorf”

      Wozu der Unfug? Die Tiere können über Nacht auf der Weide bleiben.

      “während Grünlandflächen weiter entfernt an recht unwegsamen Hängen oder in überschwemmungsgefährdeten Talgründen liegen”

      Optimal geeignet also für Weidetiere wie Schafe oder Ziegen. Oder geländegängige Rinder.

      “eine verpflichtende Weidehaltung”

      Wer fordert das?

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