Woher kommt der Heißhunger?

Jeder zweite Erwachsene in Deutschland ist übergewichtig.1 Viele dieser Menschen leiden trotz ihres Fettvorrats an häufigem oder ständigem Hunger. Das klingt paradox: Wie kann jemand mehr essen als sein Körper braucht und trotzdem noch Hunger haben?

Die Massenmedien konzentrieren sich auf zwei mögliche Erklärungen. Erstens: Die Menschen sind faule Vielfraße. Zweitens: Sie sind Opfer einer Krankheit oder der Lebensmittelindustrie. Beide Geschichten kann man zwar leser- und zuschauerwirksam verkaufen, doch sie erklären nichts und helfen niemandem.

Warum sollte ein Lebewesen sich selbst krank machen, indem es mehr isst als es benötigt?

Hunger ist ein hunderte Millionen Jahre altes Signal des Organismus, der mitteilt: Ich brauche etwas zu essen, sonst läuft hier bald nichts mehr. Hat man genug gegessen, signalisiert der Körper Sättigung. Missachtet man diesen Hinweis, riskiert man Unwohlsein, Übelkeit oder Schlimmeres.

Warum sollte das jemand freiwillig tun?

Darauf gibt es keine Antwort; niemand macht das freiwillig. Der Körper sagt: Iss mehr!, weil ihm etwas fehlt. Das kann zum Beispiel passieren, wenn man sich ausschließlich von Zucker ernährt. Damit deckt man zwar seinen Energiebedarf, aber der Mensch braucht auch Eiweiß und Fett und Vitamine. Geben wir unserem Körper diese Nährstoffe nicht, wird er sich weiter beschweren (durch Hunger oder Heißhunger), ganz gleich wie viele Kalorien wir bereits verzehrt haben. Und dann wird er übergewichtig, der Körper, und dann gehen die Schwierigkeiten erst richtig los.

Wir Menschen brauchen eine ganze Menge Nährstoffe: Verschiedene Vitamine und Mineralstoffe, einige Fettsäuren, genügend Eiweiß; und vorteilhaft sind auch Ballaststoffe und verschiedene Pflanzenstoffe, Enzyme und Öle.

Wenn nun jemand täglich viertausend Kalorien mittels Fritten mit Mayo isst, dann wird er fett und verhungert gleichzeitig. Weil ihm die Nährstoffe fehlen. Nur Fritten mit Mayo: das ist ein Extremfall, wenn auch der Realität nicht fern. Es verdeutlicht den Mechanismus: Man isst und isst und isst – und trotzdem bleibt der Hunger. Weil man nicht das Richtige isst.

Körper und Hormonsystem teilen uns mit, was sie brauchen. Aber das können sie nicht besonders gut koordinieren. Bis vor ein paar Hundert Jahren mussten sie das nämlich nicht, weil wir bis dahin mehr mit dem bloßen Überleben beschäftigt waren. Es war schwierig, zu viel Energie zu sich zu nehmen, also hat unser Organismus kein Schutzsystem dagegen entwickelt. Heute leben wir im Überfluss: Dank der Industrialisierung gibt es ein Überangebot an stark verarbeiteten Produkten wie Fertiggerichten, Süßigkeiten, Fast Food und Tütenware: Allesamt reich an Energie und arm an Nährstoffen. Wer da auf seinen Körper hört, der liegt oft falsch.2 Dazu gehören die fettarmen Diätprodukte.

Wenn man nie Salat isst, dann hat man den Salat: Lebenswichtige Nährstoffe fehlen. Solche Nährstoffe, die der Körper, unser aller komplexe Hochleistungsmaschine, für reibungslose Arbeit benötigt. Was passiert dann? Es fehlt das Öl im Getriebe der alltäglichen Vorgänge in uns. Mitochondrien, Zellwände, Stoffwechsel, Signalwege beginnen zu stolpern. Manchmal funktioniert dann auch die Verteilung von Nährstoffen schlechter, was die eigentliche Ursache noch einmal verschlimmert.

Es gibt verschiedene Gründe für Nährstoffmangel und den folgenden Dauerhunger:

  1. Eine Ernährung von viel vorverarbeiteten Nahrungsmitteln wie Fertiggerichten, Fast Food, Süßigkeiten, Tüten- und Dosensuppen und so weiter. Diese Produkte sind oft durch Zugabe von Salz, Zucker und Fett appetitlich und energiereich gestaltet.3 Zugleich sind sie arm an Nährstoffen. Lösung: Weniger davon, stattdessen mehr frisches Gemüse essen, Pilze, Salate und Obst nicht vergessen und oft abwechseln.
  2. Der Nährstoffgehalt unserer Lebensmittel sinkt messbar.4 Das gefährdet unsere Nährstoffversorgung bislang nicht. Wer jedoch nicht abwechslungsreich isst und sich auf nur wenige Gemüsesorten beschränkt, könnte es schwer haben, sich mit Mineralstoffen wie Kalzium oder Magnesium zu versorgen. Lösung: Vielseitig und abwechslungsreich essen. Besonders dunkelgrünes Blattgemüse (etwa Spinat oder Grünkohl) bietet Stoffe, die andere Gemüse weniger liefern.
  3. Schlechte Verdauung. Zufuhr ist nicht Absorption, das heißt: Nicht alles was wir essen nimmt unser Körper auch auf. Es genügt also nicht, die tägliche Einnahme der Nährstoffe sicherzustellen. Man sollte auch alles dafür tun, dass die Verdauung gut funktioniert und der Darm die kostbare Ware auch aufnimmt. Lösung: Die Darmgesundheit und Verdauungsaktivität pflegen und fördern. Das kann mit so banalen Dingen wie einem Verdauungsspaziergang anfangen und sich erstrecken über gewohnheitsmäßiges Einweichen von Getreide und Hülsenfrüchten und den Verzehr vieler fermentierter Lebensmittel.5, 6
  4. Bewegungsmangel. Wer sich nicht bewegt, trainiert seinen Körper und dessen Gefüge nicht. Das kann zu Stoffwechselstörungen führen und so die Energie- und Nährstoffversorgung beeinträchtigen oder Fehlfunktionen des Hormonsystems verursachen. Lösung: Viel bewegen. Am besten sich jeden Tag mehrmals richtig anstrengen.
  5. Psychologischer Stress. Der kann das Hormonsystem beeinträchtigen und auf diesem Wege den Stoffwechsel durcheinander bringen. Lösung: Dauerstress meiden und lernen, ihn besser zu verarbeiten. Stress entsteht überwiegend durch Erwartungshaltungen sich selbst gegenüber. Hier kann Meditation helfen.

Es gibt noch weitere Gründe für Hungergefühle trotz ausreichender oder überflüssiger Energieversorgung. Zum Beispiel Essen als Ersatzbefriedigung.

Was kann man also insgesamt gegen den falschen Hunger tun? In den Lösungsvorschlägen lesen wir zwei wesentliche wichtig Schritte: Viel Gemüse essen und viel bewegen. Das verbessert sowohl die Zufuhr als auch die tatsächliche Verarbeitung der Nährstoffe. Ist es eine Garantie für allzeit perfekte Nährstoffversorgung? Nein. Es gibt weder eine Garantie, noch Perfektion. Doch diese Schritte sind einfach und sie gehören zum Besten, was man dafür tun kann und sollte, um gesund zu leben.

Keine Lösung sind: Nahrungsergänzungsmittel. Wer meint, er könne einfach jeden Tag ein paar Tabletten und Löffel mit Nahrungsergänzungsmitteln, Vitaminen und Mineralstoffen herunterwürgen und dafür weiterhin täglich den Abfall in der Fast-Food-Schleuder herunterschlingen und Alkohol saufen, gewinnt nichts. Lebensmittel sind mehr als die Summe ihrer Teile. Wer seinen Körper, meist wissentlich, durch schlechtes Essen beschädigt, dem helfen auch die Ergänzungsmittel nicht, denn ein ständig belastetes, krankes Verdauungssystem kann sie nicht aufnehmen.

Fußnoten

  1. Statistisches Bundesamt. Jeder zweite Erwachsene in Deutschland hat Übergewicht. Pressemitteilung Nr. 386 vom 05.11.2014.
  2. Die Körperintelligenz ist im Zeitalter manipulierter Lebensmittel fehleranfällig. Mehr dazu: Olschewski, Felix (2015) Lecker ist gesund. Urgeschmack.
  3. Siehe auch: Olschewski, Felix (2014) Wie die Lebensmittelindustrie uns manipuliert: Salz, Zucker und Fett (Video). Urgeschmack.
  4. Siehe auch: Olschewski, Felix (2016) Warum sinkt der Nährstoffgehalt unserer Lebensmittel? Urgeschmack.
  5. Siehe auch: Olschewski, Felix (2017) Getreide und Hülsenfrüchte optimal einweichen. Urgeschmack.
  6. Siehe auch: Olschewski, Felix (2013) Wie macht man Sauerkraut? Wie funktioniert Fermentation? (Video) Urgeschmack.
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29 Kommentare zu “Woher kommt der Heißhunger?

  1. Sandra

    Hallo Felix

    Dieser Artikel ist so toll! Herzlichen Dank dafür und für Deine Inspiration immer und die vielen Tipps.

    Ich habe leider auch manchmal “Fress-Atacken” und dann habe ich mich überhaupt nicht unter Kontrolle und esse ganz viel. Und zwar sind es dann zwar “gesunde Sachen” wie z. B. Nüsse, vegane Riegel usw. aber die haben ja auch viele Kalorien und man darf es dort auch nicht übertreiben oder?! Auch ich frage mich dann wieso und woher kommt das? Es gibt Phasen da achte ich strickt auf eine gesunde Ernährung, treibe viel Sport und koche viel selbst. Ich verzichte sogar (wie Du im Bericht schreibst), auf Gluten (Mehl), Zucker, Milchprodukte und sogar auf Fleisch und Eier, da ich beides nicht gerne mag. Also nicht wegen ethischen Themen etc. sondern weil ich es einfach nicht gerne mag und sehr gut darauf verzichten kann. Sprich ich ernähre mich “fast vegan” und esse hauptsächlich und sehr viel Gemüse und Früchte. Ich bin ein grosser Fan von frisch gepressten Säften. Aber wenn ich auf Besuch bin oder in einem Restaurant dann gibt’s auch mal etwas das mit Milchprodukten oder Eiern zubereitet ist, dass ist dann auch nicht schlimm für mich.
    Dann gibt es aber auch Phasen wo ich alles Mögliche wieder esse und mich in meiner Haut auch nicht wohl fühle. Gerade wenn man sich mal “schlecht fühlt” greift man schnell mal zu etwas “ungesundem”. Dabei wäre es genau dann wichtig sich gesund zu ernähren um Energie zu bekommen… Disziplin ist sehr wichtig und eine gute Organisation und Zeit. Es ist eine Kombination aus gesunder Ernährung, genug Erholung und Schlaf, genügend Bewegung und?!. Aber manchmal weiss man zwar was das Beste für einen ist und man sollte nun besser ein bisschen Sport machen aber der innere Schweinehund lässt sich nicht überwinden und man bleibt einfach lieber auf dem Sofa liegen. Was macht man dann in einer solchen Situation? Wenn man zu nichts Lust hat und keine Energie, so richtig ausgelaugt und müde ist.

    Ich denke das dies auch eine “never ending Story” ist und sehr, sehr viele Menschen beschäftigen sich damit. Jeder muss für sich einen Weg finden um mit “Heisshunger” umzugehen. Einen Ersatz finden und eine andere Zufriedenheit und Befriedigung. Falls mich mal der Heisshunger im Büro packt dann greife ich zu einer Gurke. 🙂 Ist viel besser als Schokolade…

    Auch habe ich leider Mühe mit meiner Haut. Sprich ich habe im Gesicht/Kinn-Bereich sehr viele Pickel und eine unreine Haut. Ich bin 30 Jahre alt also weit weg von der Pubertät. 🙂 Ich weiss nicht ob ich mal eine Hormonanalyse durchführen sollte oder eine Säuren-Basen/ -Fast-Kur. Was könnt ihr mir empfehlen? Dies kann auch von Stress und Heisshunger-Attacken kommen und von ungesunder Ernährung habe ich mir sagen lassen. Die Haut zeigt ja von aussen wie man sich von innen ernährt und es heisst ja “man ist was man isst oder verdaut”.

    Sorry für meinen langen Text. 🙂

    Liebe Grüsse und besten Dank
    Sandra

    1. Felix

      Hallo Sandra,
      eine vegane oder fast-vegane Ernährung ist für viele Menschen eine Herausforderung. Gerade dann kann es zu Mangelerscheinungen kommen, die sich dann durch solche Heißhungerattacken äußern. Bestimmte Nährstoffe lassen sich durch eine rein pflanzliche Kost nicht ohne Weiteres bekommen (es ist nicht unmöglich, jedoch auch nicht trivial).

      “Was macht man dann in einer solchen Situation? Wenn man zu nichts Lust hat und keine Energie, so richtig ausgelaugt und müde ist.”

      Kämpfen. Das ist der ewige Kampf, den wir alle kämpfen. Der Kampf gegen die Trägheit, gegen sich selbst. Es ist der Kampf beim Krafttraining, noch eine Wiederholung mehr zu machen. Es ist der Kampf beim Spazieren, noch einem grimmigen Gesicht mehr entgegenzulächeln. Diesen Kampf gegen sich selbst muss man nicht immer gewinnen. Aber man sollte ihn immer kämpfen.

      Pickel: Die Säuren-Basen-Fastkur würde ich mir sparen und stattdessen noch einmal auf die Ernährung schauen oder die Hormonanalyse versuchen. Meiner Erfahrung mit vielen Lesern nach hat es fast immer mit der Ernährung zu tun oder mit Stress.

      Und: Keine Entschuldigungen für lange Texte. Ich danke dir für die formulierten Gedanken und Mühe bei Rechtschreibung und Interpunktion.

  2. Sascha

    Leider bringst du für deinen zweiten Satz im Artikel keine Quelle: “Viele dieser Menschen leiden trotz ihres Fettvorrats an häufigem oder ständigem Hunger.”

    Ist das denn so?
    Imho sind es wohl eher andere Gründe, die uns Menschen dazu verleiten, ständig zu essen: Langeweile, Geschmack, Stress, Befriedigung, Appetit etc.
    Nicht zu vergessen unser evolutionärer Körper, der uns eben auch heute noch sagt: Wenn du ein Lebensmittel findest, dass essbar ist (und schmeckt) dann greif zu. Wer weiß, wann du wieder etwas bekommst.

    Hinzukommt, dass unser Essen heute oft aus leicht zu verwertenden Kohlenhydraten besteht, was den Blutzuckerspiegel häufig stark abfallen lässt. In der Folge fühlt man sich schlapp und meint, nun dringend etwas zu essen zu benötigen. Das ist dann aber kein Hunger.

    Wirklichen Hunger kennen doch bestimmt viele Menschen bei uns gar nicht mehr bzw. wird es gar nicht mehr zugelassen, dass sich dieser einstellen darf. Man denke nur an das angeblich ach so wichtige Frühstück. Der Körper im permanenten Verdauungsmodus.

    Man kann im Übrigen sein Hungergefühl auch “trainieren”. Aushalten, Mahlzeiten etwas verschieben, sich mit Hobbys ablenken etc. zeigen uns dann sehr gut, dass Hunger kein Alarmsignal dafür ist, unbedingt sofort Kalorien nachzuliefern. Und ich stimme daher auch nicht mit dir überein, wenn du schreibst dass Hunger mitteilen würde: “Ich brauche etwas zu essen, sonst läuft hier bald nichts mehr.” Das mag für den Hunger gelten, den man verspürt, wenn man tage- oder wochenlang nichts gegessen hat, aber doch nicht für das “Hungergefühl” am Nachmittag.

    Entsteht Hunger durch Nährstoffmangel? Sicherlich kann das ein Grund sein. Aber selbst bei uns ernähren sich nicht alle (bzw. wohl die wenigsten) nur von Fritten mit Majo (und im Gegensatz zu dir sehe ich das Beispiel auch nicht nah an der Realität).
    Auch wenn jeder zweite Erwachsene in D übergewichtig ist, haben viele davon bestimmt keinen Nährstoffmangel. Es ist auch fraglich, ob der Mensch denn wirklich so Unmengen an Nährstoffen benötigt (und damit einhergehend Unmengen an Gemüse).
    Hungerzeiten, “Schrumpelgemüse” und generell eine geringere Auswahl an Nahrung in der Vergangenheit wird unseren Körper eventuell daran angepasst haben, mit verhältnismäßig wenig Nährstoffen auszukommen.
    Natürlich ist Gemüse besser als Tiefkühlpizza, aber das Hauptproblem liegt imho schlicht an der Masse verfügbaren Essens. Hunger ist ein natürliches Gefühl und Hungern ist nicht per se schlecht (Studien deuten ja sogar darauf hin, dass Hungern gesund ist). Es gehört zum Menschen ganz natürlich dazu, nur dass wir heute eben sofort diesem Gefühl nachgeben.

    1. Felix

      Moin Sascha,
      “Leider bringst du für deinen zweiten Satz im Artikel keine Quelle: ‘Viele dieser Menschen leiden trotz ihres Fettvorrats an häufigem oder ständigem Hunger.'”

      Wenn da keine separate Quellenangabe steht, folgt logisch: Die Quelle bin ich. Ich sehe da nichts strittiges. Fass die Information mal zusammen: Menschen können Hunger haben, obwohl ihr Körper viel Fett gespeichert hat. Das kann ich praktisch täglich beobachten. Ich ziehe da keine kausale Verbindung – anders als du offenbar. Und dass Langeweile, Geschmack, Stress, Befriedigung, Appetit auch Ursachen für Hunger sein können, schrieb ich bereits. Im Übrigen handelt dieser Artikel nicht von Hunger im Allgemeinen, sondern von Heißhunger. Deswegen auch die ausdrückliche Überschrift.

  3. Schöne, Jenny

    Hallo Felix, ich habe heute Deine Seite entdeckt und war erst positiv überrascht. Ich schreibe gerade eine Hausarbeit und suchte etwas über gesunde Ernährung. Was mir persönlich an Deiner Seite nicht gefällt ist, dass Du manchmal doch sehr abwertend sprichst (schreibst). Zum Beispiel: “Mineralstoffen herunterwürgen und dafür weiterhin täglich den Abfall in der Fast-Food-Schleuder herunterschlingen und Alkohol saufen…” Mir haben im Winter solche “chemischen” Mineralstoffe geholfen die 4. starke Grippe zu überwinden. Ich bin sonst auch kein Freund von Tabletten und chemischen Dingen, doch es ging wirklich nicht anders.
    Vielleicht ist es eine Anregung für Dich. Liebe Grüße Jenny
    P.s. Der Beitrag muss nicht veröffentlicht werden, es war nur ein Hinweis für Dich.

    1. Felix

      Hallo Jenny, offenbar interpretierst du dort eine Abwertung hinein, wo keine steht. Ich habe Nahrungsergänzungsmittel nicht grundsätzlich verurteilt und schreibe auch an anderer Stelle, sie können in Ausnahmefällen sinnvoll sein.
      Wenn du meinst, sie hätten dir geholfen, sehe da keinen Konflikt. Aber hast du die Mineralstoffe heruntergewürgt, weiterhin den Abfall der Fast-Food-Schleuder verschlungen und Alkohol gesoffen? Und wenn ja, hat das gegen das beschriebene Problem geholfen? Nur dann sähe ich Änderungsbedarf.

  4. Max

    Hey Felix,

    Mir gehen zwei Dinge seit Ewigkeiten nicht aus dem Kopf, deine Meinung dazu würde mich sehr interessieren:

    1. Jedes Lebewesen auf diesem Planeten weiss instinktiv, was für sich die richtige Ernährung ist. Ausnahmslos jede Art hat von Natur aus die physischen Voraussetzungen zur Nahrungsbeschaffung und ist aus evolutionärer Sicht physisch gemäß seiner Ernährung angepasst: Raubtiere sind schnell, stark, können sich anschleichen, haben perfekte Augen, Giraffen haben lange Hälse um an die Blätter von Bäumen zu kommen..und so weiter… Es macht keinen Sinn, dass das bei uns Menschen anders sein sollte, wir stammen alle aus der gleichen Suppe. Denken wir uns mal Waffen, Käfige, Züchtung etc. weg, bin ich als Mensch nicht in der Lage, ein freilaufendes Rind mit bloßen Händen zu erlegen, den Kampf würde ich bitter verlieren. Ich bin nicht in der Lage kilometerweit ins offene Meer zu schwimmen und Fische zu fangen, die bis zu 100 km/h schnell schwimmen können. Ich habe einfach von Natur aus nicht die physischen Voraussetzungen dafür. Folglich kann doch Rindfleisch, Schweinefleisch, Fisch usw. vom Logischen her nicht die von der Natur für mich vorgesehene richtige Ernährung sein? Hingegen kann ich mit meinen Händen und meiner Statur perfekt Früchte, Nüsse und Blattgrün pflücken, kann kleine Insekten vom Boden und Bäumen einfangen. Unsere nächsten Verwandten, Schimpansen (99,5% genetische Übereinstimmung, fast identische Statur), ernähren sich genau so…Blätter, Nüsse, Früchte, Insekten.

    2. Nirgendwo in der Natur erhitzt ein Lebewesen seine Nahrung. Wie kann Gekochtes für uns richtig und gesund sein?

    Mich würde deine Meinung dazu sehr interessieren, eben weil ich dich sehr schätze. Also bitte nicht als Kritik ansehen, ich ernähre mich seit Langem nach Paleo bzw. AIP.

    Danke und beste Grüße
    Max

    1. Felix

      Hallo Max,
      erst einmal verstehe ich nicht diese panische Angst, jemandem oder etwas eine Kritik zu schreiben . Was ist so schlimm an einer Kritik?

      Zu deiner ersten Frage:
      Du stellst da mehrere Thesen auf, die nicht belegt sind. Zuerst implizierst du, jedes Lebewesen könne sich instinktiv gut ernähren. Das geht in Richtung “The Wisdom of the Body” – und das ist ein mangelhaftes Konzept. Experimente mit Ratten zeigen: Sie können nicht einfach von selbst das Richtige bzw. Essenzielle essen. Sie bevorzugen schmackhaftes über nahrhaftes Futter. (Siehe auch Rozin, Paul (1969) Adaptive Food Sampling Patterns in Vitamin Deficient Rats. Journal of Comparative and Physiological Psychology, Vol 69(1), Sep 1969, 126-132.)
      Dann implizierst du, die Natur ginge nach dem Prinzip der Logik vor. Dafür sehe ich kaum Belege in der freien Natur. Es gibt zum Beispiel in Giraffen einen Nerv, der beginnt beim Hirn, führt den gesamten Hals entlang in den Körper, einmal um das Herz herum und dann wieder zurück durch den Hals und endet irgendwo recht weit oben, wo er erst seinen Zweck erfüllt. Ist das logisch? Nein. Es ist ein Überbleibsel aus der Zeit, als Giraffen noch nicht exisitierten, als es kaum Hälse gab: Den Nerv gibt’s sogar im Fisch. Aber in der Evolution kann man nicht einfach die gesamte Verdrahtung erneuern, da muss man sich mit Mutationen behelfen. Und so wuchs der Nerv auf eine “unlogische” Länge. (Frag’ mich nicht, welcher Nerv das ist – das habe ich vergessen).
      Du implizierst, nur genau die Nahrung sei korrekt für ein Lebewesen, welche es natürlich erjagen kann. Woher nimmst du diese Sicherheit? Warum sollte das so sein? Auch behauptest du, die Lebewesen wären physisch gemäß ihrer Ernährung angepasst. Aber ist es nicht vielmehr so: Die Evolution wirft durch Mutation ein neues Modell ins Rennen und das muss dann zusehen, wie es überlebt? So stellt sich mir der Sachverhalt dar. Jedes Lebewesen muss mit den Mitteln überleben, die es hat. Und wir Menschen haben nunmal den opponierbaren Daumen und das große Gehirn und damit können wir Werkzeuge basteln und jagen.
      Und damit kommen wir zu diener zweiten Frage:
      Zweitens:
      Mit unseren Mitteln können wir Feuer machen und so die Energieverfügbarkeit wesentlich erhöhen. Und deine Angabe ist auch hier falsch: Natürlich gibt es in der Natur ein Lebewesen, das seine Nahrung erhitzt: Uns, den Menschen. Wir sind ein Teil der Natur. Nicht ihr Feind, nicht ihr Herrscher, nicht ihr Untergebener.
      Noch etwas zum Erhitzen: Rohe Nahrung muss man erheblich länger kauen als gekochte bzw verarbeitete Nahrung. Schimpansen verbringen ca. 6 Stunden täglich nur mit Kauen und Verdauen(Siehe auch R.W. Wrangham (1977). Feeding behavior of chimpanzees in Gombe National Park Tanzania. In T.H. Clutton-Brock (Ed.) Primate Ecology pp. 504-538. London: Academic Press.). Für den frühen Menschen bzw. dessen Vorfahren war daher das Kochen ein entscheidender Durchbruch in der Evolution sozial, ökonomisch und intellektuell – durch bessere, einfachere und schnellere Energieversorgung.
      Mit anderen Worten: Das Feuer, das wir da vor wahrscheinlich rund 1,8 Millionen Jahren entdeckt haben, das ist ein Teil unserer Evolution zum heutigen Homo sapiens (und war damals lt. Wrangham wahrscheinlich der Ursprung des Homo erectus).

      So. Und weil du es abschließend erwähnst: All das hat für mich rein gar nichts mit der Paleo-Ernährung oder AIP zu tun, die Ernährungsform ist mir ausgesprochen egal.

      1. Max

        Hallo Felix,

        Danke für deine schnelle und ausführliche Rückmeldung. In sich sind deine Aussagen durchweg absolut nachvollziehbar und schlüssig, ich weiss schon, warum ich mich an dich gewandt habe. Ich kann dir das alles auch nicht mit Studien oder Ähnlichem belegen. Wenn ich in die Natur schaue, sehe ich, dass alles einfach funktioniert. Die Natur produziert kein Problem, für das es keine Lösung gibt, alles ist aufeinander abgestimmt. Diese ganzen Zivilisationskrankheiten gibt es im Tierreich nirgendwo, folglich versuche ich auf der Suche nach der richtigen Ernährung das zu adaptieren, was bei allen Lebewesen seit Millionen von Jahren funktioniert. Aber ich gebe dir Recht, ich habe das etwas aus der falschen Richtung betrachtet.

        Generell ist nichts Schlimmes an Kritik, nur wird Kritik heutzutage meist vom Gegenüber als was Schlechtes aufgenommen, so dass man sich automatisch versucht zu rechtfertigen.

        Alles Gute!
        Max

        1. Felix

          Max, es ist nicht falsch, bei der Ernährung nachzuhaken. Allerdings ist das Wie mindestens so wichtig wie das Was. Wie essen wir denn heute? Oftmals hastig, allein, unachtsam. Und dann nimm das Wort selbst: Zivilisationskrankheiten. Was macht denn die Zivilisation aus? Jedenfalls nicht nur die Ernährung. Zivilisierte Menschen sitzen viel; bewegen sich wenig; belasten sich psychisch; isolieren sich sozial; leben in künstlichem Licht; nutzen sogenannte Hygieneprodukte; tragen Klamotten aus Plastik – da kommt einiges zusammen, was Krankheiten verursachen kann.
          Beobachte dagegen eine Katze: Die macht kaum etwas anderes als vor 100 oder 1000 Jahren. Schlafen, fressen, schlafen, putzen, schlafen, jagen, ausruhen, schlafen, dösen, pennen, schlafen, gähnen…

    2. Moritz

      @Max:

      Die Schimpansen essen auch Fleisch und jagen es natürlich auch. In Gruppen und regelmäßig. Kann man googlen oder man schaut sich einfach mal ein paar Dokus an. Generell würde ich mich aber nicht auf Schimpansen beschränken sondern auf Primaten allgemein sowie auch Naturvölker und Urkulturen.

      Der Mensch ist in seiner Entwicklung intelligenter geworden und hat Zähne, Krallen, Muskulatur letztlich durch Werkzeug und Feuer ersetzt. Unsere Physiologie hat sich dem natürlich entsprechend angepasst, weil wir dadurch viel Energie gespart haben und es uns möglich war durch Landwirtschaft ein sichereres Leben zu gestalten.

      Lebensmittel verlieren durch erhitzen zwar Nährstoffe, wiederum werden andere Nährstoffe dadurch aber auch erst zugänglich, weil zb. Antinährstoffe abgebaut werden. Viele Stoffe welche heute als Antinährstoffe gelten, haben aber meist auch eine positive Funktion. Sowas kommt nur komischerweise immer erst später heraus.

      Meiner Meinung nach spielt aber die Mikrobiologie eine viel wichtigere Komponente bei der Gesundheit als die Biochemie. Damit meine ich die Darmflora. Die Darmflora ist sehr individuell von Mensch zu Mensch und kann sich an die eigene Ernährung anpassen. Da gehört auch Fleisch oder Getreide dazu.

      Für mich bedeutet gesunde Ernährung alle natürlichen Lebensmittelgruppen in meine Ernährung einzubauen und dabei auf die Qualität sowie auch auf eine hohe Vilefalt der Sorten zu achten. Also mich in meiner Wahl nicht zu oft zu wiederholen. Allein diese Viefalt sorgt dann zb. schon dafür, dass man nicht zuviel von einer Sache zu sich nimmt.

      Für besonders wichtig halte ich es auch Zucker durch Xylit auszutauschen (wenn man Süßstoff unbedingt haben will), Honig und Sirups durch Yacon-Sirup auszutauschen. Beides hat vor allem den Hintergrund, dass es den Blutzuckerspiegel stabil hält.

      Weißmehle durch Eiweißmehle, Bananenmehle, Kartoffelmehle oder Vollkornmehle zu ersetzen (gibt da einfach unendlich viele Alternativen).

      Bei Ölen richte ich mich danach, Öle zu nutzen, welche man auch in ihrer natürlichen Form verdauen kann. Also Kokosöl, Olivenöl, rotes Palmöl, Ghee, Butter. Da kann man nichts falsch machen.

      Fermentierte Lebensmittel wie Sauerkraut oder Milchkefir spielt für mich auch eine wichtige Rolle. Vor allem in Kombination mit resistenter Stärke aus Kartoffeln.

      Nicht zu vergessen ist auch ein gesundes frisches Wasser. Ich empfehle dir dazu den Blog von Wasserforscher Michael Scholze: lebendiges-trinkwasser.de

      Er verkauft auch Umkehrosmosewasserfilter im mobilen Formaten zu bezahlbaren Preisen. (Stichwort Aquarius Minimus).

      Achso und solche Sachen wie Marmelade, Mus und Nutella kann man sich mit nem Handmixer auch selbst machen. Ist auch billiger.

      So, dass waren mal ein paar Gedanken und Erfahrungen von mir dazu. Vllt kannst du ja was damit anfangen.

  5. Sonja Stendera

    Die meisten Menschen kennen gar keinen richtigen Hunger mehr!
    In der Regel wird gegessen, weil es soo gut schmeckt oder zum Trost oder aus Langeweile oder weil es nun mal jetzt Zeit für das Mittagessen ist oder weil man frühstücken soll wie ein König oder weil sich nie wieder die Gelegenheit bietet. (Das merkt man immer am Einkaufswahn vor einem Sonntag, da wird alles gekauft im Falle, es gäbe eine Katastrophe und der geliebte Erdbeerjoghurt ist nicht im Kühlschrank!!!)
    Heißhunger ist auch meist ein Ausdruck davon, dass man etwas stopfen muss, eine innere Leere, die andere mit anderen Befriedigungen füllen wie Arbeit, Drogen, Sex, Spiel etc.
    Z.B. ist Schokoladenverlangen ist zumeist ein Ausdruck, dass dem Körper Chrom fehlt
    Echten Hunger kennt in der westlichen Welt so gut wie keiner mehr.

    1. Felix

      “Schokoladenverlangen ist zumeist ein Ausdruck, dass dem Körper Chrom fehlt”

      Zumeist? Hast du für diese These eine belastbare Primärquelle?

      1. Sonja Stendera

        Nein, eine direkte Quelle kann ich jetzt nicht aus dem Hut zaubern, aber habe ich mal gelernt, dass Heißhunger auf bestimmte Nahrungsmittel auf Nährstoffimbalanzen, vor allem den Mineralien und Spurenelementen, hinweist.
        Chrom ist am Glukosestoffwechsel beteiligt und bei der Blutzuckerkontrolle spielt Chrom die entscheidende Rolle. Chrom ist dafür verantwortlich, daß Insulin überhaupt an die Zellmembranrezeptoren gebunden und damit Glucose in die Zelle hineintransportiert wird. Bei einem Chrommangel aber werden die Zellen „insulinresistent“.
        Das gilt natürlich nicht nur für Schokolade, war ja nur ein Bsp., wobei Schokoladenmangel auch mit Magnesiummangel zusammenhängt.
        Im Buch von Julia Ross (The mood cure – will keine Werbung machen) wird das gut erklärt und auch viel mit Mineralien therapiert.

        1. Felix

          Hi Sonja,
          danke für die Klarstellung. Dann würde ich das entsprechend zusammenfassen, wie ich es auch im Artikel schrieb: Mikronährstoffmangel kann Heißhunger auslösen. Das ist eindeutig. Alles detailliertere klingt höchstens plausibel.

  6. Christine

    Ich persönlich habe die Erfahrung gemacht, dass eine hormonelle Schieflage enorme Auswirkungen auf das Essverhalten hat. Ich merke das, weil ich normalerweise den ganzen Tag gegen das heftige Verlangen nach Süßem kämpfen muss. Manchmal – und ich habe den Grund noch nicht gefunden – ist die Schieflage einige Wochen lang offensichtlich etwas flacher. Dann gelingt es mir ganz mühelos, an sämtlichen Süßigkeiten vorbeizugehen. Ohne, dass ich einen ständigen Kampf liefern muss.

    Früher glaubte ich, es sei Willensschwäche oder fehlende Disziplin. Inzwischen sehe ich das anders.

    1. cervelat

      Hallo Christine,
      hast du mal abgeklärt, ob es an fehlendem/unzureichendem Schlaf liegen könnte? Wenn ich nicht gut geschlafen habe, verspüre ich auch ein fast unwiderstehliches Verlangen, mich mit Süßigkeiten totzuessen… habe ich dagegen gut geschlafen, gelingt es mir leichter zu widerstehen.

      1. Christine

        Danke für den Hinweis, Cervelat.
        Ich kann keinen Zusammenhang zum Schlaf erkennen, schlafe meist um die 9 Stunden und kann dank flexibler Arbeitszeiten ohne Wecker aufstehen.

        1. cervelat

          Wenn du den Grund gefunden hast, dann teile ihn bitte unbedingt mit. Den Zusammenhang mit dem Schlaf gibt es bei mir, aber in letzter Zeit erkenne ich auch wochenweise Süßhungerschübe, gefolgt von wieder abstinenten Zeiten. Sehr interessant. Lass uns weiterforschen…

      2. Sonja Stendera

        “Nur weil man mal schlecht schläft, muß man sich ja nicht mit Zucker zustopfen.”

        Das hat niemand velangt. Die Verbindung Kohlenhydratmangel – schlechter Schlaf ist allerdings häufig und ich kenne persönlich einige Menschen, die bei aller Ernährungsdisziplin und allem Training abends 20-30g KH brauchen für einen guten Schlaf. Das geht als Polenta oder Kartoffelbrei, als Risotto oder als Banane oder wie auch immer. Hintergründe der möglichen Ursachen findest du wahrscheinlich bei Jaminet, ich habe die Unterlagen gerade nicht dabei.

  7. Philip

    Hallo Felix,
    Ich frag mich, ob man dieses Thema nicht noch etwas differenzierter betrachten muss.
    Das von Dir beschriebene “Hungergefühl” kenne ich auch, selbst bei vermeintlich gesunder Ernährung. So habe ich früher bei meinen Low Carb Phasen mit Bergen von Gemüse, etwas Fleisch, Fisch, Nüssen und Käse immer das Gefühl gehabt eigentlich nichts gegessen zu haben. Oder auch wenn ich ein paar Nüsse als Zwischenmahlzeit esse. Ich kann davon eine ganze Tüte verdrücken ohne eine wirkliche Sättigung zu verspüren, obwohl sie ja eigentlich vom Energiegehalt sehr nahrhaft sind. Interessanterweise ist das Low Carb Problem nicht einfach eine Frage der Kohlenhydrate – ein paar Kartoffeln ändern gar nichts, eine Scheibe Brot schon.
    Etwas anders sind bei mir die Süßigkeiten. Sobald ich damit anfange verliere ich die Kontrolle. Das Gefühl hat für mich wenig mit Hunger zu tun, sondern lässt sich eher mit unstillbarer Gier beschreiben und hat den Charakter einer Drogensucht. Einen Maßvollen Süßigkeitenkonsum gib es für mich nicht. Entweder ganz oder gar nicht. Der oft gehört Rat dem Verlangen mit einer klein Portion Süßzeug zu begegnen führt bei mir nicht zum Verschwinden des Verlangens sondern zu Kontrollverlust. Ich würde mir eine echte Essstörung bescheinigen 🙂
    Gruß
    Philip

    1. Dinan

      Hallo Philip, dem ersten Abschnitt von deinem Text kann ich voll zustimmen. Mir geht es genauso…

    2. Felix

      Hallo Philip,
      deswegen schrieb ich “Es gibt noch weitere Gründe für Hungergefühle trotz ausreichender oder überflüssiger Energieversorgung.” Das von dir genannte Gefühl ist auch mir wohl bekannt. Die Lösung war/ist ein mehrgängiges Menü oder wenigstens ein mehrteiliges. Zum Beispiel ein Salat gefolgt von einer Suppe. Oder eine Hackpfanne mit Gemüse und als Beilage etwas Polenta oder Risotto. Wobei am effektivesten noch immer ein Dessert scheint, das gerne die Form von “nur” Obst annehmen darf: Ein paar Erdbeeren hinterher wirken für mich wunder.
      Gerade auch deswegen glaube ich, dass es noch mehr Ursachen geben kann und dass viele auch rein psychologisch bedingt sind. Vielleicht sehnt meine Wahrnehmung sich nach den vielen Jahren in der Küche und auf Reisen mit verschiedensten Aromen und Rezepten nach immer vielzähligen und komplexeren Geschmäcken. Die Forschung gäbe mir da jedenfalls Rückendeckung: Das fiele unter sensorische Ausbildung und passiert auch in anderen Bereichen: Musik zum Beispiel.

      1. Moritz

        Ich kenne das auch. In meinem Fall hing es aber garnicht mit speziellen Lebensmitteln zusammen sondern mit der Angewohnheit nach einer warmen Mahlzeit noch einen Nachtisch zu essen bzw. sich nach dem Abendessen sich noch etwas zu gönnen. Es stellt für mich eine Art Abschlussritual dar und erst dann kann bei mir ein Sättigungsgefühl einsetzen. Sowie ich auch erst einschlafen kann, nachdem ich mir einen Film oder eine Serienfolge angeschaut habe oder ne CD gehört habe.

  8. Charlotte Hofmann

    “Wie wahr,” kann ich dem Großteil der Ausführungen nur beistimmen. Dem Satz “Missachtet man diesen Hinweis (gemeint ist das Hungergefühl), riskiert man Unwohlsein, Übelkeit oder Schlimmeres.”, widerspreche ich allerdings. Bei Übergewicht sollte man genaus das tun, und der Blutzuckerspiegel wird sich von selber regulieren und damit das Hungersignal bremsen. Dass kurzfristig Unwohlsein auftritt gehört sozusagen dazu und sollte ignoriert werden. Denn sonst landet man endgültig in der Fress-Schleife.

    1. Felix

      Charlotte, verstehe ich dich richtig, du meinst: Wenn der Körper eines Übergewichtigen Sättigung signalisiert, sollte er/sie deiner Ansicht nach trotzdem weiter essen?

      1. Charlotte Hofmann

        Keine Ahnung wie du zu der Vermutung kommst…? Hoffe es ist kein Versuch mich als blöde hinzustellen! Lies bitte deinen eigenen Satz nach. Ich meine, dass man den Hungergefühlen als jemand, der abnehmen will, nicht nachkommen soll, d.h. sondern eben sehr wohl ein gewisses Unwohlsein hinnimmt und standhaft bleibt. Das Hungergefühl gibt sich wieder von selbst. Alles andere funktioniert nicht. Wir haben es hier mit Suchtsymptomen zu tun!

        1. Felix

          Charlotte, offenbar bist du diejenige, die den Text noch einmal lesen sollte. Das von dir gewählte Zitat bezieht sich eindeutig auf Sättigung, nicht auf Hungergefühle. Das ist sprachlich unzweifelhaft.
          Dein erster Einwand beruht also auf einem Missverständnis deinerseits. Kein Grund zur Aufregung.

      2. Lukas

        Charlotte hat diesen Satz wohl nicht richtig gedaeutet. Denn dieser angesprochene Satz bezieht sich auf “signalisiert der Körper Sättigung” – also auf das “Sättigungsgefühl” und nicht auf “Hungergefühl”.
        Dann stimmt dieser Satz wieder.

        Felix, mach weiter so – deine Artikel sind eine Inspiration für mich und regen zur Refexion an.

        Grüße,
        Lukas

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