Sind Pflanzenöle ungesund?

Sind Pflanzenöle ungesund?Zu den drei wichtigsten Aspekten des Konzepts Steinzeiternährung gehört wohl der Verzicht auf pflanzliche Fette. Seit der Diffamierung sämtlicher gesättigten Fette ab Mitte des 20. Jahrhunderts galten Pflanzenöle als uneingeschränkt gesunde Alternative. Trotz leichter Kurskorrekturen gelten im Volksmund weiterhin einige Fette als empfehlenswert, die dies bei näherer Betrachtung offensichtlich nicht sind. Pflanzenöle sind tatsächlich oft eher ungesund. Aber warum?

Das Omega-Fettsäurenverhältnis

Von den Omega-Fettsäuren hat bestimmt jeder schon einmal gehört. Omega-3 gibt es und Omega-6. Und weil es sich besser verkauft, wird auch Omega-9 beworben. Doch was ist das?

Omega-Fettsäuren sind ganz bestimmte, mehrfach ungesättigte Fettsäuren. Einige davon gelten als essenziell, also lebenswichtig für den Menschen. Wirklich relevant sind darunter die Omega-3- (n-3) und Omega-6- (n-6) Fettsäuren. Diese benötigt der Körper zur Bildung bestimmter Hormone bzw. Hormonvorstufen, welche immensen Einfluss auf die Gesundheit haben: Zu viele Omega-6-Fettsäuren sind schädlich. Die meisten Pflanzenöle enthalten jedoch verhältnismäßig große Mengen n-6, darunter zum Beispiel Sonnenblumenöl, Distelöl und Maisöl.

Der Verzehr dieser Öle führt also zu einem Übergewicht von Omega-6-Fettsäuren im Körper und das schadet der Gesundheit.

Instabile (ranzige) Öle

Es gibt Fälle, in denen in Pflanzenölen ein halbwegs anständiges n-6:n-3-Verhältnis vorliegt, so zum Beispiel Rapsöl. Darin stecken nicht ganz so viele Omega-6-Fettsäuren und ihnen gegenüber stehen Omega-3-Fettsäuren, die das Verhältnis weiter ausgleichen. Diese gelten im Volksmund aktuell daher als die "guten" Fette. Allerdings bringen all diese mehrfach ungesättigten Fette ein weiteres Problem mit sich: Sie sind instabil und werden schnell ranzig. Licht, Wärme und Sauerstoff beschleunigen diesen Prozess.

Da fast alle Pflanzenöle (und besonders Rapsöl) eine starke Behandlung erfahren um überhaupt genießbar zu sein (mehr dazu weiter unten), werden sie genau diesen Einflüssen vielfach ausgesetzt. Hinzu kommt der Transport und die (oft lange) Lagerung auch im Supermarkt.

Ein Teil der erhältlichen Pflanzenfette dürfte daher schon ranzig sein, bevor die Flasche im Einkaufskorb landet. Ranziges Fett ist zunächst ein kulinarisches Problem: Es riecht meist furchtbar (wenn es nicht desodoriert wurde) und ruft dadurch Ekel hervor und es schmeckt nach allgemeinem Empfinden fürchterlich (wenn es nicht gerade durch Gewürze verborgen wird). Ekelhafter Geruch und Geschmack sind in der Regel Hinweise der Evolution, etwas nicht zu verzehren. Untersuchungen geben außerdem Hinweise darauf, dass ranziges Fett ungesund sein könnte (welcher Mensch würde das schon freiwillig ausprobieren?)

Mehrfach ungesättigte Fettsäuren können auch nach dem Verzehr im Körper noch oxidieren und haben so maßgeblichen Einfluss auf die Gesundheit.

Starke Behandlung

Die meisten Pflanzenfette durchlaufen viele Verarbeitungsschritte, um sie überhaupt genießbar zu machen. In der Regel wird das Material erhitzt, um die Extraktion zu vereinfachen. Anschließend dient (das höchst giftige) Hexan als Lösungsmittel, um das Öl zu separieren. Es folgen weitere Reinigungsschritte, eine Bleichung und eine Desodorierung (offenbar riecht das Öl sonst ungenießbar – noch ein Hinweis der Evolution?). Das Hexan wird auch wieder entfernt – wie vollständig dies passiert, darf der Konsument selbst messen. Einige dieser Fette werden auch gehärtet oder teilgehärtet, dabei können die gesundheitsgefährdenden trans-Fettsäuren entstehen.

Pflanzenöle durchlaufen also zahlreiche, massive Verarbeitungsschritte und kommen mit oftmals giftigen Chemikalien in Kontakt. Da die Öle sehr empfindlich sind (s.o.) dürfte an dieser Stelle schon ein entsprechender Schaden entstanden sein.

Anbaumethoden

Sojaöl und Rapsöl klingen ganz harmlos, weil sie aus Pflanzen gewonnen werden. Pflanzen sind natürlich und Natur ist immer gut. Oder?

Leider ist das ein Trugschluss. Denn Soja und Raps zur Ölgewinnung werden stets in Monokulturen angebaut, gerade Soja ist eine Pflanze, die den Boden stark beansprucht. Ökologisch betrachtet sind diese Anbaumethoden eine Katastrophe, sie zerstören Lebensräume für viele Tiere und tragen stark zur Bodendegradation bei.

Unsere Ökosystem leiden also stark unter der Produktion dieser Öle. Uns als Menschen betrifft das selbstverständlich in vollem Ausmaß, denn für unser Überleben sind wir auf Nahrung angewiesen. Und Nahrung bekommen wir nach wie vor nur durch die Natur.

Ausnahmen

Nicht alle Pflanzenfette sind ungesund. Es gibt einige wenige Ausnahmen: Speziell Olivenöl, Avocadoöl oder Kokosöl sind anders zusammengesetzt als die anderen, billigen Industrieöle. Oliven und Avocado enthalten vornehmlich einfach ungesättigte Fettsäuren, sind also stabiler und haben keinen Einfluss auf die n6:n-3-Problematik. Kokosfett (nicht zu verwechseln mit Palmfett) hingegen besteht fast nur aus gesättigten Fettsäuren, ist also noch stabiler. Auch ist in diesen Fällen die Gewinnung eines genießbaren Öls mit wesentlich weniger Arbeitsschritten möglich und die Anbaumethoden können ökologisch verträglicher gestaltet werden.

Auch Öle wie Rapsöl kann man durch Kaltpressung gewinnen und ohne größere Verarbeitung abfüllen. In so einem Fall gelten die Bedenken bezüglich der Verarbeitung nicht, es bleibt jedoch bei der Zusammensetzung der Fettsäuren.

Fazit: Sind Pflanzenöle ungesund?

Maisöl, Distelöl, Sonnenblumenöl, Sojaöl, Rapsöl haben das Potential, der menschlichen Gesundheit auf mehreren Wegen zu schaden. Ein Verzicht auf diese Öle scheint daher ratsam. Da es ausreichende (und wohlschmeckende) Alternativen gibt, empfiehlt sich deren Verwendung: Zum Beispiel Olivenöl, Avocadoöl, Kokosfett.

Olivenöl eignet sich, anders als weithin angenommen, durchaus zum Braten bei moderaten  bis hohen Temperaturen (allerdings verliert es dann meist seinen charakteristischen Geschmack). Wer Alternativen für besonders hohe Temperaturen sucht, wird bei Kokosfett fündig oder kann auch zu Butterschmalz greifen.

Quellen und weiterführende Informationen:

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50 Kommentare zu “Sind Pflanzenöle ungesund?

  1. Klaus

    Hallo Felix,

    kannst Du Quellen nennen, woraus ersichtlich ist, auf welchen Weg oxidierte Fettsäuren Schaden anrichten? Evtl. durch Freisetzung freier Radikale bei deren Verstoffwechselung?

    Ich betrachte Öle als Nahrungsmittel, die in den Mitochondrien zu verbrennen sind, sofern keine bessere Verwendung gefunden wird. Unter diesem Aspekt sind ungesättigte Fettsäuren leichter verdaulich, als gesättigte Fettsäuren.

    Nachdem in heutiger Nahrung sehr viel Omega-6 Fettsäuren vorliegen, esse ich gerne das Omega-3 Leinöl zum Ausgleich.

    Ich hab bei Udo nachgelesen, dass 1 EL/25kg/Tag empfohlen werden, um Nerven und Zellwände zu regenerieren. Da ist der Fettbedarf zur Verbrennung noch nicht einbezogen.

    Ernährt man sich low carb, sind Eiweiss und Öle die Hauptenergiequellen.

    Glaubst Du die Sache mit den ungesättigten Fettsäuren ist wirklich vermeidenswert? Vor allem, wenn man Kaltpressung, Kühlung und Lichtschutz beachtet?

    Bis bald –

    Klaus.

    1. Felix

      Hallo Klaus,
      ich bin zur Zeit unterwegs und habe keinen vollen Zugriff auf meine Unterlagen, die bei mir gespeicherten Links sind offenbar leider tot. Hier trotzdem ein paar Quellen:
      http://bmb.oxfordjournals.org/content/49/3/604.abstract
      http://www.biomedcentral.com/1471-2407/9/42/
      http://link.springer.com/article/10.1007%2FBF02873539

      Freie Radikale, in der Tat.

      Glaubst Du die Sache mit den ungesättigten Fettsäuren ist wirklich vermeidenswert? Vor allem, wenn man Kaltpressung, Kühlung und Lichtschutz beachtet?

      Vermeidenswert…interessanter Begriff. Ja. Wenn möglich. Man muss sich dafür ja kein Bein ausreißen, aber wenn man ehrlich ist, kommt man die meiste Zeit recht gut ohne aus, bzw kann man einer Menge ohne Mühe aus dem Weg gehen. Kaltpressung, Kühlung und Lichtschutz wären natürlich (sofern durch die gesamte Produktions- und Lieferkette nachvollziehbar) auch eine Herangehensweise, allerdings auch nur in Maßen: Denn das Öl kann auch nach der Einnahme noch oxidieren.

  2. Eve

    Babybrei:
    Hallo,
    ich koche täglich Babybrei aus dampfgegarten Gemüse und mische dort Weizenkeimöl unter und Butter, da ich dies in einem Breibuch gelesen habe. Jetzt bin ich total verunsichert, ist Weizenkeimöl auch schlecht für mein Baby?
    Außerdem koche ich morgens und Abends einen Reisbrei (Vollkornreis) mit Buchweizen, Obst und Mandelmuss und lese nun ich soll auf Reis sowie Getreide verzichten. Was habe ich denn für eine Alternative? Mein Baby liebt diesen Brei und isst leider nicht so viel Gemüsebrei. Außerdem ist Getreidebrei ja angeblich wichtig für die Entwicklung des Kindes? Gerade bei der Babyernährung will man natürlich alles richtig machen, weil sich ja alles noch entwickelt, haben Sie hierfür irgendwelche Tipps?

    1. Felix

      Hallo Eve,
      Jetzt bin ich total verunsichert, ist Weizenkeimöl auch schlecht für mein Baby?

      So ganz pauschal kann man das nicht sagen. Ich würde jedenfalls meinem Baby als Öl sicher nur so etwas wie ein mildes Olivenöl oder Kokosöl geben. Avocadoöl wäre auch noch eine Option.

      Außerdem koche ich morgens und Abends einen Reisbrei (Vollkornreis) mit Buchweizen, Obst und Mandelmuss und lese nun ich soll auf Reis sowie Getreide verzichten. Was habe ich denn für eine Alternative?

      Gemüsebrei…

      Mein Baby liebt diesen Brei und isst leider nicht so viel Gemüsebrei.

      …man gewöhnt sich an alles. Der Brei aus Reis, Buchweizen, Obst und Mandelmuß ist allerdings auch kein echtes Problem – vielleicht rühren Sie dort noch etwas Gemüse wie Möhren drunter.

      Außerdem ist Getreidebrei ja angeblich wichtig für die Entwicklung des Kindes?

      Auch das kann man so pauschal nicht sagen, denn es würde bedeuten, dass Kinder ohne Getreidebrei unterentwickelt wären – das ist jedoch nicht der Fall.

      Getreidebrei ist keinesfalls notwendig. Ich würde zum Gemüsebrei hin steuern.

  3. Maike Fell

    Hallo Felix,
    vielen Dank für die schnelle und beruhigende Antwort!
    Eine Frage habe ich noch:
    Meine Ölmühle bietet ein Leinöl “mit DHA” (0,25g DHA) an. Was ist davon zu halten?
    LG Maike

    1. Felix

      Hallo Maike,
      solchen Angaben stehe ich immer eher skeptisch gegenüber. Wie es zugesetzt, ist es frisch, wo kommt es her, ist das überhaupt etwas besonderes? Ne mehr solcher ‘health claims’ auf einer Packung stehen, desto abstruse ist es oft. Bestenfalls ist es einfach nur möglichst frisches, sorgfältig hergestelltes Öl.

  4. Maike Fell

    Hallo,
    bedingt durch Probleme mit Arthrose (künstliches Hüftgelenk) möchte ich meinen Umgang mit Öl und Fett in der Ernährung verändern und bin auf diese Website gestoßen und sehr angetan von den informativen und verständlichen Artikeln über Öle/Fette und gesunde Ernährung.
    Wie würden Sie meine Verwendung von Öl/Fett beurteilen?
    Zum Braten mit höheren Temperaturen verwende ich natives Kokosöl (“Virgin Cocos Oil, Bio, im Ursprungsland…hergestellt”, aus einer hiesigen Ölmühle).
    Zum Dünsten, Braten mit mäßigeren Temperaturen nehme ich je nach Gericht Butterschmalz oder Olivenöl.
    Mit Salaten habe ich ein Problem. Ich verbrauche hierfür relativ viel Öl. Olivenöl geht nur bei Tomatensalat oder ähnlich mediterranen Salaten, da mir ansonsten der Geschmack zu speziell ist. Rapsöl mag ich aus dem gleichen Grund gar nicht am Salat. Darum verwende ich für die meisten Salate Walnussöl und jeweils 1 Esslöffel Leinöl, in der Hoffnung, dass genügend DHA / EPH aus ALA umgewandelt wird und der Anteil der Arachidonsäure durch die Omega-3-Säure genügend kleingehalten wird. Ideal ist das wohl nicht? Aber ich finde kein Salatöl, das sowohl meinem Geschmack als auch meiner Gesundheit besser entgegenkommt.
    Ich esse im übrigen sehr viel Gemüse, wenig Fleisch und ( zu ) wenig Fisch .

  5. Simon Ferndriger

    Ich liebe Kokosfett mittlerweile. Habe bis jetzt allerdings leider nur 2 Varianten entdeckt: entweder extrem teuer im Reformhaus (aber wirklich sehr lecker, und man sieht auch noch die Struktur). Oder dann nur ganz günstig im Supermarkt (sieht homogenisiert aus, schmeckt nicht mehr so stark nach Kokos).

    Also die Geschmacksfrage ist schnell geklärt. Weisst du zufällig, wie es gesundheitlich aussieht? Gibt es nennenswerte Nachteile beim Supermarkt-Kokosfett?

    1. Felix

      Ich kann dir keine pauschale Angabe zu “Supermarkt-Kokosfett” machen, solange du kein konkretes Produkt nennst.

      Ich empfehle, Kokosöl zu verwenden (das wird unter ~20-25% fest – also zu Fett -, wird jedoch meist trotzdem Öl genannt). Unter 18-20EUR/Liter kommt man da kaum weg, gute Ware hat ihren Preis.

      Palmin etc. kann ich nicht empfehlen, das ist mir zu stark verarbeitet.

      1. Christine

        <>

        Du meinst vermutlich:
        unter 20–25 °C wird es fest

        (Nur um Verwirrung zu vermeiden)

  6. Marianne

    Welche Auswirkungen wären bei Einnahme eines EL Leinöl / Tag / Erwachsener zu erwarten?
    Das Öl wurde bisher nur in kleinen Gebinden gekauft bei einer Ölmühle, die Ihre Fläschen
    mit einem Herstellungsdatum versehen und am gleichen Tag noch versenden. Wird bei
    uns im Kühlschrank aufbewahrt und ist nach einer Woche leer. (Wie lange das Rapunzel-Leinöl
    im Bio-Supermarkt liegt weiss keiner und daher haben wir davon Abstand genommen)
    Bin ob Ihres Artikels jetzt etwas verunsichert: Also ist bei weiterer kontinuierlicher Einnahme
    mit Gesundheitsschäden zu rechnen? Falls ja, welche wäre das?

    Vielen Dank für Ihre Mühe,
    Marianne

    1. Felix

      Hallo Marianne,

      Welche Auswirkungen wären bei Einnahme eines EL Leinöl / Tag / Erwachsener zu erwarten?
      Das Öl wurde bisher nur in kleinen Gebinden gekauft bei einer Ölmühle, die Ihre Fläschen mit einem Herstellungsdatum versehen und am gleichen Tag noch versenden.

      das lässt sich ganz schwer qualifizieren, da es stark auf den Kontext ankommt. Was wurde sonst noch gegessen? Wie sieht der übrige Lebensstil aus, wie viel Bewegung etc.?

      Bin ob Ihres Artikels jetzt etwas verunsichert: Also ist bei weiterer kontinuierlicher Einnahme mit Gesundheitsschäden zu rechnen? Falls ja, welche wäre das?

      (Unnötige) Gesundheitsschäden sind nicht auszuschließen, aber auch nicht garantiert. Möglich sind alle folgen, wie sie durch einen zu hohen Omega-6-Konsum eintreten (u.a. Entzündungen) sowie die Oxidation mehrfach ungesättigter Fettsäuren. Daher würde ich vom weiteren Konsum schlichtweg abraten.

  7. boso

    Es wäre wirklich schön einfach , die einschlägigen Dosen mit Makrelenfilets oder anderen Heringsprodukten zu konsumieren um abends eine Portion Eiweiss und Omega3 Fettsäuren zuzuführen.Nur leider schwimmt begehrter Fisch ja nun oftmals in Sonnenblumenölen oder Schlimmerem.Ob wohl ein einfaches Küchenkrepp ausreicht , um das schändliche Öl zu entfernen? Oder ist der Fisch nun schon so “verseucht” das jegliche Mühe vergeblich ist?

    1. Felix

      Trockenlegen mit Küchenkrepp ist ein guter Anfang, aber in der Tat wenig effektiv. Besser wäre, den Fisch in Olivenöl zu kaufen. Scheint es hierzulande leider eher weniger zu geben, in Griechenland oder Portugal zum Beispiel ist das Gang und Gäbe. Sonst geht auch Fisch in Eigensaft, aber der schmeckt oft eher dürftig.

  8. Marina Riemer

    Leinöl und Hanföl bewahre ich im Gefrierschrank auf. Will ich es benutzen, reichen 30 Sekunden die warmen Hände um die Flasche, dann fließt es. Kann das gegen Oxidation erfolgreich sein?
    Außerdem liebe ich es viele Speisen mit Kürbiskernöl zu würzen. Am Tisch, also ohne es mitzukochen. Es schmeckt so wunderbar nussig. Ist das eine gute Idee? Dafür verzichte ich fast komplett auf Salz.

    1. Felix

      In kleinen Mengen sollte das ohnehin kein Problem sein. Kleine Flaschen, frisch einkaufen – das sollte gehen.

  9. Paul

    finde den Artikel super! Habe gerade noch im Rahmen einer Fortbildung mit anderen diskutiert und mir wurde dabei versichert, dass nach neusten Erkenntnissen Olivenöl ja ungesund sein. Ich sehe das natürlich etwas anders, wenn man nach Griechenland fährt, die haben einen jährlichen Olivenölbedarf von immerhin 35 Liter pro Kopf, sieht man, dass es den Leuten finanziell nicht gut geht, aber die Bevölkerung sieht allgemein sehr gesund aus. Naja ich will mich da jetzt auch nicht zu sehr drüber auslassen. Jedenfalls top Artikel – Ich war übrigends so frei auf meinem Blog einen Link zu schalten.

    beste grüße,
    Paul

  10. King of the Bongo

    hallo felix,

    kannst du fischarten aufzählen welche viele omega 3 fettsäuren enthalten? mir fällt da spontan nur lachs ein und der ist nicht gerade billig.

    1. Felix

      Generell fetter Fisch. Makrele zum Beispiel. Einfach mal nachschauen und den Fischhändler fragen, was er verfügbar hat.

      1. JOhn

        Aber bitte nur Wildlachs und dann informieren woher dieser kommt.
        Das Futter mit dem die Lachsfarmen und Pangasius etc gefüttert werden beinhalten für Mensch Tier und Umwelt richtig gefährliche Chemikalien wie DDT, PCB, usw.
        Es gibt Studien darüber nur werden die forschenden Wissenschaftler so unter Druck gesetzt das die veröffentlichung noch ein paar Jahre dauern wird….

  11. Sas

    Hey Felix,
    da habe ich also eine Packung “Pflanzliches Omega 3” (Biovital) von einer Kollegin bekommen, die hier nun rumliegt, weil ich skeptisch bin. Untertitel auf der Packung: Omega 3 aus 1000 mg Leinöl.
    Zutaten: Leinöl, vegetarische Kapselhülle (modifizierte Maisstärke, Trennmittel Glycerin, Carrageen, Farbstoff Eisenoxid, Säureregulator Natriumcarbonat), Trennmittel Siliciumdioxid, Olivenöl, natürliches Vitamin E, Thiaminnitrat.
    Nun habe ich mich ja eigentlich, im Zuge der Paleoernährung, längst von derartigen Zutatenlisten verabschiedet… hmm… Was meinst du? Ab in die Tonne oder rein in den Mund?
    Lieben Gruß

    1. Felix

      Hi Sas,
      ich würd’s wegwerfen. Nicht nur wegen der Zutatenliste, sondern auch, weil 1000mg Leinöl kaum signifikante Omega-3- Mengen enthalten – und die auch nur in der Form ALA.

  12. Tim

    Hi,
    Hab mal ne Frage zu der Schädlichkeit von ungesättigte fettsäuren bzw. mehrfach ungesättigte fettsäuren.
    Du sagst ja, dass an denen Prinzipiell erstmal nichts auszusetzten ist, sie nur sehr schnell ranzig werden.
    Verstehe ich dich richtig das die Gefahr davon ausgehst, dass durch die Verarbeitung wie du sie beim Öl beschreibst, man ranziges Fett nicht mehr als solches identifizieren kann? Weil eigentlich sollte man ja in der Lage sein ranzige Fette durch den Geruch zu bemerken.

    1. Felix

      Nein, die Gefahr ist generell die Anfälligkeit. Auch nach dem Verzehr können die Fette noch oxidieren.

      Prinzipiell könnte man ranzige Fette am Geruch erkennen, wenn…
      …man überhaupt weiß, wie so etwas riecht (der Geruch kann sehr subtil sein),
      …es nicht durch andere Zutaten überdeckt ist (u.a. in Fertigprodukten) und
      …es nicht desodoriert wurde (was oft bei Pflanzenölen der Fall ist).
      Leider mangelt es oft schon an Punkt nummer eins.

  13. ines

    Hallo,
    Wir sind gerade dabei auf eine kohlenhydratarme Ernährung umzusteigen (zumindest abends), und sind dabei auf Albaöl gestoßen da es sehr kohlenhydratearm ist….was hälst du davon? Desweiteren bin ich schon lange auf der suche nach einem brotersatz für’s Abendessen, natürlich mit möglichst wenig kohlenydraten und da das gluten ja auch nicht besonders gut wegkommt vielleicht auch glutenarm…hast du vielleicht einen tip für uns?

  14. Eric

    Hallo Felix. Das mit dem schlechten Omega-3 zu Omega-6 Verhältnis unserer Ernährung habe ich schon gehört. Deshalb habe ich mir ein “Bio Omega-3 Öl” für meinen Salat gekauft. Nach dem Lesen dieses Artikels von dir habe ich mal genauer auf das Etikett geschaut.

    Zutaten:
    – Sonnenblumenöl, teilraffiniert
    – Rapsöl, kaltgepresst
    – Leinöl, kaltgepresst

    Insgesamt 92g Fett pro 100ml bestehen aus
    – 9g gesättigte Fettsäuren
    – 37g einfach gesättigte Fettsäuren
    – 46g mehrfach ungesättigte Fettsäuren (8g Omega-3 und 38g Omega-6)

    Demnach wäre das ja eher nicht zu empfehlen, nicht wahr? Werde mal schauen, ob es von der Bio-Marke noch ein Olivenöl gibt …

    1. Felix

      Hi Eric,
      das Öl ist leider Schrott, ich würdes es wegkippen.
      Mein Tipp: Es muss nicht unbedingt “Bio” sein. Und überhaupt: Kauf’ einfach kein Omega-3-Öl. Ich empfehle, nur mit Olivenöl, Kokosfett und Butter zu arbeiten. Vielleicht mal als kleine Portion für den Geschmack ein Nussöl, Walnussöl z.B. denn generell sind alle “Omega”-Öle mehrfach ungesättigt und somit instabil, werden schnell ranzig. Olivenöl ist einfach ungesättigt und dadurch wesentlich stabiler. Avocadoöl geht auch. Als Olivenöl geht zum Beispiel “ELIÁ-Kolympari Bauernöl”, das schmeckt recht mild. 10EUR pro kg bzw pro l sollte man für ein gutes Öl schon ausgeben.

    1. Felix

      Der Unterschied liegt allein in der Temperatur: Um 25°C wird Kokosfett zu Kokosöl. Umgekehrt wird um 20°C Kokosöl zu Kokosfett. Der Temperaturbereich variiert sicherlich minimal je nach Produkt.

  15. Matilde

    wie sieht es mit Kokosfett von “Dr.Schlinks – Palmin – 100% Kokosfett” aus?

    Da steht nichts von Palmfett drauf.

    1. Felix

      Das würde ich nicht nehmen, da es weder nach Kokos riecht, noch besonderen Anbau-/Verarbeitungmethoden unterliegt. Außerdem lese ich darüber immer wieder, es sei hydriert – auch davon würde ich die Finger lassen. Zuguterletzt verhält es sich nicht so wie Kokosfett: Es wird ab 25°C nicht flüssig.

  16. Maren

    Hallo,

    OK, mal abgesehen von der schlechteren Umwandlungsrate von ALA – wenn man für den Salat Hanföl, Leindotteröl oder Walnussöl benutzt, spricht nichts dagegen, oder?

    Ich habe neulich in einem Vortrag gehört, dass man den Körper darauf “trainieren” kann, eine bessere Umwandlung von ALA in DHA zu erreichen. Ist da was dran?

    Wenn man es mit Fisch nicht schafft, was empfiehlst du? Krill-Öl Kapseln?

    1. Felix

      Gegen diese Öle spricht lediglich, dass sie mehrfach ungeättigt sind und somit instabil und sehr anfällig, zu oxidieren (also ranzig zu werden). Wenn man es mit Fisch nicht schafft, würde ich zu mehr Weidefleisch und “Weide-Eiern” greifen. Fischöl-/Krillölkapseln gehen auch. Siehe dazu auch:
      http://www.urgeschmack.de/brauchen-wir-fischol/

  17. Pingback: Sind Pflanzenöle ungesund? (Urgeschmack-Podcast #23) — Urgeschmack

  18. Frauke

    Hallo Felix,

    wie verhält es sich mit kaltgepresstem Sesamöl? Ich verwende es viel zum braten und auch für Salat.

    Liebe Grüße

    1. Felix

      Sesamoel wird aus Samen gewonnen, enthaelt viele (naturgemaess instabile) mehrfach ungesaettigte Fettsaeuren und ist daher mit Vorsicht und in geringen Mengen zu geniessen – das waere meine Empfehlung.

  19. Frauke

    Hallo Felix,

    wie verhält es sich mit kaltgepresstem Sesamöl? Ich benutze es sehr gerne, auch zum braten oder aber im Salat.
    Liebe Grüße

  20. Michael

    Danke für diesen interessanten Artikel.
    Was hältst Du denn von Leinöl – auch in Zusammenhang mit Paleo?

    Auszug aus Wikipedia:
    Unter den natürlichen Quellen der essentiellen ?-Linolensäure gehört Leinöl zu den wenigen, in denen der Anteil der Omega-3-Fettsäuren den der Omega-6-Fettsäuren übersteigt. Andere sind Leindotteröl und die Exoten Chia- und Perillaöl. Leinsamen gehören (zusammen mit Gerste, Weizen, Linsen und Erbsen) zu den fünf frühesten Agrarpflanzen des eurasischen Kulturkreises in der Jungsteinzeit. Sie ist die einzige historische Ölpflanze in unseren Breiten neben dem späteren Öl aus Hanf und Mohn. Da die Fette in Getreiden überwiegend aus Omega-6-Fettsäuren bestehen, stellt das Öl aus Leinsamen mit seinem hohen Gehalt an Omega-3-Fettsäuren eine wichtige ernährungstechnische Errungenschaft der Jungsteinzeit dar.

    1. Felix

      Das Problem ist auch hier, dass die pflanzlichen O3-Fettssaeuren nur in der ALA-Form vorligen und daher fuer den Menschen nicht so effektiv wie die “tierischen” Formen EPA und DHA sind. Man braeuchte also wieder groessere Mengen, was das Schadpotential durch PUFA (mehrfach ungesarttigte Fettsaueren) .erhoeht

      1. John

        Genau das ist der Punkt und stimmt auch mit meinen Recherchen überein… Der Körper kann nur einen Bruchteil von dem pflanzlichen Fetten EPA und DHA verwerten.

        Ich nehme alle paar Tage 3 Kapfeln auf einmal mit 400/200mg EPA/DHA pro Kapsel.

  21. Clara

    Lieber Felix,
    muss man essenzielle Fettsäuren auch jeden Tag zu sich nehmen wie die Aminos?
    LG
    Clara

    1. Felix

      Ja und nein – eben “genauso”. Der Koerper kippt nicht ploetzlich tot um, wenn man 24 Stunden keine essentiellen Naehrstoffe isst. Es ist immer ein gradueller Prozess.

  22. Steffi

    Und wie sieht´s mit Hanföl aus? Da is das Verhältnis der Omega-Säuren optimal und der Anbau ist sogar Boden-Verbessernd!
    Liebe Grüße

    1. Felix

      Das Problem ist auch hier, dass die pflanzlichen O3-Fettssaeuren nur in der ALA-Form vorligen und daher fuer den Menschen nicht so effektiv wie die “tierischen” Formen EPA und DHA sind. Man braeuchte also wieder groessere Mengen, was das Schadpotential durch PUFA (mehrfach ungesarttigte Fettsaueren) .erhoeht

Kommentare geschlossen.

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