Sind genetisch veränderte Lebensmittel ungesund?

Sidn genetisch veränderte Lebensmittel ungesund?Das Geschrei ist groß, wenn es um Gen-Lebensmittel geht. Sie seien unberechenbar und stellten eine mögliche Gefahr dar, könnten gar die Natur aus dem Gleichgewicht bringen. Die Rede ist von Gen-Kartoffeln, Gen-Mais und Gentechnik. Themen, die die Spendenkassen der Aktionisten füllen und Menschen auf die Straßen treiben. Doch der Großteil davon beruht auf Missverständnissen. Denn genetisch veränderte Lebensmittel sind etwas ganz natürliches.

Gentechnik ist natürlich?

Analysiert man die Inhalte und Reaktionen, zeichnet sich schnell ein bekanntes Bild ab: Jeder spricht von etwas anderem, die Hälfte ergibt gar keinen Sinn und die andere Hälfte stimmt nur bedingt. Schuld sind Unwissenheit, mangelnde Präzision und bewusste Panikmache zwecks Gewinnoptimierung.

Anders ist kaum zu erklären, dass Menschen in die Kamera kreischen, sie wollten ihren Kindern keine Gen-Kartoffeln auf den Teller legen. Doch was soll eine Gen-Kartoffel sein? Eine Kartoffel, die Gene enthält? Ihre eigenen womöglich? Das hoffe ich doch. Leider bedienen sich auch die Medien, sogar die als objektiv geltenden, dieses Vokabulars. Sie sprechen von Gen-Mais und Gen-Kartoffeln, als seien diese ein Problem. Aber natürlich enthalten Pflanzen Gene – so wie andere Lebewesen auf dem Planeten auch.

Gemeint ist allerdings nur das, was der Gesetzgeber als Gentechnisch Veränderte Lebensmittel definiert hat. Ein Gentechnisch Veränderter Organismus (GVO) ist laut §3 GenTG

ein Organismus, mit Ausnahme des Menschen, dessen genetisches Material in einer Weise verändert worden ist, wie sie unter natürlichen Bedingungen durch Kreuzen oder natürliche Rekombination nicht vorkommt;

Genetische Manipulation ist ein natürlicher Vorgang

Die Basis der Evolution ist genetische Veränderung. Die Natur manipuliert Gene so lange, bis das passende Ergebnis herauskommt. Und dann macht sie weiter. Einige Mutationen setzen sich durch, andere nicht. Dies passiert seit Anbeginn des Lebens vor rund 4 Milliarden Jahren auf der Erde. Wir nennen es natürliche Auslese.

Genetische Manipulation durch den Menschen findet seit Hunderten von Jahren statt. Wann immer wir zwei Pflanzen oder Tiere kreuzen, um erwünschte Charakteristika zu betonen, nehmen wir eine genetische Manipulation vor. Das ist künstliche Auslese.

Die beiden Vorgänge, natürliche und künstliche Auslese, unterscheiden sich biologisch nicht voneinander. Was ist also das Problem mit gentechnisch veränderten Organismen? Wie unterscheiden diese sich von den Produkten der Auslese?

Was ist gentechnische Veränderung?

Im Labor ist dies ein für Laien sehr komplizierter Prozess und seine detaillierte Erklärung spielt für die Abgrenzung eine untergeordnete Rolle. Im Wesentlichen können durch gentechnische Veränderung Gene völlig willkürlich transportiert werden. Daher auch der Begriff transgene Organismen. Ein Hundegen könnte so in einer Pflanze landen. Theoretisch. In der Praxis ist es eher so, dass nützliche Eigenschaften von beispielsweise Bakterien in Nutzpflanzen implementiert werden, um diese mit einem natürlichen Schutz vor Fraßfeinden oder Herbiziden zu versehen.

Letztlich zählt, dass durch gentechnische Veränderung Organismen entstehen, die es in der Natur nie hätte geben können. Man kann einen Hund nicht mit einer Kokosnuss kreuzen und ein Bakterium nicht mit einem Maiskolben.

Kritiker sehen darin besonders häufig zwei Gefahren.

Gefahren der Gentechnik

Auf der einen Seite ist unklar, wie sich gentechnisch veränderte Lebensmittel im Menschen verhalten. Es wäre möglich, dass Bestandteile dieser für den Menschen fremden Nahrung gesundheitliche Schäden anrichten können. Schäden, die sich erst nach jahrzehntelangem Konsum zeigen, sich womöglich erst im Nachwuchs manifestieren.

Besonders plausibel klingt dies, weil der Mensch sich in Co-Evolution mit der Natur und deren Auslese entwickelt hat, also auf natürliche Stoffe vorbereitet sei, jedoch nicht auf völlig fremde, unnatürliche Produkte.

Demnach fielen gentechnisch veränderte Lebensmittel allerdings in die gleiche Kategorie wie Konservierungsstoffe und andere künstliche Zusatzstoffe. Auch diese sind dem Menschen während des Großteils seiner Existenz fremd gewesen. Wer also munter veganen Analog-Käse isst oder wem die vielsilbigen Inhaltsstoffe seiner mit E-Nummern gespickten Produkte bislang egal waren, sollte demnach auch bei gentechnisch manipulierten Lebensmitteln wenig Anlass zur Aufregung sehen.

Genau dazu passt auch die Warnung vor neuen oder vermehrten Allergien durch gentechnische Manipulation von Lebensmitteln: Schon die altmodische Kreuzung zum Beispiel von Getreidesorten hat für Produkte mit stärkeren Allergenen gesorgt, gleiches gilt für die durch die Industrie in Umlauf gebrachten Zusatzstoffe wie Konservierungsmittel.

Gentechnik in freier Wildbahn

Die zweite wesentliche Kritik gilt der Auswirkung der GVO in der Natur. Wenn wir gentechnisch veränderte Pflanzen (oder Tiere) in freier Natur anbauen, verlieren wir zwangsläufig die Kontrolle. Und wir wissen nicht, was diese Organismen mittel- oder langfristig anrichten werden. Einige Kostproben aus den USA haben wir bereits bekommen: Vor 20 Jahren wurde dort eine GVO-Sojasorte für den Anbau zugelassen, die Roundup-Ready ist. Das heißt: Das Breitbandherbizid Roundup (wesentlicher Wirkstoff: Glyphosat) kann ihr nichts anhaben. Nach zwei Dekaden freigiebiger Roundup-Anwendung haben sich durch Mutation nun Unkrautsorten gebildet, die Roundup-Resistent sind. Kein bekanntes Herbizid kann sie beseitigen.

In anderen Fällen sind gentechnisch veränderte Lachse aus Aquakulturen entwischt und machen sich in der Natur breit, wo sie andere Lachse aus ihrem Lebensraum verdrängen. Denn natürlich machen Pflanzen und Tiere bei der Fortpflanzung, was sie wollen. Der Wind treibt Pflanzensamen beliebig in der Welt umher und Tiere tun das, was Tiere nun mal tun: Überleben und sich paaren.

Das mag beängstigend klingen. Kommt so das natürliche Gleichgewicht durcheinander? Die Frage setzt voraus, dass es ein solches Gleichgewicht überhaupt gibt. Das Leben auf der Erde hat sich in den vergangenen 4 Milliarden Jahren immer wieder massiv verändert. Leben scheint ohnehin Chaos zu bedeuten.

Stellen wir die Frage daher anders: Können die GVO in der Natur so viel oder noch mehr Schaden (oder Veränderung) hervorrufen, wie die vielen anderen durch Menschen verursachten Neobiota? Opossums und Katzen in Neuseeland, Waschbären in Deutschland, Kartoffeln in Europa – wenn es etwas durcheinanderzubringen gibt, haben wir das längst getan. Das eigentliche Problem ist demnach die Frage, ab wann wir einen Punkt erreichen, an dem das Leben unserer Spezies auf dem Planeten bedroht ist. Und selbstverständlich können wir uns darüber Gedanken machen, bevor Riesenspinnen, Megakrokodile und Killerkaninchen ganze Kleinstädte vernichten.

Gentechnisch veränderte Lebensmittel: In aller Munde?

Als Futtermittel für Tiere sind GVO in der EU längst uneingeschränkt erlaubt. Auf diesem Weg haben viele von uns also schon indirekten Kontakt mit GVO gehabt. Wie sich das auswirkt, wissen wir (noch) nicht.

Lebensmittel müssen entsprechend gekennzeichnet werden, doch auch dies garantiert keine absolute GVO-Freiheit. Oberflächliche Recherchen ergeben, dass rund 60-80% aller Lebensmittel in ihrer Produktion mit Gentechnik in Kontakt kommen.

Wir wissen nicht, wie sich der Anbau gentechnisch manipulierter Pflanzen langfristig auswirken wird. Zweifelsohne verändert sich etwas in der Natur. Das geschah auch durch den Import der Kartoffel aus Südamerika nach Europa.

Fazit: Gentechnik – ein großes Missverständnis

Unwissenheit führt zu Angst. Menschen fürchten, was sie nicht verstehen. Und verängstigte Menschen kann man gut kontrollieren und ihnen noch besser etwas verkaufen. Das spielt sicherlich eine Rolle bei der mangelnden Aufklärung zu diesem Thema. Wir wissen nun genauer, wovon wir sprechen:

  • Gen-Mais und Gen-Kartoffeln sind gut. Bedenklich (und unnatürlich) wäre, wenn die Pflanzen keine Gene mehr enthalten.
  • Genetische Manipulation ist ein natürlicher Vorgang. Die Natur macht das seit rund 4 Milliarden Jahren, der Mensch seit Hunderten.
  • Gentechnische Veränderung ist der komplexe Prozess im Labor mit fremden Genen (transgene Organismen). Die langfristige Wirkung dieser GVO ist unbekannt und durchaus Anlass zur Vorsicht.
  • Es gibt keine eine gentechnische Veränderung: Die Möglichkeiten sind praktisch unbegrenzt und viele dieser Wege weichen kaum von den Ergebnissen klassischer Kreuzungen ab. Es wäre fatal, das gesamte Spektrum gleich zu be- oder verurteilen.

Gentechnik bietet neben einigen Risiken auch große Chancen. Chancen so groß wie die, welche die Zucht, Manipulation und Verbreitung der Kartoffel als in Europa fremde Pflanze ermöglichte. Menschen könnten weltweit gesünder leben, müssten keinen Hunger mehr leiden, Lebensumstände könnten sich verbessern.

Indem wir eine Technologie schmähen, nur weil sie neu ist oder die breite Masse sie (noch) nicht versteht, berauben wir uns vieler Chancen, zum Beispiel einer signifikant effizienteren Nahrungsmittelproduktion. Dies könnte unserer Spezies mit großer Wahrscheinlichkeit eine ähnliche kulturelle Entwicklungsbeschleunigung verschaffen wie die durch Beginn der Landwirtschaft einsetzende Sesshaftigkeit vor rund 12.000 Jahren.

Gentechnik ist eine relativ neue Technologie, deren mögliche Folgen wir nicht unterschätzen sollten. Gesunde Vorsicht ist ihr gegenüber sicher angebracht. Es klingt absolut vernünftig, GVO in der Ernährung zu meiden, bis sie sich als wirklich harmlos erwiesen haben. Das sollte jeder so handhaben können, wie er möchte. Eine eindeutige Lebensmittelkennzeichnung ist dazu hilfreich.

Zugleich sollten wir uns nichts vormachen: Die Natur und das Leben sind sehr robust. Sie haben über 4 Milliarden Jahre überstanden. Das Leben wird weitergehen, auch wenn wir bisherige Ökosysteme verändern. Sicherlich könnte es sein, dass es ohne unsere Spezies weitergeht. Und daran könnten wir selbst Schuld sein.

Notiz am Rande: Im englischen Sprachraum existiert eine ähnliche Verwechselung: Genetically Modified Organism (GMO) ist das, was die Natur ohnehin produziert, Genetically Engineered (GE) hingegen meint in der Regel transgene Organismen aus dem Labor.

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50 Kommentare zu “Sind genetisch veränderte Lebensmittel ungesund?

Bitte seien Sie nett zueinander.
  1. K

    Hallo erstmal,

    Vielen Dank für einen der wenigen nüchternen Beiträge zu dem Thema. Was ich sehr schade finde ist, dass niemand heutzutage differenziert zwischen den verschiedenen Arten der gentechnischen Veränderung von Organismen. Obwohl alle immer von “transgenen Organismen” sprechen werden – gerade in Deutschland – fast nur cisgene Pflanzen erprobt, d.h. Pflanzen, die keine artfremden Gene erhalten haben. In dem Rahmen hat BASF vor ein paar Jahren mal versucht eine Kartoffel (Amflora, für die, die es interessiert) anzubauen, die ein inaktiviertes Gen für Amylose besaß. In Folge bildet die Kartoffel nur noch Amylopektin aus, was für verschiedene industrielle Prozesse von großem Vorteil ist. Hier gab es keine artfremden Gene, keine produzierten Gifte oder Ähnliches, nur eine veränderte Kohlenhydratzusammensetzung.

    1. Aerowen

      Ganz meine Meinung! Gerade durch die Medien ist der Begriff inzwischen so negativ belegt, dass bei den meisten Leuten in meinem Umfeld allein beim Wort “Gen” die Scheuklappen runtergehen. Ich glaube, sowas passiert auch im Unterbewusstsein. Wer dann in seinem Inneren schon eine ablehnende Vorhaltung hat, ist oftmals kaum dazu bereit, sich noch sachlich und nüchtern mit dem Thema auseinanderzusetzen.

  2. Mario Liedtke

    Hi Felix!

    So sehr ich deine Meinung oft teile und Fan dieser Seite bin, so sehr muss ich hier doch widersprechen:
    GEN-FOOD ist NICHT GUT. Ich will mich ganz kurz fassen (was mir sonst oft schwer fällt):
    Natürlich verändert die Natur Erbgut ebenfalls. Das ist die Evolution. Allerdings gibt es da dann auch die natürliche Selektion. Dies fällt bei Design-DNA fällt. Es wird in ein System eingegriffen, dessen Komplexität man überhaupt nicht versteht. Dietrich Dörner schrieb zu diesem Thema “Die Logik des Mißlingens” in der klar wird, dass selbst gutgemeinte Handlungen katastrophal enden können, wenn man eben nicht weit genug denken kann.

  3. Michael

    Hallo Felix,

    dein Beitrag zur Gentechnik ist grundsätzlich aufklärend und hilft Missverständnisse auszuräumen. Doch ist er eher großzügig pauschalisierend und blauäugig beschrieben und nicht wirklich den tatsächlichen Vorgängen gerecht werdend. Deine Beschreibung ist eindeutig eine Verharmlosung der tatsächlichen Vorgänge und Abläufe. Es sind bis dato bereits viele Erkenntnisse und Wissen (Untersuchungen, Studien, Analysen usw.) darüber bekannt wie schädlich künstlich Gentechnik veränderte Nahrungsmittel sind. Es ist ein Eingriff in die Natur der unwiderruflich nicht rückgängig machbar ist.
    Korrekt ist, dass die Natur selbst das auch tut. Doch sie tut es in Einklang mit dem Leben und nicht mit der Willkür der kranken Gedanken der Menschheit.
    Wenn alles transparent und im Sinne der Menschheit getan werden würde, dann bräuchten wir keine Verschleierungstaktiken, Gesetze die Konzerne und die Pharmazie schützen, Gesetze die aufgrund der Lobbyisten derselben Fraktionen erlassen wurden …………………………..
    Dieses Thema ist fast endlos diskutierbar. Letztendlich zählen nur die Fakten. Und wie schon so oft werden es die Jahre zeigen bis es verboten wird. Wie es schon in der Vergangenheit mit unzähligen Medikamenten passiert ist.
    Doch in diesen Jahren geht sehr viel verloren. Gesundheit, Leben, Natur.

    Menschenverstand und Eigenverantwortung soll wieder regieren und für jeden das Wichtigste sein.

    In diesem Sinn wünsche ich allen ein tolles Jahr 2015
    Michael

    1. Felix

      Hallo Michael,
      mir scheint, dass es eher dein Kommentar ist, der pauschalisiert. Du schreibst so, als wäre grundsätzlich jede Gentechnik nachweisbar schädlich und als wären die Gedanken aller Menschen krank.

      1. Michael Fischer

        Hallo Felix,
        dieses Thema ist sehr komplex, ein paar Zeilen können nicht ausreichen um punktgenaue Analysen u Vorgänge zu beschreiben. Es soll lediglich zum Nachdenken auffordern und keine wissenschaftliche Studie sein. Blindes Vertrauen gegen Eigenverantwortung ein gesundes Mass an Misstrauen einzutauschen.

    2. Tanja

      Hallo Felix,
      wie Du es beschreibst ist richtig, Mutation als Selektionsdruck über Jahre hinweg ist normal.
      Aber: In Mexico gibt es 2500 Arten von Mais seit Tausenden von Jahren. Dieser verändert sich allmählich, bedingt durch einen riesigen (!) Konzern, der genetisch manipuliert es Saatgut in USA verwendet. Der mex. Mais wird schwach.
      In Indien vertreibt der selbe Riese manipuliertes Baumwollsaatgut, mit der Begründung, die Bauern würden weniger Pestizide brauchen.
      Das Ende vom Lied: Besiedlung durch andere Parasiten, schwächliche Qualität.
      Wenn nicht “nachhaltig” an andere Generationen gedacht wird, dann aber unbedingt im Hier und Jetzt bleiben. “Social responsibility” des Konzerns lässt zu wünschen uebrig:
      Saatgut aus Filialgenerationen darf man nicht aussaen und Ernteaussfaelle fuehrten dazu, dass viele Bauern Pleite gingen und dann Selbstmord begingen. (!!!)
      Im Hinblick darauf: Artenvielfalt und Leben darf in die Mühlen von Monopolisten kommen?
      Da Genmanipulation auch Patentrecht auf Gensequenzen ist.
      Ich finde daran keinen Gefallen.
      LG Tanja

      1. Felix

        Hallo Tanja,
        Gentechnische Veränderung ist ein Thema. Monsanto ist ein anderes. Und Patente auf Gensequenzen sind wieder ein anderes.

  4. Eugene

    Hallo Felix,

    ich habe mir die ganzen Kommentare nur zum Teil durchgelesen, deshalb entschuldige ich mich, wenn mein Kommentar redudant ist.

    Die konventionlelle Kreuzung von Pflanzen passiert auf natürlicher Basis. Das heißt, es werden gleiche Pflanzenarten gekreuzt, die sich gegenseitig befruchten können. Bei der Gentechnik werden unterschiedliche Arten gekreuzt, wie z.B. Fische mit Tomaten. Hierbei wird das Fischgen in die Gene der Tomate “geschoßen”. Natürlichler Weise könnte sich ein Fisch nie mit einer Tomate kreuzen. Es ist folglich nicht richtig zu sagen, dass “natürliche” und “künstliche” Auslese das Gleiche wären. Der Versuch Fischgene in eine Tomate zu injezieren/schießen wurden genau so durchgeführt.

    Zum anderen darf ich noch anmerken, dass Monsantos BT-Mais, ein Gift produziert, um Insekten abzutöten. Im Vergleich dazu, wenn ein konventioneller Landwirt seinen Mais nach Bedarf mit BT spritzt, so kann der Konsumt dieses Gift abwaschen. Beim BT-Mais bleibt das BT-Gift in den Genen und im Mais bestehen und man isst es mit.

    Jedes Unternhemen, das dieses Produkt “Gentechnik” verkaufen will, möchte damit nur Profit generieren und keinesfalls etwas für die Menschheit oder die Natur tun. Wie immer wird das mit Hilfe der Lobbyisten durchgeboxt, egal was kommt. Dies kann ich reines Gewissens sagen, denn nicht umsonst habe ich einen abgeschloßenen Studienabschluß in diesem Bereich.
    Monsanto hat gute Lobbyasrbeit bei dem BHG-Hormon geleistet. Dies is ein Hormon, welches Kühen gespritz worden ist, um die Milchproduktion zu steigern. Hier wurden Universitäten, Experten, Journalisten getäuscht, um das Produkt auf den Markt zu bringen. Was geschah? Nun, die Milch der Kühe war voller Eiter und dieses Hormon hatte negative Auswirkungen und verfehlte ihren eigentlichen Nutzen. Das wusste Monsanto von anfang an. ich wiederhole mich gerne, dies geschah nur um Gewinne zu generieren und nicht, um der Menscheit oder den Tieren zu helfen.
    Monsanto verbietet jegliche unabhängige Studien und selbst führen sie Studien durch, die nie länger als 1-3 Monat andauern und somit als Resultat “nur” Vorteile rauskommen. Die Nachteile werden unter den Teppich gekehrt und Langzeitstudien werden ganz weggelassen, denn die Gewinne will man jetzt und nicht in 20 Jahren. teilweise dauerten einige Studien nur Tage.

    Mit gesundem Menschenverstant und einfanchen ökonomischen Kenntnissen, kann das falsche Spiel der Gentechnik durchschauen. Ich bin auf gar keinen Fall gegen Wissenschaft. Es ist nur schade, dass Ergebnisse einer Studie feststehen bevor überhaupt die Studie durchgeführt wurde.

    Ich will Dich auf gar keinen Fall angreifen und nur meine objektive und ökonomische Meinung kundgeben. Wie Du schon selbst sagst, die Natur hat Milliarden von Jahren einen geschlossenen Kreislauf geschaffen. Wenn nun aber daran gepfuscht wird, geht dieser Kreislauf kaputt.

    Viele Grüße,

    Eugene

  5. onequestionisenough

    Hoi Felix,
    ich habe den Artikel mit großem Interesse gelesen und finde ihn generell gut.
    Aber ich möchte allgemein sagen, ohne groß ausholen zu wollen, dass es nicht reicht die Auswirkungen abzuwarten. Ein ausführliches Testen fehlt. Man muss zumindest im Rahmen technischer/physikalischer Möglichkeiten zu 100% sicher sein, dass es auch so funktioniert wie gewollt. Jede kleine Änderung beeinflusst (mindestens) die Erde. Die Erde weiß sich zu helfen bzw. ihr ist es egal. Stirbt eine Spezies aus?… Schade würde man sagen, jedoch interessiert es unseren Planeten wohl wenig. Alles wird sich trotzdem nachregeln. Nun stellt sich die Frage was WIR (egoistisch, nicht wahr?..) wollen? Der Großteil will überleben, also sollte man doch alle Mittel gebrauchen um dieses Ziel gemeinsam zu ermöglichen. Mein Leitspruch daher: Vorsicht ist besser als Nachsicht….. Oder: Vorsicht alleine zählt, Nachsicht wird es im “worst case” nicht geben.
    Dieser Post dient rein als Denkanstoß (falls dazu geeignet?) und soll nicht beantwortet werden.
    Antworten an mich würden jedenfalls ins Leere gehen. Außerdem würden mich abweichende Meinungen auch gar nicht interessieren. (Ok, meinen Schluss fand ich selbst außerordentlich unnötig 😀 ).
    MfG

  6. Taner Mutlu

    Ich denke, jedes Jahr sterben oder erblinden in Asien 500000 Menschen an Vitamin A Mangel. Es gibt bereits eine Lösung, den gentechnisch veränderten goldenen Reis. Aber aus Angst vor Gentechnik ist er immer noch nicht eingeführt.
    Sowas ist für mich unverständlich!!

  7. Denker

    Ja, unabhängig davon, ob sie ungesund sind oder nicht, sollte man sich die ethische Frage stellen, ob es Sinn macht genetisch veränderte Pflanzen anzubauen. Man muss auch langfristig denken und das heißt nachhaltig; es kann ja sein, dass wir, wenn wir ein paar Jahrhunderte weiterdenken, nur noch gentechnisch veränderten Mais essen können, weil alles andere verdrängt ist.

  8. malehrlich

    Die Gentechnik zu verteufeln bringt uns nicht weiter! Man muss Objektiv schauen, welche Gentechnik wir benötigen und welche Anwendung Gefahren mit sich bringen kann. Ich finde Paschalisierungen immer etwas unglücklich

  9. Alois

    Hallo Felix, auch wenn du mich für etwas beschränkt hältst, möchte ich doch darauf hinweisen, dass das Ergebnis zählt. Das gilt nun auch für “Gentechnik”. Wenn aus einem Lebensmittel durch Manipulation eine Pflanze gemacht wird, die ein Gift produziert (zur Abwehr von Insekten), dann ist daraus eine Giftpflanze geworden, die man nicht mehr essen soll. Gemeint ist speziell eine (synthetische) Maissorte, die den Maiszünzler tötet. Es gibt auch “natürliche” genetische Varianten bei Pflanzen, wo die eine Pflanze giftig, eine nahe Verwandte ein wunderbares Gemüse ist. Wie gesagt, Gentechnik hat viele Gesichter und was zählt ist das Ergebnis. Seien es Versuche an Ratten, Beobachtungen von Bauern an ihren Nutztieren … Die andere Seite ist die billige Herstellung von Insulin und anderen Stoffen für die Medizin; was raus kommt ist wichtig. Und ich persönlich möchte keine Pflanzen essen, deren Samen “Selbstmord” begehen, also nicht mehr keimfähig sind in der nächsten Generation. Schon aus Prinzip, wer will schon “Todeskeime” essen?

  10. Anne

    Hallo Felix und an das fachlich gebildete Publikum,

    ich weiß nicht, ob es erlaubt ist, einen Link hier herein zu kopieren, bitte ggf. löschen.

    Ich schreibe hier zum ersten Mal, lese gerade auf der Koppverlag Seite einen Artikel vom 27.11.2014, dass in Kanada durch den Anbau von Genmais 37 Millionen Honigbienen gestorben sind. Ich stehe dieser Seite und den dort veröffentlichten Artikeln immer angemessen skeptisch gegenüber, doch diese Informationen möchte ich nun doch einmal zur fachmännischen Kenntnisname und Überprüfung weitergeben, da ich es selbst nicht beurteilen kann. Es mich jedoch sehr interessiert, weitere Informationen zum Thema zu bekommen, nicht zuletzt weil mein über 80jähriger Vater seit fast einem halben Leben Hobbyimker ist und Bienenthemen daher in gewisser Weise Familienthemen sind. Es wäre in meinen Augen fatal, wenn es stimmt, dass genveränderter Mais zum Bienensterben beitragen würde.

    Viele Grüße,
    Anne

    http://info.kopp-verlag.de/hintergruende/enthuellungen/ethan-a-huff/durch-den-anbau-von-genmais-sterben-in-kanada-37-millionen-honigbienen.html;jsessionid=64743A3AE5CA5AF7B91D9CAE696EE2DB

    “Durch den Anbau von Genmais sterben in Kanada 37 Millionen Honigbienen
    Ethan A. Huff

    In der kanadischen Provinz Ontario sind nach dem Anbau von gentechnisch verändertem (GV-) Mais kürzlich zig Milliarden Honigbienen eingegangen. Der Imker David Schuit aus Elmwood verlor 600 Völker mit circa 37 Millionen Bienen. Wissenschaftler führen das Bienensterben direkt auf Narcotinoid-Pestizide zurück, die das Immunsystem der Bienen angreifen und das Navigationsvermögen stören, sodass sie massenweise sterben. […]”

    1. Felix

      Hallo Anne,
      gehen wir mal davon aus, dass die Wissenschaftler sich nicht irren und die Bienen wirklich am Neonicotinoid bzw. Neonics gestorben sind. Das hat weder mit “Genmais” (es ist wohl GVO Mais gemeint) per se zu tun, noch mit GVO im Allgemeinen. Deswegen finde ich diese Art der Berichterstattung widerlich. Der Kopp-Verlag differenziert hier nicht.
      Keine Frage: Der genannte Mais erlaubt möglicherweise durch die gentechnische Manipulation erst die Verwendung des Neonivotinoids. Dennoch sind die Bienen nicht am Mais, sondern am Gift gestorben. Mit der Schlagzeile kann man natürlich viele voreingenommene Leser einfangen, aber einen echten Dienst erweist der Verlag niemandem außer, dass sie Feindbilder Pflegen und so womöglich mehr Bücher verkaufen können.

  11. Perdita

    Hallo Felix,

    im Prinzip ein guter Artikel, der leider viele Lücken hat.

    Zum einen ist es bereits erwiesen, dass die GE-Pflanzen mittlerweile mehr Probleme bereiten als gedacht. In ganz Nordamerika gibt es keinen natürlichen Raps in seiner Urform mehr, denn er wurde von dem GMO-Raps verdrängt. Schadinsekten haben sich bereits angepasst und es muss mehr gesprüht werden. Hinzu kommen die Knebelverträge von Monsanto und Co. Alles im Netz ausführlich nach zu lesen, unter anderem hier

    http://netzfrauen.org/2014/09/22/back-roots-immer-mehr-landwirte-kehren-monsanto-den-ruecken/

    GMO und GE veränderte Organismen werden uns mehr Probleme machen, als wir wollten. Ich sage nur – die Geister die ich rief – wir züchten Chimären und spielen Gott – dabei ist es erwiesen dass Permakultur und biologisch dymnamische Landwirtschaft die Menschen besser ernährt als die reduzierte Monokultur-Massenproduktion. Wo ist denn die Artenvielfalt bei Obst und Gemüse geblieben – weg weil die Produzenten lieber 5 statt 200 Apfelsorten haben wollen.

    Ich könnte hier einen Roman schreiben, was ich aber nicht machen werde. Fakt ist – NO GMO und NO GE – daran verdienen maximal 7 mutlinationale Konzerne, vernichten die orstansässigen resistenten Getreide oder Gemüsesorten und zwingen die Farmer in Knebelverträge – warum bringen sich denn jährlich 20 000 indische meist junge Baumwollfarmer um, weil sie dank Monsanto hoch verschuldet sind und keine zukunft mehr sehen – alles im Netz nachzulesen.

    Das nur mal so als Denkanstösse

    1. Felix

      Hallo Perdita,
      das ist ja alles schön und gut. “Ist im Netz nachzulesen” ist mir allerdings besonders angesichts deiner sehr konkreten und absoluten Angaben zu wenig.

      Ganz abgesehen davon sind das andere Themen, die nicht unter die Überschrift passen. Insofern sehe ich in dem Artikel keine “vielen Lücken”.

    2. Lesley

      so ist es, auch Kartoffeln und andere Gemüsesorten. Meine Schwiegereltern dürfen auf ihrer eigenen Gartenanlage nicht die Kartoffeln anbauen, die sie wollen, da nur bestimmte Sorten erlaubt sind. So weit geht es dann.

    3. Axel

      Mal ganz abgesehen von den Mikroorganismen. Die Natur ist ein symbiotischer Organismus. Und jeder Eingriff wirkt sich wellenartig langfristig auf das ganze System aus. Die Probleme des unnatürlichen Eingriffs bekommen wir immer wieder schon seit Jahrhunderten zu spüren. Dazu gehört nicht nur Gentechnik, auch der (teilweise unfreiwillige) Import von fremden Plfanzen oder Tieren die wiederum eine Reihe anderer fremder Organismen mit sich rumschleppen. Diese Problematik gehört eigentlich zum Allgemeinwissen jeder Ernährungswissenschaft. Ein bisschen weniger vor-sich-hin-geglaubte Meinung und etwas mehr “im Netz nachlesen” und fundiertes Wissen hätten dem Artikel sicher gut getan. Wobei man dafür eigentlich nichtmal fundiertes Wissen braucht. Denn das sagt einem normalerweise auch der gesunde Menschenverstand, dass das gefährlich ist.

      Sicher, es gibt potentielle Vorteile und auch “nur” mögliche Gefahren. Aber wenn man sich mit diesen möglichen Gefahren mal ernsthaft auseinandersetzt, erübrigt sich die Frage, ob es die Vorteile, die man auch anders erreichen könnte, überhaupt wert sind, dieses Risiko einzugehen. Aber bei manchen Menschen muss halt erst direkt was vor der Haustür passieren damit auch etwas in Ihnen passiert. Und indem Fall reicht eine pauschale Beurteilung schon vollkommen aus. Das ist indem Fall auch keine Angstmache. Wozu auch? Keiner hat etwas davon. Mit Angst vor Produkten lässt sich kein Geld verdienen. Diese Angst kommt aus der eigenen Intuition heraus.

  12. Susanne

    Guter Artikel, Felix, Danke!

    Vielleicht bekäme man etwas mehr Rationalität in die Diskussion, wenn man sich eher auf die Pflanzen an sich und nicht auf die Technik, mit der sie hergestellt wurde konzentriert. Der “gute”, konventionell über viele Jahrhunderte gezüchtete Mais hat schließlich mit seiner Urform wesentlich weniger gemeinsam, als mit der “bösen” gentechnisch gezüchteten Form. Ich würde eher die Frage stellen, ob Mais an sich ein gutes Grundnahrungsmitel ist oder welche Auswirkungen er auf die Fett- und Fleischqualität von damit gefütterten Haustieren hat… und ob die damit einhergehenden Unkrautvernichtungsmittel Bienen töten oder nicht (ist ja umstritten).
    Alle Lebewesen haben im Zuge der Evolution massenhaft “fremde” Genschnippsel übernommen und sich über die diversen technischen Fortschritte aufzuregen, ist zwar anscheinend auch einfach nur menschlich aber ich finde es irgendwie irrational.
    Bedenklich finde ich dann eher solche Entwicklungen wie diese Kartoffel (komme gerade nicht auf den Namen..), deren Stärkeanteil nicht mehr für den menschlichen Verzehr geeignet ist, sondern als Umwelt-, Klima- und Ressourcen-schonender nachhaltig nachwachsender Rohstoff angebaut wird – da hätte ich schon gerne gewusst, ob sich diese Eigenschaft – nicht-essbar-sein – womöglich verbreiten kann und da traue ich auch dem industriell-politischen Komplex nicht, denn die müssen ja nie für irgendwas haften…
    Ich halte es auch nicht für eine gute Idee, noch mehr “natürliche” Pflanzenschutzmittel in Getreide Pflanzen hineinzuzüchten (aber mit einem Leaky Gut esse ich das eh nicht ), es scheint ja aber der Vollkorn Fraktion nichts auszumachen und ehrlich gesagt halte ich die Forderung nach noch mehr Forschung wegen angenommener Langzeitfolgen für ein Totschlag Argument; denn erstens hätte dann niemand so neue Pflanzen wie die Mischung aus Brokkoli und Blumenkohl jemals essen dürfen oder Jostabeeren und selbst bei den Wurzelgemüsen wären wir dann über die wilde Möhre wohl nicht hinaus gekommen (hat eigentlich schon mal jemals jemand die Langzeitfolgen von Radieschen bedacht, ich meine immerhin gibt es da den Spruch über das “Radischen von unten ansehen” ?). Und zweitens gibt es auch keine Methodik für so eine Studie – Ernährungsstudien sind meist Korrelationsstudien, damit kann ich buchstäblich ALLES beweisen oder widerlegen. Und da, wo es gesicherte Fakten gibt, bei Autoimmunerkrankungen beispielsweise, hat sich nicht so eine militante und teilweise gewalttätige Bewegung entwickelt (jedenfalls habe ich noch nie von abgefackelten Kuhställen und Weizenfeldern gehört, weil dort diese gefährlichen und gesundheits-vernichtenden Stoffe, die ja in der Milch und im Getreide nun mal sind, hergestellt werden). Deshalb kann ich nur annehmen, dass bei der verbreiteten Gentechnik Angst eine Menge Interessen im Spiel sind, es aber nicht unbedingt um Aufklärung oder das “Wohl der Menschheit” geht.
    sorry – ist etwas lang geworden
    lg

  13. Michael

    Gute Grüde gegenen die grüne Gentechnik

    – Bisher ist die genaue Wirkung der Mechanismen, mitdenen bei Pflanzen und Tieren das Erbgut verändert wird,unklar

    – Immer wieder tauchen bei gentechnisch veränderten Pflanzen unerwartete Eigenschaften auf.

    – Freigesetzte gentechnisch veränderte Organismen schaden der Umwelt Bereits jetzt zeigt sich, dass der Anbau von GVOs zu Artenrückgang führt und neue resistente „Super-Unkräuter“ entstehen. Von Gen-Pflanzen produzierte
    Gifte reichern sich im Boden an.

    – Forscher haben noch nicht geklärt, wie sich der Verzehr von GVO langfristig auf die menschliche Gesundheit auswirkt Es hat keine Versuche gegeben. Somit werden alle Konsumenten zu Testpersonen gemacht.

    – Besonders bedenklich sind die Antibiotika-Resistenzen, die in viele bisher entwickelte Gen-Pflanzen eingebaut wurden. Sie können auf Bakterien
    übergehen und resistente Keime hervorbringen.

    – Sind GVO ausgebracht, lassen sie sich nicht zurückholen und breiten sich
    unkontrolliert aus
    .
    – Für die Hersteller von gentechnikfreien Lebensmitteln bedeutet der Anbau von GVOs in der Nachbarschaft erhebliche Mehrkosten für Analytik und Qualitätssicherung
    .
    – Schon bei einem geringen Ausmaß an Genpflanzen-Anbau können die
    Verbraucher nicht mehr frei wählen, was sie essen. Denn Pollenflug und
    Verunreinigungen im Saat gut erschweren einen gentechnikfreien Anbau
    gleichartiger Pflanzen ganz erheblich.

    – Keiner will für die möglichen Schäden der gentechnisch veränderten Pflanzen aufkommen, nicht die Industrie, die sie herstellt, nicht der Bauern, der sie anbaut, und auch keine Versicherung
    .
    – Gentechnisch veränderte Pflanzen können patentiert werden und bieten den Konzernen gänzlich neue Möglichkeiten der Marktbeherrschung Landwirten und
    Verbrauchern drohen neue Abhängigkeiten

    1. Jessica

      – Forscher haben noch nicht geklärt, wie sich der Verzehr von GVO langfristig auf die menschliche Gesundheit auswirkt Es hat keine Versuche gegeben. Somit werden alle Konsumenten zu Testpersonen gemacht.

      Es gab irgendwann um 2005 rum eine Studie, inwiefern und ob die DNA unserer Lebensmittel sich in das Erbgut der Konsumenten einbaut. Kurz zusammengefasst: Da die DNA während des Verdauungsprozesses von Enzymen zerhackstückelt wird (und zwar egal, ob gentechnisch verändertes Lebensmittel oder nicht), ist es auch gleich (unwahrscheinlich) dass sich DNA-Fragmente der Nahrung ins eigene Ergbut einbauen. Zudem müßten in dem riesigen Wust an DNA, den eine Zelle enthält, diese Fragmente dann auch noch an die richtigen Stellen in einem Gen einbauen. Wahrscheinlicher ist (wenn überhaupt) der Einbau in die nichtcodierenden Bereiche (“Junk-DNA”). Und wenn es dann doch in einem Gen landen sollte, würde es in der Regel nur in einem der beiden komplementären DNA-Stränge unterkommen, was auch noch lange nicht heißt, dass es auf DNA-Ebene zu einer negativen Auswirkungen kommt. Auch ein Einbau in den nichtcodierenden Bereichen, in denen Allerlei Regulationseinheiten schlummern hat wahrscheinlich eher keinen Einfluss.

      Was dem ein oder anderen möglicherweise auch nicht bewußt ist… bevor eine gentechnisch veränderte Pflanze als Lebensmittel verwendet werden darf, wird meines Wissens nach erst getestet, wie sich das Lebensmittel im Organismus (meist in der Maus) verhält… sprich, ob es toxisch ist.

    2. Lesley

      Michael, Du hast so Recht, das sehe ich auch so. Die Konzerne bieten ihre Produkte den Bauern an, sie sind danach an diese Gesellschaften gebunden, da andere Samen und Schutzmittel nicht funktionieren nach dem Anbau deren Produkte. Außerdem, gentechnisch veränderte Lebensmittel schmecken auch nicht wie ökologisch gezogene Lebensmittel.

  14. petra

    Hallo
    ja da ist mal ein schwieriges thema.
    Grundsätzlich wird die kurze bezeichnung
    ‘gen-xy’ aber eben landläufig eingesetzt für
    gentechnisch verändert. Daß dabei leider viele
    den von dir oben erwähnten Hintergrund nicht
    wissen ist teilweise sehr ärgerlich.

    Ich persönlich stand und stehe der Gentechnik
    sehr kritisch gegenüber (durchaus auch pessimistisch), da ich leider Bis jetzt nur genügend Kapital zur Forschung bei den Unternehmen sehe.

    Zusätzlich gab es vor einigen Wochen einen Beitrag über die ‘funktionsweise’ der (!) Menschlichen Gene (! Nicht technisch veränderter!).
    Vor ein paar jahren gab es ja so ein lautes gejubel, dass dadurch menschliche genom ‘entschlüsselt’ wäre. ..
    in diesen Beitrag ging es darum in wie weit
    manche Krankheiten bereits in unserem erbgut vorhanden sind.
    Kurz gesagt konnten manche gene durch die
    lebensumstände mal zum tragen kommen und mal nicht (mit Hilfe der zwillingsforschung teilweise belegbar).
    Leider weiß ich nicht mehr genau den Sender oder den Namen der Sendung, bin mir nur noch sicher daß es auf einem öffentlich rechtlichen Sender kam.

    1. Jan

      Hallo Petra. Unter Umständen ging in den Beitrag um Epigenetik. Spannendes Thema. Dabei geht es tatsächlich um das unterschiedliche “Ableseverhalten” von Genen und den daraus enstehenden, zum Teil auch verbaren Veränderung des Phänotypen (Erscheinungsform) und von Eigenschaften. Das bedeutet, die Gene selber bleiben so wie sie sind. Die Reportage hiess nicht zufällgig “Wie Nahrung unser Erbgut beeinflußt”?

  15. ensio

    Im Gegensatz zu anderen guten Artikeln auf Deiner Seite überzeugt mich die hier anklingende Euphorie bzgl. gentechnisch veränderten Organismen nicht.
    Eine genetische Veränderungen von Organismen ist ein natürlicher Vorgang. Diese zufällige Änderung vererbbarer Merkmale und natürliche Selektion sind jedoch ein sehr langsam ablaufender Prozess.
    Demgegenüber haben im Labor gentechnisch veränderte Organismen jedoch “von einem Tag auf den anderen” neue Eigenschaften. Diese veränderten Organismen treffen dann auf Lebewesen, welche an diese veränderten Organismen in keinster Weise angepasst sind (z.B. moderner Weizen im Vergleich zum Urweizen). Welche Auswirkungen hat es, wenn diese Organismen in die Umwelt entlassen werden? Eine Annahme der sogenannten Paleoernährung ist ja gerade, dass die Ursache von Zivilisationskrankheiten darin begründet liegt, dass der Mensch noch keine Zeit hatte, sich genetisch an die modernen Lebensmittel (z.B. moderner Weizen, Milchkonsum) anzupassen. Folglich ist er ggf. auch nicht an die “Erzeugnisse aus den Laboratorien” angepasst.
    Das wichtigste aber wurde bereits angesprochen: Was bedeutet es für uns Menschen und unsere Zukunft, wenn sich diese Technologie in den Händen weniger, profitorientierter und global agierender Konzerne befindet? Gutes?

    1. Felix

      Euphorie bzgl. gentechnisch veränderten Organismen

      Das muss ein Missverständnis sein. Ich sehe da keine Euphorie und fühle sie auch nicht.

      Eine Annahme der sogenannten Paleoernährung ist ja gerade, dass die Ursache von Zivilisationskrankheiten darin begründet liegt, dass der Mensch noch keine Zeit hatte, sich genetisch an die modernen Lebensmittel (z.B. moderner Weizen, Milchkonsum) anzupassen.

      Das ist eine Annahme, richtig. Aber trifft sie zu?

      Was bedeutet es für uns Menschen und unsere Zukunft, wenn sich diese Technologie in den Händen weniger, profitorientierter und global agierender Konzerne befindet?

      Wenn. Das ist nur ein mögliches Szenario von vielen. Was, wenn dieses Wissen offenliegt und Patente freigegeben werden? Das ist in der Vergangenheit passiert und es kann auch in dr Zukunft passieren.

  16. Marco

    Vor irgendwas müssen die Leute ja Angst haben. Aber hier werden zwei Sachen nicht sauber unterschieden: Die Grüne Gentechnik, die ungefährlich sein mag und der Versuch der Saatgut-Konzene, die Pflanzen zu pattentieren. Durch die Auskruezung mit Nicht-VGOs können dann andere Bauern lizenzpflichtig werden, die kein Geld für GVOs haben und es auch gar nicht haben wollten. Meines Wissens haben sich die Erwartungen, die mit GVOs verbundenen haben, bisher nirgendwo erfüllt. Goldener Reis löst vielliecht ein Problem, aber nicht alle, die mit dieser Blindheit verbunden sind. Last not least bliebe die Geschichte mit den Unkrautvertilgern a la Round up Ready und Co. Die Frage, ob GVO ungesund sind oder nicht greift also zu kurz. Tatsächlich können GVO einige Probleme lösn wie Nahrungsmittelallergien und Co. aber man sollte nicht aus den Ohren verlieren, dass damit auch verbunden Probleme sein können.

    1. Felix

      hier werden zwei Sachen nicht sauber unterschieden: Die Grüne Gentechnik, die ungefährlich sein mag und der Versuch der Saatgut-Konzene, die Pflanzen zu pattentieren.

      Da irrst du dich. Ich erwähne das Problem der Patente nicht. Daher ist hier auch nichts zu unterscheiden. Dass Grüne Gentechnik ungefährlich sei halte ich für eine sehr gewagte These.

      Die Frage, ob GVO ungesund sind oder nicht greift also zu kurz.

      Tut sie nicht. Es ist eine Frage und sie kann nicht zu kurz greifen. Der Artikel sucht Antworten darauf. Was du möchtest ist die Behandlung eines anderen Themas. Oder die ultimative Antwort auf die Frage “Ist Gentechnik gut oder böse?” – doch für religiöse Abhandlungen stehe ich nicht zur Verfügung.

  17. JK689

    Hallo Felix,

    Danke das Du Deine Sichtweise teilst und ich vieles von Dir lernen kann.

    Für mich stellt sich die Frage, ob wir durch das was wir tun glücklicher geworden sind. Ob der Fortschritt, die Zivilisation unser Leben besser gemacht haben. Was wird die innere Leere füllen? Mehr Geld, größere Häuser, mehr Zeit, mehr Technik…

    Viele Grüße,
    Jk689

    Folgendes dazu von Chief Lame Deer – Tahca Ushte (Sioux) über die Zivilisation:

    “Ich habe den Eindruck, die weißen Menschen fürchten sich so sehr vor der Welt, die sie selbst geschaffen haben, dass sie diese nicht mehr sehen, fühlen, riechen oder hören wollen. Regen und Schnee auf dem Gesicht zu spüren, von einem eisigen Wind wie erstarrt zu sein und an einem rauchenden Feuer wieder aufzutauen, aus einer heißen Schwitzhütte zu kommen und in einen kalten Fluss zu tauchen – diese Erfahrungen zeigen dir, dass du lebst. Aber ihr wollt das gar nicht mehr empfinden. Ihr wohnt in Kästen, die Sommerhitze und Winterkälte aussperren, ihr lebt in einem Körper, der seinen Geruch verloren hat, ihr hört den Lärm aus der Hi-Fi-Anlage anstatt den Klängen der Natur zu lauschen, ihr seht den Schauspielern im Fernsehen zu, die euch Erlebnisse vorgaukeln, euch, die ihr längst verlernt habt, irgendetwas selbst zu erleben. Ihr esst Speisen, die nach nichts schmecken.

    Bevor unsere weißen Brüder kamen, um zivilisierte Menschen aus uns zu machen, hatten wir keine Gefängnisse. Aus diesem Grund hatten wir auch keine Verbrecher. Ohne ein Gefängnis kann es keine Verbrecher geben. Wir hatten weder Schlösser noch Schlüssel, und deshalb gab es bei uns keine Diebe. Wenn jemand so arm war, dass er kein Pferd besaß, kein Zelt oder keine Decke, so bekam er all dies geschenkt. Wir waren viel zu unzivilisiert, um großen Wert auf persönlichen Besitz zu legen. Wir strebten Besitz nur an, um ihn weitergeben zu können. Wir kannten kein Geld, und daher wurde der Wert eines Menschen nicht nach seinem Reichtum gemessen. Wir hatten keine schriftlich niedergelegten Gesetze, keine Rechtsanwälte und keine Politiker, daher konnten wir einander nicht betrügen. Es stand wirklich schlecht um uns, bevor die Weißen kamen, und ich kann es mir nicht erklären, wie wir ohne die grundlegenden Dinge auskommen konnten, die – wie man sagt – für eine zivilisierte Gesellschaft so notwendig sind.”

    1. Christine

      Sorry, aber der zweite Abschnitt ist Quark.
      Ohne ein Gefängnis kann es keine Verbrecher geben? Schon ab der Stelle ist klar, dass das Mumpitz ist.
      Ohne Gesetz (geschrieben oder ungeschrieben) gibt es keine Verbrecher, das ist die richtige Aussage. Mord beispielsweise ist in allen Gesellschaften, egal von welcher Religion geprägt, ungesetzlich und wird auch in allen Gesellschaften bestraft. Falls drauf die Ausstoßung oder Todesstrafe steht, braucht man natürlich keine Gefängnisse.
      Ich könnte jetzt fast jede Aussage (ohne Geld kein Reichtum – pardon?) so auseinandernehmen, aber das spare ich mir.
      Grundsätzlich läuft natürlich vieles falsch, das stimmt, aber eine Aussage á la “früher war alles besser und die Welt noch heil” ist weder richtig noch irgendwie zielführend.

      1. Jan

        Liebe Christine, ich würde denken der Text von Lame Deer ist eine Metapher und keine Beweisführung.

  18. Jan

    Hallo Felix
    Prinzipiell hast du natürlich recht. Aber für mich ist am wichtigsten, dass eigentllich nur 5? Konzerne die gentechische Pflanzenwelt verändern, patentieren und vermarkten. Weitere Tendenz zur Monokultur und zur zerstörung der Biodiversität , “Verskalvung” der Landwirtschaft durch Lizenzen und Patentrechte und wer glaubt die Lösung des Welternährungsproblems ist die grüne Gentechnik, der sieht die Realitäten auf unseren Planeten nicht. Da geht es nämlich darum, wer kann es bezahlen und nicht wer hat es nötig. Deswegen ist für mich die grüne Gentechnik absolut überflüssig. Die entsprechende Industrie versucht ja auch schon geraume Zeit Tiere genetisch zu verändern und zu patentieren. Und alles nur zu unserem Wohl? Völlig unnötig, alles nur Lizenzen zum Gelddrucken für wenige und Erzeugen von Abhängigkeiten.
    Die Gentrechnik in Medizin und Industrie ist i.Ü. ein vollkommen anderes Thema.
    Viele Grüße Jan

  19. Frau Rennt

    Bei diesem Thema überschlagen sich bei mir immer wieder die Gedanken.
    Wie bereits geschrieben, ist Genmanipulation auch in der Natur vertreten. Der Mensch an sich ist jedoch auch ein Teil der Natur und somit natürlich. Daraufhin kann die künstliche Genmanipulation auch als ein natürlicher Vorgang betrachtet werden. (Die Betonung liegt auf kann)

    Ob Gen-Manipulation nur gut oder nur schlecht ist mag ich zu bezweifeln. Bisweilen pflege ich die Meinung, es kommt darauf an wie sie angewandt wird. Da der Mensch gerne nach Geld und Macht strebt habe ich die Befürchtung, dass künstliche Genmanipulation zu einem falschen Zweck verwendet wird oder verwendet werden könnte.

    Mit Sicherheit kann die Manipulation von Genen einige Dinge verändern ob positiv oder negativ steht in den Sternen. Oder liegt in der Hand der Anwender. Vorsicht ist die Mutter der Natur. Darauf hin pflege ich die Meinung, das eine grundsätzliche Verteufelung ebenso unangebracht ist wie das Loben in den Himmel.

  20. Nathalie

    Hey Felix,

    leider kann ich auf deine Kommentar nicht antworten. Daher nur kurz: “Das ist ein verbreiteter Irrtum.” Jede Spezies will überlebem und ja die Evolution ist ab und zu schonungslos. Aber meine Aussage ist deswegen kein Irrtum, sondern meist richtig und ab und zu eben nicht. Darwin war schon immer einz meiner Lieblingsthemen ;).

    Ich hoffe dich stört meine kleine Anmerkung nicht, ich denke einfach dass wir in dieser Sache eine unterschiedliche Meinung vertreten. Fortpflanzung und Fruchbarkeit haben meiner Ansicht nach einen kulturellen Hintergrund, dafür muss Frau und Mann nur einigermaßen gesund sein und im richtigen Alter, von der Ernährung hängt das eher weniger ab.

    So möchte auch nicht mehr nerven, hoffe dass du nicht wegen mir, das “Kommentieren” auf deinen Antwort deaktiviert hast.

  21. Ulixes

    Jedes Jahr sterben oder erblinden in Asien 500000 Menschen an Vitamin A Mangel. Es gibt bereits eine Lösung, den gentechnisch veränderten goldenen Reis. Aber aus Angst vor Gentechnik ist er immer noch nicht eingeführt. Sowas ist für mich unverständlich.

    1. Nathalie

      Soweit ich weiß ist dieser Reis nicht aus Angst vor Gentechnick eingeführt worden, sondern weil es Unstimmigkeiten gab mit der Regierung des jeweiligen Landes und den Patentinhabern.

      1. Susanne

        Die Patentinhaber, zwei engagierte Forscher, haben diesen goldenen Reis bewusst so designed, dass jeder Bauer sein eigenes Saatgut daraus gewinnen kann und das Saatgut (das Erste) nicht mehr kostet als konventionelles Hybridsaatgut. Skandalöserweise haben Staaten die Macht, ihren Bürgern vorzuschreiben, was sie auf ihrem Land anpflanzen dürfen und was nicht und die betroffenen Staaten gerieten zwischen die Fronten der Gentechnikgegner-NGOs einerseits, mit deren Geld regelmäßig Desinformationskampagnen finanziert werden und dort, wo das nicht fruchtete eben die Felder abgebrannt wurden (immer wieder und wieder) und der großen Konzerne andererseits, die kein Interesse daran haben, ein lizenzfreies, billiges Saatgut, vertrieben von einer sehr kleinen Firma, in Bauernhand zu sehen (da verdienen sie nämlich nichts dran). Nun esse ich persönlich zwar keine Kohlehydratbomben, finde es aber zutiefst zynisch, Menschen die nur die Wahl zwischen hungern, erblinden oder eben Reis essen haben, diesen aus ideologischen Gründen zu verbieten.

  22. Aerowen

    Sehr schöner Beitrag.

    Mit dem was du sagst, versuche auch ich schon seit einer Ewigkeit Leuten beizukommen, die sich von Schlagzeilen in der BILD verrückt machen lassen. Ich möchte hiermit nicht sagen, dass alle Kritiker so sind. Aber die meisten die ich kenne, kopieren nur irgendeine Meinung aus den Medien und springen auf den Zug auf, ohne selbst mal den Kopf einzuschalten. Der größte Teil davon kommt nicht einmal auf die Idee, sich selber schlau zu machen. Es macht mich wahnsinnig! Es wird auch scheinbar mehr das Schlechte als das Gute gesehen. Dass man mithilfe der Gentechnik den Hunger in der Welt bekämpfen oder Medikamente herstellen könnte, daran denken die wenigsten. Ich muss aber auch sagen, dass dies hauptsächlich auf den Teil der Kritiker zutrifft, der sich lieber hinsetzt und sich über alles und jeden beschwert, ohne selbst aktiv etwas zu tun. Das sind mir die Liebsten! >.<

    Tut mir leid, das musste mal raus. Und ich beziehe mich mit meinem Text nicht auf die ehrlichen Kritiker die sich fundiert mit der Sache auseinandersetzen und sachlich diskutieren. Denn mit solchen Leuten machen Gesprächsrunden auch Spaß!

    Liebe Grüße

    (Einer der schönsten Sprüche meines Profs war mal: "Vorsicht, das Schnitzel darfst du nicht essen! Da ist ein Gen drin!"

    1. Nathalie

      Über den gesundheitlichen Nutzen von gentechnisch veränderter Nahrung läßt sich sicherlich streiten. Es fehlen wissenschaftliche Langzeitstudien, die belegen können, dass GMO-Nahrung keine Schäden im menschlichen Körper anrichtet.
      Über den wissenschaftlichen Nutzen von Gentechnik im medizinischen Bereich läßt sich auch streiten. Aber auch hier steckt die Forschung in den Kinderschuhen.
      Ich frage mich allerdings, wozu ich genetisch veränderte Kartoffeln oder Reis oder xy essen sollte, wenn ich bereits in einer Überflußgesellschaft lebe, wo es mehr als genug natürliche Lebensmittel gibt, ohne dass der Mensch ins Erbgut der Pflanze eingegriffen hat. Ich halte es für eine ethische Angelegenheit. Denn genauso wie ich fast immer Fleisch aus Weidehaltung vom Bauern nebenan kaufe, möchte ich dass die Pflanzen, die ich esse, natürlich in der Sonne aufwachsen konnte und ihre kleinen toxischen Eigenschaften behalten. Meiner Ansicht nach ist das wichtig, damit unser Immunsystem, trainiert wird. Wieso sollte man etwas verändern wollenm, was von Natur aus perfekt ist? Wir leben in einer Welt, in der wir immer alles optimieren und verbessern möchten. Es wird hier in der “ersten Welt” vieles an Nahrung weggeworfen, was ich persönlich sehr schade finde. Jetzt möchte man mit Super-Gen-Food uns noch mehr an Nahrung zur Verfügung stellen. Hungernde der dritten Welt werden sich leider auch in Zukunft kein GMO-Essen leisten können, da gentechnisch verändertes Saatgut von den Firmen, die es im Labor hergestellt haben, sicher nicht verschenkt wird. GMO gegen den Hunger auf der Welt halte ich für eine Utopie. Ich lese definitiv nicht die Bild oder habe “Angst”, sondern habe einen relativ guten Genetik-Hintergrund aus der molekularen Biologie.

      1. Felix

        Ich frage mich allerdings, wozu ich genetisch veränderte Kartoffeln oder Reis oder xy essen sollte

        Jedes Lebensmittel, das wir essen, ist genetisch verändert. Oder meintest du gentechnisch?

        Wieso sollte man etwas verändern wollenm, was von Natur aus perfekt ist?

        Wir haben Kartoffeln und Reis (um bei deinem Beispiel zu bleiben) zur heutigen Form zurechtgezüchtet, um die Erträge zu optimieren und den Nutzen für den Menschen zu erhöhen. “Perfekt” ist sein sehr relaltiver Begriff. Perfekt für was?

        Hungernde der dritten Welt werden sich leider auch in Zukunft kein GMO-Essen leisten können, da gentechnisch verändertes Saatgut von den Firmen, die es im Labor hergestellt haben, sicher nicht verschenkt wird.

        Eine pessimistische Prognose. Nachvollziehbar anhand der aktuellen Lage, jedoch keinesfalls unausweichlich.

        1. Nathalie

          Hey,

          ja hast Recht ich meinte “gentechnisch.” Ich weiß dass unsere Lebensmittel, die wir heute essen, durch Züchtungen entstanden sind.

          Allgemein war mein Schwerpunkt eher unser Optimierungsdrang und dass wir als Menschen alles verbessern wollen, überall eingreifen wollen. Perfekt ist alles, so wie es derzeit ist. Die Evolution wählt eine natürliche Selektion der Gene zum Vorteil der Pflanze. Die Evolution und das begrenzte menschliche Wissen in GenTech-Laboren sind meiner Ansicht nach nicht gleichzusetzen oder gar vergleichbar.

          Leider ist meine Sicht bzgl. Hungernot nich pessimistisch sondern realistisch und ehrlich. Die Politik hinter der Gentechnick ist nicht unbedingt transparanet oder fair.

          1. Felix

            Die Evolution wählt eine natürliche Selektion der Gene zum Vorteil der Pflanze.

            Das ist ein verbreiteter Irrtum. Die Evolution (natürlich Auslese) geschieht allein zur hinreichenden Ausstattung für die Fortpflanzung. Das muss nicht immer zum Vorteil oder optimalen Gesundheit des Individuums führen (das ist der großte Irrtum der Steinzeiternährung: Nachweislich hat nicht die Paleo-Ernährung, sondern die Landwirtschaft und so die Ernährung durch Getreide zu erhöhter Fortpflanzung geführt). Aber das nur am Rande.

            Leider ist meine Sicht bzgl. Hungernot nich pessimistisch sondern realistisch und ehrlich. Die Politik hinter der Gentechnick ist nicht unbedingt transparanet oder fair.

            Das ist ein anderes Thema. Pessimistisch finde ich die Sicht, dass sich nichts ändern wird. Es mag sein, dass jetzt gerade kein Vorteil zu sehen ist. Aber es ist nicht ausgeschlossen, dass sich eine gemeinnützige Organisation findet, die entsprechend forscht und das Wissen der Allgemeinheit zur Verfügung stellt. Oder dass ein Konzern sein Wissen offenlegt (auch das ist in der Geschichte schon oft passiert, siehe zuletzt einige Tesla-Patente).

  23. Jessica

    Hallo Felix,

    Danke für Deinen meiner Meinung nach objektiven Beitrag zu Gentechnik und Nahrungsmitteln 🙂
    Wenn gewünscht, würde ich dazu gern noch eine kleine Anmerkung machen. Bei der oben beschriebenen Variante handelt es sich um “Grüne Gentechnik”. Gentechnik findet auch in Medizin und Industrie Anwendung und hat auch dort Vor- und Nachteile (z.B. haben humane Hormone, die in Bakterien produziert werden und nicht aus Tieren isoliert werden, bessere Verträglichkeiten, wenn wir Menschen sie einnehmen müssen).

    Und ja… es ist nicht so einfach, eine Pflanze oder ein Bakterium davon zu überzeugen, dass es etwas anderes produzieren soll 😉

    Viele Grüße,
    eine (ehemalige) Biologin

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