Die Irreführung durch die Lebensmittelindustrie

Subventionen machen krank.

So einfach könnte man es zusammenfassen, jedoch ohne der tragischen Situation damit gerecht zu werden. Tatsächlich handelt es sich um ein verfahrenes System aus Politik, Wirtschaft und diversen Interessenverbänden.

Während die folgenden Videos zwar die Situation in den USA beschreiben, dürfte ähnliches auch für Europa und speziell Deutschland gelten. Denn auch hier werden Landwirtschaftszweige stark subventioniert: Biogasanlagen haben über die vergangenen Jahre die Landwirtschaft erneut stark verändert, die Monokulturen und Unmengen von Mais, die angebaut werden, schaden der Umwelt bereits nachhaltig.

Die fünf Videos sind Teile einer Reportage des amerikanischen Senders abc.


Eine festgefahrene Situation: Die subventionierten Anbaupflanzen sind in diesen Maßen ungesund, laufen sogar den eigenen, staatlichen Ernährungsempfehlungen zuwider. Doch wie sollen einmal gewährte Subventionen dieses Ausmaßes von Heute auf Morgen gestoppt werden, ohne ein neues Problem zu schaffen?


Und welche Rolle spielt die Werbung bei alledem? Wenn die tiefsten Emotionen von Menschen angesprochen werden, wenn sie verführt und speziell Kinder angesprochen werden: Ist da der Konsument alleine schuld? Oder sollte auch die Werbeindustrie verantwortlicher handeln?


Mir gefällt der Gedanke von staatlichen Regulierungen nicht, zumal sie ein nicht unweiter Verwandter von Subventionen sind. Doch wenn dies der einzige weg ist, Kinder zu schützen (wie zum Beispiel mit einem Werbeverbot an Kinder unter 12 in Schweden), dann wird dies mittelfristig die einzige Lösung sein.


Welche Möglichkeiten gibt es noch, diesen Knoten zu lösen? Wie wird sichergestellt, dass die Entscheidungen nicht mehr zugunsten von Lobbyisten sondern zum Wohle der Bevölkerung getroffen werden? Eine Frage, die sich freilich nicht nur im Bereich der Ernährung stellt, dort jedoch einen unmittelbaren Einfluss auf die Volksgesundheit hat.

Aber natürlich dürfen wir es nicht allein bei der Frage “Wer muss das ändern, wer ist verantwortlich?” belassen. Vielmehr sollte jeder einzelne konstruktiv vorgehen. Was kann ich als Verbraucher ändern? Kann ich vielleicht weniger dieser extrem stark verarbeiteten Nahrungsmittel kaufen? Könnte ich vielleicht sogar vollständig auf frische Lebensmittel umsteigen?

Auch auf Seiten der Landwirte kann von jedem einzelnen die Entscheidung getroffen werden, ob das System wirklich langfristig und nicht nur ökonomisch, sondern auch ökologisch, ethisch und moralisch der Teilnahme wert ist. Es steht jedem frei, ohne Subventionen zu arbeiten. Zu den Wurzeln zurückzukehren. In jeder Hinsicht nachhaltig zu wirtschaften. Landwirte wie Joel Salatin, Frank de Feijter und Josef Behrens machen es vor.

Was denken Sie? Erwarten Sie eine Lösung seitens der Politik?

Wenn Ihnen Urgeschmack gefällt oder hilft, würde ich mich über Ihre Unterstützung sehr freuen.

3 Kommentare zu “Die Irreführung durch die Lebensmittelindustrie

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  1. Pingback: November 2010: Wie aus dem Bilderbuch — Urgeschmack

  2. Bleicke

    Ich denke, du bist im Herzen doch Anarchist. Die Landwirtschaftslobby und Lebensmittelkonzerne machen einen Großteil aller Spenden an Politiker aus. Sowas wie “ehrliche” Politiker gibt es nicht (die würden nicht gewählt und würden nie eine so unmoralische Entscheidung Treffen wie Politiker zu werden).

    In Europa ist sowieso die komplette Lebensmittelindustrie durchreguliert. Erinnerst du dich an die Bauern, die Milch auf die Felder gekippt haben? Bei uns sehe ich immer wieder Aufkleber und Plakate mit “faire Milch für einen fairen Preis” oder so. Damit wollen Bauern erreichen, dass sie ihre Milch zu einem frei verhandelbaren Preis verkaufen dürfen. Momentan sind die Preise genau festgelegt, weil Milch “too big to fail” ist. Genau so ist es mit allen Grundnahrungsmitteln in der EU. Der Staat schaut dir genau auf die Finger, damit du ja nicht den Preis drückst (Preis niedriger als die Konkurrenz) oder Wucherpreise verlangst (Preis höher als die Konkurrenz) oder, der schlimmste Fall, Preisabsprachen (Preis gleich wie bei der Konkurrenz).

    Was kann man tun?

    Den Staat ignorieren und einfach doch beim Bauern zahlen wie viel man will.

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