Milch macht fett. Und Pickel. Oft.

Zehn Jahre waren vergangen. Eine lange Zeit, in der ich jeden Tag auf meine Ernährung geachtet habe. Es ging mir damit gut. Doch etwas wurmte mich. Da war noch so ein kleines Polster am Bauch. Es hat mich nicht gestört. Der Mensch hat halt Dellen und Kanten. Was mich antrieb war eher Neugier: Warum ist das Polster genau da und wie kann es sich so hartnäckig halten, wenn ich schon wirklich alles im Bereich der Ernährung ausprobiert habe? Ich wusste: Viele andere stehen vor dem gleichen Rätsel. Und zwar auch Menschen, die erheblich mehr und intensiver Sport treiben als ich. Aber hatte ich wirklich alles ausprobiert?

Zehn Jahre waren auch vergangen, seit ich mich mit der wissenschaftlichen Literatur zum Milchkonsum und dessen möglichen Folgen für den Menschen beschäftigt hatte. Dort hatte ich erfahren: Es gibt einfach erklärbare Gründe, wie und warum Milch vielen Menschen Symptome verursacht wie Pickel, Trägheit, Verstopfung, Unwohlsein, Magenschmerzen oder Fettleibigkeit. Mir hat die Milch allerdings nie solche Probleme bereitet.

Dachte ich.

Heute weiß ich: Das Polster an meinem Bauch ist – pardon: war eine Wassereinlagerung. Die verschwindet, sobald ich keine Milchprodukte (Ausnahme: Butter) mehr esse. Und sie kommt sofort zurück, wenn ich zwei Löffel Sahne esse. Mit dem Energiegehalt hat das nichts zu tun. Es ist eine Reaktion, die mein Körper und viele andere auf Milch zeigen.

Zwar hatte ich immer wieder längere Zeit auf Milch verzichtet. Aber erst nach diesen zehn Jahren meiner eigenen Ernährungsreise hatte ich wohl alle anderen Voraussetzungen erfüllt, damit sich ein Unterschied von so großer Deutlichkeit zeigt. Ich entschied also: Nie wieder Milchprodukte (außer Butter) für mich. Die Folge war eine große Verbesserung der Lebensqualität – und des Genusses. Glaube mir, ich liebe einen guten Käse und jede Reise nach Frankreich bringt mich wieder zum Seufzen. Doch ich blicke nach vorne: Mein Gewinn ist eine bessere Reaktion meines Körpers auf andere Lebensmittel. Und Genussmittel! Seit ich keine Milchprodukte mehr esse, kann ich ein Stück Kuchen erheblich besser wegstecken als zuvor. Das muss zwar kein Teil einer besonders gesundheitsdienlichen Ernährung sein, doch Genuss ist Teil eines gepflegten Essverhaltens. Für mich ist dieser Schritt mit einem Speiseplan reich an Gemüse eine Bereicherung ohne Vergleich.

Milch ist dazu da, kleine Säugetiere groß zu machen. Da wundert es kaum, wenn manche Säugetiere durch Milch zu groß werden.

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