Wie EU-Richtlinien unsere Ernährung verschlechtern (Video)

Die EU greift in unsere Ernährung ein, kontrolliert, was wir essen und zwingt kleine Erzeuger in die Knie. Der Wunsch zu einem Video über dieses Thema kommt von einem meiner Stifter bei Patreon.

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4 Kommentare zu “Wie EU-Richtlinien unsere Ernährung verschlechtern (Video)

  1. Stephan

    Die EU gibt die mindest Anforderung vor und die einzelnen Mitglieder müssen diese dann umsetzen und können diese aber noch “strenger” regeln. Also wenn du Tiere hast und Bio sein willst, dann musst du den Tieren mind. X qm zur Verfügung stellen. Jetzt kann das EU Mitglied dann sagen, alles super, aber bei uns musst du mind. XX qm haben. Und die Supermarktkette sagt, wir sind noch strenger, du musst mind. XXX qm haben, sonst kaufen wir dein Produkt nicht. Die EU verbietet jetzt nicht den Anbau, Aufzucht nur hast du halt Auflagen die für Alle gelten. Wenn ich jetzt am Markt vorbeiproduziere, dann kann die EU nichts dafür. Ein Beispiel dafür wäre das Kärntner Brillenschaf. Eine gefährdete Tierrasse, wird sogar von der EU gefördert. Nur das Fleisch wirst halt kaum los, weils einfach zu teuer in der Produktion ist und keine Supermarktkette dir das abkauft.

    Bio ist zwar auch nicht das Gelbe vom Ei, aber wenigstens hast da nen mind. Standard, der auch kontrolliert wird. Jedenfalls hier in Österreich und die werden ganz schön Ungut wenn die Auflagen für Bio nicht erfüllst. Dafür hat der Konsument halt die Gewissheit, dass Tieren denen Antibiotika gegeben wurden, erst nach 60 Tagen geschlachtet werden dürfen und nicht schon nach 30 Tagen. Oder dass die Tiere genügend Auslauf haben und nicht mit Gentechnik gefüttert werden.

    Endgültig ist es halt so, dass es die Supermarktketten in der Hand haben was produziert wird und was wir essen. Natürlich wenn ich auf den Markt gehe, gibt es dort die Artenvielfalt an Gemüse ect… doch das sind dann einfach Nischenprodukte die sonst nicht gekauft werden. Bei meinem letzen BioKurs den ich besucht habe, wurde z..B. das Problem der dunkleren Farbe des BioFleischs diskutiert. Konsumenten wollen helles Fleisch und nicht dunkles. Nur BioFleisch ist aufgrund der Haltung und Nahrung einfach dunkler. Nur kann die EU nichts dafür, sondern wir wurden halt erzogen, dass helles Fleisch besser ist.

    1. Felix

      Moin Stephan,
      beim Punkt EU kommen wir nicht überein. Siehe zum Beispiel die Novel Food Regulierung. Die EU verbot den Verkauf von Buffalomehlwürmern zum Verzehr. Das ist ein direkter Eingriff. Und auch wenn die EU nur Mindestanforderungen erlässt, dann ist das ein Eingriff in den freien Markt. Und ja, wenn die EU die von dir genannte Rasse fördert, dann ist auch das ein Eingriff in den freien Markt. Die EU steuert durch Vorgaben den Zugang zu Nahrungsmitteln. Sicherlich ist sie nicht die einzige Instanz, die Einfluss nimmt. Und ohne Zweifel dienen einige der Auflagen auch dem Wohl von Tier und Mensch. Doch der Preis ist nach meiner Ansicht zu hoch, weil dabei zu viele kleine Betriebe, Ideen, Konzepte, Kulturen und Traditionen unter die Räder geraten. Siehe als ein weiteres Beispiel Casu Marzu.

  2. Stephan

    Uff, jetzt hab ich mir echt lange überlegt wie, was ich dazu schreiben werde, da extrem viel Emotion in diesem Thema ist. Grundsätzlich bestimmt nicht die EU was/wie/wer zu essen bzw. zu bauen hat. Die EU gibt einfach ne Richtlinie raus, welche die einzelnen Staaten dann in nationale Gesetze umsetzen müssen. Wie (über)genau dann dieses Gesetz ist, bestimmt der nationale Gesetzgeber. Natürlich ist es für Kleinere durchaus schwerer gewisse Aufgaben/Richtlinien zu erfüllen, sei es nun finanziell oder weil es technisch/baulich nicht möglich ist. Für das Finanzielle gibt es aber Fördertöpfe um die Last ein wenig abzufedern. Wie aber bei jeder Förderung, hat man dabei auch Pflichten und Auflagen.

    Sehr viele Landwirte sind, wie ich aus eigener Erfahrung weiß, sehr beratungsresistent sowie sehr unflexibel für Neuerungen. Mein Nachbar hat z.B. das Prinzip der Mutterkuhhaltung nicht verstanden. Auch ist es für ihn völlig unverständlich, warum ich meine Naturschutzflächen nicht düngen darf. Oder warum während der Brutzeit der Vögel, keine Böschungen geschnitten werden dürfen (Faun Flora Habitat Richtlinie), er schneidet sie trotzdem. Und eine Düngeberechnung sollte auch nicht erforderlich sein, da wir schon immer alles auf die Wiesen ausgebracht haben, egal wieviel….

    Als Landwirt ist man heutzutage teilweise mehr Betriebswirt als “Bauer”. Daher sollten sich Investitionen sich auch auszahlen. Bekannter von mir hat einen kleinen Bauernhof geerbt (10ha) und dann als Imker begonnen, mit einer Direktvermarktung ect.. der lebt ganz gut davon. Wenn ich jetzt als Landwirt ein Produkt abseits der Ketten anbieten will, dann muss ich mir auch Gedanken über die Vermarktung machen. Und ich muss auch wissen, dass dies mit Risiko und höherem Arbeitsaufwand verbunden ist und man auch Qualität liefern muss!!

    Grundsätzlich bedeutet aber Direktvermarktung nicht unbedingt, dass es den Tieren gut geht und dass ich hochwertige Lebensmittel bekomme. Letztens mit meiner Frau in einem Stall gewesen. Meine Frau sagt zu mir so einen schönen Stall hat sie noch nie gesehen, drinnen alles sauber, die Kühe und Schweine gut genährt, die schauen gepflegt aus, wir sollten da mal Fleisch kaufen. Meine Antwort war, dass ich mich weigere bei nem konvetionellen Betrieb was zu kaufen. Die Kühe sehen nur im Sommer die Weide, sonst gibts dort Anbindehaltung, die Schweine haben nicht genügend qm und Auslauf gibts auch nicht. Und bei der Fütterung steht nicht fest, was gefüttert wird. Aber sonst ist der Stall super sauber und rein. Da hab ich lieber ein Bio Lebensmittel, mit all den Problemen bei Bio, da ist wenigstens ein Mindestmaß an Standarts und Kontrolle.

    Der neueste Trend der Lebensmittelketten ist übrigens, verschärfte Auflagen von den Landwirten zu verlangen. Hofer/Aldi hat die Auflagen für BioMilch angehoben, nachdem REWE vorgeprescht ist. Das hat zur Folge, dass teilweise Landwirte zusperren müssen, da sie teilweise die Investitionen nicht aufbringen können und auch die Fläche nicht zur Verfügung steht. Schuld daran ist teilweise der Konsument und die großen Ketten versuchen das anzubieten, ohne Rücksicht auf Verluste.

    1. Felix

      Moin Stephan,
      ja. Eben. Klar ist Direktvermarktung nicht gleich Tierwohl. Das habe ich in anderen Videos bereits angesprochen. Klar ist Bio ein netter Filter, aber es ist auch längst nicht gut und es ist auch keine Garantie für Tierwohl.
      Wenn die EU also Richtlinien rausgibt, was und wie anzubauen ist und die Staaten müssen das dann umsetzen – inwiefern hat sie dann _keine_ Kontrolle über das, was wir essen? Vielleicht kommen wir da nur semantisch nicht überein.

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