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Der Wert des Essens

Was wir essen, wird ein Teil von uns. Essen wir eine Möhre, reist diese nicht einfach durch unseren Leib und landet hinterher in der Toilette. Sondern unser Organismus absorbiert die Nährstoffe und hinterlässt lediglich unverdauliche Fasern. Moleküle der Möhre werden zu Teilen unseres Körpers und begleiten uns mehrere Jahre. Die Nahrung auf unseren Tellern formt – nein: ist unser Leben morgen, nächste Woche, nächstes Jahr. Was bedeutet das für unsere Entscheidungen bei Einkauf und Essen, für den Wert des Essens, für gute Ernährung?

Wo sind die guten Gemüsesorten?

Wer sich beim Gemüsekauf nach Früchten mit intensiverem Geschmack sehnt, stößt bald auf eine plausibel wirkende These: Moderne Sorten sind ertragreicher, alte enthalten dafür mehr Nährstoffe und sie schmecken besser. Hoher Ertrag steht gegenüber gutem Geschmack. Demnach kann die industrielle Landwirtschaft nur geschmacklose Ware erzeugen um effizient zu bleiben; das leckere Gemüse aus alten Sorten wächst zu spärlich und wuchert deswegen preislich. Folgen kann man diesen Schlüssen leicht, allerdings wurzeln sie nicht im Boden der Tatsachen.