Der wahre Wasserverbrauch von Fleisch

Wasserverbrauch eines Schottischen HochlandrindesZehntausend! Nein, fünfzehn­tausend! Nein, fünfund­­zwanzig­­tausend Liter! Der Wasserverbrauch bei der Produktion eines Kilogramms Rind­fleisch ist ein häufiges Argument hysterischer Fleisch­feinde und wohlmeinender, aber schlecht informierter Umweltschützer. Ob dieses vermeintliche Argument gegen Fleisch­verzehr motiviert ist durch blinde Ideologie oder aufrichtige Versuche des Umwelt­schutzes, ändert nichts am Wahrheits­gehalt. Fünfzehn­tausend Liter. Statt diese Menge durch Badewannen greifbar zu machen, visuali­sieren wir gleichermaßen hilfreich das Volumen von 79.787 Goldhamstern1.

Verbraucht Fleischproduktion wirklich so viel Wasser?

Die einfache Antwort lautet nein. Tatsächlich verbraucht die Fleisch­produktion gar kein Wasser. Das Wasser verschwindet schließlich nicht, sondern befindet sich weiter­hin im Stoffkreislauf. Das ist die Natur unserer Welt. Nichts verschwindet wirklich, sondern es steckt in Kreisläufen. Auch CO2 entsteht bei der Verbrennung von Kohle nicht einfach aus dem Nichts. Sondern es war zuvor in Form fossiler Brennstoffe im Boden gespei­chert. Das CO2 aus der Luft bauen Pflanzen letztlich wieder zu Kohlen­stoff um, welches über Millionen Jahre wieder fossi­li­sie­ren kann. Das ist ein sehr langsamer Kreislauf. Zu langsam, um mit unserem aktuellen Energie­verbrauch fertig­zuwerden. Es kommt zum Stau, CO2 reichert sich in der Atmosphäre an.

Einen Wasserverbrauch gibt es also nicht, doch durch unsere Nutzung des Wassers nimmt es Umwege, die seinen Weg vor der Rückkehr in die Verfüg­barkeit verlängern. Wenn wir zur Herstellung eines Produktes Wasser verwenden, dann ist das ungefähr so, als würden wir bei Regen einen Eimer nach draußen stellen und das Wasser an der direkten Rückkehr in den Boden hindern. Da das Wasser weiter besteht, gibt es keinen Verbrauch, nur einen Umweg durch Verwendung. Solange die Gesamtmenge des Wassers ausreicht, können wir es benutzen. Probleme können regional entstehen, wenn wir Wasser transpor­tieren. Etwa in Form von Tomaten aus Südspanien nach Deutschland. Auch das ist kein Verbrauch, aber es entfernt Wasser aus dem lokalen Wasser­sys­tem.

Die Frage ist also irreführend. Fleischproduktion verbraucht gar kein Wasser.

Bevor sich die zu erwartende Frage nach der Wasserverwendung anschließt, folgt eine zweite Klärung. Es gibt kein Fleisch:

Viele Menschen neigen zur ungezügelten Vereinfachung der Welt. Schubladen­denken, Pauscha­lisierung und Mittelwerte sind ihre liebsten Werkzeuge. Sie sprechen von guten und schlechten Lebensmitteln, teilen Menschen in Gruppen ein und werten sie anhand des Durch­schnitts. Für sie ist Fleisch immer gleich Fleisch. Ganz gleich von welcher Tierart es stammt oder wie dieses Tier gelebt hat. Sie schauen (bestenfalls) in Tabellen und kommen zu dem Schluss: Ein Kilogramm Fleisch verbraucht 15.415 Liter Wasser. Das ist allerdings, als würde man die 52 weißen und 36 schwarzen Tasten eines Klaviers als durchschni­ttlich 44 Tasten zusammen­fassen. Das hat so viel mit der Realität zu tun wie die moderne Familie mit 1,47 Kindern.

Der Wasserbedarf oder die Wasserverwendung für die Produktion von Fleisch variiert je nach Tierart und Produktionsmethode. Ein Durchschnittswert wie 15.415 l/kg ist daher nutzlos zur Bewertung der Nachhaltigkeit. Woher stammt diese Zahl überhaupt?

Fünfzehntausend Liter für ein Kilogramm Fleisch. Das klingt unglaublich. Sicher trinkt das Rind in seinem ganzen Leben nicht so viel. Zur Berechnung dieses Wasser­auf­wandes betrachten Forscher wie Mesfin Mekonnen und Professor Arjen Hoekstra den gesamten Lebenszyklus des Rindes, also auch dessen Futter2. Frisst das Tier Getreide, kalkulieren sie auch dessen Wasserbedarf ein. Dr. David Pimentel von der Cornell Universität setzt dazu 1.000 Liter Wasser für die Erzeugung eines Kilos Getreide an und kommt in der Folge sogar auf 43.000 Liter Wasser für ein Kilo Rindfleisch.

Das geht ihm allerdings nicht weit genug und bei Rindern in Weidehaltung erklärt er einen Verbrauch von 120.000 bis 200.000 Litern pro Kilogramm Fleisch3. Eine Zahl, mit deren Nutzung als Argument gegen Fleischverzehr wohl sogar manch aggressiv-militanter Veganismus­propagandist seine Probleme hätte; und sei es nur, weil ihre Quelle auch dem Getreideanbau nicht gerade schmeichelt.

Wir haben uns nun um mehr als den Faktor zehn vom verbreiteten Mittelwert des Wasserverbrauchs von Fleisch entfernt. Das ist eine ganze Größenordnung, über die sich die offiziellen Studien im Namen der Wissenschaft uneins sind. Mit Doktortitel und Professur und Universitäten im Rücken. Spätestens jetzt sollte klar sein: mit den Zahlen kann etwas nicht stimmen.

Pimentel berechnet jegliches Wasser, das mit der Produktion zu tun hat. Steht das Tier auf Weideland, veranschlagt er eben auch den Regen, der auf diese Fläche fällt. Dass der Regen dort auch ohne Tier fällt, spielt für ihn keine Rolle. Genauso der Umstand, dass etwaiges Regenwasser als Trinkwasser für das Tier auf recht kurzem Wege über dessen Urin, gefiltert durch den Boden, direkt wieder ins verfügbare Grundwasser zurückkehrt. Was Pimentel als Verbrauch verkauft, ist tatsächlich bestenfalls eine Dar­stell­ung des Kreis­lauf­durch­satzes. Wer eine so ermittelte Zahl verwendet, um dem Käufer eines Pfundes Rindfleisch ökologische Unverantwortlichkeit vorzuwerfen, ist ein Narr.

Ein Rind, das ganzjährig auf der Weide steht, Gras frisst und Regenwasser trinkt, ver­braucht nicht nur kein Wasser, sondern es verlängert auch den Wasserkreislauf nur minimal. Es hat praktisch keinen Einfluss auf das verfügbare Grundwasser. Sonst müss­ten wir in wasserarmen Gegenden Afrikas umgehend alle Wildtiere erlegen, um die Wasserversorgung der Menschen sicherzustellen.

Die kursierenden Zahlen sind also grundsätzlich mit Vorsicht zu betrachten. Ist also gar nichts dran am Wasserbedarf des Fleischs? Gehen wir von einem Problem mit unserem verfügbaren Grund- und Trinkwasser aus. Wenn sich zu viel Wasser im lang­samen Umlauf befindet, sich zum Beispiel in der Aufbereitung in Kläranlagen staut, dann sollten wir wirklich achtgeben auf unsere Wasserverwendung. Denn wenn der Wasserbedarf der Lebensmittelproduktion zu groß ist, fehlt das Wasser andern­orts. Dass Wassermangel nur ein temporäres Problem ist, kümmert den Verdurstenden nämlich nicht.

Wasserverbrauch und Lebensmittel: Nicht nur Tiere brauchen Wasser

Schauen wir uns daher die von National Geographic zitierten Daten des Water Foot­print Net­works4. Die Weichen ab von den tatsächlichen Zahlen auf der Website des Water Foot­print Network. Aber welche Rolle spielt das schon bei dieser Dis­kus­sion, wenn bereits die Prämisse Unfug ist? Dort gibt es auch Vergleiche verschiedener Produkte. Etwa einen Pro-Kilo-Wasser­verbrauch von 960 l für Ziegen­fleisch und 5000 l für Hirse – in beiden Fällen ist von der industrieüblichen Produk­tions­methode auszugehen.

Für das tugendhafte Getreide sieht es schlecht aus, denn sein Wasserverbrauch ist höher. Ist Ziegenfleisch tatsächlich das effizientere Lebensmittel? Ein Kilo Hirse ent­hält 3780 kcal, die gleiche Menge Ziegenfleisch hingegen 1090 kcal. Umgerechnet auf den Wasser­verbrauch liefert Hirse 0,756 kcal/l, Ziegenfleisch hingegen 1,135 kcal/l5, 6. Das Fleisch der Ziege wäre hinsichtlich des Wasserverbrauchs aus dieser Sicht die bessere Wahl für nachhaltige Ernährung. Vorausgesetzt, die zugrunde­liegenden Zahlen stimmen – was unwahr­schein­lich ist. Und basierend auf der Annahme, es gäbe einen einfach zu bezif­fernden Verbrauch oder Bedarf – was nicht der Fall ist. Dafür sind die jeweils lokalen Bedin­gun­gen und Prozesse zu verschieden.

Ist es also nachhaltig und ökologisch verantwortlich, viel Fleisch zu essen? Absolut nicht, denn es gilt nach wie vor: Es gibt kein Fleisch. Die industrielle Intensiv­tier­hal­tung blockiert nicht nur die genannte Wassermenge und belegt Flächen, sondern sie verursacht auch Treibhausgase, darunter CO2, Methan und Lachgas (durch die Futter­mittel­produktion7). Und der Klimawandel kommt nicht, sondern er ist längst da. Der Verzicht auf jedes Stück Fleisch aus indus­tri­eller Tierhaltung ist daher eine exzel­lente Wahl (natürlich gibt es noch ein Dutzend weiterer guter Gründe). Wer sich über Unwetter wie in Baden-Württemberg und anderen Regionen in 2016 beschwert, sollte keinen Burger bei McDonalds oder Billigfleisch vom Discounter kaufen. Jedes Gramm zählt8.

Auch bei Weidehaltung sollte man differenzieren und sich die Modelle genau an­schauen. Es gibt auch hier Möglichkeiten zur Umweltbeschädigung und nicht jede Weidehaltung läuft so optimal, dass sie netto CO2 reduziert, wie Joel Salatin und Alan Savory das demonstrieren9, 10.

Die Diskussion über den Wasserverbrauch können wir allerdings beenden oder wenigstens in zielführende Bahnen lenken. Fleisch verbraucht kein Wasser. Niemand verbraucht Wasser. Und die Zahlen für den Bedarf sind überwiegend falsch. Wer auf Basis solcher Daten eine einfache Argumentation für oder wider ein be­stimm­tes Lebens­mittel aufbaut, beweist nach­lässige Recherche und mangelndes Ver­ständ­nis von Stoff­kreis­läu­fen. Er produziert nichts als heiße Luft – und trägt damit zur globalen Erwärmung nur bei.

Weiterführende Informationen

Fußnoten

  1. Ausgehend von einer durch­schnitt­lichen Gold­hamster­größe von 15 cm Länge und 2 cm Radius und voraus­ge­setzt, man schichtet und stapelt die bewe­gungs­losen Tiere optimal. [^]
  2. Mekonnen, Hoekstra (2012) A Global Assessment of the Water Footprint of Farm Animal Products. Ecosystems (2012) 15: 401–415 [^]
  3. Pimentel, David et al (2004) Water Resources: Agricultural and Environmental Issues. Bioscience 54 (10): 909–18 [^]
  4. National Geographic: The Hidden Water We Use [^]
  5. Nutritiondata: Millet, raw Nutrition Facts & Calories (17. August 2016) [^]
  6. Nutritiondata: Goat, raw Nutrition Facts & Calories (17. August 2016) [^]
  7. Lachgas, also Distickstoffmonoxid, ist als Klimagas um ein Viel­faches wirk­samer als CO211. Es ent­steht in diesem Fall durch die Düngung des Getreides. Spannend ist: Das wirkt nicht zwin­gend negativ auf den Treibhauseffekt12. [^]
  8. Viehzucht ist nicht für 18% des weltweit durch Menschen verursachten Treibhausgase ver­ant­wort­lich. Die seit 2006 häufig zitierte Zahl ist falsch13, wie auch ein Autor der damaligen Studie ein­ge­steht14. Tatsächlich ist der Trans­port­sektor wohl die größere Treib­haus­gas­quelle. Das än­dert nichts am unnötigen Treib­haus­gas­aus­stoß der indus­tri­ellen Intensivtier­haltung. Ange­sichts der anste­henden Probleme zählt jede Entlastung. Statt mit dem Auto zum Drive-Through bietet sich daher der Weg mit dem Fahrrad zum Wochen­markt an. [^]
  9. Cows, Carbon and Climate | Joel Salatin | TEDxCharlottesville (14. Januar 2016) [^]
  10. Allan Savory: How to green the world's deserts and reverse climate change (4. März 2013) [^]
  11. Umweltbundesamt: Lachgas und Methan (2. September 2014) [^]
  12. Max-Planck-Gesellschaft: Stickstoff-Dünger spielt beim Klimawandel eine Doppelrolle (3. August 2011) [^]
  13. Maurice E. Pitesky et al. (2009) Chapter 1 – Clearing the Air: Livestock's Contribution to Climate Change. Advances in Agronomy Volume 103, 2009, Pages 1–40 [^]
  14. BBC News: UN body to look at meat and climate link (24. März 2010) [^]

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44 Kommentare zu “Der wahre Wasserverbrauch von Fleisch

  1. Mario

    Vermutlich werden jetzt alle Industrie-Fleisch-Junkies diesen Artikel als Rechtfertigung verwenden, warum an ihrem widerlichen Konsumverhalten gar nichts einzuwenden ist. Der Artikel ist Klasse und in Statistik hättest Du eine 1 bekommen 🙂
    Und alle Fleisch-Hasser werden diesen Artikel sowieso abstreiten. Aber ist ein toller Beitrag. Wäre prima wenn sich alle Menschen so intensiv und vorurteilsfrei mit so wichtigen Themen beschäftigen würden. Mir fällt da immer nur die Weltbank ein: in intensiven Untersuchung kommt diese zum Ergebnis, dass nur nachhaltige Landwirtschaft die Bevölkerung dauerhaft ernähren werden wird! Kommt irgendwann vll. auch beim Letzten an.

  2. Webdesign Düren

    Richtig! Ein in sich geschlossenes System kann keine Energie verlieren. Somit kann auch kein Wasser “verbraucht” werden sondern nur in andere Formen umgewandelt werden.

  3. Torsten Bossin

    Mich wundert ehrlich gesagt, wie eine Subgruppe wie diese hier über eine andere Subgruppe wie die Veganer und Vegetarier mit solchem Genuss herzieht. Haben wir nicht alle das Interesse, die Qualität der Nahrung zu verbessern? Nun ja, das Tierwohl steht bei euch wohl nicht ganz oben, ansonsten würde man hier nicht andauernd die Apologie des Fleischessens lesen. Aber mal zur Sache: Wer ernsthaft behauptet, das Wasser, was bei der Kuh hinten rauskommt ist das gleiche Wasser, was vorne reingeschütttet wird, hat wohl ein paar Lektionen zu viel in Dialektik gemacht. Nach dieser Logik bräuchte jeder Haushlat einen großen Wassertank und die ganze Kanalisation, die Klärwerke und Wasserleitungen sind größtenteils überflüssig. Das Wasser aus dem Industriebetrieb kann man problemlos konsumieren, so ein paar Schwermetalle tragen zum Mineralienhaushlat bei. Tut mir leid, auf so einem Niveau braucht man eigentlich nicht weiter zu diskutieren.

    1. Felix

      Hallo Torsten,
      tut mir leid, dass du das offenbar falsch verstanden hast. Hier ziehen keine Subgruppen übereinander her. Auch steht hier nirgendwo, dass “das Wasser, was bei der Kuh hinten rauskommt ist das gleiche Wasser, was vorne reingeschütttet wird”. Vielleicht liest du den Text einfach noch einmal sorgfältig. Bestimmt verstehst du die Zusammenhänge dann besser.

  4. Franzi

    hallo ich mag auch was dazu sagen.
    ich hätte noch ein paar denkanstöße. ich hab selber mal im kopf überschlagen, wie man auf die unsäglichen 15.000 liter kommt und konnte es nicht wirklich nachvollziehen. ich glaube die autoren die solche zahlen präsentieren verwenden hierzu den evaporationskoeefizienten. (also vieviel liter wasser muss eine pflanze verdunsten lassen um 1 kg masse zu produzieren) selbst wenn man sehr ungünstig rechnet komme ich nicht auf 15.000 liter wobei das evaporierte wasser auch kaum als “verbraucht” bezeichnet werden kann.
    interessant wäre also ein durschnittswert, wieviel liter wasser pro kg rindfleisch für lange zeit aus der verfügbarkeit für den menschen verschwinden. aber der liegt mit sicherheit weit unter 15.000./kg .
    was ich nicht weiß aber sicher auch eine rolle spielt: wieviel liter wasserverbrauch sind pro transportkilometer per schiff oder per lkw zu veranschlagen. ist es in zentralargentinien, wo extrem viel (gen)soja für die europäischen nutztiere produziert wird, nicht eher trocken und die feldfrüchte müssen über weite teile des jahres zusätzlich beregnet werden?
    in regionen mit intensiver tierhaltung werden oft schon die grenzwerte für nitratbelastung im trinkwasser überschritten. mit wieviel wasser aus weniger belasteten regionen muss dieses verdünnt werden um wieder die werte zu unterschreiten, damit keine gesundheitsgefährdung entsteht?
    und vor allem: UNTERSCHÄTZT NIEMALS DIE KONSUMENTENVERANTWORTUNG, IHR SEIT VIEL MÄCHTIGER ALS IHR VIELLEICHT DENKT.

  5. LeereHand

    Ja, je länger die dazwischenliegende Nahrungskette, desto grösser schon mal grundsätzlich der Landschaftsverbrauch für das ‘oben’ in dieser Kette stehende Tier. Darum waren die grossen Raubkatzen etc. auch stets seltener als z.B. die pflanzenfressenden hasen. Nur der Mensch hat ‘dank’ Technologie diese Pyramide -für eine weile, ewig geht das ja nicht- auf den Kopf gestellt. Jedoch mit dieser Wirtschaftsweise kommen noch weitere anspruchheischende ‘Fussabdrücke’ hinzu, das begann schon in Ägypten mit dem bürokratischen Überbau, dem ‘grauen Fussabdruck’ für Verwaltung und Kontroll- und Unterdrückungs- oder Verteilungsapparat. Geschichtlich hat das alles den gesellschaften irgendwann das Genick gebrochen, dann drückte die Natur -scheinbar unverhofft- den ‘Reset-Knopf’.

  6. Jahn

    Hi Felix,
    vielen Dank für diesen Artikel. Jetzt habe ich einen Link, den ich künftig immer posten kann, wenn mir wieder einer mit diesem Argument um die Ecke kommt. 😉
    Ich versuche bereits weitestgehend auf industrielles Fleisch zu verzichten und leiste damit meinen ökologischen Beitrag. Ich denke ethischer Fleischkonsum ist durchaus möglich, auch wenn diverse militante Veganer da vielleicht anderer Meinung sind.
    Viele Grüße
    Jahn

  7. Lena

    Ein sehr guter Artikel. Was man aber nicht vergessen darf ist, dass Nutztiere zwar kein Wasser verbrauchen, es aber durchaus binden. Sagen wir, wir haben 1000 Rinder die etwa eine Tonne wiegen. Davon sind vielleicht 70% Wasser, also 700 Liter pro Tier und 700.000 Liter für die ganze Herde. Das Wasser ist zwar nicht verloren aber es steht der Umwelt nicht zur Verfügung. Die Tiere werden zwar irgendwann geschlachtet aber tatsächlich verringert sich die Größe der Herde ja nicht. Der Bauer züchtet ja immer nach. Umso mehr Tiere wir also halten weil der Weltweite Fleischkonsum ansteigt, desto größer ist auch der Anteil an gebundenem Wasser, das dem Kreislauf eben NICHT zur Verfügung steht. Und das kann dann in wasserärmeren Gegenden eben doch ein Problem sein.

  8. Evelyn

    Toller Artikel, sehr wichtiges Thema gut erklärt. Das war sicher eine Menge Arbeit. Danke!

  9. Philip

    Ich schließe mich an – sehr informativer Artikel. Mir der pauschale Vorwurf des Wasserverbrauchs schon immer etwas seltsam vor, eben weil ich mir gedacht habe, dass Wasser doch eigentlich nicht verbraucht wird. Obwohl die Antwort eigentlich ganz einfach ist, konnte ich sie bisher nicht wirklich greifen. Danke für die Aufklärung.
    Und wie so oft finde ich es bemerkenswert, wie sich scheinbar komplexe Probleme von selbst lösen, wenn man regional denkt und handelt. Wenn wir Fleisch vor unserer Haustür produzieren fällt uns ein gestörter Wasserkreislauf direkt auf und große, ungesunde Strukturen verhindern sich von selbst.

    1. Felix

      Danke für das Feedback, Philip. Vor die Tür treten und in die Umgebung blicken könnte wirklich viele Missverständnisse vermeiden und Diskussionen sparen.

  10. Lydia

    Vielen Dank.

    Solche Differenzierungen und Zerlegungen pauschaler, plakativer Aussagen sind so sehr nötig.

    Statistische Zahlen aus dem Zusammenhang zu reißen und mit subjektiven Bewertungen polemisch zu verwenden ist leider so verbreitet, dass vielen Menschen gar nicht klar ist, wie fehlerhaft und hinterfragenswert das ist.

    Deswegen freue ich mich sehr über diesen Artikel.

    1. Felix

      Danke Lydia. Wenn man aufmerksam ist, merkt man: Es vergeht kaum eine Minute, ohne dass jemand eine Zahl in den Raum wirft, um damit etwas zu beweisen oder sie nur als bemerkenswert darzustellen. Mir sagte neulich jemand “Du kannst ja schnell tippen!” – aber was heißt das schon, Worte pro Minute? Mir ist wichtiger, was ich mit wenig Worten möglichst viel und präzise ausdrücken und kommunizieren kann.

  11. Gwendolin

    Vielen Dank für den informativen Artikel. So habe ich es noch nie betrachtet und ich finde er regt durchaus zum Nachdenken an in der Fleischdebatte nicht nur schwarz und weiss zu sehen, bzw. gleich RICHTIG oder FALSCH zu rufen, was leider sehr oft passiert.

  12. Andreas

    “Ist es also nachhaltig und ökologisch verantwortlich, viel Fleisch zu essen? Absolut nicht, denn es gilt nach wie vor … Und der Klimawandel kommt nicht, sondern er ist längst da. Der Verzicht auf jedes Stück Fleisch aus indus­tri­eller Tierhaltung ist daher eine exzel­lente Wahl (natürlich gibt es noch ein Dutzend weiterer guter Gründe). Wer sich über Unwetter wie in Baden-Württemberg und anderen Regionen in 2016 beschwert, sollte keinen Burger bei McDonalds oder Billigfleisch vom Discounter kaufen. Jedes Gramm zählt.

    Der Artikel hat gut angefangen, und ja, es gibt viele Gründe weniger Fleisch, vor allem aus Massentierhaltung zu essen.

    ABER.

    Zum einen der Klimawandel. Klimawandel (= das Klima wandelt sich) ist etwas völlig Natürliches, das hat es schon immer getan. Davor hieß es ja “Global Warming” und, nun, wenn es sich doch erwärmt, warum hat man es dann umbenannt? Oder erwärmt es sich vielleicht gar nicht?

    Was aber mit Sicherheit zu kritisieren ist, ist der Futtermittelanbau und alles was damit einhergeht. Kraftfutter (Mais und Soja) ist unnatürlich und past nicht zum Verdauungssystem von wiederäuern, daher auch die hohe Methanproduktion, mal vom Roden von Urwäldern, Pestizieneinsatz usw. ganz abgesehen.

    Zum anderen kann man durchaus sagen, dass uns die Fleischqualität in erster Linie erstmal nur aus egoistischen Gründen interessiert, also im Sinne “wie gut tut es mir?” – inklusive gutem Gewissen.

    Ethisch gesehen kann man, abgesehen vom Gesundheitsaspekt, die Sache mit dem Fastfood-/Discounter-Fleisch aber auch umdrehen und sagen: “das Tier hat kein schönes Leben gehabt, wenn ich es nicht esse und es in der Mülltonne landet , dann war das Leiden und der Tod völlig umsonst”.

    An das Argument mit der Macht des Verbrauchers glaube ich nicht. Ich kann mich nicht erinnern irgend wann von Verbrauchern gehört zu haben, die vor Supermärkten standen und für billigeres Fleisch demonstriert hätten. Es ist der Staat als Gesetzgeber und deren Vollstrecker der hier versagt den richtigen Rahmen vorzugeben und dafür Sorge zu tragen, dass er eingehalten wird, denn der Produzent wird immer versuchen seinen Profit zu maximieren, ob das Hähnchen den Verbraucher dann 5, 10 oder 20 Euro kostet.

    Am besten wäre man findet einen vertrauenswürdigen Erzeuger in seiner Region und kauft da, das ist aber vor allem für (Groß-) Städter weitestgehend illusorisch, man stelle sich vor nur jeder zweite Haushalt pilgerte 1-2x die Woche auf’s Land …

    Die “Fleischfrage” an sich ist komplex und kontrovers. Ein emfehlenswertes Buch für alle die sich mit der Thematik auseinandersetzen ist meiner Ansicht nach Jonathan Safran-Foers Buch “Eating Animals”.

    1. Felix

      Hallo Andreas,
      danke für deinen Kommentar.
      Zum einen der Klimawandel. Klimawandel (= das Klima wandelt sich) ist etwas völlig Natürliches, das hat es schon immer getan. Davor hieß es ja “Global Warming” und, nun, wenn es sich doch erwärmt, warum hat man es dann umbenannt? Oder erwärmt es sich vielleicht gar nicht?
      Möchtest du nur Wortklauberei betreiben oder meinst du ernsthaft, der anthropogene Treibhausgasausstoß stellt uns vor kein Problem?

      Ethisch gesehen kann man, abgesehen vom Gesundheitsaspekt, die Sache mit dem Fastfood-/Discounter-Fleisch aber auch umdrehen und sagen: “das Tier hat kein schönes Leben gehabt, wenn ich es nicht esse und es in der Mülltonne landet , dann war das Leiden und der Tod völlig umsonst”.
      Das beweist keinen besonderen Weitblick. Du wärest dann dafür, weiterhin Tiere zu quälen bis in alle Ewigkeit, statt einmal gegebenenfalls etwas Fleisch wegzuwerfen. Was dann übrigens nicht “völlig umsonst” war, sondern eben einen Wandel eingeleitet hat.
      An das Argument mit der Macht des Verbrauchers glaube ich nicht. Ich kann mich nicht erinnern irgend wann von Verbrauchern gehört zu haben, die vor Supermärkten standen und für billigeres Fleisch demonstriert hätten.
      Was sollten Demonstrationen auch bringen?
      Es ist der Staat als Gesetzgeber und deren Vollstrecker der hier versagt den richtigen Rahmen vorzugeben und dafür Sorge zu tragen, dass er eingehalten wird, denn der Produzent wird immer versuchen seinen Profit zu maximieren, ob das Hähnchen den Verbraucher dann 5, 10 oder 20 Euro kostet.
      Schön, wie bequem die Welt ist, nicht wahr? Die anderen müssen sich drum kümmern.
      Am besten wäre man findet einen vertrauenswürdigen Erzeuger in seiner Region und kauft da, das ist aber vor allem für (Groß-) Städter weitestgehend illusorisch, man stelle sich vor nur jeder zweite Haushalt pilgerte 1-2x die Woche auf’s Land …
      Dafür gibt es erstens Wochenmärkte und zweitens Gefriertechnologie in praktisch jedem Haushalt.
      Die “Fleischfrage” an sich ist komplex und kontrovers.
      Das ist sie nur, wenn man versucht sie auf ein einfaches Ja oder Nein herunterzubrechen. Die Antwort ist dann immer falsch.

    2. Ethan

      “Davor hieß es ja ‘Global Warming’ und, nun, wenn es sich doch erwärmt, warum hat man es dann umbenannt?”
      Ich glaube hier geistern alternative Fakten durchs Netz, die man überall aufhalten sollte. Dazu reicht es nur den Titel eines Papers aus dem Jahr 1975 anzusehen:
      Wallace Broecker, “Climatic Change: Are We on the Brink of a Pronounced Global Warming?” Science, vol. 189 (8 August 1975), 460-463.
      Welche Begriff war also zuerst da?

    3. Steve

      Die Macht der Verbraucher hat doch das Label auf Eiern gut bewiesen. Heutzutage werden vorwiegend Eier aus Freiland- oder Bodenhaltung gekauft. Auch der Bio-Eier-Konsum steigt. Und das nur, weil der Verbraucher weiß, was er da kauft. (Ob das, was auf den Eier drauf steht, stimmt, sei mal dahingestellt. Aber ich hab’ auch schon Erzeuger von Freilandeiern gesehen, die offen zugeben, dass die Hühner im Winter drinnen in Bodenhaltung gehalten werden, weil es draussen einfach zu kalt ist. War ein extra Etikett auf der “Freilandpackung”.)

      Du siehst also: Müss(t)en Hersteller die Aufzucht und Produktion ihrer Produkte transparent für den Kunden darstellen, wählt eine Mehrheit der Kunde die ökologisch und ökonomisch bessere Variante und zwingt die Hersteller / Produzenten damit zu einem Umdenken, weil sie ihre billigeren, umweltbelastenderen oder tierschädlichen Produkte nicht mehr loswerden.

  13. Antje

    Ich gebe an dieser Stelle offen und ehrlich zu, dass ich soweit selber noch nie gedacht habe und bedanke mich für die Gedankenanstöße des gesamten Artikels, Felix.

  14. David

    Ich bin etwas verwirrt. “… folgt eine zweite Klärung. Es gibt kein Fleisch.” Leider ist das für mich das Gegenteil einer Klärung. Und das wiederholst Du noch: “… denn es gilt nach wie vor: Es gibt kein Fleisch.”

    Wenn ich dem Schnitzel auf meinem Teller sage: “Es gibt dich gar nicht.”, ist es trotzdem noch da. Was willst Du nur damit aussagen?

    1. Felix

      David, die Erklärung steht doch genau in dem Absatz, aus dem du zitiert hast. Hast du den nicht gelesen oder verstanden?

      1. David

        Ich zitiere aus zwei Absätzen und beide habe ich gelesen und auch verstanden. Wie gesagt, ich verstehe diesen Satz nicht. Oder genauer gesagt verstehe ich nicht, was Du damit aussagen willst.

        Im zweiten Absatz (der erste hat weniger Substanz) schreibst Du von Treibhausgasen und anderen Nachteilen der Fleischproduktion. Ist das die Erklärung?

        Beim Artikel “Ist Hafer glutenfrei?” hast Du auch geschrieben “Es gibt keinen Hafer”. Soll das heißen, es gebe nicht nur einen, sondern viele verschiedene Arten von Hafer?

        Ich kenne nur die wörtliche Verwendung im Sinne, dass es das eben nicht gibt so wie Du in einem Kommentar geschrieben hast “es gibt keinen Fleischbedarf”.

        1. Felix

          Mein Fehler: Ich meinte den Absatz nach dem, aus dein erstes Zitat stammt. Da schreibe ich über den Fehler der Pauschalisierung.

          Beim Artikel “Ist Hafer glutenfrei?” hast Du auch geschrieben “Es gibt keinen Hafer”. Soll das heißen, es gebe nicht nur einen, sondern viele verschiedene Arten von Hafer?
          Ganz genau. Den Ausdruck wähle ich, um die bisherige Denkweise ruckartig zu zerstören. Das erschließt sich jeweils aus dem Zusammenhang des Artikels. Weil meine Leser so schlau sind und weil ich nicht für die BILD schreibe, erlaube ich mir, Zusammenhänge über mehr als einen Satz zu spannen. Das erlaubt hohe Genauigkeit. Nur äußerst selten gibt es Missverständnisse. Die nehme ich gerne in Kauf.

          Denke zum Beispiel an “Der König ist tot. Es lebe der König.” Einfach so ergibt die Sentenz scheinbar keinen Sinn. Wie soll jemand leben, der tot ist? Aber im Zusammenhang mit der Thronfolge und den entsprechenden Geschehnissen der Ausruf sehr effizient herunter, was geschehen ist.

  15. Sascha

    Das ist ein ganz wichtiger Gedanke, der eigentlich nur wirklich zu verstehen ist, wenn man von einer ökonomischen zu einer ökologischen Denkensweise wechselt. In der ökologischen Denkensweise kann nicht anders und sich wundern: Naja, wo soll auch Stoff XY hin? Ökonomisch gesehen, müssen wir ständig in Verbräuchen denken.

    Ein weiteres Beispiel: Was ist der Grasverbrauch durch Rinder? In einem offenen, ökonomischen System kann man dafür eine Zahl geben. In einem geschlossenen, ökologischen System macht die Frage keinen Sinn. Es kommt ja nichts heraus.

  16. Daniel

    Guten Abend Felix,
    eins ist mir noch nicht ganz klar geworden: alle reden von dem hohen Fleischkonsum und den negativen Folgen für die Umwelt. Aber bei allem hin und her ist das doch bei dem Verzehr von Käse und Milch (-produkten) doch genauso. Die Hochleistungstiere werden genauso/ähnlich behandelt und benötigen, bzw verursachen auch Ressourcen.

  17. Tobias

    Hallo Felix,
    ich danke dir für den super Beitrag.
    Bei vielen Vegetarier- und Veganer-Argumenten liegt so einiges im Argen. Bei genauerem Hinschauen lassen sie sich relativ einfach widerlegen.
    Ein Buch, dass mich gerade besonders wachrüttelt, auch wenn ich mich nicht mehr als vollen Vegetarier bezeichnen kann, ist “The Vegetarian Myth: Food, Justice, and Sustainability”, das auch die angebliche moralische Hoheit von so manchem Pflanzenessern ins Wanken bringt. Viele davon fühlen sich ja Fleischessern (ohne Unterschied zwischen Fleisch aus Weidehaltung und Massentierhaltung zu machen) deshalb überlegen, weil angeblich kein Lebewesen (Säugetier) dafür sterben musste. Wer sich aber mal näher mit Landwirtschaft beschäftigt, wird schnell feststellen, dass leider auch für den Anbau von Pflanzen (Stichwort: Dünger) egal ob bio oder nicht Säugetiere drauf gehen mussten. V.G. Tobias

    1. Felix

      Hallo Tobias,
      danke für dein Feedback. Das Buch kenne ich und es enthält einige wichtige Gedanken. Leider versinkt es später im Feminismus und Pessimismus.

  18. Günter

    Hallo Felix,
    hätte mich interessiert, von welchem täglichen Fleischbedarf pro Person gehst Du aus, der für eine annähernd optimale Ernährung nötig ist?
    Gruß

  19. katze

    Herzlichen Dank für den informatieven Beitrag. Er hat mir außerordentlich gut gefallen und mich zum Nachdenken angeregt. Danke.

  20. Helle

    Etwas pauschale Frage: Führt man einem Tier ein Liter zu, kommt auch ein Liter wieder raus?

      1. Helle

        Mein Gedanke war, dass zB Muskeln aus 80% und der menschliche Körper insgesamt zu 60/70% aus Wasser bestehen und das muss auch irgendwo herkommen. Also muss beim Wachstum etwas verloren gehen. Eine Kuh zum Beispiel wird aus wesentlich mehr Wasser bestehen und das könnte man auch hochrechnen. Ich bin kein Veganer, ich möchte das Gedankenspiel nur fortführen. Du hast sehr viele gute Argumente dargelegt, das soll zudem gesagt werden!

        1. Sascha

          Es ist doch nicht verloren, sondern dann im Muskel. Wenn man das Fleisch isst, nimmt man das Wasser entsprechend auf und dann pinkelt es der Konsument wieder zurück.

          So etwas wie Wasserverbrauch kann es überhaupt nicht geben, weil Wasser niemals zerstört wird.

          1. Julian

            Sei doch nicht so verblendet Sascha. Ein großer Teil des verbrauchten Wassers in der Fleischzucht, gerade der Massentierhaltung, kommt aus Gebieten in denen Wasser, vor allem trinkbares, ein rares gut ist.
            Mit deiner Logik könntest du auch sagen, dass kein CO2 ausgestoßen wird, weil es ja eh schon immer da war und auch nie zerstört wird. Juhu, du hast den Klimawandel widerlegt, ganz ohne Studium und Forschung!
            Da kommen ja übrigens auch die Zahlen her. Wenn jeder Deutsche so wenig essen würde, dass es durch Weiderinder, die Regenwasser saufen und Gras fressen gedeckt wäre, würden wohl auch mehr Leute Zugang zu essen und trinkwasser haben und nicht 1/10 der Menschheit verrecken, während wir unsere Tiere mästen.

          2. Felix

            Julian,
            “Mit deiner Logik könntest du auch sagen, dass kein CO2 ausgestoßen wird, weil es ja eh schon immer da war und auch nie zerstört wird.”

            Fast genau so ist es ja auch. Nur über das Wort “ausgestoßen” könnte man diskutieren, wir reden in der Regel von Emission. Und ja: Nur die Emission im Übermaß stellt derzeit wirklich ein Problem für das Klima dar. Damit widerlegt man aber nicht den Klimawandel.

            “Wenn jeder Deutsche so wenig essen würde, dass es durch Weiderinder, die Regenwasser saufen und Gras fressen gedeckt wäre, würden wohl auch mehr Leute Zugang zu essen und trinkwasser haben und nicht 1/10 der Menschheit verrecken, während wir unsere Tiere mästen.”

            Es wäre schon sehr naiv, das zu glauben. Wir haben kein Produktions-, sondern ein Distributionsproblem. Wir erzeugen bereits mehr als genug Lebensmittel, um die Weltbevölkerung zu ernähren. Leider ist diese Produktion nicht gleichmäßig verteilt. Auch kulturelle Unterschiede und politische Hürden hindern uns an der Lösung des Problems. Wenn sich die deutsche Bevölkerung nun von 80kg auf 40kg Fleisch pro Jahr begibt, ändert das nichts an den kulturellen und politischen Herausforderungen bei der Bekämpfung des Hungers.

    1. David

      Es entsteht durch den Stoffwechsel sogar noch Wasser. Die Nahrung wird zu einem großen Teil zu CO2 und H2O “verbrannt”.

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