Was ist Ketose?

KetoseDieser Artikel ist auch als Podcast bzw. Netcast zum Anhören verfügbar: Urgeschmack-Podcast #9: Was ist Ketose?

Hungerstoffwechsel wird Ketose auch genannt. Das liegt daran, dass sie nach einem längeren Hungerzustand eintritt. Allerdings gelangt der Mensch auch dann in Ketose, wenn er nur wenige Kohlenhydrate (unter 50g/Tag) zu sich nimmt, jedoch reichlich Fett und Eiweiß. Aber was passiert nun in der Ketose?

Normalerweise ist das Gehirn zur Energieversorgung auf Glucose angewiesen. Diese gewinnt der Körper primär aus Kohlenhydraten. Daher stammt übrigens auch das Märchen, der Mensch bzw. sein Gehirn brauche Zucker, um zu überleben. Tatsächlich kann der Körper auch zugeführte Proteine (zu rund 50%) und Fette (zu rund 10%) in Glucose umwandeln. Dies ist allerdings nicht besonders effizient und schon bald greift der Körper auf Glykogen (die Speicherform der Glucose) aus Muskeln und Leber zurück. Und wenn diese aufgebraucht sind? Keine Bange: Das Gehirn schaltet sich dann nicht einfach aus.

Her mit dem Fett!

Wenn keine Glucose mehr zur Verfügung steht, beginnt der Körper, sogenannte Ketonkörper aus Fettsäuren herzustellen. Diese Ketonkörper dienen dem gesamten Körper, besonders aber dem Gehirn, als Energiequelle. Damit diese Nutzung von Fettsäuren als Quelle von Ketonkörpern stattfinden kann, muss der Stoffwechsel allerdings erst einige Enzyme bilden. Dies dauert einige Tage, weswegen sich kurzfristig Symptome wie Kopfschmerzen, Müdigkeit oder Schwäche  zeigen können – die sogenannte “Low Carb Flu” (Wenig-Kohlenhydrate-Grippe).

Einer der großen Vorteile der Ketose ist, dass der Körper nun einen sogenannten Fettstoffwechsel fährt. Er ist darauf optimiert, Fett als Energiequelle zu nutzen und das erklärt auch, warum sich in diesem Zustand hervorragend überschüssiges Körperfett abbauen lässt. Ein Umstand, den sich schon Dr. Atkins vor über 40 Jahren in seinem Diät-Konzept zu Nutze machte.

Dabei ist Ketose nicht zu verwechseln mit der Ketoazidose. Diese Übersäuerung des Körpers ist tatsächlich gesundheitsschädlich und kann auftreten, wenn der Mensch längere Zeit in Ketose oder gar extremer Ketose (gar keine Kohlenhydrate) verweilt. Sie kann auch dann auftreten, wenn eine Erkrankung an Diabetes Typ 1 vorliegt. Ketoazidose macht sich oftmals auch durch Mundgeruch bemerkbar.

Wir brauchen keinen Zucker

Es ist also, wie bereits erwähnt, keineswegs nötig, Zucker oder andere Kohlenhydrate zu essen. Darüber hinaus ergeben sich durchaus Vorteile daraus, seinen Kohlenhydratkonsum einzuschränken. Um in Ketose zu gelangen und darin zu bleiben, gibt es sogar Teststreifen, denn der Zustand lässt sich auch über den Urin feststellen. Da die Schwellwerte individuell variieren, kann es Sinn machen, sich genauer damit auseinander zu setzen. Tendenziell, und dies empfahl schon Dr. Atkins, reicht es wohl, eine kurze Zeit vollständig auf Kohlenhydrate zu verzichten und später den Konsum auf maximal 40-50g/Tag zu beschränken, um voll von der Ketose zu profitieren. Doch wie gesagt: Individuell kann dies unterschiedlich ausfallen.

Allerdings kann dauerhafte Ketose auch gesundheitliche Risiken bergen, weswegen dies nicht unbedacht praktiziert werden sollte.

Selbstverständlich ist es bereits sinnvoll, statt einem totalen Verzicht einfach nur den Kohlenhydratkonsum gegenüber den Durchschnittswerten in Industrienationen einzuschränken. Beschrieben habe ich dies im Artikel: Wie viel Kohlenhydrate soll ich essen?

Quellen und weiterführende Informationen:

50 Kommentare zu “Was ist Ketose?

  1. Vanessa

    Hey liebe Leute,

    ich habe diesen Thread gerade gelesen und muss auch mal kommentieren :-) Also ich esse jetzt seit einem Monat keine KHs mehr, also nur wenig, die aus Obst und Gemüse z.b. Zwei-Drei Tage lang, hab ich bei heutigem normalen umgestellten Essverhalten mal alles aufgeschrieben und kam so auf um die 50 g KH am Tag. Kann aber auch mal mehr sein,..mal mehr mal weniger. Jedenfalls, hatte ich dann Ketosticks zu hause und hab gedacht, okay..probiere ich es mal. Ich habe eigentlich gar nicht damit gerechnet in der Keto drin zu sein, aber…ich bin es, laut den Stix total drin. Da hab ich mich super gefreut. Denn wie gesagt, bis Mittags esse ich Obst…vorwiegend Erdbeeren, mal ne Orange. Na ja und Abends dann Gemüse mit Fleisch oder Hüttenkäse. Ich mache mein ganz eigenes Low Carb. Denn LC High Fat… kann ich durch das ganze übertriebene, vor allem tierische Fett einfach nicht mit mir vereinbaren. Was ich sagen wollte, die genaue Grenze von 50 g KH kann ich nicht bestätigen. Ich denke das ist bei jedem anders.

    Liebe Grüße, Vanessa

    p.s.: Mundgeruch etc habe ich, soweit ich denke ( ;-) ) nicht, viel mehr Durst auch nicht. Nur eben Morgens immer einen doofen Geschmack und trockenen Mund. Das ist das, was ich bemerke… und das ich schon manchmal schlapper bin und ich hatte auch letzte Woche eine Grippe. Aber eher eine richtige :-D

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  3. Alexander

    Hallo Felix,

    erstmal ein großes Lob für die Seite, hat mir schon sehr oft weitergeholfen. Ich ernähre mich jetzt schon etwas länger paläolithisch, das mit der Ketose beschäftigt mich jedoch grad sehr. Ich möchte nicht an Gewicht verlieren, mich ledliglich gesünder ernähren.

    1.)Wieso wird erst bei einer Kohlenhydrataufnahme von unter 50 Gramm täglich von Ketose gesprochen ? Befindet sich der Körper nach einer längerfristigen Ernärhungsumstellung, also die geringe Kohlenhydratzufuhr und die vermehrte Fett- und Eiweißzufuhr nicht automatisch in der Ketose ?
    2.)Falls die Kohlenhydratzufuhr stark eingeschränkt, jedoch der Eiweißanteil in der Nahrung überwiegt, wird ja Eiweiß zur Energiegewinnung genutzt. Wie stark beeinflusst diese den Blutzuckerhaushalt ?
    3.)Wenn man jetzt diszpliniert die Kohlenhydratzufuhr unter einer gewissen Grenze hält, um Fett zu verlieren. Wäre es dann nicht sinnvoll auch die Fettzufuhr einzuschränken (kein Verzicht), da ja ausreichend Körperfett vorhanden, woraus der Körper Ketonkörper oder auch Glucose bilden könnte (also lediglich ausreichende Eiweißaufnahme zur Deckung des Tagesbedarfs) oder braucht der Körper zunächst eine Initialzündung um den Stoffwechsel umzustellen ?, wo wir wieder bei der ersten Frage wären.

    MfG,
    Alexander

    1. Felix

      Hallo Alexander,
      1) Ketose ist dann, wenn der Körper Ketonkörper herstellt – so wohl die allgemeine Definition. Das wird daran liegen, dass über 50g KH/Tag in der Regel den Körper nicht zur Bildung von Ketonkörpern anregt.
      2) Das ist individuell verschieden, jedoch meines Wissens nach nie problematisch. Der Körper produziert in der Regel, was er braucht und wird nicht auf die Idee kommen, so viel Zucker zu basteln, dass dies problematisch wird.
      3) Das KANN Sinnn machen und das KANN funktionieren. Allerdings ist eine unterkalorische Ernährung immer mit dem Problem verbunden, dass möglicherweise der Stoffwechsel heruntergefahren wird. Wenn also aus irgendeinem Grund der Fettabbau nicht optimiert ist, kann es sein, dass trotz Fettreserve nicht genug Energie zur Verfügung steht. Das sind allerdings alles recht spezielle Feinheiten, darüber streiten die Gelehrten sich auch nocht. Was ich dir aus der Erfahrung vieler sagen kann: Kohlenhydratreduktion hilft fast immer, besonders dann, wenn man zuvor über 300g/Tag gegessen hat.

      1. Alexander

        Vielen Dank für die Infos! Das mit den 300 g Kohlenhydraten am Tag war bei mir durchaus der Fall. Ich fühle mich seit ich weniger davon esse wesentlich besser, auch wenn mein Arzt immer noch der Ansicht ist, ich würde mich damit zu Tode hungern.

  4. Jens Knobloch

    Verstehe ich es richtig, dass die Ketose durch Eiweiß-Zuführ verzögert wird?
    Würde mein Weltbild ändern.

    Zum Thema Halitose (vornehm für Mundgeruch, vulgus Mundgulli): Auf der Zunge wohne eine ganze Menge Bakterien, die sich in Ihrer Zusammensetzung der Nahrung anpassen. Deshalb wäre mein Tipp als erstes die Zungenreinigung (mit Zungenschaber oder Zungenbürste) zu hinterfragen. Ketose können einige Menschen in der Tat am Atem riechen, allerdings würde ich das nicht als Mundgeruch bezeichnen.

      1. Jens Knobloch

        Eiweiß und Ketose: Ich hätte das besser als Nachfrage markieren sollen. Auf diversen anderen Ernährungsseiten lese ich immer wieder, das Eiweißzufuhr die Ketose ebenfalls stoppen würde. Logisch erscheint mir das bei mäßiger Eiweiß- Zufuhr nicht. Bei andauernd hoher Eiweißzufuhr in Ketose dagegen könnte sich der Körper an das Eiweißknabbern zu gewöhnen, was dann wohl nicht gut wäre?
        Ist für die Ketose die Fettzufuhr erforderlich? Oder anders gefragt: Gehts schneller in die Ketose mit Fettzufuhr oder ohne?

        1. Felix

          Spannende Frage, auf die ich dir keine endgültige Antwort geben kann. Recherchiere dazu mal “Hasenhunger” – Fett sollte auf jeden Fall dabei sein, allein schon, weil es als Energiequelle sehr nützlich ist. Es kommt immer darauf an, was man unter “hoch” und “dauernd” versteht. Die meisten Fleischsorten haben auch immer ein wenig Fett usw.

          1. Rolf

            Hallo, es ist doch grundsätzlich so, dass man in den Zustand der Ketose nur durch Mangel an Kohlenhydraten gerät. In der Biochemie wird das Hungerzustand genannt. Da, wie weiter oben schlüssig beschrieben wird, zur Sicherstellung des Energiebedarfs nur noch Eiweiß und Fett zur Verfügung stehen, gibt es also keine andere Wahl. Eskimos ernähren sich ausschließlich von Fisch und Fleisch, leben ständig in Ketose und überleben damit.
            Zu Greg weiter unten: Um in den Zustand der Ketose zu kommen, muss man auf Kohlenhydrate verzichten. Glucose wird zwar zwingend für die Versorgung des Gehirns benötigt, und wenn sie aufgebraucht ist, das geht ziemlich schnell ohne weitere Zufuhr, setzt augenblicklich in der Leber die Gluconeogenese ein, bei der aus Muskeleiweiß Glucose produziert wird. Irgendwann werden dann die in der Ketose anfallenden Ketonkörper zur Sicherstellung des Energiebedarfs für Gehirn und Muskulatur verwendet

  5. Greg

    Ich beschäftige mich zur Zeit sehr intensiv mit LowCarb und habe eine Frage zur Ketose.
    Kann der Körper Energie immer nur entweder aus Ketose oder aus Glukose gewinnen, oder geht das auch parallel? (z.B. je nach Verbrauch und zugeführten Kohlehydraten im Verhältnis 50/50 oder 80/20)
    Muss man erstmal komplett auf alle Kohlehydrate verzichten, um die Ketose anzustoßen oder funktioniert das auch, wenn man eine zeitlang “zu wenig” Kohlehydrate ist?

    Und zum Sport: Werden meine Glykogen-Speicher auch durch die Ketose gefüllt?

    ich weiß, viele Fragen
    Gruß Greg

    1. Felix

      Hallo Greg,
      der Übergang zur Herstellung von Ketonkörpern ist fließend, die Energiegewinnung kann immer aus beiden Stoffen (Ketone, Glucose) geschehen. Ein kompletter Verzicht auf KH ist nicht nötig, lediglich hilfreich, um die “vollständige” Ketose schneller zu erreichen. Ob die Glykogenspeicher auch in Ketose gefüllt werden kann ich dir aus dem Stegreif nicht sagen. Ich kann es mir kaum vorstellen, denn die Glukoneogenese findet ja in erster Linie statt, WEIL die Glykogenspeicher leer und der Bedarf da ist. Das heißt es werden erstmal die Systeme versorgt.

  6. Ingrid

    Hallo Felix,
    Ich bin sehr begeistert über diese Seite. Ich ernähre mich seit Anfang 2010 Paleo (fast 100%) nachdem ich Citomegaluvírus und Epstein bekam. Mit der Paleo Ernährung habe ich mich langsam gesundheitlich verbessert so das ich nur vor paar Monate anfing “Sport” zu machen (Nordic Walking) oder eben Fahrrad fahren. Seit dem ich mich mehr bewege, habe ich ein sehr starken Mundgeruch (mein Patenkind fragt schon, Tante was hast du denn gegessen?) – ups…. da wurde ich aufmerksam…. nach deiner Meinung… woran kann es liegen? Azidose? Ich habe in der Zeit auch 8 Kilo abgenommen (mit dem Verzicht auf Brot, Nudeln, Zucker, Milch und Milchprodukten – außer Sahne). Ich bedanke mich für einen Kommentar! Alles Gute INgrid

    1. Felix

      Hallo Ingrid,
      Mundgeruch kann unzählige Ursachen haben (und überall zwischen Mund und Magen entstehen). Azidose würde sich auch anders bemerkbar machen, aber Ketose _kann_ es sein. Aber es gibt noch viele andere Möglichkeiten und da gibt es sehr viel auszuprobieren, leider habe ich da nur wenig Erfahrung. Es können einzelne Lebensmittel sein (z.B. Eier), ein Pilz, eine Entzündung etc. Ggfs könntest du einen Internisten konsultieren.

      1. Ingrid

        Hallo Felix

        Ich danke dir! Ich habe mir die Ketosticks besorgt. Vielleicht kommen sie heute. Wünsche dir noch ein schönes Wochenende! LG Ingrid

        PS: Ich esse fast jeden Tag 2 Eier. Ich bin davon überzeugt dass diese Ernährungsart für mich nur gutes gebracht hat. Hoffentlich bleibt es so!

  7. Mareike

    Hallo.

    Vielleicht habe ich es ueberlesen, aber wie lange dauert es idR um in die Ketose zu kommen? Ich habe gelesen, dass es 3 bis 5 Tage dauert, ist das in Etwa realistisch? Ich kann bei mir nie die Symptome feststellen.

    Gruss
    Mareike

    1. Felix

      Das hängt davon ab, wie du dich genau ernährst. Um es konkret und genau zu erfahren, kannst du in der Apotheke sog. Ketosticks kaufen und es über den Urin prüfen. Ich würde mir aber auch keine so intensiven Gedanken darum machen.

  8. Rosi

    Hallo Felix, seit ca 3 Monaten habe ich die Ernährung umgestellt und auch 7 Kg abgenommen.Leider bin ich z.Z. sehr durstig was kann ich tun? Meine Blutwerte sind ok.Sollte ich vielleicht weniger Fleisch und dafür mehr Gemüse essen?

    1. Felix

      Hallo Rosi. Das kann die verschiedensten Ursachen haben – und muss nicht schlimm sein! Allerdings koennten verschiedene Lebensmittel (z.B. rohe Zwiebeln) individuell auch zu einem erhoejten Durstgefuehl fuehren.

  9. Pingback: Amalgamvergiftung - Seite 4

  10. Étienne

    Jetzt weiß ich endlich warum ich so schnell so viel abgenommen habe (von 98KG auf 75KG innerhalb von ca. 3-4 Moanten). Ich muss wohl unwissentlich in Ketose geraten sein.

  11. Eddy

    Hallo Felix,

    ich ernähre mich seit grob März ’12 nach Paleo und mache dazu noch CrossFit. Habe damit 10 Kilo bis heute runter und einiges an Kraft aufgebaut.

    Das Problem ist nun, dass ich seit paar Monaten leider schlechten Atem habe. Was genau muss ich ändern? Es liegt an der Ketose oder?

    Danke für jeden Tipp

    1. Felix

      Schlechter Atem kann unzählige Gründe haben, oft sind es auch Magenprobleme oder eine beschädigte Darmflora – oder die Mundhöhle selbst. Insofern…schwer zu sagen. Du kannst ja mal die Ketose verlassen, testweise. Das würde ich vermutlich als erstes machen. Aber Mundgeruch würde ich eher mit KetoAZIdose in Verbindung bringen. Und wenn es das nicht ist – ab zum Arzt. Entweder von Oben nach Unten (Zahnarzt, HNO-Arzt, Internist) oder direkt zum Internisten. Tut mir leid, mehr wüsste ich da so auch nicht.
      Wie ist die Ernährung sond? Ausreichend buntes Gemüse für die Darmflora?

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  13. Rosi

    Seit 5 Tagen bin ich jetzt in der Umstellungsphase, weil ich endlich wieder gesund leben (v.a. ohne Zucker) und die unliebsamen Speckröllchen ins Nirvana schicken möchte. Wahrscheinlich merke ich momemtan auch die sogenannte “Low Carb Flu”, da ich mich seit Umstellungsbeginn ziemlich schlapp und kraftlos fühle. In meinem Gehirn pocht es ständig und irgendwie fühlt es sich nach einem regelrechten Loch dort oben drin an ;-)Hat das schon mal jemand auch so verspürt?
    Leider habe ich eine Fructose-, Histamin- und Sorbitintoleranz, daher kann ich nicht alle Rezepte sorgenfrei ausprobieren und genießen, aber vielleicht gehen ja sogar die Nahrungsmittelunverträglichkeiten mit der “inneren Reinigung” weg oder bessern sich, wenn man auf den ganzen anderen Schrott von bisher verzichtet…
    Ja, ich bleibe dran, denn ich will, es wird sich lohnen!

    1. Felix

      Hallo Rosi-
      dein Durchahltevermögen ist super. Ja, es wird sich lohnen. Im Urgeschmack-Forum kann man dir vielleicht noch besser helfen, dort gibt es viele Mitglieder, die vielleicht ähnliche Erfahrungen gemacht haben, wie du. Das Pochen kann ich selbst nicht nachvollziehen – aber sowas wird eben auch verschieden wahrgenommen.
      Ich drücke dir die Daumen und wünsche alles Gute!

    2. Susi69

      Hallo Rosi,

      ich habe gerade gelesen, dass Du u.a. eine Fructose-Intoleranz hast. Vor kurzem habe ich von meiner Heilpraktikerin erfahren, dass die meisten Menschen, die das haben, auch Kryptopyrrolurie (kurz KPU) haben. KPU ist eine Stoffwechselstörung bei der es zu einem chronischen Vitamin B6 und Zinkmangel kommt. Dadurch haben die Betroffenen diverse Symptome. Es gibt aber auch Menschen, die eine genetische Veranlagung für eine Fructose-Intoleranz haben. Dann hat man aber schon in der Kindheit Probleme damit.

      Infos zu KPU findest Du z.B. unter http://www.keac.de oder unter http://www.kpu-berlin.de/de/index.html

    1. Felix

      Hallo Maira,
      ob man die braucht hängt ganz von den Anforderungen ab. Als Sportler kann das je nach Ziel sinnvoll sein. In der Regel “braucht” man das aber nicht.

  14. Renate

    Es gibt ein sehr aufschlussreiches Buch von Peter Mersch, der sich intensiv mit der Ketolysefähigkeit des Gehirns beschäftigt hat. Der Buchtitel “Wie Übergewicht entsteht und wie man es wieder loswird” ist nicht optimal: das Buch überfordert den Laien, der sich von diesem Titel angesprochen fühlt. Und der “Fachmann” oder “Vorgebildete” erwartet bei diesem Titel nicht diesen Inhalt. Es geht um die Ketose und den gesundheitlichen Nutzen daraus. In seinem ersten Buch hatte er bereits über Heilungsmöglichkeiten der Migräne mittels Ketose berichtet (er ist Migräniker und lebt seit vielen Jahren so, dass er die Ketolysefähigkeit seines Gehirns stets aufrecht erhält).
    Nach seinen Erkenntnissen ist die Bezeichnung “Hungerstoffwechsel” irreführend, denn “Die Fähigkeit des menschlichen Gehirns zur Ketolyse (zur Nutzung von Ketonkörpern für die Energiegewinnung) ist Teil der normalen Energieversorgung des Gehirns und nicht nur eine Notfallmaßnahme in Energiemangelsituationen.”
    Zur Ketoaszidose schreibt er, dass diese selbstverständlich beim Diabetiker eine Gefahr darstellt. Beim Nichtdiabetiker entsteht dieser Zustand jedoch nicht dadurch, dass man längere Zeit in Ketose bleibt, sondern eher in der Umstellungsphase des Gehirns: solange das Gehirn noch nicht ausreichend Enzyme zur Umwandlung der Ketonkörper herstellt, weil unter unserer heute üblichen Lebensweise die natürliche Ketolysefähigkeit des Gehirns verkümmert ist und die Reaktivierung dieser Fähigkeit einige Zeit dauert, kann ein Zuviel an Ketonkörpern im Blut entstehen. Ist die Anpassung jedoch erfolgt, der Körper also auf die anfallende Menge an Ketonkörpern eingestellt, besteht die Gefahr der Ketoaszidose nicht mehr.
    Im letzten Teil des Buches untersucht er einige Ernährungsformen, u.a. die Steinzeiternährung, auf ihre “Tauglichkeit”, die Ketolysefähigkeit des Gehirns dauerhaft aufrecht zu erhalten.
    Sorry, dass das hier zur Buchbesprechung ausartet ;) Aber mir hat dieses Buch und die Erkenntnisse daraus viel gegeben und mich in meiner Art der Ernährung, eben der “Steinzeiternährung” bestätigt.
    LG Renate

  15. Sandra

    Ich kannte mich bisher garnicht mit Ketose aus. wusste auch ehrlich gesagt garnicht, dass es dafür einen Fachbegriff gibt. Ist aber wirklich interessant sich darüber mal genauere Gedanken zu machen. Ich kann mir garnicht vorstellen vollends auf Nudeln zu verzichten. Aber wenn man das wie eine Art Kur macht, bringt es auch was oder habe ich das nun falsch verstanden?

    1. Felix

      Also pauschal würde ich keine “Ketose-Kur” machen. Es kann in vielen Fällen helfen, unter anderem natürlich zur Gewichtsabnahme. Auch Bluthochdruck und Entzündungen können gelindert werden. Das aber, wie auch die antikarzinogene Wirkung etc ist ein genereller Effekt der Reduktion von Kohlenhydraten. Dafür MUSS es keine Ketose sein.

      1. Chris

        Felix, soweit ich weiß können Krebszellen nur dann nicht mehr mit der benötigten Glucose gefüttert werden, wenn man tatsächlich in der Ketose ist. Vgl. Hierzu die Studien von Prof. DR. Johanney Dietl, Universität Würzburg, der einige Studien zum Thema Ketose und Krebs durchgeführt hat.

          1. chris

            Hmm. Wirklich? Worin siehst du konkret den Unterschied? Antikarzinogen heißt, soviel ich weiß, dass Tumorzellen in ihrem Wachstum gehemmt werden. Genau das vermag die Ketose bei Tumorzellarten, die ihre Energie durch Glucose gewinnen.
            Man kann natürlich auch eine krebspräventive Lebensweise “antikarzinogen” nennen. Wo genau aber nun das 2. Paar Schuhe ist, würde mich noch sehr interessieren…?

          2. Felix

            Eben das sind für mich zwei verschiedene Paar Schuhe: Die Bekämpfung eines bestehenden Karzinoms und die Prävention der Entstehung.
            Die von mir befragten Fremdwörterlexika ziehen letztere Bedeutung vor bzw. nennen idR nur sie. Ich sehe da einen sehr großen Unterschied.

          3. Chris

            Vielleicht wäre es dann beim nächsten mal gut, Fremdwörter so zu definieren, dass sie jeder richtig versteht. Oder aber den deutschen Begriff zu verwenden. Oder eine Antwort zu geben, die den Unterschied deutlich macht statt einfach nur von 2 paar schuhen zu sprechen. Nur ein Vorschlag.

  16. SANDRA

    Also ich habe bei einer Atkins Diät die Erfahrung gemacht, dass ich keinerlei Einschränkung verspürt habe. 7Tage lang auschließlich Eiweiss und jeden Tag 3Stunden Tennis!–plus Theorie(Trainingsschein)
    Ich war damals echt begeistert, allerdings viel länger würde ichs ganz ohne KHs nicht versuchen, aus den oben genannten Gründen zur Ketoazidose..
    Allgemein fühle ich mich mit weniger KHs wesentlich besser und komme z.B. mit einem EW-Frühstück viel länger aus!

    1. Felix

      Danke für den Erfahrungsbericht. Mir geht es ähnlich: Morgens nur Eier, Mittags auch eher wenig KH, abends dann manchmal etwas mehr. Funktioniert dauerhaft super. Auch ganz ohne KH hat’s mal ‘ne Woche mühelos geklappt, aber das wurde mir dann doch zu langweilig.

  17. Marko.H

    Es gibt einige Marathonläufer die das ganze schon ohne KH probiert haben (habe ich so zumindest gelesen), und nach der Umstellung sich auch beim Laufen viel besser gefühlt haben.
    Dein KH Vorrat geht irgendwann beim Laufen mal zu ende wenn du zwischendurch nicht “nachfüllst”. Aber wenn dein Körper auf Fettstoffwechsel umgestellt ist, dann hat er ja auf grund des Körperfetts genug Reserven die er während des laufens anzapfen kann.
    Ich kenne mich mit den ganzen Zusammenhängen im Körper nicht aus, aber angeblich kann der Körper Fett sogar besser zur Energiegewinnung verwerten als Kohlenhydrate. Kann daran liegen das wir halt genetisch noch daran angepasst sind.
    Wenn unsere Vorfahren auf die Jagd gingen (wo sie auch lange strecken laufen mussten um die Beute zu verfolgen), dann haben sie ja auch nicht vorher und nachher einen Teller Nudeln gegessen.

    Auch für mich war es komisch beim Krafttraining als mein Körper mitten in der Umstellung war (weil man sich da etwas schlapp fühlt), aber jetzt geht es mir dabei super, und ich schaffe nicht weniger Gewichte als vorher.
    Und das ist ja für viele Leute aus dem Kraftsportbereich unvorstellbar, das man trainieren kann ohne haufenweise KHs zu schaufeln.

    1. Felix

      Als Sportler ist das mit der Ketose meines Wissens nach nicht ganz so einfach. Allerdings sind die “Carb-Load”-Orgien, also tagelang vor Wettberweben tellerweise Nudeln essen unfug. Denn so viele Kohlenhydrate bzw Glykogen kann der Körper nicht speichern. Soweit ich das sehe, ist Marathon eine eher aerobe Tätigkeit, verwendet also eher Fett als Energiequelle (uff, nicht dass ich das jetzt wieder verwechsele), insofern sind die KH da nicht ganz so kritisch, oder? Wieauchimmer: Die häufigste Empfehlung auch als Paleo-Kreisen hierzu lautet, vor und/oder nach der Anstrengung Kohlenhydrate zu essen, allerdings eben auch keine Unmengen.

      1. Chris

        Vielleicht sollte hier erwähnt werden, dass es sehr anspruchsvoll ist, in einer dauernden Ketose zu leben. Das braucht sehr viel Vorbereitung, gute Kenntnisse über den eigenen körperlichen Zustand, sehr gute Kenntnisse in den Bereichen Ernährung, Sport und Physiologie. Es genügt nicht, einfach mal drauf loszuessen, sondern man braucht eine genaue Nahrungsplanung, besonders was das Verhältnis von Fett zu Eiweiß betrifft, auch kommt es wiederum stark darauf an, welche Fette und Eiweiße man zu sich nimmt. Ich bin zwar kein Experte, würde aber gerne davon abraten, halbwissend und ohne gute Beratung resp. Beobachtung körperlicher Symptome und regelmäßiger Blutbildkontrolle ein Keto Experiment zu starten, ohne sich VORHER intensivst mit dieser Materie auseinanderzusetzen.

        Was das Thema Leistungssport und Ketose betrifft, würden einige Leute aus dem Bodybuilding-Bereich hier sicherlich ganz anders schreiben. Daher meine Bitte: Intensiv und kontrovers informieren. Mit Halbwissen schadet man – zu vorderst sich selbst.

          1. chris

            Es kommt natürlich sehr auf das persönliche Ziel an.
            Für mich anspruchsvoll ist a) die Umstellung des Stoffwechsels auf Ketose. Anspruchsvoll ebenfalls, das genaue Verhältnis von zuzuführendem Fett und Eiweiß für sich selbst zu berechnen. Anspruchsvoll ebenfalls, mögliche Mangelerscheinungen durch die Ketose (z.b. vitaminhaushalt, mineralienhaushalt im Körper) frühzeitig zu erkennen und mit sups entgegenzuwirken. Anspruchsvoll auch (für mich persönlich als Diabetiker) den Blutzuckerhaushalt zu jeder Zeit im Blick zu haben – das ist in der Ketose wesentlich anspruchsvoller als unter zufuhr von kohlehydraten. Anspruchsvoll auch, die Veränderungen im Körper taglich zu beobachten, zu messen, zu dokumentieren. Blutbild und andere physiologische Veränderungen im Blick haben – kann man nur dann, wenn man sich ein bestimmtes Grundwissen aneignet. Anspruchsvoll, mit den Nebenwirkungen umzugehen und darauf zu reagieren. .. usw.

            Finde es einfach etwas fahrlässig, ohne ausreichend wissen, was man da genau macht und welche physiologischen Veränderungen dadurch im Körper entstehen, in eine Ketose zu starten.

          2. Chris

            Dazu kommt noch die sorgfältige Auswahl passender Lebensmittel – also Öle, Fette, Nüsse, Obst, Gemüse, fleisch, fisch, Käse, quark usw. Das benötigt eine gute Planung, einiges an Zeitaufwand und eine abgestimmte Zusammensetzung der Lebensmittel. Auch das: durchaus anspruchsvoll.

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