Urgeschmack-TV Ep. 24: Wasser aus der Flasche?

Heute geht es um ein Thema, mit dem wir alle schon zu tun hatten: Wasser. In ihrer Gier hat es eine Industrie geschafft, tatsächlich ein völlig überflüssiges Produkt am Markt durchzusetzen und dabei die Umwelt nachhaltig zu schaden. Und das alles ist gesellschaftlich völlig akzeptiert. Ein paar Worte habe ich dazu im folgenden Video verloren:

Zugegeben: Ganz das gleiche scheint das Flaschenwasser doch nicht immer zu sein. Denn die meisten im Handel erhältlichen Wasser-Sorten schmecken absolut scheußlich im Vergleich zu Leitungswasser.

Wie bereits erwähnt bin ich durchaus weder der Einzige, noch der Erste, der diese Thematik anschneidet. Viele, viele andere Menschen haben dies bereits getan und dank der Möglichkeiten, die das Internet bietet, können wir diese Anregungen viel weiter verbreiten.

Viel besser als ich berichtet zum Beispiel dieser junge Mann - und er braucht dafür auch nicht so lange wie ich.

Natürlich sind konkret genannte Daten in diesem Bereich immer mit Vorsicht zu genießen. Dennoch dürfte das Prinzip klargeworden sein.

Mit etwas Humor betrachtet der großartige Lewis Black die Situation. Naja, vielleicht weniger mit Humor als vielmehr mit dem ihm so eigenen Zorn.

Im folgenden und letzten Video dieses Beitrags erläutert eine Dame den Kreislauf nochmal etwas ausführlicher. Spätestens jetzt dürfte klar sein, wie wenig Sinn es macht, Wasser in Flaschen  zu kaufen:

Auch hier gilt: Konkrete Zahlen sind mit Vorsicht zu genießen, auf beiden Seiten des Zaunes wird ja gerne mit Dramatisierungen gearbeitet. Verzerrte Darstellungen der Realität mögen kurzfristig die Aufmerksamkeit dem Anliegen gegenüber erhöhen, langfristig hilft das jedoch niemandem.

Vielmehr denke ich, sollten die Fakten unverändert auf den Tisch gelegt und die Entscheidung jedem selbst überlassen werden. Was helfen Regulierungen, Gesetze und Vorschriften, wenn niemand die Motivation dahinter versteht? Dies schränkt unser aller Freiheit nur noch mehr ein und verkompliziert unsere Leben. Statt Plastikflaschen (oder Wasser in Flaschen) zu verbieten, soll jeder Verbraucher sich selbst informieren, sich eine eigene Meinung bilden und seine Entscheidung treffen.

Also: Was meinen Sie? Halten Sie es nicht für sinnvoller, das Wasser günstig, beinahe kostenlos aus der Leitung zu trinken, statt ungeheure Energie zu investieren und sich das Leben selbst schwer zu machen?

Update 23.2.2011: Hier gibt es noch zwei Trailer zu einer neuen Dokumentation über dieses Thema.

Wenn Ihnen Urgeschmack gefällt oder hilft, würde ich mich über Ihre Unterstützung sehr freuen.

16 Kommentare zu “Urgeschmack-TV Ep. 24: Wasser aus der Flasche?

Bitte beachten Sie bei Diskussionen in den Kommentaren, dass am anderen Ende des Internets auch immer ein Mensch sitzt. Benehmen Sie sich bitte so, wie Sie sich auch gegenüber Menschen verhalten würden, denen Sie persönlich gegenüberstehen.
  1. Sas

    Hey Felix,
    ich habe auch keine wirkliche Lust mehr diese ganzen Kilos zu schleppen, denn wir trinken wirklich viel Wasser.
    Ich habe mir auch schon früher darüber Gedanken gemacht, denn als Kind kannte ich es gar nicht anders, als Wasser aus dem Hahn zu trinken.
    Das, was mich tatsächlich dann doch immer wieder schleppen lässt, ist der Geschmack des Wassers. Mir schmeckt das Wasser einfach nicht. Natürlich wurde auch ich inzwischen mehrfach von allen möglichen Seiten vor alten, bakterienverseuchten (etc) Leitungen gewarnt. Daher hab ich mich immer, angesichts des seltsamen Geschmacks, gefragt, ob nicht vielleicht doch was dran sein könnte, dass das Wasser aus der Leitung nicht das Beste ist.
    Vielleicht ist es ja auch nur so, dass eine andere Mineralzusammensetzung den veränderten Geschmack bewirkt und ich nur die Nase rümpfe, weil ich diesen nicht mehr gewöhnt bin. Trotzdem fühlt es sich seltsam an, Kraneberger zu trinken, wenn es seltsam schmeckt. Deshalb meine Frage:

    Gibt es irgendeine Art Schnelltest fürs Wasser, den Du empfehlen kannst? Keine Ahnung, Teststreifen aus der Apotheke oder sowas?
    Ich danke Dir im voraus, ich liebe deinen Blog :)

    herzliche Grüße,
    Sas

    1. Felix

      Hallo Sas – da kann ich nichts empfehlen. Für mich war ein solcher Test bislang nicht nötig, da ich das Wasser hier im Emsland kenne. Wenn ich umziehe, würde ich vermutlich auch so einen Test machen… und im Internet nach den Möglichkeiten suchen. Leider kann ich dir da nichts vorschlagen. Zumal etwaige Grenz- oder Richtwerte sich oft auch wieder auf zweifelhafte Ausgangsdaten beziehen.

  2. Sarah

    Hallo Herr Olschewski,
    ich hatte leider nich genug Zeit, um mir alle Kommentare, Hinweise und weiteren Infos zum Thema Wasser aus Flaschen anzuschauen (daher wird ihnen die kommende Info evtl. schon bekannt sein).
    Wir (als Selbstversorger)haben immer alles mögliche, wie Essen und Getränke in recycleten Glasflaschen und -gefäßen eingefroren, gekühlt und eingekocht. Leider haben wir aber erfahren, dass in den Deckeln von so manchen Flaschen und Gläsern ein Kunststoff namens PVdC verwandt wird. Von uns angeschriebene Firmen (u.a. auch aus der Bio-Branche) haben darauf verwiesen, dass dieses bei einmaliger Nutzung des Gefäßes nicht, bzw. nur im Rahmen der Grenzwerte diffundiere.
    Naja, wir benutzen jetzt auf jeden Fall nur noch Einmachgläser und Flaschen mit Glasdeckel und Naturkautschukring. Vielleicht finden Sie ja auch so eine Flasche (wie diese Bierflaschen der Firma aus dem Norden)für ihr Wasser…
    Beste Grüße und weiter so, toller Blog!

    1. Felix

      Vielen Dank! Ich nutze zum Einmachen auch nur noch Einmachgläser mit Gummi, einfach auch weil die Schraubdeckel recht schnell undicht werden. Ob das Diffundieren ein problem ist, solange der Inhalt nicht den Deckel berührt (was ja meist der Fall ist), wäre interessant. Ich nehme an, dass es dann kein Problem ist, weil die Luft isolierend zwischen Inhalt und Deckel wirkt.

  3. Stefan

    Hallo,

    da das Thema für mich gerade sehr aktuell ist, würde ich es hier gern noch einmal aufwärmen.

    Über das Thema Plastikflaschen müssen wir nicht reden; die kommen nicht in Frage!

    Ich bin momentan dabei Mineralwasser (aus Glasflaschen) mit (meinem) Leiungswasser zu vergleichen.

    Ganz einfach ist das nicht, da es ja bekanntermaßen nicht allzu viele Daten zu den Mineralwassern und den darin enthaltenen Schadstoffen gibt.
    Zumindest zur Uranbelastung habe ich zu allen (von mir) getesteten Wassern Werte gefunden. Da gibt es erhebliche Unterschiede! Die Werte schwanken zwischen 1/1000 und 25 Mikrogramm!
    Ein Blick auf die (sehr ausführlichen) Analysewerte meines hiesigen Leitungswasser: 1-7 Mikrogramm! Bedenkt man, daß der Grenzwert für Erwachsene bei 10 und Säuglingen bei 2 Mikgrogramm liegt und es Wasser gibt, deren Uranbelastung mehr als 1000-mal kleiner ist, kommt man (ich) doch ins Grübeln.
    Stoffe wie Quecksilber, Blei, Pflanzenschutzmittel uva. liest man in solch einem Bericht ebenfalls ungern. Naürlich liegen die Werte alle innerhalb der Grenzwerte, aber letztlich weiß ich nicht, wie diese im Einzelnen zu beurteilen sind.
    Darüberhinaus gibt es zahlreiche Stoffe und Chemikalien, für die solche Grenzwerte gar nicht existieren. Rückstände aus Arzneimitteln, Pflegeprodukten, Hormonen usw. Den Grenzwert für Uran gibt z. B. auch erst seit wenigen Jahren…

    Ich denke auch darüber nach einen Wasserfilter (Osmosefilter) zu kaufen. Zumindest der Hersteller behauptet, all diese Stoffe durch mehrstufige Filersystem herauszubekommen. Ich bin allerdings skeptisch und würde mich für deine/eure Meinung interessieren!

    Noch mal konkret:
    1: Wie sind Grenzwerte für Leitungswasser zu beurteilen und wie steht es mit Stoffen, für die es weder Grenz- noch Messwerte gibt?
    2: Inwieweit sind Wasserfilter (z. B. Osmosfilter) in der Lage das Problem zu lösen/reduzieren? Führen sie vielleicht selbst neue Probleme ein?

    Danke!

    1. Felix

      Hi Stefan,

      zu 1) Du musst immer bedenken, dass wir gerade in Deutschland etwaige Grenzwerte mit extrem viel Spielraum anlegen. Wenn an der Brücke steht, da dürfe nur ein Panzer drüber fahren, dann bräche sie erst zusammen, wenn vier gleichzeitig drüberfahren. Und so weiter.
      zu 2) Das kann ich dir aus eigener Erfahrung nicht sagen, ich baue sowas nicht und habe noch nie die Werte verglichen.

      Vor dem Hintergrund, dass auch schon Flaschenwasserhersteller erwischt wurden, die ihre Ware aus der Leitung befüllt haben, mache ich mir da auch keine Gedanken mehr. Du müsstest fairerweise jeden Monat dein Flaschenwasser testen lassen und es vergleichen zu können.

      Alternative: Du trinkst einfach das, wobei du dich am besten fühlst und vermeidest so den Stress und das Kopfzerbrechen über die Werte. Denn auch das ist ungesund.

  4. Mik

    Komisch!

    Ich kenne nur Leute, die mir sagen, dass sie niemals Leitungswasser trinken.
    Diese Leute kaufen schön den 6er Tray für nur 3,20 Euro + Pfand im EDEKA.

    Allerdings -oh WUNDER- trinken diese Leute auch Kaffee. Der Wasserbehälter der Kaffeemaschine wird unter dem Hahn mit Leitungswasser befüllt. Hm?! Ach, filtern Kaffeemaschinen neuerdings das Wasser clean? :/

    Super Video! :)

    Ich habe 2010 für Kalt- und Abwasser bei 58m³ um die 250,- Euro bezahlt.
    58.000 Liter Wasser für 250,- Euro. Das macht 0,00431… Euro je Liter aus. Die billigste Flasche Wasser kostet bei einem Liter 14 Cent + 25 Cent Pfand. :/ KOMISCH!

  5. Bettina

    Ich finde man sollte sich gut informieren bevor man einfach anfängt Wasser aus dem Hahn zu trinken! Nur weil man es nicht schmeckt heißt es noch lange nicht das es schadstofffrei ist…

    Ich will keine Werbung machen, deswegen nur ein Beispiel einer Lektüre die da weiterhilft:

    http://www.amazon.de/gp/product/3833499699?ie=UTF8&tag=reiselos-21&linkCode=as2&camp=1638&creative=6742&creativeASIN=3833499699

    Es gibt vieles was man sich durch den Kopf gehen lassen sollte bevor man einfach macht! Unser “Trinkwasser” muss gefiltert werden.

    Grüße, Bettina

    1. Felix

      Moin Bettina – schön und gut, aber bei all der Panik um unser stets hochgefährliches Trinkwasser bleibt dann die Frage, wie die Menschen nur so lange ohne gefiltertes, sterilisiertes und abgepacktes Wasser überleben konnten (und es noch heute tun).

  6. Pingback: Urgeschmack — Wasser auf die Mühlen…

  7. gronge

    Wasser ist etwas hochsensibles. Was nur teils erforscht und geprueft wird. Wer sich mit den verschiedenen biologischen chemischen und alternativen analytikmethoden auseinadersetzt. Eventuell auch noch Dr. emoto begutachtet. Dann sich Daniel Vitalis und eventuell noch David Wolf zum thema wasser anhoehrt und ansieht. Merk Wasser ist mehr Wasser. Wasser passt sich an, nimmt stoffe mit veraendert sich. speichert bewegung energien, sogar gefuehlen und auch geologische eigenschaften.

    Leitungswasser kann gut sein.Ist es oft nicht. Viele leute haben erfahren, das wenn sie besseres wasser besorgen, ihre gesundheitlichen leiden besser werden.
    Wasser speichert licht. Moderne Kläranlagen sind nicht perfekt und schon gar nicht urzeitgemäss.

    Du erwaehnst auch Mikrowelle, das ist aehnlich. Es geht um Struktur von Elementen. Jeh nach Art der Zbereitung ist alles anders. Und leitungswasser ist nicht so gut. Das findest du bestimmt raus wenn du genau sucht.

  8. Bleicke

    Hi Felix,

    Ich selbst bin auch seit Jahren vehementer Leitungstrinker. Und zwar aus Faulheit. Jeden Tag 3-5 Liter Wasser schleppen, wenn es aus der Leitung kommt? Ich bin doch nicht bescheuert.

    Zur ökonomischen Sache muss ich aber was sagen. Die Story of Stuff Tussi ist full of shit und versteht nicht, wie Märkte und Ökonomie funktionieren (nicht speziell in dem Video, ihr ganzes SoS Projekt). Auch in deinem Einleitungsparagraphen liegst du völlig falsch: Wenn Leute es kaufen ist, es kein überflüssiges Produkt, sondern eines, das Leute wollen. DU findest es sinnlos. Ich persönlich scheiss drauf. Aber es gibt wohl eine Menge Leute, denen die Plastikflasche und das Etikett viel wert sind.
    Genauso könnten die Flaschenwassertrinker sagen dass die Industrie mit Grasfeed-Produkten völlig sinnlose und überteuerte Produkte herstellt, die nur Idioten trinken, die gerne Aufpreise zahlen. Der Wert von Omega3-Fettsäuren und den Gesundheitsvorteilen ist, genau wie der Wert von Plastikflaschen und Etiketten, völlig subjektiv. Das einzige “sinnlose” Produkt ist eins, das keiner kauft.

    1. Felix

      Hey Bleicke. Klar ist das eine Frage der Perspektive – oder aber lediglich der Semantik.
      Der Vergleich zu Grassfed-Produkten hinkt meiner Ansicht nach: Bei hochwertigem Fleisch ist ein signifikanter Unterschied nicht nur im Ausgangsprodukt sondern auch in dessen Auswirkung messbar. Beim Wasser ist dies nicht der Fall.

  9. Fabian

    Hey Felix.

    Guter Punkt!

    Was Leute oft aufhorchen lässt: “Leitungswasser wird zweimal am Tag überprüft, die Quellen für Flaschenwasser nur zweimal pro Jahr.”

    Man muss allerdings sagen, dass das Wasser in manchen Großstädten schon seltsam schmeckt. Hier hilft eine Karaffe mit Kohlefilter weiter (da ist natürlich das Problem mit den Wegwerf-Kartuschen… zumindest sind die Karaffen aus Hartplastik… muss man selber entschieden wo die Priorität liegt).

    Die von Plastikweichmachern abgegeben Stoffe im Wasser wirken zumindest teilweise wie Östrogene im Körper. Abgesehen von besonderen Risiken für Schwangere und unvorhersehbaren Folgen für den Fötus, gibt es auch Theorien, die das als starke Mitursache für den Rückgang der durchschnittlichen Zeugungsfähigkeit bei Männern ausmachen. Das gilt aber natürlich für sämtliche Lebensmittel-Kunststoffgefäße wie Blisterverpackungen oder Omas geliebte Tupperdosen.

    Grüße,
    Fabian

    1. Felix

      Danke Fabian. Die Stoffe wirken nicht nur so, es sind tatsächlich Östrogene in Weichmachern enthalten, neben den übrigen Stoffen wie PBA usw.
      Ein großer Vorteil von z.B. Glasgefäßen ist auch, dass sie sich viel leichter reinigen lassen – nicht nur Flaschen, sondern jegliche Aufbewahrungsdosen. Ausserdem sind sie meist viel länger haltbar, lassen sich sowohl in der Mikrowelle, im Ofen als auch im Gefrierschrank verwenden. Die wenigsten Kunststoffe können dies bieten.

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