Säuren und Basen in der Ernährung

Das folgende Video erklärt sehr anschaulich die Rolle von Säuren und Basen in der Ernährung. Das Konzept ist ein weiterer Baustein zum Verständnis einer ausgewogenen Ernährung. Dabei wird weiter deutlich, welchen Einfluss Nahrungsmittel auf den Stoffwechsel haben und das Hormonsystem haben.

So ein “Food Target”, wie dies als Hilfsmittel am Ende des Videos gezeigt wird, ist natürlich nicht notwendig. Wer sich die beispielsweise eine Ernährung auf Basis der Evolution, zum Beispiel die Steinzeiternährung anschaut, der stellt fest, dass diese bereits weitgehend für einen ausgeglichenen pH-Wert sorgt.

Eine Zusammenfassung des Videos: Der menschliche Körper strebt stets ein ausgeglichenes Säure-Basen-Verhältnis um den pH-Wert 7 an. Nahrungsmittel haben verschiedene Einflüsse auf diesen pH-Wert. Limonaden, Cola, Kaffee aber auch Tierprodukte bilden im menschlichen Körper Säuren. Gemüse und Obst bilden tendentiell eher Basen. Zu beachten ist, dass ein saures Lebensmittel wie die Zitrone nach der Verdauung nicht zwingend säurebildend sein muss (konkret ist das Gegenteil der Fall).

Wird die Ernährung dominiert von säurebildenden Lebensmitteln, droht die Gefahr einer Übersäuerung und der Körper steuert automatisch gegen, indem er Mineralien freisetzt. Magnesium, Jod oder auch Kalzium helfen ihm dabei, wieder das Gleichgewicht zu erreichen. Das Problem dabei: Er muss diese Mineralstoffe abgeben und so kann ein Mineralmangel entstehen. Die Folgen daraus sind vielfältig, ein im Video genanntes Problem ist eine daraus folgende Schilddrüsenunterfunktion, die letztlich zu einem gestörten Stoffwechsel und Gewichtszunahme führen kann.

Soweit das Video. Die Lösung ist freilich nicht, auf sämtliche säurebildenden Lebensmittel zu verzichten, denn auch ein Kippen des Gleichgewichts in Richtung der Basen ist ungesund. Vielmehr ist eine ausgewogene Ernährung nötig. Mein Vorschlag wäre der Verzicht auf Limonaden und Kaffee, denn es ist davon auszugehen, dass allein ihr übermäßiger Verzehr Ursache für 95% der Problemfälle ist. Ohne sie stehen in einer ausgewogenen Ernährung die proteinhaltigen, säurebildenden Tierprodukte im Gleichgewicht mit dem überwiegend basenbildenden Obst und Gemüse.

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5 Kommentare zu “Säuren und Basen in der Ernährung

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  1. Paul

    Die Sache mit der ausgeglichen Säuren Basis Diät läuft wohl darauf hinaus, dass sich die Anhänger einfach gesünder ernähren. Ob der PH Haushalt eine signifikante Rolle dabei spielt darf bezweifelt werden.

  2. Caitanya

    Ich glaube, am Ende des Videos wird noch von einer Messung mittels Teststreifen gesprochen. Falls es sich um eine einmalige Messung handelt, ist diese nutzlos, da man für eine aussagekräftige Messung mehrere Messungen zu verschiedenen Tageszeiten benötigt und sich hier den Verlauf ansehen muss.

    Einen Mineralienmangel haben wir ausnahmslos wohl alle, sofern wir nicht entweder Mineralien dauerhaft gezielt “chemisch” supplementieren oder große Mengen Wildgemüse essen. Die Felder sind seit Jahrzehnten ausgelaugt wegen u.a. falscher Düngung. Die Mineralien müssen ja von irgendwoher kommen – normalerweise nimmt die Pflanze sie aus dem Boden auf. Bloß wenn da keine oder nicht mehr genügend drin sind…? Daher ist die Thematik mit der Übersäuerung wohl auch aktueller denn je.

  3. Caitanya

    Bei der Verbrennung von KH selbst fällt Säure an (Kohlensäure!).

    Dass Kaffee sauer wirkt, glaube ich nicht. Er enthält große Mengen Kalium. Er schützt sogar (ein wenig) vor Diabetes. Dass ein Kaffeeentzug sehr unangenehm (für ungesunde Leute) ist, hat damit zu tun, dass er auch sehr gute Wirkungen hat (Kalium und Antioxidantien etc.).
    Viele trinken ihn auch, weil sie zu wenig Magensäure haben (was auch zu Sodbrennen führen kann!) – und er dabei hilft. So hilft Kaffee indirekt Krankheiten vorzubeugen, die aus einem zu schwachen Verdauungsfeuer bzw. zu wenig Magensäure hervorgehen.

    Man kann auch nicht pauschalisieren, dass eine Zitrone basisch wirkt. Gerade Zitrusfrüchte oder anderes säurehaltige Obst wird nur bei heißen Außentemperaturen vollständig verstoffwechselt. Es hängt also auch von äußeren Faktoren ab, wie etwas wirkt. Vor allem wasserhaltige Früchte sind allgemein keine guten Mineralienlieferanten, also nicht sonderlich basisch wirkend.

    Insgesamt ist vieles individuell. Daher kann man Säure-Basen-Tabellen eher knicken.

    Dass Tierprodukte ausnahmslos säuernd wirken, glaube ich auch nicht. Das macht insgesamt keinen Sinn und widerspricht der Erfahrung jedes ketogen lebenden Menschen.
    Überhaupt scheint der ganze Vorgang der Übersäuerung sich viel komplexer abzuspielen – und zudem von vielen weiteren Umweltfaktoren, Denken und Stress abhängig.

    1. Felix

      Hallo Caitanya – natürlich kann man in der Kürze nicht alles und schon gar nicht vollständig vermitteln. Aber ein guter Überblick über die Problematik des Mineralienmangels ist dennoch gegeben. Was die Zitrone angeht, so ist diese natürlich im Vergleich unter gleichen Bedingungen zu betrachten. Äußere Einflüsse müssen bei einer modellartigen Betrachtung ab einem gewissen Grad gleichgesetzt werden.

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