Multiple Sklerose und Ernährung

Multiple Sklerose und ErnährungGlaubt man aktuellen Enzyklopädien, Verbänden und Vereinen, so ist Multiple Sklerose unheilbar und die Ursache für diese Krankheit unbekannt. Doch es häufen sich Hinweise auf einen engen Zusammenhang mit Ernährung. Einige Wissenschaftler und Betroffene haben die Erfahrung gemacht, dass sie durch die Art ihrer Ernährung den Krankheitsverlauf bremsen und sogar umkehren können.

Was ist Multiple Sklerose?

Multiple Sklerose (MS), auch als Encephalomyelitis disseminata bezeichnet, ist eine chronische, degenerative, entzündliche Erkrankung des Nervensystems, vornehmlich des Gehirns und des Rückenmarks. Dabei kommt es zu einer Beschädigung der Myelinscheiden, welche die Axone der Nervenzellen umgibt. Diese Schicht wirkt elektrisch isolierend, ihre Beschädigung führt zu einer Reihe von Symptomen.

In Folge einer Autoimmunerkrankung kann es so zu Sehschwäche, Muskelschwäche, Koordinationsstörungen und Zittern kommen. Die Krankheit kann stetig schleichend oder in Schüben erfolgen, Betroffene erleiden verschiedene Grade der Behinderung, landen jedoch nicht zwingend immer im Rollstuhl.

Was hat das mit Ernährung zu tun?

Dr. Loren Cordain hat schon vor einigen Jahren eine Verbindung zwischen der modernen, westlichen Ernährung und MS gezogen. Seine Theorie besagt im Wesentlichen, dass Hülsenfrüchte, Getreide, Nachtschattengewächse und Milch auf dem Weg einer Autoimmunerkrankung Multiple Sklerose verursachen oder begünstigen. Er bezieht sich dabei vornehmlich auf die Lektine in den genannten Lebensmitteln, welche die Darmwände beschädigen und durchdringen können und so durch den Blutstrom an Orte gelangen, an denen sie nichts verloren haben.

Im Detail legt er diesen Weg in einem ausführlichen Vortrag dar, den ich im Video bereits bei Urgeschmack vorgestellt habe: Dr. Loren Cordain über Multiple Sklerose und die Paläo-Diät. Im dort verlinkten, siebenteiligen Video finden Sie alle Details dazu. Durch den Verzicht auf lektinhaltige Lebensmittel könne demnach MS aufgehalten werden.

Aber stimmt diese Theorie? Dr. Cordain hat sich, wie jeder Mensch, schon einmal geirrt. Könnte dies nicht ein riesiger, jahrelanger Irrtum sein?

Das ist unwahrscheinlich, denn weder er selbst, noch seine Kollegen konnten seine Theorie bislang widerlegen. Vielmehr bestätigt sich immer wieder, dass die Ernährung ein Schlüssel zur Bekämpfung von MS sein kann.

Eines der prominentesten Beispiele dafür dürfte Dr. Terry Wahls sein. Diese Dame war selbst von MS betroffen, saß bereits im Rollstuhl und besorgte sich dann alle Studien, die sie zu dieser Krankheit finden konnte. Ihre Schlussfolgerung war eine relativ einfache Ernährungsumstellung, in deren Folge sie innerhalb weniger Monate wieder ohne Hilfsmittel laufen und leben konnte. Hier hält sie einen Vortrag zu ihrem Weg:

Das ist eine Anekdote von vielen, die bestätigt, dass offenbar Ernährung wirklich einen großen Einfluss auf Multiple Sklerose hat. Dr. Wahls sah schlecht funktionierende Mitochondrien als wichtigen Aspekt ihrer Erkrankung. Mitochondrien gelten als die Kraftwerke der Zellen und wenn sie nicht die nötigen Nährstoffe bekommen, dann liegt nahe, dass es zu Fehlfunktionen kommt. Dr. Wahls identifizierte diese Nährstoffe, größtenteils Vitamine, und stellt ihre Ernährung folgendermaßen um:

  • Täglich einen Teller voll grünes Gemüse wie Grünkohl oder Spinat als Quelle der Vitamine A, B, C, K, und Mineralstoffe
  • Täglich einen Teller voll schwefelreicher Gemüse aus der Kohlfamilie, Zwiebeln, Pilze und Spargel
  • Täglich einen Teller voll bunten Gemüses und Obst als Quelle für Antioxidantien
  • Wild gefangener Fisch oder Weidefleisch als Quelle für tierische Omega-3-Fettsäuren
  • Innereien (Leber, Herz, Niere) als Quelle für Vitamine und Mineralstoffe
  • Ausreichend Jod und Selen

Stark verarbeitete/behandelte Lebensmittel sowie Getreide und stärkehaltige Lebensmittel (darunter Kartoffeln und Mais) strich sie von ihrem Speiseplan.

Neun Monate später konnte sie bereits eine Fahrradtour von knapp 30 Kilometern bewältigen. Beachtlich, wenn man bedenkt, dass sie zuvor selbst für kürzeste Strecken ohne ihren Spezialstuhl zwei Krücken benötigte (EDSS-Grad ca 6.5 bis 7.0).

Fazit

Selbst wenn nicht jedes Detail geklärt ist und nicht jede Anekdote zur Allgemeingültigkeit gereichen kann: Was ist zu verlieren? Eine naturnahe Ernährung wie bei Urgeschmack empfohlen oder die Steinzeiternährung (Paläo-Diät) kostet nicht viel und birgt praktisch keine Risiken. MS-betroffene haben in der Regel kaum etwas zu verlieren – jedoch sehr viel zu gewinnen. Es scheint daher absolut ratsam, es einige Monate konsequent mit der beschriebenen Ernährungsumstellung zu versuchen.

Quellen und weiterführende Informationen:

Urgeschmack: Dr. Loren Cordain über Multiple Sklerose und die Paläo-Diät

Urgeschmack: Die Steinzeiternährung

Wikipedia: Expanded Disability Status Scale

Illustration: Quasar Jarosz

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24 Kommentare zu “Multiple Sklerose und Ernährung

Bitte seien Sie nett zueinander.
  1. Anita

    Hallo Felix,
    Ich bin auch auf diese seite gestoßen,
    Bin auf der suche ,unterwegs …
    Ich habe(MS) seit 17 Jahren ,anfangs war shlecht dan hat sich es wieder beruhigt nicht ganz aber das sind nur kleinigkeiten damit kan man leben ,,zum Glück !
    Ich mus sagen das ich nur die erste drei Jahren zwei drei verschiedene Terapien für kurze zeit bekommen habe (nicht vertragen ) Kortison war bei bedarf !
    Sonst nichts
    In letzte zeit ging mir nich besonderes ,
    die hormonen spielen auch verrückt
    MRT zeigte nichts neues ????
    Ich bin mir ziemlich sicher dass das mit hormonen zum tuen hat,
    UND
    In die letzten paar monaten haben wir mein man und die kinder FAST nur Kohlenhydratenreiche lebensmiittel gegessen , weizen nicht gut ,blödeweise dachte ich ,hauptsache kein weizen ????. Man sagte mir sowas . (als kranke mensch ) hört man auf vieles ????
    Brot sowieso VIEL,meistens nur Dinkel ,Kartofel ,Reis Fleisch kaum wenn dan Geflügel (wenig) mehr Fisch auch (Sardinien )
    Irgendwie habe ich dass gefühl dass diese enährungsumstellung mir persönlich überhaupt nicht gut getan hat und dazu gebracht hat dass ich mich schlechter fühle
    OK
    Jetzt meine Frage
    Ich bin von diese Paläo diät begeistert und binn sicher dass das hilfreich ist ABER
    ich habe schwierigkeiten jetzt im anfang WAS soll ich essen ,mein größtes problem FRÜSCHTÜCK!
    Darf man eier essen ? Wenn ja vieviel höchtens am Tag??
    Milch vertrage ich sowieso nicht LI trotzdem habe ich mich nicht ganz auf milchprodukte verzichter , bis jetzt, daher war für mich nicht schwer milch produkte auf die seite zu scieben.
    Wo finde ich infos ,was mir weiter hilft ,es gibt viele infos aber trotzdem ist es schwierig sich zu orientieren !
    Was darf ich alles essen ???
    Bitte entschuldigt mich für meinen langen Referat ????
    Aber ich brauche infoooos für dieses diät bei MS ,und will wenigstens versuchen , in Medikamentösen bereich bei MS davon halte ich NICHTs ,zumindest bis jetzt gibts nichts was hilft außer Gift !!!!
    Hoffentlich kommt was anderes was wirklich hilft und kein Gift ist !
    Liebe grüße
    und dankeschön im voraus

    1. Felix

      Hallo Anita,
      hier ein paar Gedanken:
      1) Was essen: http://www.urgeschmack.de/was-soll-ich-essen/
      1b) 30-Tage-Programm: http://www.urgeschmack.de/wiedergeburt-in-30-tagen/
      2) Autoimmunprotokoll: http://www.urgeschmack.de/was-ist-paleo-aip-autoimmunprotokoll/
      3) Frühstück: http://www.urgeschmack.de/palao-diat-fruhstuck/
      4) Davon abgesehen etwas zu Eiern: http://www.urgeschmack.de/sind-eier-gesund/
      5) Du darfst alles essen. Juristisch. Praktisch ist es Erfahrungssache, es gibt keine Standardlösung.
      6) Milch: http://www.urgeschmack.de/ist-milch-gesund/

      Gute Besserung!

  2. Anne

    Hallo Felix,

    seit ende 2013, haben die Ärzte gesagt, ich habe MS. Bin jetzt erst aber drauf gestoßen, das es an der Ernährung liegen könnte. Vielen Dank für die Informationen auf deiner Seite! jetzt wird ich mal sehen wie sich das in meinen Alltag einbinden lässt….
    Grüße Anne

  3. Mirjam

    Hallo Felix,
    vor 3 Jahren bekam ich die Diagnose MS und habe meine Ernährung nach den Empfehlungen der Rehaklinik umgestellt. In einigen Büchern und im Internet fand ich dann verschiedene “MS-Diäten” und viele Artikel zu Getreide und Milch u.a. auch viele Videos von dir, aus denen ich mir im August 2013 eine für mich plausible Ernähungsweise “zusammengebastet” habe. Leider scheint mir das auf die Dauer nicht gut zu bekommen, denn seit einigen Monaten häufen sich meine Migräneanfälle (obwohl ich Milch und Milchprodukte gar nicht mehr esse – außer ganz selten etwas Parmesan über die Nudeln, da ich Milch/-produkte schon vorher als Auslöser kannte) und die Fruktoseverdauung (ich leide an Fruktosemalabsorption und Sorbitunverträglichkeit) hat sich auch verschlechtert, obwohl ich mittlerweile auf Obst ganz verzichte und nur Gemüse mit einem geringen Fruktoseanteil esse. Auch habe ich jetzt meinen Fisch-/Walnuss- und sonstigen Eiweißanteil verringert, da ich gelesen habe, dass zu viel Eiweiß ein Migräneauslöser sein kann.
    Früher habe ich mich hauptsächlich von Kohlenhydraten ernährt.
    Ich bin jetzt total verunsichert und weiß gar nicht mehr, was ich essen soll/darf/kann oder was nicht. Ach ja und ich habe 8 Kilo abgenommen. Mein Gewicht liegt seit der radikalen Umstellung bei kanpp unter 49 Kilo bei 162 cm Körpergröße.
    Meine Ernährung nach der Umstellung
    Morgens: selbstgebackenes Brot aus einer Mischung Kartoffel- und Roggenmehl (manchmal auch noch Kartoffeln und Dinkelmehl), Chia-, Lein-, Hanf- und Sesamsamen, ganz wenig Butter – manchmal Halbfettmargarine (Deli Reform), selbstgemachtes Gelee aus Tee, Kokosblüten- u. Traubenzucker, 1 Tl Nachtkerzen- u. 1 Tl Leinöl
    Mittags: Hartweizen- oder Dinkelnudeln, Couscous, Bulgur oder Kartoffeln mit Karotten, Zucchini, Broccoli, Fenchel manchmal Erbsen/Mais/Rosenkohl (wenig), 1-2x/Woche Wildlachs o. Thunfisch, manchmal noch Salat dazu, Rapsöl. Je nach Menge des Gemüses Dextro Energen zur besseren Fruktoseverdauung – als Nachtisch manchmal Zartbitterschokolade oder 2-3 Gummibären o.ä.
    Nachmittags (nicht jeden Tag): selbstgemachte Walnussmakronen oder Walnusskuchen (Walnüsse, Kokosblüten- u. Traubenzucker – wenig, etwas Kartoffelmehl, Hanf-/Chiasamen), paar Mal im Jahr Kuchen vom Bäcker oder bei einer Einladung.
    Abends: Brot wie Frühstück, Gemüse in Aspik oder in Öl eingelegte Champignon oder Antipasti (was ich essen kann wg. Frktose) oder sauer eingelgtes Gemüse (rote Beete, Essiggurken usw.), Milchreis mit Reisdrink. Vor der vielen Migräne hab ich jeden Abend Fisch gegessen – Brathering, Rollmops, Heringssalat, geräucherter Bio-Lachs/Wildlachs
    Da ich nie satt bin, später noch Macadamianüsse (mitterweile auch als Migräneauslöser enttarnt, Kartoffelchips (selbstgemacht), noch ein Stück Kuchen, Reiswaffeln oder noch eine Scheibe Brot,je nach dem.
    Trinken: 1 1/2 – 2 Liter heißes Wasser/Tee
    Das mit dem Gertreide ist mir absolut einleuchtend, deshalb esse ich kein Vollkorn und auch kein Weizen”mehl” mehr. Ich bin wirklich ratlos. Was soll ich essen, wenn ich sämtliches Getreide weglasse? Obst vertrag ich kaum und wenn, dann nur nach einer Mahlzeit und nur einen Bissen davon, Gemüse nur bestimmtes und auch nicht in übermäßig großen Mengen und immer in Verbindung mit Brot, Nudeln usw.
    Ich hoffe, du kannst mir vielleicht einen Rat geben, wie ich mich MS positiv, fruktosearm und gesund ernähren kann. Ich verzweifle langsam wirklich. Immer Hunger, zu geringes Gewicht, ständig Migräne und die Probleme mit der Fuktoseverdauung machen langsam keinen Spaß mehr.
    Vielen lieben Dank im voraus.
    Mirjam

    1. Felix

      Hallo Mirjam,
      wäre ich an deiner Stelle, würde ich sofort und vollständig auf sämtliches Getreide verzichten. Roggen natürlich eingeschlossen. Hülsenfrüchte ebenfalls.
      Und dann würde ich zu reichlich Fett greifen und auch zu nährstoffreichen Tierprodukten wie Leber und Eiern und selbstverständlich, wie hier beschrieben, zu vielerlei Gemüse greifen.
      Aber sofort und auf der Stelle würde ich das Getreide weglassen.
      Grund:
      http://www.urgeschmack.de/ernaehrung-und-multiple-sklerose/
      http://www.urgeschmack.de/gluten/
      http://www.urgeschmack.de/lektine/

      Gute Besserung!

  4. Miriam

    Hallo Felix,

    seit 30 Jahren kämpfe ich jetzt schon mit Rheuma und seit 2007 ist noch MS dazu gekommen. Ich habe schon mal meine Ernährung komplett auf basisch umgestellt, aber nur 4 Monate durchgehalten weil mir einfach Fleisch und alle möglichen leckeren Sachen gefehlt hat. Meine Gelenkentzündungen sind in der Zeit allerdings fast völlig verschwunden und ich brauchte so gut wie keine Tabletten mehr. Da ich bei der MS, mit Ausnahme der Akuttherapie, von vorne herein die Medikamente verweigert habe nehme ich also nur hauptsächlich die üblichen Medikamente gegen die Gelenkentzündungen. Ich habe bisher einen unkomplizierten Magen und Verdauungstrackt. Alles funktioniert super ohne Probleme. Allergien habe ich glücklicherweise auch keine und außerdem noch einen niedrigen Blutdruck. Eine Darmspiegelung vor 2 Jahren blieb auch ohne Befund.

    Mein Physiotherapeut meinte ich solle mir doch mal Deine Seite und die Videos ansehen. Das habe ich am Wochenende vor 3 Wochen gemacht und gleich Montag angefangen meine Ernährung umzustellen. Ich war dann Dienstags bei einem Hofladen der Weidefleisch und eigenes Obst und Gemüse sowie weitere Bioprodukte verkauft. Da bin ich dann ergebnislos wieder gegangen, da ich mir diese Lebensmittel niemals leisten kann.

    Jetzt stellt sich mir also die Frage ob die Ernährungsumstellung überhaupt Sinn macht wenn ich auf die günstigen Lebensmittel vom Supermarkt und Discounter angewiesen bin. In den 3 Wochen habe ich festgestellt, dass selbst mit den billigen Lebensmitteln meine Ausgaben dafür gestiegen sind. Das kann ich aber gerade noch so schaffen. Ich Frage mich jetzt ob ich unter diesen Umständen überhaupt genug Vitamine und Nährstoffe bekomme, weil mir oft ein wenig schwindelig ist. Bis auf den Schwindel fühle ich mich aber ganz wohl damit. Ich habe im Forum bisher niemanden gefunden, der sich aus finanziellen Gründen auch kein Weidefleisch und Bio Obst und Gemüse leisten kann. Das scheint für alle kein Problem zu sein.

    Ich bin wirklich ratlos ob der Verzicht auf Müsli, Milch, Kartoffeln, Zucker und Brot unter diesen Umständen überhaupt Sinn macht. Meine finanzielle Situation wird sich definitiv nicht mehr verbessern, eher verschlechtern. Meine Söhne haben deshalb letzte Woche schon angefangen mir behindertengerechte Hochbeete zu bauen, in denen ich dann im nächsten Jahr Gemüse und Obst anbauen will. Himbeeren und Holunder gibt es sowieso schon. Glücklicherweise habe ich einen großen Garten der barrierefrei erreichbar ist.

    Außerdem frage ich mich ob mein Darmtrackt schwierigkeiten macht, wenn ich gelegentlich mal ein Hefeweizen genieße oder auf Familienfeiern ein Stück vom selbstgebackenen Kuchen.

    Ich habe mir auch Deinen Beitrag zu AIP angesehen. Gibt es schon Rückmeldungen von Menschen mit MS und / oder Rheuma die auch ohne den Verzicht auf Eier, Käse, Nüsse, Tomaten, Paprika etc. langfristig verbesserungen festgestellt haben?

    Wäre Super wenn Du mir Antworten würdest.

    Liebe Grüße
    Miriam

    1. Felix

      Hallo Miriam,

      du brauchst keine Bio-Lebensmittel. Irgendwo im Forum gibt es auch dazu schon einen Thread – aber das spielt hierfür keine Rolle: Es muss nicht Bio sein. Wichtig ist: Viel frisches, buntes Gemüse, nährstoffreiches Essen. Das geht auch mit Discounterware. Hier ein paar weitere Tipps dazu:
      http://www.urgeschmack.de/gesunde-ernaehrung-ist-nicht-teuer/

      Außerdem frage ich mich ob mein Darmtrackt schwierigkeiten macht, wenn ich gelegentlich mal ein Hefeweizen genieße oder auf Familienfeiern ein Stück vom selbstgebackenen Kuchen.

      Weizen bleibt Weizen. Wenn du keine akuten Probleme hast, kann dennoch ein Schaden bzw ein Problem entstehen. Du musst selbst entscheiden, ob es dir das Risiko wert ist. Was die Krankheit angeht, findet du in o.g. Video einige Hinweise.

      Es gibt auch Besserung ohne AIP. Es ist immer eine Frage, was man bereit ist zu tun und was im eigenen Rahmen möglich ist oder scheint. Wenn du einige Punkte nicht umsetzen magst, ist das kein Grund, alles aufzugeben. Die Ernährung ist sehr wichtig. Jedes Mahlzeit, jeder Bissen spielt eine Rolle.

      Gute Besserung!

  5. Jan

    Weiß jemand, warum es bei Frau Wahls tierische Omega-3-Fettsäuren sein müssen? Die gibt es doch auch aus Mikroalgen. (Nahrungskette: Algen > Krill > Fisch)
    Vielen Dank!

    1. Felix

      Praktisch alle pflanzlichen Omega-3-Fettsäuren liegen in der Form ALA vor und diese können vom Menschen nur mit ~5% Effizienz in EPA/DHA umgewandelt werden. Es soll in der Tat ein paar ALA-haltige Algen geben, abe rich gehe davon aus, dass sie der Einfachheit halber tierische Quellen angibt.

  6. Pingback: Multiple Sklerose und Ernährung (Urgeschmack-Podcast #25) — Urgeschmack

  7. Pingback: Gute Ernährung ist Balsam für das Gehirn - Fallbeispiel Dr. Wahls : Improved Eating

  8. Matilde

    Hallo Felix,

    ich bin MS’lerin und möchte meine Ernährung umstellen.
    Dabei irritieren mich einige Dinge.
    Einige Punkte der Paleo Diät,zu denen Terry Wahls + Dr.Loren Cordian + Roger MacDougall zählen,widersprechen dem,was Dr.Evers,Dr.Swank und generell was bei MS empfohlen wird zu essen.(z.B http://www.zks-ms.de/nachrichten/20120314-ernaehrung-multiple-sklerose.html )

    Bsp:Eier (kann ich eh wegen einer Hühnerei Allergie nicht essen)+ Fleisch
    Bei Paleo darf man so viel Eier+Fleisch essen wie man mag!
    Was ist mit Arachidonsäure?
    Dabei spielt es keine Rolle,ob artgerecht oder nicht.Arachidonsäure ist drin.

    Dr.Swank erlaubt Milch.Paleo nicht.
    Dr.Evers ist als “Körner Dr.” bekannt,der auf Vollkorn sowie Getreide generell steht.Paleo nicht.

    Bitte hilf mir.
    Ich weiss nicht,was ich tun soll!

    Danke dir

    1. Felix

      Hallo Matilde,

      du musst daran denken, dass es nicht den einen richtigen Zauberweg gibt. Alle genannten Ernährungen haben gemein, dass sie sich vornehmlich auch viel frisches Obst und Gemüse als Basis stützen. Ich empfehle darüber hinaus, nicht auf das zu schauen, was eine Ernährung “erlaubt” oder was man da “darf” -das sind hier ja keine Gesetze-, sondern eher darauf, was sinnvoll ist und funktioniert.

      Eier und Fleisch enthalten Arachidonsäure, das ist richtig – aber in der Menge eben doch abhängig davon, wie die Tiere gehalten und gefüttert werden. Davon abgesehen ist dies nur ein Stoff und man muss ihn in Relation zu den übrigen Lebensmitteln sehen, im Kontext. Denn es gibt praktisch “Gegenmittel” und auf die übrigen, wertvollen (und teils lebenswichtigen) Nährstoffe in Tierprodukten sollte man deswegen nicht verzichten.

      Mein Vorschlag ist, deine Ernährung um Gemüse und Obst kreisen zu lassen und dies mit Fleisch und Eiern aus einwandfreien Quellen zu ergänzen. Für eine gesunde Ernährung brauchst du zwingend ausreichend Fett und Eiweiß!

      Auf Milch würde ich verzichten, da diese diverse Probleme verursachen kann:
      http://www.urgeschmack.de/milch-pro-und-kontra/

    2. Kocsis Roswitha

      Hallo,
      habe meine Ernährung in Eigenregie umgestellt, nachdem ich vorher eine siebenwöchige eiweißfreie (-tierische) gemacht hatte; so zusagen hatte ich mich entgiftet, was nicht unbedingt einfach war, denn auch mein Darm musste dabei einige Schwierigkeiten; zusätzlich trank ich täglich eineinhalb Jahre lang Zistrosentee -morgens eine Tasse und abends eine Tasse- bekämpft Bakterien & Co. und hat positiven Einfluss auf die Darmbakterien/-Flora; Milch habe ich komplett von meinem Speiseplan verbannt und auch die meisten Milchprodukte -alle inzwischen auf unnatürliche Art verändert- , meine Devise ist alle so natürlich gehaltene Lebensmittel als möglich in den Speiseplan aufnehmen und auf Fleisch und Wurst weitgehend zu verzichten; Zudem so viele Naturprodukte als möglich zu sich nehmen, die von Natur aus entzündungshemmend wirken, wie schwarzer Holunder (z.B. als Saft ohne Zucker oder Süßungsmittel oder Aspartam & Co.), Ingwer, Meerettich in mögl. natürlicher Form etc.; Es ist ein weites Feld und letztendlich sollte man wirklich auf die eigene Intuition und auch Logik hören; Tatsache ist, dass ich auf meine ganz eigene Weise meine MS damit in den Griff bekommen habe, wenn nicht sogar zum Stoppen, denn mir blieb keine andere Wahl, als mit möglichst geringen Geldmitteln zu agieren; ich hatte seit 2010 jährlich zwei schwere Schübe, 2001 den ersten schweren -Gehirn ausgenommen- der mich erst einmal in den Rollstuhl verfrachtet hat; von 2oo1 bis 2010 war ich eigentlich weitgehend beschwerdefrei, bis mich stressbedingte Lebensumstände 2010 zu einer Sehnerventzündung führten; ich habe die Schulmedizin in Anspruch genommen, da man ja im akutem Stadium ziemlich hilflos ist; doch inzwischen bin ich frei davon, mache alles mit Ernährung, möglichst wenig Stress, den man ja nicht immer vermeiden kann im Leben, ach ja, und habe 2012 mit dem Rauchen aufgehört; nun bin ich schon seit Frühjahr 2012 beschwerdefrei und durch die konsequente Ernährungsumstellung auch wieder agiler (körperlich wie auch geistig); Also: auf möglichst naturnahes Essen achten und -kleine Sünden verschönern das Leben und berühren die Seele- nicht auf alles muss man für den Rest seines Lebens verzichten; ausprobieren und irgendwann dann selber ein Kochbuch mit Rezepten füllen, und vor allem nicht den Mut verliere, zu mehr Eigenständigkeit und auch Bauchgefühl;
      Grüße von Rosi

      1. Felix

        -kleine Sünden verschönern das Leben und berühren die Seele-

        Kann man es dann eigentlich “Sünde” nennen? Ich denke nicht.

        Meinen Glückwunsch zur Umstellung!

  9. Marc-André Huß

    Das hat nichts, aber auch gar nichts mit Wunderheilung zu tun. Die Ernährung hilft einfach der Immunregulation. Das lässt sich biochemisch, neuro-endokrinologisch und medizinisch-mikrobiologisch nachvollziehen und macht natürlich, da es sich bei MS um eine Autoimmunerkrankung handelt, Sinn. Ob man sich dem bisherigen therapeutischen Ansatz unterzieht oder nicht, bei der Ernährungsumstellung in Richtung der oben von Felix erklärten, hat der Erkrankte nichts zu verlieren. Daher sollte es für jeden einen Selbstversuch wert sein. Es geht schließlich um die Gesundheit.

  10. André

    Anektdoten sind keine Beweise. Seine [Cordain] Aussagen müssen nicht wiederlegt werden, er hat sie zu belegen. Immer schön Vorsichtig sein bei solchen “Wunderheilungen”!

  11. Andreas Erich Leininger

    Hallo Felix.

    Nur kurz. Bei meiner Frau zeigte sich schon nach drei Wochen eine Veränderung zum Positiven.
    Die gesamte Familie hat übrigens die Ernährung seit August 2012 auf Paleo gepolt.
    Seit dieser Zeit hat sich alles in eine positive Richtung entwickelt.
    Gewichtsreduktion, Lebensqualität usw.
    Bin übrigens 56 Jahre “alt” und fühle mich seither wie neu geboren.
    Wir leben seit 15 Jahren in Norwegen eigentlich eine Diaspora in punto Steinzeiternährung. Aber dennoch, alle unsere Bekannten hier sind sehr erstaunt über unsere körperliche und auch geistige Veränderung.
    Deine Seite ist sehr informativ und ich bin ein begeisterter Leser.
    med vennlig hilsen Andreas

    1. Felix

      Hej Andreas – danke für dein Feedback und meinen Glückwunsch zur Besserung.

Kommentare geschlossen.

Vielen Dank für Ihren Kommentar. Aufgrund deren Vielzahl kann ich leider nicht immer auf jeden einzelnen reagieren. Zugunsten der Mitleser und der Diskussionskultur lösche ich Kommentare ohne Themenbezug und Kontext. Einige Kommentare muss ich manuell freischalten. Dies geschieht in der Regel binnen 48 Stunden, in Ausnahmefällen binnen zwei Wochen.