Lebensmittel optimal aufbewahren: Gefäße

Lebensmittel optimal aufbewahrenDas Essen ist zubereitet. In der Küche steht das Werk mehrstündiger Arbeit, vorgekochte Mahlzeiten für die kommenden Tage oder Reste eines zu groß angesetzten Essens. Mal wieder so richtig gehamstert. Ein erhebendes Gefühl, es schmeckt köstlich – doch wie lässt sich dieser Wert am besten bewahren? Nicht immer besteht die Möglichkeit zu einer frischen Mahlzeit, doch dank der Verbreitung moderner Technik lassen sich einmal zubereitete Mahlzeiten mühelos aufwärmen und genießen, als kämen sie frisch aus der Sterneküche. Damit es jedoch dazu kommen kann, muss die Aufbewahrung stimmen.

Für die Lagerung von Lebensmitteln findet sich praktisch bei jedem Discounter regelmäßig eine Reihe von Plastikdosen, die der Volksmund auch gerne mit dem Markennamen zusammenfasst, der mit "T" anfängt und mit "upper" aufhört. Berühmt und berüchtigt als Frühstücksdosen, Vorratsdosen oder Brotdosen fallen in diese Kategorie unzählige Produkte unterschiedlicher Materialien und Ausführungen. Doch erfüllen diese ihren Zweck alle gleich gut?

Die optimale Lagerung

Die Anforderungen an ein entsprechendes Gefäß klingen heutzutage wenig kompliziert: Der Inhalt soll möglichst lange frisch bleiben, vor Umwelteinflüssen geschützt und zwecks Transportfähigkeit auch wirklich dicht eingeschlossen sein.

Die meisten Produkte erfüllen diese Anforderungen auch. Doch es gibt weitere wichtige Details zu beachten, um das liebevoll zubereitete Essen auch wirklich bestmöglich zu lagern.

Das optimale Material zur Lagerung von Lebensmitteln ist offenbar nicht Kunststoff, sondern Glas. Dafür sprechen verschiedene Argumente.

1. Glas ist chemisch inert

Das bedeutet: Es reagiert chemisch nicht. PVC, BPA und Weichmacher sind im Zusammenhang mit Kunststoffen zurecht Reizworte geworden sind, weil entsprechende, gesundheitlich bedenkliche Stoffe aus dem Material austreten und in das Essen übergehen können. Die gesamte Problematik besteht im Falle von Glas nicht. Glas macht nichts mit dem Essen. Wer also viel Mühe investiert hat, um sein Essen genau so zu gestalten, wie es sein soll, der vertraut es am besten einem Glasgefäß an, damit es auch so bleibt.

2. Glas ist geruchs- und geschmacksneutral

Das hängt natürlich direkt mit Grund #1 zusammen: Glas reagiert nicht, verändert also auch nicht den Geschmack oder das Aroma des enthaltenen Essens.

3. Glas hat eine hohe Wärmeleitfähigkeit

Glas leitet Wärme wesentlich besser als die relevanten Kunststoffe. Lebensmittel, die im Kühlschrank gelagert werden, kühlen dadurch wesentlich effizienter und bleiben dementsprechend länger frisch.

4. Glas ist hygienischer, da leichter zu reinigen

Viele Kunststoffgefäße nehmen schon nach kurzer Zeit Farben oder Gerüche der darin gelagerten Lebensmittel an. Eine wirklich vollständige Reinigung mutet in solchen Fällen praktisch unmöglich an, die Rückstände scheinen sich in Poren oder zwischen Unebenheiten festzusetzen. Dementsprechend bleiben potenziell mehr Keime zurück und künftig darin gelagerte Lebensmittel verderben schneller.

5. Glas ist robust

Die meisten Glasgefäße dieser Art eignen sich zugleich auch zum Erhitzen der Lebensmittel zum Beispiel in der Mikrowelle. Während viele Plastikgefäße sich beim Erhitzen verformen, verfärben oder gar Blasen werfen, halten die meisten Glasgefäße der Hitze problemlos stand. Speziell bei jahrelangem Gebrauch wird dieser Unterschied sehr deutlich, denn das Glas wird, anders als einige Kunststoffe, durch das Erhitzen nicht spröde und funktioniert praktisch wie am ersten Tag.

6. Glas ist langlebig

Durch starke Stöße kann Glas zerbrechen. Doch der Vergleich zwischen je einem auf den Boden fallenden Glas- und Kunststoffgefäß ist irreführend, da dies nicht dem Verwendungszweck entspricht. Im normalen Gebrauch, das heißt zur Lagerung und zum Transport von Lebensmitteln zum Beispiel zum Arbeitsplatz, erweisen sich Glasgefäße als langlebiger als ihre Kunststoffkollegen.

7. Glas ist unendlich recyclebar

Glasgefäße sind potenziell umweltfreundlicher als Kunststoffgefäße. Potentiell, weil dies nur dann der Fall ist, wenn sie dem Recycling zugeführt werden. Dann nämlich kann Glas unendlich oft wiederverwendet werden. Im Falle aktuell verbreiteter Kunststoffe bleibt nur sehr ineffizient und aufwändig verwertbarer Plastikmüll.

Die Kehrseite

Gibt es auch Nachteile bei Glasgefäßen? Sicherlich. Glasgefäße sind in der Regel schwerer als solche aus Kunststoff. Und Glas lässt sich nicht ganz so beliebig formen wie Kunststoffe. Am ehesten sichtbar ist dies bei den Deckeln bzw. Verschlüssen: Es ist praktisch unmöglich, ein Scharnier aus Glas herzustellen. Wie also die jeweilige Dose dicht verschließen?

Die optimale Lösung

Die einfachste Lösung ist pragmatisch: Das beste aus beiden Welten kombinieren und ein Glasgefäß mit Plastikdeckel verwenden. Heben sich dadurch nicht alle Vorteile auf? Nein.

Denn die Lagerung des Lebensmittels findet im Glasgefäß statt. Der Deckel liegt oben auf, schließt sicher und kommt nicht mit dem Lebensmittel in Berührung. Das Problem der Reinigung und der chemischen Reaktion kommt praktisch nicht zum Tragen. Und durch den meist entstehenden Kunststoffrand um die Glasschüssel herum ist ein zusätzlicher Schutz gegen Stöße gegeben.

Die "Umweltsünde" ist bei Verwendung nur eines Plastikdeckels wesentlich verringert, zumal auch die Langlebigkeit profitiert. Denn zum Erwärmen in der Mikrowelle wird zuvor der Deckel abgenommen und somit geschont.

Welche Glasdose ist die beste?

Bereits in diesem Video hatte ich auf die Produkte der Firma Luminarc hingewiesen. Dieser französische Hersteller bietet robuste Glasdosen mit Kunststoffdeckel in verschiedenen Größen und Formen an. Diese sind tauglich für Mikrowelle, Gefrierschrank und Spülmaschine. Ich selbst benutze sie seit Jahren und habe nichts daran auszusetzen, außer vielleicht, dass ich nicht genug davon habe.

Es gibt auch (wenige) andere Hersteller – die habe ich aber bislang nicht getestet. Einigen Berichten zufolge scheint es so, als würden die Luminarc-Produkte auch unter anderem Namen angeboten.

Die beste Glasdose erfüllt genau ihre persönlichen Ansprüche. Mit eckigen Dosen lässt sich der Platz im Kühlschrank effizienter nutzen, runde Schüsseln hingegen sind per Hand minimal einfacher zu reinigen.

Einen Großteil des Luminarc-Angebots finden Sie auch bei Amazon. Darunter Sets in verschiedenen Größen. Vorsicht: Es ist immer ärgerlich, wenn die Schüssel gerade ein wenig zu klein ist. Daher empfehle ich, eher zu den größeren Boxen zu greifen. Hier einige Vorschläge

Diese Links sind sogenannte Affiliate-Links. Da bedeutet, dass Amazon mir beim Kauf eines entsprechenden Artikels einen kleinen Betrag gutschreibt. Ihnen entstehen dadurch keine Mehrkosten und ich habe so die Möglichkeit, einen Teil der mir durch diese Website entstehenden Kosten zu finanzieren. Beachten Sie dazu bitte auch den Hinweis unten auf der Seite Küchengeräte.

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8 Kommentare zu “Lebensmittel optimal aufbewahren: Gefäße

  1. Rubi

    Aufbewahren in Glasgefässen mit PLASTIKDECKEL?? Find ich ziemlich inkonsequent.

  2. Leila

    wir verwenden in unserem sehr großen (bis zu 10 Personen) und nachhaltig-biologischen Haushalt seit ca. 15 Jahren ausschließlich Glas für Vorräte, auch zum Einfrieren von Flüssigleiten, und zwar Gläser, die mit verschiedensten Produkten gekauft werden(Honig, Essig, etc…) und sind damit absolut zufrieden und kostengünstig unterwegs, und wenn das Glas dann wirklich mal schadhaft wird, ab in die Recyclingtonne, Nachschub ist immer (gratis) vorhanden

  3. Karen Schöler

    Ja, das leidige Plastikthema… Ich habe grade meine gesamte Plastikpalette ausgesondert und durch Glasbehälter ersetzt! Ich bin 100% zufrieden!

    weitere Hersteller:
    emsa clip&close Glas
    Glasslock
    lock&lock Glas

    weitere Bezugsquellen:
    amazon / eBay / esmayer gastrobedarf / KochForm / HSE24 / avocadostore

    Paleotische Grüße
    Karen

  4. Axel

    Hey Felix,

    worin frierst du die Lebensmittel ein? Suppen oder Brühen gehn ja schwer im Glas weil das ja springt.

    Grüße Axel

    1. Felix

      Brühe fülle ich kochend heiß ab und mache sie so ein. Hat bislang immer mindestens ein halbes Jahr gehalten. Suppe friere seltenst ein und wenn dann würde ich einen Beutel nehmen.

  5. Cervelat

    Ich habe solche Gefäße mal zufällig in Frankreich im Supermarkt gekauft (wo sie auch etwas billiger waren ;-)) und bin immer noch sehr zufrieden damit. Sie sind etwas einfacher, haben nur einen normalen Deckel,nicht so einen mit Gummi innen und Seitenteile zum Runterklappen außen, aber meine Deckel halten auch dicht. Allerdings ärgere ich mich wirklich, dass ich nicht mehr davon gekauft habe, nur vier, sie sind echt soooo praktisch!!

Kommentare geschlossen.

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