Die Ethik des Fleischverzehrs

Der Mensch hat eine Verantwortung seiner Umwelt gegenüber. Sei es aus purem Mitgefühl, aus Freude an der Natur oder schlicht aus Interesse daran, auch künftig noch Nahrungsmittel bekommen zu können. Das betrifft jeden einzelnen von uns: Ohne Natur verhungert der Mensch.

In der Welt bestimmt sich die Wahl des Nahrungsmittels schlicht durch das Angebot. Sind reichlich Beutetiere vorhanden, steigt die Raubtierpopulation. Gibt es zu wenig zu essen, schrumpft auch die Zahl der Jäger wieder, bis sich der Beutetierbestand erholt. Das gleiche gilt selbstredend für Pflanzenfresser.

In seiner extremen Anpassungsfähigkeit hat der Mensch es in weiten Teilen der Welt geschafft, seine Versorgung mit Nahrungsmitteln so stabil zu strukturieren, dass er solche für ihn ehemals natürliche Abhängigkeiten (scheinbar) zu überwinden in der Lage ist.

In eben diesem Luxus erlaubt sich der Mensch die freie Wahl. Und er stellt sich zusehends die Frage, ob es korrekt ist, ob es richtig ist, ob es ethisch vertretbar ist, Fleisch zu essen.

“Ist es in Ordnung, dass ein Wesen stirbt, damit ich essen kann?”

Die Vermeidung von Tierqualen steht bei der ethischen Begründung für Veganismus (oder andere Formen des Verzichts auf Tierprodukte) oft an noch höherer Stelle als der Tod des Tieres. Das mag daran liegen, dass der Tod Teil des Lebens ist, er trifft früher oder später jedes Lebewesen. So eignet er sich schlechter als Argument gegen den Fleischkonsum: Denn Lebewesen werden weiterhin sterben.

Die Natur kennt keine Paragraphen; der Stärkere gewinnt. Somit ist das Töten eines Tieres einer anderen Spezies auch kein Mord. Denn Mord ist eine Erfindung im Rechtssystem des Menschen, das er als Regelwerk für seine Zivilisation nutzt. Als Opfer kommen nur Artgenossen in Frage. Das ist auch gut so, denn sonst würde der Mensch sich der Natur schutzlos ausliefern. Wenn eine Mücke an sein Blut will, kann er sie töten, ohne sich dafür vor Gericht verantworten zu müssen. Es bleibt die Tötung.

Andere Tiere stellen sich die moralische Frage des Tötens nicht. Sie überleben. Geparden fressen Gazellen. Löwen töten sogar andere Löwen und Löwenjunge. Auch Primaten, zum Beispiel Schimpansen in Uganda, führen gegeneinander Krieg, töten und essen dabei ihre Artgenossen. Ameisen melken Blattsauger. Katzen spielen ein gerne als grausam bezeichnetes Spiel mit sterbenden Mäusen.

“Andere Tiere stellen sich die moralische Frage des Tötens nicht.”

All dies kann jedoch keine Entschuldigung oder Rechtfertigung für das Verhalten jedes einzelnen Menschen sein. Jeder Mensch muss sich Gedanken um Tiere und Umwelt machen. Und sei es nur, um auch zukünftig weiter mit Nahrung, gar mit Fleisch versorgt werden zu können. Der Mensch muss aus eigenem Interesse für Nachhaltigkeit sorgen. Dabei ist die Frage, wie die Lösung dafür aussieht, zunächst sekundär (und Thema eines anderen Beitrags). Was für eine Welt wollen wir unseren Nachkommen, unseren Kindern hinterlassen?

Den Verzicht auf Fleisch damit zu begründen, man wolle keinem Lebewesen Leid oder Tod bereiten, scheint mir schlecht durchdacht. Was ist mit den vielen Mäusen und Käfern, die bei der Getreideernte von Mähdreschern getötet werden? Was ist mit den Vogelarten, die aufgrund der pflanzlichen Monokulturen keinen Lebensraum mehr finden? Was ist mit den vielen Mikroben, Käfern, Würmern, die durch zerstörte Böden ihren Lebensraum verlieren? Unsere Häuser und Straßen, zentrale Bestandteile unserer Zivilisation besetzen (und versiegeln) den Boden, auf und in dem früher andere Lebewesen florierten. Der Mensch steht wie jedes andere Tier in Konkurrenz mit anderen Spezies. Jedes Blatt Salat, das wir essen, könnte stattdessen eine Raupe ernähren. Es ist nicht allein das Fleisch, das Leben kostet. Es ist das Leben als solches.

Wer mit dem Argument auf Fleisch verzichtet, durch seine Ernährungsweise keinem Tier schaden und die Umwelt schützen zu wollen, muss auch die Frage beantworten, warum er es dann akzeptiert, dass für das Obst aus Übersee, das er stattdessen isst, die Umwelt (und somit auch die Tierwelt) transportbedingt belastet wird. Oder warum er dem Kaninchen den Salat weg isst.

Mit anderen Worten: Damit ein Lebewesen essen und leben kann, muss immer ein anderes sterben. Und sei es eine Amöbe auf dem Grünkohl (der für sich natürlich auch ein Lebewesen ist). Leben und Sterben, Wachstum und Verfall. Das ist das unausweichliche Gesetz der Natur.

Bewusstsein und Differenzierung

Ich habe Respekt vor jedem Leben, ganz gleich ob es tierischer oder pflanzlicher Natur ist. Daher sehe ich keine moralische Überlegenheit darin, meinen Respekt auf Wirbeltiere oder gar Säugetiere zu beschränken. Der Mensch hat einen Platz im Ökosystem und in der Nahrungskette. Und er hinterlässt zwangsläufig seine Spuren, er verbraucht Energie und Nährstoffe. Er hat jedoch in weiten Grenzen die Wahl, wie groß dieser Verbrauch ausfällt, wie er die Umwelt beeinflusst und wie er mit anderen Tieren umgeht.

Eine pauschale Betrachtung wie sie leider viel zu oft ins Feld geführt wird (zum Beispiel Fleisch sei grundsätzlich Tierquälerei) kommt für mich nicht in Frage. Sie mag im Mittel zutreffen, geht jedoch trotzdem an den Tatsachen vorbei.

Kann ich akzeptieren, dass Hähnchen in der konventionellen Zucht systembedingt ihr gesamtes, rund 30-tägiges Leben in ihrem eigenen Kot stehen und unter Verhaltensstörungen und schmerzhaften Krankheiten leiden? Auf keinen Fall. Wie muss bei dieser Bewertung also die Konsequenz eines logisch denkenden Menschen aussehen? Kein Geflügel aus konventioneller Zucht zu kaufen.

Kann ich damit leben, dass ein Tier seiner Art gerecht glücklich aufwächst und mit einem gezielten Schlag oder Schuss schmerzfrei aus dem Leben gebracht wird, um dann bestmöglich als Nahrungsmittel verwendet zu werden? Ja, wenn ich mich mit eigenen Augen davon überzeugt habe. Die Tötungsmethoden des Menschen funktionieren im Mittel wesentlich zuverlässiger und qualfreier als beispielsweise der Kehlbiss von Raubtieren.

Auch das Konzept der Kumulation von Leid und Leben fällt mir schwer zu akzeptieren. Wenn es eines Menschen Ziel ist, so wenig Tod und Leid zu verursachen wir möglich, warum isst er dann viel Getreide und andere pflanzliche Lebensmittel, durch deren Anbau viele kleine Tiere zu Schaden kommen, statt einen einzigen Blauwal zu erlegen, dessen Fleisch ihn sein Leben lang versorgen würde? Schließlich wäre damit nur ein einziges Tier gestorben, rechnerisch wäre dies demnach die beste Entscheidung. Zweifelsohne kann dies keine Lösung sein, jedoch verdeutlicht es die Fragwürdigkeit der Beschränkung auf pflanzliche Lebensmittel.

Fazit

Für die mächtigste Spezies des Planeten ist die Frage nach der Ethik des Fleischverzehrs ein Problem, das sich der Mensch selbst aufgeladen hat. Jeder Mensch sollte darüber nicht nur selbst entscheiden, er muss darüber selbst entscheiden. Doch genau da liegt das Problem. Denn solange Fleisch nur aus Gewohnheit verzehrt wird, oder weil es so üblich ist, hat eine Auseinandersetzung und eine bewusste Entscheidung nicht stattgefunden.

Wer sich seine Rolle im Ökosystem nicht bewusst macht und konsequent handelt, ist mitverantwortlich für dessen Zerstörung. Er oder sie muss sich den Vorwurf gefallen lassen, ein Wegseher zu sein.

Update: Die weitere Diskussion findet im Forum statt.

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48 Kommentare zu “Die Ethik des Fleischverzehrs

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  2. Florian

    sorry, auf der china studie seite war kein platz mehr für fragen!
    gruss an alle fleischzeitmenschen ;)

  3. Florian

    ist fleisch essen denn nun notwendig / gesund oder nicht???
    das ist das einzigste was mich letztlich intressiert.
    antworten?
    belege?

    1. Felix

      Hi Florian,
      Fleisch zu essen ist nicht zwingend notwendig, um zu überleben. Eine gesunde Ernährung ohne Fleisch ist möglich, muss jedoch sorgfältig durchgeführt werden um unter anderem mit allen wichtigen Aminosäuren und besonders Vitamin B12 versorgt zu werden. Eine Ernährung ganz ohne Tierprodukte gesund durchzuführen ist um ein Vielfaches schwieriger und es sind schon viele Veganer daran “eingegangen” und letztlich wieder beim Fleisch gelandet.

  4. reno

    Bin per Zufall auf diese Seite gestoßen und habe mich schon etwas darüber gewundert, wie du selbst anhand einer eher fragwürdigen Kritikern (die übrigens selbst kritische Kommentare zu ihrer Kritik an Colin Campbell auf ihrem Blog löschen lässt) pauschal von Schlampigkeit anhand der Datenanalyse sprichst. Das Buch ist im übrigen eine Kooperation und beinhaltet neben der Datenanalyse von einer der größten Datensammlungen auch Erkenntnisse aus dem medizinischen Bereich, welche, und das ist mittlerweile unbestritten – einen Zusammenhang zwischen Diabetis Herzkrankheiten und hohem Konsum von Fleisch und Milch belegen. Sogar Krebs wird immer mehr in Zusammenhang gebracht, und hättest du die Studie gelesen, dann wäre das Kapitel zum Thema Dickdarmkrebs sicherlich nicht entgangen.

    Darüber habe ich mich dann aber noch nicht gewundert:

    “Die Natur kennt keine Paragraphen; der Stärkere gewinnt. Somit ist das Töten eines Tieres einer anderen Spezies auch kein Mord.”

    Die Natur kennt keine Paragraphen, aber die Natur des Menschen kennt so etwas wie Ungerechtigkeitsempfinden und das Gefühl der Grausamkeit, welches vermieden werden soll. Wenn der Mensch sich auf die Stufe von Tigern und Löwen stellt und es letztendlich nur um das Fressen und Gefressen werden geht, dann stellt sich mir die Frage, warum hier überhaupt das Wort Gnade oder ähnliches in den Mund genommen werden soll, welche moralischen Standards hier überhaupt noch Geltung haben? Gegen Tiere in Massentierhaltung bin ich, klar, aber letztendlich muss dem Tier halt die Kehle durchgeschnitten werden, so ist das, so war das, so wird es immer sein. Selbst, wenn es nicht mal notwendig ist, sprich, wenn ich auch ohne das Töten von Tieren nicht verhungern werde.
    Philosophisch-logisch steht dein Gedankengerüst auf sehr wackelingen Beinen. Ratsam und notwendig ist da wohl nur noch die Harte Keule in Form von einem netten Ferienaufentalt im Schlachthof, oder gerne auch gleich neben dem verblutenden Bioschwein, das ist dann alles ganz Paleo natürlich. Mann, mann, mann

    1. Felix

      Moin reno,
      “Zusammenhang zwischen Diabetis Herzkrankheiten und hohem Konsum von Fleisch und Milch”
      Schade, ich dachte mittlerweile hätte jeder mitbekommen, dass es einen Unterschied gibt zwischen “Zusammenhang” und “Ursache-Wirkung”. Daraus, dass in den Jahren, in denen mehr Eiscreme verkauft wird, auch die meisten Menschen von Haien angegriffen werden, würdest du also folgern, dass der Verzehr von Eiscreme zum Angriff durch Haie führt?

      “Natur des Menschen kennt so etwas wie Ungerechtigkeitsempfinden und das Gefühl der Grausamkeit, welches vermieden werden soll.”

      Ja und? Es wäre schon toll, wenn du da etwas kontext geben würdest. Beziehst du dich auf die Ungerechtigkeit und Graumsakeit den Vögeln, Raupen und Klein-Säugetieren gegenüber, die aufgrund des Anbaus pflanzlicher Lebensmittel ihren Lebensraum verlieren?

      “warum hier überhaupt das Wort Gnade”

      Kontext bitte.

      “letztendlich muss dem Tier halt die Kehle durchgeschnitten werden, so ist das, so war das, so wird es immer sein.”

      Interessante These. Entspricht allerdings nicht den Tatsachen. Aber wofür sollte das relevant sein? Da fehlt mir auch wieder der Kontext, sogar zum vorhergehenden Satz. Eine zusammenhängende Argumentation wäre da sehr hilfreich.

      “wenn ich auch ohne das Töten von Tieren nicht verhungern werde.”

      Die Schublade “wenn du xyz richtig gelesen hättest” ist ja eher dein Niveau, daher: Erläutere mir bitte, wie du dich ernähren kannst, ohne dass dafür ein Tier getötet wird. Bitte.

      “Philosophisch-logisch steht dein Gedankengerüst auf sehr wackelingen Beinen.”

      Ja, und weil?

      “Ratsam und notwendig ist da wohl nur noch die Harte Keule in Form von einem netten Ferienaufentalt im Schlachthof”

      Wieso sollte ich einen “Ferienaufenthalt im Schlachthof” machen? Dein Text weist leider viele kausale Lücken auf.

  5. Marius

    Hallo,

    ich habe mir deine Homepage angeschaut und viele Texte gelesen. Einige interessante Kommentare und Antworten ebenso.
    Für mich geht es hierbei nicht um die Rechtfertigung dessen was ich als vegan lebender Mensch tue (Käfer, Transportwege des Obstes, etc.). Es geht mir darum, da ich denkender Mensch bin und weiterhin hier leben möchte, wie ich möglichst wenig Zerstörung/ Leid verursachen kann.
    Sofern wir die Tiere nicht essen müssen (und das müssen wir aus eigener Erfahrung nicht), werde ich versuchen zu verhindern das sie getötet werden. Mich verbinden viele persönliche Erfahrungen mit verschiedenen Tieren. Fast jeder kennt das Gefühl der Freundschaft zwischen Mensch und z.B. Hund oder Katze. Da ich mich zu den Tieren in unserer gemeinsamen Welt verbunden fühle, fühle ich mich verantwortlich sie vor unnützer Tötung zu schützen und vor allem diese nicht durch Bezahlung oder im Auftrag zu verursachen. Aus diesem Zusammenhang kann man lesen das ich die Tierwelt in Freundschaft und Mitgefühl sehe. Nebenbei sei bemerkt das unser Mitgefühl eines der großen Stärken der Menschheit ist. Daher kann ich es nicht tolerieren wenn jemand in irgend einer Form (in Hinblick auf unsere heutige Entwicklung – wir müssen es nicht) schreibt das es in Ordnung sei, Tiere zu töten und zu essen. Das sage ich übrigens über jeden meiner Freunde.
    Und ich glaube auch das es gut und sinnvoll ist das wir uns heute soweit entwickelt haben, das wir komplett auf das Trinken von Muttermilch einer anderen Art, oder das Töten und essen von Tieren verzichten können. Zugute einer fortschrittlicheren Ernährung die aus meiner persönlichen jahrelangen Erfahrung die bessere Alternative ist. Und ich habe über Jahre jeden möglichen Weg (Fleischverzicht, Verzicht auf Tierprodukte, Fleischverzehr) selbst gelebt.

    Viele Grüße

    Marius

    1. Felix

      Hallo Marius,
      sag’ mir bitte, welche Nahrung du zu dir nimmst, durch deren Produktion kein Tier Leid erfährt oder stirbt. Und was bitte ist “unnütze Tütung”?

      1. Marius

        Ich ernähre mich vegan mit dem Bewusstsein das auch hier Tiere leiden können oder sterben durch die bloße Produktion. Dennoch glaube ich das dies der Weg des zumindest geringsten Übels ist, den ich in dieser Welt wählen kann. Mit unnützer Tötung meine ich das bewusste Töten von Tieren obwohl Alternativen zur Verfügung stehen. Ich frage mich wie lange das noch bei logischem Menschenverstand zu rechtfertigen ist. Das ist als sage man: “Ich muss dich zwar nicht töten, aber ich entscheide mich dafür!” Ich möchte das vermeiden und lasse es solange ich es nicht muss.

        1. Felix

          Marius, du ernährst dich also in dem Bewusstsein, dass durch die Produktion deiner Lebensmittel Tiere sterben oder Leid erfahren. Wo ist denn dann der Unterschied zwischen dem von dir definierten “unnützen Töten” und deiner Entscheidung?

  6. Milena

    Hallo Felix,

    “Kann ich damit leben, dass ein Tier seiner Art gerecht glücklich aufwächst und mit einem gezielten Schlag oder Schuss schmerzfrei aus dem Leben gebracht wird, um dann bestmöglich als Nahrungsmittel verwendet zu werden? Ja, wenn ich mich mit eigenen Augen davon überzeugt habe. Die Tötungsmethoden des Menschen funktionieren im Mittel wesentlich zuverlässiger und qualfreier als beispielsweise der Kehlbiss von Raubtieren.”

    –> leider habe ich noch keinen Menschen aus meinem Umfeld getroffen, der “mit eigenen Augen” beobachtet hat, wie das Stück Steak/Tier aufgewachsen und geschlachtet worden ist… die meisten kaufen doch eingepacktes Fleisch im Supermarkt und wollen noch nicht einmal wissen, woher es kommt (meine Erfahrung).
    Unser Fleisch/ die Leichen in Deustchland kommen zu 98% schließlich aus der Massentierhaltung. Die Nachfrage bestimmt den Markt.

    Das eigentliche, unausgesprochene Problem ist doch einfach die Überbevölkerung des Planeten. Dies ist meiner Meinung nach die Ursache der ganzen Problematik.

  7. Bernd

    Hallo Felix,
    Du schreibst “Die Vermeidung von Tierqualen steht bei der ethischen Begründung für Veganismus (oder andere Formen des Verzichts auf Tierprodukte) oft an noch höherer Stelle als der Tod des Tieres. Das mag daran liegen, dass der Tod Teil des Lebens ist, er trifft früher oder später jedes Lebewesen. So eignet er sich schlechter als Argument gegen den Fleischkonsum: Denn Lebewesen werden weiterhin sterben.”. Ersetze mal das Wort “Tier” in Deinen Ausführungen durch “Mensch” und Du kannst diese Argumentation nicht mehr aufrecht erhalten, sie erscheint lächerlich, es sei denn, Du bist bekennender Speziesist. Falls Du sie aufrecht erhalten willst, müsstest Du auch das Töten von Menschen in Betracht ziehen, um satt zu werden und Deinen Gaumenkitzel zu genießen, solange sie nur vorher ihrer Art gerecht glücklich aufgewachsen sind. Wie pervers Deine Aussage ist, solltest Du spätestens jetzt erkennen.
    Weiter schreibst Du “Andere Tiere stellen sich die moralische Frage des Tötens nicht.”. Andere Tiere haben überhaupt nicht die Möglichkeit, sich dieser Frage zu stellen. Sehr wohl hat aber der Mensch die Möglichkeit. Und die sollte er auch nutzen. Es geht nicht darum, alles Leid auf der Welt konsequent zu verhindern, das ist auch nicht möglich. Aber es geht darum, soviel Leid zu verhindern, wie es einem möglich ist.
    Du schreibst “Ich habe Respekt vor jedem Leben, ganz gleich ob es tierischer oder pflanzlicher Natur ist.” Anscheinend hast Du aber mehr Respekt vor menschlichem Leben als vor Tierleben, denn Du schreibst: “Kann ich damit leben, dass ein Tier seiner Art gerecht glücklich aufwächst und mit einem gezielten Schlag oder Schuss schmerzfrei aus dem Leben gebracht wird, um dann bestmöglich als Nahrungsmittel verwendet zu werden? Ja, wenn ich mich mit eigenen Augen davon überzeugt habe. Die Tötungsmethoden des Menschen funktionieren im Mittel wesentlich zuverlässiger und qualfreier als beispielsweise der Kehlbiss von Raubtieren.” Ersetze hier wieder das Wort “Tier” durch “Mensch” und erkläre mir bitte, warum das Leben eines Menschen in Deinen Augen über dem Leben eines Tieres steht, obwohl Du ja angeblich Respekt vor jedem Leben hast! Du widersprichst Dich hier selbst und solltest die von Dir dargelegte “Ethik” noch einmal gründlich überdenken.

    1. Felix

      Moin Bernd,
      zum ersten Absatz deines Kommentares: Du schlägst mir Kannibalismus als Ernährungsgrundlage vor und bezeichnest meine Argumentation im gleichen Atemzug als pervers. Welch Ironie.
      Abgesehen davon, dass wir Gesetze haben, die so etwas verbieten: Kennst du ein anderes Säugetiert, dass Kannibalismus als Ernährungsgrundlage betreibt? Ich kenne keines. Selbst über das Reich der Säugetiere hinaus kommt das höchst selten vor. Das hat evolutionsbilogische Gründe: Es gilt das Prinzip der Arterhaltung. Warum sollte ein Tier seine Artgenossen fressen, wenn diese doch für den Fortbestand der Art notwendig sind? Wie die meisten anderen Omnivoren Lebewesen auch ernähre ich mich daher vornehmlich von anderen Spezies. Dabei bevorzuge ich weder die Spezies der Tiere, noch die der Pflanzen.
      Dein zweiter Absatz: Du möchtes “soviel Leid verhindern, wie es einem möglichst ist”. Lass mich bitte wissen, wie du Leid misst. Gibt es da eine Einheit? Irgendeine internationale Norm? Wie wird Leid gemessen? Wie wird es definiert? Leidet eine Katze, die von einem Auto überfahren wird und auf der Stelle tot ist mehr als ein Kopf Salat, der langsam mit einem Messer in zwei Hälften geschnitten wird? Und mehr als das Kaninchen, das verhungert, weil das Haus, in dem du wohnst auf der Fläche steht, von der es sonst satt würde? Es würde mich sehr interessieren, wie du das zu definieren und messen gedenkst.
      Zum dritten Absatz: Netter Versuch, aber das ist ein Strohmann-Argument. An keiner Stelle im Text habe ich geschrieben, dass in meinen Augen des Leben eines Menschen über dem eines Tieres stehe. Da müsstest du beim Lesen schon aufpassen, bevor du hier wilde Behauptungen aufstellst.

  8. Widow

    Hallo allerseits!

    Habe die Seite und die Kommentare durchgelesen, und muss zugeben dass ich immernoch sehr verwirrt bin. Ich weis einfach nicht was ich noch essen soll/kann, ohne irgendetwas zu schaden. Der reine Vegetarismus mit Tofu scheint ja auch schädlich zu sein, alleine schon deswegen weil geldgeile Leute meinen ihren Soja auf ehemaligem Regenwaldboden anbauen zu müssen. Aber Fleisch? Davon essen gerade wir Deutschen zu viel. Nein, ich bin kein vehementer Vegetarier, dennoch bin ich der Meinung dass einfach viel zu viel Fleisch gegessen wird, und es dann auch total günstig sein muss. Was ich einfach eine Frechheit finde, wenn ich bedenke dass da 1. ein Lebewesen stirbt und 2. der Bauer nicht gerade wenig Aufwand hat so ein Tier bis zur Schlachtung großzuziehen.
    Aber wie gesagt, was kann man denn dann essen? Die einzige Möglichkeit die ich als Stadtmensch hier sehe ist einen eigenen Bauernhof zu beziehen oder aufs Land zu ziehen, und mir dort die Bauern zu suchen. Denn irgendwelchen Videos glaube ich leider so auf Anhieb nicht, ohne es selbst gesehen zu haben. Nicht solange die Menschheit von Geld und Macht dominiert wird.

    Habt ihr tipps? Kann ich überhaupt noch was essen? Oder ist meine Existenz als Mensch grundsätzlich böse, um es mal total krass auszudrücken? Danke für eure Meinung!

    1. Felix

      Hallo Widow – danke für deinen Kommentar. Ich kann dir versichern: Mit dem Mensch-sein hat das nichts zu tun. Es ist einfach ein Fakt des Lebens auf unserem Planeten, dass mit jedem leben auch Tod verbunden ist. Damit ein Wesen essen kann, muss ein anderes sterben. Das ist der Kreislauf des Lebens – Gedeih und Verderb. Völlig egal was du isst, jemand anderes hat immer das Nachsehen. Auch eine rein pflanzliche Ernährung ist auf die Arbeit und den Tod von Tieren angewiesen. S.a. hier:

      http://www.urgeschmack.de/wo-kommt-das-gemuese-her/

      Du kannst grundsätzlich alles essen. Dass du keinem Video glaubst und alles mit eigenen Augen sehen willst, ist ein sehr guter Schritt zur eigenen Mündigkeit – so übernimmst du selbst Verantwortung für deine Ernährung. Hier auf urgeschmack.de findest du zahlreiche Artikel und Hilfen dazu. Zum Beispiel auch hier, ganz akut für deinen Fall:

      http://www.urgeschmack.de/ein-guter-vorsatz-fur-das-neue-jahr/

      Und da du das so machen möchtest, empfehle ich, als nächstes hier nach einem Bauern zu suchen:

      http://www.urgeschmack.de/adressen-von-hoflaeden/

      Alles klar? Wenn du noch hilfe brauchst, schreib einfach oder melde dich im Urgeschmack-Forum.

  9. Dirk

    Felix, bei der Gründüngung wird keine Wiese umgegraben und zu Ackerland umfunktioniert. Man pflanzt auf einem Acker Sonnenblumen (dient den Vögel auch als Nahrungsquelle), Senf, Lupinen, Ölrettich, Raps etc. an. Die Pflanzen werden aber nicht geerntet sondern werden in den Boden eingearbeitet. Man kann die Pflanzen auch geschickt mit der nächsten Anbauart kombinieren und so unerwünschte Pflanzenschädlinge vertreiben. Außer der neuen Humusbildung wird auch der Bodenerosion entgegengewirkt.

    Ich habe Dir auch keine Frage gestellt… ich bat Dich um eine Stellungnahme wie Du Dir in unserem dicht besiedelten Land eine reine (ganzjährige) Wiesenhaltung vorstellst. Im Winter ist ja das Grasland sehr nährstoffarm, d.h. Du musst dann die Tiere wiederrum mit Getreide und Hülsenfrüchten füttern.

    Völlig daneben ist auch Deine Anmerkung zur Möglichkeit der veganen Hundeernährung. Der Hund ist ein Haustier und schon mehrere tausend Jahre an den Menschen gebunden. Oftmals hatten diese Menschen nicht Fleisch zur eigenen Ernährung zu essen. Der Hund bekam deshalb oftmals die Reste. Mein Opa erzählte mir z. B., dass sein früherer Hund oft Milch mit Brotresten bekam (was bestimmt keine tolle Nahrung war). Ein Hund kann man sehr wohl sehr gut vegan ernähren… man muss sich aber über die notwendigen Nährstoffzuführung informieren. Und was soll daher meine Aussage mit der Ernährungsform der Wildtieren zu tun haben.

    Nochmals zum eigentlichen Thema (obwohl die anderen Ausführungen auch im kausalen Zusammenhang zum eigentlichen Thema stehen). Du hast hier ein Propaganda-Filmchen eines ach so “netten” Schlachters eingestellt und nun meinst Du, dass Deine ethische Ernährungsauffassung die allerbeste sei. Erstens entsprechen die gezeigten Schlachtszenen bestimmt nicht der Wahrheit und der Umgang mit den Tieren kann ohne Kamera und Zeugen ganz anders aussehen. Die Vorgänge in den (deutschen) Schlachthäusern (auch in der Biofleischherstellung) sehen ganz anders aus. Ich denke auch, dass man als Schlachter mit der Zeit sehr abstumpft, da “Handwerk” mit wiederholenden Tötungen und unschönen Zerleguungen zu tun hat.

    Im Hinblick auf die Tötungen bei Erntevorgängen muss ich Dir zudem mitteilen, dass clevere Ingenieure bereits Schutzgeräte für Erntemaschinen entwickelt haben. Leider sind diese nicht gesetzlich als Pflichtbestandteile vorgeschrieben. Eine weitere Möglichkeit ist auch die Vergrämung vor dem Erntevorgang, was gesetzlich auch glaube ich vorgeschrieben sein müsste. Aber ob sich jeder Bauer gewissenhaft daran hält, wage ich auch (zumeist Zeitmangel) zu bezweifeln. Es können bestimmt auch weitere Hilfsgeräte entwickelt werden, die Tötungen oder Verletzungen bei Erntevorgängen vermeiden oder zumindest erheblich reduzieren.

    1. Felix

      Dirk, es tut mir leid, ich kann dir nicht helfen. Du unterstellst einem Schlachter, den du nicht kennst, Lügen, weil dir ein Video nicht passt. Was soll man da noch machen?

      Deine gewünschte Stellugnnahme, wie ich mir das also vorstelle mit der ganzjährigen Weidehaltung: Du musst wissen, dass ich ein Mensch der Praxis bin, mir also nicht nur irgendwelche Sachen ausdenke, sondern mir Modelle im realen Leben anschaue. So wie die Rinderzucht vom Herrn Behrens zum Beispiel, der seine Tiere ganzjährig auf der Weide stehen hat und höchstens mal mit Heu zufüttert (Heu ist getrocknetes Gras, musst du wissen). Das gibt’s sogar hier im Video:

      http://www.urgeschmack.de/urgeschmack-tv-ep-4-galloway-kalber-im-emsland/

      Ich gehe allerdings fest davon aus, dass du da auch hier wieder dem Herrn Behrens oder mir Lügen unterstellst. Eine verfahrene Situation. So ein Mist.

      Ich ziehe gerade in Betracht, einfach zu behaupten, dass ich in einer Traumwelt lebe, damit du endlich das Gefühl hast, Recht zu haben. Das ist doch die Lösung. Ich glaube, so machen wir das:

      Dirk, alles was ich hier schreibe habe ich mir nur ausgedacht und ich lebe in einer Traumwelt. Du hast Recht mit allem was du sagst. Wirklich. Da bin ich überzeugt. Wie konnte ich mich nur so lange irren?

  10. Dirk

    Hallo Felix,

    Du scheinst zu Glauben, dass Gülle DER Wirtschaftsdünger ist. Da liegst Du absolut falsch.

    Die Gülle fällt an und muss natürlich entsorgt werden. Die Aufbringung auf den Feldern bietet sich an… aber es muss vorsichtig dosiert und zeitlich begrenzt aufgebracht werden. Du hast ja bestimmt ja schon mal was von Nährstoffauswaschung und Erosion bei Überdüngung gehört. Auch leiden die Gewässer bei Überüngung sehr (übermäßige Algenbildung). Zur Gülle werden jedoch weiterhin bei Anbau von Futterpflanzen Mineraldünger dazugeben, für welche entsprechend Rohstoffe im Ausland abgebaut werden. Diese werden jedoch in ein paar Jahrzehnten aufgebraucht sein. Ein Grund mehr, die rein pflanzliche Ernährung zu fördern.

    Es gibt viele Wege zu Düngen… Gründüngung, vergährte Bioabfallreste… Du könntest sogar Deinen eigenen Urin in einem Mischverhältnis von 1:10 nehmen ;-) Wir sind absolut nicht auf Gülle angewiesen… erstens aus den o.g. Gründen und zweitens benötigst Du ja für das Produkt Gülle ja wiederrum auch viel Anbaufläche (Futterpflanzen), Energie und Wasser.

    Und warum hängst Du Dich an einem Fragezeichen auf… willst Du mir keine Antwort geben??? Ich missioniere bestimmt nicht… ich bin aber überzeugt von der veganen Lebensweise. Und im Gegensatz zu Dir verdiene ich keine Cent daran… ich verkaufe ja keine Bücher!!!!

    Zu Fredy:
    Ersten kommen Leute wie Du in die Foren der Veganer/Vegetarier und greifen oft persönlich die Menschen darin an und versuchen die Sache auch durch primitive Bemerkungen ins Lächerliche zu ziehen.

    Zur veganen Hundeernährung: diese ist möglich und auch bestimmt sehr gesund für das Tier, wenn man sich richtig informiert und alle Nährstoffe dem Tier zuführt. Dies wurde sogar schon an Unis festgestellt und in einem Tierheim erprobt. Ich denke, dass eher das Hundefutter aus dem Supermarkt mit all seinen Geschmacksverstäckern und Zusatzstoffen schädlich für die Hunde ist und diese Krank macht und Allergien auslöst. Also werde mal schön grantig… ist mir aber egal und ich werde auch nicht aggressiv, da ich weiß, dass Du keine Ahnung hast…

    1. Felix

      Dirk, du hängst auch mit dem Bezug auf die “Entsorgung” von Gülle noch immer bei der Massentierhaltung fest. Dass ich auch der Meinung bin, dass die abgeschafft werden sollte, hatte ich doch nun schon mehrfach betont. Offen ist natürlich, wo die “Bioabfallreste” herkommen sollen, aber ich bin mir sicher, dass du daraufr auch eine Antwort hast. Und gewiss weißt du auch, wie wir reine Grünlandflächen für die Nahrungsmittelproduktion nutzen können. Vielleicht entwickelst du uns einen Rumen?

      Auch hänge ich mich an keinem Fragezeichen auf, sondern ich weiß einfach nicht was die Frage sein soll, denn du hast dort keine gestellt.

      Bezüglich der Tierernährung gehe ich allerdings mittlerweile davon aus, dass du glaubst, dass auch sämtliche Tiere auf pflanzliche Nahrung umsteigen sollten, weil dies gesünder für Sie sei.

  11. Fredy

    Hallo Felix, Gratulation zu Deinem Blog!! Nicht den Mut verlieren!!
    Sorry, der Schlagabtausch hat mich amüsiert, da ich schon viele ähnliche Diskusionen mit Veganern in verschiedenen Foren hatte.
    Dazu ist folgendes zu sagen: Veganer sind Extremisten und nach meiner Meinung ist jeder Extremismus schlecht. Im Weiteren habe ich die Erfahrung gemacht, dass in Veganerforen eine sehr agressive Stimmung herrscht, sobald ein “Fleischfresser” nicht ihrer Meinung ist. Keine Ahnung woran das liegt. Grantig kann ich dagegen werden, wenn Veganer ihre Hunde und Katzen zwangsweise vegetarisch ernähren, das ist schlicht und einfach pervers!
    Wir sind auch der Meinung, dass die Menschheit zu viel Fleisch isst. Also den Fleischkonsum halbieren ist O.K. und natürlich nur noch Zucht in Freilandhaltung. Alles Andere ist Illusion.
    Schau doch mal auf unsere Seiten, es würde mich freuen wenn wir etwas für Dich tun könnten, z.b. Werbung für Deine Bücher.
    Liebe Grüsse, Fredy

  12. Dirk

    Felix, natürlich gibt es ehemalige Jäger… dies sind Leute, welche sich zu diesem “Hobby” aus vielerei Gründen verleiten haben lassen und dann bemerkten , dass die Jagd doch nicht so toll und schön ist und in einer Gewissensentscheidung ihr “Hobby” aufgegeben haben. Hast Du noch nie eine Treibjagd gesehen, bei welcher manchmal hunderte Jäger ein Gebiet systematisch durchkämen und alles töten. Und viele Tiere, die durch keine Gewehrkugel sterben, sterben elendig an Verletzungen oder verhungern jämmerlich, da diese Hatz im Winter zuviel körperliche Energien beansprucht.

    Ich muss Dir vorwerfen, dass Du in Punkto Soja eine falsche Propaganda unterstützt. Erstens stellt die von Dir genannte Sojalobby hauptsächlich Soja für Tierfutter her, welches von schlechter Qualität und sehr umweltfeindlich hergestellt wird. Und dieses Soja wird von der Fleisch- und Milchindustrie als Kraftfutter unterstütz. Soja als Direktnahrung wird jedoch verleumdet und mit diesem Müll aus der Futtermittelproduktion gleichgesetzt. Der größte Witz an der Sache ist zum Beispiel, dass man als Veganer von Omnivoren als Verursacher der Regenwaldzerstörung zwecks Sojaanbau angesehen wird. Dabei verschlingen diese Leute mit jedem Stück Fleisch und dem Konsum von Milchprodukten jeweils ein Stück Regenwald.

    Ich habe nie ausgesagt, dass ich Soja für das Heilmittel für diese Welt halte und die Monokultur verabscheue. Gutes Eiweiß erhält man durch viele Pflanzenarten, vornehmlich Hülsenfrüchte. Und wie gesagt, reduziert sich die benötigte Anbaufläche bei rein pflanzlicher Ernährung – und das ist einfache Mathematik.

    Kein Veganer behauptet, dass er durch sein Ernährungsverhalten keine Tiere tötet sondern nur erheblich dies reduziert und Tierausbeutung in der Direktnahrung vermeidet. Bei der Futtermittelherstellung wird erheblich mehr getötet. Auch verschlingen deine weidegrasfressenden Kühe bestimmt auch die ein oder andere Mücke oder Käfer versehentlich mit. Wobei ich von Dir bisher noch keine Antwort hinsichtlich der alleinige Grasfütterung bei dem Fleischkonsum (auch nach Deinen Vorstellungen reduziert) in unserem bevölkerungsdichten Land erreichen willst.

    1. Felix

      Dirk – wie ich schon sagte, wenn du alle Jäger über einen Kamm scheren möchtest, kannst du das gerne tun, aber das entspricht nicht der Realität. Und ich denke, jemand der mal gejagt hat, kann das nicht dadurch ungeschehen machen, dass er nicht mehr jagt. Er kann lediglich die Aktivität beenden.

      Nach wie vor musst du mir zeigen, wie du Soja, ganz gleich für welche Verwendung, effektiv ohne Monokultur anbauen möchtest.

      “Wobei ich von Dir bisher noch keine Antwort hinsichtlich der alleinige Grasfütterung bei dem Fleischkonsum (auch nach Deinen Vorstellungen reduziert) in unserem bevölkerungsdichten Land erreichen willst.”

      Antwort worauf? Ich sehe da weder jetzt noch vorher ein Fragezeichen.

      Selbst wenn sich nach deiner einfachen Mathematik die Anbaufläche (von was?) verringern sollte, womit möchtest du die Pflanzen düngen?

      Es wäre toll, wenn wir darüber hinaus beim Thema dieses Artikels bleiben könnten. Mir scheint, es geht dir hier um eine allgemeine Missionierung und Verbreitung veganer Ideale und nicht allein um die Ethik des Fleischverzehrs.

  13. Dirk

    Die unkontrollierte Überbevölkerung hat in den Gebieten einhalt bekommen, in welchen das Bildungsniveau gestiegen ist. Ein weitere Möglichkeit ist die Aufklärung und Versorgung mit Verhütungsmitteln. China hat als strengere Regelung die 1-Kind-Politik eingeführt. Meiner Meinung nach sollte natürlich immer als erstes die Mittel eingesetzt werden, welche den geringsten Eingriff bedeuten und die Menschen durch gute Aufklärungsarbeit zur Selbsthilfe animieren können. Um es nochmals deutlich hier niederzuschreiben… ich bin gegen Kriege.

    Zu Ted Nugent… dieser Typ hat bestimmt kein Respekt vor den Tieren. Ist Dir nicht bekannt, dass er schon Tierschützer tätlich bei einer Anti-Pelz-Demo angegriffen hat und großer Fan des Rodeos und der Trophäenjagd ist. Außerdem scheint sein IQ sehr klein zu sein… dazu folgende Zitate: “Denkt an Alamo! Knallt sie ab! Um Ihnen zu verdeutlichen, wie radikal ich bin – ich will Autodiebe tot sehen. Ich will Vergewaltiger tot sehen. Ich will Einbrecher tot sehen. Ich will Kinderschänder tot sehen. Ich will Verbrecher tot sehen. Keine Gerichtsverhandlung. Keine Bewährung. Keine vorzeitige Entlassung. Ich will sie tot sehen. Holt euch eine Waffe, und wenn sie euch angreifen, knallt sie ab.” oder “Ausländer sind Arschlöcher; Ausländer sind Abschaum; ich mag sie nicht; ich will sie nicht in diesem Land haben; ich möchte nicht, dass sie mir Donuts verkaufen; ich möchte nicht, dass sie mir mein Benzin zapfen; ich möchte nicht, dass sie mein Leben versauen. In Ordnung? Soviel ist klar – ich meine das todernst!” Also ist es ziemlich daneben, Ted Nugent im Zusammenhang mit Respekt zu nennen. Also ist es keine Verleumdung meinerseits sondern eine Feststellung!!! Überhaupt wird der Jäger auf Deinem Blog als Naturschützer dargestellt. Es gibt genügend Berichte – auch von ehemaligen Jägern – dass das Selbstdarstellungsbild der Jäger in der Öffentlichkeit nicht der Warheit entspricht und lediglich ein Krieg gegen die Tiere stattfindet.

    Es gibt sehr viele Getreidearten, welche Glutenfrei sind und somit von Menschen konsumiert werden können, welche an einer Unverträglichkeit leiden. Viele Lektine werden beim Kochvorgang zerstört und sind oft nicht toxisch. Hinsichtlich Phytinsäure gilt dies bei vielen auch nicht mehr als ungewünschter Inhaltsstoff. Es wurden auch schon nützliche Effekte dieses Stoffes beschrieben. Phytoöstrogene hat auch viele positiven Eigenschaften. Bei einem Mann verursachen Sojaprodukte auch keine Brüste, da wird neben bestimmten Krankheitsbildern eher hormonell behandeltes Fleisch oder Anabolikakonsum als Ursache ausgemacht. Hier werden also meiner Meinung nach wertvolle pflanzliche Lebensmittel verleumdet… und das meistens von supporteten Forschern der Fleisch- und Milchindustrie!!!! Es gab da zum Beispiel mal ein Forschungsbericht der wie folgt in vielen Presseberichten verkürzt dargestellt wurde: “Soja macht impotent”. Letztendlich ging es aber dem Bericht um die Anzahl von Spermien im Ejakulat. Und deutlich weniger Spermien hatten nur STARK ÜBERGEWICHTIGE Probanden. Dies war also eine reine Hetzkampagne gegen Sojaprodukte.

    1. Felix

      Moin Dirk -
      Du hast Nugent einen Lustmörder genannt. Er ist kein Mörder. Also ist das Verleumdung. Ganz einfach. Was seine übrigen Äußerungen angeht, habe ich dich bereits auf den Zusammenhang hingewiesen. Inwieweit Ted Nugent daher sein Image aufbaut ist mir herzlich egal.

      Wenn du allen Ernstes sämtliche Jäger als “Krieger gegen die Tiere” bezeichnen möchtest, kann ich dir dahingehend natürlich nicht helfen. Es gibt übrigens keine “ehemaligen” Jäger.

      Und natürlich kannst du gerne weiter glauben, dass Soja das beste und verträglichste Lebensmittel der Welt für alle ist. Dann essen wir in Zukunft alle nur noch Soja und alle sind glücklich, oder?
      Du kannst auch daran glauben, dass für den Anbau von Soja keine Tiere zu Schaden kommen. Ich gehe dabei fest davon aus, dass du noch nie eine Fliege oder eine Mücke getötet hast.

      Wie du Soja anders als in einer Monokultur anbauen möchtest, interessiert mich sehr.

      Und Phytinsäure hat plötzlich seine Eigenschaft als Trypsininhibitor, Pepsininhibitor und Mineralbinder verloren? Interessant. Hast du das beim Pro-Soja-Verband gelesen? Welche “vielen” postiven Eigenschaften hat Phytat denn abgesehen von der antioxidativen Wirkung, die mir jede Beere zehnfach liefern? Und du glaubst allen ernstes, dass die Soja-Lobby so schwach ist, dass sie in der Forschung nicht tätig ist? Und wie passt das damit zusammen, dass Soja ein wichtiges Futtermittel für die Fleischindustrie ist? Mir erschließt sich nicht, welches Interesse die Fleischerzeugende Industrie daran haben sollte, Soja in einem schlechten Licht darzustellen.

  14. Dirk

    Hallo Felix,

    ich habe Deine Rezepte (vornehmlich Hauptgerichte) oberflächlich schnell angesehen und ich musste feststellen, dass fast bei jedem Gericht ein tierisches Produkt, insbesondere Fleisch) dabei ist.

    Wo willst Du denn in Deutschland, ein Land mit mehr als 80 Mio. Einwohner und einer Einwohnerzahl von 229 Personen pro km² die ganzen wilden Rinder und anderen “Wild”tiere unterbringen. Und darf dann jeder – wie der hier gelobte Ted Nuggent, ein Waffennarr und Lustmörder – mit dem Gewehr durch die Landschaft ziehen?

    Hier klingt doch die Umstellung auf eine rein pflanzliche Ernährung viel vernünftiger und besser umsetzbar.

    In Bezug auf die Fruchtfolge ist natürlich aus ökologischer Sicht eine nachhaltiger Anbauplan aufzustellen. Meiner Meinung nach auch besser durchzuführen, da – im Gegensatz zu heute – deutlich weniger Anbauflächen benötigt werden können. Daher sind auch langjährige Ruhephasen und Barrieren (Unterbrechung durch eine Anbauart, die es z.B. Insekten und Sporen deutlich schwerer machen, sich zu verbreiten und zur Plage zu werden) besser einplanbar

    Natürlich ist der Tod ein Bestandteil des Lebens. Das Argument, dass es in der Tierwelt auch sehr unschön zugeht, kann ich nicht gelten lassen. Wir haben die Wahl und sollten uns auch dabei das Leben der Mitgeschöpfe und die Auswirkung auf die Umwelt achten. Ansonsten könnten wir Kriege – wie Sie seit Beginn der Menschheit und von fast allen Naturvölkern bestritten wurden – als natürliche Auslese und Regulierung zum Schutz einer Überbevölkerung als zulässige Form gutheisen. Das machen wir ja aus guten Gründen zum Glück nicht. Es gibt ja immer bessere, weil vernünftig und gewaltfrei, durchdachte Lösungen.

    Ich kann z.B. auch nicht die Argumente gegen Soja glauben, zumal diese Pflanze vielen Menschen in Asien das überleben gesichert hat und viele dieser angeblichen Forschungen nachweislich von der Fleisch- und Milchproduktenindustrie gefördert wurden.

    1. Felix

      Moin Dirk – dass der Fleischverzehr (oder genauergesagt: -verbrauch!) reduziert werden sollte, damit rennst du bei mir offene Türen ein.

      Nach wie vor besteht ein Missverständnis, fürchte ich: Ich stelle lediglich fest, dass Tiere sich auch gegenseitig (und auch innerhalb der eigenen Spezies) töten. Ob damit irgendetwas gerechtfertigt werden kann oder soll, das muss jeder selbst entscheiden. Und zwar in jedem Falle.

      Auf seine Mitgeschöpfe zu achten bedeutet ja nicht, dass man sie nicht trotzdem töten kann oder muss. Du musst sonst eben auch die Frage beantworten können, was ein Eskimo essen soll, wenn keinen Fisch. Und wovon ein Massai sich ernähren soll, nur weil jemand in Berlin meint, es wäre ethisch nicht vertretbar, Tierprodukte zu nutzen.

      Dein Argument bzgl des Kriegs zur Verhinderung einer Überbevölkerung ist interessant. Wie würdest du denn eine Überbevölkerung verhindern oder abbauen? Wir sind ja nicht das einzige Tier, das davon betroffen ist, aber in der Tat stellst du ja fest, dass wir da ein moralisches Problem haben. Eines, das wir selbst geschaffen haben.

      Bezüglich Soja sollst du gar nichts “glauben”. Da kannst du dich in den Studien ja einfach mal schlau machen. Getreide wie Weizen hat auch viel “Überleben” gesichert, aber die schädliche Wirkung ist nunmal nicht bestreitbar. Klar bringt einen das Zeug nicht direkt um. Aber es schadet der Gesundheit. Gluten, Lektine, Phytinsäure, Phytoöstrogene sind unbestrittene Realität. Jeder ernstzunehmende Biologe wird dir bestätigen, dass nach Beginn der Landwirtschaft die Zahngesundheit in den Keller ging und das Körperwachstum einknickte.

      Darüber hinaus finde ich es schade, dass Du die Inhalte meiner Beiträge aus dem Kontext reißt. Klar macht sich das toll in deiner Einleitung, wenn du Nugent als “Waffennarr und Lustmörder” verleumdest und direkt auf das Lob im Beitrag hinweist. Letzteres steht ausdrücklich im Zusammenhang mit dem gezeigten Ausschnitt und dem Bezug auf Respekt vor den Tieren. Genau das was du forderst. Eine Verdrehung wie sie die Parteipolitik kaum besser präsentieren könnte. Herzlichen Glückwunsch.

  15. Dirk

    Hallo Felix,

    ich finde, dass viele Deiner Aussagen nicht vollständig zu Ende gedacht wurden. Du machst Dir Gedanken über die beim Erntevorgang getöteten Wirbeltieren und Insekten, was natürlich auch bedacht und weitgehenst durch Entwicklung und Forschung vermieden werden sollte. Aber damit den Fleisch- und Milchprodukteverzehr zu rechtfertigen, halte ich für zu fadenscheinig. Wie Annette hier schon deutlich gemacht hat, wird für ein Kilo Fleisch das mehrfache an Getreide verbraucht, was natürlich auch zu mehr toten Tieren bei Erntevorgängen führt. Eine vegetarisch bzw. am besten eine vegan lebende Gesellschaft würde somit auch diese Tötungen erheblich reduzieren.

    Annette gönnt auch bestimmt den wilden Wildrindern ihr täglich notwendiges Trinkwasser. Sie erklärte Dir jedoch den Verbrauch von wertvollem Trinkwasser für Kühe, welche lediglich auch Ware Fleisch oder Milchprodukte mittels eines unnatürlichen Zeugungsvorgangs in eine für sie lieblose Welt gesetzt wurde.

    Fakt ist, dass wir Menschen im Gegensatz zu einem Wildtier entscheiden können, was wir uns zum Zwecke der Ernährung zuführen. Gerade unsere technisch fortgeschrittene Möglichkeiten verhelfen uns, gut und gesund vegan zu leben.

    Es würden im Gegensatz zu Deiner Behauptung auch keine Notwendigkeit zu einer Monokulturlandwirtschaft bestehen, da es eine Vielzahl an Pflanzen mit guter Protein- bzw. anderer wichtigen Nährstoffversorgung gibt, welche in einer sinnvollen ökologischen und mit Fruchtfolgen bedachter Landwirtschaft angebaut werden könnten. Die Anbauflächen würden sich sogar reduzieren… sodass genügend Freiflächen für den Erhalt der heimischen Flora und Fauna besser gewährleistet werden könnte.

    Ich gebe Dir aber völlig in Deiner Feststellung Recht, dass unsere Gesellschaft heute zuviel an zuckerhaltigen, gentechnisch veränderten und mit vielen üblen Zusatzstoffen versetzten Lebensmitteln konsumiert.

    Fazit ist, dass mich meine vegane Lebenseinstellung gesund und fit hält und ich im Bezug auf das Klima und die Umwelt ein besseres Gewissen haben kann. Ebenso steht der vegane Gedanke für eine erhebliche Reduzierung von Tierausbeutunng, -quälerei und -tötung, was der wichtigste Gedanke für mich ist. Allgemein gesag bedeutet dies jedoch nicht, dass ich mich selbstgefällig zufrieden zurücklehnen kann… man muss sich jeden Tag neu beweisen und aufmerksam durch das Leben gehen. Und sich nicht von einer Bequemlichkeit verleiten lassen.

    VG Dirk

    1. Felix

      Hallo Dirk,
      leider hast du mich in einigen Punkten falsch verstanden.
      Erstens rechtfertige ich überhaupt nichts.

      Zweitens übersiehst du die auf dieser Website an unzähligen Stellen untergebrachten Hinweise auf die alternative Art der Fleischproduktion. Dass Nutztierhaltung nach konventionellem Modell unvertretbar ist, da sind wir absolut einer Meinung. Das merke ich unter anderem auch hier wieder an: http://www.urgeschmack.de/fleischerzeugung-kann-das-klima-schuetzen-urgeschmack-tv-ep-79/ Wenn Tiere art- bzw tiergerecht gehalten werden, also im Prinzip eher “wild”, dann entstehen die von dir genannten ökologischen Probleme nicht – vielmehr werden sie gelöst.

      Drittens behaupte ich nicht, dass Monokultur notwendig sei. Aber sie findet in der Landwirtschaft heute in über 99,99% der Fälle in Monokultur statt. Auch jeder Biobauer, völlig gleich in welchem Anbauverband, betreibt Monokultur. Auch eine Fruchtfolge findet in Monokultur statt, es wird immer nur eine Pflanze zur Zeit angebaut. Auf die Alternative, Polykultur, also das MITEINANDER verschiedener Nutzpflanzen, ist heute kaum jemand vorbereitet.

      Es mag ja sein, dass der “vegane Gedanke” die Reduzierung von Tiertod beinhaltet. Aber erstens funktioniert das nicht so einfach, denn der Tod ist Teil des Lebens. Das ist ein Kreislauf und niemand, auch nicht der Mensch, kann sich dem entziehen. Und zweitens hat der “vegane Gedanke” auch nicht das exklusivrecht an dieser Idee. Eine Reduktion von Tierquälerei kann auch mit anderen Methoden erreicht werden.

  16. Pingback: Urgeschmack — Die veblüffende Biegsamkeit von Fakten: The China Study

  17. Annette

    Interessant zu lesen, doch rechtfertigt dies meiner Meinung nach noch lange nicht zum absichtlichen Töten der Tiere für unseren Fleischgenuss. Natürlich ist bio immer die besseres Wahl, doch wer mag schon gerne mit einem Kopfschuss enden? Ist das natürlich? Ich bin absolut dafür, die Lebensmittel aus der Region zu kaufen, was ich auch immer mehr praktiziere. Doch wo bleibt das Argument der Resourcenverschwendung bei der Fleischproduktion? Die Unmengen von Wasser, die Unmengen von Futtermitteln, ganz zu schweigen von der Menge an Gülle, die unser Grundwasser verschmutzt? Angenommen alle Fleischesser dieser Erde würden auf den Urgeschmack kommen, dann hätten wir wohl keine grünen Wiesen mehr, denn die Nutztiere hätten sie alle abgefressen. Es lief dann doch wieder auf die Massentierhaltung hinaus. Nein, ich sehe nur eine Überlebenschance für die Menschheit, wenn sie vom Fleischkonsum abkommt. Natürlich ist es wichtig, sich vielseitig und ausgewogen zu ernähren und nicht zum Puddingvegetarier zu mutieren.
    Liebe Grüße,
    Annette

    1. Felix

      Hallo Annette – das “absichtliche Töten” findet immer statt, damit ein Lebewesen essen kann. So funktioniert unser Ökosystem nunmal, das ist eine Gesetzmäßigkeit der Natur. Kein Tier dieses Planeten, auch nicht der Mensch, kann sich dem entziehen.

      Natürlich kann man sich der Illusion hingeben, dass nur dann von Tötung die Rede sein kann, wenn etwas ein Gesicht oder eine Mutter hat. Das halte ich dem Rest der Welt gegenüber allerdings für absolut respektlos.

      Was deine Kommentare zur Ressourcenverschwendung angeht, kann ich dies nicht nachvollziehen. Ich spreche mich klar gegen die sogenannte Massentierhaltung aus. Es ist ein Trugschluss, dass Fleischverzehr immer Massentierhaltung zur Folge hätte.

      Das “Überleben der Menschheit” hat zwei Millionen Jahre auch mit dem Verzehr von Fleisch funktioniert. Es spricht nichts dagegen, dass das auch weiter funktionieren kann.

      1. Annette

        Hallo Felix,
        vielleicht bin ich ja nicht passend in deinem Forum, doch es geht dir um die Ethik des Fleischverzehrs und dazu hab ich schon was zu sagen. Ich unterscheide schon sehr, ob ein Lebewesen uns genetisch fast identisch ist, wie das Schwein und ob es zwei Augen hat und ob es so fühlt wie wir. Da beginnt bei mir die moralische Grenze. Ohne die Pflanzen als unsere Nahrung würden wir nicht mehr existieren. Und außerdem fressen die sogenannten Nutztiere ein mehrfaches an Pflanzen wie wir, um zu wachsen. Das essen wir ja auch indirekt mit als Fleischesser. Also – wo ist das kleinere Übel? Wo wird das Leiden minimiert? Idealerweise als Veganer! Das ist eine ganz einfache Rechnung!
        Wenn eine Kuh (auch die Biokuh) vom “Anfang” bis zu ihrem bitteren “Ende” Tausende von Litern Wasser und vieles mehr verbraucht, dann nenne ich das schon Ressourcenverschwendung.
        Dass Menschen sich gegenseitig umbringen, das gibt es auch schon seit eh und je, doch das heißt noch lange nicht, dass dies nicht moralisch verwerflich ist und wir mit unserem gesunden Menschenverstand darauf hin arbeiten sollten, dass dies künftig ein Ende nimmt.

        1. Felix

          Hallo Annette – wieso solltest du im Forum nicht passend sein? Du bist herzlich eingeladen, dich dort anzumelden und mit zu diskutieren.

          Du unterscheidest zwischen Lebewesen und Lebewesen, wertest die einen höher als die anderen. Ich mache das nicht. Dann sind wir da halt unterschiedlicher Meinung. Ich habe Respekt vor allen Lebewesen. Und ich sehe auch die vielen Opfer, die die Landwirtschaft seit tausenden von Jahren fordert.

          Unzählige Arten sind ausgerottet, ganze Landschaften verwüstet worden, weil der Mensch Landwirtschaft betreibt so wie er das macht. Landwirtschaft tötet. Ernährung tötet. Der Mensch ist auch nur ein Tier, dessen Bevölkerung so groß geworden ist, dass sein Handeln ihn in sein eigenes Verderben führt. Die Kultur, die Zivilisation, die wir auf Basis der Landwirtschaft aufgebaut haben, ist allerdings heute endlich so weit, dass sie das Ruder doch noch herumreißen könnte.

          Du gönnst also einer Kuh die “Tausenden” von Liter zum Trinken nicht. Was ist mit den Wildrinderherden in Afrika? Gehören die auch alle abgeschafft?

  18. Tommy

    Guter Artikel,

    ich frage mich schon seit langem was die
    ethisch-moralische Betrachtung von
    Nahrungsmitteln mit biologischer
    Notwendigkeit zu tun hat.

  19. Heike

    “…den Link all seinen Bekannten zu schicken.”

    Hallo Felix – bin schon kräftig dabei. Immer wenn ich Neues entdecke, verschicke ich den entsprechenden Link. Positive Resonanz bekam ich auch schon – aber leider nicht von jedem Adressaten, die Mehrzahl ignoriert meine Mails – obwohl die Umweltverantwortung so wichtig ist.

    Aber – wie sagte mir mal eine nette Dame: “Wer zu viel erwartet, wird oft enttäuscht.”

    Also übe ich mich in Geduld und verschicke meine Mails solange, bis eine Reaktion folgt. ;-)

    Schönen Sonntag!

  20. Heike

    Guten Tag miteinander!

    Diesen Artikel könnte ich mir in Metzgereien, die sich dieser Umweltverantwortung stellen, sehr gut vorstellen. Oder als Flyer “Die Ethik des Fleischverzehrs” von “urgeschmack” – vllt. als Download – oder wie auch immer.
    Jedenfalls halte ich diesen Artikel für absolut verbreitungswert!

    Ich bitte übrigens meine Rechtsschreibfehler, unten im Zitat von Albert Schweitzer, zu entschuldigen – vor lauter Eifer übersah ich, dass ich die beiden Verben “leben” als Nomen schrieb.

    Ich wünsche allen ein schönes Wochenende!

    1. Felix

      Danke dir! Gute Idee, aber mir fällt nicht ein, wie ich das mit der weiteren Verbreitung anstellen könnte. Freuen würde ich mich natürlich sehr, wenn der Artikel weitere Verbreitung findet. Wer Lust hat, kann ja damit anfangen, den Link all seinen Bekannten zu schicken.

      1. Heike

        “Verbreitung” – Vllt. Flyer zum Downloaden, die man seinen “naturnahen” Metzgern, Bio-/Naturläden etc. zum Auslegen zur Verfügung stellt. Die Datei bei einem Copy-Shop zig-fach ausdrucken lassen, und so könnte jeder Interssierte den Artikel verbreiten !??

        1. Felix

          Hallo Heike – das mit dem Fyler ist leider etwas aufwändiger als ich dachte. Aber unter dem Artikel gibt es ja den Button für die “Print Friendly” Version, damit sollte das Drucken ganz einfach gehen. Was meinst du?

          1. Heike

            Denke, das mit der “Print Friendly”-Version sollte funktionieren, probiere es später und werde Bericht erstatten.

  21. Heike

    “Andere Tiere stellen sich die moralische Frage des Tötens nicht.”

    Und weil das geniale Säugetier sich diese moralische Frage stellt, trifft ihn die besondere Pflicht zur Umweltverantwortung.

    Dank “urgeschmack.de” fand ich einen Metzger in meiner Region, bei dem ich Weideschwein und Weiderind erhalte – mit der Folge: Genusssteigerung pur!

    Zitate zum Schluss:

    “Wir sind nicht die “Krone der Schöpfung”, sondern evolutionär entstandene Organismen wie andere auch”
    gbs (Giordano Bruno Stiftung)…

    Albert Schweitzer:

    “Wir sind Leben, das Leben will, inmitten von Leben, das Leben will.”

    “Das sollte sich in einem verantwortungsvolleren Umgang mit der nichtmenschlichen Tierwelt niederschlagen – …”
    gbs (Giordano Bruno Stiftung)

  22. paleomami

    Ein interessanter Artikel, ich zerbreche mir fast täglich den kopf über die ethik des Fleischverzehrs ( dazu muß ich sagen das ich fast 15 Jahre Vegetarierin war) – jetzt seit 6 Jahren nicht mehr und über kurz oder lang – glücklich bei der Paleo Ernährung angekommen bin.

    Ich denke das ich jetzt viel bewußter einkaufe als jemals zuvor, wie du schon schreibst ist es mir wichtig das die tiere artgerecht(auf der weide in einer herde zB) und ein glückliches, gesundes Leben hatten. Viel wichtiger ist mir auch regional, saisonal und wenn möglich auch bio Lebensmittel zu erwerben.

    Früher war es mir kurzum egal ob die Hirse aus China oder der Basmatireis aus Indien eingeschifft wird – hauptsache vegan bzw. vegetarisch.

    Aus jetztiger Sicht natürlich absolut Naiv von mir !
    Der Mensch lernt eben nie aus ;-)

    lg paleomami

Kommentare geschlossen.

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