Wer Kaffee mag, aber auch wer Kaffee nicht mag, sollte Folgendes wissen über Geschmack und Vielfalt, gesundheitliche Auswirkungen, Sucht und versteckte Gefahren.

Wer Kaffee mag, aber auch wer Kaffee nicht mag, sollte Folgendes wissen über Geschmack und Vielfalt, gesundheitliche Auswirkungen, Sucht und versteckte Gefahren.

Kaffee und Geschmack

Was die meisten Menschen als Kaffee und den Geschmack von Kaffee kennen, ist Kaffee in seiner primitivsten Form. Es ist kein Wunder, dass viele Menschen mit diesem Getränk nichts anfangen können und auf die bittere, heiße, schwarze Plörre gerne verzichten. Das ist allerdings, als würde man das billigste, rindenlose und drei Tage unverpackt gelagerte Tütenweißbrot vom Discounter probieren und davon auf den Geschmack aller Brote schließen. Oder von einem Schluck abgestandenem Traubensaft auf sämtliche Weinsorten.

Kaffee und Vielfalt

Kaffeepulver und -bohnen im Supermarkt, aber auch das Material, mit dem die allermeisten Cafés arbeiten, ist die kostengünstigste Form von Kaffee. Zwar gibt es auch hier schon viele Unterschiede. Doch Kaffee in seiner besten Form bietet eine deutliche größere Bandbreite an Aromen und Texturen an. Kaffees können schmecken wie ein Tee oder ein Fruchtsaft oder wie der Biss in eine Orange. Eine gute Orange – oder eine schlechte. Immer wieder erlebt man dabei Aromen von Schokolade oder Karamell, aber auch Gewürzen und Kräutern.

Wer ausgehend von einer 08/15-Tasse Kaffee sein Urteil über Kaffee fällt, dem entgeht eine ganze Welt von Aromen und Geschmackserlebnissen; eine genussvolle Reise durch das Universum, das unser Geschmackssinn uns ermöglicht.

Das gilt auch für die Milchmischgetränke wie Cappucino und Latte Macchiato: verdünnt und verfälscht durch die Milch kann man die Vielfalt des Kaffees nicht mehr erleben.

Der Kaffee aus dem Supermarkt hat seinen Platz und der Kaffee mit Milch natürlich auch. Doch mehr erleben kann, wer Kaffee als Spezialität erkundet, sich mit den Herkunftsorten der Kaffees befasst und verschiedene Braumethoden ausprobiert. Stichworte wie Third Wave Coffee oder hell geröstet sind dabei leider nur unzuverlässige Wegweiser. Es empfiehlt sich für den Einstieg der Gang in ein Spezialitätencafé, das möglichst Kaffees unterschiedlicher Herkünfte anbietet. Leider gibt es auch dort viele Enttäuschungen. Dranbleiben lohnt sich.

Kaffee und Gesundheit

Kaffee wird oftmals als ungesund wahrgenommen. Durch die enthaltenen Polyphenole und Antioxidantien dient er allerdings auf vielfältige Weise der Gesundheit, es gibt solide Belege für eine schützende Wirkung gegen Krebs, Herzkrankheiten und Diabetes. Kaffeetrinker haben ein geringeres Risiko, an Depressionen zu erkranken, Kaffee kann die physische Leistungsfähigkeit erhöhen und sogar eine lebensverlängernde Wirkung konnte festgestellt werden.

Aber: Wenn du Koffein nicht verträgst, dann trink keinen Kaffee.

Kaffee und Sucht

Was das Suchtpotential von Kaffee angeht, können wir uns eine Diskussion über Begrifflichkeiten sparen. Wer spürt, dass er ohne Kaffee nichts mehr leisten kann, nicht durch den Tag kommt oder sich nicht konzentrieren kann, der hat offensichtlich ein Problem und sollte sich den Kaffee schnellstens abgewöhnen.

Deutlich perfider und häufiger als diese offensichtlich nachteilige Wirkung ist an Kaffee allerdings, wenn wir ihn als Krücke gebrauchen. Als Genussmittel vermittelt er ein angenehmes Gefühl. Viele Menschen greifen bei der Arbeit zu einer tasse Kaffee, wenn sie vor einer Herausforderung stehen oder wenn sie eine unangenehme Aufgabe lösen müssen. Nicht zur Leistungssteigerung, sondern um sich ein angenehmes Gefühl zu verschaffen. In diesem Fall ist Kaffee ein Werkzeug zur Prokrastination, eine Krücke, um über Probleme bei der Arbeit hinwegzutäuschen. Dieser Art von Kaffeekonsum wird schnell eine Gewohnheit, der Kaffee ist dabei jedoch kein Mittel zum Genuss, er fließt meist unbewusst die Kehle hinunter. Es gibt Menschen, die sich auf diese Weise, ohne es selbst zu merken, jahrelang durch einen als tumb empfundenen Arbeitsalltag schleppen, den sie ohne die kleinen Kaffeepausen nicht auf sich nehmen würden. Das Problem ist nicht allein die schwächere Leistungsfähigkeit, sondern: Irgendwann wachen sie auf, schauen sich um und wundern sich, wie sie jahrelang in diesem Job hängenbleiben oder dieses Leben ertragen konnten. Der Kaffee hatte in solchen Fällen im übertragenen Sinn eine Wirkung wie Opium.

Dieser Gefahr sollte man sich bewusst sein.

Kaffee ist ein faszinierendes Genussmittel und es lohnt sich, ihn aufmerksam zu schmecken.

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