Gedankenkontrolle

Keine Sorge, für die folgenden Schritte benötigst du keine Superkräfte. Die folgenden Zeilen dienen eher als Hilfe zur Erinnerung an das, was du ohnehin schon weißt, aber vielleicht noch nie so betrachtet hast. Dabei geht es um Reflexion: Aufmerksamkeit beim Betrachten deiner eigenen Gedanken und Reaktionen. Das Verinnerlichen dieser Blickwinkel hilft bei guter Ernährung.

Wie schmeckt dein Essen?

Wir essen überwiegend das, was wir mögen. Bevor man ändern kann, was man isst, muss man ändern, was man mag. Und man wird nie neue Dinge mögen, wenn man sich keine Chance gibt, sie auszuprobieren. Wenn man etwas heute nicht mag heißt das nicht, dass man es niemals mögen wird. Und man kann sich an vieles gewöhnen und es lieben lernen. Genau so entstehen Freundschaften: Man lernt einen Fremden kennen und je häufiger man sich trifft und miteinander unterhält, desto besser lernt man sich kennen und die Zuneigung steigt.

Probleme mit dem Geschmack liegen selten beim Lebensmittel selbst. Wenn du besser essen möchtest, konzentriere dich weniger auf die Lebensmittel und mehr auf deine Reaktion auf sie. Du kannst den Geschmack Roter Bete nicht ändern, wohl aber deine Reaktion darauf.

Viele Menschen vertreten als Grundsatz die Ansicht, gesundes Essen schmecke nicht. Das Gegenteil ist jedoch der Fall: Erst ein hoher Nährstoffgehalt sorgt für intensiven Geschmack. Gesundes Essen kann köstlich sein und knusprig, erfrischend und befriedigend. Und man kann wirklich Brokkoli lieber mögen als Fritten und Sauerteigbrot lieber als Weißbrot.

Lieblingsspeisen sind veränderlich

Dein Lieblingsessen ist nicht in Stein gemeißelt. Wenn Pizza mit Schokolade deine Leibspeise ist und du deswegen die Hoffnung auf ein Leben in Glück und Gesundheit mit deiner Ernährung aufgegeben hast, wisse: Du bist deinen Kindheitserinnerungen nicht ausgeliefert. Du kannst jederzeit ein neues Lieblingsessen erschaffen oder finden. Ich dachte früher, es gäbe nichts köstlicheres als Spaghetti Bolognese. Heute kann man mich kaum glücklicher machen als mit einem Teller voll gebackener Möhren, Roter Bete und Pastinaken. Und wenn du dich auf Eiscreme eingeschossen hast, kannst du mit einem kleinen Schritt beginnen: Anstelle eines Schokoladeneises könntest du Joghurt-Eis mit Obst lieben lernen. Und dann die Portion verkleinern.

Niemand ist durch seine Gene zu schlechter Ernährung verdammt. Falls du einen besonders wählerischen Geschmack hast, hat das mehr mit deiner Umwelt zu tun, als mit Biologie.

Und nichts schmeckt gut, wenn man es unter Zwang isst. Auch dann nicht, wenn du dich selbst zwingst. Wenn du gesunde Ernährung genießen möchtest, lautet das Geheimnis: Mache gesundes und köstliches Essen zum Gleichen. Wenn du glaubst, Möhren schmecken dir nicht, dann suche ein Rezept, das dir schmeckt. Gesunde Ernährung ist am einfachsten, wenn du das Essen magst.

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