Wie beginnt man mit dem Kochen?

»Jeder kann kochen.«

–Auguste Gusteau

»Fülle einen Topf mit Wasser und stell ihn bei mittlerer Hitze auf den Herd«, empfiehlt Köchin und Autorin Tamar Adler. Schon hast du mit dem Kochen begonnen. Sind Zwiebeln, Möhren und Sellerie im Haus, kannst du die kleinschneiden und hinzugeben: der Anfang einer Gemüsesuppe. Ein paar Gewürze, etwas Olivenöl und eine Handvoll Reiskörner später erfüllt der Duft einer köstlichen Mahlzeit die Küche.

Das ist keine Empfehlung, künftig alles zu kochen. Es gibt schließlich andere und oft spannendere Methoden des Garens. Und das Abendessen gänzlich aus dem Nichts zu improvisieren ist gewiss nicht jedem Anfänger gegeben. Das Beispiel verdeutlich jedoch, wie einfach Kochen eigentlich ist. Zermartere dir nicht den Kopf mit der Frage nach dem Was. Fang einfach an. Es ist kein Wettbewerb und kein Leben hängt davon ab. Wirklich ungenießbares Essen produziert kaum jemand, wenn er aufrichtig und mit Achtsamkeit kocht. Kochen ist einfach. Es gibt keine Regeln.

Aus meinem aktuellsten Buch: Einfach kochen – Methoden und Rezepte

Kochen heißt lernen

Ein wahrer Koch, auch der größte Meister, lernt nie aus. Diese Gemeinsamkeit mit dem Meister sollte den Anfänger ermutigen: Beide lernen stetig. Sie kochen beide nur mit Wasser, wie der Volksmund betont (das gilt unter Vorbehalt, dazu später mehr); voraus hat der Meister dem Anfänger sein inneres Gespür für den optimalen Garpunkt – geschult durch hunderte Versuche.

Der wahre Koch ist ein Naturforscher auf der Jagd nach immer neuen und besseren Zutaten. Er ist ein Künstler indem er Aromen und Texturen kombiniert zu einem Werk, das mehr ist als die Summe seiner Teile. Zum Großteil jedoch ist er ein Handwerker, dessen Messgeräte seine Sinne sind. Sinne, über die wir alle verfügen. Was für manche wie Magie wirkt, ist der sichere Handgriff des Meisters. Die Sicherheit seines Könnens beruht auf Erfahrung. Erfahrung, gesammelt Mahlzeit für Mahlzeit, Stunde um Stunde in der Küche. Erfahrung mit der wahren Werkzeugkiste: dem Handwerkszeug des Kochs.

So gehts

  • Fang an. Hol einen Topf heraus, stelle ihn auf den Herd und hol deine Zutaten raus.
  • Lerne durch Tun.
  • Sei mutig, sei ein Abenteurer, tanze im Regen, werde ein Meister.

Ab in die Küche

Die wahre Werkzeugkiste: Methoden und Techniken

»Es gibt keine Regeln, nur Werkzeuge.«

– GLENN VILPPU

Wer etwas erschaffen möchte, benötigt Werkzeuge. Die wichtigsten Werkzeuge sind keine Geräte, die man kaufen kann. Selbst die Hände als unser vorrangiges Manipulationsmittel helfen uns nicht, wenn die Sachkenntnis fehlt. Die wichtigsten Werkzeuge beim Kochen sind Methoden und deren ganzheitliches Begreifen. Das Schmoren eines Stückes Fleisch ist ein einfacher Vorgang. Erst zusammen mit dem Verständnis, was beim Schmoren passiert, zu welchem Ergebnis es führt und wozu man es einsetzt, wird es zu einem nützlichen Werkzeug. Den Gebrauch dieser Werkzeuge erlernt man stückweise und oft meistert man sie erst nach vielen Jahren. Das Lernen hingegen endet nie.

Ohne diese Werkzeuge beschränkt sich die Küchenarbeit auf das strikte Befolgen von Anweisungen in Rezepten. Solch eine Arbeitsweise engt deine Freiheit ein und führt nicht zu den besten Ergebnissen. Erst wenn du die Methoden verinnerlichst, kannst du improvisieren und damit reagieren auf natürliche Schwankungen bei Zutaten, zickige Küchengeräte und unvorhersehbare Probleme. Dann kannst du schlechte Rezepte retten und gute verbessern.

Deine wichtigsten Werkzeuge

Grundlagen

0. Spass: Das wichtigste Werkzeug beim Kochen ist Leichtigkeit, oder nenne es Spaß, Freude oder Heiterkeit. Ein Koch ist kein Flugzeugpilot; es stehen keine Leben auf dem Spiel. Diese Freiheit solltest du nutzen, um mit Leichtigkeit etwas zu erschaffen, das die Sinne erfreut. Freies Kochen ist ein kreativer Akt: Selbst wer ein Rezept strikt befolgt und lediglich am Ende nach eigenem Ermessen abschmeckt, erbringt eine kleine kreative Leistung. Mit einer vom Ernst verspannten Zunge kann kein Koch den Geschmack beurteilen.

1. Die Auswirkung von Hitze begreifen: Die Bestandteile von Lebensmitteln reagieren unterschiedlich auf Hitze. Oft bewirken wenige Grad Celsius Unterschied große Veränderungen. Fleisch, Fisch und Eier bestehen überwiegend aus Proteinen (Eiweißen), die sich durch Hitze tendenziell verfestigen. Ein Ei enthält über ein Dutzend unterschiedliche Eiweiße mit verschiedenen Garpunkten: Wenn ein Protein schon fest ist, bleibt ein anderes noch flüssig. Zum Kochen eines Frühstückseies sind daher Temperaturen zwischen 60 und 70 °C ideal. Höhere Temperaturen verfestigen Eier stärker und können zu einer ledrigen Konsistenz besonders nahe der Schale führen.

Dem Gegenüber reagiert das Proteingemisch Gelatine genau umgekehrt: Bei Hitze verflüssigt es sich; erst beim Abkühlen bildet es ein festes Gelee.

Mit geringer Hitze lassen sich die meisten Lebensmittel hervorragend zubereiten, solange man ihnen genügend Zeit gibt. Doch auch Temperaturen oberhalb 100 °C sind beim Kochen von Bedeutung: Je nach Zutat beginnt um 120 °C die Maillard-Reaktion (siehe Seite 184); knapp darüber, ab 150 °C, karamellisieren die in allen Lebensmitteln enthaltenen Zucker. Beide Reaktionen erzeugen einzigartige neue Aromen, sie verantworten das typische Grillaroma, den Geruch von Kaffee, den Geschmack von so verschiedenen Lebensmittel wie Schokolade, Brot und Bier.

Weiterlesen in: Einfach kochen – Methoden und Rezepte

Einfach kochen

Der Urgeschmack von süß: Wie gesund ist Honig wirklich?

(Gastbeitrag) An Honig scheiden sich die Geister: Was die Einen als hochgesundes Nahrungsmittel loben, läuft bei den Anderen als reine Zuckerbombe. Wie so oft liegt die Wahrheit irgendwo dazwischen. Eines ist sicher: Honig ist allemal besser als Weißzucker – er hat einige Kalorien weniger, ist vielfältiger im Geschmack und Grundlage etlicher Hausmittel. Nur allzu viel sollte man von dem süßenden Tausendsassa nicht zu sich nehmen.

Süßer Geschmack – das war mal selten …

In der Natur beschränkt sich Süßes zumeist auf Spätsommer und Herbst, wenn die Früchte reifen und mit Fruchtzucker locken. Mensch und Tier empfinden diesen Geschmack als Sensation, denn er signalisiert schnelle Energie durch leicht verwertbare Kohlenhydrate. Daher ist es wenig verwunderlich, dass der Neandertaler in uns nach Süßem lechzt. Der Haken: Was früher eine seltene und begehrte Ausnahme in der Nahrungspalette war, steht uns heute in fast unbegrenzter Menge zur Verfügung. Das Angebot ist so groß, dass der Versuchung zu widerstehen schwerfällt.

… und Honig eine Rarität

Nirgendwo in der Natur kommt Zucker so konzentriert vor wie im Wintervorrat der Bienen. Wie der Mensch auf die aberwitzige Idee kam, sich trotz der wilden Gegenwehr an ihren Waben zu vergreifen wissen wir nicht. Dass das aber bereits in der Steinzeit so war, zeigen die Höhlenmalereien der spanischen Cueva de la Araña.1 Allzu oft werden sich unsere Vorfahren diese schmerzhaften Raubzüge nicht angetan haben. Auf die Idee, mit der Betreuung von Bienenvölkern leichteren Zugang zu der begehrten Spezialität zu erhalten kam man vor rund 7.000 Jahren in Anatolien. Ägypter, Griechen und Römer verfeinerten die Imkerei im Laufe der Jahrhunderte. Bis ins Mittelalter war Honig das einzige Süßungsmittel. Das änderte sich mit den ersten Zuckerrohrplantagen in der Karibik und der Verarbeitung der Zuckerrübe. Die daraus gewonnene Saccharose und andere Zuckerarten stehen heute in praktisch unbegrenzten Mengen zur Verfügung. Sie gelten als wichtigste Krankmacher unserer Zeit, denn Fettleibigkeit und Bewegungsmangel sind Hauptursachen für Bluthochdruck, Diabetes, Arteriosklerose und weitere Herz-Kreislauf-Erkrankungen.2 Wären wir doch bloß beim Honig geblieben!

Honig ist Zucker pur – und mehr

Ernährungsphysiologisch betrachtet bedeutet Honig vor allem Zucker. Der Gehalt an Traubenzucker und Fruchtzucker liegt jeweils zwischen dreißig und vierzig Prozent, wobei die Fruktose meist überwiegt. In dieser übersättigten Lösung sind weniger als zwanzig Prozent Wasser enthalten, sodass sie vor Bakterien und Pilzen geschützt ist.3, 4, 5 Hinzu kommen Vitamine wie Vitamin A, B-Vitamine und Vitamin C sowie Mineralstoffe wie Zink und Eisen. Als Quelle dafür ist Honig allerdings wenig geeignet – dafür müsste man täglich ganz erhebliche Mengen zu sich nehmen.6, 7 Für die medizinische Wirkung von Honig sind unter anderem Enzyme verantwortlich, vor allem Glukose-Oxidase und Katalase. Zusammen mit dem hohen Zuckergehalt wirken sie gegen Bakterien, Viren und Pilze, hemmen Entzündungen und fördern die Wundheilung.8, 9 Isst man den Honig, ist es mit der enzymatischen Wirkung vorbei, denn Eiweiße denaturieren durch die Magensäure und werden so wirkungslos. Nicht so bei äußerlicher Anwendung: Bekannt geworden durch extrem bakterizide Wirkung ist Manuka-Honig, einen ausführlichen Artikel gibt es bei Bienen.info. Enzyme spielen hier nur eine untergeordnete Rolle – er hat sie seinem hohen Gehalt an Methylglyoxal (MGO) zu verdanken.10

Wie viel Honig darf man essen?

Honig oder Zucker: Ernährungsphysiologen machen da keinen Unterschied. Eine offizielle Ernährungsempfehlung für Honig gibt es nicht, wohl aber für Zucker. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) und die Weltgesundheitsorganisation raten, maximal zehn Prozent der täglichen Energiezufuhr mit Zuckern zu decken.11, 12 Viel ist das beim heutigen Überangebot nicht: 50 Gramm Zucker erledigen das bei einem durchschnittlichen Erwachsenen mit 2.000 kcal. Zum Vergleich: Die Honigportionen beim Hotelfrühstück enthalten meist 20 Gramm, ein Glas Cola rund 25 Gramm.

Honig oder Rohrzucker – Was ist besser?

Durch den hohen Gehalt an Fruktose ist Honig süßer als Haushaltszucker. Daher kann man ihn beim Backen nicht 1:1 als Ersatz einsetzen; stattdessen nimmt man nur drei Viertel der angegebenen Menge. Er ist nicht nur süßer als Zucker, er hat auch weniger Kalorien – immerhin ein gutes Viertel: 100 Gramm Rohrzucker schlagen mit 380 kcal zu Buche, Honig nur mit 300 kcal. Der größte Unterschied ist allerdings der Geschmack: Ist Weißzucker einfach nur süß, schmeckt jeder Honig anders. Daher mundet ein Tee mit Akazienhonig vollkommen anders als einer mit etwas Lavendelhonig, und Lebkuchen mit Invertzucker statt Honig ist kein Lebkuchen. Vollrohrzucker ist ebenfalls geschmacklich interessanter, hat aber ernährungsphysiologisch keinerlei Vorteile gegenüber der zusätzlich gebleichten Variante.13

Besser Imkerhonig statt Industriehonig

Hat man einen Imker um die Ecke wohnen, sollte man seinen Honig lieber dort kaufen als im Supermarkt. Abgesehen davon, dass sein Honig keine Weltreise hinter sich hat und daher einen besseren ökologischen Fußabdruck aufweist als Massenware aus Fernost, muss der Imker die strengen Verordnungen der Honigverordnung des Deutschen Imkerbundes einhalten.14 Das heißt, er darf den Honig nicht über 40 °C erwärmen, der Wassergehalt muss unter 18 Prozent liegen und andere Kriterien, die zu einer außergewöhnlich hohen Honigqualität beitragen.

Vorsicht vor Pestiziden

Der Gehalt an Pestiziden ist in deutscher Ware meist geringer als in Importhonig. Die Angabe Mischung von Honig aus EU-Ländern und Nicht-EU-Ländern sollte man als Gefahrenhinweis betrachten: Der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) hat in jedem zweiten Honig aus dem Supermarkt Rückstände von Pestiziden gefunden.15 Der Gebrauch von Spritzmitteln macht vor Ackergrenzen nicht halt. Daher ist es wenig verwunderlich, dass Öko-Test in konventionell erzeugtem deutschem Honig ebenfalls Insektizide gefunden hat.16 Spitzenreiter waren Rapshonig und Blütenhonig mit hohem Rapsanteil. Mit Bio-Honig fährt man hier deutlich besser. Von Gesetzes wegen müsste das nicht so sein: Die Grenzwerte der deutschen Honigverordnung sind die gleichen sind wie bei Bio-Honig.17, 18

Welche Rolle spielt Pollen gentechnisch veränderter Pflanzen?

Eine ähnlich traurige Trefferquote hatte Öko-Test bei Importhonig mit Pollen gentechnisch veränderter Pflanzen: Fast die Hälfte der untersuchten Proben enthielt Blütenstaub von Gen-Mais und ähnlichem.19 Selbst innerhalb der EU ist man davor nicht mehr gefeit, seit man die Deklarationspflicht für Pollen gentechnisch veränderter Pflanzen abgeschafft hat: Er gilt inzwischen nicht mehr als Zutat, sondern als natürlicher Bestandteil. Eine entsprechende Angabe ist daher nicht mehr notwendig. Wer keinen GVO-Pollen frühstücken möchte, sollte auf Honig aus Deutschland, Südosteuropa und fairem Handel zurückgreifen. Dort spielen Gen-Mais und -Raps keine Rolle, und der Einsatz von Pestiziden erfolgt sparsamer als etwa in den USA.

Was bedeuten bei Honig Bio und Fairtrade?

Bio-Imker müssen strenge Auflagen bei der naturnahen Haltung ihrer Völker einhalten und auf ausreichenden Abstand zu konventionell bestellten landwirtschaftlichen Flächen achten.20 Im Umkreis von drei Kilometern müssen vorwiegend Wildpflanzen wachsen. Dazu gehören ökologisch bestellte Äcker und Wiesen und Wälder. Im Durchschnitt verbraucht jeder Deutsche zwei Pfundsgläser Honig. Mit inländischem Honig ist dieser Bedarf nicht zu decken. Will man trotz der schlechteren Ökobilanz auf ausländischen Honig zurückkommen, sollte man auf das Fairtrade-Siegel achten. Damit ist wenigstens sichergestellt, dass die einheimischen Imker einen gerechteren Lohn erhalten als von den großen Lebensmittelkonzernen.

Insektensterben: Imker fördern heißt Bienensterben verhindern

Mit dem Kauf von regionalem Honig beim Imker unterstützt man den Erhalt von Bienenvölkern, vor allem wenn dieser nach den Bio-Richtlinien agiert. Was trivial klingt, ist unheimlich wichtig: Bienen sind unsere fleißigsten Bestäuber – ohne sie gäbe es keine Äpfel, Birnen, und auf viele weitere Obstsorten sowie die meisten Gemüse müssten wir verzichten.21 Das vielzitierte Bienensterben ist nur die Spitze des Eisberges namens Insektensterben. Die Biomasse an Insekten hat in knapp dreißig Jahren um über 75 Prozent abgenommen – das sollte ein eindringliches Warnsignal sein.22 Denn für eine effektive Bestäubung sind auch Wildbienen notwendig, die nicht von Imkern umsorgt werden wie die Honigbienen.23 Ganz zu schweigen von den sonstigen Folgen für unsere Ökosysteme.

Tipps für den Gebrauch von Honig

Wie beim Zucker sollte man es auch mit Honig nicht übertreiben – im Übermaß sind beide ungesund. Gegen den Einsatz als Genussmittel spricht hingegen nichts. Zu seinen zahlreichen Verwendungsmöglichkeiten gehören:

  • Honig in der Küche. Einfach die angegebene Zuckermenge durch dreiviertel des Gewichts an Honig ersetzen, etwa beim Backen.24 Welche Honigsorte schmeckt am besten? Ausprobieren!
  • Honig als Hausmittel. Berühmtestes Beispiel: Honig mit kleingeschnittenen Zwiebeln gegen Erkältungen. Der austretende Saft hilft bei hartnäckigem Husten und macht in den meisten Fällen ein Antibiotikum überflüssig. Davon profitieren vor allem Kinder.25
  • Honig gegen Pickel und Akne. Honig, insbesondere Manuka-Honig, wirkt bakterizid. Damit lassen sich Bakterien vertreiben, die Eiter bilden und hässliche Narben hinterlassen.26 Ab und zu eine Honigmaske pur oder mit Quark verrührt auftragen und nach einer halben Stunde mit Wasser abwaschen genügt. Zudem wird die Haut damit feucht und elastisch.
  • Honig gegen Hauterkrankungen. Honig hilft ebenso bei dermatologischen Erkrankungen wie Psoriasis und Neurodermitis.27 Sprechen Sie mit Ihrem Arzt über eine ergänzende Behandlung.
  • Honig zur Lippenpflege. Die meisten Lippenpflegeprodukte enthalten Mineralöle, Paraffin und sind gesundheitlich fragwürdig. Öko-Test fand darin Stoffe, die im Verdacht stehen krebserregend zu sein.28 Viel gesünder, billiger und einfacher: Ab und zu die Lippen mit etwas Honig einreiben.29
  • Honig zur Wundheilung. Hier ist Manuka-Honig das Wundermittel. Er hilft nicht nur bei Druckgeschwüren, Unterschenkelgeschwüren und anderen chronischen Wunden, sondern auch bei normalen Schnittverletzungen oder Abschürfungen.30 Erstere sollte man den Experten überlassen, bei einfachen Verletzungen kann man eine Spur davon auf die Wunde auftragen, bevor man Pflaster oder Verband anlegt.

Bildquelle: Drawn of a painting from the caves of Cueva de la Araña by Achillea (Umzeichnung der mesolithischen Felszeichnung eines Honigjägers oder einer Honigjägerin, der auf einem Baum geklettert ein Bienenvolk ausbeutet. Aus den Cuevas de la Araña, bei Bicorp, Valencia, Spanien. (Datierung unsicher um 8000 bis 6000 vor Chr.)

Warum Backformen aus Silikon nichts taugen

Backformen aus Silikon taugen nichts

Ihr werdet nicht glauben, was mir neulich passiert ist. Es geht um Patrick Stewart, auch bekannt als Captain Picard, und um Backformen aus Silikon und Metall. Also, neulich…

Ich war mal wieder gebucht, um auf einer Veranstaltung über Essen und Esskultur zu sprechen. Zu solchen Anlässen soll ich auch immer ein paar Speisen zubereiten. Es war eine private Veranstaltung im kleinen Rahmen mit großen Namen. Obwohl die Namen immer nur so groß sind, wie man sie schreibt. Barack Obama in 12-Punkt-Garamond ist auch nicht größer als mein Nachbar Herr Meyer. Jedenfalls liefen da ein paar berühmte Schauspieler herum.

Ich stehe also hinter meiner Theke, an der ich kochen soll und Patrick Stewart kommt auf mich zu. Ja, der Patrick Stewart. Captain Picard Patrick Stewart.

Sir Patrick spricht mich also an und berichtet von dem Hunger, der ihn quält. Er wünscht sich nichts mehr als ein Sandwich. Ich habe großen Respekt vor dem Mann und möchte ihm den Gefallen gern tun.

Leider hat mir der Veranstalter nur das allerbilligste Scheibenweißbrot zur Verfügung gestellt. Das ist mir wahnsinnig peinlich. Vorgeschnittenes Weißbrot aus der Backfabriktüte? Das hat niemand verdient. Und Sir Patrick Stewart hat gewiss einen so kultivierten Gaumen, daß ihm das auch nicht schmeichelt. Aber er ist ein weiser Mann und sieht es den Umständen bestimmt nach. Dennoch wühlt mich die Situation auf. Vorgeschnittenes Billigweißbrot? Da kann man einem so verdienten Mann mal einen Gefallen tun und muss ihn damit abspeisen?

Sir Patrick Stewart setzt sich also an die Theke vor mir und schaut mir auf die Finger. Der Mann möchte nur etwas ordentliches zu essen haben und ich bin hier Dienstleister und wage es auch nicht, ihn vollzuquatschen. Da türmt sich das nächste Problem auf: Butter oder Margarine? Der Mann hat gewiss guten Geschmack. Aber überwiegt seine Umsicht und Lebensfreude das halbe Jahrhundert, das er sich anhören musste, Margarine sei viel gesünder? Hält er es für einen Affront, wenn ich ihm die vermeintlich ungesunde Butter aufs Sandwich schmiere? Als Affront empfände der gebürtiger Franzose Captain Jean-Luc Picard es freilich nicht: er würde die Butter wählen – aber der gesundheitsbewusste Schauspieler Patrick Stewart? Woher soll ich das wissen?

Ich wage es nicht, ihn zu fragen. Die Spannung ist nicht auszuhalten. Der Schweiß steht mir auf der Stirn. Weiter geht es im folgenden Video:

Der beste Kaffee im Land der Teetrinker

Teetied – das Teeritual der Ostfriesen. In dieser Region fließt zehnmal so viel Tee die Kehle herunter wie in der übrigen Republik. Und während der Teekonsum der Briten und Inder weltberühmt ist, hat Ostfriesland den größten Teeverbrauch pro Kopf. Weltweit. Wie passt eine Kaffeerösterei in dieses Umfeld?

Dieser Frage geht Andreas Baum nach. Im Jahr 2013 gründete er in Leer seine Rösterei und bietet seitdem Spezialitäten-Kaffees an. Er führt rund 20 Sorten verschiedener Kaffees aus aller Welt und versieht jede mit einem eigenen Röstprofil. Jede erdenkliche Zubereitung vom handgefilterten, puren Kaffee über verschiedene Milchkaffees bis hin zu Exoten wie dem Leche y leche findet Anklang bei seinen Gästen.

In diesem Interview sprechen wir über sein Café im Land der ostfriesischen Teekultur, die geschmackliche Vielfalt der Welt des Kaffees und die Bedeutung für unser aller Ernährung:

Der Begriff Terroir findet in der Regel Verwendung in der Welt des Weins. Dieses französische Wort ist nicht der Versuch, die Details des Weingeschmacks in eine Art Magie zu hüllen. Im Gegenteil: Terroir ist das Zusammentreffen von Klima, Boden und Landschaft, das Zusammenwirken einer unendlichen Anzahl von Faktoren: Nacht- und Tages-Temperaturen, Niederschlags-Verteilung, Sonnenschein-Stunden, Neigung des Hangs und Boden-Durchlässigkeit, um nur einige wenige zu nennen. Diese Einflüsse kann man messen und nachvollziehen. Kontrollieren kann man sie nur in Grenzen, doch sie eignen sich als Orientierungspunkte auch bei der Entwicklung des Kaffees und der Plantage selbst.

Und über die Plantage und die Menschen darauf, die Landwirte und Arbeiter entlang der Produktionskette, haben wir in diesem Video noch gar nicht gesprochen. Sepzialitätencafés wie die Kaffeerösterei Baum sorgen durch ihr Handeln für bessere Löhne bei höherer Qualität: Die Plantagen bekommen bessere Preise, es gibt weniger Zwischenhändler und das Interesse der Röstereien bringt Anbieter und Abnehmer auf Augenhöhe zusammen. Kaffee verlässt auf diesem Weg die Nische als anonymes Massenprodukt und nimmt einen Platz ein neben Gourmetprodukten wie feinem Käse, Wurstwaren und natürlich Wein.

Gründe genug, dieses Gespräch bald fortzusetzen.

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