Warum Backformen aus Silikon nichts taugen

Backformen aus Silikon taugen nichts

Ihr werdet nicht glauben, was mir neulich passiert ist. Es geht um Patrick Stewart, auch bekannt als Captain Picard, und um Backformen aus Silikon und Metall. Also, neulich…

Ich war mal wieder gebucht, um auf einer Veranstaltung über Essen und Esskultur zu sprechen. Zu solchen Anlässen soll ich auch immer ein paar Speisen zubereiten. Es war eine private Veranstaltung im kleinen Rahmen mit großen Namen. Obwohl die Namen immer nur so groß sind, wie man sie schreibt. Barack Obama in 12-Punkt-Garamond ist auch nicht größer als mein Nachbar Herr Meyer. Jedenfalls liefen da ein paar berühmte Schauspieler herum.

Ich stehe also hinter meiner Theke, an der ich kochen soll und Patrick Stewart kommt auf mich zu. Ja, der Patrick Stewart. Captain Picard Patrick Stewart.

Sir Patrick spricht mich also an und berichtet von dem Hunger, der ihn quält. Er wünscht sich nichts mehr als ein Sandwich. Ich habe großen Respekt vor dem Mann und möchte ihm den Gefallen gern tun.

Leider hat mir der Veranstalter nur das allerbilligste Scheibenweißbrot zur Verfügung gestellt. Das ist mir wahnsinnig peinlich. Vorgeschnittenes Weißbrot aus der Backfabriktüte? Das hat niemand verdient. Und Sir Patrick Stewart hat gewiss einen so kultivierten Gaumen, daß ihm das auch nicht schmeichelt. Aber er ist ein weiser Mann und sieht es den Umständen bestimmt nach. Dennoch wühlt mich die Situation auf. Vorgeschnittenes Billigweißbrot? Da kann man einem so verdienten Mann mal einen Gefallen tun und muss ihn damit abspeisen?

Sir Patrick Stewart setzt sich also an die Theke vor mir und schaut mir auf die Finger. Der Mann möchte nur etwas ordentliches zu essen haben und ich bin hier Dienstleister und wage es auch nicht, ihn vollzuquatschen. Da türmt sich das nächste Problem auf: Butter oder Margarine? Der Mann hat gewiss guten Geschmack. Aber überwiegt seine Umsicht und Lebensfreude das halbe Jahrhundert, das er sich anhören musste, Margarine sei viel gesünder? Hält er es für einen Affront, wenn ich ihm die vermeintlich ungesunde Butter aufs Sandwich schmiere? Als Affront empfände der gebürtiger Franzose Captain Jean-Luc Picard es freilich nicht: er würde die Butter wählen – aber der gesundheitsbewusste Schauspieler Patrick Stewart? Woher soll ich das wissen?

Ich wage es nicht, ihn zu fragen. Die Spannung ist nicht auszuhalten. Der Schweiß steht mir auf der Stirn. Weiter geht es im folgenden Video:

Der beste Kaffee im Land der Teetrinker

Teetied – das Teeritual der Ostfriesen. In dieser Region fließt zehnmal so viel Tee die Kehle herunter wie in der übrigen Republik. Und während der Teekonsum der Briten und Inder weltberühmt ist, hat Ostfriesland den größten Teeverbrauch pro Kopf. Weltweit. Wie passt eine Kaffeerösterei in dieses Umfeld?

Dieser Frage geht Andreas Baum nach. Im Jahr 2013 gründete er in Leer seine Rösterei und bietet seitdem Spezialitäten-Kaffees an. Er führt rund 20 Sorten verschiedener Kaffees aus aller Welt und versieht jede mit einem eigenen Röstprofil. Jede erdenkliche Zubereitung vom handgefilterten, puren Kaffee über verschiedene Milchkaffees bis hin zu Exoten wie dem Leche y leche findet Anklang bei seinen Gästen.

In diesem Interview sprechen wir über sein Café im Land der ostfriesischen Teekultur, die geschmackliche Vielfalt der Welt des Kaffees und die Bedeutung für unser aller Ernährung:

Der Begriff Terroir findet in der Regel Verwendung in der Welt des Weins. Dieses französische Wort ist nicht der Versuch, die Details des Weingeschmacks in eine Art Magie zu hüllen. Im Gegenteil: Terroir ist das Zusammentreffen von Klima, Boden und Landschaft, das Zusammenwirken einer unendlichen Anzahl von Faktoren: Nacht- und Tages-Temperaturen, Niederschlags-Verteilung, Sonnenschein-Stunden, Neigung des Hangs und Boden-Durchlässigkeit, um nur einige wenige zu nennen. Diese Einflüsse kann man messen und nachvollziehen. Kontrollieren kann man sie nur in Grenzen, doch sie eignen sich als Orientierungspunkte auch bei der Entwicklung des Kaffees und der Plantage selbst.

Und über die Plantage und die Menschen darauf, die Landwirte und Arbeiter entlang der Produktionskette, haben wir in diesem Video noch gar nicht gesprochen. Sepzialitätencafés wie die Kaffeerösterei Baum sorgen durch ihr Handeln für bessere Löhne bei höherer Qualität: Die Plantagen bekommen bessere Preise, es gibt weniger Zwischenhändler und das Interesse der Röstereien bringt Anbieter und Abnehmer auf Augenhöhe zusammen. Kaffee verlässt auf diesem Weg die Nische als anonymes Massenprodukt und nimmt einen Platz ein neben Gourmetprodukten wie feinem Käse, Wurstwaren und natürlich Wein.

Gründe genug, dieses Gespräch bald fortzusetzen.

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Abnehmen durch Einerlei: Sensorspezifische Sättigung

Übefressen am Büfett

Übefressen am BüfettAlle haben sich am Büfett sattgegessen, dem einen steht bereits der Schweiß auf der Stirn, der nächste öffnet den obersten Hosenknopf und man ist sich einig: So viel möchten wir nie wieder essen. Da kommt eine Brigade Kellner herein und tischt die Desserts auf. Sofort geht ein Raunen durch die Menge, Stühle rücken und es bildet sich eine neue Schlange am Büfett. Durch welche Zauberei passt nun wieder etwas in den Magen?

Ob wir Hunger oder Sättigung fühlen entscheidet unser Körper nicht anhand einer einfachen Skala oder so, wie wir den Füllstand eines Wasserglases beurteilen. Mehrere Hormone streiten sich in uns ständig darüber, ob noch etwas fehlt oder ob reichlich Futter da ist: Insulin und Glucagon, Leptin und Ghrelin sind nur einige dieser Parteien in einer Auseinandersetzung, die noch weniger Menschen verstehen als die Konflikte im Nahen Osten.

Wenn wir Hunger haben und endlich in eine köstliche Speise beißen, schmeckt uns das. Doch bereits der zweite Bissen der gleichen Speise füllt uns mit weniger Befriedigung. Der Gefallen an einem Lebensmittel sinkt um 15 bis 20 Prozent im Vergleich zu solchen Dingen, die wir nicht essen. Das heißt: Nach einer Handvoll roter M&Ms wirken diese auf uns weniger attraktiv als die übrigen Farben.

Dieses Phänomen nennt man sensorspezifische Sättigung (SSS): Eine Sättigung, die sich nicht auf den Hunger allgemein, sondern auf ein bestimmtes Lebensmittel bezieht. Also eine Abneigung gegen Eintönigkeit. In der gleichen Weise reagieren wir, wenn wir fünfmal hintereinander das gleiche Lied hören oder jede Wand im Haus altrosa streichen. So läuft es auch bei Lebensmitteln: Wenn wir zu viel von einer Sache essen, hängt sie uns zum Halse raus.

Allerdings gibt es einige Nahrungsmittel, die weniger von dieser Erscheinung betroffen sind: Brot zum Beispiel. Oder Reis, Mais, Weizen oder Kartoffeln. Diese Dinge schmecken verhältnismäßig fad. Möglicherweise gehen sie dem Eintönigkeitsdetektor unserer Zunge so durch die Lappen wie Muzak unseren Ohren.

Diese Abneigung gegen Eintönigkeit führt zu nachlassendem Appetit, wenn man nur eine Sache isst. So sollte es sein, denn unser Energiebedarf ist begrenzt und so hilft SSS damit wir uns nicht überfressen. Das bedeutet jedoch auch, dass Abwechslung durch eine große Auswahl an Lebensmitteln – etwa an einem Büfett – zu größerem Appetit und in der Folge zu höherer Nahrungs- und Energieaufnahme führt: Wir überfressen uns.

Und wenn wir dann die Hähnchenflügel und das Geschnetzelte, die Spargelröllchen und Lachstartar, den Nudel- und Kartoffelsalat, die Kroketten, Kartoffeln und Fritten hinter uns haben und auf dem Stuhl hängen und stöhnen und nie wieder etwas essen wollen und dann plötzlich der Vorhang fällt und die Desserts in allen Farben glänzen, dann ist eben wieder Appetit da.

Warum macht unser Gehirn das mit uns? Warum handeln wir so widersprüchlich? Welchen Sinn sollte dieses Überfressen ergeben? Die Abneigung gegen Eintönigkeit und zugleich die Suche nach Abwechslung im Essen, so vermutet man, ist ein uralter Mechanismus zum Sicherstellen einer geeigneten Nährstoffversorgung.1 Eine sinnvolle Verhaltensweise: Wer nur Bananen isst, bekommt nicht alle nötigen Nährstoffe. Also signalisiert unser Körper nach der ersten Banane sinkendes Interesse und belohnt uns beim Biss in das Steak mit mehr Befriedigung. In der Natur ist das kein Problem, denn dort herrscht ein harter Kampf um Lebensmittel. In der Moderne hingegen können wir uns vor Lebensmitteln nicht retten und wir ersaufen in der Strömung des Überfluss.

Die Mahnung zur Vielfalt als Grundlage gesunder Ernährung kann also zum Verhängnis werden und das Gegenteil bewirken. Denn Übergewicht ist nicht gesund. Fest steht: Wenn wir gesund bleiben wollen, benötigen wir eine Reihe an Nährstoffen, die wir nicht alle aus einer Pizza bekommen. Doch Vielfalt auf dem Speiseplan kann in unserer Welt auch der gesunden Ernährung im Weg stehen.

Wenn wir das wissen, können wir bewusst damit umgehen und solche Fallen umgehen: Büfetts. Vielfalt. Überfluss. Der erste Schritt ist ein Bewusstsein für diesen Mechanismus: So funktioniere ich als Mensch. Danach kann man sich beobachten und dieses Verhalten bestätigen. Anschließend reflektiert man und überlegt, wie man das Überfressen in solchen Situationen verhindern kann.

Am Büfett ist das schwierig: Womöglich ist man in Feierlaune und da sich alle Gäste auf diese Weise vollstopfen, wird man schnell mitgerissen. Es ist eine kleine Herausforderung, in diesen Fällen einen kühlen Kopf zu bewahren. Doch es ist machbar und es muss auch den Spaß nicht bremsen. Man kann ja trotzdem alles probieren. Nimmt man sich aber einen kleinen Teller, kleinere Portionen und denkt weiter an dieses Sättigungsverhalten, muss es nicht im Elend eines überspannten Magens enden.

All-you-can-eat-Veranstaltungen sollte man meiden wie die Pest. Da ist schon der Name Programm. Allgemein hilft es, wenn man sich mit besonnenen Essern umgibt und gemeinsam eine Esskultur der Mäßigung pflegt: Lieber Güte anstelle von Menge. Man kann sich an allen Leckereien der Welt erfreuen. In Maßen.

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Rezept für Birnen-Tartelettes (Tartelettes aux poires) mit Video

Birnen-Tartelettes

Ein kleiner Ausflug in das Arondissement Cherbourg in der Normandie hat mich endlich wieder in Kontakt mit der Bäckerei Frankreichs gebracht. Gerade in diesen ländlichen Gegenden beeindruckt mich immer wieder, wie gut die traditionelle Esskultur in diesem Land sich gehalten hat. Selbst kleine Tausend-Seelen-Dörfer erfreuen sich dort schon mal an drei handwerklich arbeitenden Bäckereien (nicht Filialen!) und ebenso vielen Metzgern. Durch meinen Beruf ist eine solche Reise für mich immer mit Arbeit verbunden, auch wenn sie manchmal einfach nur aus naschen Recherche besteht. Besonders diese kleinen Himbeer-Tartelettes hatten meine Aufmerksamkeit gefesselt.

Tartelette aux framboises

Handgemacht, gefüllt mit kompott und einem separaten Teig und belegt mit frischen Himbeeren. Für 2,10€ je Stück krümmt sich dort jeden Tag ein Bäcker den Rücken. Aus Liebe, Stolz auf gute Arbeit oder Respekt vor dem Handwerk – am Ende ists das gleiche.

Für mich war es jedenfalls der Anstoß, die Bäckerei im französischen Stil mal wieder anzugehen. Große Torten mit dutzenden Schichten und Zuckerguss haben mich nie interessiert, sondern stets diese kleinen Gebäckstücke im Bereich zwischen Bäckerei und Konditorei. Das war der Startpunkt für mein eigenes Rezept für Birnen-Tartelettes oder Tartelettes aux poires, wie der Franzose sie vielleicht nennen würde.

Birnen-Tartelettes

Das gesamte Projekt beschreibe ich im folgenden Video, darunter notiere ich das Rezept in Textform.

Rezept für Birnen-Tartelettes (Tartelettes aux poires)

Zutaten (Mengen korrigiert und angepasst für 6 Tartelettes mit 10 cm Durchmesser)

Für den Teig

  • 90 g Mehl
  • 45 g Butter, weich und in Würfel geschnitten
  • 25 ml Wasser, kalt
  • 2 g Salz
  • 1 TL Zucker

Für die Crème pâtissière

  • 200 ml Milch
  • 2 Eigelb
  • Ein Schuss Orangenlikör
  • 20 g Kartoffelstärke
  • 4 TL Zucker
  • 1/2 TL Salz
  • Eine Messerspitze Vanille

Für die Füllung

  • 3 Birnen
  • Ein paar Teelöffel Zwetschgenmus
  • Rund 35 Haselnüsse
  • Saft einer halben Zitrone

Zubereitung

Zuerst für den Teil Mehl, Butter, Salz und Zucker verrühren, bis gleichmäßige Krümel entstehen. Das Wasser hinzugeben und nur so lange rühren, bis sich ein homogener Teig ergibt. In Frischhaltefolie wickeln und in den Kühlschrank legen.

Für die Crème pâtissière Milch und Vanille in einem Topf erhitzen. Derweil die übrigen Zutaten miteinander glattrühren. Unter Rühren langsam die heiße Milch hinzugeben (siehe Video). Weiter rühren bis die Masse cremig ist. Abkühlen lassen und in den Kühlschrank stellen.

Die Nüsse knacken und im Ofen bei 180°C rösten. Dies nutzen wir zugleich als Vorheizzeit für das Backen der Tartelettes.

Währenddessen die Birnen schälen, halbieren, entkernen und zuschneiden. Dann die Birnenhälften alle zwei bis drei Millimeter einschneiden (siehe Video).

Nach rund 10 Minuten sind die Haselnüsse ausreichend geröstet. Aus dem Ofen nehmen, die Haut abstreifen und grob zerkleinern.

Den Teig aus dem Kühlschrank nehmen und auf einer leicht bemehlten Fläche ausrollen. Die Tartelette-Formen damit auslegen. Mit je einem gehäuften Teelöffel Zwetschgenmus bestreichen, darauf gleichmäßig die zerkleinerten Haselnüsse streuen. Die crème pâtissière darauf verteilen und obenauf die Birnenhälften setzen und mit wenig Zitronensaft benetzen.

Bei 180°C ungefähr 18 Minuten backen – bis die Birnen-Tartelettes goldbraun sind.

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Curry-Kürbissuppe Rezept mit Video

Curry-Kürbissuppe

Einfach, schnell, lecker und gesund – vier Worte, die selten zusammenpassen. Zwar gibt es reichlich Rezepte, die ohne großen Aufwand den Gaumen erfreuen und den Körper nachhaltig nähren. Doch das Gros der Leckereien ist nicht ganz so simpel oder bedarf einfach etwas mehr Zeit. Diese Curry-Kürbissuppe passt zum Glück in die erste Kategorie: Innerhalb von nur 20 Minuten ist sie fertig. Dabei erlaubt sie reichlich Variationen wie die Beigabe von frischem Ingwer, damit sie lange warm hält.

Im folgenden Video zeige ich sämtliche Arbeitsschritte, das Rezept in Textform folgt darunter.

Rezept für Curry-Kürbissuppe

Zutaten

  • 1 Hokkaido-Kürbis (beim Hokkaido-Kübis kann man die Schale mitessen)
  • 250ml Mandeldrink (oder herkömmliche Milch oder Haferdrink)
  • 1 Teelöffel Salz
  • Gewürze: Eine fertige Currymischung* oder eine eigene Mischung aus Kurkuma, Paprika edelsüß, Paprika scharf, Pfeffer, Ingwer, Zimt, Knoblauchgranulat, Zwiebelpulver, Chili, Kreuzkümmel, Fenchel, Kümmel.
  • 1 – 2 Esslöffel Kokosöl oder Butter
  • Optional: Frischer Ingwer

* Für diese Suppe empfehle ich eine eher milde, nicht zu scharfe Currymischung. Zum Beispiel Curry Bengal Sweet von Pikantum (Affiliate Link, siehe unten).

Zubereitung

Den Kürbis halbieren und die Kerne vollständig entfernen. Die Hälften grob in Streifen und dann in Würfel schneiden.

Die Kürbisstücke in einen Topf geben, etwa ein bis zwei Daumen breit Wasser einfüllen, einen Deckel aufsetzen und zum Kochen bringen. Wenn das Wasser kocht, auf mittlere Hitze reduzieren und den Kürbis rund 15 Minuten kochen. Dann mit einer Gabel prüfen, ob die Schale weich ist. Wenn die Schale noch nicht weich ist, noch einige Minuten kochen.

Vom Herd nehmen, das Wasser nicht abgießen. Salz und Mandeldrink oder Milch hinzugeben und gründlich pürieren.

Zwei bis drei Esslöffel der Curymischung hinzugeben. Oder selbst mischen aus ein bis zwei Teelöffeln Kurkuma, je einem Teelöffel Zimt, Paprika, Knoblauchgranulat und Zwiebelpulver, einem Drittel Teelöffel Paprika scharf und Ingwer, einem Hauch Chilipulver sowie je einem Drittel Teelöffel Kreuzkümmel, Fenchel und Kümmel. Die letzteren drei Gewürze würde ich anrösten und dann im Mörser mahlen.**

Kokosöl oder Butter hinzugeben, weiter pürieren oder gut duchrühren. Ist die Suppe zu dick, schmeckt sie nicht. Dann einfach noch etwas Milch, Mandeldrink oder Wasser hinzugeben. Vorsicht: Man kann die Suppe schon essen, doch der Geschmack wird sich in den nächsten Stunden noch verändern, während sie durchzieht. Daher lieber nicht zu scharf würzen und gegebenenfalls später nachwürzen.

Besonders gut schmeckt diese Curry-Kürbissuppe mit frisch geriebenem Ingwer – dann wärmt die den Körper auch nachhaltig. Einfach nach Geschmack fein gerieben hinzugeben.

** All diese Gewürze gibt es in bester Qualität (und wahlweise auch mit Bio-Siegel) bei Pikantum, einem Gewürzhändler in meiner Heimat, ein paar Dörfer weiter (das ist ein Affiliate-Link, denn bei uns helfen Nachbarn Nachbarn).

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Was kann ein Dirigent uns über Ernährung lehren? (Podcast)

Industriell hergestelltes Essen, Fast Food und Fertiggerichte verdrängten im Verlauf des 20. Jahrhunderts mit rasantem Tempo handgemachtes Essen von unseren Tellern. Diese Veränderung fand nicht in einer sonst statischen Welt statt. Die Indus­tri­a­li­sie­rung drang in alle Bereiche des Lebens vor und erfasste auch die Kunst. Klassische Musik, gespielt auf echten Instrumenten zum aufmerksamen Genuss in akustisch her­vor­ra­gen­den Sälen, sah sich schon Jahrzehnte zuvor einem rapide schrumpfenden Publikum gegenüber. Doch dank besonderer Leistungen einiger Menschen trägt diese Musik noch heute gewichtige Bedeutung. Können wir von diesen Menschen lernen, wenn wir die Wertschätzung guten Essens erhöhen wollen?

Dieser Podcast ist eine Audio-Version des Artikels Was kann ein Dirigent uns über Essen und Ernährung lehren? Sie können den Podcast direkt hier bei Urgeschmack hören, kostenlos über iTunes abonnieren oder den Urgeschmack-Podcast Feed nutzen.

Zitronentorte Rezept mit Video

Zitronen auf einem Kuchen sind kein alltäglicher Anblick, doch so ungewöhnlich dieses Rezept für Zitronentorte auch sein mag, es ist erstaunlich vielseitig. An düsteren Wintertagen dient diese Torte als Quelle für Vitamine und Genuss. Und selbst an den heißesten Tages des Sommers gefällt sie durch ihre Frische.

Zitronenorte Rezept

Das Rezept habe ich für mein Kochbuch Das Urgeschmack-Dessertbuch entworfen und vor kurzem in Form eines Videos im Detail vorgestellt. Das Urgeschmack-Dessertbuch richtet sich besonders an die anhänger der Paleo-Ernährung, die Rezepte funktionieren allesamt ohne Getreide, gefallen jedoch auch Genießern, die sich nicht um bestimmte Ernährungsformen scheren. In diesem Video zeige ich die Zubereitung und variieren den Boden, indem ich ihn durch einen traditionellen Mürbeteig ersetze.

Es folgt das Rezept, so wie es in Das Urgeschmack-Dessertbuch steht, also mit dem Original-Paleo-Boden.

Rezept für Zitronentorte

Zutaten

(Für eine Torte mit 26 – 28 cm Durchmesser)

Für den Boden

  • 6 Eier
  • 180 g Kokosraspeln
  • 90 g gemahlene Mandeln
  • 30 g Honig

Für die Füllung

  • 12 Eier
  • 180 g Butter oder Kokosöl
  • 90 g Honig
  • Saft und Zesten von 4 bis 5 Zitronen

Zubereitung

Den Backofen auf 180 °C vorheizen, eine Springform einfetten und mit Kokosraspeln ausstreuen.

Die Zutaten für den Boden gut miteinander verrühren, auf dem Boden der Springofmr verteilen und zehn Minuten bei 180 °C backen.

Währenddessen die Zitronenschalen abreiben und den Saft auspressen. Die Butter oder das Kokosfett schmelzen und alle Zutaten für die Füllung zu einer homogenen Masse verrühren.

Ncah zehn Minuten die Springform aus dem Ofen nehmen, die Füllung auf den Boden gießen und die Form wieder in den Ofen stellen. Weitere 20 Minuten backen, anschließend vollständig abkühlen lassen, dann einige Stunden im Kühlschrank durchkühlen.

Weitere Kuchen- und Dessertrezepte gibt es in der Kategorie Desserts.

Das Urgeschmack-Dessertbuch enthält viele weitere Rezepte für Kuchen, Plätzchen und anderen Süßkram mit wenig Zucker und, auf Wunsch, kompatibel zur Paleo-Diät (Steinzeiternährung).

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Das beste Frühstück zum Abnehmen – zwei Vorschläge

Zeit für ein Frühstück. Zum Abnehmen?

Zeit für ein Frühstück. Zum Abnehmen?Du möchtest gesund abnehmen? Wie muss ein Frühstück zum Abnehmen aussehen? Nach meiner langjährigen Erfahrung gibt es genau zwei Frühstücke, die dein Ziel zuverlässig unterstützen. Das Frühstück gilt im Volksmund als die wichtigste Mahlzeit des Tages und die Dinge, die wir morgens essen entscheiden tatsächlich über unseren Erfolg am Tag – auch beim Abnehmen. Ich werde die wirksamste Methode als zweites beschreiben.

Frühstück zum Abnehmen #1: Protein.

Vergiss Müsli, Brot und Obst zum Frühstück. Wenn du abnehmen möchtest, steht dir dieser Zuckerkram nur im Weg. Müsli und Brot sind Getreideprodukte, sie enthalten viel Stärke (Kohlenhydrate) und eignen sich daher als Dickmacher. Ähnlich sieht es beim Obst aus: Wenn du Kohlenhydrate isst, regst du deinen Körper zum Speichern von Energie an. Der Zucker muss raus aus dem Blut und so beginnt die Achterbahn des Blutzuckers: Nach der Schüssel Haferbrei um 8 Uhr folgen um 10 Uhr oft die nächsten Hungergefühle. Wie schwer sich das auswirkt, kommt auf deinen Stoffwechsel, deine körperliche Aktivität und die Menge Müsli, Brot und Obst an, die du isst.

Wenn Abnehmen dein Ziel ist, solltest du auf Kohlenhydrate weitestgehend verzichten. Der Verzicht schadet nicht und nutzt deinem Vorhaben. Iss stattdessen Protein zum Frühstück. Das heißt: Eiweißquellen wie Fisch, Fleisch oder Eier. Isst du zum Frühstück zum Beispiel ein Omelette, Rührei, Spiegeleier oder gekochte Eier, versorgst du deinen Körper mit Energie und lebenswichtigen Baustoffen. Dein Blutzuckerspiegel bleibt stabil. Protein sättigt. Mit solch einem Frühstück startest du auf einer stabilen Grundlage in den Tag. Leg für die Abwechslung etwas Gemüse dazu, zum Beispiel ein Möhren, Gurke, Radieschen oder was dir sonst schmeckt. Noch besser wirkt allerdings die folgende Methode.

Frühstück zum Abnehmen #2: Kurzzeitfasten.

Das beste Frühstück zum Abnehmen ist: gar kein Frühstück. Beim Kurzzeitfasten lässt du entweder das Frühstück ausfallen. Dadurch entsteht ein Zeitraum von 16 bis 18 Stunden, in dem du nichts isst. Zum Beispiel: Mittagessen um 12 Uhr, Abendessen um 18 oder 19 Uhr. Die übrige Zeit fastet dein Körper. Dieser Zeitraum dient deinem Stoffwechsel zur Optimierung – und zum Abbau von Körperfett.

Damit das funktioniert, musst du zu den zwei übrigen Mahlzeiten etwas mehr essen. Sonst kannst du deinen Nährstoffbedarf nicht decken, dein Körper schaltet auf Sparflamme und alles was du erreichst ist langfristig schlechte Laune und verringerte Leistungsfähigkeit. Also Vorsicht: Es geht nicht darum, weniger zu essen! Das Kurzzeitfasten ist allerdings auch nicht dazu gedacht, dich von Mittag- bis Abendessen vollzustopfen. Iss einfach genug, um deinen Bedarf zu decken.

Du wirst anfangs durch die Gewohnheit morgens Hunger verspüren. Daran gewöhnst du dich innerhalb kurzer Zeit. Nach spätestens zwei Wochen hast sich dein Körper an den neuen Rhythmus gewöhnt und es wird sich für dich normal anfühlen, morgens nichts zu essen. Vielmehr gewinnst du Freiheit, weil du deinen Vormittag nicht um das Frühstück herumplanen musst. Außerdem erhöht sich bei den meisten Menschen in den letzten Stunden der Fastenphase die körperliche und geistige Leistungsfähhigkeit (das leuchtet ein: Der Körper stellt sich auf Nahrungssuche ein und schaltet auf Jagdmodus um).

Das Kurzzeitfasten funktioniert auch, wenn du anstelle des Frühstücks das Abendessen ausfallen lässt, also nur morgens und mittags isst.

In diesem Video erkläre ich die Konzepte noch einmal, in den Kommentaren bei YouTube findest du viele Zuschauer, die damit bereits Erfolg hatten:

Was ist mit dir? Probierst du es aus? Oder hältst du dich schon eine Weile an eine dieser Methoden? Was sind deine Erfahrungen?

Das beste Käsekuchen Rezept | Methoden und Feinheiten

Dies ist mehr als ein Rezept für Käsekuchen. Backen ist mehr als das Abwiegen und zusammenrühren von Zutaten. Jeder Handgriff zählt und macht einen Unterschied. Für den besten Käsekuchen benötigt man demzufolge nicht nur die besten Zutaten, sondern auch ein Bewusstsein für die einzelnen Arbeitsschritte und deren Feinheiten in der Ausführung. In den folgenden drei Videos erläutere ich diese Schritte. Ich beginne mit dem endgültigen Rezept, darunter folgen zwei Videos mit mehr Details zu den einzelnen Schritten. Danach folgt die Zutatenliste.

Im folgenden Video gehe ich näher auf die einzelnen Methoden ein und erkläre die Gründe für mein Vorgehen. Warum sollte der Teig anders gelingen, wenn man ihn mit der Hand statt mit einer Maschine rührt? Wie kann sogar die Größe des Schneebesens die Güte des Eischnees beeinflussen? Warum sollte man einen Kuchenteig nicht zu lange rühren und was genau passiert da?

Es mag nach Voodoo klingen, doch es gibt einfache physikalische Gründe dafür, warum die Farbe der Backform das Backergebnis und damit den Geschmack des Kuchens beeinflusst. All diese Details erklären, warum ein Kuchen bei Tante Marleen so unvergleichlich gut schmeckt und man trotz des gleiuchen Rezepts einfach nie das gleiche Ergebnis erreicht.

Käsekuchen Rezept

Auf jeden Fall die Hinweise, Methoden und Reihenfolge aus dem Video beachten.

Käsekuchen Boden:

  • 75 g Mascobado
  • 6 g Salz
  • 150 g Butter
  • 225 g Weizenmehl Typ 550

Käsekuchen Füllung:

  • 750 g Quark*
  • 120 g Zucker (Mascobado)
  • 60 g Butter (geschmolzen)
  • 90 g Weizenmehl Typ 550
  • 45 g Kartoffelstärke
  • 3 Eigelb
  • 3 Eiweiß
  • 6 g Salz Zesten von
  • 3 Zitronen oder ein paar Tropfen Zitronenöl

*Magerquark geht, 20% auch – ich habe gemischt, was gerade da war.