5 Tipps zum Geld sparen bei gesunder Ernährung

Quittung / PreiseDass gesunde Ernährung teuer sei –zu teuer gar–, ist eine häufig bemühte Behauptung. Besonders dann, wenn Menschen ihre (selbst eingestanden) weniger optimale Ernährungsweise verteidigen. Dass nur reiche Menschen sich gesunde Ernährung leisten könnten, entlastet das Gewissen, denn die Grenze zum Reichtum lässt sich beliebig verschieben. Und es ist eine rundum wasserdichte Ausrede, weiterhin bequem billige Fertigprodukte zu essen und nichts für seine Gesundheit zu tun. Einige Menschen unterliegen auch nur dem Eindruck, gesündere Ernährung sei besonders teuer und haben die tatsächlichen Preise nie objektiv verglichen.

Dass Ernährung Geld kostet, ist unumstößlich. Dass Ernährung lebensnotwendig ist, ebenfalls. Deswegen sieht das soziale Netz hierzulande auch eine Ausstattung mit ausreichend Geld zum Kauf von Lebensmitteln vor. Der vorgesehene Betrag reicht aus – sogar um sich durchweg von Bio-Ware zu ernähren.

Was ist teuer?

Mit der Definition der persönlichen Wertewahrnehmung sollten wir uns an dieser Stelle nicht lange aufhalten. Es bleibt jedem selbst überlassen, im Handumdrehen 5 Euro für eine Packung Zigaretten, 3 Euro für ein Bier und 6.99 Euro für den neuen Tinnef vom Discounter auszugeben. Was teuer ist, muss jeder selbst entscheiden. Viel wichtiger ist die Frage: Was ist zu teuer?

Zunächst geht es um Verhältnismäßigkeit. Kann gesunde Ernährung überhaupt zu teuer sein? Wer das Leben und die Gesundheit als das höchste Gut betrachtet, wird dies kaum bejahen können. Gesunde Ernährung ist dann nicht teuer, sondern notwendig, selbstverständlich. Warum an der Gesundheit sparen und das stattdessen Geld für ein neues Smartphone, Billigklamotten und Plastikgerümpel ausgeben?

Es bleibt eine Frage der individuellen Wahrnehmung und der Prioritäten, wie viel Geld das tägliche Essen kosten darf. Doch was ist, wenn dieser Betrag fix ist und scheinbar nicht ausreicht?

Die Lösung ist nicht: Aufgeben und weiterhin Schrott essen. Stattdessen gibt es einen Ausweg: Kalkulieren und clever einkaufen.

Wie kann ich mich günstig gesund ernähren?

Notwendig ist zunächst eine Definition: Was ist gesunde Ernährung? Darüber scheiden sich im Detail die Geister, der kleinste gemeinsame Nenner deutet jedoch darauf hin, dass solch eine Ernährung kein Fast Food und keine stark verarbeitete Produkte im Allgemeinen, möglichst wenige Giftstoffe sowie möglichst viele Nährstoffe beinhaltet.

Fassen wir dies zusammen als: Viel Gemüse und etwas Obst, sowie etwas Fleisch. Ersteres aus Bio-Erzeugung (weniger Giftstoffe, mehr Nährstoffe), letzteres mindestens aus Bio-Erzeugung, möglichst aus Weidehaltung.

Wie kann man beim Einkauf gesunder Lebensmittel Geld sparen?

1. Angebote wahrnehmen: Obst, Gemüse und Fleisch sind Frischware und sie werden regelmäßig zum reduzierten Preis angeboten, etwa weil ein Überangebot herrscht oder die Ware sich ihrem Verderben nähert. Durch Wahrnehmung solcher Angebote können Sie regelmäßig viel Geld beim Einkauf sparen, bis zu 50% und mehr Nachlass sind möglich.

2. Saisonal kaufen: Tomaten sind im Sommer günstiger zu erzeugen als im Winter, da sie dann keiner zusätzlichen Energie (für Zucht und ggfs. weite Transporte) bedürfen. Wer Lebensmittel saisonal einkauft, kann daher Geld sparen. Erdbeeren im Dezember fallen eher in die Kategorie: Teurer Unfug.

3. Günstige Teile kaufen: Es gibt auch bei Lebensmitteln große Preisunterschiede. Nicht nur bezüglich der Masse, sondern auch des Nährstoffgehalts sind Tomaten beispielsweise teurer als Weißkohl. Doch besonders beim Fleisch kann viel Geld sparen, wer statt zum Filet zu günstigeren Teilen oder direkt den Innereien wie Leber und Herz greift (die obendrein bedeutend mehr Nährstoffe enthalten). Während das Filet oft um 40EUR/kg kostet, gibt es die Leber meist um 5EUR/kg und günstiger. Eine Ersparnis von fast 90%.

4. Tiefkühlware: Auch Tiefkühlware gibt es in annehmbarer Qualität und zu günstigen Preisen, oftmals günstiger als Frischware. Tütenweise Brokkoli, Blumenkohl, Kaisergemüse –geerntet und abgepackt meist im optimalen Reifezustand und fachgerecht eingefroren– sind eine Möglichkeit, sich günstig und bequem mit reichlich Gemüse zu versorgen.

5. Kein Bio: Es muss nicht immer Bio sein. Die Alternative ist jedoch nicht direkt der Griff zu nährstoffarmen Fertigprodukten und Fast Food. Denn besser als das sind noch immer frische Produkte aus konventioneller Erzeugung. Diese sind potentiell stärker mit Pestiziden belastet als Bioware und sie mögen weniger Nährstoffe enthalten. Dennoch stellen sie echte Lebensmittel dar und die größten Schadstoffbelastungen kann man geschickt umgehen – zum Beispiel mit Hilfe einer Liste wie dieser von Greenpeace, welche die Pestizidbelastung der Ware verschiedener Supermarktketten vergleicht. Darüber hinaus finden Sie auf vielen Wochenmärkten Bauern ohne Bio-Zertifikat aus der Region, die dennoch den Ansprüchen des ökologischen Landbaus gerecht werden – oder diese weit übertreffen.

Fazit: Gesunde Ernährung muss nicht teuer sein

Gesunde Ernährung ist nicht teuer. Ein geringes Budget ist offenbar kein Grund, sich nicht gesund zu ernähren. Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, für schmales Geld an reichlich frisches Gemüse, Obst und Fleisch zu kommen. Voraussetzung ist der Wille und die Bereitschaft, aktiv am Erhalt der eigenen Gesundheit mitzuwirken.

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18 Kommentare zu “5 Tipps zum Geld sparen bei gesunder Ernährung

  1. Chrissi

    Hallo,
    also ich mache erst seit zwei bis drei Tagen Paleo (jetzt diese 30 Tage) und schaue mal, ob mir das zusagt. An und für sich bin ich von dem Konzept begeistert, da ich auch ein paar Pfunde zu viel habe, möchte ich natürlich mit Paleo auch abnehmen.
    Allerdings ergibt sich ein Problem. Ich bin Studentin und derzeit wirklich fast blank, aufgrund verzögerten Bafögs.
    Ich habe mir mit Mühe und Not im Supermarkt erstmal Gemüse und Fleisch (ja leider noch kein Bio, weil es gerade an allem fehlt) so zugelegt, dass ich genügend daheim hab und bei Hungerattacken nicht zu den Keksen meines Freundes greife.
    Jetzt meine Frage: auch, wenn Bio und ökologisch besser ist, kan ich es mir momentan nicht leisten (denke, dass das in zwei Monaten besser wird), ist es erstmal ok “herkömmliches” Fleisch und Gemüse zu kaufen? oder soll ich dann mit Paleo erst damit anfangen, wenn ich das Geld für Pestizidfreie Lebensmittel habe?
    Danke Eurer Hilfe. Alle Foren beschäftigen sich nämlich nur mit hochwertiger Ware und einigen Spartipps, die aber derzeit nicht sinnvoll für mich sind (aber später gern umsetze).

    1. Felix

      Hallo Chrissi,
      klar, du kannst sofort anfangen. Jedes Gramm frischen Gemüses hilft dir mehr als ein Sack Nudeln. Du brauchst auch kein Bio-Gemüse zu kaufen. So wild ist die konventionelle Ware nun nicht belastet, dort kommt es auf die Herkunft an: Es gibt Listen mit Pestizidwerten. Als ich das letzte Mal nachgeschaut habe, schnitt LIDL am schlechtesten ab, während ALDI recht weit vorne war – um nur zwei Prominente Beispiele zu nennen.
      Wenn es um Belastung geht, so nützt dir der Griff zu sauberem Fleisch weitaus mehr als der Griff zu sauberem Gemüse. Das Geld, was du am Bio-Gemüse sparst, kannst du dann bald ins Fleisch stecken. Und da kannst du viel sparen, wenn du einen Gefreierschrank hast.
      Also: Fang’ an, iss Gemüse und lass Getreide und Zucker liegen.

  2. Bettina

    Hallo Felix,

    mit deinem Beitrag sprichst du mir wirklich aus der Seele und vielen Anderen hier sicherlich auch.
    Mach bitte weiter so und lass dich nicht beirren.

    Liebe Grüße Bettina

  3. Monika Schmidt

    Hallo Felix,

    ich stimme dir voll zu – erst einmal sollte man Prioritäten setzen. Ist mir meine Gesundheit wichtig?
    Ich habe nur einen Körper, den sollte ich gut behandeln. Ich kaufe auch nur saisional ein. Bei Bedarf Tiefkühlkost – wird frisch vom Feld eingefroren – bleibt auch bis zum auftauen frisch. Bei mir ist Frische sehr wichtig, Bio ist bei uns am Samstag selten frisch, aber bei frischer Ware aus der Gegend (nach Saison) habe ich keine bedenken. Bei Fleisch habe ich die goldene Mitte gefunden, zwischen Bio (teuer) und Billigfleisch Fleisch vom Händler der nur Ware verkauft, die auf seinem Hof gezüchtet werden.
    Kleinbetrieb, daher auch nicht immer alles zu haben, macht ja nichts.
    Allgemein: Für eine gesunde Ernährung sollte man sich schon “schlaumachen”
    Weiter so mit deinen informativen Beiträgen!
    Alles Liebe
    Monika

  4. Nicolette

    Bezogen auf das Desinteresse des Personals im Supermarkt kann ich eine kleine Geschichte beisteuern.
    Letztes Jahr wollte ich im SB-Markt Kartoffeln kaufen.
    Kein Problem, sollte man meinen.
    Aber in den Regalen lagen ausschliesslich Kartoffeln aus Neuseeland!!
    Auf meine Nachfrage beim Marktleiter warum es hier keine Kartoffeln aus Deutschland gäbe, meinte der nur achselzuckend: Er müsse nehmen, was der Grossmarkt im Angebot habe.
    Auf den Bauernmärkten in der Umgebung muss man auch den Anbietern glauben, was sie erzählen. Ich dachte auch immer, das Gemüse käme alles aus der nächsten Umgebung, bis ich über Dritte erfuhr, dass genau dieser Anbieter, der ausschliesslich (!) Eigenanbau-Produkte anbot, ein eifriger Einkäufer auf dem Grossmarkt ist…..

    1. Felix

      Ja – aber glaubst du eher den “dritten” oder dem Händler selbst? Ich denke, die beste Methode ist, den Erzugerhof einfach zu besuchen. Die meisten Erzeuger bgerüßen das.

    2. tobi

      Ich machs ganz einfach wie die “Grossen” und fahre eine Mehr-Lieferanten-Strategie. Also immer nur Bio ist mir auch etwas zu heikel, zumal ja auch hier oft die Qualität schwankt. Gift ist meiner Meinung nach in jedem Lebensmittel (sogar im Wasser) so dass ich quasi das Risiko streue… Aldi, Lidl, Norma, Edeka, Bio-Bauer oder Kräuter von der Wiese, Pilze aus dem Wald … überall Gift und Schwermetalle drin.

      Bissl Gift ist ja auch Medizin 😉

      Ansonsten mag ich diesen Blog. Ich reduziere übrigens meine Giftzufuhr, in dem ich jedem zweiten Tag komplett nichts esse nur Wasser trinke und mich viel bewege, denn ich brauch mich gar nicht ums Essen kümmern … juhuu die Welt ist schön, sollen sich doch andere fett fressen mir egal

  5. Sandra

    Klasse Artikel!

    Man muss sich Zeit nehmen und etwas Recherche betreiben um sich günstig UND gesund zu ernähren.
    Alles eine Frage der Wertschätzung der eigenen Gesundheit.

    Weiter so 🙂

    Liebe Grüsse
    Sandra

  6. Michael

    Hi Felix,

    Vielen dank für den wieder guten Beitrag.

    Was Du noch vergessen hast und ich sehr viel mache, ist direkt beim Erzeuger einzukaufen auch wenn die keinen Hofladen haben. Also ich kaufe direkt beim Jäger, Gemüsebau, Obstbauern, Metzger der seine Tier auf dem eigenen Hof produziert.

    Ich wohne in der Nähe von München, also nicht tief auf dem Land.

    Michael

    1. Anna

      Hallo Michael,
      in welcher Richtung von München kaufst Du ein? Ich bin in den Süden von München gezogen und noch auf der Suche nach Hofläden und ähnlichem.
      Gruß,
      Anna

  7. M. Senner

    Hallo Felix,

    wieder einmal bin ich enttäuscht von deinem dezent ironischen Schreibstil der an Axel-Springer erinnert. Die Seitenhiebe die du unterschwellig verteilst, nur weil jemand möglicherweise eine andere Meinung hat, finde ich ziemlich anmaßend. Zum eigentilchen Beitrag habe ich auch noch ein paar Anmerkungen:

    “1. Angebote wahrnehmen: Obst, Gemüse und Fleisch sind Frischware und sie werden regelmäßig zum reduzierten Preis angeboten, etwa weil ein Überangebot herrscht oder die Ware sich ihrem Verderben nähert. Durch Wahrnehmung solcher Angebote können Sie regelmäßig viel Geld beim Einkauf sparen, bis zu 50% und mehr Nachlass sind möglich.”
    In diesem Abschnitt wiedersprichst du dir selbst. Zunächst soll man Frische Ware kaufen, dann weist du darauf hin, dass Ware die nahe am Verfallsdatum liegt günstiger ist. Kann man denn noch von “Frisch” besprechen, wenn die Märkte aus Angst vor zu wenig Absatz, kurz bevor es schlecht wird die Preise senken?

    “2. Saisonal kaufen: Tomaten sind im Sommer günstiger zu erzeugen als im Winter, da sie dann keiner zusätzlichen Energie (für Zucht und ggfs. weite Transporte) bedürfen. Wer Lebensmittel saisonal einkauft, kann daher Geld sparen. Erdbeeren im Dezember fallen eher in die Kategorie: Teurer Unfug.”

    Hier kann ich weitestgehen zustimmen.

    “3. Günstige Teile kaufen: Es gibt auch bei Lebensmitteln gewaltige Preisunterschiede. Nicht nur bezogen auf die Masse, sondern auch auf den Nährstoffgehalt sind Tomaten beispielsweise teurer als Weißkohl. Doch besonders beim Fleisch kann viel Geld sparen, wer statt zum Filet zu günstigeren Teilen oder direkt den Innereien wie Leber und Herz greift (die obendrein einen viel höheren Nährstoffgehalt aufweisen). Während das Filet oft um 40EUR/kg kostet, gibt es die Leber meist um 5EUR/kg und günstiger. Eine Ersparnis von fast 90%.”

    Im Prinzip ist die Aussage ja nicht falsch, allerdings würde ich für den Vergleich von Alternativen mehr ähnliche Produkte verwenden. Sie werden kaum einen finden, der sein Filet durch Leber ersetzt… Wenn Sie bei dem Vergleich der Nährstoffe bleiben wollen, dann sind innereien besser, möchten sie den Preis vergleichen, so wäre vielleicht Schwein im vergleich zu Rind besser gewesen. Sonst artet es ja doch so aus, das nur wer viel Geld hat auch in den Genuss (geschmacklich) von Filet kommen kann. Genau das wollten Sie aber ja durch diesen Beitrag dementieren.

    “4. Tiefkühlware: Auch Tiefkühlware gibt es in annehmbarer Qualität und zu günstigen Preisen, oftmals günstiger als Frischware. Tütenweise Brokkoli, Blumenkohl, Kaisergmüse –geerntet und abgepackt meist im optimalen Reifezustand und fachgerecht eingefroren– sind eine Möglichkeit, sich sehr günstig und bequem mit reichlich Gemüse zu versorgen.”

    Ich bezweifle, dass jemand der Tütenweise diese Produkte kauft sie auch zeitnah verzehren kann. Eventuell eignet sich dieses Beispiel mehr für größere Familien. Über den Nährstoffgehalt von Gemüse das Monatelang im Gefrierfach liegt könnte man auch noch mal diskutieren…

    “Kein Bio: Es muss nicht immer Bio sein. Die Alternative ist jedoch nicht direkt der Griff zu nährstoffarmen Fertigprodukten und Fast Food.”

    Es ist ziemlich anmaßend, alle Fertigprodukte als Nährstoffarm zu bezeichnen. Auch zählen örtliche Imbissbuden die mit Liebe zubereitete Burger in bester Qualität zubereiten zu Fast-Food, zumindest im allgemeinen Sprachgebrauch. Ob sich diese Unternehmer freuen, wenn Sie das hier lesen würden?

    “Denn besser als das sind noch immer frische Produkte aus konventioneller Erzeugung. Diese sind potentiell stärker mit Pestiziden belastet als Bioware und sie mögen weniger Nährstoffe enthalten. Dennoch stellen sie echte Lebensmittel dar und die größten Schadstoffbelastungen kann man geschickt umgehen – zum Beispiel mit Hilfe einer Liste wie dieser von Greenpeace, welche die Pestizidbelastung der Ware verschiedener Supermarktketten vergleicht. Darüber hinaus finden Sie auf vielen Wochenmärkten Bauern ohne Bio-Zertifikat aus der Region, die dennoch den Ansprüchen des ökologischen Landbaus gerecht werden – oder diese weit übertreffen.”

    Ich möchte fast zustimmen. Dennoch kann ich nur betonen, dass ein Bio-Zertifikat einen Pifferling Wert ist, solange die gesetzlichen Rahmenbedingungen zur Kontrolle und Strafe bei nicht Einhaltung nicht ausgebaut werden.

    Hier ein wenig Lektüre dazu:
    http://www.boelw.de/biofrage_06.html (was ist Ökoligischer Landbau)
    Und hier noch etwas zum Thema pestiziden:
    http://oekologischerlandbau.jki.bund.de/index.php?menuid=33

    Wer zu Faul zum Lesen ist hier eine zusammenfassung:

    Auch im Ökologischen Landbau (Der Anteil an “Zutaten” für Bio-Produkte muss z.B. 95% Ökoligischem Landbau entstammen) dürfen Pestizide verwendet werden, zwar gibt es auch hier Auflagen, aber das alte Sprichwort “Wo kein Richter da kein Henker” findet auch in diesem Segment Anwendung.

    Zum Schluss noch ein wenig von meinem eigenen Senf:

    Was nutzt mir eine Nährwert-Tabelle auf einem Produkt, dass nur alle Jubeljahre mal von einer staatilchen Institution die das überwachen sollte kontrolliert wird? Wer garantiert mir, dass das aufgedruckte Bio-Siegel nicht schon 2 Ernten alt sind und der Bauer Aufgrund geringer Kontrollen (oder auch keiner) es nicht mehr für nötig hält, alle vorschriften einzuhalten?
    Man darf nie vergessen, das auch der Bio-Bauer um die Ecke in erster Linie ein Geschäftsmann ist. Wenn nicht sogar Kaufmann. Er möchte Leben und eine seiner Ansicht nach Faire Bezahlung für seine Arbeit. Die Landmaschienen sind auch nicht günstiger als vor 20 Jahren, nur moderner.

    Natürlich verstehe ich, dass bei der breiten Masse an Produkten und Anbietern/ Erzeugern man nicht ständig alles kontrollieren kann. Umso mehr sollte man als Käufer mehr hinterfragen und nicht Blind alles hinnehmen.

    Eine Liste wie sie Greenpeace führt scheint ein Weg in die richtige Richtung, solange aber keiner dafür Werbung macht und die Plakate von McDonalds und Co. größer sind als die Warnhinweise für zu stark Pestizid-behandelte Produkte wird sich wenig ändern.

    Summa summarum bin ich für besssere bzw. gesündere Ernährung. Allerdings halte ich es für nicht sinnvoll mit irgendwelchen unterschwelligen Kommentaren gegen all Jene zu schießen, die man versucht mit einem Blog wie diesem zur gesünderen Ernährung zu bewegen. Je weniger Menschen eine Veränderung in Sachen gesunder Ernährung wünschen, desto weniger werden Unternehmen etwas an der Art und Weise wie sie uns Nahrung präsentieren ändern. Und wenn wer schon in der Einleitung die Kaufgewohnheiten des Lesers verurteilt wird wenige finden, die interessiert weiterlesen und noch weniger werden nach der Lektüre es ausprobieren wollen.

    Günstiger einkaufen funktioniert, teurer allerdings auch. Ob es am Ende besser oder schlechter ist, kann sowieso keiner sagen. Bei dem Dschungel an Angebot, unterschiedlichen Studien und Berichten, wer kann es da dem Otto-Normal-Konsument verdenken, wenn er einfach das kauft was ihm schmeckt und mit dem er die letzten 20 Jahre auch nicht kränker geworde ist?

    Grüße
    M.Senner

    1. Felix

      Hallo M.,

      das muss ein Missverständnis sein, da ich keine unterschwelligen Seitenhiebe verteile. Ich finde deine Unterstellungen anmaßend.

      “Sonst artet es ja doch so aus, das nur wer viel Geld hat auch in den Genuss (geschmacklich) von Filet kommen kann. Genau das wollten Sie aber ja durch diesen Beitrag dementieren.”

      In den “Genuss” von Filet kann jeder kommen, der das Geld dafür ausgeben möchte. Und was ich durch “diesen Beitrag dementieren” möchte, scheinst du falsch verstanden zu haben.

      “Ich bezweifle, dass jemand der Tütenweise diese Produkte kauft sie auch zeitnah verzehren kann.”

      Wo ist das Problem? Tüte auf, Gemüse raus, essen.

      “Über den Nährstoffgehalt von Gemüse das Monatelang im Gefrierfach liegt könnte man auch noch mal diskutieren…”

      Ja. Mach doch mal. Was sind denn deine Bedenken.

      “Es ist ziemlich anmaßend, alle Fertigprodukte als Nährstoffarm zu bezeichnen”

      Du siehst da ganz klar etwas, was da nicht steht. Ich habe nie gesagt, dass alle Fertigprodukte nährstoffarm sind.

      “Dennoch kann ich nur betonen, dass ein Bio-Zertifikat einen Pifferling Wert ist, solange die gesetzlichen Rahmenbedingungen zur Kontrolle und Strafe bei nicht Einhaltung nicht ausgebaut werden.”

      Ja. Das ist ein Horn, in das ich seit Jahren blase: http://www.urgeschmack.de/urgeschmack-tv-ep-18-bio-ist-wertlos/

    2. Marko.H

      Na da fühlt sich wohl jemand angesprochen durch den Text, oder warum wird hier so übertrieben darauf reagiert?
      Ich kann da von Felix keinen ironischen Text erkennen. Er spricht lediglich meiner Meinung nach die Wahrheit aus.
      Fakt ist doch nun mal das jeder Mensch die Wahl hat.
      Wenn ich am Ende des Monats nur noch wenig Geld über habe und vor der Wahl stehe ob ich davon gesunde Lebensmittel kaufe, oder aber lieber ins Kino gehe und dafür billiges Brot oder Nudeln (nur mal als Beispiel)esse, dann entscheide ich mich ganz klar gegen das Vergnügen im Kino, und lieber für das Vergnügen mir mit gesunden Lebensmitteln eine leckere Mahlzeit zu kochen!
      Natürlich muss das jeder für sich entscheiden, aber es soll sich dann bitte keiner beklagen wenn er irgendwann gesundheitlich dafür die Quittung bekommt, und vor allem soll man doch auch ehrlich sein und einfach sagen das gesunde Ernährung einfach für ihn oder sie das Geld nicht wert ist, und er es lieber anders investiert.
      Muss ja jeder selber wissen, aber es ist einfach falsch zu sagen man kann sich keine gesunde Ernährung leisten. Manche wollen sie sich halt nur nicht leisten!
      Ich weiß selber wie es ist wenn man jeden Cent zwei mal umdrehen muss und trotzdem kann ich mich von frischem Gemüse und Weidefleisch oder Wildfleisch ernähren.
      Es ist alles eine Frage der Prioritäten.
      Mir nützt aller Spaß der Welt oder alle materiellen Dinge nichts, wenn ich mich in meinem Körper nicht wohl fühle und Krank bin. Von daher fällt mir die Wahl sehr leicht.
      Komischerweise sind gerade die Deutschen sehr eigen wenn es z.B. um ihr Auto geht. Da wird drum gestritten welches Öl denn wirklich das beste ist, und ob man lieber Super Plus statt E10 tankt. Und natürlich wird das Auto nur von Hand gewaschen und poliert. Aber wenn es dann um den eigenen Körper geht, ist es plötzlich egal was man so zu sich nimmt.
      Das verstehe ich irgendwie nicht.

  8. Christian

    “Darüber hinaus finden Sie auf vielen Wochenmärkten Bauern ohne Bio-Zertifikat aus der Region, die dennoch den Ansprüchen des ökologischen Landbaus gerecht werden – oder diese weit übertreffen.”

    Wenn das auf dem Markt immer so leicht zu erkennen wäre. 🙂 Ich weiß, dass viele “Betreiber” von Marktständen, einfach morgens in den Großmarkt fahren und diese gekaufte Ware dann auf dem Wochenmarkt verkaufen.

    1. Felix

      Dass das “leicht” zu erkennen wäre behauptet ja niemand. Wenigstens kann man dort überhaupt jemanden fragen und selbst überprüfen. Im Supermarkt geht das vollständig in der Anonymität und meist dem Desinteresse des Personals unter

  9. Christoph

    Hallo Felix!

    Toller Beitrag wieder von dir. Kann dir da nur voll zustimmen auf was soll man im Leben sonst mehr achten als auf seine Überlebensgarantie Ernährung.
    Ich verstehe es oft nicht dass Leute Woche für Woche samstags jenseits der 150€ für Alkohol ausgeben welcher ihnen sogar noch schadet aber Lebensmittel sind ihnen teils zu teuer.
    Ich höre auch von vielen Seiten immer ist das nicht übertrieben sich so um seine Ernährung zu kümmern? Nun muss wie du sagst jeder selbst für sich entscheiden und seine Prioritäten setzen.

    MfG Christoph

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