Urgeschmack-TV Ep. 61: Hähnchen aus Mastanlagen

Das Land Niedersachsen, speziell der Landkreis Emsland, ist die Heimat einer gewaltigen Zahl von Hähnchenmastanlagen. Diese sind völlig zurecht umstritten. Sie bringen viele Probleme mit sich. Eines davon ist die hohe Konzentration von Hühnermist, die hier entsteht und lokal nicht umweltverträglich entsorgt werden kann. Denn Mist ist zwar ein guter Dünger, doch in hohen Konzentrationen belastet er die Böden, die umliegenden Gewässer und das Grundwasser. Auch die Produkte dieser Anlagen sind keinesfalls erstrebenswert. Mehr dazu in diesem Video:

Es gibt kein billiges Fleisch. Was der Verbraucher nicht an der Supermarktkasse bezahlt, ging schon vorher auf Kosten der Tiere, der Umwelt und der Wirtschaft. Hähnchenfleisch aus solchen Mastanlagen ist sogar relativ teuer: Aufgrund seiner mangelhaften Qualität und hohen Schadstoffbelastung zahlt der Konsument mit seiner eigenen Gesundheit. Ganz abseits von Argumentationen zu den Folgekosten für das Gesundheitssystem sollte sich jeder klarmachen: Die Gesundheit ist unser höchstes Gut. Wenn das Geld knapp ist, lohnt es sich, seltener hochwertiges Fleisch zu essen, statt sich täglich absolut minderwertige Supermarktware andrehen zu lassen.

6 Kommentare zu “Urgeschmack-TV Ep. 61: Hähnchen aus Mastanlagen

  1. Stephanie

    Klasse Video, danke. Dass es den Hühnern wirklich schlecht geht, war mir klar. Aber dass das Fleisch im Grunde so widerlich ist, wusste ich nicht. Leider ist es wirklich schwierig, jemanden privat zu finden, der schlachtet und es dann auch noch verkauft.

  2. Anonymous

    Antibiotika sind als Leistungsförderer in der EU sowieso verboten, wie auch die Einfuhr von belastetem Fleisch. Ob das auch eingehalten wird weiß ich nicht. Da Steroide ebenfalls verboten sind setzt man heute meinem Wissensstand nach vorallem auf Soja. Soja liefert nicht nur das Eiweiß für schnelles Wachstum, sondern auch gleich noch ,,natürliche” Hormonartige Substanzen.

  3. espero

    Damit der Auslauf grün bleibt, muß er pro Henne mindestens 30 qm groß sein. Ist er kleiner, ruinieren die Hühner spätestens im Winter die Vegetation vollständig, da dann praktisch nichts mehr nachwächst, die Hühner aber trotzdem scharren.
    Wer auf dem Land lebt und etwa einen größeren Obstgarten hat, für den ist Hühnerhaltung ideal, macht sehr wenig Arbeit und wenn die Legehennen dann nach 2 Jahren ausrangiert werden, gibt das immer noch einen wohlschmeckenden Schlachtkörper.
    In der Massenhaltung (oft mehr als 100000 Hühner in einer Anlage) ist es in der Eierproduktion leider unmöglich, gleichwertige Bedingungen zu schaffen.

    1. Felix

      Die Alternative zu 30qm/Henne ist ein regelmäßiger Wechsel der Wiese. Da gibt es sehr schöne Modelle, u.a. Joel Salatin beschreibt dies sehr umfassend. So kann man auch mit weniger Platz den Hennen stets grüne Flächen bieten.

  4. Lukas

    Sehr interessanter, eigentlich trauriger Beitrag. Dass auch Bio-Hühner ein für sie ungeeignetes Getreide-Futter bekommen, wusste ich bereits. Ich hatte aber dennoch die Vorstellung, dass Bio-Hühner zumindest im Sommer zu einem großen Teil der Zeit draußen sind und sie es dort dann auch grün haben. Ich lebe mitten in Wien und habe als Schüler ohne Auto nur äußerst selten die Chance, an “richtiges” Bio-Fleisch zu kommen. Auf Bio-Siegel werde ich dennoch achten, so vermeide ich zumindest Antibiotika und ähnliche Dinge im Fleisch.

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