Urgeschmack-TV Ep. 39: Fleisch ist nicht gleich Massentierhaltung

Fleisch ist nicht gleich Massentierhaltung.

Leider wird diese Tatsache in vielen Diskussionen um Tierschutz und Ernährung gnadenlos übersehen. Tatsächlich ist das Produkt der Massentierhaltung fast immer Fleisch für den menschlichen Verzehr. Der Umkehrschluss gilt jedoch auf gar keinen Fall. Menschen wie Josef Behrens oder Familie De Feijter beweisen dies und sie sind mit dieser Arbeit nicht allein.

Wenn wir eine fruchtbare Diskussion über die Zukunft der Nahrungsmittelerzeugung frei von unnötigen Grabenkämpfen führen wollen, muss dieser Fakt akzeptiert werden. Weder ist der Verzicht auf Fleisch eine, oder gar die einzige Lösung des Problems Massentierhaltung (und Tierquälerei), noch ist der Verzehr von Pflanzenprodukten eine tatsächlich moralisch überlegene Lösung. Mehr dazu im heutigen Video:

Mehr dazu auch in diesem Beitrag: Fleischerzeugung kann das Klima schützen (Urgeschmack-TV Ep. 79)

Wenn Ihnen Urgeschmack gefällt oder hilft, würde ich mich über Ihre Unterstützung sehr freuen.

16 Kommentare zu “Urgeschmack-TV Ep. 39: Fleisch ist nicht gleich Massentierhaltung

Bitte beachten Sie bei Diskussionen in den Kommentaren, dass am anderen Ende des Internets auch immer ein Mensch sitzt. Benehmen Sie sich bitte so, wie Sie sich auch gegenüber Menschen verhalten würden, denen Sie persönlich gegenüberstehen.
  1. Klaus

    Hallo Felix,

    ich verfolge mit großem Interesse deine Artikel.

    Es ist immer schwer, eine Argumentation wirklich wasserdicht zugestalten. Ich denke, was in diesem Artikel vernachlässigt wird, ist die Frage, warum Menschen dann nicht auch Menschen essen sollten, so wie andere Tiere auch Tiere aus der selben Rasse essen…
    Warum essen wir außerdem keine Hunde und Katzen, die alle ja auch sehr gut gehalten werden und dann nur “einen schlechten Tag” hätten?

    Ich wäre dafür, dann bräuchte man weniger Massentierhaltung und ich könnte weiterhin genüsslich Fleisch essen ohne schlechtes Gewissen.

    Viele Grüße!

    1. Felix

      Klaus,
      wen meinst du mit “wir”?
      In Neuguinea essen Menschen Menschen. In Asien essen Menschen Hunde… es ist alles eine Frage der Kultur, der Tradition und der Bedingungen.

      1. Klaus

        Hallo Felix,

        vielen Dank für deine Antwort.

        Ich meine mit “wir” den Großteil der Menschen. Denn so wie der Großteil der Menschen auf Kannibalismus (ist m. W. auch in Neuguinea nur in Ritualen vorgekommen und wird heute nicht mehr praktiziert) und Hundefleisch (wird auch nur in Teilen Chinas gegessen) verzichtet, verzichten die meisten Menschen auf artgerechte Tierhaltung, damit ihr Fleisch billig ist und sie unglaubliche Mengen davon verzehren können…und die Massentierhaltung ist nunmal nicht optimal für die Umwelt.

  2. Regula

    Heya Felix
    …meines Erachtens alles andere als Sinnvoll, Fleischverzehr in welcher Art auch immer zu propagieren.
    Deine Argumente sind zwar verständlich, lassen aber einiges ausser Acht:

    - solange Mensch dermassen viel Tierisches verzehrt (und wegschmeisst – ein anderer Teil des Problems), wird es Massentierhaltung geben, die selbst Du anprangerst.
    - “Fressen und gefressen werden” ist ein schwaches Argument. Mensch kann die Konsequenzen seines Tuns abschätzen. Er kann Leid verhindern. Und dies sollte er auch, wenn es in seinen Möglichkeiten liegt.
    Jeder unnötige Tod ist zuviel. Ob dies nun Kinder in Afrika oder männliche Hühnchen im Zuchtbetrieb sind (was nicht heisst, dass man das menschliche Leben nicht höher werten darf – aber wir brauchen de Facto keine tierischen Produkte). Was wir Menschen tun, ist Tiere zu produzieren zum alleinigen Zweck, sie zu töten. Und das unter 99.9% unhaltbaren Umständen. Dies findest du in der Natur nirgendwo sonst.
    - Du lässt die globalen Themen wie Umweltverschmutzung, Klimaerwärmung und den Welthunger ausser Acht. Alle drei Probleme werden durch Tierhaltung gefördert. Unser Grundwasser wird durch Überdüngung vergiftet, Flüsse werden für industrielle Tierhaltung umgeleitet, Regenwald für Tierfutter abgeholzt, Kühe stossen ohne Ende das hochpotente Treibhausgas Methan aus, der Bedarf an Energie (verbrauchte Kaloriern) ist für Fleisch und tierische Produkte ungefähr das 10fache, der Wasserverbrauch exponentiell höher, u.s.w.

    Also:

    Warum?

    1. Felix

      Moin Regula,
      Fleischverzehr in welcher Art auch immer zu propagieren
      Ich habe keine Ahnung, wie du darauf kommst, ich würde Fleiuschverzehr propagieren.
      Jeder unnötige Tod ist zuviel.
      Was ist denn ein nötiger Tod?
      Umweltverschmutzung, Klimaerwärmung und den Welthunger ausser Acht.
      Tue ich nicht. Siehe hier: http://www.urgeschmack.de/was-ist-weidefleisch-1/ und da: http://www.urgeschmack.de/verursachen-vegetarier-mehr-blutvergiessen-als-fleischesser/ und da: http://www.urgeschmack.de/der-weltagrarbericht/ .
      Alle drei Probleme werden durch Tierhaltung gefördert.
      Du meinst sicherlich industrielle Intensivtierhaltung, nicht Tierhaltung im Allgemeinen.
      Grundwasser wird durch Überdüngung vergiftet
      Stimmt. Durch Düngung von Pflanzen, die der Mensch isst. Getreide, Soja, Kartoffeln, Möhren, Kohl…
      Warum?
      Warum was?

  3. carmix

    hallo felix,

    wenn bio-bauern auch noch selbst schlachten dürften,
    so wie früher die hausschlachtung war,könnten man sein fleisch ohne bedenken dort kaufen.
    aber weißt du wie es auf schlachthöfen zugeht???
    mach dir mal die mühe und sieh es dir an,was passiert wenn die tiere vor angst und panik nicht so wollen wie die schlachter.
    dort gibt es ganz bestimmte tricks um die tiere sehr schnell gefügig zu machen!
    auch dort herrscht stress die arbeiter müssen möglichst viele tiere schlachten,haben wut wenn die tiere schreien und panik bekommen.
    es geht dort sehr grausam zu!!!

    ich kann mich den anderen nur anschließen,alle menschen können gar nicht beim bio-schlachter kaufen,schon vom preis her passt das nicht.
    wie soll den jemand mit hartz4 biofleisch kaufen können?(auf der anderen seite gehen sie ja auch lieber zu mc donalds)naja
    die leute müssen erstmal verstehen das man nicht jeden tag fleisch und wurst braucht!früher gab es höchstens 1x in der woche fleisch und die menschen waren viel weniger krank.woher kommen den die ganzen zivilisationskrankheiten? vom obst und gemüse?bist du auch vegetarier?
    oder gar veganer? warscheinlich nicht. leider ist obst und gemüse nur
    noch ne nette beilage wenn überhaubt.

    1. Felix

      Moin Carmix,
      wenn du dich hier auf der Seite etwas ausführlicher umschaust, werden all deine Fragen beantwortet und du wirst sehen, dass du hinsichtlich des Preises und der Umsetzbarkeit auf dem Holzweg bist.

  4. Kerstin

    Ich frage mich, wie es funktionieren soll, die Menschheit so tierproduktlastig zu ernähren. Um alle Tiere so toll zu halten wie in den genannten Beispielen und gleichzeitig auch noch die Futtermengen für diese Tiere ökologisch anzubauen, reicht der Platz auf unserer Erde leider nicht aus! Also empfiehlst oder unterstützt Du doch mit Rezepten, die so gut wie alle irgendwelche Tierprodukte enthalten, die Intensivtierhaltung.
    Deshalb verstehe ich auch nicht, wie man solch eine Ernährungsform in unserer heutigen Welt propagieren kann, in der das ‘Jagen’ im Gang zum Supermarkt besteht und bekannt ist, dass Tierhaltung einfach viel zu viele Ressourcen verbraucht und Unmengen ‘Müll’ (Methan, Co2, Fäkalien) verursacht.
    Und dafür, dass Muttermilch von Tieren nicht unbedingt zur Steinzeiternährung gehört und es bei der heutigen Versorgungslage (z.B. mit VitaminD oder auch einfach Kalorien) wirklich unnötig ist, Tiere fast nur zu halten, um sie jährlich zu schwängern, ihnen dann ihre Neugeborenen sofort wieder wegzunehmen und ihnen täglich ihre Muttermilch abzupumpen, enthalten mir die genannten Rezepte auch definitiv zu viele Milchprodukte.
    Zu Eiern schreib ich vielleicht ein anderes Mal.

    1. Felix

      Hallo Kerstin,
      definiere “so tierproduktlastig”. Und meinst du ernsthaft, dass ein Tropfen Milch in einem Rezept genauso als “enthält Tierprodukte” eingestuft werden muss, wie drei Schweinekoteletts? Verstehst du wirklich nicht den Zusammenhang zwischen nachhaltiger Tierhaltung und Landschaftspflege? Begreifst du wirklich nicht, dass der Verzehr von Pflanzen genau so viele Leben kostet wie der Verzehr von Tieren? Und bist du wirklich nicht in der Lage, aus einem Angebot von Rezepten diejenigen zu wählen, die dir besser passen und keine Milchproudkte enhalten? Schließlich sind solche hier zu Dutzenden verfügbar.

  5. Florian

    moin :)
    mit wir war “wir die menschen” gemeint…
    frage mich gerade wie man zu einer anderen annahme kommen kann,
    da scheint wohl einiges an energie in dem thema zu stecken bei dir…
    wie dem auch sei, du hast die infos, wenn sie in deinen augen falsch sind
    dann akzeptiere ich das. natürlich soll jeder so leben wie er will,
    darum gings mir nicht, hier irgendeine art veganen krieg anzuzetteln… esse selber abundzu fleisch.
    wollte lediglich deine meinung hören :)
    gruss florian

    1. Felix

      Hi Florian,

      bzgl: “mit wir war “wir die menschen” gemeint…”

      du hattest geschrieben “4. fleischfresser produzieren 20mal mehr magensäure als wir.” – als wir Pflanzenfresser, als die sich einige Veganer gerne bezeichnen und dabei auf die Vermeintliche Gleichheit zum Verdauungssystem eines Gorillas beziehen. Letztere essen übriges reichlich Tiere (Insekten auf den Blättern die sie essen), haben allerdings einen anderen Stoffwechsel als Menschen.

      “du hast die infos, wenn sie in deinen augen falsch sind
      dann akzeptiere ich das.”

      Florian – es geht hier nicht um “in meinen Augen”. Es geht um Tatsachen. Die Bahuptung, die Anatomie eines Goriallas oder Orang Utans sei von der eines Menschen nicht zu unterscheiden, kann jedes Kind widerlegen. Wer so etwas schreibt, disqualifiziert sich für jede weitere Diskussion. Das hat mit Meinung nichts zu tun, sondern mit Wissenschaft.

  6. Florian

    hallo felix,
    ist warscheinlich keine gute idee das hier reinzusetzten,
    weil dadurch wohl das copyright verletzt werden würde.
    mir reichts eigentlich, wenn du die infos hast, und deine meinung dazu würde mich natürlich auch intressieren.
    gruss florian

    1. Felix

      Moin Florian,
      tja, die Liste ist lang und ich habe nicht viel Zeit. Ich lese da mehrfach ein “uns” und gehe nicht davon aus, dass damit das hoheitliche “uns”, sondern die Gruppe “wir, die Veganer” gemeint ist. Das impliziert auch, dass es hier um einen ideologischen Kampf geht und an solchen nehme ich nicht teil.

      Zu den Punkten im einzelnen: Einige davon sind Strohmann-Argumente.
      1, 2: An keiner Stelle habe ich das Gegenteil behauptet.
      3: Spannend. Beweise?
      4: Und selbst wenn, was ist das Problem
      5: Definiere “Fleischfresser”. Und: Ja und?
      6, 7: Lies mal http://www.urgeschmack.de/verrottet-fleisch-im-darm-nein/
      Ich überspringe jetzt mal ein paar.
      10: Das mag ja sein. Aber was hat das mit Fleisch zu tun?
      12, 14: Ja und?
      15: Setzen, sechs. Anatomiebuch anschauen.
      17: Hanebüchener Unfug. Dann wäre ja jeder, der keine Rohkost ist, längst tot.
      19: Wie meinen? Die genannten Tiere essen kein Protein? Spannend.
      20: Es wäre mir sehr peinlich, so etwas zu schreiben.

      Tut mir leid, aber nicht nur mangelt es da an Substanz, sondern es handelt sich größtenteils um falsche Informationen. Unfug nennt man das.

      Schau, jeder soll leben wie er mag. Vegetarier und Veganer mögen moralische Gründe für ihr Handeln haben. Das respektiere ich. Für meinen Teil akzeptiere ich, dass ich nichts essen kann, durch das nicht ein anderes Lebewesen Leid erfährt. Das ist der Kreislauf des Lebens. Das muss jeder mit sich selbst ausmachen. Aber es ist kein grund, solchen Unfug als Rechtfertigung zu verbreiten.

  7. Zuzana MOll

    Hallo,
    vielleicht sollte man in Betracht ziehen das Leben zu fördern und nicht den Tod. Keine Seele möchte gewaltsam aus seinem Körper entzogen werden. Dies fügt man den Tieren zu, auch wenn sie in Freiheit gelebt haben und ein “gutes” Leben zu haben schienen. Es gibt nun mal Alternativen zu Fleisch und um das Morden ein Ende zu setzen sollte man auf jene zurück greifen.
    Ich ernähre mich seit 27Jahren fleischlos, ich treibe Sport, betätige mich geistiger Arbeit und erfreue mich über guter Gesundheit.
    Was ich hier anregen möchte; ACHTSAMKEIT üben, Tiere sind unsere Mitgeschöpfe und Freunde, und die sollte man nicht essen, Punkt.

    1. Felix

      Zuzana – danke für deinen Kommentar. Ich finde deinen Gedanken ehrenwert, aber es ist nun einmal so, dass der Tod zum Leben dazu gehört. Jeder frisst und wird gefressen. Das ist der Kreislauf des Lebens. Egal was du isst, irgendewas musste dafür sterben.
      Alles, was wir tun können ist, zu versuchen die Ökkosystem gesund zu halten, damit sie auch in Zukunft weiter funktionieren.

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