Urgeschmack-TV Ep. 113: Sind Nüsse gesund? Sollte man Nüsse essen?

Nüsse werden stets als empfehlenswerte Bestandteile einer ausgewogenen Ernährung bezeichnet. Sie gelten als gesund, wenn auch fett (also kalorienhaltig). Doch sollte man sie unbedingt essen oder sind sie eher eine optionale Ergänzung des Speiseplans? Sollte man den Konsum einschränken? Gibt es einen Haken beim Nussgenuss? Darum geht es in diesem Video.

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20 Kommentare zu “Urgeschmack-TV Ep. 113: Sind Nüsse gesund? Sollte man Nüsse essen?

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  1. Steini

    Hallo,
    ich habe ein paar Fragen es wäre nett, wenn Du sie mir beantworten könntest.
    Ich habe bisher auch einen Teil des nicht mehr zu mir nehmenden Mehls mit Nüssen, Cashew, Wallnüsse und Mandeln ausgeglichen.
    Mandeln weiche ich auch öfter ein un ziehe die Schale ab, allerdings nur wenn ich genug Geduld habe. Cashew sind ohne Schale, kann man sie auch einweichen?
    Sollte man Walnüsse mit der Schale einweichen?
    Sonst ist ja die Nuß nicht mehr vollständig. Aber kann sie in der schale in 72 Std nicht schimmeln?
    Mir ist Abnehmen nicht so wichtig, da mein Gewicht (abgesehen von vielleicht noch mal 2 Kg) im grünen Bereich liegt.
    Des weiteren esse ich mogens gerne Hirseflocken (als Brei gekocht)
    Nun bin ich unsicher, ob das der Gesundheit abträglich ist.
    Hauptlächlich achte ich auf meine Ernährung, da ich häufig Darmprobleme (Reizdamt) habe (keine wirkliche Glutenunverträglichkeit nach vielen Tests, aber Laktose, Fruktose und Sorbit, ich vermute auch Histamin).
    An anderer Stelle empfiehlst Du auch Mandelmilch oder Mandelmehl. Da ist für mich die Frage, auch mit dem im Vidio genannten und dem Wissen, dass Mandeln häufig Schimmelpilze enthalten sollen, ob das so gut ist.
    Wo gibt es Mandelmehl in guter Qualität?
    LG
    Steini

    1. Felix

      Man kann alles einweichen – die Frage ist, was das Ziel sein soll. Ich würde mir um die Phytinsäure in den Nüssen nicht so viele Gedanken machen, unterm Strich ist sie praktisch kein Problem, wenn man nicht gerade täglich ein Pfund isst.

      Wenn du Darmprobleme hast, würde ich auf Getreide (inkl. Hirse) erstmal völlig verzichten (vier Wochen konsequent) um zu testen, ob das nicht eine massive Besserung bringt.

      Ich empfehle Mandelmilch und Mandelmehl nicht ausdrücklich, sondern weise nur darauf hin, dass es das gibt. Viele Dinge können Schimmel enthalten – es kommt immer auf die Qualität an. Mandelmehl in guter Qualität gibt es u.a. bei der Ölmühle Solling, siehe Urgeschmack-Bezugsquellen: http://www.urgeschmack.de/bezugsquellen/

  2. Ranch

    Auf voller Linie richtig, aber ein paar Anmerkungen für die anderen Leser:
    - Nicht nur einweichen hilft, auch ankeimen. Nüsse brauchen bis zum sichtbaren keimen zwar sehr lange (über 1 Woche), aber der Prozess beginnt ja schon vorher in der Nuss. Vielfach wird 24h eingeweicht (Wasser mehrfach wechseln) und dann 2-3 Tage keimen lassen (immer wieder spühlen).
    - Das Jogurt gut für die Nussverwertung ist liegt wahrscheinlich an speziellen schwefelhaltigen Aminosäuren (geht auch mit Quark). Die helfen bei der Verwertung von Omega3 und verbessern so das Omega3-6-Verhältnis. Wer auf tierische Produkte verzichtet: Walnüsse enthalten beide wichtigen Aminosäuren und die Fettsäuren gleich mit ;) Ansonsten sind Sesam in Verbindung mit Sonnenblumenkernen (Achtung viel Omega6) auch ein guter Lieferant für diese Aminosäuren.
    - Omega3-6-Verhältnis ausgleichen. Vieles spricht dafür das dies mit Leinöl (achten auf frische und Qualität) und Leinsamen (bitte nur in Maßen) ganz gut klappt. Auch Hanfsamen und Öl haben viel Omega3.

    1. Felix

      Dass Joghurt bei der Verwertung von Nüssen helfen kann, liegt daran, dass er den Abbau der Phytinsäure unterstützt.
      Das O6:O3-Verhältnis einfach nur auszugleichen halte ich für eine schlechte Idee. Denn das ermutigt viele, die großen O6-Mengen beizubehalten und einfach noch mehr mehrfach ungesättigte Fettsäuren in Form von O3 einzuwerfen. Dadurch steigt jedoch der gesamte PUFA-Konsum noch weiter und das Oxidationsrisiko wird unnötig erhöht.

  3. alpindelfin

    HI Felix,
    esse sehr gerne Mandeln. Bisher zumeist die blanchierten. Weil das Phytin ja hauptsächlich in den braunen Häutchen sitzt – oder ?

    LG

  4. zuecks

    sehr interessanter Beitrag. Ich trainiere ca. 5h die Woche, leiste mir am Tag so ca. 25g versch. Nüsse, auch weil ich sie gern esse. Wie schon Felix gesagt hat, man muss hier konsequent sein um nicht in die Knabberfalle zu tappen. Allerdings merkt man das schon wenn Nüsse ranzig sind, ist mir auch schon passiert, dass ich eine ganze Tüte wegwerfen musste. Gerade bei Erdnüssen kann ich nur raten, die naturellen kaufen und selber knacken auch wenn Mutti schimpft weil zu viel Spelzen auf dem Sofa liegen bleiben.

    Ich finde die Tabelle in der Mitte des Artikels ganz aufschlussreich.

    http://de.takethemagicstep.com/coaching/athleten/ernaehrung/ernaehrung-nuesse-samen-und-kerne/

    VG zuecks

    1. Felix

      Hi zuecks,
      nur als Hinweis: Erdnüsse sind keine Nüsse, sondern Hülsenfrüchte. Bezüglich der Antinährstoffe macht das durchaus eienn großen Unterschied.

  5. Markus

    Felix, das Sears Buch habe ich 2010 gelesen. Duie Linolsäure wird in Arachidonsäure umgewandelt, die dann die eigentliche Vorstufe zu den entzünungsfördernden Eicosanoiden ist. Die Frage ist mit welcher Umwandlungsrate man da rechnen kann bzw. ob in diesem speziellen Fall jetzt der Verzehr der Linolsäure mehr schadet, als es nützt.
    Aber du hast ja schon beschrieben, dass man solcher Körner besser an Hühner verfüttert und dann deren Eier isst. Das wäre das allerbeste, wenn man dazu die Möglichkeit hätte Hühner zu halten.
    Gruß Markus

  6. Inge

    Hallo Felix!
    Wie sieht es aus, wenn man die Nüsse über Nacht in Wasser einweicht und das Einweichwasser dann weggießt? Dann sollen viele von den verdauungshemmenden Enzymen der Nuss freigesetzt und ausgeschwemmt und somit der Nährwert der Nuss erhöht werden. Das mache ich normalerweise so, wenn ich morgens regelmäßig Müsli, bzw. Brei esse, was ich manchmal einpaar Wochen mache und dann wieder nicht mehr, je nach Zeit und Lust. Auf jeden Fall schmecken die Nüsse mir dann besser, vor allem Haselnüsse, die ich sonst nicht mag.

    Was hältst Du von dieser Theorie?

    LG Inge

    1. Felix

      Hi Inge,
      da ist auf jeden Fall was dran, das mit dem Einweichen klappt tatsächlich. Und wenn es dir dann besser schmeckt ist das ja ein doppelter Gewinn.

  7. Markus

    Danke Felix, meintest du mit ,,nicht anwendbar”, dass sie nicht in arachidonsäure umgewandelt werden und zu entzündungsfördernden eicos, oder meintest du, dass sie die Qualität der Zellmembranen nicht verschlechtern?(was ja soviel ich weiß auch zu verstärkter entzündlichkeit führt)

    1. Felix

      Hi Markus,
      damit meinte ich, dass bei den O6s ja keine Umwandlung nach EPA und DHA stattfindet. Die Linolsäure (O6) ist essenziell und für sich sehr wichtig, aber sie ist die einzig essenzielle O6-Fettsäure. Und ja, die Umwandlungsrate ist von vielen Faktoren abhängig. Ich habe das entsprechende Buch gerade nicht mehr parat, der Dr. Sears hat das mal sehr gut aufgeschlüsselt und beschrieben.

  8. Markus

    Felix, ich esse jeden Tag einige Leinsamenkörner in der hoffnung das O3/6 Verhältnis damit zu verbessern. Ist das deinem Wissen nach vorteilhaft, da die Körner ja nur die kurzkettige ALA enthalten und auch Omega6. Ist da die Umwandlungsrate auch nur 5%, oder kann sie höher sein? Außerdem bin ich bange, dass die Balaststoffe schaden könnten.

    Gruß Markus

    1. Felix

      Bei den relevanten Omega6-Fettsäuren ist das mit der Umwandlung nicht anwendbar, die werden “direkt” verwendet. Ich denke, es wird kaum schaden, ein paar davon zu essen – aber es wird dir kaum praktikabel bei der O3/6 Bilanz helfen. Beschwören würde ich es nicht, aber es sieht eben sehr unwahrscheinlich aus, aufgrund der Umwandlung.

  9. Marina

    Hi Felix,

    ich esse sehr gerne Nüsse und habe den Beitrag daher aufmerksam verfolgt. Ich frühstücke meistens 2-3 Sorten Obst zusammen mir ein paar eingestreuten Nüssen und Joghurt. Liebsten mag ich dazu Walnüsse, aber auch Mandeln. Jetzt gibt es doch sicherlich auch Unterschiede zwischen den verschiedenen Nusssorten die es so gibt, oder? Z.B. hab ich viel Gutes über Mandeln gehört, gegen die ein Nuss-Allergiker z.B. i.d.R. auch nicht allergisch ist. Wie verhält es sich hierbei mir den negativen Aspekten von Nüssen? Gibt es relevante Unterschiede, so dass man die eine Nuss der anderen vorziehen kann bzw. sollte?

    Viele Grüße
    Marina

    1. Felix

      Hallo Marina,
      ja, es gibt Unterschiede, aber die sind nicht besonders groß. Die Allergiker sind da wohl auch sehr verschieden, ich kenne auch ein zwei, die komplett unterschiedliche Profile aufweisen. Macadamia gilt als “Königin” der Nüsse, nicht nur wegen des Preises, sondern weil sie insgesamt durchaus vorteilhaft(er) ist. Aber das ist so marginal, dass ich mir da keinen Kopp drum machen würde. Iss die Nüsse, die du magst.

  10. Bettina Lubaczowski

    Hallo Felix,
    danke für dein Nussvideo, war wieder sehr lehrreich. Gilt das auch für Mandeln?
    Ich würde auch gern von dir wissen, was du von Mohn hältst. Gut? Weniger gut?
    Herzliche Grüße
    Bettina

    1. Felix

      Hi Bettina,
      Mandeln sind auch Nüsse, da gilt also das gleiche.
      Mohn sind wiederum Samen, das ist etwas anderes. Habe ich mich noch nicht so intensiv mit beschäftigt – auf jeden Fall enthalten die auch Fett und wohl auch verhältnismäßig mehr Omega-6-Fettsäuren. Aber genaueres müsste ich erst wieder recherchieren.

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