Urgeschmack-Podcast #12: Mittel gegen die Desertifikation

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9 Kommentare zu “Urgeschmack-Podcast #12: Mittel gegen die Desertifikation

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  1. rrhase

    Dann sage ich es mal so: Meinst du wirklich, die Nutzung von einjaehrigen Gemuesepflanzen waere ein Irrtum der Menschheit? So hoert es sich jedenfalls in deinem Podcast an. (ich habe sie sicher gehoert)

    Deine Worte hoeren sich so an, als ob du eine Hacke oder einen vom Pferd gezogenen Pflug mit einem 6 Schar Pflug, gezogen von einem 150 PS Schlepper gleichsetzt, der heute Standard ist. Warum hat die Menschheit denn den Gemueseanbau erfunden und bis heute beibehalten? Wenn es ein Irrweg waere, haette der Mensch schon langst damit aufgehoert.

    Nur weil der Reifen platt ist, muss man nicht in die Zeit vor seiner Erfindung zurueck.

    1. Felix

      “Meinst du wirklich, die Nutzung von einjaehrigen Gemuesepflanzen waere ein Irrtum der Menschheit?”

      Das habe ich weder gesagt, noch geschrieben. Aber tatsächlich ist es eines der großen Rätsel der Geschichte, warum der Mensch sein Leben als Jäger und Sammler wertvoller Nahrungsmittel aufgab und sich auf minderwertiges Getreide einließ.

      “Deine Worte hoeren sich so an”

      Für dich vielleicht :)

      “als ob du eine Hacke oder einen vom Pferd gezogenen Pflug mit einem 6 Schar Pflug, gezogen von einem 150 PS Schlepper gleichsetzt,”

      Das tue ich nicht. Aber das biologische Prinzip ist das gleiche: Der Boden wird aufgerissen. Es spielt keine Rolle, wer den Pflug zieht. Die Intensivierung der Landwirtschaft beschleunigt den Prozess lediglich.

      “Warum hat die Menschheit denn den Gemueseanbau erfunden und bis heute beibehalten?”

      Irgendwann rutscht man in eine Abhängigkeit und dann verlässt man sich darauf. Zum Beispiel bei einem starken Bevölkerungswachstum. Die Katze beisst sich da in den Scwhwanz. Aber um Gemüseanbau ging es hier auch gar nicht.

      “Wenn es ein Irrweg waere, haette der Mensch schon langst damit aufgehoert.”

      Ja klar, so wie mit Krieg, Mord und Unterdrückung.

      “Nur weil der Reifen platt ist, muss man nicht in die Zeit vor seiner Erfindung zurueck.”

      Das sagt auch niemand – außer dir.

      1. Hanjo

        Hallo Ralf und Felix- da ich “Fan” euer beiden Blogs bin möchte ich hierzu auch mal meinen Senf dazu da lassen! Ich finde in dieser Disskussion werden mir zu sehr Landwirtschaft (welche ja zumindest heute auf die Erzeugung grosser Mengen von Nahrungspflanzen ausgerichtet ist) und Gartenbau zur Selbstversorgung (eigene Familie) vermischt. Das sind zwei verschiedene Ansätze! Ich bin übrigens der Meinung, dass Bodenbearbeitung im Selbstversorgergarten auch beim Aufreissen des Bodens nicht per se nachhaltig negativ wirken muss! Methoden wie Mulchkultur und Fruchtwechsel sowie beachtung der organischen Kreisläufe (Kompostwirtschaft) gleichen so entstandene Schäden wieder aus und Verbessern den Boden sogar langfristig. Unter (Bio)gärtnern gibt es da ja auch verschiedene Ansichten, ob man einen Boden umbrechen “darf”… Ich persönlich glaube, dass böden nach einigen Jahren der Vorbereitung und Verbesserung irgendwann nicht mehr umgebrochen werden müssen (Bodengare). Gelockert müssen sie aber auf jeden Fall werden…
        So bewirtschaftete Böden bringen gute Erträge von einjährigen Pflanzen und gewinnen trotzdem an Fruchtbarkeit.
        In der Landwirtschaft sind solche Methoden jedoch nicht üblich -(möglich??). Über Gründüngung geht das Doch selbst bei Biobauern nicht mehr hinaus.. Daher sehe ich es so, dass sobald es sich um die Produktion von Nahrungsmitteln im großen Stil handelt, eine Schädigung der Böden mit heutigen Methoden nicht vermeidbar ist.. Ich glaube daher, dass die Produktion als Selbstversorger die meiste Zukunft hat. Dass dies unter heutigen Voraussetzungen Visionäre Ansichten sind ist mir wohl bewusst. Trotzdem glaube ich, dass hier die Zukunft der Versorgung mit Nahrungsmitteln liegt. Auch in den Städten sind bereits erste Gemeinschaftsgärten vor den Stadttoren im Kommen. Irgendwann wird die Notwendigkeit das Handeln bestimmen… Auch die Notwendigkeit, die vorhandenen Böden zu hegen und zu pflegen wird dann bestehen…

        1. Felix

          Hallo Hanjo,
          ich denke durchaus, dass die nötigen Methoden nicht nur in der Selbstversorgung, sondern auch im größeren Rahmen möglich sind. Allerdings wird das vornehmlich eine Frage der Definition. Selbstversorgung wäre es dann noch immer im Sinne von “Dieser Region versorgt sich selbst”. Der Ökolandbau bewegt sich ja in die Richtung. Klar: Die Kosten steigen. Das ist richtig. Und das ist gut. Denn dann zahlt der Verbraucher letztlich endlich wieder den Preis, den Lebensmittel nun einmal kosten. Ich denke, so ein Demeter-Hof ist mit seinen Methoden schon recht nah dran an dem, was wirklich nachhaltig ist. Und so übertrieben finde ich deren Preise nicht. Klar ist ALDI billiger – aber das ist keine echte Alternative.

          1. Hanjo

            Glaubst du denn, dass Pflanzenproduktion auch im grösseren Rahmen ohne Förderung der Desertifikation möglich ist, oder meinst du das klappt wirklich nur mit mehrjährigen Pflanzen?
            Ich habe da nicht so die Vorstellung von… Mich auch noch nicht so intensiv mit beschäftigt.
            Vielleicht wäre ja eine Kombination aus “Grossproduktion” mit mehrjährigen Pflanzen und ich nenne es mal “Schrebergartenkultur” ein gangbarer Weg…

          2. Felix

            Ich hatte ja mal das Buch “How to grow more Vegetables” vorgestellt, das auch ein Modell beschrieb, wie man viel Nahrung aus einem Stück Land holen kann, während man die Fruchtbarkeit erhält oder gar erhöht. Ich kann nicht beurteilen, ob das stimmt, was die schreiben. Aber es klingt plausibel. Und da waren, wenn ich mich recht erinnere, auch einjähruige Pflanzen dabei – aber die waren eben nur ein Teil des gesamten Systems.
            Also: Ja, ich bin überzeugt, dass Landwirtschaft auch im größeren Rahmen ohne Bodendegradation möglich ist. Können einjährige Pflanzen Bestandteil davon sein? Wahrscheinlich. Geht das exklusiv mit einjährigen Pflanzen? Ich denke nicht.

            Letztlich kannst du auch noch mehr Frage stellen: Wie viel Energie erhalte ich aus einjährigen und wie viel aus mehrjährigen Pflanzen? Sind die einjährigen Pflanzen nötig, um uns mit ausreichend Energie zu versorgen? Und so weiter…

          3. Hanjo

            Das hört sich insgesamt doch recht gut an- auch vor dem Hintergrund, dass es eben nicht nur um Energiebilanzen bei Pflanzen geht, sondern um unseren Genuss… Es wäre ziemlich einschränkend auf all die leckeren Gemüse verzichten zu müssen.
            Wir sind halt doch alle mehr oder weniger “Genussmenschen”.. Das macht das Leben doch so angenehm! :-)
            Gut zu wissen dass Genuss und Nachhaltigkeit vereinbar sind!!

  2. rrhase

    Ich stimme vollkommen zu. Eine Frage stelle ich mir aber: Du kannst nicht wirklich erwarten, auf alle einjaehrigen Gemuesearten zu verzichten. Viel bleibt dann naemlich nicht mehr uebrig. Von Sauerampfer, Meerkohl und Rhabarber kann man nicht leben. Auch wenn wir uns noch so umstellen sollten. Kennst du jemanden, der solch ein System in Deutschland wirklich umgesetzt und wirklich nachvollziehbar belegt hat? Ich nicht. Es hat auch in unseren Breitengraden eine Landwirtschaft ueber Jahrhunderte gegeben, die den Boeden nicht wirklich geschadet hat. Das hat sich erst in der Neuzeit mit all ihren Maschinen geaendert.

    1. Felix

      Sauerampfer, Meerkohl und Rhabarer sind ja nun nicht die einzigen mehrjährigen Pflanzen. Der Mensch hat auch vor Beginn der Landwirtschaft gut überlebt, ganz ohne einjährige Pflanzen.

      Was meinst du mit “solch einem System”? Mehrjährige Pflanzen? Ja klar, habe ich im Garten. Rhabarber soviel ich will. Jedes Jahr mehrfach, mache ich nicht einen FInger für Krumm.

      “Es hat auch in unseren Breitengraden eine Landwirtschaft ueber Jahrhunderte gegeben, die den Boeden nicht wirklich geschadet hat.Das hat sich erst in der Neuzeit mit all ihren Maschinen geaendert.”

      Ich gehe davon aus, dass du die beiden vorangegenangen Podcasts nicht gehört hast: Immer, wenn du die Erde aufreisst, schadest du dem Boden. Mit Maschinen hat das per se nichts zu tun. Es ist eher so, dass das miteinander einher ging, weil sich insgesamt die Intensität erhöht hat. Dass Landwirtschaft mit einjährigen Pflanzen große Schäden hinterlässt, kann man über tausende von Jahren in der Geschichte beobachten.

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