Sind Mikrowellen sicher?

Sind Mikrowellen schädlich?Immer wieder taucht die Frage auf, ob Mikrowellen sicher seien. Hat der praktische Mikrowellenofen Platz in einer naturnahen Ernährung? Ist die Strahlung ungesund? Sind Mikrowellen schädlich? Werden Lebensmittel “auf Molekularebene verändert”? Ist Essen, das in einer Mikrowelle erhitzt wurde, frei von Nährstoffen oder gar giftig? Warum schmeckt das Essen daraus manchmal so merkwürdig? Eine Zusammenfassung des aktuellen Stands der Wissenschaft.

Was sind Mikrowellen?

Im Sprachgebrauch hat sich der Begriff Mikrowelle an Stelle von Mikrowellenofen durchgesetzt. Tatsächlich ist mit Mikrowellen im eigentlichen Sinn jedoch eine Art von Strahlung gemeint – nämlich die, die im Mikrowellenofen verwendet wird. Dabei handelt es sich nicht um ionisierende Strahlung. Mit Röntgenstrahlung hat das nichts zu tun und auch Gammastrahlen, wie sie der berühmte Hulk auf sich hat einwirken lassen, sind nicht gemeint.

Mikrowellen sind elektromagnetische Wellen mit kurzer Wellenlänge. Solche Wellen kennen wir aus dem Alltag, denn alles was wir sehen, wird durch Strahlen an unsere Augen getragen und um uns herum befinden sich ständig Radiowellen. Mikrowellenstrahlung liegt genau in dem Bereich zwischen Radiowellen und Lichtwellen.

Werden Mikrowellenstrahlen mit ausreichend Energie erzeugt und auf ein entsprechendes Material gerichtet, können sie Moleküle in Schwingung versetzen. Dadurch reiben sich diese Moleküle aneinander und Hitze entsteht: Das Wirkprinzip des Mikrowellenofens. Hitze funktioniert übrigens immer so: Durch Schwingung von Molekülen. Auch ein Feuer ist nichts anderes als eine Kettenreaktion in Schwingung geratener Moleküle.

Sind Mikrowellen schädlich?

Oh ja. Tödlich sogar. Wenn man sie mit großer Energie auf einen Menschen richtet, können sie ihn genauso töten oder verletzen wie ein Feuer das kann. Aber ist ein Mikrowellenofen gefährlich? In der Regel nicht, nein. Denn ein Mikrowellenofen ist genau so konstruiert, dass keine Strahlung austreten kann. Die Mikrowellen bleiben im Inneren des Gerätes und können nur dort wirken.

Damit das so bleibt gibt es mehrere Sicherheitsmechanismen. Einer davon sorgt dafür, dass sich die Strahlung deaktiviert, sobald jemand die Ofentür öffnet. Bei defekten Geräten, die vielleicht unter Beschädigungen der Versiegelung oder Verschmutzung der Verschlüsse leiden, können jedoch geringe Mengen Strahlung austreten. Auch durch das vergitterte Sichtfenster können theoretisch Strahlen in geringen Mengen austreten.

Diese Strahlungsmengen liegen jedoch weit unterhalb der Sicherheitsgrenze und werden vom Körper nicht wahrgenommen. Und bereits einen halben Meter vom Gerät entfernt ist diese Strahlung um den Faktor 100 verringert. Es macht also unter Umständen durchaus Sinn, sich nicht die Nase am Sichtfenster plattzudrücken, sondern ein wenig Abstand zu halten.

Das heißt: Wer die Mikrowelle nicht im Dauerbetrieb laufen hat und im Betrieb einen minimalen Abstand zum Gerät einhält, muss sich um Mikrowellenstrahlung aus seinem voll funktionsfähigen Küchengerät keine Gedanken machen. Und selbst in den Ausnahmenfällen (kleine Lecks) läge die Mikrowellenenergie noch immer im sicheren Bereich.

Was ist mit den Nährstoffen?

Wie bereits geschrieben, versetzen die Mikrowellen Moleküle in Schwingung und erhitzen so die Lebensmittel. Dabei können Nährstoffe genauso beschädigt werden wie bei jeder anderen Art des Erhitzens. Und sie können genauso für den Menschen besser verfügbar gemacht werden. Wie auch beim Kochen auf dem Herd oder beim Grillen gilt also: Lieber weniger Energie einsetzen und etwas länger warten. Ausführliche Studien dazu belegen, dass die Nährstoffe in mikrowellengegartem Essen genauso erhalten werden wie bei anderen Kochmethoden.

Andererseits gibt es Untersuchungen, die zeigen, dass beispielsweise dampfgegarter Brokkoli mehr Antioxidantien enthält als solcher, der mit anderen Methoden (Kochen, Mikrowellengaren, Dampfdruckkochen) gegart wurde. Das zeigt jedoch nur, dass das Dampfgaren bestimmter Gemüse unter Umständen schonender sein kann als andere Methoden und hat mit dem Mikrowellenofen nichts zu tun.

Beim Garen in der Mikrowelle werden tatsächlich in einigen Fällen sogar mehr Nährstoffe erhalten als bei anderen Methoden. Der Grund wird darin liegen, dass in der Regel kürzer und weniger heiß gegart wird. Zudem wird kaum zusätzliches Wasser benutzt, also weniger Mineralstoffe ausgespült als beim Kochen in Wasser.

Mit anderen Worten: Der Mikrowellenofen ist anderen Garmethoden in Bezug auf den Nährstoffgehalt nicht per se unterlegen, teils sogar überlegen. Eine Schüssel Gemüse aus der Mikrowelle ist nicht weniger gesund als solches aus einem Kochtopf.

Warum schmecken manche Lebensmittel so eigenartig, wenn sie aus der Mikrowelle kommen?

Die Wirkung von Mikrowellen ist in der Regel in der Bedienungsanleitung der Geräte grob beschrieben. Dort steht meist auch, dass die Strahlen nur rund 2,5cm tief in das Gargut eindringen können. Daher stammt auch der Rat, während der Hälfte der Garzeit den Vorgang zu stoppen und umzurühren, um die Wärme besser zu verteilen.

In genau diesem Randbereich wird das Lebensmittel jedoch in der Standardeinstellung (volle Energie) sehr, sehr heiß. Ein bereits gegartes Stück Fleisch wird daher in diesem Bereich eventuell so stark erhitzt, dass bereits gegarte Eiweiße noch stärker gerinnen, fester werden und Flüssigkeit herauspressen. Dadurch schmeckt Fleisch aus der Mikrowelle oft trocken. Alle geschmacklicken Abweichungen, die Essen aus der Mikrowelle aufweisen kann, sind auf diese ungünstige Hitzeverteilung zurückzuführen.

Um dies zu umgehen, sollte grundsätzlich überlegt mit dem Gerät umgegangen werden. Oft reicht es, lediglich die Leistung zu reduzieren. Praktisch alle modernen Mikrowellen bieten die Möglichkeit, die Leistung Stufenweise zu regulieren und so auch das Garen problematischer Lebensmittel zu optimieren.

Relevant sind hier also die individuellen Lebensmittel. Eine Tasse Wasser, die sachgerecht in der Mikrowelle zum Kochen gebracht wurde unterscheidet sich kein Bisschen von einer solchen, die im Wasserkocher erhitzt wurde.

Mikrowellenessen ist also nicht ungesund?

Mikrowellen sind keine ionisierende Strahlung. Anders als Röntgen- oder Gammastrahlen können sie keine Elektronen aus den Hüllen von Atomen schießen. Alles was sie tun ist, Dinge zu erhitzen. Dabei werden Nährstoffe in der Regel genauso erhalten, aufgeschlossen oder zerstört wie bei anderen Garmethoden.

Allerdings werden in Mikrowellen in der Tat meist Fertiggerichte aufgewärmt. Dass diese tendenziell weniger gesund sind als natürliche und selbst zubereitete Gerichte, steht außer Frage. Das ist jedoch ein völlig anderer Themenbereich und hat mit der Mikrowellentechnologie nicht das geringste zu tun.

Fazit

Man sollte in der Lage sein, Werkzeug von Werkstoff zu trennen. Dass in einer Mikrowelle oft minderwertige Fertiggerichte zubereitet werden, kann man ihr nicht vorwerfen.

Die Mikrowelle ist ein ungemein praktisches Werkzeug, das Energie, Zeit und Geld sparen kann, wenn man damit umzugehen weiß. Wer sachgemäß mit dem Gerät umgeht, hat eine wertvolle Ergänzung seines Arsenals an Garmethoden zur Verfügung, die anderen Geräten durchaus überlegen sein kann.

Quellen und weiterführende Informationen:

F Vallejo, FA Tomás-Barberán, C García-Viguera: Phenolic compound contents in edible parts of broccoli inflorescences after domestic cooking ( J. Sci. Food Agric., 83: 1511–1516. doi: 10.1002/jsfa.1585)

Cross GA, Fung DY.: The effect of microwaves on nutrient value of foods. (Crit Rev Food Sci Nutr. 1982;16(4):355-81.)

Canadian Centre for Occupational Health and Safety: Microwave Ovens and their Hazards

Hoffman CJ, Zabik ME.: Effects of microwave cooking/reheating on nutrients and food systems: a review of recent studies. (J Am Diet Assoc. 1985 Aug;85(8):922-6.)

sciencedaily.com: Microwave Blanching Superior In Vegetable-Preservation Process

Wikipedia: Electromagnetic radiation

Wikipedia: Ionizing radiation

Wikipedia: Non-Ionizing radiation

Bildquelle: Inductiveload, NASA

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25 Kommentare zu “Sind Mikrowellen sicher?

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    1. Felix

      Hallo Maryam,
      das ist kein Haufen von Studien. Das sind ein paar alte, im Internet sich stets wiederholende “Studien”. Die Hertel-Studie hat nie ein Peer Review durchlaufen. Die Nummer von den Russen ist offenkundig eine Erfindung, weil auch da niemand einen Beleg für liefert. Und auch moderne Suchmaschinen können deine “Journal of Natural Sciences, 1998; 1: 42-3″ nicht finden. Wenn die Geschichten von der “Neue Welt Kirch” und mit den Scharlatangedichten ernsthaft deine Quellen sind, kann ich dir da leider nicht folgen.

  1. Grüse

    Schöner Artikel! Mir gefällt Deine sachliche, unaufgeregte Art zu erklären.

    Eine (eher kosmetische) Sache hat mich allerdings gestört: “Mikrowellen sind elektromagnetische Wellen mit sehr kurzer Wellenlänge.” Dieser Aussage würde ich so nicht zustimmen. Die Wellenlänge der Mikrowellenstrahlung liegt nach gängiger Definition im Bereich 1mm – 300mm, es handelt sich also hier um Infrarotstrahlung. Sichtbares Licht hat mit 380nm – 780nm deutlich kürzere Wellenlängen. Noch viel kürzere hat dann die von Dir genannte ionisierende Strahlung mit Wellenlängen unter 200nm.

    Natürlich kommt es darauf an, wie Du “sehr kurz” definierst, aber ich würde nicht sagen, dass der Wellenlängenbereich von Mikrowellen darunter fällt, verglichen mit dem Rest des elektromagnetischen Strahlungsspektrums.

    1. Felix

      Da hast du Recht – dabei hatte ich die von uns wahrnehmbaren Schallwellen im Hinterkopf, die natürlich mit Elektromagnetismus nix zu tun haben.

  2. Pingback: “Ich hab einen superleckeren Schokokuchen zu Hause!” | adam anton adrian

  3. Nadine

    Ich bin der typische Mikrowellen-Aufwärmer (d.h. Aufwärmen von Resten der letzten Mahlzeit, nicht von Fertiggerichten!). Ich benutze die Mikrowelle nur sehr selten zum Garen (außer im Büro, da mache ich mir schon mal öfter Rührei oder Ei mit Gemüse zum Früstück in der Mikrowelle).

    Bin weder für noch gegen Mikrowellen, sondern ich denke, dass diese, wie fast alle Küchengeräte, ihre Vor- und Nachteile haben. Das steht ja auch schon so ähnlich im Artikel. Fleisch mag ich aufgrund der Trockenheit nicht aufgewärmt aus der Mikrowelle essen. Beim (Rühr)Ei aus der Mikrowelle ist das auch problematisch, man muss die Leistung stark drosseln und häufig umrühren, sonst ist das Ei an einer Stelle total ausgetrocknet und dröge und an einer anderen Stelle noch flüssig.

    Aber was das Aufwärmen generell angeht: Ich vermute, dass der Nährstoffverlust beim mehrfachen Äufwärmen von Speisen (d.h. z.B. einmal beim Kochen/Dampfgaren/Backen usw., dann später nochmal durch die Mikrowelle) auch zum schlechten Ruf der Mikrowelle beiträgt, da diese Tatsache entsprechend von den Anti-Mikrowellen-Lobbyisten gerne verwendet wird. Das jegliches Wiederaufwärmen mit Nährstoffverlusten und Qualitätsverlusten des Nahrunsmittels einher geht, wird dann gerne verschwiegen. ;-)

    Guter Artikel!

    Gruß,
    Nadine

  4. Florian

    Aber in dem zentrum der gesundheit artikel steht doch ganz eindeutig:

    Mikrowelle vernichtet 97 Prozent der Antioxidantien

    Es zeigte sich, dass die Zubereitungsmethode enormen Einfluss auf den Endgehalt an Antioxidantien hat. So betrug der Flavonoidverlust des Brokkolis durch normales Kochen 66 Prozent und durch die Zubereitung im Dampfkochtopf 47 Prozent. Nach schonendem Dünsten hingegen waren nur minimale Verluste messbar. In der Mikrowelle hingegen verschwanden 97 Prozent der im rohen Broccoli ursprünglich vorhandenen Flavonoide und 74 bis 87 Prozent der anderen untersuchten antioxidativ wirksamen Substanzen.

    MIT QUELLENANGABE der untersuchung hier:
    http://www.zentrum-der-gesundheit.de/pdf/mikrowelle-ja-oder-nein-ia_01.pdf

    gruss flo

    1. Felix

      Ja, Flo. Und? Leider steht in diesem Quellenausschnitt nicht die konkrete Vorgehensweise.
      Jedenfalls steht dort nichts, was ich so nicht auch schon erwähnt hätte. Was soll dein Kommentar jetzt bedeuten? Dass die Vernichtung von 97% der Antioxidantien akut ungesund für den Menschen ist, das 66% aber kein Problem sind?
      Und was ist mit den Mineralstoffen, die in der Mikrowelle WENIGER ausgespült werden?
      Du darfst das nicht so isoliert betrachten. Und nach wie vor gilt: Dass das Essen aus der Mikrowelle per se ungesund sei, belegt auch diese Untersuchung nicht.

      1. Isabell

        Mal ganz abgesehen davon, dass die Seite eh mehr als zweifelhaft ist und in manchen Dingen auf mich extrem esoterisch wirkt.

        Endlich mal jemand, der was Mikrowellen angeht, mal vernünftig an die Sache herangeht. Mikrowellen sind eben bei weitem nicht im Bereich der gefährlichen Strahlung, das habe ich damals schon im Physik-LK gelernt. Punkt aus, und ob die Atome durch elektromag. Strahlung oder durch Wärme zum Schwingen angeregt werden, ist doch den Atomen sowas von egal … nun gut, mein Lob für den Artikel hast du auf jeden Fall!

  5. Tanja

    Hallo Felix,

    ich bin sehr überrascht über deinen positiven Bericht über die Microwellen.
    Da du dich aber durch die vielen verschiedenen auswärtigen Studien gearbeitet hast, gehe ich davon aus, dass du es vernünftigt recherchiert hast. Meiner Meinung nach trotzdem nicht ganz richtig, da die Microwellen die Moleküle der Produkte so verändern sollen, dass sie nach Ausschalten der Wellen nicht in den Urzustand zurückkehren. Dadurch können z. B. bei Milch, die Proteine in einem so veränderten Zustand fallen, dass dieses Produkt anschließend keine Milch mehr darstellt. Somit kann unser Körper die neue Anordnung der Moleküle nicht verarbeiten und muss diese dadurch unverarbeitet irgendwo – meistens ja im Gewebe, Adern oder Gelenken – ablagern. Die Folgen davon sind ja bekannt. Leider kann ich meine Studie, die diese Aussage betrifft, grad nicht weider finden, allerdings fand ich diese Quelle ebenfalls sehr kompetent. Eine Idee, um diese Ergebnisse zu testen wären, dass man einfaches Leitungswasser in der Microwlle erhitzt und anschließend abgekühlt den Zimmerpflanzen zum Trinken gibt. Diese sollen nach 14 Tagen eingehen… Was hältst du davon ?
    Viele Grüße
    Tanja

    1. Felix

      Hallo Tanja,

      > da die Microwellen die Moleküle der Produkte so verändern sollen

      sagt wer? Ohne Quelle kann ich da nix zu sagen. Wenn du dich auf den Herrn Hertel beziehst: Dessen Ergebnisse sind praktisch ungültig, weil er seine Studie nie einem Peer Review unterzogen hat. Nach allem, was ich über seine Untersuchung gelesen habe, auch aus gutem Grund. Denn das ist wissenschaftlich in keiner Weise haltbar.

      > dass sie nach Ausschalten der Wellen nicht in den Urzustand zurückkehren

      Ja. Eiweiße zum Beispiel. Die sind dann denaturiert. Das passiert immer, wenn man sie erhitzt – nicht nur in der Mikrowelle.

      > Somit kann unser Körper die neue Anordnung der Moleküle nicht verarbeiten

      Das ist nicht die zwingende Folge.

      > und muss diese dadurch unverarbeitet irgendwo – meistens ja im Gewebe, Adern oder Gelenken – ablagern. Die Folgen davon sind ja bekannt.

      Was sind denn die Folgen? Dass man vor lauter abgelagerten Molekülen irgendwann platzt?

      > Eine Idee, um diese Ergebnisse zu testen wären, dass man einfaches Leitungswasser in der Microwlle erhitzt und anschließend abgekühlt den Zimmerpflanzen zum Trinken gibt. Diese sollen nach 14 Tagen eingehen… Was hältst du davon ?

      Ja, diesen lustigen versuch kenne ich. Ist nur leider ebenfalls nicht wissenschaftlich, denn er beweist gar nichts und alles. Er kann zum Beispiel auch zeigen, dass Wasser für Pflanzen tödlich ist. Wenn, dann müsstest du das vergleichen: Wasser aus der Mikrowelle, Wasser vom Herd, aus dem Wasserkocher, vom Feuer etc. Dann müsstest du pro Versuch mindestens 10 Pflanzen verwenden, denn wie willst du sonst natürliche Schwankungen ausschließen? Vielleicht war die Pflanze einfach krank? Und so weiter. Ich kenne den Versuch und auch die berühmte Bilderreihe dazu. Viele Seiten mit einer Anti-Mikrowellen-Agenda beziehen sich darauf und nennen das einen bombensicheren Beweis. Das amüsante dabei ist, dass die Seite selbst schon sagt, dass die Herangehensweise nicht wissenschaftlich ist.

      So, und dann: Selbst WENN das einer Pflanze schadet – der Mensch ist keine Pflanze. Pflanzen reagieren auf völlig andere Dinge empfindlich.

      Das bezieht sich auch auf das denaturierte Protein weiter oben: Auch da gab/gibt es Menschen, die behaupten, das sei ungesund. Aber beweisen konnte es niemand. Ja, es ist nicht mehr in seiner “Naturform” – und? Durch das Erhitzen werden viele Proteine nicht schlechter, sondern besser verdaulich. Und so weiter.

      Wie schon mehrfach gesagt: Ich verkaufe keine Mikrowellen. Mir ist das völlig egal. Aber ich habe etwas gegen Blödlsinn. Sobald es da wissenschaftlich haltbare Hinweise gibt, werde ich den Artikel aktualisieren.

      1. Tanja

        Hallo FElix,

        vielen dank für deine antwort, wenn ich darin auch eine gewissen ironie
        verstehe. aber okay.
        ich habe meine quelle wieder gefunden, die allerdings auch nur berichtet und keine quellenangaben auflegt, von daher ist es leider auch nicht
        zu überprüfen.

        http://www.flacherbauch.com/sind-mikrowellen-ungesund.html

        ich bin total verunsichert. habe ich die microwelle schon vor längerer zeit in den keller verschoben und zur arbeit sogar einen campingkocher mitgenommen. meinst du wirklich, dass es keine schädlichen veränderungen gibt ?

        viele grüße
        Tanja

        1. Felix

          Hallo Tanja,
          da ist keine Ironie.
          Die genannte Seite enthält leider zur Hälfte völligen Blödsinn (so etwa, dass sich wegen der ungleichmäßigen Erwärmung in der Mikrowelle keime bildeten) oder die Probleme mit Plastikgeschirr, die per se nichts mit der Mikrowelle zu tun haben. Die Jungs (oder Mädels) haben auf ihrer Agenda die Diffamierung der Mikrowelle stehen. Sie suchen nach jedem Strohalm.
          Lass dich nicht verunsichern, sondern recherchiere selbst in den angegebenen Quellen, aber eben in den wissenschaftlich haltbaren. Schau dir die Studien selbst an und ziehe deine Schlüsse. Meine Quellen habe ich hier offengelegt.

          Sicherheit gibt es nicht. Du kannst morgens aus dem Bett steigen, ausrutschen und dir das Genick brechen.

          Und: Du MUSST doch keine Mikrowelle benutzen.

  6. Alois

    Als sich im II. Weltkrieg Deutsche Soldaten an den damals neuentwickelten Mikrowellen-Radarschirmen aufwämten, wurden viele krebskrank und die Deutsche Militärführung beschloss ein entsprechendes Radar-Verbot. Hätten sie sich vor einen “Heizstrahler” gestellt, wäre ihnen auch warm geworden; aber sie wären wohl gesund geblieben. Erwärmung durch Mikrowellen; meist polarisiert, “stehende Wellen”, mit ausgeprägten Schwingunsknoten und Bäuchen; wirkt NICHT genau so wie normale Wärmeeintragung durch Infrarot, oder Wärmeleitung. Früher starben sehr viele HF-Nachrichtentechniker an Krebs; genauso wie Lungenfachärzte, bei den Letztgenannten war es allerdings die Röntgenstrahlung, die nebenbei auch wärmt.

    1. Felix

      Hallo Peter,
      wenn du dir die beiden von dir verlinkten Artikel wirklich aufmerksam und kritisch durchgelesen hast, wirst du sicher erkannt haben, dass hinter ersterem eine klare Agenda steht. Der Autor möchte mit aller Gewalt beweisen, dass Mikrowellen gesundheitsschädlich sind. Dafür zieht er allerlei Angaben und Studien heran und interpretiert sie so, dass sie seinen Zwecken dienen. Tatsächlich bezieht er sich teils auf die gleichen Studien wie ich, jedoch formuliert er die Ergebnisse einfach so, dass die Mikrowelle immer schlecht da steht. Dem ist allerdings nicht so (s.a. Nährstoffgehalt nach dem Garen). Weiterhin bezieht er sich auf die Fertiggerichte aus Mikrowellen – die haben mit der Mikrowelle als solcher aber nichts zu tun. Passt aber so schön und man kann dem eingelullten Leser dann so richtig was vormachen.
      Der zweite Link ist höchst amüsant zumal er sich auf eine Quelle bezieht, die selbst angibt, in keiner Weise wissenschaftlichen Ansprüchen zu genügen.
      Mit anderen Worten: Beide Links zeigen nicht, dass das Aufwärmen von Lebensmitteln in der Mikrowelle ungesund ist.

      PS: Ich verkaufe keine Mikrowellen.

  7. Hatschi

    Hallo Felix, ein Quantenphysiker erklärte mir zu diesem Thema im Vertrauen, dass durch die von dir beschriebene starke Reibung der Teilchen in der Mikrowelle, die zur Erwärmung des Mikrowellenessens führt, so stark ist, dass die Struktur des Essens (Aneinanderreihung der Teilchen) verändert wird, was beim Erwärmen mit Hilfe von Fremdwärme (Kochplatte)nicht der Fall ist. Zwar bewegen und reiben sich die Teilchen mit Hilfe von Fremdwärme auch, aber nicht im Maße bis zur Strukturveränderung (ausschließlich Eiweisveränderung). Folgen dieser Strukturveränderung in diesem Sinne, ich habe mich damit nicht weiter befasst, sollen angeblich noch nicht erforscht sein. Vielleicht hast du davon gehört und kannst berichten.

    1. Felix

      Hallo Hatschi,
      exakt: Das ist nicht präzise erforscht. Jeweils neue Erkenntnisse aus dem gesamten Bereich der Quantenphysik sollte man auch stets mit Vorsicht genießen. Ich vertraue da eher der Aussage der wenigen Forscher, die direkt am Puls sitzen und meinen “Wer behauptet, er hätte es verstanden, der hat es mit Sicherheit nicht verstanden!” Will meinen: Da liegt noch so viel unbekanntes vor uns und vieles ist (noch) reine Theorie.
      Dass sich die Eiweiße verändern, ist allerdings normal – das tun sie immer bei Hitze (auch auf dem Herd oder im Feuer). Das wird auch oft Denaturierung genannt.
      Was sich darüber hinaus ergeben wird, darauf bin ich sehr gespannt und werde selbstverständlich berichten. Ich habe da keine Agenda und verkaufe keine Mikrowellen.

    2. Maryam

      Genau! Habe hier ein Haufen von verschiedenen Studien aus den 90 ern in meinen alten Studienordnern… Na ja
      lieber Felix ..macht water wollt,

  8. Romy

    Lieber Felix
    Besten Dank für diese Information. Endlich mal eine sachliche Abhandlung zu diesem Thema. Ich benutze die Mikrowelle jeden Tag um Berge von Gemüse für meine Familie zu garen. Da ich arbeitstätig bin und trotzdem den Anspruch habe gesund zu kochen mit frischen Lebensmittel schätze ich mein Mikrowellengerät sehr. Ich werde den Artikel auch auf unserem Blog erwähnen.
    Beste Grüsse
    Romy
    PS: seit 3 Jahren Paleoista

  9. Sebastian Bechtel

    Danke, sehr interessanter Beitrag! Dann freue ich mich ja schon richtig auf später, wenn ich mir mein Blumenkohlhack (kommt dir dieses Gericht bekannt vor ;) ) in der Mikrowelle aufwärmen werde :D

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