Warum sinkt der Nährstoffgehalt unserer Lebensmittel?

Sinkender Nährstoffgehalt in TomatenEssen ist nicht mehr, was es einmal war. Früher war Essen nicht unbedingt immer besser und sicherlich nicht aus Holz. Doch die Zutaten haben anders geschmeckt. Intensiver. Mehr. Radieschen waren schärfer, Tomaten süßsäuerlicher und der Blumenkohl, nun, der schmeckte mehr nach Blumenkohl. Irgend­etwas scheint im Verlauf der letzten Jahr­zehnte den Geschmack aus unseren Lebensmitteln gedrängt zu haben.

Dieser Eindruck ist mehr als ein Gefühl, denn die Zusammensetzung unserer Lebensmittel hat sich in den vergangenen 50 Jahren messbar verändert. Ein Blick in verschiedene Ausgaben entsprechender Übersichten der chemischen Zusammenset­zung unserer Lebensmittel zeigt drastische Veränderungen: Orangen enthalten nur noch ein Achtel des Vitamin A, Brokkoli liefert 80 Prozent weniger Kupfer, Tomaten haben drei Viertel ihres Kalziums eingebüßt1. Weizen verlor seit 1842 bis zur Hälfte seiner Mineralstoffanteile2.

Donald Davis, Biochemiker an der University of Texas, berichtet über einen gemittel­ten Mineralstoffverlust von insgesamt 5 bis 40 Prozent in Obst und Gemüse4. Ein ähnli­cher Trend deute sich für Vitamine und Protein an. Der Eiweißanteil in Hähnchen ist um rund ein Drittel gesunken – zugleich hat sich der Fettanteil verdoppelt4.

Entsprechend blüht der Markt für Nahrungsergänzungsmittel, deren Wirkung nicht immer offensichtlich ist. Doch in Experimenten mit Ratten fand Davis Hinweise auf subtile Veränderungen durch bessere Nährstoffversorgung: »Die so versorgten Ratten aßen weniger, wuchsen jedoch etwas besser.«5 Die Beobachtungen umfassten weiter­hin bessere Wundheilung, bessere Regeneration und Auswirkungen auf den Zucker­konsum6.

Das stützt die These, Menschen in westlichen Gesellschaften würden trotz sich aus­breitenden Übergewichts verhungern: Die Energieversorgung ist reichlich sicher­gestellt, doch es mangelt an Mikronährstoffen (Vitamine und Mineralstoffe). Es gehört zu den normalen Körperfunktionen, in dieser Situation Hunger zu melden, einige empfinden dies als Heißhunger. Dieser ist demnach nicht allein das Resultat falscher Zuckerhandhabe. Es ist eine logische Folge: Man muss mehr essen, um sich mit der gleichen Nährstoffmenge zu versorgen.

Ist das ein Grund, sich nun schnell Nahrungsergänzungsmittel zu besorgen? Kaum. Diese Beobachtung sollte keine Panik bei denjenigen auslösen, die sich vielseitig von frischen Lebensmitteln ernähren, denn sie sind trotz schwächelnder Pflanzen meist reichlich versorgt. Menschen mit einer eher eintönigen Ernährung auf Basis vorverar­beiteter Lebensmittel und solche in Gegenden mit schlechter Lebensmittelversorgung stellt diese Entwicklung allerdings vor ein Problem.

Auch über die rein reduktionistische Perspektive des Nährstoffismus hinausgehend zeigt sich ein besorgniserregender Blick auf den Geschmack, welcher direkt an die enthaltenen Nährstoffe gebunden ist. Geschmack ist nicht nur der Antrieb der Ernäh­rung, sondern ein Ausdruck unserer Kultur und damit unserer Identität. Deswegen benötigen auch die Menschen in den besser versorgten Regionen eine Lösung dieses Problems. Wir sitzen diesbezüglich nicht alle im gleichen Boot, jedoch in einer kleinen Flotte mit dem Namen Menschheit. Und auch für diejenigen an der Spitze wird irgend­wann der Wind nicht mehr genügen.

Wie können wir eine Flaute vermeiden?

Zunächst müssen wir die Ursache des Phänomens verstehen. Da Pflanzen ihre Nährstoffe aus dem Boden beziehen, führt man oft voreilig ausgelaugte Böden als Ursache an7. Richtig ist, dass konventionelle Landwirtschaft, die Grüne Revolution eingeschlossen, besonders in den vergangenen 50 Jahren weltweit zu massivem Frucht­barkeitsverlust und Bodenzerstörung geführt hat. Zu verantworten hat diese Schäden jeder, der die so erzeugte Ware gekauft und gegessen hat, unterm Strich also wir alle. Doch eine differenzierte Betrachtung deutet auf mehr als ausgelaugte Böden hin.

Davis führt dazu einen umweltbedingten Verdünnungseffekt an. Intensive Düngung und Bewässerung führen zu höheren Erträgen, doch »die Fähigkeit Nährstoffe zu produzieren oder aufzunehmen konnte mit dem schnellen Wachstum nicht schritthal­ten«, wie Agrarwissenschaftlern bereits seit den frühen 80er Jahren bekannt sei8.

Die Zucht von Sorten mit größeren Erträgen, besserer Schädlingsresistenz und erhöhter Klimaanpassung führe zudem zum genetischen Verdünnungseffekt: Ertrag­reichere Sorten enthalten demgemäß unter gleichen Wachstumsbedingungen anteilig weniger Nährstoffe.

Der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln reduziert auch den Anteil von Antioxidantien. Ökologisch erzeugte Lebensmittel enthalten mehr dieser sekundären Pflanzenstoffe, was man auf den größeren Stimulus zum Selbstschutz der Pflanze zurückführt.

Wenn Bodenfruchtbarkeit, umweltbedingte und genetische Verdünnungseffekte sowie der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln Grund für den sinkenden Nährstoffanteil unserer Lebensmittel sind, dann deuten die Zeichen eindeutig auf die Methoden der Landwirtschaft als Ursache. Die Methoden der konventionellen Landwirtschaft.

Dieser Befund entlässt jedoch den Verbraucher, den Konsumenten nicht aus der Ver­antwortung. »Essen ist eine landwirtschaftliche Handlung, wir alle sind Landwirte durch einen Bevollmächtigten«, erklärt Landwirt und Autor Wendell Berry. Wir mö­gen die Arbeit abgeben und bezahlen, doch wir sind verantwortlich für die Erzeugung. Wir »können nur essen, wenn in unserem Namen Land irgendwo in irgendeiner Weise bewirtschaftet wird.«9

Glücklicherweise präsentieren sich als mögliche Lösungen bereits der ökologische Landbau und besonders konsequent die biodynamische Landwirtschaft (z. B. Demeter), welche mit sorgfältigen Fruchtfolgen und anderen Mitteln für den Erhalt der Bodenfruchtbarkeit arbeitet. In diesem Rahmen arbeiten Züchter selbstverständ­lich auch für gute Erträge, jedoch nie über die Kapazität der Pflanze hinaus und stets mit dem Blick auf guten Geschmack, also auch ordentlichen Nährstoffanteil. Pflanzen­schutzmittel entfallen überwiegend.

Wer als Verbraucher das Problems mitverursacht, kann durch seine Kaufentschei­dung zum Teil der möglichen Lösung werden. Wirklich nachhaltig ist die Lösung aber erst, wenn wir sie in unsere Kultur integrieren. Beziehungsweise: Reintegrieren, denn bis zur Industrialisierung und Zentralisierung unserer Nahrungskette war die Teilnah­me der gesamten Gemeinschaft an der Nahrungsmittelerzeugung üblich.

Integration bedingt Handlungen jenseits der Kaufentscheidung. Sie erfordert Auf­merksamkeit beim Kauf, bei der Verarbeitung und beim Verzehr, denn ohne diese nehmen wir Qualität und Geschmack nicht wahr und können kein Verständnis ent­wickeln. Erst das Verständnis ermöglicht Wertschätzung und erst diese ermöglicht den Einfluss in die gemeinschaftliche Kultur.

Auf einer ähnlichen Perspektive beruht die Slow-Food-Idee und es verwundert kaum, dass diese Organisation ihren Anfang in Italien mir seiner besonders leidenschaftli­chen Esskultur nahm. Vor diesem Hintergrund, der Entschleunigung des Essen und Zubereitens, ist auch der tendenziell höhere Nährstoffgehalt erwähnenswert, den frisch zubereitete Speisen gegenüber Fertiggerichten mit langer Lagerzeit aufweisen.

Wie können wir eine solche Kultur schaffen?

Viele Menschen kennen ihre geliebten Bier- und Weinsorten, wissen um die Unter­schiede und begreifen: Bier ist nicht gleich Bier. Zugleich haben sie keinerlei Verständ­nis für Wachstum und Sortenunterschiede von Tomaten. Was spricht dagegen, den Lebensmitteln das gleiche aufrichtige Interesse zu widmen wie den Genussmitteln?

Wenn wir unsere Lebensmittel, unsere Möhren, Rote Bete und Tomaten anhand des intensivsten Geschmacks aussuchen, entscheiden wir uns für höheren Nährstoffgehalt und senden dem Handel zugleich ein Signal, dass wir minderwertige Ware ablehnen. Das sind kleine Schritte, doch auch eine mächtige Eiche wächst aus einer winzigen Frucht. Es ist der Weg in eine Kultur der Wertschätzung.

Größe, Menge und Preis sind keine geeigneten Kriterien zur Qualitätsbeschreibung. Auch Siegel wie Bio, Naturland und Bioland sind lediglich Zertifikate und kein Garant für köstliches Gemüse. Allerdings bieten ökologische und besonders biodynamische Landwirtschaftsmethoden zumindest die Grundlagen und somit eine höhere Wahr­scheinlichkeit für guten Geschmack10. Wer auf Siegel besteht, kann für Lebensmittel aus biodynamischer Erzeugung zu Demeter greifen. Auch hier kann Rückmeldung, Nach­frage und Infragestellung dem System nur helfen.

Wer die Möglichkeit hat, sucht sein Saatgut über Initiativen wie Kultursaat e. V. aus und baut selbst an. Ist dies ausgeschlossen, lohnt sich die Suche nach einem örtlichen Landwirt, der entsprechendes Saatgut und geeignete Methoden wie sorgfältige Frucht­folgen einsetzt. Dazu gehören oft Landwirtschaftsgemeinschaftshöfe (Solidarische Landwirtschaft).

Was kann ich jetzt sofort tun?

Gute Ernährung erfordert Initiative. Selbst wer keinen Wert auf Kultur, Geschmack und Tradition legt, dürfte dem Selbsterhaltungstrieb gemäß dennoch Interesse an einer möglichste guten Nährstoffversorgung haben. Die folgenden Schritte dienen sowohl dem kurzfristigen Eigennutz als auch der Zukunft unserer Gemeinschaft:

  • Haufenweise Gemüse essen: Wer viel unterschiedliches Gemüse isst, kann Umfang und Vielfalt des Nährstoffcocktails zumindest auf Basis der erhältlichen Ware maximieren. Gelegentliche Ergänzung durch Nüsse, Samen und gegeben­enfalls kleinen Mengen frischer Getreide sowie Obst und hochwertige Eiweiß­quellen sind ratsam.
  • Möglichst frische, unverarbeitete und unbehandelte Lebensmittel kaufen: Frische Lebensmittel leben. Je älter sie werden, desto mehr Nährstoffe verlieren sie.
  • Zu Ware aus ökologischer Landwirtschaft greifen: Diese ermöglicht höheren Nährstoff- und geringeren Schadstoffgehalt.

Wer die Priorität auf Geschmack und Nährstoffgehalt sowie ganzheitliche Boden­gesundheit verlagert, muss systembedingt rund zwanzig Prozent geringere Erträge und folglich milchmädchengemäß eine Preiserhöhung von wenigstens zwanzig Prozent in Kauf nehmen (für Lebensmittel mit dann möglicherweise doppelter Nährstoffdichte). Die Kosten für Lebensmittel steigen, doch dies sind keine Ausgaben, sondern Investi­tionen. Und zwar erheblich bessere Invesitionen in die eigene und unsere gemeinsame Zukunft als konventionelle Ware.

Fußnoten

  1. McCance and Widdowson's the Composition of Foods. 2014. Royal Society of Chemistry
  2. Halweil, Brian (2007) Still No Free Lunch: Nutrient levels in U.S. food supply eroded by pursuit of high yields. The Organic Center
  3. Davis, Donald R. (2009) Declining Fruit and Vegetable Nutrient Composition: What Is the Evidence? Hortscience vol. 44(1)
  4. Wang et al. (2009) Modern organic and broiler chickens sold for human consumption provide more energy from fat than protein. Public Health Nutrition, Volume 13, Issue 3. March 2010, pp. 400-408
  5. Passwater, Richard A. (2006) Why Foods Alone Are Failing Us: Significant declines found in the nutritional values of vegetables and fruits. An Interview with Donald R. Davis, Ph.D. part 1. Whole Foods magazine June 2006
  6. Davis DR, Williams RJ. (1976) Potentially useful criteria for judging nutritional adequacy. Am J Clin Nutr. 1976 Jul;29(7):710-5.
  7. Scientific American Dirt Poor: Have Fruits and Vegetables Become Less Nutritious?
  8. Passwater, Richard A. (2006) Why Foods Alone Are Failing Us: Significant declines found in the nutritional values of vegetables and fruits. An Interview with Donald R. Davis, Ph.D. part 2. Whole Foods magazine June 2006
  9. Berry, Wendell (2003) The Art of the Commonplace: The Agrarian Essays of Wendell Berry
  10. Barber, Dan (2016) Why Is This Matzo Different From All Other Matzos? The New York Times

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47 Kommentare zu “Warum sinkt der Nährstoffgehalt unserer Lebensmittel?

  1. Tim

    Sich von minderwertigem Essen zu ernähren zeigt meines Erachtens nach vor allem eine Geringschätzung für den eigenen Körper und das eigene Leben. Natürlich wird der Geldbeutel im ersten Moment geschont, aber nur scheinbar. Wer kann nämlich die Mehr- und (gesundheitlichen) Folgekosten ermessen, die enstehen, wenn man zu billiger, verarbeiteter Ware greift? Wenn ich in einen Supermarkt gehe, freue ich mich immer darüber, was ich alles nicht mehr kaufen will. Es gibt dort einfach nicht mehr viel, was ich gerne essen würde, weil mir das Gemüse vom Markt, das Fleisch vom Öko-Metzger und das Brot aus der Vollkornbäckerei viel besser schmecken.
    Ich sehe das als Investition in mich selbst, die ganz automatisch der lokalen (Land)Wirtschaft hilft.

    Danke, Felix, für diese Seite. Es hat ein bisschen gedauert, bis ich kapiert habe, dass du nicht einfach Vorgaben machen willst, nach denen man sich richten muss und die auch dann deinen Namen tragen. Man sucht so oft nach Leuten, die einem die (scheinbare) Wahrheit auf dem Silbertablett präsentieren. Du zeigst verschiedene (auch radikale) Richtungen auf und schließlich merkt man, dass man seinen eigenen “(Ur)Geschmack” herausfinden muss und kann.
    Es ist schön, dass hier nicht neue Etiketten auf alte Ideen aufgeklebt und verkauft werden.

    Ich hatte leichtes Übergewicht und habe jetzt innerhalb von zwei bis drei Monaten wirklich ganz locker 8 kg abgenommen und bin damit mehr als glücklich. Mehr Sport mache ich zwar auch, aber das wurde erst durch die purzelnden Pfunde wirklich effektiv. Körperlich und seelisch fühle ich mich viel wohler, tue mir auch sonst mehr Gutes (das mir wirklich gut tut) und fast jeder in meiner Umgebung hat die Veränderung bemerkt. Der Ausgangspunkt für meine Reise war diese Seite, die ich jetzt nicht mehr so oft wie am Anfang besuche, weil ich eben ermutigt wurde mich selbst zu kümmern und aktiv zu werden. Danke!

  2. Marco Tullney

    Es gibt einen Unterschied zwischen “den Nährsoffgehalt sinkt” und “die Leute nehmen zu wenig Nährsotoffe auf”. Das reale Problem ist, dass die Leute zu viel Ungesundes essen. Es steht aber jedem frei, sich an der Obst- und Gemüsetheke zu bedienen. Die Kinder der Ober- und Mittelschicht sind nie so gesund gewesen wie heute. Die Leute, die sich regelmäßig untersuchen lassen haben selten Mangelercheinungen, es sei denn, bei extremen Ernährungweisen. Der Nhärstoffmangel ist vor allem ein Problem der Unterschicht und der Entwicklungsländer, weil dort vor allem auf Kalorienzufuhr geachtet wird.
    Es hat außerdem seinen Grund, warum bestimmte Sorten verschwunden sind oder kaum noch genutzt werden: Hohe Antinährstofff-Gehalte, geringe Haltbarkeit etc. Ein Großteil der Ernte in den Entwicklungsländern vergammelt aufgrund dessen, dass sie nicht sinnvoll gelagert werden können. Für die wäre es ein Hohn, Artikel wie diese hier zu lesen.

    1. Felix

      Hallo Marco,
      vielleicht könntest du deine Thesen noch mit belastbaren Datenquellen unterlegen und deine Klage “Für die wäre es ein Hohn, Artikel wie diese hier zu lesen.” erläutern. Inwieweit verhöhnt dieser Artikel Menschen in Entwicklungsländern?

  3. Mathias Müller

    Aber ist es nicht so, dass die meisten Menschn bei uns einen absoluten Nährstoffüberschuss in allen Bereichen (selbst Vitaminen etc.) haben?

    Oder liege ich da falsch?

    1. Felix

      Sicherlich nicht die meisten Menschen. Es gibt einige Bereiche (Eisen oder Vitamin D zum Beispiel) in denen viele Menschen unterversorgt sind.
      Und selbst wenn nicht: Der Trend des Nährstoffgehaltes zeigt nach unten und wenn es so weitergeht, ist irgendwann die kritische Grenze erreicht.

  4. Michele

    Servus Felix,
    wieder mal ein toller Artikel.
    Magst du mal was zu Manuka Honig schreiben?
    Das Thema popt gerade jetzt zur Erkältungszeit immer wieder auf und mich würde mal deine Meinung zu dem Thema interessieren.
    lg Michele

  5. Adrian

    Hallo Felix,

    Sehr gern lese ich immer mal wieder auf deiner Seite und auch in denen Büchern. Ebenso gern würde ich meine Ernährung etwas bewusster gestalten, allerdings stellt sich mir dabei immer wieder die Frage, wie ich mir das leisten soll. Ich meine, ein Einkauf z.B. in einem Bio-Supermarkt verschlingt sicherlich das 5-6fache an Geld. Ich würde mir einen Artikels von dir wünschen, indem vielleicht auch ein Weg zu gesünderer Ernährung für wirtschaftlich schwächere Familien vorgestellt wird,

    Versteh mich nicht falsch, ich denke auch, dass biologisch wertvoller produzierte Nahrung besser und auch teurer ist, jedoch für eine 4-köpfige Familie oftmals schwer zu finanzieren. Und da frage ich mich, ob gute Ernährung Luxus sein muß..

    Dennoch vielen Dank für deine immer wieder aufschlussreichen Artikel.

    1. Felix

      Hallo Adrian,
      danke für dein Feedback. Vorweg: Man muss keine Bioware kaufen, um sich gesund zu ernähren. Wenn man wirklich nur so wenig wir möglich ausgeben möchte, kann man sich Listen besorgen denen man entnehmen kann, welche Lebensmittel konventionell nicht oder nur minimal belastet sind. Und dann gibt es auf dem Wochenmarkt immer wieder Händler, die ohne Gifte arbeiten, sich aber das Bio-Siegel nicht leisten wollen oder können.
      Bio-Produkte kosten allerdings auch nicht das 5-6-fache. Wenn ich Möhren oder Milch anschaue, jetzt gerade vergangenen Samstag, war es eher das doppelte – aber das kommt gewiss auf das Produkt an. In der Regel sind Tierprodukte teurer als Pflanzenprodukte. Das ist natürlich.
      Ich hatte auch an anderer Stelle darüber geschrieben: http://www.urgeschmack.de/was-kostet-gesunde-ernahrung/ und http://www.urgeschmack.de/gesunde-ernaehrung-ist-nicht-teuer/

      1. maria

        Kräuter haben eine Vielfalt an Inhalts- und Wirk-Stoffen, besonders auch wenn es um die Information geht, die Nahrung an uns weitergibt und Biokräuter wachsen gut und lange auch auf der Fensterbank.
        Ja, für einen Menschen der wenig Geld zur Verfügung hat ist auch der doppelte Preis schon eine Herausforderung, doch je mehr lebendige Nahrung man isst, desto weniger brauchts oft davon, Kräuter können ein erster Schritt sein mir Bionahrung zu erlauben/zu gönnen/…

      2. Katja Sommer

        Hallo Felix und Adrian,

        Habe gerade Eure Kommentare gelesen und möchte kurz eine aktuelle Erfahrung als Mitglied einer Berliner Bio-Supermarkt-Kette schildern: Hier gibt es derzeit Bio-Kürbisse zu einem überaus günstigen Preis, den ich in noch keinem anderen Laden gefunden habe – auch nicht konventionell! Selbst, wenn man nicht Mitglied ist. Und auch Granatäpfel kosten – in dem Fall für Mitglieder – nicht mehr als derzeit bei Aldi! Also, das gibt es auch, das ist doch erfreulich.

        1. Felix

          Prima – gerade Kürbisse fallen mir allerdings jedes Jahr erneut durch offenbar starke Preisschwankungen auf. Manchmal sind sie knapp und teuer; in anderen Jahren sinkt der Preis durch gute Ernten.

    2. Philip

      Hallo Adrian,

      Die (außer dem Selbstanbau) wohl günstigste Möglichkeit an Bio-Nahrungsmittel zu kommen ist die solidarische Landwirtschaft, siehe https://www.solidarische-landwirtschaft.org
      Da gibt es beri manchen Gemeinschaften wohl auch die Möglichkeit eines an das Einkommen angepassten Beirags oder die Möglichkeit teilweise mit Arbeitsleistung zu bezahlen.

      Grüße
      Philip

      1. Felix

        Sehr guter Vorschlag. Vor allem, weil es auch eine langfristige und nachhaltige Lösung mit potenziell weitreichender Auswirkung ist.

  6. Leon Lajosch Goertz

    Hallo Felix,

    ich freue mich immer wieder deine Artikel zu lesen, die das Thema Ernaehrung so umfassend, unvoreingenommen und interdisziplinaer beleuchten.
    Du bringst viele Sachen auf den Punkt, die ich weiss, aber mir nicht wirklich bewusst sind (warum kaufst du Bio, junge? kannst du dir doch garnicht leisten)… und formulierst eloquent, was ich gerne auf solche Fragen antworten wuerde. Dank dafuer!
    Im Endeffekt haengt doch alles zusammen und die Gesundheit des Bodenmikrobioms und unserer Darmflora im Endeffekt doch wahrscheinlich auch irgendwie.
    Ich kenne dein Plaedoyer fuer einen hohen Gemuesekonsum, aber ich persoenlich fuehle mich besser, wenn ich jede Mahlzeit mit tierischem Eiweiss kombiniere, an welches ja auch wichtige Naehr- und Mineralstoffe gebunden sind.
    Chris Masterjohn (http://chrismasterjohnphd.com/podcast/) geht sehr umfassend auf individuelle Naehrstoffbeduerfnisse und Themen ein, die man beim Konsum tierischer Eiweisse in Betracht ziehen sollte ( Methionin-Glycin Balance, nose to tail eating, erhoehter Cholinbedarf durch langkettige gesaettigte Fette, Calcium/Phosphor Balance,…)
    Lustigerweise muss man beim Verzehr von Insekten wenig auf obengenannte Punkte achten, was haelst du von einem Terrarium, in dem man (essbare) Insekten mit organischen Kuechenabfaellen fuettert?

    Lieber Gruss, Leon

    1. Felix

      Danke für dein Feedback, Leon.
      Zum Terrarium: Ich fürchte, es ist nicht ganz so einfach. Auch Insekten brauchen eine angemessene Umgebung, um gesund zu bleiben und ihr volles Potenzial zu entfalten. Mit Küchenabfällen ist es da, fürchte ich, nicht getan.

  7. maria

    Doro lies das Buch von Annie, da steht Alles drin.
    Wenn wir Menschen alle GUTE Lebens-Mittel essen würden,
    dann wäre unser Körper/Verdauungssystem intakt und wir kämen mit viel weniger Nahrung aus.
    Ein gesunder Geist soll in einem gesunden Körper wohnen,
    das würde dann sicherlich auch viele andere Änderugen nach sich ziehen
    und die Erde zu einem bewussteren und schöneren Ort machen.

    Je weiter wir uns von unserer/der lebendigen Natur entfernen,
    desto mehr degenerieren wir –
    so scheint es zumindest im Moment.

    http://www.sueddeutsche.de/gesundheit/mikrobiologie-unberuehrt-1.2439534
    “Auf dem menschlichen Körper und vor allem im Verdauungstrakt leben geschätzt 100 Billionen Mikroben, die sich in einige Hundert Arten einteilen lassen. Die Lebensgemeinschaft aus Mensch und Bakterien hat sich über Jahrmillionen hinweg entwickelt, beide profitieren voneinander. Seit Kurzem mehren sich nun die Hinweise, dass es üble Folgen haben kann, wenn manche dieser Untermieter aussterben. Vieles spricht dafür, dass es Asthma, Allergien, Autoimmunleiden, Übergewicht und Stoffwechselkrankheiten begünstigt …”

  8. maria

    Die gesamte Erde ist aus ihrem natürlichen Gleichgewicht gebracht
    und die Industie erwartet mit ihrer chemischen Düngung
    Ergebnisse, die nicht chemisch sondern organisch sein sollten.

    Wer sich intensiv mit dem Thema Humus und Bodenleben beschäftigt
    wird feststellen, dass Tausende von Bodenbestandteilen heute einfach nicht mehr da sind
    und jedes noch so kleinste Teilchen das fehlt,
    zieht wiederum Veränderungen nach sich,
    die dies dann wiederum tun, …
    und es ist kein Wunder, dass unsere Lebensmittel
    kaum noch Wirkstoffe des Lebens enthalten.

    Wer das wirklich mal verstehen möchte, der lese die Bücher von Raoul Francé und Annie Harrar, die beiden sind wahre Helden,
    heute mehr denn je, wo doch gerade Monsanto und ihren Chemiegiften in Europa Tor und Tür geöffnet wurden durch das Urteil des Bundesverfassungsgerichtes CETA mal zuzulassen, …

    https://onedrive.live.com/?authkey=%21AHb7KuyfZxC2qps&cid=897D3450AE92472F&id=897D3450AE92472F%21290&parId=897D3450AE92472F%21189&o=OneUp

    Dieses Werk könnte die Erde retten, wenn die Menschen endlich verstehen könnten,
    dass sie selbst ein einziges Biotop aus Bakterien, Pilzen, Amöben, … und ohne dieses harmonische Miteinander einfach Lebens-unfähig sind.

    Wer Chemiegiganten den Weg ebnet (wie heute das Bundesverfassungsgericht der BRD) gehört für mich möglicherweise dann zur Rubrik “Mörder”, denn sie hätten durchaus abwarten können bis die Erkenntnisse des Monsanto-Tribunals feststehen,
    wo es u.a. darum geht:
    Teilhabe an Kriegsverbrechen und Tatbestand des Ökozids
    http://www.monsanto-tribunald.org/Wie_

    Es gibt Dinge, die man nicht mehr wiederherstellen kann, wenn sie einmal weg sind –
    das lebendige bio-logische Leben und harmonische Miteinander gehört dazu.

    1. Felix

      Hallo Maria,
      ich kann die Empörung nachvollziehen, sehe es jedoch nicht ganz so dramatisch. Arten sind immer ausgestorben, die Welt und das Leben haben sich immer verändert. Und auch, wenn wir Menschen den Prozess gerade beschleunigen: Das Leben wird immer weiter gehen. Nur eben mehr oder weniger bald nicht mehr für unsere Spezies.

  9. Lydia

    Erschreckend.
    Ich fand das mit den Kuhhörnern voller kosmischer Energie bei Demeter zu esoterisch. Aber von diesem gedanklichen Hintergrund abgesehen, vielleicht sprühen sie wirklich ein paar brauchbare Bodenorganismen auf die Felder, wer weiß? Schade, dass es durch das Sprühen wahrscheinlich mehr verdunstet als in den Boden einzusickern. Aber eine wissenschaftliche Untersuchung diese Vorgehens wäre sehr interessant.

    Danke und Gruß
    Lydia

    1. Felix

      Ich denke bei Demeter kommt es mehr auf den philosophischen Hintergrund, die Weltanschauung an, die Perspektive auf die Natur, als auf die Details. Es gibt unter den Betreibern einige, die nackt bei Vollmund um die Pflanzen tanzen. Und ich kann nicht ausschließen, dass das hilft – oder den Leuten Spaß macht. Aber die sind nicht die Regel.
      Den gesamten Hof als geschlossenen Organismus zu behandeln ergibt hingegen sehr viel Sinn und hat unterm Strich positiven Einfluss auf die Bodengesundheit. Mehr als bei den anderen, teils stark kompromittierten Bio-Siegeln.

      1. Lydia

        Das ist eine karikaturistische Übertreibung mit dem Vollmond-Tanz, oder? 🙂 Wirklich ?? 🙂

        Aber ja, ich stimme dir völlig zu. Demeter ist unterm Strich eine gute Wahl und unterstützenswert.

  10. Doro

    Schöner Artikel. Auch anbetrachts des Bienen- und Amphibiensterbens sollte man vielleicht in Betracht ziehen, möglichst die geringere Giftbelastung für unsere Umwelt zu wählen. Und da du von Rechnung sprichst: Die Quittung für unsere angeblich so billigen Produkte werden wir noch kassieren, wenn wir unsere Böden und unser Trinkwasser verlieren. Ach und unsere Regenwälder nicht zu vergessen. Was im Übrigen auch noch mit reinspielt in den sinkenden Nährstoffgehalt der Lebensmittel: Wir zerstören nicht nur unser Darmmikrobiom (sodass wir weniger Nährstoffe aufnehmen können, sondern auch unser Bodenmikrobiom. Unsere Pflanzen arbeiten genauso in einer Symbiose mit einer Vielzahl an Mikroorganismen (Pilze, Einzeller, Bakterien, Arthropoden), die helfen, die Böden zu durchlüften, die Nährstoffe verfügbar machen und die direkt mit den Wurzeln interagieren. An meiner Uni wird daran intensiv geforscht.

    1. Felix

      Danke für deine Gedanken dazu, Doro. Die Bodenlebewesen finden definitiv noch immer zu wenig Beachtung. Und jedes Mal, wenn ich an einer traurig aussehenden Zimmerpflanze vorbeigehe, möchte ich am liebsten ein paar Regenwürmer in ihren Topf setzen, um Leben hineinzubringen. Wenn es nur so einfach wäre…

        1. Dragan Ulrich

          Zitat DGE:
          ” Noch gravierender können sich Sortenunterschiede auf den Nährstoffgehalt auswirken: 350 % Differenz im Vitamin C-Gehalt
          […]
          Es zeigte sich, dass sowohl die Vitamin- als auch die Mineralstoffgehalte – unter Einbeziehung der Schwankungsbreiten – über die Jahre hinweg im Großen und Ganzen konstant geblieben sind.”

          Die DGE hat also zur Bewertung die Schwankungsbreite (hier z.B. 350%!) mit herangezogen. Wenn also der durchschnittliche Vitamin und Nährstoffgehalt um 50% abgenommen hätte, wäre das hier immer noch innerhalb dieser Schwankungsbreite und damit “über die Jahre hinweg im Großen und Ganzen konstant geblieben”.
          Da bekomme ich ja schon fast Nackenschmerzen vom vielen Kopfschütteln…

        2. Felix

          Da die DGE keine konkrete Quelle angibt, finde ich ihre Argumentation recht schwach (und für mich ungültig). Sie haben auch nicht 8 Lebensmittel untersucht, sondern lediglich verschiedene Nährstofftabellen herangezogen. Da die Tabellen bis heute weitgehend ungenau sind (Abweichungen einzelner Werte um 25% sind nicht unüblich), ist das kaum aussagekräftig. Und spätestens hier

          “Ein Mangel ist deshalb bereits mit bloßem Auge sichtbar. Die Pflanze verfärbt sich, wird welk oder anfälliger für Krankheiten. Die Konsequenz: Das Gemüse oder Obst würde gar nicht geerntet, weil es schon auf dem Acker oder im Garten verkümmert bzw. es könnte nicht verkauft werden, weil es welk ist oder sich verfärbt hat.”

          disqualifiziert sie sich vollends. Ein Mangel ist mit bloßem Auge sichtbar? Klar. Deswegen gibt’s im Geschäft auch ausschließlich köstliche Tomaten…

          1. Doro

            Was echt komisch ist, ist dass die DGE keine Möglichkeit zum Mitreden und Nachvollziehen gibt. Es werden keine Quellen angegeben. So kann ich auch die statistischen Methoden nicht nachvollziehen. Dann ist die Frage, welches Gemüse wurde untersucht, welche Nährstoffe wurden angeguckt, aus welchen Ländern stammte das Gemüse. Es macht mit Sicherheit einen Unterschied, ob ich Gemüse aus allen Böden der Welt mittele oder ob ich mir die Anbaugebiete separat angucke, wie da die individuellen Trends liegen. Man kann sich jede Studie so bauen, dass sie beweist, was ich gerade beweisen will, weswegen ich damit ohnehin so meine Probleme habe, weil man an viele komplexe Systeme so nicht herangehen kann.

            Und dann diese Argumentation, dass die Pflanzen krank werden würden. 1. Ein Nährstoffmangel würde sie, je nachdem um welchen Nährstoff es geht, anfälliger machen. Aber wenn die Krankheiten durch Fungizide etc. unterdrückt werden, brechen sie nicht aus. Oder die Krankheit verläuft fürs Auge unsichtbar oder in den Wurzeln, so wie man einem Menschen z.B. eine Erkrankung der Schilddrüse nicht immer ansieht. 2. Dann kann es auch ein für die Pflanze selbst nicht essentieller Nährstoff sein, sondern vielleicht nur etwas, das in die Frucht eingelagert werden soll, um sie attraktiver und die Verbreitung der Samen wahrscheinlicher zu machen. Die Pflanze würde also nicht direkt sichtbar unter dem Nährstoffmangel leiden, aber die Fitness könnte trotzdem gesenkt sein. 3. Und dann habe ich vor einiger Zeit einen Vortrag an der Uni Gießen vom Institut für Pflanzenernährung gehört, wo es darum ging, Kalium im Dünger durch Natrium zu ersetzen, um Geld zu sparen, da man Natrium in großen Mengen als Abfallprodukt bekommen kann (ich hoffe, ich erinnere mich richtig). Ergebnis: So lange hier ein bestimmmter Punkt nicht überschritten wurde, klappte das super. Aber es zeigt auch, was da manipuliert werden kann und dass es auch bis an die Grenzen getan wird, wenn es Geld spart.

            Am Institut für Bodenökologie wird außerdem daran geforscht, wie sehr die Mikroorganismen einen Beitrag zur Bodengesundheit leisten (und sie sind extrem wichtig für Bodenbelüftung, Nährstoffverfügbarmachung…). Unsere Äcker verarmen jedoch immer mehr an der gesunden Bodenflora. Ich will da noch ein anderes Buch zu lesen, bislang kann ich schonmal das Buch von Dr. Anita Idel “Die Kuh ist kein Klimakiller” u.a. zu dem Thema Bodengesundheit empfehlen.

            Darüber hinaus ist es wirklich so, das kann wohl niemand verneinen, dass so manches an unserem Obst an Aroma verliert. Und Aromen sind von Natur aus mit bestimmten Nährstoffen gekoppelt, so evolviert, und wir sind darauf evolviert, sie wahrzunehmen und auf sie anzuspringen, da sie uns gewisse Mikronährstoffe versprechen. Die wie gesagt vielleicht nicht für die Pflanze wichtig sind, aber für uns.

            Abnahme an Nährstoffen in Finnland: “In addition to the three quantitative reports for U.S. and U.K. foods discussed here, Ekholm et al. (2007) reported declines in mostly Finnish foods from the mid-1970s to the 2000s. Considering 17 vegetables, six berries, four grains, and apples as a group, they reported statistically significant “average” declines in the nutrients K, manganese, zinc, and Cu but an increase in selenium (Se) (attributed to Se fertilization begun in Finland in 1985). Also, there were downward trends in magnesium (Mg), calcium (Ca), P, and Fe with no upward trends in nutrient elements. Curiously, the authors did not report the size of these changes (and did not respond to requests for additional information). ”

            Ansonsten noch das hier: “Implies that a balance of the different essential nutrients is necessary for maintaining health. The eight minerals that are usually analysed are Na, K, Ca, Mg, P, Fe, Cu, Zn. A comparison of the mineral content of 20 fruits and 20 vegetables grown in the 1930s and the 1980s (published in the UK Government’s Composition of Foods tables) shows several marked reductions in mineral content. Shows that there are statistically significant reductions in the levels of Ca, Mg, Cu and Na in vegetables and Mg, Fe, Cu and K in fruit. The only mineral that showed no significant differences over the 50 year period was P. The water content increased significantly and dry matter decreased significantly in fruit. Indicates that a nutritional problem associated with the quality of food has developed over those 50 years. The changes could have been caused by anomalies of measurement or sampling, changes in the food system, changes in the varieties grown or changes in agricultural practice. In conclusion recommends that the causes of the differences in mineral content and their effect on human health be investigated.” AM Mayer – British Food Journal, 1997

          2. Felix

            Hallo Doro,
            was die DGE sich da leistet, zumal sich unsere Bundesministerien auf sie berufen, ist traurig und kümmerlich. Aber unser Regierungsapparat selbst belegt seine Erklärungen auch seltenst, insofern passt das zusammen.
            Idels Buch kenne ich und ich lese es gerade aus anderen Gründen zum zweiten Mal. Sie kratzt nur an der (Boden-)Oberfläche, es ist ja auch nicht Hauptthema ihres Buchs. Teaming with Microbes von Lowenfels/Lewis geht zum Beispiel tiefern: http://amzn.to/2dY6aOQ
            Die DGE krankt am gleichen Problem, das Joan Dye Gussow schon vor über 30 Jahren beschrieben hat: Es mangelt ihr an Interdisziplinarität – und somit oft an der Kompetenz, solche Dinge überhaupt bewerten zu können. Wenn man so etwas ernsthaft betreiben und kommunizieren möchte, muss man die Quelle offenlegen.

  11. Christoph

    Solche Artikeln sollte man mal in Zeitungen oder Magazinen abdrucken, anstatt des weichgespülten Einheitsbreis. Klasse gemacht Felix.
    Zur Versorgung der immer größer werdenden Menschenmassen, glaube ich, dass es sowieso nur über partielle Selbstversorgung geht und auch nur so sichergestellt ist, wie und womit das Gemüse angebaut wurde. Man muss aber natürlich auch beachten, wieviele Lebensmittel auch heute noch in fast allen wohlhabenderen Teilen der Welt ungebraucht in den Müll wandern.

    1. Felix

      Danke Christoph. Ich fürchte nur, dass meine Artikel mit den genannten Medien einfach nicht kompatibel sind. Um es mal bescheiden zu formulieren…
      Die Lebensmittelverschwendung sehe ich gerade dieser Tage wieder als sehr großes Problem. Überall im Land hängen hunderte Tonnen Äpfel und Birnen (und mehr) an den Bäumen. Niemand pflückt sie, niemand isst sie. Man könnte einen ganzen Wirtschaftszweig beschäftigen mit der Verwertung…

  12. Dragan Ulrich

    Da ergibt sich schlicht weg ein Kapazitätsproblem.
    Wenn alle ökologisch korrekt erzeugte, hochwertige Nahrungsmittel verspeisen wollten, gäbe es gar nicht genügend Anbaufläche.
    Fruchtfolge, biodynamische Landwirtschaft, ein Nichtüberfordern der Pflanze (vermeiden eines genetischen Verdünnungseffektes => geringerer Ertrag pro Fläche und Zeiteinheit) sind mittelfristig gar nicht für die Ernährung größerer Bevölkerungsanteile möglich; vor allem nicht im Hinblick auf eine weiter wachsende Weltbevölkerung.
    Gezieltes Supplementieren ist hier natürlich eine praktikable Gegenmaßnahme. Noch besser wäre es aber natürlich, die weitere Zuchtoptimierung mit anderen Prioritäten zu betreiben (höherer Nährstoffgehalt) und auch alternative Anbaumethoden auszuprobieren und zu entwickeln (z.b. Wachstum in Nährlösungen, vertical gardening, etc.).

    1. jet

      “Wenn alle ökologisch korrekt erzeugte, hochwertige Nahrungsmittel verspeisen wollten, gäbe es gar nicht genügend Anbaufläche.”

      Warum bist du dir da so sicher?

      1. Felix

        Angesichts der höheren Produktivität ökologisch bewirtschafteter Flächen gegenüber konventioneller Landwirtschaft schließe ich mich der Frage an.

        1. Dragan Ulrich

          Steht letzten Endes so i Text:
          “Die Zucht von Sorten mit größeren Erträgen, besserer Schädlingsresistenz und erhöhter Klimaanpassung führe zudem zum genetischen Verdünnungseffekt: Ertrag­reichere Sorten enthalten demgemäß unter gleichen Wachstumsbedingungen anteilig weniger Nährstoffe.”

          Wenn die ERTRAGREICHEN Sorten aufgrund ihres schnellen Wachstums und hohen Ertrags nicht in der Lage sind, anteilig entsprechend viel Nährstoffe mit aufzunehmen und einzulagern, ist der logische Umkehrschluss, dass die Pflanzen, die das können (entsprechende Mengen Nährstoffe einlagern) nicht so ertragreich sind.
          Wenn man dann noch unterstellt, dass die derzeitige Nahrungserzeugung mit dem derzeitigen Flächenbedarf und den derzeitigen Erträgen für die aktuelle Bevölkerung ausreicht, führen geringere Erträge zu einem größeren Flächenbedarf; nochmals gesteigert, durch eine weiter wachsende Bevölkerung.
          Um das genauer quantifizieren zu können, müsste man allerdings die jeweiligen Ertragszahlen, bzw. deren Differenz kennen.

          1. Felix

            Hallo Dragan,
            du hast geschrieben:
            “Wenn alle ökologisch korrekt erzeugte, hochwertige Nahrungsmittel verspeisen wollten, gäbe es gar nicht genügend Anbaufläche.”

            Du lieferst keine Daten, die das untermauern. Darauf bezieht sich meine Frage. Der von dir aus meinem Artikel zitierte Satz hat damit nichts zu tun. Zudem enthält er ausrücklich “unter gleichen Wachstumsbedingungen”. Bedenke, dass auf einem Feld nicht unbedingt einfach nur eine Sorte wächst oder wachsen muss. Bei entsprechenden Fruchtfolgen kann ein ökologisch bewirtschaftetes Feld erheblich produktiver sein als eine Monokuktur (bis zu ~30%, s.a. Shiva 1989).

            Ganz davon abgesehen belegst du deinen vermeintlich logischen Umkehrschluss nicht. Jede Ente ist ein Vogel, aber nicht jeder Vogel ist eine Ente.

            “Wenn man dann noch unterstellt, dass die derzeitige Nahrungserzeugung mit dem derzeitigen Flächenbedarf und den derzeitigen Erträgen für die aktuelle Bevölkerung ausreicht, führen geringere Erträge zu einem größeren Flächenbedarf”

            Natürlich kannst du das unterstellen, aber es ist nicht der Fall. Wir produzieren erheblich mehr Lebensmittel, als wir benötigen. In den Industrieländern wandern 30-50% in den Müll. Bereits jetzt produzieren wir mehr als genug, um die Weltbevölkerung zu ernähren.

          2. Doro

            Es wird oft so argumentiert, dass nicht “alle Bio essen können”. Aber die Sache ist die, dass das, was wir gerade tun, ja schon seit einer ganzen Weile nicht funktioniert. Der Welterschöpfungstag (Overshootday) kommt jedes Jahr früher und früher. Wir nehmen schon lange einen Kredit auf, den irgendwann jemand zurück zahlen muss, denn wenn es um Ressourcen (wie Nahrung und Böden geht), kann man nicht einfach mal mehr Geld drucken. Leider argumentieren so auch die Hersteller von “Pflanzenschutzmittel” (ich war mal auf einem Vortrag von BASF). Was mich nur stutzen lässt: Wir haben doppelt so viele Übergewichtige weltweit wie Unterernährte. Würde man das Geld, das jährlich weltweit für Eiscreme ausgegeben wird, nehmen, könnte man stattdessen jedem Menschen auf der ganzen Welt eine Grundversorgung mit sauberem Wasser etc. gewähren. Und dann gucke ich mich nur in meinem Dorf um und sehe soo viele Gärten, in denen schöne Beete und Gewächshäuser brach liegen. Dabei würde es schon ungemein helfen, wenn jeder nur 10% seines eigenen Gemüsebedarfs anbauen würde (das braucht dann auch kein Biosiegel und dann hätten wir auch weniger das Problem des Nährstoffverlusts durch Lagerung). Und dann so Sachen wie: Ich treibe einfach mehr Sport, damit ich mehr essen kann. Super. Und unsere Böden brechen zusammen und wir fressen uns krank? Leider unterstützt dieses System Suchtentstehung (wenn man nur die ganzen Anbauflächen für Tabak sinnvoll nutzen würde!) und den Leuten wird durch immer mehr Arbeit die Zeit genommen, um sich gut um sich selbst zu kümmern. Das ganze System ist einfach kaputt.

    2. Patrick

      Hallo Dragan,

      es gibt mehr als genug Fläche, um noch viel mehr Menschen mit gesundem, biologisch angebautem Obst und Gemüse zu versorgen.

      Da wären z.B. ganze Landstriche in Deutschland, die für Raps- und Getreideanbau genutzt werden, was dann nicht selten ausschließlich zur Energiegewinnung genutzt wird, statt auf den selben Flächen Obst und Gemüse für die menschliche Ernährung anzubauen.

      Durch ganze “Gewächshausstädte” könnte man die Ernte sogar vervielfachen.

      Wenn Du Dich mit bewusstem, offenem Blick vor Deiner Haustür umschaust, siehst Du sicherlich etliche ungenutzte Flächen. 🙂

      Dass diese Flächen nicht (sinnvoller) genutzt werden, ist doch eines der Hauptprobleme. Urban- und Guerilla-Gardening geht in der Hinsicht schon gute Wege.

      Liebe Grüße
      Patrick

  13. Anton

    Ich freue mich immer wieder auf Deine Artikel. Du bist in mancher Hinsicht mein Vorbild! Weiter so! LG

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