Angst vor Nährstoffen

Nährstoffe in Ei, Zwiebel und Steckrübe»Bekomme ich genügend Vitamine? Ist zu viel Eisen im Essen? Was ist mit dem Calcium und sollte ich nicht besser das Gluten meiden? Und wie soll ich all diese Nährstoffe aufnehmen, ohne zu viele Kalorien zu mir zu nehmen?« Statt die Zeit mit der Suche nach Antworten zu verbringen, sollten wir die Prämisse hinter diesen Fragen selbst anzweifeln.

Das von Gyorgy Scrinis beschriebene Konzept des Nährstoffismus beschreibt die Reduktion von Lebensmitteln auf die messbar enthaltenen Nährstoffe. Diese Ideologie dominiert heute unser Denken über Lebensmittel und unsere Perspektive auf ihren Kontext mit unserem Körper und dessen Nährstoffbedarf. Durch diese Betrachtung ist die Zahl der ernährungsbezogenen Ängste gestiegen und die Sorgen haben im vergan­genen Jahrhundert drei wesentliche Formen angenommen:

  • Die Besessenheit, genügend essenzielle Nährstoffe zu bekommen.
  • Die Angst vor zu vielen ungesunden Nährstoffen.
  • Die Sorge vor einer Knappheit besonders gesundheitsförderlicher Nährstoffe.

Scrinis platziert diese Prägungen des Nährstoffismus geschichtlich als die Quantifizie­rungsära, die Gut-und-schlecht-Ära und die funktionale Ära.

Vitaminwahn und Kalorienzählen

Ende des 19. Jahrhunderts identifizierte die Ernährungswissenschaft die für das Körperwachstum und die Vorbeugung von Defiziten notwendigen Arten und Mengen von Nährstoffen. Protein erhielt sein Label als wachstumsfördernd und entsprechend folgten überschwängliche Empfehlungen zum Fleischverzehr, bald darauf ausgeweitet auf Milchprodukte.

Etwa zur gleichen Zeit etablierte sich die Kalorie als Messwert für den Energiegehalt von Lebensmitteln. Bald darauf erlangte das (wie wir heute wissen unrealistische) Kalorienzählen zum Zweck des Abnehmens weite Verbreitung und geriet zur Quelle entsprechender Ernährungssorgen.

Eine wahre Obsession begann mit der Entdeckung der Vitamine. Die übertriebenen Behauptungen der Hersteller und alternativen Gesundheitsbewegungen hinsichtlich deren gesundheitlichen Wertes gingen weit über die vorsichtigen Erklärungen der Wissenschaftler hinaus und fanden fruchtbaren Boden beim Verbraucher. Vitamine galten in industriell erzeugten und produzierten Lebensmitteln als rar, was einen Ansturm auf Vitaminergänzungen auslöste.

Hinzu kommt die empfundene Nährstoffknappheit: Die übertriebenen Sorgen, nicht nur die stark verarbeiteten Produkte, sondern auch frische Vollwertkost enthielte nicht mehr genügend Nährstoffe, die wir für optimale Gesundheit benötigen. Ein Gedanke, den staatlich angeordnete Programme zur Nährstoffanreicherung unterstreichen. Die Nachricht: Unsere Lebensmittel enthalten nicht mehr genügend Nährstoffe und wir können das durch Nahrungsergänzungsmittel beheben. So schürt man Sorgen und bietet eine Lösung an.

(Der gemessene, durchschnittliche Nährstoffgehalt natürlich erzeugter Lebensmittel ist in den letzten 50 Jahren aus diversen Gründen tatsächlich gesunken. Ob unsere Nährstoffversorgung dadurch wirklich gefährdet ist, steht auf einem ganz anderen Blatt.)

Böse Nährstoffe: Von Fettangst zur Carbophobie

In den 1960er Jahren verbreiteten Ernährungsexperten die Idee, es gebe nicht nur gutes und schlechtes Essen, sondern auch ebensolche Nährstoffe. Fett, gesättigtes Fett und Cholesterin waren von nun an explizite Bösewichte und deren Konsum im Über­maß die Ursache chronischer Erkrankungen. Die Ernährungsängste verlagerten sich nun auf diese bösen Nährstoffe, zugleich blieben jedoch die vorherige Sorge vor einer Unterversorgung und die Angst vor Kalorien bestehen. Vokabeln wie weniger, meiden und reduzieren wurden gebräuchlicher Teil der Ernährungs­empfeh­lun­gen und die Gesamtmenge der Sorgen vergrößerte sich.

Es spielte dabei keine Rolle, dass auch diesmal die Warnungen vor diesen nun bösen, dennoch natürlich vorkommenden Nährstoffen übertrieben waren und jeglicher Pro­portion entbehrten. Stattdessen verurteilte man natürliche Lebensmittel wie Eier und Butter zu Bösewichten und empfahl als Ersatz die aufwändig hergestellte Margarine und industriell fettreduzierte Lebensmittel. Auch für diese neuen, praktisch aus dem Nichts geschaffenen Sorgen gab es somit eine Lösung.

In den 1970er Jahren folgte die von Dr. Atkins geführte LowCarb-Bewegung mit der Carbophobie, also der Diffamierung der Kohlenhydrate. Das Konzept stellte die Warnung vor Fett auf den Kopf und die Lager der Fettfreunde und Kohlen­hydrat­freunde tragen den Kampf bis heute aus. Zum Vorteil der Industrie, die bereitwillig entsprechende Produkte in die Regale stellt.

Funktionale Nährstoffe und Optimale Gesundheit

Der neueste große Trend des Nährstoffismus begann etwa Mitte der 1990er Jahre mit dem Fokus auf funktionale Nährstoffe wie Omega-3-Fettsäuren, Vitamin D, Anti­oxi­dantien, Pflanzenstoffe und Probiotika. Diese Stoffe sollen spezifische Körper­funk­tionen verbessern und bei Einnahme in korrekter Dosis die Gesundheit optimieren. Probiotika für die Darmgesundheit, Protein für Sättigung, Omega-3 fürs Gehirn, nied­rige Glykämische Last für das Blutzuckermanagement.

Perfide ist die zugleich folgende Warnung der Experten, eine suboptimale Einnahme dieser Stoffe erhöhe das Risiko chronischer Erkrankungen. Und so sorgen Verbraucher sich, nicht genügend dieser Nährstoffe zu bekommen. Diese Sorgen ersetzen nicht die alten Ängste vor Kalorien oder einem Übermaß böser Nährstoffe, sondern ergänzen sie. Selbstredend reagiert die Industrie und fügt der kalorienreduzierten Margarine, der sie eben erst das Cholesterin entzogen hat, nun Omega-3-Fettsäuren und Anti­oxi­dantien hinzu. Margarine kann offenbar alles sein.

Zeitgleich erfanden wir Superfoods. Solche Lebensmittel, die besonders große Mengen bestimmter, als vorteilhaft auserkorener Nährstoffe enthalten. Ihr gesundheitlicher Nutzen ist maßlos übertrieben. Kakao, Chiasamen, Avocadokerne – wer sich bester Gesundheit erfreuen möchte, muss diese Dinge essen.

Zweifelsohne leiden einige Menschen unter Nährstoffmängeln aufgrund schlechter Ernährung. Häufig liegt die Ursache in sozioökonomischer Benachteiligung. Für so jemanden scheint ratsam, generell die Lebensmittelqualität zu erhöhen, statt sich auf einzelne Nährstoffe und Ergänzungsmittel zu konzentrieren.

Der gleiche Rat gilt für die meisten Menschen, um den Sorgen und Ängsten des Nährstoffismus zu entkommen. Der Fokus auf einfache, frische und gänzlich selbst verarbeitete Lebensmittel hilft beim Verständnis der Zusammenhänge zwischen Essen und Körper. Statt Listen und Lexika über Nährstoffe zu studieren, sollten wir uns über Lebensmittelqualität weiterbilden. Traditionelles und kulturelles Wissen ist ein Baustein dieser Kompetenz ebenso wie das Vertrauen in die eigenen Sinne und die praktische Erfahrung, die aus achtsamer Zubereitung und Verzehr unseres Essens resultieren.

»Das klingt nach einem vernünftigen Rezept gegen die Angst, ob wir zu viel, zu wenig oder die optimale Nährstoffmenge bekommen«, beschließt auch Scrinis seine Gedan­ken dazu.

Buchempfehlung zum Thema: Scrinis, Gyorgy (2013) Nutritionism: The Science and politics of dietary advice

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20 Kommentare zu “Angst vor Nährstoffen

  1. Monika Obermair

    Vielen Dank für den Artikel von Dir Felix, dem ich nur zustimmen kann.
    Wenn man sich nach jeder “Ernährungsempfehlung” richten wollte, könnte man gar nichts mehr essen. (Kein Fett, keine KH, kein Zucker, viel Eiweiß, wir essen Zuviel Eiweiß, KH am Abend, KH nicht am Abendusw. usw.)
    Ich finde das einfache Essen, nach Möglichkeit selbstgekocht, immer noch am besten.
    Das Essen sollte bekömmlich sein und es sollte uns nähren (Nährstoffe!), von Vitaminen etc. alleine kann man nicht leben!
    Viele Grüße Monika

  2. Carolin

    Danke für einen wieder einmal sehr informativen Artikel, lieber Felix.

    Das Problem bei Nahrungsergänzungsmitteln ist nunmal, dass noch viel zu wenig über die Wirkungsweise der jeweiligen Nährstoffe bekannt ist. Eine lange Zeit wurde die antioxidative Wirkung verschiedener Vitamine über den Klee gelobt. Tatsächlich lassen neuere Studien vermuten, dass beim Verzehr von pflanzlicher Nahrung der gesundheitsfördernde Effekt nicht so sehr auf Antioxidantien selber beruht als eher auf einer Stressreaktion der Zellen auf sekundäre Pflanzeninhaltsstoffe hervorgerufen wird (der sogenannte “Hormesis”-Effekt). Diese Stoffe bewirken dabei unter anderem, dass durch Genaktivierung antioxidative Enzyme synthetisiert werden. Hier zeigt sich mal wieder schön, dass der Körper eben keine Maschine ist, dem man bestimmte Stoffe einflößen muss, damit er reibungslos funktioniert, sondern dass viele viele Prozesse ineinandergreifen und es auf die Feinabstimmung ankommt.

    Eine Studie der Universität Jena aus dem Jahr 2009 ergab sogar, dass die Einnahme von Vitaminpräparaten, die wegen ihrer antioxidativen Wirkung beworben werden, gesundheitsfördernde Wirkungen von Sport zunichte machen, eben weil sie die Stressreaktion der Zelle, die auch bei sportlicher Betätigung stattfindet, unterdrückt.
    Hier der Link zum Artikel auf der Seite des Deutschen Ärzteblattes. Dort findet man auch die Studie als PDF: http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/36532

    1. Dragan Ulrich

      Das Ergebnis dieser Studie ist mehr als Zweifelhaft. Das, was das Ärzteblatt daraus gemacht hat erst recht.
      Ristow bezieht sich in der Jenaer Studie auf eine große, zusammenfassende Metaanalyse von Hamer und Chida zu diesem Thema, welche laut Ristows Behauptung aussagt:
      Obst verhindert die Zuckerkrankheit. Vitamine können das nicht.

      Ristow macht daraus „Obst verhindert Diabetes trotz der enthaltenen Vitamine, wahrscheinlich durch andere bioaktive Substanzen“. Höchstgradig spekulativ, wenn ihr mich fragt.

      In der Studie von Hamer und Chida steht aber:
      Obst hat keinen Einfluss auf die Zuckerkrankheit (167.128 Teilnehmer)
      Vitamine verhindern signifikant die Zuckerkrankheit (139.793 Teilnehmer)

      Was bleibt ist Verwirrung und Verunsicherung bei denen, die nicht die Originalstudien lesen, sondern auf fragwürdige journalistische Weiterverarbeitung und Fehlinterpretationen angewiesen sind / hereinfallen.

      Fakt ist dagegen, dass ein Zuviel an Antioxidantien (egal welche, nicht nur Vitamine) einen Trainingseffekt bezüglich Muskelwachstum nach einem Krafttrainning zunichte machen können. Freie Radikale fungieren hier nämlich als Trigger für eine muskuläre Anpassung.

      Ein Einfluß von Antioxidantien auf die Insulinsensitivität wäre mir dagegen neu. Aber wie bei allem gilt sicher auch hier: “Die Dosis macht das Gift”. Ein “Zuviel” von irgend Etwas ist immer schädlich: das gilt sogar für Wasser und Sauerstoff.

      1. Carolin

        Ich muss zugeben, dass ich mir nicht die Mühe gemacht habe, jeden einzelnen Verweis auf andere Studien auf seine Richtigkeit zu kontrollieren. In dem Fall scheint die vorliegende Studie von Ristow et al. tatsächlich falsch zitiert zu haben, wenn man sich auf die frei verfügbaren kurzen Zusammenfassungen zur Studie von Hamer & Chida bezieht. Da finde ich die Originalstudie nämlich nicht.

        Allerdings behauptet Ristow nirgends, Obst verhindere Diabetes.
        Er schreibt: die Studie von Hamer & Chida “suggests that high dietary
        intake of fruits and vegetables, a source of antioxidants but also
        of numerous other bio-active compounds, may actually decrease
        the risk for type 2 diabetes” und etwas später “these previously published findings tentatively suggest that fruits and vegetables may exert health-promoting effects despite their antioxidant content and possibly due to other bio-active compounds”.
        Ich weiß nicht, wo Sie da die endgültigen Aussagen rauslesen, die Sie hier niedergeschrieben haben. Außerdem bezieht er sich bei dieser zweiten Aussage nicht lediglich auf die Studie von Chida & Hamer (die tatsächlich anderes suggeriert), sondern auch auf andere Studien, deren Ergebnisse suggerieren, dass Vitamin-Supplementierung nicht vor Diabetes Typ 2 schützt.

        Diese Studie darf also als Hinweis gesehen werden, mit Informationen vorsichtig umzugehen und nicht blind den Verheißungen der Nahrungs(ergänzungs)mittelindustrie zu glauben. Allerdings ist diese, wie alle Studien, nur ein kleines Puzzleteil und nicht der Wahrheit letzter Schluss, sondern ein Anstoß, weitere Untersuchungen zu initiieren. Und nur weil Ihnen etwas neu ist, heißt das ja nicht, dass es nicht sein kann. Deswegen wird Forschung ja betrieben: um neue Erkenntnisse zu erlangen.

  3. Markus

    Also für die meisten Ernährungspläne (etwa Atkins oder DASH) benötigt man mindestens (!) 27.000 kcal um auf eine ausreichende Versorgung mit 27 essentiellen Nährstoffen zu kommen

    http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/20537171

    Und wenn man diese 6 Nährstoffe

    Six micronutrients (vitamin B7, vitamin D, vitamin E, chromium, iodine and molybdenum) were identified as consistently low or nonexistent in all four diet plans.

    ignoriert so sind es immer noch 3500 kcal um für die restlichen 21 Stoffe auf mind. 100% zu komen. Und wie weit verbreitet Mängel an Nährstoffen sind kann man wunderbar an der nat. Verzehrsstudie 2 sehen

    https://www.bmel.de/SharedDocs/Downloads/Ernaehrung/NVS_ErgebnisberichtTeil2.pdf?__blob=publicationFile

    Hier wurden auch nur die enthaltenen Mengen an Nährstoffen betrachtet- wieviele davon dank Antinährstoffen und Medikamenten sowie Erkrankungen überhaupt im Blut ankommen will man kaum wissen.

    1. Felix

      Hallo Markus,
      danke für deinen Beitrag. Die von dir verlinkte Studie scheint aus einer Vielzahl von Gründen sehr zweifelhaft. Der augenscheinlichste:

      “JBC is the CEO of Calton Nutrition, a private corporation that researches the causation and prevalence of micronutrient deficiency worldwide. Due to the results of its research Calton Nutrition is in the process of developing a multivitamin.”

      Der Mann entwickelt ein Nahrungsergänzungsmittel, das er sicherlich auch gut verkaufen möchte (denn wir brauchen unbedingt noch ein neues Multivitaminpräparat). Da wundert das Studienergebnis kaum.

      Auf die Methodik und Folgerungen mag ich gar nicht eingehen, allerdings ist dein Bericht unpräzise. Es wurden nicht “die meisten Ernährungspläne” untersucht, sondern lediglich drei restriktive Pläne. Drei. In Zahlen: 3. Und zu erkennen, dass die Atkins-Ernährung schon mal etwas eintönig ist, dafür braucht es kein Physikstudium.

      Die verlinkte Untersuchung ist ein reines Zahlenspiel.

      “Hier wurden auch nur die enthaltenen Mengen an Nährstoffen betrachtet”

      Richtig. Nur die laut irgendeiner Datenbank enthaltenen Nährstoffe, verglichen mit den Bedarfswerten aus irgendeiner anderen Tabelle. Stimmen erstere Werte? Stimmen letztere? Auf wen treffen die zu? Ist das wirklich alles so einfach? Das sind alles nur Thesen und Zahlen und keinerlei Berichte über tatsächliche Problemfälle.

      Ein paar Zitate aus der von dir verlinkten Verzehrstudie:

      – “Gut erreicht werden die Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr in Bezug auf die Vitamine A, E, B1, B2, B12 und C. Hier liegt der Median der Vitaminzufuhr etwa zwischen 100% und 200% der Referenzwerte”
      – “Die Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr werden in Bezug auf die Mineralstoffe Magnesium, Kalium und Zink im Median in allen Altersgruppen erreicht. Eine Ausnahme hiervon stellen nur die weiblichen Jugendlichen im Alter von 14-18 Jahren dar, bei denen die Magnesiumzufuhr im Median leicht unterhalb des Referenzwertes liegt. Ansonsten erreicht der Median der Magnesium- und Zinkzufuhr zwischen 100 und 150% der Referenzwerte und der Median der Kaliumzufuhr etwa zwischen 150 und 200% des Referenzwertes”

      Aufgrund dieser Zitate kann ich deine Aussage, Nährstoffmängel seien weit verbreitet, nicht ganz nachvollziehen. Ja, es gibt sicherlich Nährstoffmängel. Viele auf dem Papier, einige in der Realität. Aber so spektakulär wie die von dir zitierte Studie es darstellt ist es in der Realität nicht. Keines dieser Papiere geht auf die Versorgung mit sekundären Pflanzenstoffen ein.

      Ein Fest für Fans des Nährstoffismus, da besteht kein Zweifel.

      1. Dragan Ulrich

        Hallo Felix,

        “Nur die laut irgendeiner Datenbank enthaltenen Nährstoffe, verglichen mit den Bedarfswerten aus irgendeiner anderen Tabelle. Stimmen erstere Werte? Stimmen letztere? Auf wen treffen die zu? Ist das wirklich alles so einfach? Das sind alles nur Thesen und Zahlen und keinerlei Berichte über tatsächliche Problemfälle.”

        Unterm strich bedeutet deine Aussage dann “nichts genaues weiß man nicht”, oder wie muss ich das verstehen.?
        Auf was gründest du denn dann deinen Artikel?
        Auf der einen Seite zweifelst du Werte und Zahlen an, prangerst aber “Nährstoffismus” an. Aufgrund irgend einer Grundlage, möglichst einer Fakten basierten, reproduzierbaren, muss man doch eine Aussage und Bewertung treffen. Ein pauschales Anzweifeln einer Nährstoffunterversorgung mit dem Hinweis bei nur ausreichend geschickter Kombination von Lebensmitteln besteht kein Grund, eine Unterversorgung zu fürchten, gründet sich dann auf was? Wenn du Zahlen, Datenbanken und Tabellen in Frage stellst, stellt das auch eine ausreichende Versorgung aufgrund geschickt kombinierter Lebensmittel in Frage. Denn diese wähle ich dann gerade aufgrund eines spezifischen Nährstoffgehalts aus, der ja irgendwo dokumentiert/ festgestellt / gemessen (!) worden sein muss. Auf welche verlässlich(er)en Zahlenwerke beziehst du dich, wenn du über Nährstoffgehalte von Lebensmitteln berichtest?

        Werfen wir doch mal einen Blick über den Atlantik; in die USA. Das Mutterland der Ernährungsexperimente und der Angst / Phobie dabei etwas falsch machen zu können. In keinem anderen Land werden mehr Nahrungsergänzungsmittel, allen voran Vitaminpräparate, konsumiert. Kein anderes Land hat ein so “spezielles” Rechtssystem mit so exorbitanten Straf- und Schadensersatzzahlungen. Und doch hat man (zumindest ich) nichts davon gehört, dass dortige NEM Produzenten/Anbieter wegen Gefährdung oder Schädigung von Konsumenten durch ihre Produkte zur Rechenschaft gezogen wurden; zumindest so lange es sich nicht um Verunreinigungen aus dem Produktionsprozess handelte. Meine Schlussfolgerung daraus: Das Zeug ist im Wesentlichen sicher in Handhabung und Einnahme. Ein “Nährstoffisimus” oder “Vitaminwahn” bleibt hier augenscheinlich zumindest ohne negative Folgen.
        Wie bei allem macht hier natürlich auch im Zweifelsfall die Dosis das Gift, aber das steht auf einem anderen Blatt.

        Unterm Strich bleibt bei mir die Frage, was ist die Quintessenz deines Artikels? Die Take-Home-Message? Nährstoffgehalte in Tabellen sind anzuzweifeln und eine Unterversorgung ist unwahrscheinlich? Stellt sich die Frage, auf welcher Grundlage man das beurteilen kann soll.
        Du sprichst u.A. von “Vitaminwahn”, aber woran machst du den fest?
        Ist jemand, der sich dem Thema Vitaminversorgung auseinander setzt und Vitaminpräparate einnimmt im Wahn? Und selbst wenn, um es mit Nirvana zu sagen “Just because you’re paranoid, don’t mean they’re not after you”. Soll heißen, nur weil ein pathologischer Mangelzustand nicht diagnostiziert wurde, kann trotzdem einer da sein. Und eine Vielzahl an Studien und Untersuchungen spricht dafür, dass es sich um ein weit verbreitetes Phänomen handelt.
        Klar, man kann alles übertreiben. Auch die Vitamin- und Nährstoffzufuhr. Aber auch das steht auf einem anderen Blatt.

        Versteh mich bitte nicht falsch. Es ist weder mein Anliegen dich in irgendeiner Form anzugreifen noch dich in Frage zu stellen (aber zu hinterfragen). Ich möchte nur die Hintergründe und Grundlagen deiner Ausführungen verstehen. Aktuell hapert es da bei mir an einigen Stellen noch.

        LG,
        Dragan

        1. Felix

          Hallo Dragan,
          ich fürchte, du hast sowohl den Artikel als auch mich missverstanden. Im Artikel berichte ich über die Arbeit eines anderen Autors. Wahrend ich seinen Beobachtungen weitestgehend zustimme, kann ich mir freilich seine Arbeit nicht einfach zu eigen machen.
          Zweitens weise ich darauf hin, dass ich nicht gerne spekuliere. Solange man also nichts genaues weiß, ja, kann man auch nichts genaues sagen. Ich will nicht noch einmal wiederholen.
          Ein sinkender Nährstoffgehalt hat für mich nun einmal nicht zwingend eine Unterversorgung zur Folge. Es ist nur eine mögliche Folge.

          Anders als du bin ich auch nicht der Meinung, dass man eine Aussage treffen und ein Urteil fällen muss. Warum sollte man das müssen? Wozu sollte eine Meinung oder ein Urteil zum Beispiel im Bereich der Quantentheorie dienen? Warum nicht einfach gesicherte Fakten beschreiben?

          Das Fazit des Artikels findest du an dessen Ende.

  4. Dragan Ulrich

    Hallo Felix,
    Du verweist selbst auf den gesunkenen Gehalt an Nährstoffen, Mineralien, Spurenelementen und Vitaminen, stellst aber die die grundsätzlich ausreichende Versorgung nicht in Frage?
    Das passt für mich nicht zusammen. Wenn der Körper von essentiellen Substanzen in der Nahrung zu wenig vorfindet, muss man entweder mehr Nahrung konsumieren, um die benötigten Mengen zuzuführen oder supplementieren. Im erstem Fall besteht dann natürlich die Gefahr, auch zu viele begleitende Kalorien aufzunehmen (die aufgrund des gegebenen Lebenswandels nicht verstoffwechselt sondern “eingelagert” werden => Gewichtszunahme => doch wieder Kalorien zählen) oder zu viele ungesunde Begleitstoffe aufzunehmen.
    Wenn sich das Verhältnis aus dem, was der Körper braucht und dem was er nicht braucht bzw. ihm schadet in der Nahrung nachteilig verändert, muss man gegensteuern.
    Die eleganteste Variante wäre natürlich, die Lebensmittel wieder so hoch- und vollwertig zu erzeugen, dass man durch gesunde und abwechslungsreiche Ernährung sicher alle Substanzen, die der Körper benötigt, in ausreichender Menge zuführen kann.
    So lange das nicht der Fall ist, muss man anderweitig kompensieren: Besonders, wenn man schon (latente) Mangelzustände ausgebildet hat; selbst wenn diese noch nicht pathologisch in Erscheinung treten.
    Deine Ausführungen mögen zutreffend sein, wenn man als Betrachtungskollektiv gesunde Menschen oder jeglichen Mangelzustand betrachtet. Die gesellschaftliche Realität sieht aber leider anders aus.
    LG,
    Dragan

    1. Felix

      Hallo Dragan,
      »Du verweist selbst auf den gesunkenen Gehalt an Nährstoffen, Mineralien, Spurenelementen und Vitaminen, stellst aber die die grundsätzlich ausreichende Versorgung nicht in Frage?«

      das habe ich nicht geschrieben. Wenn du die entsprechende Stelle aufmerksam liest, findest du die Abweichung schnell. Das ist ein großer Unterschied.

      Deine weiteren Ausführungen sind Spekulation:

      »Im erstem Fall besteht dann natürlich die Gefahr, auch zu viele begleitende Kalorien aufzunehmen«

      Die Möglichkeit besteht theoretisch. Aber ist sie realistisch? Ist die Aufnahme essenzieller Mikronährstoffe nicht bereits in Begleitung nur weniger hundert Kalorien möglich? Wen stört es, wenn noch einmal hunder dazukommen? Und war vor dem generell verringerten Mikronährstoffgehalt alles in Ordnung und wir waren alle bestens versrogt? Ist nicht zusammen mit dem geringeren Mikronährstoffgehalt die allgemeine Lebensmittel- und somit auch Nährstoffversorgung (und Verfügbakeit) viel besser geworden? Das sind offene Fagen, die mir ein vorschnelles Urteil verbieten.

      Ich halte nichts von Panikmache. Ein gesunkener Mikronährstoffgehalt in vielen Lebensmitteln mag Grund zur Untersuchung sein. Es ist ein zu beobachtender Trend und man kann sich Gedanken machen, ab wann dieser ein realistisches Problem wird. Sonst müsste ich auch sinkende Geburtenraten als Zeichen für ein unabwendbares Aussterben der Spezies Mensch werten.

      1. Dragan Ulrich

        Hallo Felix.

        Du hast geschrieben: “(Der gemessene, durchschnittliche Nährstoffgehalt natürlich erzeugter Lebensmittel ist in den letzte 50 Jahren aus diversen Gründen tatsächlich gesunken. Ob unsere Nährstoffversorgung dadurch wirklich gefährdet ist, steht auf einem ganz anderen Blatt.)”

        Da heißt für mich, du siehst schon eine quantitative Reduzierung der Nährstoffgehalte verschiedener Lebensmittel.
        Die logische Schlussfolgerung ist doch dann, dass ich mittlerweile die zugeführte Nahrungsmenge erhöhen muss, um die zugeführte Menge an Nährstoffen auf dem Niveau von vor 50 Jahren halten zu können. Im günstigsten Fall war die Nährstoffversorgung vor 50 Jahren ausreichend, dann ist sie heute, bei notwendiger, erhöhter Nahrungszufuhr auch ausreichend. Wenn sie aber schon vor 50 Jahren nicht ausreichend war, ist sie es heute, selbst bei mehr Nahrung, auch nicht; bzw. das “noch mehr” muss ein “noch viel mehr” werden. Und was ist bei dem “noch viel mehr” denn noch alles dabei?
        Mehr Kalorien? Wahrscheinlich
        Mehr Ballaststoffe? Höchstwahrscheinlich
        Mehr von dem, was der Körper eigentlich nicht braucht? Ich denke schon. (man denke nur an eine Verschiebung/Verschlechterung des Omega 3 zu Omega 6 Verhältnisses).
        Die “Nationale Verzehrsstudie II” beschreibt teilweise deutlich eine weitreichende Unterversorgung mit entsprechenden Vitaminen (http://www.strunz.com/de/news/vitamin-mobbing.html) und Mineralstoffen. Und dabei geht es um die Versorgung durch Nahrungsaufnahme.
        Was von dem Wenigen, was durch Nahrung aufgenommen wird, tatsächlich im Körper als Verfügbar ankommt steht da auf einem ganz anderen Blatt. Das ließe sich nur durch ein groß angelegtes Blut-Screening ermitteln und erfassen.

        “Ich halte nichts von Panikmache. Ein gesunkener Mikronährstoffgehalt in vielen Lebensmitteln mag Grund zur Untersuchung sein. Es ist ein zu beobachtender Trend und man kann sich Gedanken machen, ab wann dieser ein realistisches Problem wird. ”
        Genau darum geht es. Keine Panikmache, aber auch nicht beschönigen und nicht bagatellisieren.
        Wie gesagt, es geht auch nicht nur darum, was ich mit der Nahrung in welchen Menge esse, sondern vor allem auch darum, was davon im Körper ankommt (im Guten, wie im schlechten).

        “Sonst müsste ich auch sinkende Geburtenraten als Zeichen für ein unabwendbares Aussterben der Spezies Mensch werten.”
        Ja, das müsste man in der Tat. Zumindest wenn es sich um ein globales Phänomen handeln würde.
        Aber das greift ja auch schon in kleineren Kollektiven. Und nicht zuletzt im Tierreich, wo ganze Spezies aussterben, weil die Geburtenrate nicht (mehr) ausreicht, um die Sterberate zu kompensieren. Die Sorge ist also durchaus berechtigt.

        Danke für diese Diskussion.
        LG,
        Dragan

        1. Felix

          Hallo Dragan,

          »Die logische Schlussfolgerung ist doch dann, dass ich mittlerweile die zugeführte Nahrungsmenge erhöhen muss, um die zugeführte Menge an Nährstoffen auf dem Niveau von vor 50 Jahren halten zu können.«

          Das ist nicht die logische Schlussfolgerung, sondern erstmal nur eine These. Eine andere These wäre, dass man die Qualität der Nahrung verändern muss, um das gleiche Niveau zu erreichen (sofern dieses überhaupt nötig ist, was ebenfalls offen ist). Und Obst und Gemüse ist nunmal heute erheblich besser verfügbar als noch in den 60er Jahren. Was wir heute an Obst für’n Appel (haha) und ‘n Ei hinterhergeworfen bekommen, muss für damalige Menschen wie ein Schlaraffenland wirken.

          Dazu ein extrem vereinfachtes Beispiel nur zur Verdeutlichung dessen, was ich meine. Die Zahlen stimmen historisch nicht, sind jedoch in sich konsistent und genügen daher zur Illustration:
          Annahme: Vor 50 Jahren aß man täglich 1000g Getreide mit einem Vitamin C-Gehalt von 1g/100g. Obst gab es nicht.
          Vitamin-C-Versorgung: 10g/Tag. Kohlenhydrate aus 1000g Getreide: 800g (=3200kcal). Gesamt: 3200 kcal/Tag
          Annahme: Heute isst man täglich 200g Getreide mit einem Vitamin C-Gehalt von nur 0,5g/100g. Obst gibt es viel. Also noch 800g Äpfel dazu. Vitamin C-Gehalt: 5g/100g.
          Vitamin-C-Versorgung: 41g/Tag. Kalorien aus 200g Getreide: 160g (=640kcal); Aus 800g Äpfeln: 160g (=640kcal). Gesamt: 1280kcal/Tag.
          Ergebnis: Erheblich bessere Vitamin C-Versorgung bei sogar viel geringerem Kalorienverzehr. Einfach erreicht durch eine allein qualitative Änderung der Ernährung.

          »Im günstigsten Fall war die Nährstoffversorgung vor 50 Jahren ausreichend, dann ist sie heute, bei notwendiger, erhöhter Nahrungszufuhr auch ausreichend.«

          Im günstigsten Fall waren wir damals nicht ausreichend, sondern weit mehr als reichlich versorgt. Dann wäre ein gesunkener Mikronährstoffanteil kein Problem, weil noch immer mehr als genug enthalten wäre.

          »Wenn sie aber schon vor 50 Jahren nicht ausreichend war, ist sie es heute, selbst bei mehr Nahrung, auch nicht; bzw. das “noch mehr” muss ein “noch viel mehr” werden.«

          Siehe oben: Es muss nicht mehr werden, wenn sich die Zusammenstellung verändert. Qualität ist eben mehr als nur der Mikronährstoffgehalt der damals gewählten Lebensmittel, sondern Qualität meint auch die Wahl anderer Lebensmittel.

          Was der Strunz zeigt, ist zum Beispiel nur ein Ausschnitt. Nämlich der Vitamine, bei denen eine Unterversorgung vorliegt. Er zeigt nicht die Vitamine, bei denen wir überversorgt sind. Gibt es das? Man müsste die gleiche Quelle konsultieren, um vergleichbare Messwerte zu bekommen. Allein das Unteschlagen der Daten ist berechtigter Grund zur Skepsis.
          Eine weitere Frage: Liegt die dort atestierte Unterversorgung am diskutierten, gesunkenen Mikronährstoffgehalt oder an einer grundsätzlich schlechten Wahl der Lebensmittel (prinzipiell nährstoffarme Lebensmittel, stark verarbeitet, lange gelagert etc.), die unvermeidbar auch bei originalem Nährstoffgehalt der Fall wäre? (Ich vermute: Ja!)

          Und versteh’ mich nicht falsch: Ich bestreite nicht, dass es ein Problem aufgrund des sinkenden Mikronährstoffgehalts geben könnte. Im Gegenteil. Ich kann es täglich schmecken. Mir ging es hier nur um die Fehlinterpretation meiner Aussage. Ich schrieb sehr bewusst “…steht auf einem anderen Blatt.” Denn für mich ist die Folgerung eben nicht so einfach und “einzig logisch”, aus den genannten Gründen. Und es ist eben auch ein ganz anderes Thema, weswegen es ebenfalls auf einem anderen Blatt und nicht in diesem Artikel steht.

          1. Marty Schlauch

            Ich sehe es eher so wie Dragan.
            Aber zu aller erst muss man erst mal eine Konsens finden bezüglich der notwendigen Mengen an essentiellen Nährstoffen und Nahrungsbestandteilen, dann erst kann man bewerten, ob eine entsprechende Versorgung ausreichend, zu hoch oder zu gering ist.
            Darüber hinaus wäre auch ein Konsens bezüglich Grenzwerten von unerwünschten Nahrungsbestandteilen sinnvoll. Dann kann man auch abschätzen und Bewerten, ob die veränderte Nährstoffkomposition der Nahrungsmittel, wenn sie denn eine ausreichende Versorgung mit erwünschten Stoffen gewährleistet, nicht vielleicht auch ein Überangebot an unerwünschten Stoffen bedingt / bedingen würde.
            Des Weiteren stellt sich die Frage nach einer Abschätzung / Bewertung, was passiert, wenn ein Überangebot an eigentlich erwünschten Nahrungsbestandteilen zugeführt wird. Ist die Überversorgung (z.B. auch durch Supplemente) im Zweifelsfall schädlicher, als eine Unterversorgung? Und was von beidem ist wahrscheinlicher?

            Gesunde Ernährung muss von einem “Normalbürger” ohne ein Studium der Ökotrophologie bewerkstelligt werden können. Wenn sich zu den Verschiebungen und Veränderungen der Nährstoffkompositionen der Nahrungsmittel dann noch die üblichen, natürlichen Schwankungen dazu gesellen, sowie individuelle Unterschiede im Bedarf einzelner Nährstoffe für den Einzelnen, sehe ich schwarz für eine flächendeckende, gesunde Ernährung; zumal derzeit nichts darauf hindeutet, dass sich die Nahrungsmittelqualität in Bezug auf Qualität und Komposition in großem Maßstab verbessert.
            In diesem Zusammenhang z.B. von “Vitaminwahn” zu sprechen, halte ich für unangebracht.

            Genauso wie Dargan verlierst du dich in Spekulationen, Annahmen und Hypothesen.
            Das Beispiel Getreide / Apfel hinkt auch sehr. Schließlich ist eine isolierte Betrachtung nur einer Nährstoffkomponente (hier Vitamin C) in Relation zum Energiegehalt (hier vornehmlich aus Zucker!) zu stark vereinfachend.

            Um dem “Normalesser” die Sorge vor einer eventuellen Unterversorgung mit Nährstoffen zu nehmen, muss dieser erst mal Wissen:
            1. was benötigt mein Körper
            2. wie viel davon benötigt mein Körper
            3. in welchen Lebensmitteln ist aktuell(!) wie viel davon enthalten, auch unter Berücksichtigung regionaler Unterschiede
            4. wie muss ich Lebensmittel kombinieren, damit ich meinem Körper alle benötigten Substanzen in ausreichender Menge zur Verfügung stelle
            5. Kommt das auch alles im Körper an?

            Ausgewogene, abwechslungsreiche und gesunde Ernährung, ohne Einsatz von Supplementen, ist mittlerweile ein Wissenschaft für sich. Erschwerend kommen dann noch Ernährungsformen hinzu, die auf tierische Nahrungsbestandteile teilweise oder vollständig verzichten.

            Mit freundlichen Grüßen,
            Marty

          2. Felix

            Hallo Marty,
            danke für deinen Beitrag. Inwiefern ich mich in Spekulation verliere, kann ich allerdings nicht nachvollziehen. Ich wies explizit darauf hin, dass ich gerade nicht bereit bin zu spekulieren und nenne meine Gründe dafür. Dass mein Beispiel stark vereinfachend war, hatte ich ebenso verdeutlicht. Die von dir angeführten Fragen reihen sich ein in die Liste meiner Fragen, auf die ich mich mit dem Hinweis “…auf einem anderen Blatt.” beziehe. Und ich bin nicht bereit, mir einen vermeintlichen Normalbürger auszudenken, diesen als Maßstab für alles zu nehmen und dementsprechend zu Mutmaßen. Das können andere machen.

  5. Cornelia

    Klasse Artikel ,genau aus diesen sorgen heraus geht es ja so vielen Menschen schlecht.

  6. Stina

    Hallo, das ist der passende Artikel zur passenden Zeit. Denn gerade heute beschäftige ich mich mit der Frage ob der Gedanke dass Nährstoffmangel allein durch einen Mangel an Nährstoffen aus Lebensmitteln besteht nicht sogar etwas einseitig ist. Ich bin im Endstation schwanger, Vegetarier und hormonbedingt während der kompletten Schwangerschaft allen “gesunden“ Lebensmitteln abgeneigt gewesen. Ernährt habe ich mich von Weißmehlprodukten und Zuckerprodukten und Käse (den ich nornalerweise nicht esse). Alles andere hat bei mir übelkeit hervorgerufen. Und dennoch: seit den 4. Schwangerschaftsmonat supplementiere ich nicht. Ich erfreue mich einer gesunden Schwangerschaft ohne Mangelerscheibungen. Sogar einem guten Eisenwert. Ich bin froh wenn mir demnächst der Appetit wiederkommt. Ich kann mir nicht vorstellen dass es dauerhaft ohne Folgen bleiben würde wie ich jetzt esse. Dennoch muss ich fragen: ob wir unsere Nahrung und die Zufuhr an Nährstoffen nicht zu sehr reduzieren auf (Bio-)Chemie und es nicht noch mehr gesundgeitsfördernde Faktoren in unseren natürlichen Lebensmitteln (von denen ich mich sonst ernähre) gibt oder andere Einflussfaktoren wie eine intakte Darmflora, den Einfluss von synthetischen “Stoffen“ auf die Verdauung und so weiter. Nur mal so als Idee…

  7. andy

    Felix, Du triffst es immer wieder gut auf den Punkt!

    super artikel.

    zwei eigentlich unwichtige Dinge: Avocadokerne? Du meinst aprikosenkerne?

    lg andy

    1. Felix

      Hallo Andy, vielen Dank.
      Zu deiner Frage: Nein, leider nicht. Avocadokerne. Du würdest dich wundern. Ich mag nicht darauf verlinken. Schweigen wir einfach betreten.

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