Mandelmehl-Rezepte: Glutenfrei backen

Mandelmehl ist glutenfrei, arm an Kohlenhydraten, nährstoffreich und aromatisch. In diesem Artikel erfahren Sie, was die Vorteile von Mandelmehl sind und was Sie damit anfangen können.

Warum Mandelmehl?

Mandelmehl ist glutenfrei. Gluten ist in den meisten Getreidesorten enthalten. Es ist auch als Klebereiweiß bekannt und hat für konventionelle Backwaren wichtige Eigenschaften. Allerdings hat Gluten auch die Fähigkeit sich an die Darmwände zu binden und diese zu beschädigen.

Dies ist nicht nur problematisch für Menschen, die unter Zöliakie leiden, sondern betrifft grundsätzlich jeden. Die Folge ist eine ganze Reihe von Krankheiten, darunter diverse Allergien, Autoimmunerkrankungen, Entzündungen und Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts. Durch eine glutenfreie Ernährung können diese gelindert und teils auch kuriert werden.

Mandelmehl enthält keinerlei Gluten und ist daher ausgezeichnet zum Backen im Rahmen einer glutenfreie Ernährung geeignet. (Mehr über das Thema Getreide?)

Mandelmehl enthält nur wenige Kohlenhydrate. Mit 4-7g pro 100g sind in Mandeln sehr wenige Kohlenhydrate enthalten. Eine Ernährung mit wenig Kohlenhydraten hilft bei der Kontrolle der Blutzucker- und Insulinspiegel. Auf diesem Wege ist es einfach möglich, sein Körpergewicht im Griff zu behalten, überflüssiges Körperfett abzubauen und höhere Leistungsfähigkeit zu erreichen. (Mehr über das Thema Zucker?)

Mandelmehl schmeckt sehr aromatisch. Der Eigengeschmack dieser Nuss ist leicht süßlich und hat ein Aroma, das sehr passend für fast alle Kuchen ist. Dadurch sind weniger zusätzliche Geschmacksstoffe in Backwaren nötig.

Mandelmehl ist reich an Nährstoffen. Verglichen mit Weizenmehl enthält Mandelmehl ein Vielfaches an Nährstoffen. Unter anderem jeweils mehr als die zehnfache Menge Kalzium und Magnesium, dazu folgende Tabelle:

Nährstoffe pro 100g MehlMandelmehl (mg)Weizenmehl (mg)
Kalium677149
Magnesium27525
Kalzium21620
Niacin3.61.2
Eisen3.721.26

Wo bekomme ich Mandelmehl?

Auf meiner Seite mit Bezugsquellen finden Sie unter Anderem auch eine sehr zuverlässige Bezugsquelle für Mandelmehl in hochwertiger Bioqualität. Denken Sie daran, dass es einen Unterschied gibt zwischen gemahlenen Mandeln und entöltem Mandelmehl. (Mehr über die Eigenschaften von Mandelmehl?)

Mandelmehl-Rezepte

Als Einstieg in die Welt des Backens mit Mandelmehl empfehle ich diesen Artikel über die Eigenschaften von Mandelmehl.

Im Folgenden finden Sie eine beispielhafte Liste von Rezepten mit Mandelmehl. Diese sind durchweg auch Zuckerfrei, natürlich glutenfrei und sie lassen sich teilweise sogar ganz ohne Milchprodukte zubereiten:

Mehr Links zum Thema Mandelmehl

Wenn Ihnen Urgeschmack gefällt oder hilft, würde ich mich über Ihre Unterstützung sehr freuen.

14 Kommentare zu “Mandelmehl-Rezepte: Glutenfrei backen

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  1. Corinna Müller

    Hallo Felix,

    Meine Frage bezieht sich auf Mandelmehl im Allgemeinen, nicht, oder nur bedingt, auf Ihren Artikel, den ich natürlich trotzdem gerne gelesen habe ;-)
    Ich leide leider seit einem halben Jahr an einer (ärztlich einwandfrei diagnostizierten) Milcheiweiß- (genauer: Molkeneiweiß; Ziegenmilch und Co. geht leider auch nicht), Soja- und Hühnereiallergie. Daher habe ich so meine Probleme, meinen Eiweißbedarf adäquat zu decken, da ich nicht ständig Fleisch konsumieren möchte. Bisher habe ich Mandelmehl gemieden, da ich der Auffassung war, dass durch dessen Verzehr die Schilddrüsenleistung eingeschränkt werden kann, v.a. durch die bei der Verdauung endstehende Blausäure. Außerdem besitzt die Mandel einen sehr hohen Salicylsäuregehalt, der zu Magen-Darm-Blutungen führen kann und die Durchlässigkeit der Darmwand erhöht. Liege ich falsch bei meinen Annahmen? Verstehen Sie dies bitte nicht als Kritik an Ihrem Artikel, ich wüsste nur gerne Ihre Meinung zum Thema.
    Zum Schluss: Kennen Sie zufällig hochwertige Eiweißquellen neben Fleisch, die sehr verträglich sind? Mir gehen aufgrund meiner frisch diagnostizierten Allergien nämlich die Ideen aus und ich habe das Gefühl, dass Sie Erfahrung auf dem Gebiet haben. Die meisten veganen Eiweißquellen (Hanf, Reis, Hülsenfrüchte, Getreide usw.) vertrage ich nur schlecht; wenn ich das richtig verstanden habe, lehnen Sie die meisten davon jedoch ohnehin aufgrund ihres Lektingehaltes ab.

    Vielen Dank im Voraus!
    Mit freundlichen Grüßen
    Corinna Müller

      1. Corinna Müller

        Vielen Dank für Ihre Antwort!

        Generell empfinde ich Pseudogetreide wie Buchweizen, Amaranth und Quinoa durchaus eine Bereicherung des Speiseplans. Leider ist der Kohlenhydratgehalt verhältnismäßig extrem hoch…

    1. Felix

      Gemahlene Mandeln kann man selbs machen – einfach zerkelinern/mahlen. Mandelmehl wäre (streng genommen) entölt und das ist zu Hause etwas schwieriger.

  2. Susann

    Hallo, eine Frage habe ich. Ich leide an Colitis Ulcerosa und stelle gerade meine komplette Ernährung um. Daher habe ich zusammen mit meinem Arzt mich entschieden, mich nach der Urzeiternährung zu richten. Keine zusätzlichen Kohlenhydrate (Nudeln…), keine Milchprodukte… vorerst. Gerichtet nach der Paleo Ernährung.
    Hier in dieser Ernährung wird in den Rezepten immer von Mandelkleie geredet. Mandelkleie, so unter diesen Begriff für die Ernährung, gibt es nirgendwo zu kaufen, es sei denn ich will ein Gesichtspeeling machen, dafür gibt es reichlich Kleie. Jetzt meine Frage, die Mandelkleie wird es auch als Mandelmehl bezeichnet?? Weil die Herstellung des Mehls scheint ja die selbe zu sein wie die Kleie.Vielleicht kann man mir die Frage beantworten. Ziel ist mit Mandelkleie, z.B. für ein Bananenbrot, den Ersatz zu finden für normale Kohlenhydratreiche Weizenarten in der Hoffnung, dass meine Entzündung im Darm zurückgeht. Vielen Dank

    1. Felix

      Hallo Susann – so wie es aussieht ist Mandelkleie wirklich einfach nur Mandelmehl mit Wasser: http://de.wikipedia.org/wiki/Mandelkleie

      Wenn es um Entzündungen im Darm geht, würde ich jedoch empfehlen, auch den Konsum von Nüssen entweder zu beschränken (da sie Phytinsäure enthalten) oder sie ausreichend lange einzuweichen, damit die Phytinsäure reduziert wird. Aber das wären eher Kleinigkeiten, der Verzicht auf Getreide ist da wesentlich wichtiger und sinnvoller.

      Gute Besserung und alles Gute!

    2. Susann

      Vielen Dank,

      mit den Nüssen werde ich vorsichtig umgehen. Danke für den Hinweis. Eine andere Frage habe ich noch. In dem Buch Urgeschmack Jeden Tag gesund und lecker, finde ich einige Rezepte mit Fetakäse. Grundsätzlich sind Milchprodukte doch gem. Urgeschmackernähung nicht vorgesehen?? Oder??? Z.B in den Paleo-Ernährungsrezepte wird auch davon abgeraten. Wird der Fetakäse anderes betrachtet als ein Kuhmilchprodukt??

      Susann

      1. Felix

        Hallo Susann, der Verzehr von Milchprodukten (und Feta gehört da ganz normal dazu) ist umstritten. Da es nicht “die” Paleo-Diät gibt, sondern nur verschiedene Orientierungen an der Ernährung in der Steinzeit, propagieren einige Webseiten den totalen Verzicht auf Milchprodukte. Viele andere hingegen empfehlen, sofern kein persönliches Problem mit Milch und Milchprodukten vorliegt (z.B. Laktoseintoleranz oder Casein-Allergien), es mal einige Zeit ohne auszuprobieren um zu testen, ob sich eine Besserung jedweder Art einstellt. Wenn nicht, kann in Maßen Milch konsumiert werden. Bei Urgeschmack halte ich das auch so. Man kann auf Milch verzichten und die meisten Rezepte hier sind ohne Milch.

    3. Susann

      Hallo, ich bins nochmal,

      habe was vergessen. Wie kann ich mir denn am besten ein Brot basteln, was wenig Kolenhydrate, kein Gluten aufweist. Kann ich es auch mit dem Mandelmehl backen?? Ich bin kein Fan von Soja. Gibt es da noch ein Tipp???

      Vielen Dank Susann!

  3. Pingback: Urgeschmack — Urgeschmack-TV Ep. 66: Mehlvergleich: Mandelmehl, Kokosmehl, gemahlene Mandeln, Weizenmehl

  4. Pingback: Urgeschmack — Kokosmehl-Rezepte: Glutenfrei backen

  5. Anna

    Ich persönlich bevorzuge Kokosmehl! Mandeln haben einen sehr hohen Omega 6 Gehalt. Omega 6 Fettsäuren sind nachweislich “entzündlich” für den Körper. Kokosmehl -> low carb und Ballasstoffe und noch dazu gute gesättigte Fettsäuren!

    1. Felix

      Hallo Anna – ungesund sind nicht die Omega-6-Fettsäuren per se, sondern nur ein Übermaß im Verhältnis zu Omega-3-Fettsäuren. Zumal es hier um entöltes Mandelmehl geht und nicht um Mandeln. Und eben dieses Mehl enthält nicht “sehr viel” Omega-6, sondern verhältnismäßig wenig. Hinzu kommt, dass es alles eine Frage der Relation ist. Kaum jemand wird täglich ein Pfund Mandelmehl essen, oder? Vergiften kann man sich letztlich mit allem – auch mit Kokosmehl.

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