Das Leben voll auskosten (Podcast)

Gerade habe ich den Stempel meiner sorgsam vorbereiteten French Press heruntergedrückt und setze zum Einschenken an, da betritt der Sohn meiner Pariser Gastgeberin die Küche. Er greift zielstrebig zur mehrere Stunden alten Kanne aus der Filtermaschine, gießt sich schwungvoll einen Becher ein und rammt ihn in die Mikrowelle. In meinen Gedanken stirbt ein Kätzchen einen qualvollen Tod, da lächele ich und freue mich über die Vielfältigkeit des Lebens.

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4 Kommentare zu “Das Leben voll auskosten (Podcast)

  1. Martin

    Vielen Dank für diesen Beitrag! Der aus meiner perspektive wichtigste Punkt ist der Hinweis auf die Bildung und das wissen um die Herkunft der Produkte und der für die Produktion notwendigen Rohstoffe, welcher leider nur wie eine Randnotiz wirkt.
    Wie Sie schon selbst bemerkten, hinken die vergleiche mit den Autos, für mich leider alle. Das durchschnittliche Wissen um “Autos” schätze ich vergleichbar mit dem um Kaffee ein. Die meisten “Autokenner” wissen ebenso um die Unterschiede zwischen Espresso, French-Press oder Cappuccino usw. wie zwischen Kleinwagen, Sportwagen, SUV usw.. Über die Details sind sich aber sowohl beim Kaffee, bei Autos wie auch unzähligen anderen Produkten nur relativ wenige bewusst, mich eingeschlossen. Wer kann schon für sich sagen Herkunft, Produktionsweise und verwendete Rohstoffe seiner Socken zu kennen? Ganz zu schweigen vom Bewusstsein um die Auswirkung auf die Natur (nicht Umwelt) des Verbrauchs der Rohstoffe!
    Auch der Vergleich zwischen einem Opel Rekord und einem Tesla ist meiner Meinung nach an den Haren herbeigezogen. Während der Tesla durchaus eine zukunftsweisende Alternative sein könnte und im Automobilen Maßstab noch kein Massenprodukt ist, war der Opel Rekord (Welche Baureihe auch immer) zu seiner Zeit durchaus ein Massenprodukt, vergleichbar mit dem großen Standard-Hamburger. Jedoch erkenne ich an, dass ein heutzutage immer noch genutzter Opel Rekord sicherlich wesentlich “Nachhaltiger” zu betreiben ist, als ein neuer Tesla.
    Auch illustrative Beispiele sollten in sich schlüssig sein.
    Ihr Anliegen eine Lanze zur Bewusstseinsschaffung zu brechen kann ich nur unterstreichen. Danke!
    Ihren Ausführung folgend könnte der Volksmund zukünftig sagen: Was der Bauer glaubt zu kennen/verstehen, frisst er.

    Viele Grüße
    Martin

    1. Felix

      Hallo Martin,
      ich bin nicht der Meinung, dass ein Vergleich bis ins letzte Detail schlüssig sein muss; besonders dann nicht, wenn ich ohnehin explizit auf die Mängel hinweise. Letztlich kommt es darauf an, die entsprechenden, referenzierten Merkmale zu definieren. Das ist geschehen. Äpfel und Birnen sind etwa vergleichbar, insofern als dass sie beide an Bäumen wachsen und Obst sind.

  2. Robert

    Sehr guter Beitrag. Mir gefällt die grundlegende Einstellung des bewussten Genusses.
    Inwiefern sich das dann darstellt, ist eher zweitrangig. Wenn jemand Käse oder Kaffee, wie eben von Ihnen beschrieben, genießt, ist die Diskussion, ob wir jene Lebensmittel überhaupt konsumieren sollten, sekundär – nicht, dass eine rationale Auseinandersetzung mit solchen Themen nicht sinnvoll wäre – ganz im Gegenteil!

    Ich halte dennoch eine fundermentale Umstellung der Einstellung für viel nachhaltiger, als reine “Verhaltenstherapie”. Wenn jemand bei vollem Bewusstsein einkauft, kocht und isst, ist es egal, ob er oder sie nun Fleisch, Käse oder Haferbrei verspeist. (Nach der Einverleibung eines Haufen Gemüses selbstverständlich)

    Ihre letzten Beiträge spiegeln diese Meinung, zumindest in Teilen. Auch im Vergleich zu früheren Beiträgen nehme ich eine Entwicklung in diese Richtung wahr – nicht nur bei Ihnen. Das gefällt mir sehr gut! Weiter so 🙂

    Viele Grüße,
    Robert

    1. Felix

      Vielen Dank für das Feedback. Das Bewusstsein halte ich in der Tat für einen wichtigen Schlüssel nicht nur im Bereich der Ernährung.

Kommentare geschlossen.

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